Erklärung der Gruppe „Nicaragua Solidarität Berlin“

Ein Freund, seit vielen Jahren aktiv in der Solidarität mit Nicaragua, mit den dortigen Verhältnissen aus eigener Erfahrung vertraut, seit Langem vernetzt mit vielen deutschen Aktiven der Nikaragua-Solidarität sowie Bürgern Nikaraguas hat mir die folgende Erklärung der Gruppe „Nicaragua Solidarität Berlin“ zugeschickt:

Gegen die Unterdrückung und Kriminalisierung der Protestbewegung

Für ein freies und sozial gerechtes Nicaragua

In Nicaragua revoltieren seit April 2018 große Teile der Bevölkerung gegen die Regie- rung des Präsidenten Daniel Ortega. Er und seine omnipotente Gattin Rosario Murillo, die seit Januar 2017 auch Vizepräsidentin ist, beantworten die Revolte mit brutaler Ge- walt, die kaum jemand für möglich gehalten hat. Der Staat mordet, inhaftiert, verfolgt.

Geplante soziale Einschnitte bei der Rentenversicherung waren der letzte Anlass für die Revolte. Student*innen ergriffen die Initiative, Bauern, Bäuerinnen, kleine Gewerbetrei- bende und Bewohner*innen städtischer Armenviertel schlossen sich an. Die Protestbe- wegung ist breit und vielfältig. Auch die Unternehmerverbände stellten sich auf die Seite der Opposition, die katholische Kirche versucht zwischen Protestbewegung und Regie- rung zu vermitteln. Letztere tritt den Protestierenden mit massiver Gewalt entgegen. Es ist wie ein Alptraum aus vergangener Zeit: Die Polizei wird als bewaffneter Stoßtrupp gegen die Bevölkerung eingesetzt. Paramilitärs, Heckenschützen und gekaufte Schläger führen „Säuberungen“ im Staatsauftrag durch. Gezielte Kopfschüsse, Verhaftungen und Verfolgung. Verwundeten wird die Notversorgung in Krankenhäusern verweigert, Mas- kierte durchkämmen Viertel und Häuser. Mehr als 400 meist junge Menschen wurden getötet, Tausende verletzt, viele wurden entführt, gefoltert und blieben verschwunden. Die Regierung verteufelt die Protestierenden als Terroristen und kriminalisiert sie mit einem eigens beschlossenen Antiterrorgesetz. Nicaraguanische und internationale Men- schenrechtsgruppen klagen die Regierung schwerster Menschenrechtsverletzungen an. Durch die Auswirkungen der aktuellen politischen Situation auf die wirtschaftliche Akti-vität sind zudem viele Menschen schon jetzt in noch größere existentielle Not geraten.

In Nicaragua wurde 1979 der Diktator Somoza durch einen Volksaufstand vertrieben. Es begann das Experiment einer sozialen Revolution, die weltweit viele Menschen bewegte und praktische Solidarität auslöste. Die historische Errungenschaft der sandinistischen Bewegung und Regierung, mit der traditionellen Rolle der staatlichen Repressionsappa- rate gebrochen zu haben, war einzigartig in Lateinamerika. Armee und Polizei sollten kein Instrument der herrschenden Clique zur Sicherung ihrer Pfründe mehr sein und nie wieder die Bevölkerung unterdrücken. Nicaragua galt weltweit sehr vielen Menschen als gelungenes Beispiel dafür, dass der breit getragene Kampf für eine Befreiung aus staatli- cher Gewaltherrschaft möglich ist. Mord im Staatsauftrag, Folter und Paramilitärs waren Vergangenheit. Im Vordergrund stand der Versuch, die extreme soziale Ungleichheit zu überwinden und einen Entwicklungsweg mit der armen Mehrheit der Bevölkerung zu suchen. Die USA versuchten durch Wirtschaftsblockade und Contra-Krieg das Gelingen zu verhindern.

Unter Ortegas Führung greift die Staatsgewalt heute auf genau die Mittel und Muster zurück, die überwunden zu sein schienen. Auf den Trümmern der neoliberalen Regie- rungen der 1990 und 2000er Jahre ist nach der manipulierten Wiederwahl Ortegas in den vergangenen elf Jahren eine dynastische Familienherrschaft entstanden.

Mit sozialen Wohltaten wurde das Wohlverhalten eines Teils der Bevölkerung erkauft, antiimperialistische Sprüche wurden im Munde geführt, während zeitgleich Frauenrech- te massiv beschnitten wurden, mit der Kirche und dem in- und ausländischen Großkapi-tal paktiert und die neoliberale, umweltzerstörende und Armut zementierende Wirt- schaftspolitik fortgeführt wurde.

Dennoch gab es bisher im Land weder eine Opposition von rechts noch von links, die größeren Rückhalt in der Bevölkerung hatte. Die jetzige Revolte wird massiv und breit getragen. Sie wendet sich vor allen Dingen gegen die Usurpation der Macht durch die Ortega-Familie. Niemand weiß, ob und wie sie sich politisch ausrichten wird, und schon gar nicht, ob dies mit einem progressiven Programm erfolgen wird.

Nach vielen Jahren der Solidarität mit dem sandinistischen Nicaragua stellen wir heute fest: Dieses System ist zu einem Gewaltsystem pervertiert, das Menschenrechte syste- matisch verletzt und Andersdenkende mit Gewalt verfolgt.

Uns ist bewusst, dass von allen Seiten, nicht zuletzt aus den USA, versucht wird, die Pro- testbewegung in reaktionärem Sinn zu beeinflussen. Doch das ist kein Grund nicht soli- darisch zu sein. Im Gegenteil, mit unserer Solidarität tragen wir dazu bei, die Autonomie der Bewegung zu gewährleisten.

Viele von uns sind seit vielen Jahren und Jahrzehnten auf vielfältige Weise in der Nicara- gua-Solidarität tätig. Unser Engagement galt einem sandinistischen Nicaragua, das sich soziale Gerechtigkeit und Freiheit auf die Fahnen geschrieben hatte. Auch nach der Ab- wahl der sandinistischen Regierung haben wir unsere Arbeit an der Seite der der sozia- len Bewegungen im Land fortgesetzt.

Aus dem gleichen Grund, warum wir in den 1980er Jahren solidarisch mit der Sandinis- tischen Revolution waren, bestehen wir heute auf einem sofortigem Ende der Gewalt durch das Regime. Mit der Protestbewegung stimmen wir überein, dass Ortega, Murillo und ihre Parteigänger gehen müssen. Sie haben jegliche Legitimation verspielt und es gibt keine menschenwürdige Zukunft mit ihnen. Die Schuldigen für die Verbrechen an der Bevölkerung müssen dingfest gemacht und von unabhängigen Gerichten zur Re- chenschaft gezogen werden. Die politischen Gefangenen müssen sofort freigelassen, die Kriminalisierung und politische Verfolgung sofort beendet werden.

Wir werden weiterhin alle Kräfte in Nicaragua unterstützen, die sich für ein freies Nica- ragua einsetzen, in dem ein Leben in Würde und Selbstbestimmung möglich ist und so- ziale Gerechtigkeit endlich verwirklicht werden kann.

“¡¡¡ NICARAGUA LIBRE Y VIVIR !!!”

Berlin, im August 2018

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66 Antworten zu Erklärung der Gruppe „Nicaragua Solidarität Berlin“

  1. willi uebelherr schreibt:

    Lieber Klaus’Peter, fuer diese weitergabe danke ich dir sehr. Ich habe sie von Manfred Liebel erhalten, der auch in dieser gruppe jetzt taetig ist. Ich kenne ihn persoenlich nicht. Er hat den text von Julio López Campos aus Nicaragua „Ich bin sicher, dass wir diese Diktatur besiegen werden.“ uebersetzt. In seiner email zur Berliner Nica-Soli-gruppe schreibt er (der text ist jetzt etwas laenger, aber sehr erhellend). Er ist gerichtet an Medico in Frankfurt zu einem dortigen treffen. Email adresse und tel-nr habe ich entfernt.

    „Lieber Peter und alle anderen in der Vorbereitungsgruppe,

    am Frankfurter Treffen werde ich als Vertreter der “Nicaragua Solidarität Berlin” (vorläufiger Name) teilnehmen, die sich in den letzten Wochen unter dem Eindruck der dramatischen Ereignisse in Nicaragua zusammengefunden hat.

    In der Gruppe arbeiten derzeit etwa 20 Personen mit, die auch schon in früherer Zeit in verschiedenen Gruppen der Nicaragua-Solidaritätsbewegung aktiv waren und nicht mehr die Jüngsten sind. Zu unserer Freude gesellten sich auch einige neue, jüngere Leute dazu, die in den 80er Jahren noch Kinder oder noch nicht geboren waren. Wir arbeiten eng mit den Berliner Aktiven von SOS Nicaragua-Alemania zusammen, die selbst teils aus Nicaragua kommen, teils familiäre Bindungen zu Nicaragua haben.

    Unsere Position haben wir gerade in einer Erklärung formuliert, die wir als politische Plattform unserer Solidaritätspraxis in den nächsten Monaten verstehen (siehe Anlage dt. und spanisch).

    Einige von uns haben sich seit Beginn des Aufstands in Nicaragua insbesondere in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert, z.B. haben wir als Einzelne oder in kleinen Gruppen
    · im Zusammenwirken mit Barbara Lucas und Klaus Heß vom Informationsbüro Nicaragua die Erklärung zum 19. Juli mit formuliert und Unterschriften dafür gesammelt,
    · über Kontakte zu Journalist*innen Medienberichte veranlasst und uns, wo nötig, mit ihnen auseinandergesetzt,
    · Kontakte zu Politiker*innen und Stiftungen der GRÜNEN, der LINKEN und der SPD geknüpft und sie zu Stellungnahmen aufgefordert (teils erfolgreich, teils vergeblich),
    · wichtige Augenzeugenberichte, Stellungnahmen und Analysen aus Nicaragua und der internationalen Solidaritätsbewegung ins Deutsche übersetzt,
    · am Themenschwerpunkt Nicaragua des ila-Heftes Juli/August mitgearbeitet und die Nicaragua-Berichterstattung in den Lateinamerika Nachrichten mit gestaltet.
    · Am 20. August fand in der Gethsemane-Kirche in Berlin-Prenzlauer Berg eine gut besuchte Solidaritätsandacht statt, bei der auch Francisco Amaya, ein Arzt aus Nicaragua, gesprochen hat.
    · Einige beteiligen sich auch an einer von mir eingerichteten und moderierten WhatsApp-Gruppe („nicainfo“), in der wichtige Informationen einschl. Videoaufnahmen aus Nicaragua und der internationalen Solidaritätsbewegung kommuniziert werden, vorwiegend auf Spanisch (insgesamt gegenwärtig 28 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet). Interessenten sollen ihre WhatsApp-Nummer an Manfred Liebel … senden.

    Die Berliner Gruppe will in den nächsten Monaten die Öffentlichkeitsarbeit intensivieren, aber auch Wege ausloten, wie die in Bedrängnis geratenen Menschen in Nicaragua materiell unterstützt werden können. Besondere Unterstützung benötigen unseres Erachtens die Teilnehmer*innen der Protestbewegung, die sich als politische Gefangene im Knast befinden, als „Terroristen“ verfolgt werden, sich verstecken oder ins Ausland fliehen mussten und müssen, aber auch Menschen, die aus verschiedenen Gründen Arbeit und Einkommen verloren haben und in existentielle Not geraten sind oder geraten werden. Wir halten es für wichtig, direkte Kontakte zu Schlüsselpersonen der Protestbewegung zu haben und mit ihnen die Schwerpunkte der praktischen Unterstützung abzustimmen. Hierzu muss auch die Spendensammlung intensiviert werden.

    Die Berliner Gruppe versteht ihre Solidaritätsarbeit ausdrücklich als linksorientiert. Uns ist es deshalb nicht gleichgültig, in welche Richtung sich die Protestbewegung in Nicaragua entwickelt. Wie wir in der Erklärung deutlich gemacht haben, unterstützen wir sie, um ihre Autonomie insbesondere gegenüber reaktionären Einflussnahmen (z.B. aus den USA) zu stärken. Dabei erscheint es uns wichtig, die Kontakte zu Personen und Gruppen in Nicaragua zu intensivieren, die ihren Kampf für ein freies Nicaragua mit der Perspektive direkter Demokratie und sozialer Gerechtigkeit verbinden. Da unsere Gruppe erst seit kurzer Zeit besteht, konnten wir unsere politische Perspektive und die Art der politischen Unterstützung noch nicht konkretisieren. Wir halten es aber für dringend notwendig, sich Gedanken über eine mittel- und langfristige Strategie zu machen und diese mit den linksorientierten Aktiven in Nicaragua und im aufgezwungenen Exil zu kommunizieren.

    Eine solche Strategie, wie immer sie aussehen mag, bewegt sich in den moralischen Dilemmata jeglicher Solidaritätsarbeit, die von einer Seite ausgeht, also nicht wechselseitig und auf gleicher Augenhöhe stattfindet. Während die Leute in Nicaragua extrem gefährdet sind, bringt uns die eigene Solidarität kaum Risiken ein (höchstens, wenn wir nach Nicaragua reisen wollen). Wir müssen deshalb zumindest Kommunikations- und Handlungsformen finden, die zumindest keine zusätzlichen Probleme für die Compas in Nicaragua mit sich bringen, sondern möglichst zur Stärkung ihrer Position und vielleicht sogar zu mehr Sicherheit beitragen.

