„Nach unseren Begriffen ist es die Bewußtheit der Massen, die den Staat stark macht. Er ist dann stark, wenn die Massen alles wissen, über alles urteilen können und alles bewußt tun.“ 

(W. I. Lenin, 8. November 1917)

Und was verlangt die BEWUSSTHEIT der Deutschen hier und heute?

Alle Truppenstationierungsverträge kündigen!

Austritt Deutschlands aus der NATO!

Mit konsequenter Neutralitäts- und Friedenspolitik Deutschland im Herzen Europas zu einer verlässlich verbindenden Brücke zwischen Ost und West machen!

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Die Geschichte vom Löwen, der keine Maus sein wollte und der Katze, die eigentlich keine Freunde brauchte – 4. Kapitel

Ein Löwe gibt nicht auf

Das, was der Löwe damals bei der Katze beobachtet hatte, ließ ihm keine Ruhe. Wie war es dem fremden Löwen gelungen, ihre Gunst so schnell zu erwerben?

Und als endlich der Frühling wieder ins Land kam, begann er zu begreifen: Der andere Löwe hatte die Katze freundlich angesprochen, hatte ihr Komplimente gemacht, hatte sie beachtet. Und siehe da, unsere Katze machte die Augen auf und war voller Begeisterung und Dankbarkeit, dass ein Löwe mit ihr sprach!
Das also müsste das Geheimnis sein, dachte der Löwe grimmig und wunderte sich, dass es so einfach war. Das müsste er doch auch lernen können! Und machte sich gleich einen Plan: Er wollte üben, genauso mit den anderen Tieren umzugehen, wie dieser Löwe es getan hatte. Dann endlich würden sie auch ihn anerkennen und als Löwen wahrnehmen!

Aber, so dachte er sich, es würde am besten sein, nicht gleich bei der Katze zu beginnen. Er wollte die neue Kunst erst mal an einer leichteren Aufgabe versuchen.

Als erstes probierte der Löwe seinen neuen Trick an einer kleinen Blume aus, die vor ihm stand und auf die er beinahe getreten war.
„Oh, entschuldigen Sie vielmals, Frau Blume, da hätte ich sie beinahe getreten! Welche Ungeschicklichkeit von mir. Dabei sind Sie eine so schöne Blume. Ihre gelbe Blüte leuchtet in der grünen Wiese wie eine kleine Sonne!“ Die Blume sah erstaunt zu ihm auf. Dann lächelte sie ihm zu und sagte freundlich:
„Danke Herr Löwe, keine Ursache! Ich bin so was gewöhnt von Leuten wie Ihnen. Aber es ist sehr nett, was sie da sagen über mein Leuchten. Nur: ich bin doch blau. Ist das denn wahr, leuchte ich trotzdem?“
Der Löwe war etwas verwirrt, denn er hatte das einfach so vor sich hingesagt, ohne die Blume wirklich anzusehen. Jetzt erkannte er, sie war gar nicht gelb! Wie peinlich. Die Blume war tatsächlich blau. Es war ein helles, zartes Blau, das er glaubte, schon einmal gesehen zu haben.
„Natürlich leuchtet ihr Blau wie der Himmel. Das mit der Sonne war nur so ein ganz allgemeines Beispiel, wissen Sie“, stammelte er. Aber die Blume war nicht böse.
„Manchmal wäre ich lieber gelb“, flüsterte sie ihm zu „aber das ist mein Geheimnis. Es ist mir eine Ehre, dass sie sich das immerhin vorstellen können!“ Der Löwe sah die Blume mit dem gelben Geheimnis groß an. Eine Blume, die gelb sein wollte statt blau! dachte er verwirrt, so etwas gab es also auch.
„Ich kann für sie läuten. Ich bin eine Glockenblume“, bot sie ihm an.
„Danke, das wäre schön“, sagte der Löwe und musste unwillkürlich seufzen, weil er daran dachte, dass er selbst eigentlich auch singen konnte. Beinahe wäre ihm das rausgerutscht. Aber er lauschte höflich.
„Entschuldigen Sie, ich höre aber nichts“, meinte er dann.
„Sie müssen mit ihren großen Ohren einmal ganz nah an mich herankommen, Herr Löwe. Mein Läuten ist sehr leise, man kann es nur hören, wenn man ganz still ist.“ Der Löwe staunte. ‚Ich dachte, Geräusche sind nur schön, wenn sie ordentlich laut sind‘, brummelte er vor sich hin. Aber er tat was die kleine Blume ihm gesagt hatte, beugte sich zu ihr hinunter und lauschte angestrengt. Und tatsächlich, da hörte er es. Ein ganz zarter, vorsichtiger Glockenklang war es, ein süßer Klang. Und er war nur für ihn.
„Das ist wunderschön, was sie da können, Frau Glockenblume!“ rief er aus. Die Blume macht eine kleine Verbeugung
„Bitte schön“, sagte sie ein wenig stolz.
„Und jetzt werde ich bestimmt besser darauf achten, dass ich keine Blumen zertrete“, bot der Löwe an. Die Blume lachte nur.
„Ach ihr Löwen, was ihr alles versprecht! Aber es war mir eine Ehre, Sie kennen gelernt zu haben.“

