„Nach unseren Begriffen ist es die Bewußtheit der Massen, die den Staat stark macht. Er ist dann stark, wenn die Massen alles wissen, über alles urteilen können und alles bewußt tun.“ 

(W. I. Lenin, 8. November 1917)

Veröffentlicht unter Bewußtheit, Blödmaschine, Demokratie, Lenin, Machtmedien, Materialismus, Realsozialismus, Revolution | Verschlagwortet mit | 14 Kommentare

Gärtner-Flausen II

Im ersten Posting der „Gärtner-Flausen“ wollten ich hauptsächlich etwas von dem andeuten, was „Kraut und Rüben“ des Gartens in meinem Kopf bewirken. Bis hin zu der skandalösen Behauptung unsterblich zu sein.

Ebenso wichtig ist mir eine andere „Funktion“ des Gartens, für den ich ihn auch sehr schätze: Er bewahrt mich nachdrücklich vor allseits beliebten Flausen – den Selbstversorger-Flausen.

Das geht so: Jetzt erlebe ich die Wochen des größten Ernte“segens“. Der Garten überschüttet uns mit einem Überfluss an Tomaten (täglich ernte ich etwa zwei Kilo), Gurken, Zucchini, grünen Bohnen, Kartoffeln, Kürbis, etwas Paprika, Zwiebellauch, Kräutern aller Art, Brombeeren, Weintrauben, Himbeeren, Physalis, letzten Johannisbeeren, letzten Heidelbeeren, beginnend Pflaumen, Birnen, Äpfel. Von den Blumen rede ich jetzt nicht.

Seit Wochen essen wir täglich unser Selbsterzeugtes. Es ist sogar so vielfältig, dass es uns nicht über wird.

Und doch sind wir himmelweit von einer kompletten Selbstversorgung entfernt. 

Ich schätze, dass wir selbst in diesen Ernte-Hochzeiten kaum 25% unseres Nahrungsbedarfs selbst decken.

Wir kaufen: Brot, Kuchen, Nudeln, andere Getreidewaren, Honig/Zucker, Milch, Joghurt, Käse, Quark, Eier, Butter, Fisch, Wurst, Schinken, Fleisch, Öl, Wasser (trotz eigener Brunnen mit Trinkwasserqualität), Paprika, Kohlarten, Sauerkraut, Bohnen, Erbsen, Linsen, Oliven, Gewürze, Bier, Kwas, Wein, Cognac, Schokolade… Tabak und Hasch brauche ich nicht.

Sicher habe ich Etliches vergessen. Doch diese Liste verdeutlicht bereits, dass es völlig illusorisch ist, all diese Produkte selbst oder lokal oder auch regional herzustellen. Und es geht hier nur um Nahrungsmittel, nicht um Elektrizität, Gas, Wasser, Abwasser, Benzin, Kunststoffe, Medikamente, Klamotten, Informationen und Vieles mehr, was täglich benötigt wird.

Der Garten, der mir soviel gibt, beweist mir gerade damit, dass die Fixierung auf die lokale Ökonomie zur Befriedigung der im engen Sinne materiellen Lebensbedürfnisse (von den weiteren ganz zu Schweigen) ein praktisch untaugliches Ideologem ist. 

Freilich behaupte ich nicht, dass ich bereits das maximal Mögliche aus dem Garten heraushole. Nur etwa ein Drittel unserer Gartenfläche ist Nutzfläche. Niemand braucht mir zu beweisen, dass sich mit einem ausreichend großen Garten (und täglicher Schufterei) eine ganze Familie über Wasser halten kann. Meine ersten prägenden Gartenerfahrungen liegen zwischen 1946 und 1949!

Damals und noch früher, klassisch im Mittelalter, haben sich die Menschen auf dem Lande krummgeschuftet. Meistens reichte es zum Überleben. Sie konnten eben nur von dem Leben, was das Land hergab und was ihr lokaler Markt vermittelte.

Für die Freuden des Lebens war der Liebe Herrgott samt Kirche zuständig. Willi Überlherr, der seine lokale Lösung anpreißt, koste es, was es wolle, sollte eine leistungsfähige Priesterschaft beizeiten in sein Konzept aufnehmen.

Veröffentlicht unter ökologisch, Bewußtheit, bloggen, Garten Haus Hund, Leben, Materialismus, Realkapitalismus | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

langsam aufstehen; Zeitlupe (Update 20.8.)