    Bei allen politischen Überlegungen für eine linke, basisdemokratische Perspektive in Nicaragua ist als Hintergrund mit zu bedenken, dass sich dieses Land in einer höchst prekären und vom Ausland abhängigen wirtschaftlichen Situation befindet (großenteils basierend auf extraktivistischer und auf Monokulturen basierender Exportproduktion), die nicht von heute auf morgen ins Gegenteil verkehrt werden kann. Und dass die noch immer bestehende Herrschaft der Ortega-FSLN über alle staatlichen Institutionen gebrochen werden müsste (sie hat schon Risse, basiert fast nur noch auf direkter Gewalt und Einschüchterung, hat in großen Teil der Bevölkerung jede Legitimität, aber noch nicht gänzlich ihre Hegemonie verloren). Die folgenden Gedanken müssten deshalb den Lackmustest ihrer Realisierbarkeit bestehen und setzen einen langen Atem voraus. Ich kann hier zunächst nur einige persönlichen Gedanken zu einer solchen möglichen Perspektive in Stichworten zum Ausdruck bringen:

    · Durchführung freier Wahlen auf allen politischen Ebenen, organisiert durch einen unabhängigen Wahlrat und offen für alle politischen Kräfte (nicht nur Parteien), die sich daran beteiligen wollen;
    · Wiederherstellung funktionierender, demokratisch legitimierter politischer Institutionen, die eine Kontrolle staatlichen Handelns in allen Bereichen (auch der Verwendung öffentlicher Finanzmittel) sicherstellen;
    · Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung und Demokratie gegenüber dem Zentralstaat unter Mitwirkung selbstorganisierter sozialer Initiativen und Bewegungen vor Ort (anzustreben wäre eine föderale, basisorientierte Struktur nach Art des z.B. von Murray Bookchin in seinem Buch „Die nächste Revolution“ /Unrast, Münster 2015/ vorgeschlagenen „libertären Kommunalismus“; hier könnte an das weiterhin bestehende, aber vom Regime missachtete Gesetz zur kommunalen Autonomie angeknüpft werden);
    · Landreform, die allen auf dem Land lebenden Familien ermöglicht, für die Selbstversorgung und für lokale Märkte zu produzieren und einen würdigen Lebensunterhalt zu sichern (dadurch soll auch verhindert werden, dass die Agrargrenze in den Regenwald ausgedehnt wird, ihn zerstört und die Nutzungsrechte der indigenen Bevölkerung beschnitten werden);
    · Beendigung der extraktivistischen umweltzerstörenden Wirtschaftsweise und Stilllegung oder Rauswurf der entsprechenden Unternehmen (meist Multis);
    · Gewährleistung der Ernährungssouveränität durch die Förderung der kleinbäuerlichen und kooperativen lokalen Landwirtschaft mit besonderem Gewicht auf ökologisch-nachhaltigen Produktionsweisen;
    · Verpflichtung privatwirtschaftlicher großer und mittlerer Unternehmen zu einer sozial- und umweltverträglichen Wirtschaftsweise;
    · Förderung von Mitbestimmungsrechten der Belegschaften und unabhängiger (nicht parteigelenkter) Gewerkschaften sowie der Selbstorganisation der kleinen Gewerbetreibenden;
    · Einführung eines sozial gerechten, progressiv gestalteten Einkommenssteuersystems unter Einschluss der Gewinne aus Kapitalbesitz und -transfer (und Ersetzung der bisher geltenden Mehrwertsteuer);
    · Förderung von selbstverwalteten Produktions-, Dienstleistungs- und Wohnkooperativen im Rahmen der kommunalen Demokratie;
    · Beibehaltung und Verbesserung des kostenfreien, frei zugänglichen Gesundheits- und Bildungssystems; im Gesundheitssystem unter Einschluss der Medikamente; im Bildungssystem Wiedereinführung von Schulformen, die den lokalen Bedingungen entsprechen und mit dem Gemeindeleben verknüpft sind (da könnte an mit der Revolution entstandene Schulformen der frühen 80er Jahre angeknüpft werden);
    · Ausbau und Ausstattung eines der Bevölkerung zugutekommendes Sozial- und Krankenversicherungssystems, finanziert mithilfe eines sozial gerechten Steueraufkommens und einkommensabhängigen Beitragszahlungen;
    · Absolute Achtung der Menschen- und Kinderrechte, einschließlich der Rechte indigener und schwarzer Minderheiten und Förderung ihrer Kulturen und Sprachen; Bekämpfung jeder Form von Rassismus;
    · Abschaffung des frauenfeindlichen Abtreibungsgesetzes und seine Ersetzung durch ein Gesetz, dass die Selbstbestimmung der Frauen gewährleistet;
    · Förderung autonomer Frauen-, Kinder- und Jugendorganisationen und Sicherstellung ihrer Partizipation an Entscheidungen auf allen politischen Ebenen;
    · Wiederherstellung der Hochschulautonomie und angemessene staatliche Förderung.

    Dies sind einige (gewiss nicht alle) der möglichen Bausteine eines linken, basisdemokratischen Programms, die mit den linken Kräften der Protestbewegung diskutiert werden könnten.

    Diskussionen mit den hiesigen Betonköpfen, die alles, was der „Comandante“ und seine Gattin von sich geben, nachbeten (z.B. in der „Jungen Welt“ oder bei „Amerika 21“), halte ich für Zeitverschwendung. Ich meine aber, dass es notwendig ist, sich öffentlich mit problematischen Positionen in den sich als links verstehenden Parteien und Gruppen in Deutschland, Europa, Lateinamerika etc. auseinanderzusetzen und vor allem der Propaganda des Ortega-Regimes öffentlich entgegenzuwirken, auch mittels kritischer sprachpolitischer Analysen (z.B. die Verballhornung des Menschenrechtsdiskurses). Hier geht es um die Frage der Hegemonie in der internationalen Öffentlichkeit und in Nicaragua selbst. Meines Erachtens ist es wichtig, die internationale Isolierung und Ächtung des Regimes zu verstärken, die von ihm verübten Gräueltaten weiter beim Namen zu nennen und ihre strafrechtliche Verfolgung durch unabhängige Gerichte anzustreben. Sollte das Regime auf die Idee kommen, sich mit einem Amnestiegesetz freizusprechen, müsste dem entschieden entgegengetreten werden. Versöhnung ist wichtig, sie setzt aber die Aufklärung über die begangenen Menschenrechtsverbrechen voraus. Und natürlichen den Abgang von Ortega, Murillo und ihrer Paladine.

    Für die Solidaritätsarbeit in Deutschland muss meines Erachtens eine verlässliche Koordination erreicht werden, sei es über das Informationsbüro Nicaragua, medico international oder beide zusammen. Eine gemeinsame, in Frankfurt zu beschließende Plattform, wie wir sie in der Berliner Gruppe erarbeitet haben, wäre dafür sicher hilfreich.

    Mit freundlichen Grüßen
    Manfred (Liebel)“

    Manfred und die Berlin-Nica-Gruppe arbeiten sehr offen, wie ich es einschaetze und vertreten auch ihre positionen offen. Meine antwort an Manfred war, dass ich die liste der punkte sehr gut finde, aber das sollten wir erstmal bei uns selbst umsetzen, bevor wir es als vorschlaege an die freunde in Nicaragua richten.

    Das ist ja generell das problem der Soli-gruppen, dass sie nach aussen eine radikalitaet annehmen, die sie im inneren nie einhalten. So entsteht fuer mich oft der eindruck dass hier „Projektion“ und „Kompensation“ wirken und nicht erfahrungsbasiertes empfehlen. Fordern geht sowieso nicht.

    Ich selbst habe mich nie an diesen Soli-gruppen beteiligt, weil es dabei aus meiner sicht nur um informationfluss zu uns und geldtranfer dorthin geht. Das hilft vielleicht etwas, aber ueberwindet nie die grundsaetzlichen hindernisse. Mit EineWelthaus Jena (in Jinotebe) und Bielefeld (In Estella) habe ich ausreichende erfahrungen gemacht.

    Vielleicht ist der text zu lang? Ich kenne deine kriterien hierfuer nicht. Du kannst ihn ja auslagern.

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  2. Joachim Bode schreibt:

    Wie schon oft frage ich mich: Gibt es einen zuverlässigen Test von Veröffentlichungen auf mögliche Urheberschaft z.B. der CIA? Wenn der Text zu glatt erscheint, die Verfehlungen nur einer Seite darstellt? Solche Texte erinnern mich fatal an unzählige Klageschriften auf meinem Schreibtisch, die sich dann im Laufe des Verfahrens im wahrsten Sinne des Wortes als einseitig, oft auch als falsch herausgestellt haben.

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    • kranich05 schreibt:

      Lieber Joachim,
      für den Freund, der zu dieser Gruppe gehört und mir den Text gab, lege ich die Hand ins Feuer.
      Ich weiss auch, dass er langjährige Beziehungen zu „echten NicaraguanerInnen“ hat.
      Über die Gruppe (deren Vorläufigkeit er betonte) und über den oder die Hauptverfasser der Erklärung kann ich dennoch nichts sagen.
      Willis Kommentar entnahm ich, dass diese Erklärung an medico international gerichtet ist.
      Und bei dieser RHO gehen bei mir alle Warnlichter an.
      Gruß

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      • kranich05 schreibt:

        RHO=RegierungsHilfsOrganisation

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      • Joachim Bode schreibt:

        Infos von vertrauenswürdigen Freunden („Hand ins Feuer“) ordnet der Jurist als besonders kritisch zu prüfen ein.

        Zusammenfassend WIKI:

        Hörensagen ist etwas, das eine Person nur aus Erzählungen anderer erfahren hat.
        Umgangssprachlich bedeutet die Redensart das ist nur Hörensagen, man könne auf diese Mitteilung nicht bauen. Der deutsche Ausdruck entspricht in etwa der lateinischen Wendung relata refero.
        Das bundesdeutsche Rechtssystem kennt den Begriff „Zeuge vom Hörensagen“. Der Beweiswert eines solchen Zeugen ist besonders kritisch zu prüfen, wie das deutsche Bundesverfassungsgericht am 19. Juli 1995 – im Zusammenhang mit dem fairen Verfahren nach § 261 Strafprozessordnung in Verbindung mit dem Art. 20 Abs. 3 Grundgesetz – urteilte….

        – was übrigens jeder anständig ausgebildete Jurist auch ohne das Bundesverfassungsgericht schon lange vorher so gehandhabt hat.

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        • Joachim Bode schreibt:

          Nur ergänzend: Der Zeugenbeweis ist unter allen Beweismitteln mit Abstand der schlechteste und schwächste. Das wird in viel zu vielen Urteilen verkannt, weil sich die Richter aus Angst oder/und Faulheit vor einer fundierten Auseinandersetzung mit der Zeugenaussage drücken.

          Das klingt dann z.B. so: „Der Zeuge xy hat überzeugend“ – !!!, deshalb heißt er ja auch Zeuge! -“ dargelegt, dass er vom Beifahrersitz aus gesehen und sogar durch das Ticken gehört hat, wie der Kläger genau 17 Meter vor der Unfallstelle den linken Fahrtrichtungsanzeiger gesetzt hat…..“

          Hahaha. Man könnte auch weinen.

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      • fidelpoludo schreibt:

        Zu „medico international“ und ihr spezifisch ausgerichtetes Engagement (für welche Lösung?) in Syrien (Warnlichter ick hör euch trapsen!):
        https://www.hintergrund.de/politik/welt/keine-rede-von-einer-politischen-loesung/
        Hier kann in allen Einzelheiten nachgelesen werden, welche Ziele mit welchen Mitteln in Syrien erreicht werden sollten (und nicht zuletzt, welche „linken“ Bewegungen und „Intellektuelle“ die Gelegenheit nutzten, sich gtündlich zu blamieren). Nur einige wenige Zitate – die uns mit Blick auf Nicaragua stutzig machen sollten:

        „Die demokratischen Proteste gegen das Regime von Baschar al-Assad hätten sich in Aufstände öffentlicher Trauer und Empörung verwandelt, heißt es in ihrem Aufruf „zum zivilen Widerstand“, den AaR und Medico International unter dem Titel „Freiheit braucht Beistand“ verbreitet haben. „Nahezu jede Demonstration wurde ein Begräbnis und jedes Begräbnis eine Demonstration“, ist weiter darin zu lesen. „Die Shabbiha-Sondereinsatzgruppen des Regimes begingen gezielte Massaker, ausländische Kämpfer kamen ins Land. Es begannen Häuserkämpfe um ganze Stadtviertel und Ortschaften; blutige Anschläge und tägliche Luftangriffe des Regimes forderten ungezählte Tote. Die Armee schreckte nicht vor dem Einsatz von Streubomben in Wohngebieten zurück. Heute gleichen große Landstriche Syriens einem Alptraum im Wachzustand.“ Diese Schilderungen können von unzähligen Augenzeugenberichten, Reportagen von Medienvertretern, Handykamera-Fotos und Youtube-Videos bestätigt werden. Syrien verwandelt sich seit März 2011 mehr und mehr in ein Schlachthaus. (…)

        Aber die ausländische Kämpfer und ihre brutalen Anschläge würden in dem Medico- und AaR-Appell nur „nebenbei erwähnt“, nicht die Angreifer für die Zerstörungen, die Toten und die Flüchtlinge mit verantwortlich gemacht, sondern allein Assads Armee. (…)
        Für schlichtweg falsch hält Guilliard auch, dass AaR und Medico unisono mit der Bundesregierung und den etablierten Medien der Assad-Regierung jeglichen Verhandlungs- und Reformwillen absprechen. „Der Westen hingegen wird nur milde getadelt.“ (…)

        Zu den Partnern der Adopt a Revolution-Initiative, die Ende 2011 ins Leben gerufen wurde, gehören nicht nur Medico International, die Bewegungsstiftung, der Bund für Soziale Verteidigung, das Komitee für Grundrechte und Demokratie, sondern auch die islamistisch geprägte Syrian Revolution General Commission (SRGC): Ein Zusammenschluss von 44 oppositionellen Gruppen, der nach eigenen Angaben „alle Vorstellungen von allen Revolutionären, allen Koalitionen und Koordinatoren vertritt, die gemeinsam an erster Stelle das Ziel verfolgen, das repressive und schändliche Regime zu stürzen“ (…)