Der Löwe verabschiedete sich freundlich und ging nachdenklich seiner Wege. Nach einer Zeit legte er sich ins Gras und sah in den blauen Himmel über sich. Er dachte an den Klang dieses Blumenglöckchens. „Was für ein hübsches Geschenk!“ dachte er entzückt. „Und sie hat keine Sekunde daran gezweifelt, dass ich ein großer, wenn auch ziemlich trampeliger Löwe bin. Aber da hat sie wohl Recht“. Er musste lachen.

Für seinen zweiten Versuch wählte der Löwe einen Maulwurf aus, der aus seinem frisch aufgeworfenen Erdhügel herausguckte.
„Einen schönen Guten Tag, Herr Maulwurf, sie sind ja ein fleißiger Gesell! So viele Hügel haben Sie schon aufgeworfen! Die Wiese hier sieht ja aus wie eine kleine Berglandschaft!“, rief er aus.
Der Maulwurf blinzelte ihn irritiert an. War das nicht ein Löwe? Es wäre wohl besser, wenn er so schnell wie möglich wieder untertauchte.
„Entschuldigen Sie Herr Löwe, aber ich muss nach unten, meine Frau ruft mich zum Essen.“

„Schade“, sagte der Löwe schnell, „ich hätte mich gerne noch ein wenig mit Ihnen unterhalten!“
Der Maulwurf zögerte. „Worum geht es denn?“, fragte er misstrauisch.
„Ich frage mich, ob das nicht furchtbar anstrengend ist, was sie da den ganzen Tag treiben, werden sie denn nicht müde davon?“
„Ach“, meinte der Maulwurf mit einem schiefen Lächeln um sein Maul, „wir Maulwürfe machen das eben so. So wie sie, Herr Löwe, eben brüllen oder wie sie stundenlang durch die Steppe traben können. Das ist einfach so. Meinen Sie nicht auch?“ Und er verschwand blitzartig in seinem Loch.

Der Löwe blieb noch ein paar Sekunden stehen. Erstaunlich, dass dieses Tier, das doch den ganzen Tag nur in seiner dunklen Höhle lebte, so viel über Löwen wusste. Und er trollte sich zufrieden davon. Und er überlegte, wen er als dritten ansprechen sollte.