Vermeide ruckartige Bewegungen beim Aufstehen. Die es von Ferne sehen, könnten  denken, du seiest von einer Tarantel gestochen. Andere – sie sehen dein Aufstehen, unschlüssig Rumstehen, dein Hinknien, Hocken, wieder Aufstehen – meinen, dass du eine merkwürdigen Gymnastik machst. Vielleicht Chigong?

Ich habe vor zwei Wochen meinen Chip in Gestalt meiner Emiladresse, in den „Aufstehen-Topf“ geworfen, wie etliche Zehntausende noch. Ich wurde sofort begrüßt mit „Ey, Super, Kumpel!“ Seitdem bin ich, glaube ich, irgendwie am Aufstehen. Am 4. September dann („Den dritten Advent noch, den vierten, dann ist es endlich soweit!“) passiert’s. Dann werden wir angeknipst. Richtig?

Mancher findet wohl meine Ironie bischen dick aufgetragen, sogar ungerecht? Will ich gar Missmut ausdrücken, weil mir mit der Länge der Zeit schwant, gesammelt zu werden, statt aktiv zu sammeln?

Aber: Zwar ist es gut, in sich ‚reinzuhorchen, kleine irritierende Gefühlsregungen nicht zu ignorieren – aber absolute Gültigkeit können sie nicht beanspruchen. Sie müssen überdacht und geprüft werden.

Es gibt nun einmal Initiatoren. Ich bin es nicht, Du bist es nicht. Wagenknecht und Lafontaine und eine Gruppe sind es. Denen, die entschlossen zu einer politischen progressiven Sammlungsbewegung sind, wird ein Programm angeboten/vorgegeben werden. Es werden Führungsfiguren da sein. Sie werden Orientierungen, sicherlich (hoffentlich) auch konkrete Aktivitäten ankündigen/vertreten. Es ist müßig, ja sogar ungerecht, darüber zu räsonieren, dass das ohne mich und über meinen Kopf hinweg passiert. Das teils Verpuffen, teils Demontieren, teils Einhegen der Montagsmahnwachen steht mir noch vor Augen. (Auch damals waren einige Politiker der Linken führend beteiligt. Ihr Vorstand distanzierte sich. Wagenknecht zog sich unerwartet zurück. Was ist heute anders? Gab es Lernprozesse oder wirkten andere, unbekannte Faktoren? Welche?)

Meine persönlichen Empfindungen dahingestellt – etliche der Reaktionen auf die zwei Wochen alte Initiative deute ich als beginnende Verschiebungen wirklicher politischer Gewichte in der BRD. Und das ist den sichtbaren politischen Führungsfiguren zu verdanken.

Die globalistische, proatlantische Rechte nimmt unerwartet offensiv Stellung. Das zeigt, dass sie wirklich alarmiert ist. Mit der Mahnwachenbewegung einst hatte man sich eher über Stellvertreter auseinandergesetzt.

Vor allem aber bauen von Anfang an die Systemlinken/“Life Style-Linken“, korrekt gesagt die neoliberalen Linken, ihre Front auf. Da gibt es mittlerweile viele Wortmeldungen, die eindeutig genug sind, obwohl man  noch teilmaskiert bleibt. Konstantin Wecker hat sich bei Heise ausgebreitet. Riexinger blamiert sich in der taz („bin schon eingesammelt“). Die namhaften selbsterklärt-alternativen Portale (KenFM, Rubikon) machen merkwürdige Verrenkungen oder stellen sich tot. Diese neue Bewegung hat die Chance (ich hoffe, dass sie gar nicht anders kann), genau ins faule Herz der sogenannten linken Mitte zu stoßen, der Linken, die sich im globalisierten Monoimperialismus des Wertewestens so komfortabel eingerichtet hat. Diese Bewegung muss, wenn sie tatsächlich in der beginnenden multipolaren Epoche eine Rolle spielen will, sozial sein, national sein (früher sagte man: patriotisch) und der bürgerlichen Demokratie einen neuen progressiven Lebensschub geben.

Soweit der objektive gesellschaftliche Rahmen, der der Bewegung vorgegeben ist und auf den sie sich wohl bewusst einlassen will (vermute ich zumindest, wenn ich mir die Positionen von Wolfgang Streeck vergegenwärtige: https://www.youtube.com/watch?v=XoBmQaEESFQ).