        Die SRGC will offenbar bis zum letzten Blutstropfen kämpfen, lehnt jegliche Verhandlungen mit der syrischen Regierung strikt ab und hat sich zum Ziel gesetzt, „das Regime bis auf die Grundmauern und mit allen seinen Symbolen zu stürzen“. (5) Alles andere betrachtet die SRGC als Verrat an dem, was sie unter „Revolution“ versteht. An die Arabische Liga richtete sie im August die unmissverständliche Warnung: „Wir wollen Euch daran erinnern, dass jegliche Initiative, die zu einem Dialog mit dem kriminellen, terroristischen Regime aufruft – das unterdrückerisch auf den Schultern des syrischen Volkes lastet und an dem dessen Blut klebt – und nicht ausdrücklich die Illegitimität des Regimes erkennt, darin versagt hat, die Ansprüche des syrischen Volkes zu befriedigen und ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.“ (…)

        die Verlautbarungen von Ferhad Ahma aus dem AaR-Beirat, (…) der ausdrücklich einen Angriffskrieg gegen Syrien forderte (…) „Um die Zeit zu verkürzen und das Leiden der Menschen zu verkürzen, muss den Rebellen geholfen werden, auch im Sinne von Ausstattung mit Waffen und anderer, besserer Technik.“ (…) Hinter der Kulisse eines angeblichen „zivilgesellschaftlichen Engagements“ arbeitet Ahma längst engstens mit der Bundesregierung zusammen an einem Konzept mit dem Namen „The Day After“ – einem Marshallplan für Syrien – für die Gestaltung der „Post-Assad-Ära“ nach den Vorstellungen des Westens. (…)

        Der Friedens- und Konfliktforscher Mohssen Massarrat hält den Syrien-Appell für „inakzeptabel“ und rät eindringlich, ihn nicht zu unterzeichnen. Die „ganze politische Stoßrichtung des Aufrufs zielt ausschließlich auf die Gräueltaten des Assad-Regimes und lässt damit einen regime change suggestiv als alternativlos erscheinen. (…)
        Auch die International Peace Initiative for Syria kritisiert Adopt a Revolution: „Das Problem des Aufrufs ist nicht so sehr, was er sagt, sondern was er nicht sagt. Wenn man sich vor Augen führt, dass eine Lösung nur im Lande selbst herbeigeführt werden kann, muss man auch klar benennen, welche ausländischen Interessen im Spiel sind“, erklärte Kampagnen-Sprecher Wilhelm Langthaler gegenüber Hintergrund. „Hier von einer ,anhaltenden Selbstblockade im UN-Sicherheitsrat‘ im Zusammenhang mit der UN-Mission zu sprechen, wie es im Aufruf heißt, bedeutet die Verantwortung des Westens und seiner arabischen Partner wie Saudi-Arabien, Katar u.a. für das Scheitern nicht nennen zu wollen. Und damit wird auch der Kern des Problems sichtbar: Von einer politischen Lösung ist im Aufruf keine Rede.“

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      • fidelpoludo schreibt:

        Hier genau fehlen zwei Antworten: eine längere, die sich mit medical international befasst und nicht freigeschaltet wurde, und eine zweite, die, obwohl direkt freigeschaltet, jetzt zusammen mit der ersten ganz verschwunden ist.

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    • Clara S. schreibt:

      „Das der blog so extrem ins kleinbuergerlich-spiessige abdriftet, war ja nicht beabsichtigt [von wem? fragt Clara] und auch zuerst nicht absehbar. Bei den Freidenkern habe ich das gleiche erlebt. So zeigt sich, dass immer hinter den maskeraden sich ein anderes gesicht versteckt. Und das definitiv mit links/rechts nichts zu tun. Es ist eine persoenliche eigenschaft.“
      Ist das also der Hauptpunkt der Auseinandersetzung – kleinbürgerlich-spießig vs. revolutionär?

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  3. fidelpoludo schreibt:

    Diesen Text, der auf die für mich nicht akzeptable Diffamierung von Peter König und Abby Martin anrwortet (willi uebelherr schreibt: 26. August 2018 um 00:23), sehe ich hier an einer treffenderen Stelle angebracht. Weil der Angriff mit dem Begriff der „billigen Ebene der Geostrategen“ ja noch weit über die genannten Personen hinaus geht. Linke Positionen, die ich teile, sollen ja nicht nur unterdrückt oder weggelassen, sondern gezielt unter Druck gesetzt werden. Daß bei manchen bei der Wahrnehmung bestimmter RHOs (RegierungsHilfsorganisationen) „alle Warnlichter“ angehen, würde – meiner zuspitzend polemischen Gegenargumentation zufolge – den herausgearbeiteten Verdikten über die „Billigkeit“ der „Ebene der Gestrategen“ und ihrer Verteufelung ebenfalls unterworfen und der „Billigkeit“ „überführt“ werden müssen. Zum Glück hat Klaus-Peter mit seinem editorischen Eingriff in Willis Text diesen dennoch nicht unlesbar gemacht. Ob meine Zitate also verfälscht sind oder nicht, kann jeder, den es interessiert, abgleichen. Meine Form der Edition an Willis Text wäre gleichzeitig die mir als angemessen erscheinende (Pauschal-)Kritik daran. Mögen – nach Klaus-Peter – alle anderen für sich entscheiden, was daran „Seelenbeschreibung“ sein könnte und was nicht. Vielleicht ist an manchen Stellen der Übergang von „polemischer Zuspitzung“ (die Willi ja immer wieder für sich in Anspruch nimmt) zur bloßen „Seelenbeschreibung“ sehr schwer zu bestimmen. Ich lege mein Schicksal vertrauensvoll in Kranichs Hände.

    — Die „billige Ebene der Geostragen“—
    Die „Billigkeit“ dieser „Ebene der Geostrategen“ ist ablesbar daran, wie sehr sie von den Mainstream-Medien wie billig Brot oder Freibier unter die Leute gebracht und verbreitet wird, wie für sie kostenlose bis einträgliche Propaganda – mit so erhebenden Labels, vom Antiamerikanismus bis zum Verschwörungstheoretiker, alternierend noch (wenn irgendwie an den Haaren herbeiziehbar) gewürzt mit einer wohldosierten Prise von Antisemitismus – gemacht und verbreitet wird. Wer bietet weniger? Vielleicht Willi?
    Peter König, der „sich in den ‚elitären Kreise‘ abschottende“, der durch seine angebliche Befindlichkeit „in den Ghettos des Establishments“ schon seine Wahlverwandtschaft mit den Eliten der „Gated Communities“ mehr als transparent kund tut, dieser sich mit Schaum vor dem Mund ereifernde „Schaumschläger“ soll es doch tatsächlich gewagt haben, eine E-mail von Willi Übelherr unbeantwortet zu lassen. Wenn das – oder der Anspruch auf eine Antwort? – nicht Bände spricht! Hatte Willi ihn doch so sehr „geschätzt“ wegen dessen („billigen“) „geostrategischen Analysen“, die „ja immer sehr wertvoll“ seien, „aber“ – welchen Nachteil Willi mit seinem Wissen zu beheben trachtete – eben „keine Perspektiven enthalten“ und den „Un- und Wahnsinn“ „nur beschreiben“.

    Man wüßte gerne, welche Perspektiven sich durch seine „Sichtweise der ‚offenen Venen’“ eröffnen und sich von der Eduardo Galeanos unterscheiden, die sehr deutlich macht, (übrigens in weitester Übereinstimmung mit Peter König und Abby Martin), von wo seit 400 Jahren das entsetzliche Chaos der Kolonialherrschaft ausging und auf welcher Seite die Heuchler (in den Mainstream-Medien versammelt und zur gefälligen Worterteilung geschubst) selbstgerecht die Augen davor verschließen. Noch in der Neuauflage seines Buches (deutsch: „Die offenen Adern Lateinamerikas“) in 2009 finden sich erhellende Sätze wie „Wir Lateinamerikaner sind arm, weil der Boden, auf dem wir gehen, reich ist“ und „der Auto bedauert, dass diese Seiten nicht an Aktualität verloren haben.“ Und diese Aktualität soll nichts mit dem imperialistischen Interventionismus der USA (den wir nach Willi „immer haben werden“ – und deshalb als zunächst zu vernachlässigende Größe zu betrachten hätten) mehr zu tun haben? (Dieser Galeano! Was für ein Schwätzer – vor Willis Herrn – aber auch! Er gehört – zusammen mit all den elitären Peter Königs und Abby Martins – zurück in die Steinzeit gebombt. Wie alle anderen auch, die nicht gleich „G3 bereit stehen“, die Ortegas, die Maduros dieser Welt in die Ahnenfolge der Saddams, Gadaffis oder auch des „Machthabers“ Baschar al-Assad einzureihen – nach erfogreich erfolgter gründlicher weltweit inszenierter Verteufelung und Dämonisierung selbstverständlich (Putin und das Regime der Mullahs, wahrscheinlich noch vor ihm, stehen auf der demnächst noch konzentrierter abzuarbeitenden Liste – wiewohl seit geraumer Zeit in nicht wenigen Ansätzen schon in Angriff genommen). Sich auf diese „billige Ebene der Geostragen“ einzulassen ist eben „elitär“ und „weltfremd“. Soll niemand es wagen, auf „solchen Blödsinn“ hereinzufallen. „Naiv“ ist nur der Anfang einer Eskalation der inszenierten Form von Neusprech, der wir ausgesetzt werden sollen bis zur bedingungslosen Aufgabe.

    Eine Stufe weiter findet sich der Vorwurf, dass diese der Realität so völlig Unkundigen sich auch noch erdreisten, für ihre Bücher und Vorträge – um deren Herausgabe, Veröffentlichung und Inszenierung sich die MSM reißen – auch noch schändliches Geld zu nehmen. Wir sollten Selbstkritik ablegen und Reue tun und und dem Aufruf folgen:
    „Reih Dich ein in die United-Forces-Front!“ aus Military-Industrial-Security-Complex, den Multinationalen Konzernen, den Geheimdiensten, den Großbanken, nicht zuletzt weiten Teilen der Mainstream-Medien und den ihnen zuarbeitenden und sie wie die Mücken das Licht umschwirrenden restlichen Kapital- und Bürokratiefraktionen.

    D e m Weg möchte ich tatsächlich – wie konntest Du es erraten? – nicht folgen, weil „Aufstehen“ anders geht und aussieht.
    (Deine „billige Ebene der Geostrategen“ wäre übrigens beispielhaft neu zu besichtigen in der neuesten Version von KenFM-Positionen-15. Aber Vorsicht! Sie ist nicht in einer abgerissenen Hütte in Lateinamerika aufgenommen worden. Sie ist schon allein technisch zu perfekt inszeniert, um wahr zu sein. Und alle, Schaum schlagenden, billig zu habenden, um die Wette kalauernden, sich abschottenden, ihre Flugtickets für eine Absetzung in die USA in der Tasche verwahrenden („vielleicht wegen der dort bestehenden Infrastrukturen für Video/Audio-Produktionen“) Teilnehmer an diesem weisen die Annahme von Geld für ihre Bücher und Vorträge nicht angeekelt ab … So ein Ding aber auch!

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  4. Joachim Bode schreibt:

    „….. während zeitgleich Frauenrech- te massiv beschnitten wurden, mit der Kirche und dem in- und ausländischen Großkapi-tal paktiert und die neoliberale, umweltzerstörende und Armut zementierende Wirt- schaftspolitik fortgeführt wurde.“

    Jetzt wird mir klar: Angesichts solcher Politikinhalte liegt es doch auf der Hand, dass die USA die Regierung Ortega unbedingt an der Macht halten wollen/müssen. Wie konnte ich nur glauben, dass die USA die Regierungsgegner unterstützt!

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    • fidelpoludo schreibt:

      Wie konntest Du nur…?
      (Nicht nur im Iran-Irakkrieg wurden beide Seiten – auf die Breite, auf die Länge, auf die Höhe und auf die Dauer – unterstützt. U.a. weil: Sie ham’s ja!)

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      • Joachim Bode schreibt:

        Danke für den Hinweis.
        Nur: Mit den Chamorros und Konsorten steht in Nicaragua die aus Sicht der USA zuverlässigste – dritte – Gruppierung für Förderung zur Verfügung.
        Immerhin gibt es da historisch feste und bewährte Beziehungen.
        Aber wenn es um Destabilisierung geht, könnte man sogar noch einen IS in Mittelamerika fördern. Nur: Dann ist die Grenze zu den USA nicht mehr allzu weit….
        Aber auch das dürfte denkbar und machbar sein, gehört doch inzwischen selbst die Mutter allen Terrors (nein, – nur – hier mal nicht die USA!) AlQaida zu den Empfängern us-amerikanischer Wohltaten.

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        • fidelpoludo schreibt:

          Nun ja, Empfänger oder Spender? Mutter und/oder Vater allen Terrors? Verführung oder Vergewaltigung? Sind Eizellen so leicht zu transportieren und vor allem zu multiplizieren wie Spermien? Befruchtete Eizellen haben lange dran zu knapsen. Die Spermien – genug sind sie ja (zum Glück aber höchst labil und sterblich, wenn sie nichts finden, um sich festzusetzen) suchen sich Um- und Abwege – wenn es dumm läuft weltweit – und nageln Eizellen an ihrem jeweiligen – höchst empfangsbereiten – Ort fest. Heraus kommt Terror, den der Vater des Terrors zwar gesät hat und der – bei genauem Hinsehen – auch aussieht, „dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten“, nur macht der Terror soviel Angst, dass nur wenige in der Lage sind, genauer hinzuschauen. Mit der Ähnlichkeit bleibt sein Ursprung unentdeckt. Es sei denn die ständigen Wiederholungen stumpfen die Angstsinne ab und heben den Schleier mehr und mehr, weil eingesehen werden kann, dass „Augen zu und durch!“ auf die Dauer nicht nur nicht hilft, sondern langweilig wird. Auf der sozialen Ebene muß der Vater nicht ewig so unsicher bleiben wie auf der biologischen. Der Baum ist fruchtbar noch und durchaus erkennbar, von dem der Apfel fiel. Man muss nur den Blick vom Boden heben, aufsehen und aufstehen.
          Ganz schön kryptisch unser Dialog, wa? ( Das den ja keiner heimlich mitliest! Dat iss ansteckend!)
          Was meinst Du Joachim?
          Aber Du warst hier das Spermium und ich die Eizelle – damit das ein für alle mal klar ist!
          Bin ich jetzt völlig und zu weit abgefahren, abgebogen, abgehoben?
          (AlQuaida eine verzweifelt Jungfrau auf der Suche nach dem Big Spender? So ist der Feminismus noch nie – politisch völlig unkorrekt – diffamiert worden. Willi wird triumphieren: Leute! Habe ich es Euch nicht gleich gesagt? Spinner eben! Aber, Joachim, was geht Willi unser Zwiegespräch an? Unser Schmu von heute?)