Er traf einen kleinen Hund, der eifrig am Feldrain schnüffelte und ihn erst sah, als er schon direkt vor ihm stand.
„Tu mir nichts!“, rief der Hund erschrocken aus.
„Aber nein, ich will dir nichts tun. Aber sag mir, wer du bist! Bist du nicht ein Hund?“ Der kleine Hund nickte und sein Schwanz, den er zunächst zwischen die Beine geklemmt hatte, kam langsam wieder zum Vorschein.
„Du kannst bellen, stimmts?“, sagte der Löwe freundlich.
„Ja, kann ich schon, aber unser Leo auf dem Hof, der bellt viel lauter als ich. Das ist ein Schäferhund, weißt du“, antwortete der Hund bescheiden.
„Bell doch mal!“, forderte ihn der Löwe auf und der kleine Hund bellte tapfer ein paar Mal. Es klang ein wenig wie eine quietschende Kinderrassel.
„Gar nicht schlecht, du musst nur noch ein wenig üben“, ermunterte er den Kleinen.
„Meinst du wirklich?“, freute sich der Hund. „Alle nennen mich Angsthase, weißt du? Dabei bin ich ein richtiger Hund. Du hast es ja auch gesagt.“
„Natürlich bist du ein Hund, das ist doch klar, das sieht doch jeder!“, beteuerte der Löwe.
„Weißt du was, Löwe“, sagte der kleine Hund, denn ihm war da gerade ein ganz und gar mutiger Gedanke gekommen: „Kannst du mal für mich ein bisschen brüllen? Mal sehen ob ich es schaffe, nicht vor Angst zu zittern. Das wäre toll.“
„Gerne, mach ich“, grinste der Löwe freundlich und brüllte erst nur ein kleines Bisschen. Der Hund sah ihn an, stand ganz still und wedelte mit dem Schwanz.
„Toll, ich hatte kein bisschen Angst“, strahlte er.
„Gut, dann brülle ich jetzt lauter“, warnte der Löwe. Dieses Mal sah er, wie der Schwanz des kleinen Hundes zu zittern begann und wieder ein wenig hinabsank.
„Nur Mut“, sagte er begütigend.
„Und was ist, wenn du mich doch beißen willst?“, zitterte der kleine Hund.
„Löwen die brüllen, die beißen nicht!“, scherzte der Löwe, um den kleinen Hund aufzumuntern. Der kleine Hund schaute den Löwen verdutzt an und lachte dann aus vollem Halse los:
„Toll, Herr Löwe, das ist ein guter Spruch. Er kommt mir irgendwie bekannt vor. Und er stimmt sicher. Los, brüll noch lauter Löwe!“
Nun brüllt der Löwe so, wie ein Löwe wirklich brüllt. Aber der kleine Hund stand da und wedelte begeistert mit dem Schwanz. „Ich habe keine Angst vor dir, ich habe keine Angst vor dir! Löwen die brüllen, die beißen nicht!“, jubelte er und sprang munter herum. „Ich muss schnell zurück auf den Hof und das alles dem Leo erzählen. Dann wird er mich nicht länger auslachen. Danke, Herr Löwe, Sie haben mir sehr geholfen“.
Und weg war er.

„Nun sehen sie mich also doch“, stellte der Löwe befriedigt fest. Doch interessiert waren sie alle eigentlich nur an sich selbst. Aber schließlich ging es ihm ja auch nicht anders. Der Löwe schmunzelte. So einfach ließ sich diese Welt also betören! Wenn ihm das nur schon jemand früher gesagt hätte! So ein simpler Trick!

Aber es war noch mehr passiert. Irgendetwas hatte sich geändert im Leben des Löwen. Er merkte es aber erst nach und nach.
Wenn er in diesen Tagen im Gras lag und eine Lerche singen hörte, lauschte er einfach ihrem Gesang. Das hatte er noch nie getan. Und es gefiel ihm. Wie schön das war, dieser hohe Himmel und dort der kleine, kaum sichtbare Vogel, der für alle auf der Erde unten den Frühling verkündete. „Warum habe ich das bloß früher nicht gesehen?“, grübelte er. Und da fiel ihm sein eigener „Löwengesang“ ein, seine dummen Versuche, selbst singen zu lernen und er musste plötzlich lachen, denn er stellte sich vor, wie das wäre, wenn er da oben rumschwirren und trällern sollte. Er würde – plumps – ganz einfach runterfallen und statt zu singen würde er alles zusammenbrüllen vor Schmerzen. Also, das konnte die Lerche wahrhaftig besser als er, besser als es jeder Löwe es je können würde!

Als er auf einer hellen Waldlichtung Rast machte, schaute er erst, ob er sich nicht aus Versehen auf irgendwelche Blumen legte. Und dann sah er sie alle, wie sie ihm dankbar zulächelten, die blaue Glocke, das goldgelbe Köpfchen, die rosa Blütenschnur, die stachelige, violette Kugeldistel. Wie schön sie waren und er hatte sie noch nie so nah gesehen. Er grüßte in der Runde und freute sich über ihren Anblick. Sie verneigten sich und wehten ihm einen süßen Duft zu, der schon nach Sommer roch.

