Jahreswechsel

Vom Jahr 2020 de Ausnahmezustands

zum Jahr 2021 des Ausnahmezustands.

Liebe Freunde,
ich finde es beeindruckend, wie sich unsere Gruppe des demokratischen Widerstands entwickelt hat und was ich miterleben durfte. Beeindruckend ist auch, was sich um uns herum entwickelt; mit dem letzten Höhepunkt der Polizeiwillkür, der Monica ausgesetzt wurde (detaillierter Bericht hier).

Ganz allgemein habe ich das Gefühl, dass der Ernst zunimmt. Und damit wächst auch das Bedürfnis, ja die Notwendigkeit, zu begreifen.

Ich rechne weiter mit der Entschlossenheit der politisch Mächtigen und Superreichen, die Gesellschaft um und um zu wälzen. So umzuwälzen, dass schließlich für sehr viele Menschen kein Lebensraum mehr bleibt. Neu ist dieses Bestreben nicht aber gegenwärtig ist es ihnen mittels der Plandemie gelungen, in ein akutes, buchstäblich galoppierendes Tempo überzugehen. Diese Bewegung abwärts, ob als Schussfahrt oder als allmähliches Gleiten, kann keine einzelne gesellschaftliche Gruppe, keine Klasse stoppen. Das können nur die 90%, also diejenigen, die man früher das Volk genannt hat.

Deswegen dreht sich mein ganzes Nachdenken darum, wie wir das Volk bewegen können.
Da meine ich: Das A und O ist es, dass wir selbst Volk werden. Wir mögen vieles sein – Aufklärer, Anreger, Erzieher, Anstoßer, sogar Anschreier, Aktivierer jeder Art. Aber eines MÜSSEN wir sein immer und überall – einfach Teil des Volkes.

Das Volk trägt immer seine tägliche Last. Den Druck heute versucht es auszuhalten. Es passt sich ihm an und versucht ihn zu überstehen bis zum „Licht am Ende des Tunnels“. Wir müssen seine Last wahrnehmen und empfinden, unsern Teil mittragen. Dabei schweigen wir nicht. Wir sprechen die Ängste, Qualen und Befürchtungen aus, die eigenen und die der Anderen. Wir teilen uns dem Anderen mit. Vertrauensvoll sprechen und sich austauschen mit den Anderen, so dass Bindungen entstehen und fester werden.

Die großen Querdenken-Demonstrationen im August und September haben bewiesen, dass wir sehr viele sind aber nicht die Mehrheit. Solche Demos zeigten Kräfteverhältnisse auf, konnten aber nicht das Ende des Ausnahmezustands erzwingen.

Massendemos mit der Zielrichtung konkrete demokratische Ergebnisse zu erzwingen, wie die vom 18.11.in Berlin, hatten nicht nur bedeutend weniger Teilnehmer als die erstgenannten, sie sind auch Demonstrations- und Übungsgelegenheit für die überlegene Repressionsmacht des Staates im Ausnahmezustand.

Es zeichnet sich ein Teufelskreis ab von konsequentem demokratischen Protest – zunehmender Repression – erbittertem Protest von kämpferischen Aktivisten – zunehmender Repression mit (noch dosierten) terroristischen Vorgehensweisen der Polizei – Aufreiben der besten Widerstandskämpfer für Demokratie. Wir dürfen uns nicht in diesen Teufelskreis ziehen lassen. Widerstandskämpfer müssen eine Konfrontation vermeiden, in der sie voraussehbar unterliegen. Das gilt auch für Anselm Lenz.

Wir brauchen Aktionsformen, nichtöffentliche und öffentliche, die uns in engen, spannungsarmen Kontakt bringen mit der besorgten aber nicht kämpfenden Mehrheit. Um zu beratschlagen und Wege des politischen Widerstands zu suchen, die den Verhältnissen angepasst sind.