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          • Joachim Bode schreibt:

            Hab mich wegen massiver Arbeitsbelastung (u.a. Wasserschaden…) jetzt erst wieder einloggen können. Ja, viel Lesestoff…. Melde mich später.

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        • willi uebelherr schreibt:

          „Aber auch das dürfte denkbar und machbar sein, gehört doch inzwischen selbst die Mutter allen Terrors (…) AlQaida zu den Empfängern us-amerikanischer Wohltaten.“

          Die mutter allen Terrors ist das roemische Staatsrecht, der staatlich organisierte terror. Private oder religioes definierte gruppen sind da eher beiwerk.

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          • kranich05 schreibt:

            „Das Recht“ kann ohne Leute, die es durchsetzen oder brechen, gor nix.
            Praktisch wirksame Leute dagegen – und zwar sowohl in der ökonomischen Basis als auch im politischen Überbau (oder in „geistigen Sphären“) tätige – sind materiell wirksam. Ihre (komplexen) Bedingungen und Interessen zu erforschen, bemühen sich Anhänger des Historischen Materialismus.

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          • fidelpoludo schreibt:

            Lieber Willi, jetzt machst Du aber mit einer lässig leichten Geste ein neues Fass auf, in das zu lotsen Du bei Lutz eher fündig werden dürftest als bei mir. Nur dies eine: Das Römische Staatsrecht war an historische Entwicklungen gebunden und hat selbst einige Entwicklungen durchgemacht. Nicht undenkbar, dass seine Anfänge gerade mit einer Abwehr von „Terror“ in einem weiteren Sinne des Begriffes im Zusammenhang standen. Seine Nachwirkungen gilt es mit Sicherheit genauer zu betrachten. Aber das „arme“ Römische Recht dafür verantwortlich zu machen, dass es – oder nur eine bestimmte Auslegung – von interessierten Kreisen benutzbar war und möglicherweise weiter ist, geht mal wieder treffsicher am Punkt vorbei. Das Bewußtsein bestimmt also – und ist ursächlich für – das „terroristischen“ Sein?

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          • fidelpoludo schreibt:

            Und nur noch diesen einen Satz:
            Der „Terror“ ist mit Sicherheit weit älter als das Römische Recht. Auf die Aufführung des Kunststücks, wie das Kind seine Mutter zur Welt bringt, werden wir wohl noch lange warten müssen.

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  5. kranich05 schreibt:

    Hey Jungs, wir hatten auch mal ’nen „Volksaufstand“ oder Volksaufstand in der DDR. Das war am 17. Juni 1953. Ich war damals 13 und habe Etliches davon mitgekriegt. Mein (späterer) Freund Kurt, sechs Jahre älter als ich (schon wieder ein Freund, für den ich die Hand ins Feuer lege ;-)), studierte damals bereits in Berlin und war SEHR nahe dran.
    Die damaligen Unruhen wurden heftig vom Westen gefördert. Sprichwörtlich die Rolle des RIAS, maßgeblich mittendrin Egon Bahr (https://www.deutschlandfunkkultur.de/bahr-rias-war-katalysator-des-aufstandes.945.de.html?dram:article_id=132181), aber auch die Rolle der USA nach Stalins Tod.
    Trotzdem waren die Unruhen wesentlich und in letzter Instanz eine Folge der inneren Ursachen; der DDR und der SU.

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    • fidelpoludo schreibt:

      1953 hatte die CIA ihre heutige Form noch lange nicht gefunden und es stand ihnen weder der „War on Terror“, die volle Ausbildung des Deep States, noch die neoliberale Ideologie zur Verfügung, geschweige denn die Raffinessen der Infiltration und Kreation von NGOs. Auch die Auswahl und das Konzept ihrer „Economic Hitmann“ befand sich, wenn überhaupt, noch in den Kinderschuhen.

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  6. fidelpoludo schreibt:

    Um eines klar zu stellen: Ich will – trotz meiner Polemik – Willi seine guten Absichten keineswegs abstreiten und sein Recht, auch andere Meinungen zu dem, was sich in Nicaragua wirklich abspielt, zu kritisieren, aber diese seine Kritik sollte sich in einem sachlichen Rahmen halten, der gewisse Grenzen („naiv“, „Kalauer“, „elitär“, „weltfremd“, dummes Geschwätz“, „Schaumschläger“; alles zusammen auf den verheerenden Begriff der „billigen Ebene der Geostrategen“ zu- und überspitzend) nicht überschreiten.
    Ich sehe schon das Problem, dass letztenendes am Umfang des Volksaufstandes mehr dran sein könnte als mancher bisher wahrhaben wollte und konnte. Aber wild auf die einzuschlagen, die vielleicht am ehesten zum Eingeständnis einer Fehleinschätzung oder eines Irrtums bereit wären, halte ich für völlig daneben und der Sache, der sie zu dienen bereit ist, nur schadet. Die Verdienste, die sich eine Menge der Leute, auf die eingeschlagen wird, in der Vergangenheit und in der Gegenwart erworben haben, jetzt auf einmal völlig in Abrede zu stellen, geht gar nicht.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Lieber Fidelp, dein Einwand ist berechtigt. Aber beides, deine wahrnehmung und meine, sind subjekiv. So wie ich es grundsaetzlich ablehne, die verantwortung auf die akteure nach aussen zu verschieben, so willst du die aeusseren akteure fuer das geschehen verantwortlich machen. Und auch 1953 war es das gleiche in der DDR.

      Alle diese sich „links“ nennenden oder „progressiv“ genannten staatsakteure bereiten das bett fuer die einmischung. Und das sehe ich und habe es gesehen und erlebt. Du agierst auf vermittelten kommentaren. Aber selbst a ist es moeglich, wenn wir selbst einen klaren blick haben.

      Immanuel Wallerstein hat einen kurze wuerdigung zu Samir Amin, Aegypter, verteilt in seinem blog. Beide haben auch mit Andre Gunder Frank zusammengearbeitet.
      Samir Amin: Comrade in the Struggle
      https://www.iwallerstein.com/samir-amin-comrade-in-the-struggle/

      Wenn wir selbst keine kriterien zur pruefung eines textes haben, worauf ruht dann unsere beurteilung? Titel? Preise? Staatliche oder institutionelle Anerkennung?

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      • kranich05 schreibt:

        Ich halte die Vertretung beide gegensätzliche Positionen – da Willi, dort fidelp und Joachim – (ich halte mich ja etwas ‚raus, obwohl ich bezüglich Nic./Ortega mehr zu Willis Sicht neige) für berechtigt. Auf beiden Seiten sehe ich bedenkenswerte, mehr oder weniger stichhaltige Argumente. Könnte es nicht sein, dass der Streit objektiv momentan nicht entscheidbar ist? Könnte es nicht sein, dass wir einen (theoretischen) Ebenenwechsel brauchen, um einen „archimedischen Punkt“ zu finden?
        (ich habe bereits einmal eine Verbindung Stalin-Ortega hergestellt, die aber nicht viel gebracht hat.)
        In Kürze beginnt in meinem Blog eine Beitragsfolge über Martemjan Rjutin. Zumindest in meinem Kopf existieren Bezüge zu dem uns umtreibenden Problem.

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        • Lutz Lippke schreibt:

          Was hier im Blog noch auf argumentativer, aber auch schon persönlich zugespitzter Weise abgehandelt wird, steht am tatsächlichen Ort der Handlungen in einer lebensgefährlichen und explosiven Mischung auf der Tagesordnung. Irgendwann tritt die Sache, der Anlass in den Hintergrund und die persönliche Fehde beherrscht das Geschehen und fordert ultimative Antworten. Menschen vor Ort dagegen sterben und verlieren ihre Hoffnungen auf eine friedliche und gerechte Lösung ihrer Probleme. Vom Alten sowieso enttäuscht, aber auch vom Neuen über die Zukunft getäuscht. Wer hat wen provoziert, wer hat wann was angefangen, welche und wessen Interessen werden tatsächlich verfolgt? Das sind sicher notwendige Tatsachenfragen zur Aufklärung, solange man Voreingenommenheit und Gewissheiten versucht herauszuhalten.

          Wer hat und ist im Recht? Welche ist (meine) richtige Seite? Wer ist schuldig?
          Das sind gerade bei unübersichtlichen Verhältnissen Gesinnungs- bestenfalls Glaubensfragen, die einfache Zuordnungen von „richtig“ und „falsch“ ermöglichen sollen.
          Wer seine Antworten anderen ultimativ vorgibt, verlässt jedenfalls die sachliche Ebene.
          Einfache, vollständige und damit auch klar überzeugende Antworten sind sowieso schwer zu finden. Wofür brauchen wir das? Erfordert die Situation denn überhaupt eine radikale Gesinnungs- oder Glaubensentscheidung oder „reicht“ ehrliche Aufmerksamkeit mit dem Fokus auf mögliche Wege aus Gewalt und Zuspitzung? Was will man denn als weitgehend Außenstehender erreichen? Partei ergreifen, sich einmischen, irgendwie dabeisein, dem Richtigen ohne eigenes Risiko endlich zum Sieg verhelfen?

          Ich möchte das nicht! Ich möchte Wege unterstützen, die die Klärung von Macht- und Interessengegensätzen nicht in lebensgefährlichen und explosiven Zuspitzungen, Willkür und äußerer Einmischung sucht. Im Gegenteil möchte ich sogar, dass solche Absichten oder auch aus der Not heraus begangene Abwege in Gewalt und Willkür bestmöglich unterbunden bzw. beendet werden. Das ist wohl schon schwer genug zu erreichen. Unter Umständen, bedeutet das auch einen Frieden (möglicherweise von außen) zu erzwingen, auch für die „Richtigen“ letztlich nicht durchsetzbare Ziele vorerst aufzugeben und vielleicht sogar insgesamt zu unterliegen. Denn, gibt es ein Recht auf die gewaltsame Durchsetzung des „Richtigen“ um jeden Preis? Gibt es vor allem ein Recht, dass „Richtige“ auch gegen Übermächtiges mit der Gewalt des Verzweifelten um jeden Preis heroisch zu verteidigen? Gibt es einen höheren Sinn und Zweck, einen Gott oder anderen Überbau, der Krieg, Mord und Totschlag für die richtige Sache rechtfertigt und von mir ein Bekenntnis dazu erwartet? Ich merke, dass diese Fragen ganz allgemein auch etwas mit dem Schlagwort „Revolution“ zu tun haben.

          Passen Aufruhr und Revolution in eine Zeit, in der deklarierte Menschenrechte, das Völkerrecht, formale Demokratien und weltweite Beziehungen zumindest theoretisch die Möglichkeit der Einhegung von Machtmissbrauch und eine tendenziell progressive Fortentwicklung der einzuhaltenden Mindeststandards bietet? Warum berufen sich denn sogar autokratische Machthaber und neoliberale Profitgeier offiziell auf Werte wie Menschenrechte, Demokratie und Gerechtigkeit? Weil sie die Macht dieser Deklarationen vielleicht nicht nur erkennen, sondern sogar fürchten? Man stelle sich vor, dass es uns nur darum ginge, diese Werte tatsächlich durchzusetzen. Für und gegen Jeden. Werte, die gar keine offiziellen Gegner hat, die „nur“ zu erlernen und gegen Trittbrettfahrer wie auch falsche Propheten zu verteidigen sind. Vor allem hier. Hier also Demokratie und Gerechtigkeit „in echt“ weiter entwickeln, dessen Qualitätsansprüche auf dem Markt durchsetzen und das Ergebnis als Innovations- und Marktführer in alle Welt exportieren. Friedlich natürlich!

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      • willi uebelherr schreibt:

        Wenn du es nicht mit deinen eigenen worten erklaeren kannst, ist es sowieso nichts wert. Das gilt auch fuer deine anderen kommentare.

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  7. fidelpoludo schreibt:

    „Distorting Past and Present: Reuters on Nicaragua’s Armed Uprising“
    (Vergangenheits- und Gegenwartsverzerrung: Reuters zum bewaffneten Aufstand in Nicaragua)

    Adam Johnson auf „truthdig“

    examined 45 Reuters news articles about the uprising in Nicaragua since April 18, as the London-based wire service, whose news articles are widely reprinted throughout English-language Western media, provides a good sense of the ostensible facts about the conflict as portrayed by corporate journalism. The story conveyed by Reuters is that the Sandinista government is opposed to democracy and human rights in Nicaragua, while the US government supports these things. Various other sources, which may provoke less distrust than a US government led by Donald Trump, were cited in support of this scenario. But a closer look at the picture presented by Reuters reveals numerous distortions about Nicaragua’s past and present.