Da musste er plötzlich an die Katze denken und er fragte sich zum ersten Mal, warum sie da eigentlich gelegen hatte. Wartete sie auf jemanden? Wollte sie die Sonne in ihrem Fell spüren? Wollte sie einfach nur schlafen? Er wurde plötzlich richtig neugierig. Er wollte unbedingt wissen, was diese Katze den ganzen Tag dort an der Wegkreuzung trieb.

Und so lief er zu der Stelle, wo die Katze immer gelegen hatte.

 

Notiert von Paspa

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Lafontaine-Wagenknechts „Aufstehen“ ist gescheitert. „Aufstehen“ aber ist keineswegs erledigt.

Ich unterscheide vier Phasen:

I. Absichtsbekundungen, Erwartungen

Es fing wohl schon irgendwann Ende 2017 an. Aber richtig los ging es ab Juli/August 2018 bis zur Gründungspressekonferenz am 4.9.2018.

Es wurden die schönsten Absichtserklärungen abgeliefert in Richtung einer lebendigen, von unten wachsenden, nicht zentral gesteuerten, diskutierenden, breiten demokratischen Sammlungsbewegung. Sie sollte selbst nicht parteigebunden sein, jedoch mächtig einwirken in einem wirklich sozial-demokratischen Sinn auf die Linkspartei, die SPD und die Grünen. Ihr Interesse für dieses Angebot bekundeten in kurzer Zeit mehr als 100.000 Menschen.

II. Eklatantes Versagen der Initiatoren und jeder Führung

Das ist die Phase nach dem 4. 9. bis zum offenen Ausbruch des Desasters mit der Agentur Dreiwerk. Letzteres ereignete sich zwischen Ende November und Mitte Dezember 2018.

In dieser Phase bildeten sich recht schnell zahlreiche regionale und örtliche Initiativkreise. Für deren wichtigste Aufgaben gab es keinerlei Unterstützung von „der Zentrale“. Das äußerte sich besonders in: – keinerlei Zugriff auf die Adressen der gemeldeten Interessenten – keine Internetplattform zu Meinungsaustausch und Vernetzung – absolute Intransparenz der Arbeit einer „Zentrale“ und eines „Mittelbaus“.

Trotz dieser schlechten Bedingungen setzte die Entwicklung zahlreicher örtlicher Initiativen nicht nur ein, sondern hielt an.

Die schwerwiegenden Mängel sind nicht mit der überwältigend hohen Zahl der Interessenten zu erklären. Sie sind viel mehr Ausdruck eines nicht basisdemokratischen, sondern letztlich bonapartistischen Politikmodells der Hauptinitiatoren Lafontaine und Wagenknecht. Beide waren bestrebt, ihr unzureichendes Führungsgewicht in der Linkspartei durch die Sammlungsbewegung drastisch zu erhöhen. Der Traum ist die von einem autokratischen Volkstribunen geführte, in sich wenig strukturierte, mittels der sogenannten sozialen Medien geschmeidig lenkbare Partei großer Massen. Die Vorbilder Sanders und Macron (!) wurden beschworen. Jedoch funktioniert, so meine ich, die Massenmobilisierung auf dem linken Flügel in Deutschland nach anderen Gesetzen.

Das Dreiwerk den entscheidenden Schuss vor’s Bug setzte (setzen konnte), ist beredter Ausdruck der Traumtänzerei der Leute, die diese „Zusammenarbeit“ zu verantworten haben. Zugleich gab es, unabhängig von dem Dreiwerk-Skandal, eine langsam ansteigende Unzufriedenheit „der Basis“.

III. Verunsicherung, Interregnum, Gärung

Die Phase von Mitte Dezember 2018 bis bis 10.3.2019 Rücktritt Wagenknechts

Ende Dezember war der Bankrott der Führung eingetreten. (Ich würde gern statt unpersönlicher Bezeichnungen, wie „Führung“, „Zentrale“, Ross und Reiter nennen. Das ist mir als einfachem Mitglied an der Basis jedoch unmöglich, weil „die da oben“ immer völlig intransparent agierten, so dass für Nichteingeweihte keine persönlichen Verantwortlichkeiten erkennbar waren.) Widersprüchliche Signale zeigten an, dass „oben“ Verunsicherung eingetreten war, erste halbherzige Kritik war vernehmbar („offener Brief“, 16.12.2018), offensichtlich gab es Kräftegezerre (provisorisches Statut 15.1.2019), Wagenknecht war verschwunden, ein relativ markantes Ereignis war ein Beratungs- und Mobilisierungscamp in Dortmund am 23.2.2019 (Bülow, Kirner). Dort wurde erstmals neben zunehmender rhetorischer Basisorientierung der Veranstalter offen die Idee der selbständigen Organisation autonomer Basisgruppen („Rat der Ortsgruppen“) geäußert.