Wenn die Bewegung grundsätzlich Politik im Gespräch mit den Menschen machen will (wenn ihr erstrangiges Ziel nicht die Beschickung der bürokratisierten Repräsentativ-Formen der „Demokratie“ ist) muss sie einen großen republikanischen Diskussionsraum gestalten. Allein hier im Blog sind dazu viele Ideen geäußert worden. Dabei handelt es sich um ein VÖLLIG NEUARTIGES Informations- und Kommunikationsorgan, das nur schrittweise geschaffen werden bzw. sich herausbilden kann. (Es muss sich selbst steuern.)

Zu vorstehendem Abschnitt mein Update:

Äußerungen von Sahra Wagenknecht aus einem Interview vom 11.8., die ich sehr vernünftig finde: „Die Bewegung wird am 4. September gegründet. Dann werden die Namen aller prominenten Initiatoren bekannt gegeben, und es wird eine erste programmatische Orientierung in Form eines Gründungsaufrufs veröffentlicht. Aber die Programmatik der Sammlungsbewegung wird nicht von den Initiatoren festgelegt. Die muss von den mittlerweile über 50.000 Mitstreitern der Sammlungsbewegung in den nächsten Monaten entwickelt werden. Das halte ich für sehr wichtig. In den meisten Parteien werden die Mitglieder mit den Positionen ihrer Führung konfrontiert, die sie oft gar nicht teilen. Sie wurden aber nie gefragt. Wir wollen einen demokratischen Prozess.“

(Quelle)

Obwohl sich die Sammlungsbewegung offenbar realistisch auf eine Art „humanistische Bändigung“ des Kapitalismus orientieren wird (so verstehe ich zumindest Wagenknecht-/Lafontaines Position), muss der Diskussionsraum für alle Ideen geöffnet bleiben. Am Ende kann die erhoffte Transformation des Kapitalismus nicht gedacht werden, wenn nicht Evolution und Revolution gedacht werden können.

Ich würde es begrüßen, würde in der Sammlungsbewegung das Bewusstsein heimisch werden, unter den Bedingungen von ökonomischer Ausbeutung und politischer Herrschaft der Oligarchen-Eliten zu agieren. Das sind Faktoren, die jedem humanistischen Wollen entscheidende materielle Bedingungen vorgeben und Grenzen setzen. Ein realistisches Bewusstsein dieser Abhängigkeiten zu erlangen, erfordert aufzudecken, wie die ökonomischen und politischen Interessen der Mächtigen beschaffen sind und durchgesetzt werden. Das setzt die uneingeschränkte Transparenz des Politischen und Ökonomischen voraus.

Wenn ich hier besonders auf das ökonomische Interesse verweise, ergibt sich hier vielleicht eine Berührung mit Willis Hervorhebung des Ökonomischen. Doch Willis Begriff der ökonomischen Basis ist höchst eingeschränkt auf LOKALE Ökonomie. Sie hat zweifellos eine bedeutende Rolle zu spielen, erheblich größer als gegenwärtig, doch sie bleibt ein Segment der Politischen Ökonomie im nationalen, internationalen und teilweise auch globalen Maßstab. Politische Ökonomie ist auf’s Engste mit der Produktiv- und Destruktivkraft „Wissenschaft“ verbunden, eine ihrer mächtigsten Ausprägungen ist der Militärisch-Geheimdienstlich-Industrielle Komplex.

Im Sinne dieser gewaltigen Dimensionen, die die Sammlungsbewegung erlangen könnte und sollte, halte ich einen allmählichen Aufbau, ohne Übereilung, ohne Schnellschüsse für wünschenswert.

Veröffentlicht unter Bewußtheit, bloggen, Demokratie, Krise, Machtmedien, Materialismus, Realkapitalismus, Revolution, Widerstand | Verschlagwortet mit , , , , , | 6 Kommentare

Gärtner-Flausen I

Morgens früh. Mein erster Gang geht in den Garten. Das Wachsen, das Blühen, das Fruchten und Reifen – an jedem Tag dieses Lebenskonzert. Menschen würden wohl mit Pauken und Trompeten feiern. Der Garten macht es ziemlich still ab. Ich gehöre ganz und gar dazu. Nippe ein wenig am Leben dieser Stauden, nippe dort, einige Schritte weiter, am Leben dieses Bäumchens. Ich schaue mit Vergnügen, fühle mich wie ein beschenkter Gast. Zugleich sehe ich Stellen, wo nachher meine Hand gebraucht wird. Vorfreude. Erst einmal wende ich mich zum Haus zurück. Dort wird es gleich nach Kaffee und aufgebackenen Brötchen duften. Vielleicht aber schalte ich vorher noch die Wasserpumpe an oder sogar alle beide. Es ist nur ein Handgriff, und seit ich die Tropfschläuche wieder sorgfältig verlegt habe, vervielfache ich so meine Leistung bei der dieser Tage wohl wichtigsten Arbeit, dem aufwändigen, anstrengenden, zeitraubenden Gießen.