    Seine Überprüfung von 45 Reuters Nachrichten in der Zeit vom 18. April bis in die letzten Julitage über Nicaragua kamen zu einem verheerenden Ergebnis, das mich freilich nicht überraschte:
    A „very biased reporting about a foreign-backed insurrection.“
    (Eine sehr voreingenommene Berichterstattung über einen vom Ausland geschürten Aufstand)

    Die Zwischenüberschriften der einzelnen Kapitel der Reihe nach:

    (1) Whitewashing the gruesome US track record (Schönfärbung der grausigen US-Erfolgsbilanz)
    (2) Casting doubt on Ortega’s democratic legitimacy (Zweifel an Ortegas demokratischer Legitimität)
    (3) Concealing opposition support for social security cuts (Verheimlichung der Oppositionsunterstützung für Kürzung der Sozialausgaben)
    (4) Hiding violence of ‘mainly peaceful’ opposition (Das Verschweigen der Gewalt einer „überwiegend friedlichen“ Opposition)

    Wer sich für die Details interessiert und sich sich von der englischen Sprache nicht abschrecken läßt, kann es sich hier genauer ansehen:
    https://www.truthdig.com/articles/distorting-past-and-present-reuters-on-nicaraguas-armed-uprising/

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  8. fidelpoludo schreibt:

    Lieber Kranich,
    wie Du feststellen kannst, plane ich – noch klammheimlich – die freundliche Übernahme des Blogs, zunächst in dem ich ihn vollschreibe. Wehre also den Anfängen und schalte nicht mehr so viel frei. Denn wenn ich ihn einmal übernommrn habe, will ich – der vielen Arbeit wegen, die er macht – dann doch nichts mehr damit zu tun haben, entlasse alle Mitarbeiter und versteigere ihn an den Meistbietenden.

    „Jetzt muss nicht nur die „Steinzeit-Linke“ zu Grabe getragen werden, sondern auch noch die „aufgeklärte Rechte“ (Wenn das den Willis dieser Welt mal nicht über den Kopf wächst)

    Am 30. Juli 2018 erschien auf Paul Craig Roberts´ Website dieser hier ins Deutsche übersetzte Artikel, in dem er allen Ernstes den Lateinamerikanern rät, sich doch gefälligst auf Marx, Lenin, Mao und Pol Pot zurück zu besinnen. Die hätten manches besser gewußt. Was Willi den Linken vorwirft, nämlich mangelnden Realitätssinn, wirft er originellerweise den Regierungsführern der lateinamerikanischen Staaten vor: „Ob aus Schwäche oder Dummheit, lateinamerikanische Reformregierungen lassen die wahlbesiegte Unterdrückerklasse und ihre Wirtschafts- und Medienmacht immer unbehelligt.“ Und: „Alle lateinamerikanischen Reformbemühungen haben den törichten Fehler gemacht, die Unterdrückerklasse mit ihren Zeitungen und ihren verräterischen Verbindungen zu Washington zu belassen, einschließlich der Regierung von Präsident Ortega in Nicaragua, . Man könnte meinen, Ortega wüsste es besser. Washington hat seit der Reagan-Regierung versucht, Ortega und die Sandinistas loszuwerden. Seine Regierung hat den letzten Putschversuch unter Führung Washingtons überlebt, aber Washington steckt mehr Geld in die Bemühungen.“

    Ich lasse Gnade vor Recht ergehen und bringe hier nur die erste Hälfte seines kurzen Textes. An dem Rest könnt Ihr Euch hier vergnügen:
    http://www.antikrieg.eu/aktuell/2018_07_30_dieusa.htm

    Die USA sind die einzige verbleibende Kolonialmacht
    von Paul Craig Roberts

    Die Regierung der Vereinigten Staaten hat niemals unabhängige Regierungen in Lateinamerika zugelassen. Jedes Mal, wenn Menschen eine Regierung wählen, die sie anstelle der wirtschaftlichen Interessen der USA vertritt, stürzt Washington die gewählte Regierung. Marine General Smedley Butler sagte uns dies wie viele andere. Daran besteht kein Zweifel.

    Derzeit versucht Washington, die Regierungen von Venezuela und Nicaragua zu stürzen und hat die ecuadorianische Regierung mit Ölkäufen und den üblichen persönlichen Bestechungsgeldern aufgekauft. Auch die Regierung Evo Morales in Bolivien wird von Washington angegriffen. Dem Obama-Regime gelang es, die Reformregierungen in Honduras, Argentinien und Brasilien abzuschaffen.

    Reformregierungen in Lateinamerika, mit Ausnahme von Castros Kuba, lassen sich immer wieder stürzen. Sie erlauben den Agenten Washingtons, wie der National Endowment for Democracy, der US-Agentur für internationale Entwicklung und verschiedenen sogenannten NGOs, deren Ziel es ist, Washingtons Kontrolle aufrechtzuerhalten und jede Regierung zu stürzen, die sich der Kontrolle entzieht, oppositionelle Gruppen und Medien, die Hand in Hand mit Washington arbeiten, zu organisieren und zu finanzieren, um wieder eine Washington gefällige Regierung einzusetzen.

    Wie Marx, Lenin, Mao und Pol Pot verstanden haben, kann man eine Unterdrückerklasse nicht stürzen, wenn man sie unbehelligt lässt. Ob aus Schwäche oder Dummheit, lateinamerikanische Reformregierungen lassen die wahlbesiegte Unterdrückerklasse und ihre Wirtschafts- und Medienmacht immer unbehelligt. Wenn Washington die Unterdrückerklasse wieder an die Macht bringt, wird den gestürzten Reformern, die normalerweise mit ihrem Leben bezahlen, nie die gleiche Toleranz entgegengebracht.

    Alle lateinamerikanischen Reformbemühungen haben den törichten Fehler gemacht, die Unterdrückerklasse mit ihren Zeitungen und ihren verräterischen Verbindungen zu Washington zu belassen, einschließlich der Regierung von Präsident Ortega in Nicaragua, . Man könnte meinen, Ortega wüsste es besser. Washington hat seit der Reagan-Regierung versucht, Ortega und die Sandinistas loszuwerden. Seine Regierung hat den letzten Putschversuch unter Führung Washingtons überlebt, aber Washington steckt mehr Geld in die Bemühungen. Lesen Sie den Bericht von Kevin Zeese hier: > LINK (auf englischsprachige Seite)

    Wie gesagt, das Vergnügen könnte weiter gehen…

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    • willi uebelherr schreibt:

      Lieber fidelp, P.C.Roberts hat tiefe einblicke und Michael Hudson als freund, mit dem er in stetigem austausch steht. PCR wa ja immer eher als Alt-Right einzustufen. Aber in den letzten jahren hat er einen massiven schwenk vollzogen, weil er sah, wohin die private Kapitalakkumulation notwendig fuehrt.

      Dies nun auf diesen punkt zu konzentrieren, gelingt ihm noch nicht. Aber das wesentliche ist, dass er die inneren triebkraefte immer im auge hat und von daher auch das geschehen untersucht.

      Auch Immanuel Wallerstein und Samir Amin haben die befreiungs-bewegung in Kambodscha anfangs sehr unterstuetzt. I.W. auch die orientierung von Hugo Chavez auf die Comunas. Das gleiche galt fuer Weissbrot.

      Aber irgendwann sehen wir, wenn wir laenger beobachten und tiefer sehen, dass die eigentlichen blockaden von woanders her ruehren. Das werden wir sofort erleben, wenn wir uns in #aufstehen lokal/regional einbringen. Ich kann es nicht zur zeit, weil ich weit ab bin.

      Ich erinnere hier an ein forum der PDL (Partei Die Linke) in Guetersloh fuer Guetersloh und Bielefeld. Thema Finanzsysteme mit Lukas Zeise (FTd und DKP). Lukas Zeise hat meinen diskursbeitrag, dass wir keine Finanzsysteme brauchen, deswegen auch nicht reformieren muessen, anerkannt. Praktisch alle der PDL verwiesen auf ihre partei-dokumente. Denen war der inhalt voellig egal.

      Deswegen haben die initiatoren ganz bewusst keine programmatik erstellt, die heute von machen eingefordert wird. Und dass Manfred Liebel nun eine progammatik fuer Nicaragua vorschlaegt, die er selber in seinem eigenen umfeld niemals anwendet, ist ja mehr als laecherlich.

      Ich will darauf hinweisen, dass es einfach ist, sich ueber die anderen zu entruesten, weil sie sich zu wenig „geo-strategisch“ orientieren. Fuer die menschen in Nicaragua geht es um ihre lebensgrundlagen. Das gleiche fuer Venezuela. Und wie wir den raub an der gemeinschaft Deutschland wieder aufloesen, koennen nur die menschen in der region Deitschland selbst bestimmen.

      Ueber 100.000 haben sich registriert. Ueber 90% der PDL unterstuetzen #aufstehen. Fuer die PDL hat das extreme konsequenzen. Uber 50% bei den Gruenen. Auch da wird es ernst. Das heisst, alleine das bild #aufstehen treibt die parteien in eine existenzielle krise, weil die mitglieder sich etwas anderem zuwenden, um fuer ihre fragen zur zukunft und stabilen materiellen lebensgrundlagen antworten zu finden.

      Aber diesen bezug zur lebensbasis habt ihr alle noch nicht. Ihr agiert noch im gestruepp des politischen ueberbaus. Selbst das KPD verbot in der BRD mit dem parallelen aufstand in der DDR und den prozessen gegen die „Aufbau“-bewegung koennten uns helfen zu verstehen, was das streben zur zerstoerung der Selbstorganisation erzwungen hat. Erich Honecker hat das ja nicht aus „lust und liebe“ gemacht.

      Die „Enteignung des Privaten“ ist bestimmt in vielen bereichen eine notwendige vorraussetzung, um offene handlungsraeume zu erwirken. Auch „Alle Macht den Raeten“ ist ein wichtiges instrument. Aber das wesentliche, die Selbstermaechtigung zur Selbstorganisation“ ist damit noch nicht gegeben. Es bleiben methoden und instrumente auf dem weg dorthin.

      Du siehst ja selbst, lieber fidelp, wie schwer wir uns in diesem kleinen kreis „aufgeklaerter DenkerInnen“ tun. Auf welche trivialen ebenen das wesentliche abschmiert. Das ist eine grundsaetzliche methode aus einer oberflaechlichen annaeherung, weil ja doch private interessen dagegen stehen. Da sind wir dann beim „spiessigen Kleinbuerger“, den ich gerne verwende, weil Karl Valentin/Liesl Karlstadt und auch Wolfgang Neuss, aber auch Georg Schramm sich ihm zuwendeten.

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      • kranich05 schreibt:

        „das wesentliche, die Selbstermaechtigung zur Selbstorganisation“ ist ein Luftgebilde, verankert an Luft – korrekter: luftiger Rhetorik.
        An Politik, Staat, Recht, Theorie usw usf ankert es nicht. Dies alles sei ja nur Gestrüpp.
        Es ankert lt. Willi an den „materiellen Lebensgrundlagen“. Das klingt dem flüchtigen Leser gut im Ohr. Denn es scheint an das Handfeste – die Natur – anzuknüpfen und an das, was Marx „die materielle Basis“ nennt.
        Doch Letzteres ist eine gewollte oder ungewollte Irreführung. Vom theoretischen Reichtum des marxistischen Begriffes „materielle Basis“ hat Willi keine Ahnung oder er ignoriert ihn oder beides.
        „materielle Lebensgrundlagen“ umschreibt er ziemlich vage mit „lokaler Ökonomie“, teils in Kombination mit irgendeiner „regionalen Ökonomie“. Unsere kürzliche Diskussion über Selbstversorgung hat gezeigt, dass bei diesen Themen, wenn es konkret wird, von Willi wenig mehr als heiße Luft kommt.

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    • kranich05 schreibt:

      Kraniche sind oft „schwer von Kapee“ und sie hören schlecht (freche, durch nichts gestützte Behauptung von mir) aber sie blicken ziemlich weit.

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  9. fidelpoludo schreibt:

    Wie gesagt: „Wehre den Anfängen!“

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  10. Clara S. schreibt:

    Die Vehemenz der Auseinandersetzung, die auch diejenigen, die die Debatte ohne zu kommentieren verfolgen, sicherlich nicht kalt lässt, deutet darauf hin, dass es hier um ziemliche wichtige Grundpositionen und /oder einschneidende Erfahrungen geht. Ich würde gerne genauer bestimmen welche das sind.

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    • Clara S. schreibt:

      Für mich geht es u.a. um Ent-Täuschungen. Aus Sicht westlicher Linker sicher die Ent-Täuschung über den Realsozialismus über mehrere Generationen. Doris Lessing schildert das in Bezug auf die Verarbeitung des Stalinismus; und in die Zeit gehören auch der 17. Juni und der Ungarn Aufstand. Später ging es um den Prager Frühling; Norman Finkelstein schildert wie er mehrere Wochen krank wurde, wegen der Entlarvung der Vierer-Bande in China; für mich ein I-Tüpfelchen war die fehlende Distanzierung der Linken, denen ich in Deutschland nahestand, vom ‚Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens‘. Fazit: man halte sich von linken Organisationen fern.
      Nach der Wende dann die Ent-Täuschung, dass weder Frieden noch demokratischer Sozialismus einkehrten, sondern das Imperium übernahm – das böse Erwachen beim Jugoslawienkrieg – und uns in die heutige Situation brachte. Hatten die Betonköpfe also doch recht gehabt, dass die Kritik dem Klassenfeind in die Hände spielte?
      Immer ging es auch um Propaganda und Wahrheit – das Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens hatte es so gar nicht gegeben! (Aber gewaltsam unterdrückte Studentenproteste schon).

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    • Clara S. schreibt:

      Heute bin ich froh über die Achse des Widerstands; ich ‚erwische‘ mich dabei, dass es für mich zweitrangig ist, wie es um die Selbstbestimmung der Menschen in diesen Ländern bestellt ist, solange sie nur Stand halten. So kann ich die revolutionären Linken in Syrien respektieren, wenn sie sich für ihre Überzeugung einsperren lassen. Dass sie aber angesichts der Lage im Land an der Forderung nach sofortigem Sturz Assads um jeden Preis festhalten (https://www.adoptrevolution.org/ ), will mir nicht einleuchten.