Es gab Ortsgruppen, keiner weiß wie viele, die sich recht autonom entwickelten.

Diese dritte Phase war zunehmend von einem zähen Kampf bestimmt, in dem (verschiedene?) Kräfte aus der Zentrale versuchten, ihre Autorität gegenüber der Basis über einen funktionierenden „Mittelbau“ herzustellen bzw. zu festigen, während sich andererseits Basisaktivisten und -gruppen zunehmend entschlossen von Steuerung befreien wollten.

Wagenknechts Rückzug bedeutete das Eingeständnis des Scheiterns ihres (partei-)machtpolitischen Projekts „Sammlungsbewegung“ und zugleich ihr Scheitern als eine der Führerinnen der Linkspartei. An dieser Weggabelung entschied sie sich nicht zum rücksichtslosen Einsatz für das „Aufstehen“, sondern für den Bundestagssitz in ihrer Fraktion.

IV. Wettlauf?

Diese Phase hat am 10.3. begonnen.

Fast zeitgleich haben sich mindestens vier Teams an den Start gestürzt. In Abwandlung einer bekannten Frage Bülows (des anderen Bülow ;-)) könnte man rufen: „Wofür laufen sie denn?“ Sehr einfach: Die 170.000 Interessierten (in der Phantasie leicht mit 3 multipliziert) sind ein Schatz! Ungehoben und Begehrlichkeit weckend.

Am Start sind:

  1. eine Gruppe mit Achim Hagemann, Antje Vollmer, Frank Havemann, Hendrik Auhagen, Ingo Schulze, Ludger Volmer, Marco Bülow, Michael Brie, Peter Brandt, Sabrina Hofmann, Wolfgang Zarnack. Ihre Erklärung steht hier.
  2. eine Gruppe, die unterschreibt „Herzlichst Dein Aufstehen Team“ und „aufstehen.de“ benutzt. Dort wird also aus der alten „Zentrale“ heraus agiert, der Trägerverein ist im Boot und Sahra wird zum Hamburger Auftritt am 14.3. beglückwünscht.
  3. Eine Gruppe, die unter „Aufstehen- Wiki“ firmiert und die Webseite „Aufstehen-info“ betreibt. Diese will schnell einen Verein gründen und sich zu diesem Zweck in Bielefeld am 23.3. treffen. Hier stehen die namen Christoph Rust, Werner Noske, Gerhard Paul Nadolny, Guido Schulz. (Nach den Namen zu googeln, fördert Wunderliches zu Tage.)
  4. Ich weiß nicht, ob man Sahra und ihre Hamburger Enthusiasten als eigene Gruppe bezeichnen kann. Das Video ist bei der Tube unter „Aufstehen für ein soziales Land?“ leicht zu finden.

Mein Vertrauen hat keine dieser Gruppen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es wirklich einen Wettlauf gibt. Alles hängt von der Basis ab. Will sie sich einem Sieger in  die Armee werfen?

Die autonome Bais ist vorhanden. Sie ist nicht erledigt. Aber sie ist zahlenmäßig nicht stark, und – noch wichtiger – sie ist sich ihrer selbst nicht sicher. Monatelange Proteste zehntausender, nicht zentral geführter Gelbwesten – davon trennen uns Welten, trennen uns Jahrhunderte ganz eigener Entwicklung.

Doch dass ein ernsthaftes Sicheinlassen auf den Gedanken der DIREKTEN DEMOKRATIE heute in Deutschland unter „normalen Menschen“ möglich erscheint, das ist ein unglaubliches Ergebnis von sechs Monaten des Bemühens um „Aufstehen“. Schon deshalb hat es sich gelohnt. Und es wird sich für den Zeitraum, den ich überblicken kann, weiter lohnen.

