Arbeiterfotografie

hat in Deutschland eine mehr als 90-jährige Tradition. Und sie wird gepflegt, vom Verein „Arbeiterfotografie e. V.“, in dem unter Anderen Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann eine hervorragende Rolle spielen.

Die Webseite des Bundesverbandes „Arbeiterfotografie“ dokumentiert die enorme Spannweite der geleisteten Arbeit. Reportagen, Dokumentationen, Filmclips, vielfältige Angebote laden zum Stöbern ein.

Hier ein Bildnis von Gilad Atzmon (Reihe: „P0rträts unserer Zeit“), aufgenommen am 11.9.2011 in Freiburg.

Doch die Aktivitäten von Fikentscher und Neumann erschöpfen sich nicht im Fotografischen. Beide geben (neben der satirischen Vierteljahreschrift „Krokodil“) online die „Neue Rheinische Zeitung“ heraus. Regelmäßig schreiben dort namhafte Autoren und Autorinnen, wie Werner Rügemer, Evelyn Hecht-Galinski, Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait, Elias Davidsson, Claudia von Werlhof, Uri Avnery und viele Andere. 

Politische Unentschiedenheit, (linke) Dogmatik und Tabupflege – der Normalfall im Medienmainstream bis weit ins sogenannte „Linke Lager“ hinein – sind in der „NRhZ“ eher selten zu finden. Aufklärung kann nicht an den Grenzen Halt machen, die die Herrschenden ziehen, meint die „NRhZ“, genauso wie ihr berühmtes Vorbild. Kompromißlos (und kenntnisreich) wird der zionistischer Imperialismus Israels und seiner Verbündeten angeprangert, wird die US-imperialistische Terrorstrategie analysiert, werden Defizite der deutschen Friedensbewegung (bzw. ihrer Reste) benannt, wird der heraufkommenden multipolaren Weltordnung Aufmerksamkeit geschenkt.

Es gibt auch bedeutende Themen, deren sich die „Neue Rheinische Zeitung“ nicht oder nicht mit der Gründlichkeit annimmt, die ich mir wünschen würde.

Auch der „Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik“ wird vergeben. (Kürzlich stellten Beobachter hämisch fest, dass dieser Preis nur mit 200 € dotiert sei. Für sie muss ein würdiger Preisstifter 20.000,-€ löhnen. Für 100.00 € dann würden sie jedem Stifter Finger und Fußzehen einzeln küssen.)

Es ist nicht schlecht, wenn um einen Preis heftig gestritten wird. Die für heute geplante Preisverleihung hat einen politischen Kampf ausgelöst, der (wie schon vor einer Woche bemerkt) wertvolle Lehren erteilt hat. Der Kampf ist keineswegs zu Ende, und die Lehren werden immer gewichtiger.

Meine Hochachtung den unermüdlichen furchtlosen KämpferInnen Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann. 

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Letzte Sommerfrüchte

Tomaten, sind es, die uns noch einmal erfreut haben.

Ich habe sie vor etwa zwei Wochen grün gepflückt. Sie sind alle gesund geblieben und nun nachgereift. Aber nur eine Sorte hat mehr oder weniger das volle Aroma entwickel. Das ist die alte russische Sorte „“Black Krim“.

Ich werde zum Freund der schwarzen.

Eigentlich hätte ich auch einige Physalis präsentieren können. Noch etliche hängen an den Sträuchern und sind allmählich gereift. Das ist jetzt zu Ende, weil ich es leider versäumt habe, vor der letzten Frostnacht Folienschutz zu geben.

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„Die den Mund auf hatten“ (Ignazio Silone, Hanns Eisler)

Die den Mund auf hatten, haben ihn jetzt geschlossen. Auf dem Friedhof geschlossen. Oder in den ‎Kerkern geschlossen. Die andern hielten sich vorher still und halten sich jetzt noch stiller. ‎
Wahrlich, wir leben in schweren Zeiten.‎

Ihre Fäulnis ist so groß, daß sie jeden ansteckt, der nicht vollständig mit ihnen bricht. Sie dulden ‎nur Künstler, die sie preisen, nur Philosophen, die sie interpretieren, nur Redner, die sie rühmen.‎
Wahrlich, wir leben in schweren Zeiten.‎

Sie glauben an ihn und nennen ihn Führer. Aber wohin führt er uns, führt er sich selbst? Kennt ihr ‎den alten Spruch: 

Intrabit ut vulpis, regnabit ut leo, morietur ut canis?

Das heißt zu ‎deutsch: “Er wird eintreten wie ein Fuchs, regieren wie ein Löwe, und sterben wie ein Hund.”‎
Wahrlich, dann kommen bessere Zeiten.‎

Antiwarsongs

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Fundstück – 11.12.2017 – „kauft nicht“ (Google gefragt)

Google gibt viele Antworten vor. Aber nicht zu viele.

Google scheint besorgt zu sein, dass ich richtig denke.

Danke Google. 

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Oury Jalloh, Böhnhardt/Mundlos, Daphne Caruana Galizia

Die Namen passen nicht zusammen?