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    • Clara S. schreibt:

      Damit sind wir bei Willis Grundsatz-Frage: Wie wollen wir leben? Mir scheint, die kann man nicht grundsätzlich beantworten: Manchmal ist einfach Frieden und Ordnung das Allerwichtigste!
      Und die Beobachtung der politischen Entwicklungen führt mich zu dem Schluss, dass Menschen weltweit und vor meiner Haustür sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie sie leben wollen. Mir persönlich unverständlich, wenden sich z.B. viele wieder der Religion zu, und die ‚Russenseiten‘ strotzen nur so vor konservativen Wertvorstellungen, man sagt mir, dass im Iran eine religiöse Form des Sozialismus herrsche, auch Hisbollah organisiert sich auf religiöser Basis, wohingegen China durch ein konfuzianisch geprägtes, super-organisiertes, effizientes Staatswesen glänzt.
      Sicher ist jedenfalls auch hier in Deutschland, dass, trotz aller Kritik an den Realitäten, die wenigsten ihre Lebensverhältnisse radikal neu denken wollen. Wer seine Mitmenschen ernst nimmt, kann sich doch nicht anmaßen, es ‚für Sie‘ besser zu wissen! Womit wir bei der nächsten Ent-Täuschung angekommen wären. Und auch bei der Sammlungsbewegung – ob die enttäuscht, hängt unter anderem von den Erwartungen an sie ab.

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      • Joachim Bode schreibt:

        Deute ich die neuesten Gedanken richtig? Geht es letztlich um das Mitnehmen, Bilden möglichst breiter Gemeinsamkeiten (meinetwegen Ordnung und Frieden, vielleicht -sicher -auch Rechtsstaat)? Wie Brandt schon sagte: Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts…. Und Frieden geht nicht ohne Recht.
        Schließlich geht es um’s (Über)Leben.
        Dann stellt sich die Frage der Wirksamkeit.

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        • Clara S. schreibt:

          Mir geht es auch um Respekt vor den Menschen, die andere Werte haben und Prioritäten in in ihrem Leben setzen als ich. Und in Bezug darauf ist unsere offensichtliche Gemeinsamkeit der Wunsch nach friedlicher Lösung bestehender Konflikte, sonst kann niemand von uns so leben wie er will. Wie das ohne von allen anerkanntes Recht gehen soll, ist für mich nicht nachvollziehbar.
          Wenn ich aber z.B. überzeugt bin, dass z.B. die Umstellung auf erneuerbare Energien oder die Abschaffung der Nato nötig sind, es den anderen aber egal ist, heißt es, sich dafür einzusetzen und zu versuchen, Meinungsterrain zu besetzen.

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    • kranich05 schreibt:

      Hallo Clara,
      als ich diesen Kommentar schrieb
      https://opablog.net/2018/08/25/erklaerung-der-gruppe-nicaragua-solidaritaet-berlin/#comment-130083
      hatte ich Deine letzten Kommentare noch nicht gelesen.
      Mit Deinem Blickwechsel/Deiner Blickrichtung scheine ich völlig übereinzustimmen.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Liebe Clara, ich danke dir sehr fuer dein (ein)-wirken. Du sprachst von 4 kommentaren. Da fehlt doch noch einer?

      „Wer seine Mitmenschen ernst nimmt, kann sich doch nicht anmaßen, es ‚für Sie‘ besser zu wissen! Womit wir bei der nächsten Ent-Täuschung angekommen wären.“
      Ist es jener teil, der fehlt?

      Repraesentation. Wir machen es fuer euch, wir kuemmern uns darum. Lasst uns das tun. Ihr muesst uns dann nur versorgen, weil wir ja dafuer keine zeit mehr haben. Das ist doch das, was uns menschen seit tausenden von jahren durchs leben treibt. Oder, sehe ich das falsch?

      Meine meinung. Wenn wir nicht anfangen, uns zumindest zu ueberlegen, wie wir es selbst in die hand nehmen koennen, dann taumeln wir von einem schrecken in den anderen. Irgendwann sollten wir doch einmal damit beginnen, danach zu fragen, was wir, oder unsere vorfahren, grundsaetzliches falsch machen / gemacht haben, weil wir/sie den bestehenden denkmustern folgen/folgten. Die sogenannte franzoesische revolution ist ja das beste beispiel dafuer. Allerdings auch die Pariser Commune. Und wenn wir uns Gustav Landauer in der Muenchner Raeterepublik ansehen, sehen wir es wieder.

      Ja, ich stimme dir sehr zu. Vieles bei uns hat mit enttaeuschungen zu tun. Oft instinktive abwehr. Auch der dogmatismus, das festhalten an schemen und normen mit ihren regelwerken, Ist nicht das festhalten an staatlich sanktionierten rechtssystemen das gleiche?

      „Frieden und Ordnung“. dem stimme ich sehr zu in meiner definition, wenn es um ordnung geht. Indem ich die gesamte natur als unsere existenzgrundlage anerkenne und damit eine klare referenz existiert, die gesetze der natur, kann sich „Ordnung“ nur darauf beziehen. Alles andere sind resultate oder anwendungen von kopfgeburten.

      Ueberall, wo ich in Latein Amerika unterwegs bin, erlebe ich einen grossen konflikt mit garten, parks und landschaften: Saubermachen, Ordnung herstellen. Absolut antagonistisch zur eigendynamik der natur, Pflanzen, Pilze und Tiere. Und das gilt auch fuer die anorganische natur. Wasser und Wind lassen sich so nicht baendigen, wie wir es oft tun. Und saubermachen? Dem boden den schutz entziehen? Zieh dir mal die haut ab und du wirst sofort erkennen, wie wichtig sie ist.

      Ich hatte mit einer grosen gruppe junger Mayas und ihrem aelteren chef einen riesigen konflikt darueber. Sie ahnten es, das war mir klar. Aber ich hatte sie dabei ueberrascht, wie sie mit Macheten alles zertruemmerten, was sich dafuer anbot. Irgendwann konnte ich ihnen erklaeren, wofuer das laub, das gras, die abgefallenen busch- und baumreste so wichtig sind. So entsteht auch eine ordnung. Aber eine andere, weil sie andere referenzen hat.

      Aber das ganze kennen wir ja sehr gut aus dem deutsch-sprachigen raum. Ich verweise auf die Inigenas, weil ich einen sehr hohen respekt fur ihre lebensphilosophie habe. Allerdings nur dort, wo sie wenig mit den europaeisch verseuchten LatinAs zu tun haben.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Liebe Clara und alle, jetzt will ich mich der angesprochenen Vielfalt zuwenden. Es ist eine ganz zentrale frage.

      Wir sind alle aufgewachsen in strukturen der zentralisierung und monopolisierung, die notwendig die monotonie, den tod anstreben. Wir koennen es im zustand des planeten als auch in den einzelnen regionen sehr gut erkennen. Das ganze getrieben aus der zelebrierung des organisierten Egoismus, unserem frueh-infantilen zustand.

      Dass viele menschen eine andere antwort auf die frage „Wie wollen wir leben“ haben oder finden, deutet offensichtlich auf hohe Vielfalt. Aber in dieser hoch ausgepraegten Vielfalt steckt etwas gemeinsames, etwas einheitliches: Unser koerper, der streng den gesetzen der natur unterworfen ist. Und dieser unser koerper definiert den grossteil dessen, wofuer wir taetig werden.

      Der koerper brauch nahrung, fest oder fluessig. Dem geist ist das egal. Wenn es kalt ist, braucht unser koerper thermischen schutz. Dem geist ist das egal. Wenn wir unseren frei schwebenden geist zur grundlage machen, verlieren wir jegliche basis. Die alternative ist es, den koerper und seinen bedarf zur grundlage zu machen. Auf diesem einfachen schritt ruht letztlich alles.

      In dem, was uns unser koerper diktiert, sind wir praktisch gleich. So folge ich dem satz von Hugo Chavez (er ist sehr alt, ich weiss): Die Einheit in der Vielfalt. Wir versuchen, die Stabilitaet unserer materiellen Lebensgrundlagen fuer Alle zur basis zu erheben. Das schafft uns sofort einen gigantisch grossen raum fuer unser gemeinschaftlich kooperatives denken und tun.

      Jens Berger von NDS hat ja indirekt dieses thema angesprochen:
      Lasst uns Sachsenversteher werden!
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=45722

      Scheinbar existiert da keine Einheit von Augstein jun. mit den menschen in Chemnitz. Aber eben nur scheinbar, weil sich dieser „Lackaffe“ so auffuehrt, als braeuchte er sich um die materiellen lebensgrundlagen nicht zu kuemmern. Er hat ja die sklaven, die fuer ihn alles machen.

      Aber das ist den elitaeren strukturen zu verantworten. Sie schaffen die basis, dass wenige sich nur noch um den konsum kuemmern muessen, weil die anderen, innerhalb und ausserhalb der region, dies zu leisten haben. Und damit das funktioniert, werden staatlich sanktionierte regelsysteme notwendig. Und damit kann sich das private geld- und finanzsytem entfalten und schafft so „ewig waehrende Stabilitaet“. Bis zu dem punkt, wo die raeubergruppen aufeinander losgehen und sich dafuer ihrer sklaven bedienen.

      Und die sklaven sind wir. Immanuel Kant nannte es die „selbstverschuldete Unmuendigkeit“. Wir akzeptieren die Spielregeln, die wir nie bestimmt haben. Auch merkwuerdig, oder?

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      • fidelpoludo schreibt:

        Bisher ist die von Dir behauptete Unabhängigkeit von Körper und Geist so wenig bewiesen wie ihr Zusammenhang. Ein Zusammenhang wird mitlerweile postuliert und für wahrscheinlich gehalten. Auf Descartes „Zirbeldrüse“ wird es kaum hinauslaufen.

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      • Clara S. schreibt:

        Lieber Willi,
        als Philosophie kann ich ja Deine Gedanken nachvollziehen, respektieren und sogar einige bis zu einem gewissen Grad teilen.Nur – wenn ich nicht komplett ‚aussteigen‘ möchte und eine radikal anderes Leben führen (und selbst einige solcher Aussteiger lebenbei uns von Grundsicherung), weiß ich nicht, ob und wie ich daraus eine wünschenswerte Form des menschlichen Zusammenlebens in der Zukunft und politische Forderungen im hier und jetzt ableiten könnte.

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    • willi uebelherr schreibt:

      Liebe Clara, auf deine hinweise will ich noch eingehen.

      kranich05:Snip, weil „Seelengetrampel“

      Die Philosophie, die gechichte des Denkens, lasse ich mal. Weil tatsaechlich sie immer bei uns vorhanden ist. Dass wir hier im thema „Nicaragua“ uns hier so tief vorwagen, ist ja auch nicht zufaellig. In unserer haltung zu Nicaragua kommt sofort die frage auf, auf welcher seite in diesem ringen wir stehen und warum. Und in bezug zu Chemnitz sind wir ebenfalls sofort damit konfrontiert. Und das ist ja auch dein thema:

      „Nur – wenn ich nicht komplett ‚aussteigen‘ möchte und eine radikal anderes Leben führen (und selbst einige solcher Aussteiger leben bei uns von Grundsicherung), weiß ich nicht, ob und wie ich daraus eine wünschenswerte Form des menschlichen Zusammenlebens in der Zukunft und politische Forderungen im hier und jetzt ableiten könnte.“

      Ich habe versucht, deutlich zu machen, dass jede gemeinschaft auf etwas gemeinsamem aufsetzt. Eine Gemeinschaft, die sich nur als spekulative, kuenstlich geschaffene Gemeinschaft versteht, gibt es nicht. Das ist dann eine ansammlung von Egoisten. Eine gemeinschaft entsteht auch nicht durch ausschluss anderer, wie wir es im Faschismus sehen.

      Es geht also gar nicht um „Aussteigen“, sondern eher um „Einsteigen“. Sich bewusst der gemeinschaft zuwenden. Eure Energie-Genossenschaft ist ja ein gutes beispiel. Ein lernfeld, wo sich die wesentlichen elemente eines gemeinschaftlichen tuns heraus bilden.

      Wir kennen sehr gut unsere limitierungen, unsere begrenztheit. Und wir versuchen darin MeisterInnen zu werden, uns da durch zu schlaengeln. Verschieden menschen tragen in sich eine andere lebensvorstellung. Und das ist gut, weil so sich die Vielfalt, eine hoch-natuerliche wesensart des lebendigen, zum ausdruck bringen kann. Aber leider uebersehen wir das gemeinsame, was uns verbindet.

      Dass ich inzwischen in Latein Amerika agiere, hatte mit der vorstellung zu tun, dass die gestaltungsraeume noch deutlich offener sind wie in Europa. Nur, es hat sich als eine truegerische Illusion entpuppt. Heute sage ich eher, bei allen vorzuegen der ungeordnetheit, dass die sperren fuer selbstorganisiertes denken und handeln deutlich groesser sind.

      Stabile umgangsformen unserer sozialen interaktionen entstehen nicht und nie ueber die konstruktion von Rechtsverhaeltnissen. Dieses illusionierende wirken muessen wir komplett ueberwinden. Gegenseitiger Respekt entsteht aus unserem leben. Wenn einzelne menschen ihre privaten interessen steng verfolgen, dann existiert diese gegenseitige anerkennung nicht mehr. Das Rechtssystem ist dann eine illusion. Ein versuch, die skala der individuellen bevorteilung zu legitimieren und nach aussen zu zelebrieren. Es kommt also letztlich darauf an, wie wir agieren und agieren wollen. Hiergreift das Sein, unsere BewusstSeins-Grundlage.