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In Andersens Märchen rief das kleine Kind während der Prozession:

Aber er hat ja nichts an!“

Und sein Vater sagte immerhin: ‚Herr Gott, hört des Unschuldigen Stimme!“ 

Heute machen die Kinder selbst Prozession. Aus Jux sind sie nackt. Dafür lassen sie sich von den Zeremonienmeistern (und einigen Eltern) zu ihren prächtigen Kleidern beglückwünschen. 

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Treffend und in Maßen verärgert…

äußert sich Analitik zum „Zirkus um die Kinder-Umwelt-Demos“.

Er vergisst oder hält es nicht der Erwähnung wert, dass es Einzelne – sage Luisa Neubauer – frühzeitig zum Sternchen schaffen.


Und 2. (weil ich nun schon mal beim Anzeigen von Perlen bin) Hinweis wieder mal auf Kyrillow. Er spricht über eine Materie, von der ich nicht die geringste Ahnung habe und auch nicht kriegen will und werde – den amerikanischen Film, den amerikanischen Comic. Er macht das so gut, dass es ein Vergnügen ist, zu lesen und zu bedauern, davon nichts zu verstehen.

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Interview zum Buch „Der tiefe Staat schlägt zu“

Zum genannten Buch, das Ullrich Mies auch hier angekündigt hatte, hat er dem Magazin „Rubikon“ ein Interview gegeben, hier nachzulesen.

Ich möchte aus dem lesenswerten Text die folgende Passage hervorheben, in der es um die Periodisierung der aggressiven imperialistischen Politik der USa und ihrer Vasallen seit 1990 geht:

„Können Sie auf einer Chronik skizzieren, wie wir diese historisch einmalige Chance auf einen Weltfrieden versemmeln konnten? Wie konnte die westliche Welt nach den Erfahrungen des Kalten Krieges erneut in eine Spirale des Misstrauens, des Wettrüstens und der gegenseitigen Abschreckung zurückfallen? Wie wahrscheinlich ist eine Eskalation zwischen West und Ost?

Bitte lassen Sie mich kurz auf das Wort wir eingehen. Ich wehre mich gegen dieses Wir. Wir als Bevölkerung haben gar nichts versemmelt. Das ist einzig und allein das Werk der Herrschafts-Eliten. Das ist das verlogene Wir des Merkel-Regimes, das immer dann aus der Propaganda-Tonne gezogen wird, wenn neue Schein-Wahlen anstehen. Das Wir ist eine Fiktion, weil es in westlichen Klassengesellschaften ein oben und ein unten gibt, eine kleine Gruppe von Entscheidungsträgern kein wir.

Nun zur Chronik. Ich kann das hier ja nur kurz ausführen. Die westlichen Herrschaftskasten haben die Friedensdividende planvoll Schritt für Schritt versemmelt. Im Zentrum dieses Zerstörungsprozesses der Friedensdividende steht die NATO-Ost-Expansion. Bei der NATO-Expansion bestimmten und bestimmen die USA die Gangart. Die Aufnahme immer neuer Länder in das Bündnis diente und dient der Ausweitung des eigenen Ideologie- und Machtbereichs bis in die Tiefe des eurasischen Raumes. Die USA definieren die ganze Welt, insbesondere den eurasischen Raum, zu ihrem Sicherheitsinteresse. Der Expansionsprozess ist noch nicht abgeschlossen und die transatlantischen Imperialisten sind grob gesprochen in mehreren Phasen vorgegangen.