Meine Vorstellung, wie das z. B. aussehen könnte:

Wir konzentrieren uns darauf, ANSPRECHENDE Flugblätter/Infoblätter zu machen und regelmäßig in die Briefkästen zu stecken. (Etwa alle 14 Tage ein neues Flugblatt. Zwanzig Leute, je 100 Flugblätter erreicht 2000 Haushalte.)

Um ansprechend zu sein, sollte jedes Flugblatt/Infoblatt

  • ein/zwei konkrete Probleme der Menschen ansprechen
  • auf ein, maximal zwei Infoquellen hinweisen, die zu diesen Problemen hilfreich sein können
  • das persönliche Gespräch zu diesen Problemen anbieten
  • das Blatt sollte zweifarbig sein
  • Auf der Rückseite sollte das Blatt ein Bild/Karikatur bringen + einen Spruch, Redewendung, Gedicht, kurzen Text eher unterhaltender/aufbauender Art.

Im besten Fall werden die Blätter so populär, dass die Leute schon darauf warten und sie auch ihren Nachbarn und Bekannten weitergeben oder sie sammeln.

Die Flugblatt/Infoblatt-Strategie sollten wir gleichlaufend und gleichgewichtig mit einer Strategie wöchentlicher Mahnwachen koppeln. Am Rande der Mahnwache sollte selbst unter Notstandsbedingungen das in den Infoblättern angebotene persönliche Gespräch möglich sein. Verbunden mit der Mahnwache könnten wohl auch künstlerische/Agit-Prop-Darbietungen möglich bleiben. Vielleicht sind über die Mahnwache Weiterverteiler von Infoblättern zu gewinnen. Vielleicht sind schließlich Menschen zu gewinnen, die sich unserer Gruppe anschließen oder in anderer Form selbst aktiv  werden.

Der Sinn der persönlichen Gespräche ist es m A. n. Sorgen auszusprechen und damit auszutauschen, sie also als GEMEINSAME zu verstehen, die gemeinsam und öffentlich angegangen werden müssten („res publica“).

Ich meine, dass wir uns realistischerweise auch um eine Antwort auf die Frage: „Wen wählen?“ bemühen sollten. Veranstaltungen zur Vorbereitung von Wahlen stehen unter dem ausdrücklichen Schutz des Grundgesetzes und können auch von einer sich selbst ermächtigenden Staatsmacht nicht problemlos beseitigt werden.

All das sind nur einige vorläufige Gedanken…, die hoffentlich Rückmeldungen auslösen, die uns weiterbringen.

Jetzt aber erst einmal herzliche Grüße an alle Freunde, an alle Bekannten und Unbekannten, die nicht aufgeben

vom alten Blogschreiber.

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Eine Antwort zu Jahreswechsel

  1. Johannes S. schreibt:

    Zu diesem Weihnachten kommt mir nicht die Weihnachtsgeschichte, die Geburt Jesus Christus
    in den Sinn, sondern das Handeln von Christus, dass in der Theologie und auch von den Christen
    verdrängt und nicht gerne gehört wird.
    Jesus jagt die Händler aus dem Tempel. Dann ging Jesus in den Tempel, jagte alle Händler und Käufer hinaus, stieß die Tische der Geldwechsler um  und rief ihnen zu: »Ihr wisst doch, was Gott in der Heiligen Schrift sagt: ›Mein Haus soll ein Ort des Gebets sein‹, ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!«
    Die Welt ist zu einer Räuberhöhle geworden, in der Lug und Trug herrscht.
    Diese Geschichte kann mit der gegenwärtigen Situation in Beziehung gesetzt werden.
    Nach zweitausend Jahren verlieren sich die spirituellen und durchaus humanistischen
    Werte der christlichen Religion, verkehren sich in das Gegenteil,, wie dies in der westlichen Welt in
    der Corona-Krise entsetzlich zum Tragen kommt. Da hilft es wenig, wenn der Papst verkündet hat, Kapitalismus tötet und bei der Corona-Irreführung schweigt und aktiv mitmacht.

    Gleichwohl wünsche ich allen, insbesondere Opa, viel Kraft, Besonnenheit und Verharren und Ausgeglichenheit.

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