      Manchmal kommt mir die vorstellung entgegen, dass mit der hinwendung zur Gemeinschaft notwendig dies eine abwendung vom Individium notwendig macht. Und das ist voellig falsch. Weil die stabilitaet des Individiums auf der stabilitaet der gemeinschaft aufsetzt. Aber, wenn die menschen real, also ueber ihre materiellen lebensgrundlagen, im netz privater interessen haengen, dann existiert dieser raum des gemeinschaftlichen nicht.

      kranich05: Snip wegen „Seelengetrampel“

      Lutz geht das ja ganz anders an. So wie du ist er getrieben von dem wunsch nach stabilen und klaren rechtsverhaeltnissen. Er deklariert es als unsere grundlage des gemeinschaftlichen und abstrahiert damit von der realen basis, die einzig und allein eine gemeinschaft entstehen lassen kann. Wir sehen eine skala der auspraegung von der Grosstadt zum kleinen dorf und von der norddeutschen ebene zu den Alpen. Historisch sind die Alpengebiete immer das zentrum fuer selbstorganisation. Das gilt auch fuer ganz Latein Amerika mit z.b. dem Andenzug durch Sued Amerika.

      Das ist alles nicht zufaellig. Es hat zu tun mit den konkreten und diskreten anforderungen der materiellen lebensgrundlagen. Aber wir muessen es nicht bei den topografischen bedingungen ruhen lassen. Es gilt nur zu verstehen, was die grundlagen fuer stabile lokale lebensgemeinschaften sind. Und diese gemeinschaften entstehen nie und nimmer aus dem aufruf, eine gemeinschaft zu bilden.

      Nochmal zum Aussteigen. Es ist meist kein neues Einsteigen. Neu-Einsteiger nennen sich nie Aussteiger, sondern eher Umsteiger. Es geht dann darum, auf der basis der anforderungen autonomer lebensweisen im kooperativen verbund in der region echte lebengemeinschaften entstehen zu lassen. Ein gutes beispiel sind 2 projekte in Portugal: Tamera, ein typisches Aussteigerprojekt und Guineo:

      Guineo – Ein ökologisches Siedlungsprojekt im Alentejo, Portugal
      Peer Göring und Lars Wild
      http://www.gemeinschaften.ch/jodir/images/Prasentation_2.pdf

      Das bild im Opablog oben zeigt auf die Aussteigerprojekte. Verwirrte blicke ins leere. Ich kenne Tamera und weiss, dass sie inzwischen verstehen, dass bei ihnen etwas grundsaetzlich falsch laeuft.

      Aber auf der basis von externem geldtranfer und erhaltung von propietaerer hard- und software, mit Ghettoisierung und regionaler abgrenzung, mit der abwehr von „Wissen ist immer Welterbe“ sind keine stabilen lokalen lebengemeinschaften moeglich. So entartet es zu einem „Fuehrerkult“, wo die gruppe dann nur das anhaengsel einzelner ist.

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      • Lutz Lippke schreibt:

        Willi schreibt:
        „Stabile umgangsformen unserer sozialen interaktionen entstehen nicht und nie ueber die konstruktion von Rechtsverhaeltnissen.“

        Wie bei weiteren Aussagen widerspreche ich Willi gar nicht, sondern gehe insgesamt von anderen Voraussetzungen, Begrifflichkeiten und Absichten aus. Zunächst gehe ich schon nicht davon aus, dass echte Konflikte im zwischenmenschlichen und der Ggemeinschaft allein auf Fehlkonstrukten oder Verfälschungen des richtigen Lebens basieren. Willi schreibt dazu selbst an anderer Stelle:

        „Wir kennen sehr gut unsere limitierungen, unsere begrenztheit. Und wir versuchen darin MeisterInnen zu werden, uns da durch zu schlaengeln. Verschieden menschen tragen in sich eine andere lebensvorstellung. Und das ist gut, weil so sich die Vielfalt, eine hoch-natuerliche wesensart des lebendigen, zum ausdruck bringen kann. Aber leider uebersehen wir das gemeinsame, was uns verbindet.“

        Das sehe ich als großes eigenes Thema, dass in seiner ganzen Fazination und Widersprüchlichkeit ganze grundständige Wissenschaften beschäftigt, u.a. Biologie, Psychologie, Soziologie. In der Konsequenz sind jedenfalls Verschiedenes und Vielfältiges, genauso wie Uniformes und Unreflektiertes, ob gut oder schlecht, die Tatsachen und damit Grundlage unserer Selbstorganisation.

        Zum 1.Zitat – Konstruktion von Rechtsverhältnissen schreibt Willi weiter:
        „… Dieses illusionierende wirken muessen wir komplett ueberwinden.“

        Das Gemeinsame und das Widerstreitende sind keine Illusionen, sondern faktische Rechtsverhältnisse, unabhängig davon, ob sich diese im Selbstlauf aus dem Menschsein selbst, positiver Lebenserfahrung, aus Bildung und Erziehung oder Absprachen ergeben haben. Der Unterschied von impliziten Konstrukten zu verbindlichen Normen besteht in der expliziten Kodifizierung der Letzteren. Eine andere Unterscheidung, z.B. in gut und schlecht, ist meines Erachtens nach unbegründet. Wenn das affektive Moment zur Willkür neigt, dann kann und soll eine Normierung dem entgegen wirken. Das Gewaltmonopol verhindert z.B. Rache oder Lynchjustiz. Wenn aber andererseits die Statik des normierten Rechts zur Ungerechtigkeit neigt, kann spontane Emphatie dem ebenso entgegen wirken.

        Willi weiter:
        „Gegenseitiger Respekt entsteht aus unserem leben.“

        Richtig. Nur wäre es eben eine extreme Limitierung, wenn „Respekt“ und „Leben“ als „ewig zeitloser Moment in progress“ gedacht wird, also damit auch geschichtslos und allein orts- und situationsbezogen. Die gesamte Menschheitsgeschichte ist unser Leben und wesentlich vom Ringen um gegenseitigen Respekt gekennzeichnet.

        Willi:
        „Es geht also gar nicht um „Aussteigen“, sondern eher um „Einsteigen“. Sich bewusst der gemeinschaft zuwenden.“

        Genau, nämlich DIESER Gemeinschaft mit ihren Stärken und Schwächen. Die Abspaltung von negativen Erscheinungen als etwas eigentlich losgelöstes Fremdes stellt für mich gerade die Illusion dar.

        Willi:
        „Wenn einzelne menschen ihre privaten interessen steng verfolgen, dann existiert diese gegenseitige anerkennung nicht mehr.“

        Die Lösung liegt nach meiner Vorstellung nicht in der Abspaltung des Egos vom Sozialen, sondern gerade in der Anerkennung der Einheit in individueller Vielfalt, wie auch umgekehrt, mit all den damit verbundenen Inspirationen und Widersprüchen.

        Willi:
        „Das Rechtssystem ist dann eine illusion. Ein versuch, die skala der individuellen bevorteilung zu legitimieren und nach aussen zu zelebrieren.“

        Die Elemente des Rechtssystem, die eine Spaltung und Bevorteilung festschreiben sind keine Illusion, sondern tatsächlich ein willkürlicher Ist-Zustand, der gemeinschaftlich überwunden werden kann. Das Unangenehme durch reine Abspaltung als Fremdes loszuwerden zu können, ist die Illusion.

        Willi:
        „Es kommt also letztlich darauf an, wie wir agieren und agieren wollen. Hier greift das Sein, unsere BewusstSeins-Grundlage.“

        Genau. Wir erkennen die konkreten Fehler und Manipulationen, genauso wie die zu bewahrenden Errrungenschaften als das IST (Sein) und definieren daraus bewusst das SOLLEN (Bewusstsein).

        Willi:
        „Manchmal kommt mir die vorstellung entgegen, dass mit der hinwendung zur Gemeinschaft notwendig dies eine abwendung vom Individium notwendig macht. Und das ist voellig falsch. Weil die stabilitaet des Individiums auf der stabilitaet der gemeinschaft aufsetzt. Aber, wenn die menschen real, also ueber ihre materiellen lebensgrundlagen, im netz privater interessen haengen, dann existiert dieser raum des gemeinschaftlichen nicht.“

        Auch hier kann es nicht um Spaltung gehen, sondern um eine Wechselwirkung der gegenseitigen Stabilisierung und Entwicklung. Die gemeinschaftliche Identität und Stabilität hängt also genauso am Individuellen, wie umgekehrt.

        Willi:
        „Lutz geht das ja ganz anders an. So wie du ist er getrieben von dem wunsch nach stabilen und klaren rechtsverhaeltnissen.“

        Das „ganz andere“ liegt darin, dass ich Gemeinsamkeiten und Widersprüche nicht in „richtig“ und „falsch“ oder „privat“ und „gemeinschaftlich“ spalte, sondern als gewachsene Wirklichkeit auffasse, als Sein, das gestaltet werden kann. Also Einsteigen nicht aussteigen, schon weil wir uns (noch) nicht in Wunschverhältnisse beamen können.

        Willi:
        „Er deklariert es als unsere grundlage des gemeinschaftlichen und abstrahiert damit von der realen basis, die einzig und allein eine gemeinschaft entstehen lassen kann.“

        Es ist unsere tatsächliche Basis, unsere jetzige Gemeinschaft, einschließlich der (rechtlichen) Abstraktionen, die sich u.a. auch in den derzeit tatsächlich wirksamen Macht- und Eigentumsverhältnissen, den Spaltungen und zunehmender Entfremdung zeigt. Das „Fliehen in den Wald“ löst diese Situation wohl nicht auf. Es weckt allenfalls die (manchmal hilfreiche) Illusion, man könne den ungeliebten Mängeln unseres SEINS und UNSERER Konstruktionen irgendwie rückstandslos für einen Neustart entfliehen. Aber selbst wenn dies grundsätzlich gelänge, Manches würde sich schnell wiederholen, als Gewohnheit nach und nach wieder einschleichen oder sogar in extremer Form entstehen.

        Ich sehe mich eher als Realisten und Optimisten, was aber Ideale und sogar radikale Ideen nicht ausschließt. Letztlich fokussiere ich aber als Realist absehbar gangbare Wege vom IST zum SOLLEN. Ich habe schon einige Male als Letzter einer scheinbar einigen Gemeinschaft im rauhen Gegenwind gestanden. Mut ist keine Frage des Erziehens, sondern des Vertrauens. Das fehlt mir aber auch manches Mal. Auf dem langen Weg zwischen gesellschaftlichen Zuständen (Migration) entwickeln sich aus den Idealen, den konkreten Absichten und den gewonnenen Erfahrungen auch wieder eine neues (mutigeres) Bewusstsein und damit veränderte Ansprüche des Einzelnen und der Gemeinschaft (Transformation). Die Bewusstheit ist damit weniger planbar und eine instabile Größe. Die gesellschaftlichen Zustände sollten schon von daher eine gewisse Stabilität als Basis für alles Weitere bieten. Letztlich ist der Weg sogar das Ziel. Das sollte ein optimistischer, jedenfalls kein allzu steiniger Weg sein.

        In diese Richtung erklärte sich auch Daniel Ganser in https://kenfm.de/positionen-15/, ab ab 2:00:00

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        • kranich05 schreibt:

          Ich meine wir kommen der Antwort auf das Problem, wie aus dem SEIN ein schöneres, würdigeres gewünschtes SOLLEN Wirklichkeit werden kann, näher, wenn wir uns dem Sein in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zu wenden. Unser „Sein“, unser „Leben“, unsere „Gemeinschaft“, unsere „materielle Basis“, ja selbst nur unser Körper existiert nur als Bewegung einander ausschließender aufeinander bezogener Gegensätze. Solange wir all diese als für sich seiende Entitäten betrachten, allenfalls noch wissen, dass sie eine „Naturbeziehung“ haben, bleibt unser Denken äußerlich.
          Unser Denken wendet sich nicht ungestraft von solchen historisch-materialistischen Elementarbegriffen ab, wie „materielle Produktion“, „Produktivkräfte“ und „Produktionsverhältnisse“. Unverzichtbar aus meiner Sicht der theoretische Sinn von Marx‘ Feuerbachthesen. (Um nur dies Wenige zu nennen, anstelle der ganzen Theorie mit ihren Stärken und Schwachstellen.)

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      • willi uebelherr schreibt:

        Klaus-Peter, wenn du auf die thsen von Karl Marx zu Ludwig Feuerbach verweist, dann solltest du zumindest andeuten, welche der 11 elemente fuer dich hierbei relevant sind und warum in dieser diskussion. Lutz hat sehr ausfuehrlich sein denken hier ausgebreitet. Clara auch.

        Thesen über Feuerbach
        http://www.mlwerke.de/me/me03/me03_005.htm

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        • kranich05 schreibt:

          Die Feuerbachthesen formulieren den Begriff der „materiellen Praxis“. Das ist der Kern, der im übrigen auf den anderthalb Druckseiten leicht zu finden ist, wenn man ihn finden will.
          http://www.mlwerke.de/me/me03/me03_005.htm
          Keine Exegese der Feuerbachthesen aber zu ihrer sozusagen impliziten Anwendung gibt es hier ein wenig zu Lesen:
          https://opablog.net/2018/05/16/wie-will-ich-leben/
          Implizite Anwendung auch hier:
          https://opablog.net/2018/02/01/nachtgedanken/
          oder hier:
          https://opablog.net/2017/11/11/stalinismus-und-umgebung-8-ein-grundlegender-philosophischer-gesichtspunkt/

          Alles läuft darauf hinaus „Gesellschaft“ als materielles Ganzes zu begreifen und ihren inneren materiellen Mechanismus aufzudecken und zwar ohne ihre historische Konkretheit zu ignorieren. Das erfordert eine entsprechende Begrifflichkeit zu entwickeln und immer weiter zu entwickeln.
          Taschenspielertricks sind da völlig nutzlos. (Es ist ein Taschenspielertrick die „materielle Basis des Lebens“ ständig im Munde zu führen aber alles was konkret zu dieser materiellen Basis erforscht wurde und zu sagen wäre in Bausch und Bogen als „Kalauer“ abzutun.