Erstens gab es eine Orientierungsphase des Bündnisses und die Suche nach neuen Aufgaben von 1990 bis 1993. Zweitens die Revitalisierung des US-Weltführungsanspruchs, Erhaltung und Stärkung dieser Dominanz sowie Festigung der NATO-Expansionsplanungen von 1994 bis 1998. Darauf folgte von 1999 bis 2001 die Aggressionsphase I, konkret der Jugoslawienkrieg, 9/11 und der war on terror, der Krieg gegen Afghanistan, die erste NATO-Erweiterungsrunde mit Polen, Tschechien und Ungarn. Als zweite Aggressionsphase bezeichne ich die Zeit von 2002 bis 2010. In der Zeit erfolgte die Konsolidierung des US-Weltherrschaftsanspruchs, die Kündigung des ABM-Vertrages, die Kriege gegen Irak, Libyen, Georgien, die zwei NATO-Erweiterungsrunden um Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Slowakei und dann um Albanien und Kroatien. Als dritte Aggressionsphase bezeichne ich die Zeit von 2011 bis 2013 mit dem beginnenden Syrienkrieg, der antirussischen Hysterie sowie der offenen Feindschaft gegen Russland. In diese Jahre fällt auch die Phase vor dem Putsch in der Ukraine und der vorläufige Höhepunkt der Feindschaft, die Politik der Nadelstiche gegen Russland, die Militärmanöver und Dislozierung von schweren Waffen an die russischen Grenzen. Die vierte Aggressionsphase beginnt aus meiner Sicht 2014 mit dem Putsch in der Ukraine, der Eskalation des Syrienkrieges, dem Propaganda-, Sanktions- und Wirtschaftskrieg, dem paranoiden russophoben Hass, den exzessiven Militärmanövern, der Aufrüstung, der Kündigung des Iran-Atomabkommens und des INF-Vertrages. Auch die vierte NATO-Erweiterungsrunde um Montenegro 2017 gehört dazu. Welche Blutspur die USA bei ihren Kriegen seit 9/11 hinterlassen haben, zeigt Nicolas S. Davies in seinem Beitrag auf. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die von den USA geführten Kriege seit 2001 zwischen 5 bis 7 Millionen Menschen das Leben gekostet haben.

Aber die Täter geben keine Ruhe, sie wollen immer weiter expandieren. Und diese Expansion gibt es nur zum Preis eines massiven Konflikts mit Russland beziehungsweise mit China. Diese Konflikte nehmen die neokonservativen transatlantischen Abrissbirnen der internationalen Ordnung billigend in Kauf. Aus meiner Sicht bilden diese neokonservativen außenpolitischen US-Eliten zusammen mit den transatlantisch orientierten Vasallen-Kadern Deutschlands und der wichtigen EU-Staaten ein elitenfaschistisches Komplott, das die Menschen in zahllosen Ländern und in Europa selbst in diese Tragödie geführt hat. Über diese Zusammenhänge hat Kees van der Pijl einen interessanten Beitrag unter dem Titel geliefert Die Achse des Bösen die US/Israel NeoCon-Connection.

Daher ist es auch kein Zufall, dass unter anderem die Aufnahme der Ukraine und Georgiens auf der politischen Aggressions-Agenda dieser Transatlantiker steht. Die neokonservativen Transatlantiker sind die Akteure der Gegenaufklärung. Mit ihnen sind weitere Konflikte auf der Weltbühne vorprogrammiert. Sie sind das Krebsgeschwür der internationalen Politik, sie unterstützen politische Metastasen wie in der Ukraine oder jetzt in Venezuela. Daher auch der Untertitel des Buches wie die westliche Welt Krisen erzeugt und Kriege vorbereitet.“

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Die Geschichte vom Löwen, der keine Maus sein wollte und der Katze, die eigentlich keine Freunde brauchte – 3. Kapitel

Die anderen Tiere

Er verstand das alles nicht. Vielleicht waren Katzen einfach nur dumm? Oder sah er doch gar nicht aus wie ein richtiger Löwe? „Vielleicht aber wissen die anderen Tiere gar nicht, was ein Löwe ist“, versuchte er sich zu beruhigen.
Andere Löwen wurden sofort von allen Tieren als Löwen erkannt, manchmal gefürchtet, oft bewundert, selten geliebt aber immer geachtet. „Schau mal, ein toller Löwe!“, sagte ein Pferd zu ihm und zeigte aber auf einen anderen Löwen. Unserem Löwen blieb die Luft weg.
Aber vielleicht war dieses Pferd einfach zu vernagelt. Am besten versuchte er es einmal bei seines gleichen.