Ich könnte noch, auch unpassend? den Namen Mollath hinzufügen (den Joachim Bode ja im Kommentar erwähnt).

Diese Namen mögen augenfällig machen, dass wir keineswegs an Wunder glauben. Und ich kann nicht widersprechen, wenn Dian sagt:

„Opa und Richter Bode a. D. greifen mutmaßlich auch nur dazu, weil sie es eigentlich gar nicht mehr anders aushalten, was dieses System, diese Ausgeburt des Imperialismus nicht nur in Dessau, Deutschland, Europa und schon in weiteren Erdteilen anrichtet.
Aber auch damit, mit diesem Zusehen durch – nur – Reden machen wir uns zwar wünschenswert minder aber zumindest mit schuldig. Es ist Zeit, dass wir lernen, unsere Hände und Füße und auch unseren Kopf besser einzusetzen.“

Es ist tatsächlich an der Zeit, nicht mehr nur zuzusehen.

An den Nutzen des „Empört Euch!“ und des Appells an den „Wut-“ und (feinsinniger) den „Zornbürger“ glaube ich aber nicht.

Es tut tatsächlich Reden Not – nicht als eine „Form des Zusehens“, sondern des „Klärens der Handlungsschritte“.

Wir müssen uns ORGANISIEREN. Es ist so elementar, und doch fangen wir fast wieder bei Null an.

*****

Daphne Caruana Galizia, die von den Krokodilen betrauert wird.

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Das Wunder von Dessau

Ein Fall, der nicht nur Joachim Bode, Gastjurist des opablogs, nicht loslässt:

Als ich von den zahlreichen Hinweisen, nein, Beweisen (als Jurist sind mir die Unterschiede sehr bewusst) las und hörte, die zwingend auf ein Wunder schließen lassen, schaute ich zunächst mal neugierig nach, wo denn dieser Ort mit diesen wundersamen Ereignissen zu suchen und zu finden ist: Zwischen Magdeburg und Leipzig, lehrte mich ein Blick auf Google Maps, und nicht an, sondern eher neben der Elbe gelegen. Eigentlich nichts Besonderes, oder?

Die ein Wunder begründenden Vorfälle sind von Art und Umständen an meiner Ausbildung zum Juristen und erst recht an meiner späteren Juristenpraxis vollständig vorbei gegangen. Man lernt aber, gutwillig, wie man halt ist, selbst nach der Pensionierung weiter hinzu. Da fällt mir plötzlich ein: Hatte nicht die CDU-Regierung in Nordrheinwestfalen noch während meiner Schulzeit „… die schlichte Deutung der Welt“ (wörtlich!) als Bildungsziel im Schulprogramm!? Und im Religions- und Konfirmandenunterricht hörte man dementsprechend ständig von Wundern! Schließt sich hier etwa der Kreis?

Jetzt aber zu den Einzelheiten, von denen ich nur einige wichtige herauspicke.

Da verbrennt ein Mensch, der in einer verschlossenen Polizei-Zelle auf der Matratze einer metallenen Pritsche liegt, mit Händen und Füssen fest an die Pritsche gefesselt. Die Justiz stellt im Rahmen jahrelanger Ermittlungen immer wieder fest: Selbstmord (juristisch korrekt: Selbsttötung), der Mann ist in dem verschlossenen Raum ja ganz allein gewesen. Der Häftling hat sich also nur selber anzünden können. Ein Feuerzeug wird trotz tagelanger Suche nicht gefunden. Ein später doch aufgetauchtes Feuerzeug zeigt Spuren, jedoch keine aus dem betreffenden Raum. Gutachter finden zudem Spuren eines Brandbeschleunigers, ohne den das Entzünden der feuerunempfindlichen Matratze unmöglich gewesen wäre. Und irgendwelche Brand- oder Rauchrückstände in den Atemwegen des Toten werden vergeblich gesucht.

Letztlich mitentscheidend ist auch, dass die 5 oder 6 diensthabenden Polizeibeamten den Schlüssel zu der Zelle während der gesamten in Betracht kommenden Zeit bestens bewacht unter ihrer Kontrolle hatten! Daran konnte niemand vorbei!

Ich überlege: Können die Anforderungen des Vatikans an das Vorliegen eines Wunders noch schärfer sein als hier? Nein, unmöglich!

Hatte die CDU im Nordrheinwestfalen der 50er- und 60er-Jahre also doch recht? Und der Pastor?

Ich gebe mich geschlagen.

*****

Die freie Journalistin Susan Bonath widmet der rückhaltlosen Aufklärung des Falles „Oury Jalloh“ große Aufmerksamkeit. Hier eine Auswahl ihrer Artikel in der Tageszeitung „junge Welt“ sowie in Rubikon. Im folgenden Video von NuoViso.TV vom Dezember 2016 erläutert sie ausführlich den vermutlichen Mord an Oury Jalloh:

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Fundstück – 8.12.2017 – Bayanmeister Sergej Teleschew

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