          Zwar bedaure ich, dass historische Materialisten zu wenig neue Erkenntnisse präsentieren.
          Das rechtfertigt aber nicht die Ignoranz neuer Postionen und Argumentationen, die es von dieser Seite gibt. Beispielsweise darf
          „Aufstieg und Untergang des realen Sozialismus“ von Alfred Kosing, Berlin 2017 zur Kenntnis genommen werden.

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  11. fidelpoludo schreibt:

    Mein vorerst letztes Wort zu Nicaragua.
    Ich bin Paul Craig Roberts Link-Hinweis zu dem herausragenden Essay von Kevin Zeese und Nils McCune gefolgt, habe ihn gelesen und zu weiten Teilen ins Deutsche übersetzt, weil ich ihn hier zugänglich machen wollte. Aber das lasse ich jetzt mal – der Länge wegen.
    Hervorheben möchte ich nur, dass er es wagt – neben der üblichen, aber deshalb nicht unberechtigten MSM-Schelte (die hier auf unterschlagene Themen wie glatte Lügen verweist) -, auf die Verdienste Ortegas einzugehen. Für mich stellt sich – nach der Augen öffnenden Lektüre – die Angelegenheit, metaphorisch gefasst, etwa so dar:

    „Wenn die Elefanten sich im Raume stapeln…“
    …und doch unbeirrbar nur noch nach dem Fleckchen im Raum gesucht wird, das ihre geballte Präsenz übersehbar oder vergessen machen könnte, um damit Blätter und Bildschirme mit vorgefertigtem „Material“ zu füllen.

    — Ortega kollaborierte keineswegs mit der traditionellen Oligarchie. Im Gegenteil ist seine Regierung die erste seit der Unabhängigkeit Nikaraguas, an der die Oligarchen nicht beteiligt sind.
    — Tatsächlich hat seine Regierung zu der höchsten Wachstumsrate in ganz Zentralamerika geführt.
    — Zwischen 2005 und 2014 ging die Armut um 30 Prozent zurück.
    — Weiterhin ist es Ortega gelungen, den Sektor der kleinen und mittleren Selbstständigen sowie die in der Textilfabrikation Beschäftigten (maquiladoras) in die Gesundheitsfürsorge und das Rentensystem zu integrieren.
    — All diese Maßnahmen gegen die Austeritätsgebote von IWF und Big Business konnte sich die FSLN nur leisten dank eines erreichten Wachstums des GDP zwischen 2006 und 2017 von 38 Prozent.
    — Nikaragua bezieht 75 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energiequellen.
    — Was die Gleichstellung der Frau in Nikaragua betrifft, ist Nikaragua führend in ganz Lateinamerika und nimmt weltweit in der 145 Staaten umfassenden Statistik den 12. Platz ein, gleich hinter Deutschland.

    Bei Interesse – und viel Geduld und Spucke – noch viel, viel mehr bisher nicht bekannte Zusammenhänge hier:
    https://www.counterpunch.org/2018/07/13/correcting-the-record-what-is-really-happening-in-nicaragua/
    Übrigens die Website, auf der Willis Freund (und meiner) Michael Hudson über hundert seiner Texte veröffentlicht hat.

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    • fidelpoludo schreibt:

      Indem ein freigeschalteter Kommentar auf eine Nichtfreischaltung hinweist, erinnert er sichtbar an den Unsichtbaren.

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    • kranich05 schreibt:

      Hallo fidelp,
      wenn der Text sich wegen der Länge nicht als Kommentar eignet, willst Du ihn dann hier als selbständigen Beitrag einstellen?
      Wenn er solide Informationen bringt und der Versachlichung dienst, würde ich ihn gerne bringen.
      (Freilich das mit den 75% erneuerbaren Energien und was zur Lage der Frauen gesagt wird, lässt mich ein wenig skeptisch staunen.)

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      • fidelpoludo schreibt:

        Hallo Kranich,
        würde ich gerne tun. Weise aber geleichzeitig darauf hin, das ich den Text nicht vollständig übersetzt habe und ab und zu ins zusammenfassende Paraphrasieren – durchsetzt auch mit eigenen Gedanken dazu – übergegangen bin. Aber vielleicht übersetze ich auch komplett, wenn ich schon den Raum gestellt kriege. Heute wird das aber nichts mehr. Eventuell morgen. Soll ich ihn Dir dann per Mail schicken? Vielleicht mit einer ähnlich formulierten Einleitung wie heute? Oder willst Du das übernehmen? Oder alle beide – jeder auf seine Weise. Hätte mit Deinem Interesse jetzt nicht gerechnet.
        Meine Übersetzung habe ich handschriftlich abgefaßt, so dass ich alles noch eintippen müßte. Ich habe nur übersetzt, aber noch nicht die zahlreichen angegebenen Quellen überprüft.

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        • fidelpoludo schreibt:

          Ich teile – bis auf weiteres – nicht Deine Skepsis, muss aber sagen, dass mich alle „Verdienste Ortegas“ doch ziemlich überrascht haben. Ich wußte nichts davon, hatte eher den Eindruck gewonnen, dass das Land völlig herunter gewirtschaftet sei und Ortega und sein Clan sich bloß – alternativ oligarchisch – skrupellos selbst bereichert haben – und zwar auf Kosten der Armen und der Bevölkerung.
          Für mich klingt außerdem sehr überzeugend, wie er mit unzähligen Details über die amerikanisch-nikaraguanischen „Connections“ der Eliten (er nennt Namen und Karrieren ohne Ende) und der NGOs er aufzuwarten weiß. Wie gesagt, ich würde es gerne nachen.

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        • kranich05 schreibt:

          Du kannst gern ein Mittelding von Übersetzung oder Teilübersetzung und eigener Kommentierung machen. Aber bitte klar kenntlich machen, was übersetzt und was von Dir ist.
          Freu mich darauf, dass es eine Bereicherung wird.

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  12. fidelpoludo schreibt:

    Nach der nicht endgültigen Niederlage in Nicaragua droht nun in Brasilien eine Infragestellung des Erfolgs der »Vereinigten Regime-Change-Aktivisten-Verbände«

    Es hat nicht gelangt. Ortega sitzt (noch) nicht dort, »wohin er gehört«, und wohin Lula mit vereinten Kräften verfrachtet wurde: ins Gefängnis. 12 Jahre. Ortega – wie Lulas Nachfolgerin im Amte Dilma Rousseff – mit geeigneten Mitteln aus ihm zu entfernen, mißlang. Unter anderem, weil der zu erobernde nicaraguanische »Markt« denn doch einen Vergleich mit dem brasilianischen nicht standhalten kann und weil die linksreformerischen Strukturveränderungen der FSLN sich doch als widerständiger erwiesen haben als die Brasiliens. Das Zusammenspiel von IWF, NGOs, nationalen Oligarchen, eines Teils der Studentenschaft und die Verbreitung von passenden und auf die internationale Ebene lancierten Gerüchten hat nicht gereicht.
    Außerdem: Die Unterwanderung der Justiz in Nicaragua ist nicht im gleichen Maße fortgeschritten wie in Brasilien. So konnte sich das »abgekartete Spiel zwischen Märkten und politischer Justiz« – wie aktuell in Brasilien zu besichtigen – nicht in Szene setzen. Die Winkelzüge dieser Taktik finden sich in diesen Berichten von Frederico Füllgraf auf den Nachdenkseiten:
    „Die Rückkehr der Linken ist ein Albtraum!” – Die geballte Macht des IWF, der “Märkte”, Justiz und Medien contra Luiz Inácio Lula da Silva
    (Hier: https://www.nachdenkseiten.de/?p=45628 wie auch hier: https://www.nachdenkseiten.de/?p=45473) hervorragend beschrieben.)

    Aber vielleicht wäre es besser gewesen, Ortega hätte sich verhaften lassen, denn eine Sensation scheint sich in Brasilien anzubahnen:

    »Die Sensation: Die Rechnung von Justiz, Medien und Finanzmarkt, die sich mit Lulas Inhaftierung eine Vernichtung seiner Kandidatur durch Wählerabwanderung versprachen, ging nicht auf. Es passierte das Gegenteil. Obwohl der Altpräsident seit mehr als 100 Tagen in Haft sitzt, scheint der Solidarisierungseffekt in drei Monaten mindestens 15 Prozent Wählerzustrom befördert zu haben.«

    Dabei hatte doch an der Wallstreet »über Lulas Verhaftung große Erleichterung bis hin zu Feststimmung« geherrscht.

    »Mit einem überraschenden Plus von 8,63 Prozent – dem höchsten Wert seit Oktober 2014, als Präsidentin Dilma Rousseff ihre erste Amtsperiode beendete – schossen die Petrobras-Aktien an der New Yorker Börse in die Höhe. Investoren des staatlichen Eletrobras-Konzerns, dessen Privatisierung die De-facto-Regierung Michel Temer bereits angekündigt hat, feierten mit einem 11,55-prozentigen Anstieg auf dem US-Aktienmarkt noch höhere Gewinne. „Jede neue Verlautbarung der Richter stemmte den Aktienwert immer weiter nach oben”, beschrieb die Londoner BBC das Zusammenspiel von Justiz und den „Märkten”

    Alberto Ramos, portugiesischer Chefökonom für Lateinamerika bei Goldman Sachs, nahm kein Blatt vor den Mund. Falls gewählt, könnte Lula die „Reformen” Temers zurücknehmen und die gegenwärtige Ausrichtung der Wirtschaftspolitik in eine andere Richtung steuern. „Das wäre ein ausreichender Grund für den Markt, die Kandidatur Lulas zu fürchten”. „Die Verurteilung Lulas ist ‚positiv‘, der Markt hat Angst vor Lula”, gestand der Goldman-Sachs-Vertreter (Condenação de Lula é ‘positiva’, mas torna eleição ainda mais ‘complexa’, diz economista-chefe do Goldman Sachs – BBC Brasil, 25.Januar 2018).
    (Die Verhaftung Lulas ist »positiv«, macht aber die Wahlen noch »komplizierter«, sagte der Chefökonom von Goldman Sachs)«

    Das alarmierte dann nicht nur die heimischen Schergen der politischen Justiz; besonders Lulas »Henker«, Richter Sérgio Moro, meldete sich in einer sonderbaren Übereinstimmung mit dem Chor von IWF und »Märkten« zu Wort:
    Auch die von ihm geleitete Einsatzgruppe »Unternehmen Waschanlage« sehe in den Wahlen ein Risiko für ihr Überleben (Moro vê resultado da eleição como risco à Lava Jato – O Estado de SãoPaulo, 26. Juli 2018 – Moro sieht das Resultat der Wahlen als Risiko für das »Unternehmen Waschanlage«).
    Sondern auch die transatlantischen »Connections« ließen sich mit eindeutigen Bekundigungen nicht lumpen:

    »Nach Bekanntgabe von Lulas weiter ansteigendem Vorsprung in den Umfragen schaltete sich vor wenigen Tagen die US-Agentur Bloomberg ein. „Eine Rückkehr der Linken in Brasilien ist der schlimmste Albtraum der Anleger“ (A Left-Wing Return in Brazil Is Investors’ Worst Nightmare – Bloomberg, 20. August 2018) warnte die wohl am erfolgreichsten mit Börsen, Rating-Agenturen und der US-amerikanischen Finanzszene verzahnte – man darf auch sagen, verfilzte – Mediengruppe, die mit einem Jahresumsatz von 9,0 Milliarden Dollar (2014) auf Platz 22 der weltgrößten Medienunternehmen rangiert. Zur Veranschaulichung, wer hinter Bloomberg steht. Unternehmensgründer und Ex-New-York-Bürgermeister Michael Bloombergs sogenanntes „Netto-Vermögen in Realzeit“ betrug am 21. August 2018 die unsittliche Summe von 52 Milliarden Dollar.«

    Um es in Frederico Füllgrafs Worten zusammen zu fassen:

    »Diese geballte Finanz- und Justizmacht ist in der Tat keine Lappalie und sie richtet sich gegen einen Mann, der im vierten Stock der Bundespolizei-Niederlassung und abgeschottet von allen anderen White-Collar-Häftlingen eine 15 m² große „Ehrenzelle“ mit Dusche belegt und über bess‘re Zeiten für Brasilien nachdenkt.«

    Bliebe anzumerken, dass mit derartigen zur Verfügung stehenden Beträgen konfrontiert auch Ortega und sein Regime sich warm anziehen muß, selbst wenn er der Falle noch einmal entschlüpft zu sein scheint. Ich erinnere an Paul Craig Roberts Bemerkung zur »Dummheit« der lateinamerikanischen Reformregierungen, besonders zu Ortega:

    »Washington hat seit der Reagan-Regierung versucht, Ortega und die Sandinistas loszuwerden. Seine Regierung hat den letzten Putschversuch unter Führung Washingtons überlebt, aber Washington steckt mehr Geld in die Bemühungen.«

    Und abschließend seine Bewertung der Vorfälle in Venezuela auf Nicaragua gemünzt:

    »Mit anderen Worten, die nicaraguanische Regierung hat die Menschenrechte Washingtons verletzt, die nicaraguanische Regierung zu stürzen. Die Presse berichtete dies mit einem geraden Gesicht.
    Eine Regierung, die sich nicht schämt, die durchsichtigsten Lügen zu erzählen, während sie aktiv versucht, eine demokratisch gewählte Regierung zu stürzen, ist eine Regierung, die weltweite Verurteilung verdient. Doch die Welt ist zu gut bezahlt oder hat Angst, ihren Mund aufzumachen.«

    Willi möge bemängeln, so oft es ihm gefällt, dass etwas nicht »in eigenen Worten« Formuliertes keinen Wert habe. Ich für meinen Teil sehe kein Problem darin, das Rad nicht zum zigsten Mal »neu« erfinden zu wollen oder zu vertuschen, dass die »eigenen Worte« auf denen anderer viel öfter aufbauen als es uns bewußt ist. Warum dem Drang nachgeben, sich als »originell« zu präsentieren, wenn andere es klar genug schon formuliert haben.

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