Er näherte sich einer kleinen Gruppe von Löwen, die in einer Ecke standen und debattierten. Er stellte sich einfach dazu, so als sei das ganz normal und wartete. Niemand beachtete ihn. Sie redeten sehr angeregt mit einander. Manchmal lachten sie, dann wieder schienen sie nicht einer Meinung zu sein. Warum sollte er nicht einfach mitreden?
„Ich bin übrigens auch ein Löwe“, sagte er laut mitten in den Redeschwall der anderen hinein. Niemand sah zu ihm hin. Niemand schien ihn gehört zu haben.
„Darf ich fragen, worüber die Herren sprechen?“, fragte er in seinem zweiten Versuch. Der eine Löwe sah kurz zu ihm hin und runzelte die Stirn. Er antwortete nicht. Er redete einfach sehr laut weiter und ignorierte unseren Löwen. Ja ihm war so, als würden sie sich noch dichter zusammenstellen, damit er keinen Platz mehr zwischen ihnen fände.
Jetzt ging es in dem Gespräch um die Frage, ob eine Kuh oder ein Schwein besser schmeckte. Man ereiferte sich sehr.
„Ich mag am liebsten Kälberfleisch“, platzte der Löwe mitten in die Diskussion hinein. Jetzt sahen alle vier auf und musterten ihn kurz und mit unfreundlichen Gesichtern.
„Hat Sie jemand um ihre Meinung gefragt?“, meine der eine Löwe und sah ihn abschätzende an. Dann wandte er sich wieder an die anderen: „Wo waren wir noch stehen geblieben?“
Und sie sprachen weiter, ohne sich im Geringsten um diesen fünften Löwen zu kümmern, der da neben ihnen stand. Als er schließlich leise davon schlich, merkte es keiner von ihnen.
Was sollte er tun? Er war verzweifelt. Er stand da und dachte bei sich: „Sie wollen einfach nicht sehen, dass ich ein Löwe bin. Genau wie meine Mutter. Sie gönnen es mir nicht. Sie wollen mich kränken. Sie haben einfach beschlossen, mich zu ignorieren“.

Der Löwe wurde sehr wütend, aber seine Wut machte alles nur schlimmer. Dann schließlich begann er sogar daran zu zweifeln, ob er überhaupt wirklich ein Löwe war. Er selbst wusste es natürlich. Aber warum sahen die anderen es nicht?

Da fiel ihm wieder die Katze ein und er wurde sehr traurig.

So ging das Jahr dahin. Der Löwe aber wurde seinen Ärger nicht mehr los. Wenn er einen Vogel sah, dachte er wütend, „Kann ich das nicht auch?“ Und er hatte keinen Blick für die Eleganz, mit der die Vögel am Himmel kreisten. Wenn er eine Grille hörte, so dachte er traurig an seine einsamen Opernarien. Und er hörte dem Gesang der Grillen in den warmen Sommernächten nicht zu, sondern schimpfte, weil sie ihn am Schlafen hinderten. Wenn er andere Löwen brüllen hörte, verschlug es ihm vor Neid die Sprache. Er wusste zwar, das konnte er auch. Aber er fürchtete, dass es die anderen Löwen doch besser konnten und er wollte sich nicht blamieren. Wenn ein Hund daherkam und einen dicken Knüppel im Maul mit sich trug, dachte er grimmig, dass er sehr viel stärker sei. Aber er hatte keine Lust mehr, es zu zeigen. Und so glaubten die Hunde, die ihm begegneten, dass er nicht einmal dicke Äste tragen könne wie sie. Wenn er beobachtete, wie der Pelz des Luchses in der Morgensonne glänzte, strich er sich missmutig über sein eigenes wunderbares Fell.

So machte das Leben keinen Spaß.

Und da es bald Winter sein würde, zog er sich zum Nachdenken in eine Höhle zurück. Oft dachte er an die Katze.

 

Notiert von Paspa

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Fundstück – 14.3.2019 – Cacatov – geupdatet ;-)

Das Volk, „der große Lümmel“, an dem wir aufgeklärten Aktivisten so oft (fast) verzweifeln (weil es meistens nur in der Sonne dösen möchte, allenfalls noch „Wein, Weib und Gesang“ im Sinn hat), diese Schlimmen, die auch noch „der Souverän“ sein wollen, die sind wirklich – und nun Ironie aus! – bewundernswert in ihrem unendlichen Erfindungsreichtum. Nun also die Gelbwesten mit der ultimativen Waffe „Cacatov“.

Das waren noch Zeiten:

 

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