Tag für Tag, Jahr für Jahr diese Lebensfülle. Zugleich überwältigend und doch wie selbstverständlich, ohne Spektakel, ohne Krakeelerei. Und nie endend. Ich bin mir meines Alters bewusst, sage nüchtern: „Du kannst nicht sicher sein, das noch zehn Jahre lang zu erleben.“ Doch da dringt es leise zu mir durch meinen nüchternen morgendlichen Gartenrausch (ich überhöre es fast): „Was soll die Abzählerei? Weißt Du nicht, dass Du unsterblich bist?“

Veröffentlicht unter ökologisch, Bewußtheit, Garten Haus Hund, Gesundheit Alter Tod, Leben, Materialismus, Mensch | 7 Kommentare

Endlich wieder Zensur im opablog…

Die Überschrift ist Ironie.

Dieses Posting bezieht sich auf Kommentare zum Posting „Fragt Eure Großväter!“

„ups2009“ glaubte zu Shoigus Empfehlung, die deutsche Kriegsministerin solle gegenüber Russland nicht eine „Position der Stärke“ propagieren, feinsinnig bemerken zu müssen, dass leider die Sieger die Geschichte schreiben.

„ups2009“ lehnte sich nicht zu weit aus dem Fenster aber immerhin doch so weit, dass er durchblicken ließ, die Warnung der Russen vor einer deutschen Politik der Stärke sei etwas, das sie sich als Sieger herausnehmen.

Zu seinem, upsis, Pech bin ich ausgesprochen hellhörig; auch wenn der Geschichtsrevisionismus in Filzpantoffeln kommt. Vor Jahr und Tag durfte ich das hier im Blog schon mal mit einer Juliane Sprunk durchexerzieren.

Denkbar ist es, gerade in heutiger Zeit, dass jemand aus Unbedarftheit eine aufgeschnappte geschichtsrevisionistische Sentenz verbreitet. Wenn er darauf hingewiesen wird und es kapiert, werde ich ihn nicht dauerhaft sperren. Grundsätzlich sperre ich nicht Menschen, sondern bestimmte nazistische/geschichtsrevisionistische und menschenfeindliche Positionen (egal ob sie gebrüllt oder gesäuselt werden). Wenn ups mich nun massenhaft mit empörten Kommentaren bombardiert, die alle seine Grundaussage bekräftigen sollen, dann und solange hat er hier keinerlei Chance. Soll er seine eigenen Website auf diese Weise zupflastern.

Veröffentlicht unter bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, kein Witz, Krieg | Verschlagwortet mit , | 4 Kommentare

Marsch am 7.7.2018 in Managua zur Unterstützung der Regierung Ortega

Dieses ist tatsächlich das erste (und knappe) Video, das mir zu Gesicht kommt, dass die Unterstützung für die Regierung Ortega dokumentiert. Dagegen gibt es eine Flut von Videos, die die Proteste dokumentieren.

(Quelle hier und hier via Linke Zeitung)

Veröffentlicht unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Machtmedien, Realkapitalismus, Revolution, Widerstand | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

„Fragt Eure Großväter!“

Das rät der russische Verteidigungsminister der deutschen Ministerien von der Leyen, die wieder und wieder verlangt, gegenüber Russland eine Position der Stärke einzunehmen.

Natürlich gilt dieser Ratschlag genauso für die Chefin der Frau v. d. L., Bundeskanzlerin Merkel, die in wenigen Tagen den russischen Präsidenten Putin empfängt.

Doch mehr noch, meine ich, muss sich jeder und jede verantwortungsbewusste Deutsche angesprochen fühlen. Wir erlauben dieser deutschen Regierung Kriegsspiele gegen Russland, nicht nur im Kaukasus.

Es ist hohe Zeit. Aufstehen!

Veröffentlicht unter Bewußtheit, Blödmaschine, Demokratie, Krieg, Machtmedien, Realkapitalismus, Widerstand | Verschlagwortet mit , , , , , , | 18 Kommentare

Fundstück – 12.8.2018 – gräßlich

Nordkorea: Großes Konzert für die Militär- und Parteiführung!

Veröffentlicht unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, kein Witz, Krieg, Krise, Kunst, Machtmedien, Musik, Realkapitalismus, Realsozialismus | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare