Der Streit

Der Streit ist keine der üblichen Meinungsverschiedenheiten. Er spaltet die Unterstützerszene. Könnte sein, daß er sie vernichtet.

Als Mollathunterstützer, „selbst ernannter“ und durchaus nicht intim/intern involvierter (qualifiziert allenfalls als „Verschwörungstheoretiker vom Dienst“, wie inzwischen auch Ursula Prem gemerkt hat), gebe ich zwei, drei (oder sogar vier) Eindrücke wieder:

1

Ich bemerke, wie viel Selbstgerechtigkeit in vielen Statements zum Ausdruck kommt.

2

Hat mich die Selbstgerechtigkeit nicht überrascht – erfahrungsgemäß reagieren in Konfliktsituationen aber auch in ganz läppischen, konfliktarmen Situationen viele Menschen so – versetzt mich etwas anderes in Erstaunen:

Wie ein ungezügelter Hass hervorbricht (der im gegebenen Zusammenhang verbal bleibt). Darüber muß ich noch nachdenken. Es könnte sein, daß da Wesentliches unserer Gesellschaft zum Ausdruck kommt.

3

Im Streit werden Tiefpunkte erreicht, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Einer der Übelsten sei hier dokumentiert:

„Gabriele Wolff sagte am 16. Oktober 2013 um 18:56 :

Wenn ich mich recht erinnere, war RA Dr. Woertge auch einmal Vorstand in einer kommerziell ausgerichteten Unternehmung mit demselben Zweck und Ziel (Vorfinanzierung von Prozessen), stieg dort aber rechtzeitig aus, bevor sie Insolvenz anmeldete.

Es ist schon verblüffend, wie sich die Geschäftsmodelle der Wirtschaft und die der alternativen Projekte gleichen, bis hin zum Abgreifen von staatlichen Subventionen und Steuerbegünstigungen.“

4

Am Pranger

Schandpfahl

Als ich im Urlaub im einst wundersamen Gottsbüren auf diese Nachbildung eines Schandpfahls stieß (Siehe auch hier), dachte ich nicht nur: Sieh an, mit derlei „christlich-jüdischem Kulturgut“ wirbt die Tourismusindustrie eigentlich eher selten. Mir wurde auch klar, was für ’ne demokratische Angelegenheit das damals war. Einer oder Eine stand da und man/frau konnte sie nach Herzenslust anspucken. Nix weggesperrt. Totale Transparenz sozusagen.

5

Oben hatte ich maximal vier Eindrücke versprochen. Nun doch noch ein fünfter: Während ich gerade schrieb, habe ich zwischendurch auch mal auf einlaufende Blogkommentare geblickt. Hintereinanderweg vier Jubelkommentare verschiedener Leute für Strate. Fast hätte ich sie mit dem schlechtem Gewissen des Zensors in den Papierkorb geschmissen. Dann fiel mein Blick auf die allen Vieren einheitliche IP-Nummer:217.247.132.134. Nun habe ich nur drei (ohne schlechtes Gewissen) in den Papierkorb geschmissen. Einer darf (sozusagen als Trophäe) stehen bleiben.

Jungs oder Mädels, wie doof seid Ihr eigentlich?

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18 Antworten zu Der Streit

  1. kranich05 schreibt:

    Kleiner Eigenkommentar:
    wenn ich bemerkte, daß die Jungs oder Mädels es nicht nötig hatten, ihre IP-Nummer zu wechseln, heißt das nicht, ich würde glauben, daß sie nur eine einzige IP-Adresse zur Verfügung haben.

  2. Beate N. schreibt:

    Man bräuchte halt jetzt eine Lösung für das Problem und keinen Wettkampf wer was wann schon immer und überhaupt wusste und wer jetzt wieder der Beste Schlaueste Vorausschauendste Mildtätigste Selbstloseste Richtigste ist denn hinterher ist man immer schlauer! Damit dann alle ihre Energien wieder den Banken, dem § 63 und Co zuwenden! Und dieser Link wäre schon mal ein guter Anfang wieder ins Thema Banken einzusteigen:
    http://www.ardmediathek.de/rbb-fernsehen/dokumentation-und-reportage/staatsgeheimnis-bankenrettung?documentId=17619360

    • Beate N. schreibt:

      ich möchte noch ein n, ein Komma oder auch mehrere, ein doppel s und einen Duden kaufen

      • kranich05 schreibt:

        Mit dem „n“ konnte ich aushelfen. Hurra! 🙂
        Mit dem „doppel s“ war ich überfordert und habe – echt schlau – diese Klippe mit einem „damit“ umschifft. Hurra! 🙂
        Das mit den Kommata erkläre ich zu Deinem (denkmal)geschützten, unverwechselbaren, eigenen Stil. Hurra! 🙂
        Den Duden, wenn Du (zu meinem Leidwesen (wegen denkmalgeschütztem Stil)) darauf bestehen würdest, würde ich Dir schenken, für…, für… – Grund fällt mir noch ein. 🙂
        Man (und frau) sieht, Probleme sind dazu da, um gelöst zu werden.

  3. b.schmid-oertel schreibt:

    Auch wenn „dieses Problem“ gelöst ein wird, wobei ich annehme, das ist aus anwaltlicher Sicht recht komplex, da es ja auch irgendwann darauf ankommen wird, wie Herr Mollath zu entschädigen sein wird und welch prekäre Umstände ihm noch immer zugemutet werden.
    Vorallem zugemutet von einem sog. Rechtsstaat (Bayern !) und den Strukturen dieses Konstrukts, da ja bislang anscheinend niemand mit derartig eklatantem Unrecht angemessen umzugehen gelernt hat, was die Abgründe hinter der Fassade erst recht erschreckend erscheinen lässt *!*
    Klar ist, es sind nicht nur „die Banken“ und der „§ 63“ , sondern es bleibt die riesige Ignoranz der „Masse“, die den Akteuren hinter den Banken und der Legislative die Freiräume immer noch gewährt, die derartige „Fälle“ überhaut erst ermöglichen….

  4. velogrino schreibt:

    Noch ein Beitrag zum Fall Mollath und zum Abgreifen von Fördermitteln aus der Heimatstadt des Gepeinigten.
    http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/post-sv-kassierte-zu-unrecht-fordermittel-1.3225122
    Die gute Frau kann vom Glück reden, daß sie sie nur gemobbt haben, und nicht gleich für 7 Jahre in die Hupfla verräumt haben.

  5. D 7 schreibt:

    @Opa u.a.

    -Politische Naivität
    Wer wie Mann/Frau glaubt, sich im Eigenblog im politfreien Raum zu bewegen wie letztens vor allem Herr Dr. Strate und Frauen Wolff und Prem, dem kann kaum noch geholfen werden. Insofern darf dem immer noch nicht aufgelösten bayr. Landesamt für „Verfassungsschutz“ für die erfolreiche Spaltungsarbeit des Pro-Mollath-Lagers in den letzten Wochen nur gratuliert werden…

    -In der Sache
    Letsch etc. werden zuviel unwichtige Einzelheiten öffentlich wie z.B. Nick- oder Kosenamen von (irgendwelchen mehr oder weniger verdienstvollen) Mollath-Unterstützern. Was Letsch betrifft – wenn zutreffen sollte, daß er Tausende Teuro für Steuerberatung in der Gemeinnützigkeitsfrage ausgab – dann ist doch nicht Letsch (wie zu oft öffentlich geschehen in den letzten Tagen )öffentlich anzuprangern

    -Daraus folgt
    Wenn sich diese deutschen Gutmensch(inn)en jetzt nicht zurücknehmen (besonders grässlich Frau Wolff am 16. Oktober 2013 um 18:56), dann wird die Anti-Molltah-Gegenseite, die aktuell an der Archillesverse der Spendenfrage als Einfallstor so erfolgreich ansetzte, mit den von ihr mobilisierten Grossmedien obsiegen.

    Gruß, D7.

  6. Pingback: … Herr Strate … bewundernswerte Konsequenz … | opablog

  7. Breitenbach schreibt:

    MOLLATH-GEMEINDE VOM SPAL­TER­PILZ BE­FAL­LEN

    Wie konnte es so weit kommen?
       Gänzlich unvorhersehbar war das Ereignis nicht; im Ge­gen­teil war es frü­her oder spä­ter zu er­war­ten ge­we­sen – eher frü­her als spä­ter, wür­de ich mei­nen: nur gut, daß es nicht be­reits ein­trat,  b e ­v o r  Gustl Mol­lath (bis auf wei­te­res) frei­kam. – Denn:

    Wer war die Mollath-Gemeinde (ich nen­ne sie »Ge­mein­de«, weil ich bei sei­nem Vor­na­men un­will­kür­lich an den »Lat­ten-Gustl« den­ken muß – auch dies wo­mög­lich  e i n  Aspekt der ihr in­ne­woh­nen­den, »ma­so­chi­stisch« an­mu­ten­den Selbst­zer­stö­rungs­ten­denz, auf die noch zurück­zu­kom­men ist)?
       Wer die Mollath-Gemeinde war, weiß nie­mand so ganz ge­nau, da sie sich in er­ster Li­nie aus Bei­trä­gen im In­ter­net ge­speist hat. Die über­wie­gen­de Zahl der Wort­mel­dun­gen wuß­te durch­aus die dort an­geb­lich (noch im­mer?) vor­herr­schen­de und von den Usern als Frei­heit in­ter­pre­tier­te Ano­ny­mi­tät die­ses Me­diums zu schät­zen (in Zei­ten to­ta­li­tär wer­den­der Über­wa­chung so et­was wie ein Da­na­er­ge­schenk: »Der HErr hat’s ge­ge­ben [konn­te schein­bar nichts da­ge­gen tun, för­der­te es in Wirk­lich­keit nach Kräf­ten], der HErr hat’s ge­nom­men [›er‹ kann näm­lich auch un­ter die Dä­cher bzw. Bett­decken schau­en; dies der wah­re Grund je­ner nur halb­her­zig ver­steck­ten För­de­rung]«).
       Genau wußte man nur über sie, daß sie nie ge­schlos­sen  a g i e r t  hat und dies aus dem an­ge­führ­ten Grund auch nicht konn­te so­wie daß sie nur  r e agiert hat – auch dies aus dem glei­chen Grund nie­mals ein­heit­lich, da es sich, wie ge­sagt, um kei­ne ge­schlos­se­ne, zu­min­dest an­hand ih­rer Bei­trä­ge klar als sol­che ab­grenz­ba­re Grup­pie­rung ge­han­delt hat­te. Ei­ne »Mol­lath-Ge­mein­de« im stren­gen Sinn hat es fak­tisch da­her nie ge­ge­ben.
       Für sich genommen bot allein diese Tat­sa­che al­len An­laß zu den schlimm­sten Be­fürch­tun­gen hin­sicht­lich ih­res Zer­falls bzw. be­vor­ste­hen­der Spal­tun­gen. Denn weil es kei­ner­lei er­kenn­ba­re Kom­man­do­struk­tur gab, wa­ren vie­le ih­rer Funk­tio­nen mehr­fach be­setzt (z.B. gab es me­hre­re Spen­den­kon­ten), so­daß der Rechts­nach­fol­ger des 3. Reichs da­ran sei­ne Freu­de ha­ben muß­te: »Hitl­er hat­te es sich zum Grund­satz ge­macht, daß sich die Macht­be­rei­che und Äm­ter sei­ner Un­ter­ge­be­nen über­schnit­ten. Bei Da­lue­ge und Hey­drich mach­te Himm­ler da­raus ei­ne Kunst­form« (Ri­chard Breit­man, 2001 [Orig.-Ausg. 1998]: Staats­ge­heim­nis­se; Gold­mann, Mün­chen).

    Warum war die Spaltung der Mollath-Gemeinde sonst noch zu er­war­ten ge­we­sen?
       Erstens, weil – vorausgesetzt, das Mollath zu­ge­füg­te Un­recht war kein »blö­der« Zu­fall – für ei­nen mo­no­li­thisch agie­ren­den Block nichts leich­ter ist als Op­po­sitio­nel­le in sich aufs Blut be­kämp­fen­de Frak­tio­nen zu spal­ten (die Ge­schich­te kennt mehr als ge­nug Bei­spie­le die­ser Art) – selbst wenn die­se nicht bloß »vir­tu­ell« exi­stie­ren -; dies wal­te seit Bis­marck Zucker­brot & Peit­sche.
       Zweitens, weil sich in dieser Gemeinde Leu­te mit den un­ter­schied­lich­sten Denk­an­sät­zen und ergo: po­li­ti­schen Vor­stel­lun­gen tum­mel­ten, was An­laß zu per­sön­li­chen Rei­be­rei­en und Ani­mo­si­tä­ten ge­nug bot.
       Drittens, weil Leute egal welchen »ideo­lo­gi­schen« (i.S. ei­ner von außen be­ein­fluß­ten Denk­wei­se – so der vom Ori­gi­nal, i.e. Marx & En­gels, ab­wei­chen­de Sprach­ge­brauch Le­nins) Zu­schnitts auf­grund le­bens­lan­ger Dres­sur (sie­he: Zucker­brot & Peit­sche) heut­zu­ta­ge ge­wöhn­lich nicht mehr da­zu in der La­ge sind, län­ge­ren Sta­te­ments kon­zen­triert zu­zu­hö­ren, ge­schwei­ge denn sich an­schließend struk­tu­riert da­zu zu äußern. Da­her las­sen sie ein­an­der – nach dem Mu­ster sämt­li­cher TV-Talk­shows – zu­meist auch nie­mals aus­re­den und len­ken auf je­de denk­ba­re Art vom The­ma ab (ei­ne äußerst be­lieb­te Vor­ge­hens­wei­se ist, ad ho­mi­nem statt ad rem zu »ar­gu­men­tie­ren« – Scho­pen­hau­er-Le­ser wis­sen mehr). – Schon aus die­ser Un­fä­hig­keit zu kon­zen­trier­tem Zu­hö­ren, der In­to­le­ranz ge­gen­über dem Aus­re­den-las­sen an­de­rer, folgt, ab­so­lut ge­nom­men, die Un­fä­hig­keit, sich auf ver­bind­lich fest­zu­le­gen­de Ve­rein­ba­run­gen zum ge­gen­sei­ti­gen Wohl zu ei­ni­gen. Letz­te­res ließe sich am ehe­sten als »Un­fähig­keit zur Frei­heit« um­schrei­ben.. Ein Maß, das ge­ra­de für selbst­er­nann­te (und an­de­re als die­se  k a n n  es nun mal nicht ge­ben) Kämp­fer für Frei­heit sen­su stric­to als Dif­fe­ren­tial­dia­gno­sti­kum zu gel­ten hat.

    Sind dem Unrecht anheimgefallene Opfer per sal­do re­si­stent ge­gen­über sol­cher Frei­heits­un­fä­hig­keit?
       Nach Lage der Dinge ist dies sehr un­wahr­schein­lich. Ernst Se­ler et­wa stößt als Kom­men­ta­tor im Blog von Ur­su­la Prem das von Letsch be­züg­lich Mol­lath ge­äußer­te Wort »Pa­tient« auf – gleich­zei­tig stellt er sich je­doch blind ge­gen­über dem Wort »Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker«, das eben­so auf ei­ne psy­chia­tri­sche Stig­ma­ti­sie­rung von als »Pa­ra­noi­kern« be­zeich­ne­ten Per­so­nen ab­stellt (d a n n  al­ler­dings wä­re et­wa auch ein Schil­ler »Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker« ge­we­sen, da er sich li­te­ra­risch mit hi­sto­ri­schen Vor­gän­gen zu Ge­nua be­faß­te).
       Selektive Blindheit, selbstdestruierende Wahr­neh­mungs­stö­run­gen sind – ne­ben de­nen der Ver­fol­ger – häu­fig durch Ver­fol­gung ok­troy­ier­te cha­rak­ter­li­che Merk­ma­le der Ver­folg­ten selbst.
       Daher sind gerade Nicht-Verfolgte in der Pflicht, Ver­folg­ten bei­zu­ste­hen, da sie noch am ehe­sten in der La­ge sind, sich selbst ein ob­jek­ti­ves Ur­teil zu bil­den; von außen se­hen die Din­ge häu­fig an­ders als von in­nen aus.
       Gegenüber jenen selbstzerstörerischen ge­dank­li­chen »Vi­ren« wa­ren – bis auf Le­nin – auf­fäl­liger­wei­se ge­ra­de Lin­ke sel­ten bis nie im­mun. Die »Mol­lath-Ge­mein­de«, so man sie denn als »links» ein­ord­nen will, bil­det hier kei­ne rühm­li­che Aus­nah­me. Al­les an­de­re wä­re nach dem Ge­sag­ten auch all­zu un­wahr­schein­lich.
       Summa summarum: Es gibt »hö­he­re« Prin­zi­pien, de­nen man nicht un­ge­straft aus­wei­chen kann; daß das Rück­grat ge­wöhn­lich nicht links steht, zählt da­zu.
       Fehlende Freiheitsfähigkeit – die Unfähigkeit, ge­mein­sam für al­le da­ran Be­tei­lig­ten ver­bind­li­che Be­schlüs­se zu fas­sen und sich da­ran zu hal­ten – droht al­ler­dings, zu ei­ner Kon­stan­te des ZEIT­gei­stes zu wer­den – falls sie nicht be­reits da­zu ge­wor­den ist.

    Ist diese Unfähigkeit zur Freiheit irgendwie mit dem Na­tio­nal­cha­rak­ter ver­ban­
    delt?
       Spätestens seit Heinrich Manns ›Untertan‹ möch­te es fast bei den Deut­schen so schei­nen. Doch we­der auf der Ska­la der Na­tio­nen noch auf dem Zeit­strahl sind fest in­stal­lier­te Merk­ma­le von Frei­heits­un­fä­hig­keit ding­fest zu ma­chen. Be­te­ten et­wa noch auf in ihren Anus ge­trie­be­nen Pfäh­len fest­ge­bun­de­ne Rus­sen auf trei­ben­den Flößen bis zu ih­rem un­aus­weich­lich ein­tre­ten­den qual­vol­len Tod bis zu­letzt für das Wohl des Za­ren, so konn­ten ih­nen die Bol­sche­wi­ki dies er­folg­reich aus­trei­ben. Im Kon­trast hier­zu traf Deut­sche – we­nig­stens Woll­schlä­ger zu­fol­ge – an den Kreuz­zü­gen im­mer­hin kei­ne Schuld: fe­der­füh­rend wa­ren al­lein Fran­zo­sen ge­we­sen. Und wer woll­te et­wa den Nach­kom­men der des­sen Ur­ein­woh­ner früh­zei­tig an den Rand eines Ge­no­zids füh­ren­den Neu­land­ge­winn­ler des »wil­den We­stens« al­len Ern­stes die Be­reit­schaft zu »free­dom & de­mo­cra­cy« be­schei­ni­gen?

    Nein; nichts wird so heiß gegessen wie gekocht – die Frei­heit, Mol­lath zu un­ter­stüt­zen, am al­ler­we­nig­sten. Hof­fent­lich ha­ben wir es un­ter mut­maß­lich Gleich­ge­sinn­ten »nur« mit ei­ner Art psy­cho­lo­gi­schem Boo­me­rang-Ef­fekt zu tun: das wä­re noch die harm­lo­se­ste al­ler Er­klä­run­gen…

  8. D7. schreibt:

    @Breitenbach

    „… Leute egal welchen »ideo­lo­gi­schen« … Zu­schnitts [sind] auf­grund le­bens­lan­ger Dres­sur (sie­he: Zucker­brot & Peit­sche) heut­zu­ta­ge ge­wöhn­lich nicht mehr da­zu in der La­ge, län­ge­ren Sta­te­ments kon­zen­triert zu­zu­hö­ren, ge­schwei­ge denn sich an­schließend struk­tu­riert da­zu zu äußern.“

    Beruflich bedingt kann ich sowohl „konzentiert zuhören“ als auch mich „anschließend dazu strukturiert äußern.“

    Ihre langatmigen Ausführungen über den Zeitgeist mit dem Zuckerbot-und-Peitsche-Hinweis über Fromms „fear of freedom“-These zu Heinrich Manns volksdeutschem Charaktertyp Heßling halte ich für sowohl für nabelschauerisch-wichtigtuerisches als auch halbgebildet-wirres Geschwätz. Das zur Sache nicht nur nichts beiträgt. Sondern dessen Autor – Sie, Herr Breitenbach – nicht mal den direkt vor Ihrem Beitrag stehenden Hinweis auf erfolgreiche Spaltertätigkeit des sogenannten „Verfassungsschutzes“ im (von Ihnen „Gemeinde“ genannten) pro-Mollath-Lager lesen bzw. verstehen konnte.

    Hier mein Tipp: erst lesen, dann denken, dann Materialsammeln, nachlesen, nachdenken, gliedern, ersten Entwurf machen. Nach erster Pause diesen durchsehen/bearbeiten. Und nicht vor der zweiten Pause und nochmaliger Durchsicht auf „Kommentar absenden“ drücken …

    • Breitenbach schreibt:

      Herzlichen Dank für die­se Il­lu­str­at­ion ei­nes »ar­gu­men­tum« »ad ho­mi­nem statt ad rem«!

      Doch macht man sich mit spe­ku­la­ti­ven Hin­wei­sen auf die all­ge­gen­wär­ti­ge Ge­heim­po­li­zei die Sa­che nicht doch gar zu ein­fach?

  9. Erich Stephany (Menschenrechtler) schreibt:

    Ergänzung zu meiner Gegendarstellung vom 18.10.2013 und den Kommentaren von Frau Gabriele Wolff vom 16,18 + 20.10.2013
    dem Kommentar von ernesto F. 45 und Herrn Klaus Stölzel im Opablog (auch verlinkt im Wolffblog).

    Mir wurde von Herrn Ernst Frischholz, Herrn Stölzl und auch Frau Gabriele Wolff wahrheitswidrig unterstellt, ich hätte wirtschaftliche Verbindungen zu Herrn Fritz Letsch und finanziell vom gustl-for-help Spendenkonto zu Unrecht profitiert und einen Betrug begangen. Dies entspricht nicht den Tatsachen.
    Wie in meiner o.g. Gegendarstellung ausgeführt, wurden mir n u r die Kosten in Höhe der von mir vorgestreckten Auslagen für die Demo erstattet. Eine tatsächliche Erstattung der Hotelkosten, wäre überhaupt nicht möglich gewesen, weil dazu die erforderlichen Mittel in den Spendenkonten n i c h t vorhanden waren und drei Monaten nach der Kundgebung auch nicht sind.

    Freunde Gustl Mollaths fragen sich berechtigterweise, wie es in der Kontoaufstellung zu der Ausgabe für Hotelkosten in der Aufstellung gekommen ist. Im Vorbereitungsteam wurde nachweislich mit keinem Wort über eine eventuelle Übernahme der Hotelkosten gesprochen, obwohl ein namhaftes Mitglied und gleichzeitig Unterstützer mir gegenüber eindeutig dafür plädierte.

    Herr Letsch forderte mich auf a l l e Belege über die Kosten, die mit der Kundgebung im Kausalzusammenhang stehen, mitzubringen, die ich als Veranstalter vorgestreckt habe. Obwohl ich ursprünglich eine Übernahme meiner sehr hohen Aufwendungen nicht in Betracht gezogen habe, wurden zunächst auch die Rechnungen über die Hotelkosten (nicht der Fahrkosten) übergeben und Herr Letsch und auch ich wollten überlegen, ob eine Erstattung legitim, vertretbar ist und ob überhaupt noch entsprechende Mittel eingehen würden.

    Die Gesamtrechnung wurde vom Vorbereitungsteam bestätigt, ich wurde eindeutig entlastet. Die Gesamtrechnung kann eingesehen werden! Ich habe a l l e Belege vorgelegt und auch Herr Letsch hat die Rechnungen eingehend und ausgesprochen kritisch geprüft.
    Den Beleg von der Fa. Billmann lehnte Herr Letsch ab, da es sich damals noch nicht um die Schlußrechnung handelte. Aus diesem Grund wurde bis zum heutigen Tag n a c h w e i s l i c h und ü b e r p r ü f b a r die Schlussrechnung der Fa. Billmann-Schalltechnik über meine vorgestreckten
    Kosten in Höhe von 1.294 Euro (abzüglich der Demo-Barspenden n i c h t überwiesen). Eine Überweisung dieser Kosten an die Fa. Billmann ist deshalb in der Kontenaufstellung vom ZBB auch n i c h t aufgeführt. Dies kann ich auch durch meine Bankauszüge belegen! Da die Übergabe der Belege in einem sehr kurzen Gespräch erfolgte und danach n u r per E-mail die Kostenerstattung erörtert wurde, erstattete Herr Letsch o h n e dies mit mir abzustimmen, die Hotelkosten, während die Erstattung der von mir vorgestreckten Kosten für die Schalltechnik offen blieb! Deswegen kam
    es nur zu einer Überzahlung von 118,14 Euro, die zurückgezahlt werden.
    Diese nicht abgesprochene Überweisung der Hotelkosten beruhte eindeutig in erster Linie auf einem Kommunikationsproblem.

    Ich bin von München aus, kurzfristig als Veranstalter „eingesprungen“ , um dieses politsch wichtige und brisante Vorhaben der Kundgebung zu retten und doch noch realisieren zu können. Aus diesem Hintergrund sind mir als „Auswärtiger“ als Veranstalter zusätzliche Kosten von insgesamt
    1536 Euro für insgesamt 7 Fahrten von München nach Nürnberg in Höhe von 378 Euro, Kosten für 7 Übernachtungen in einem einfachen Hotel in Höhe von 758 Euro und hohe Telefonkosten für zwei Monate über 400 Euro entstanden. D a diese Kosten in einem ursächlichen Zusammenhang zu meiner Veranstaltereigenschaft standen, wäre es angesichts der Höhe meiner Aufwendungen legitim und naheliegend gewesen, wenn ich oder jemand aus der Gruppe diese hohe Belastung thematisiert hätte und zumindest ein Teil der Kosten erstattet worden wäre. In einem anderen Fall wurde ohne Beschluss berechtigt Solidarität in Anspruch genommen.
    Die Behauptung mir wären die F a h r kosten erstattet worden und es wären Spenden, die ich geworben habe, nicht auf das Konto eingezahlt
    entsprechen nicht der Wahrheit. Die angekündigten von mir geworbenen Spenden von Dr. Marx, Herrn Döring und W.Schreiber wurden direkt von den Spendern auf das Konto eingezahlt und verbucht.

    Herrn Fritz Letsch habe ich darauf angesprochen, wie er o h n e mit mir dies abzustimmen, in seiner Stellungnahme zu seiner unrichtigen Angabe kam, dass mir i n g e s a m t d i e völlig überhöhte Kostenerstattung von insgesamt c i r k a 2.700 Euro zustehen würde. Die Antwort war, dies wäre nur eine S c h ä t z u n g gewesen. Ich habe Herrn Letsch ersucht, Aussagen bezüglich der Demo-Kosten verlässlich mit mir abzustimmen,
    zumal ihm die Gesamtrechnung nicht vorlag und er die Zusammenhänge schwer beurteilen konnte.
    Ich betone nochmals, dass ich eine Erstattung der Hotelkosten nicht haben will.

    Wie bereits ausgeführt ist es unlauter, einen Zusammenhang zwischen der noch nicht abschließend geklärten Spendenaffäre und den zweckgebunden Demo-Spenden herzustellen. Auch bin ich kein Verteidiger von Herrn Fritz Letsch, sondern plädiere für eine faire, objektive
    Aufklärung und habe mich in meinem Kommentar vom 16.10.2013 bevor ich selber vorverurteilt wurde, deutlich gegen Vorverurteilungen ausgesprochen.
    Es für mich mehr als enttäuschend und auch zutiefst zuwider, wenn ich als Veranstalter einspringe, 2000 Euro vorstrecke, über 1500 Euro persönlich
    übernehmen muß, um die Kundgebung zu realisieren (wer nimmt schon dieses Risiko bzw. und diesen Eigenanteil auf sich ?), den Großteil der Organisationsarbeit über zwei Monate mit Akribie und Umsicht leiste, die mentale, körperliche und finanzielle Belastung auf mich nehme, die Kundgebung ein großer Erfolg war und nunmehr ich mit einem unreflektierten Mißtrauen konfrontiert und vorverurteilt und hintergangen werde, ohne das es zu einem persönlichen Gespräch kommt.
    Die Kundgebung wurde in den blogs kaum wahrgenommen, gewürdigt und darüber diskutiert, aber aktuell negativistisch die Spendenaffäre auch auf die Demo übertragen……

    Die Vorwürfe des Betruges kamen insbesondere von Herrn Stölzel, der mich gut kennt und der die Demo mit vorbereitet hat, aber auch im Gabriele Wolff blog.
    Diese Anschuldigungen hätten ohne weiteres bereits im Vorfeld innerhalb des Vorbereitungsteams in mitmenschlicher Weise geklärt werden können.
    Ein Buchtitel von Wolfgang Leohardt heißt “ Die Revolution frisst ihre Kinder“. Wenn wir Unterstützer,dazu gehören auch die blogger und die
    bloginhaber nicht bewußter und umsichtiger sind, kann dies dazu führen „Die Freunde Gustl Mollaths machen sich gegenseitig fertig!“

    Bei der aktuellen Diskussion um die Spendenaffäre werden alle Beteiligten und alle Unterstützer, zu denen m.E. auch die Kommentatoren und bloginhaber zählen mit den Themen mehr oder weniger konfrontiert:
    Mißtrauen oder Vertrauen, Eindruck wird zum Vorurteil zur Vorverurteilung, die Fragwürdigkeit und Relativität von Bewertungen ,Richten, Rechthaberei, Ferndiagnosen im Blog über Menschen, die man nicht kennt, Intrigen, Einfühlungsvermögen, Empathie, Objektivität und moralische und intellektuelle Redlichkeit, Destruktivität- Menschlichkeit, Rücksichtslosigkeit oder Respekt vor dem Mitmenschen, Unrecht- Recht, Gerechtigkeit, Bewußtsein. Alles Themen die zum Wegräumen und dann zur Befreiung geführt haben.
    Der brisante Fall Mollath konfrontiert uns im Guten, wie im Schlechten, wie in einem Spiegel. Deshalb scheiden sich am Fall Mollath die Geister!
    Frau Gabrielle Wolff plädiert dafür, dass der Rest des Trauerspiels nicht öffentlich ausgetragen wird……
    Kritik und Fragen erbitte ich unter firdous@web.de.Dann ist das Thema Demospenden für mich abgeschlossen!
    Ein Abdruck dieser Stellungnahme geht an Herrn Stölzel, Herrn Frischholz, Herrn Rainer Hoffmann, Herrn Fritz Letsch, Herrn Dr. Strate und Herrn Mollath.
    Bei meinem Namen „Menschenrechtler“ bleibt es,
    Danke für die Aufmerksamkeit.

  10. D7. schreibt:

    @Breitenbach: 1) gern geschehn, 2) Spanisch kann nicht mal lesen, 3) wieso soll „man“ es sich „zu einfach“ machen àla OStA´in a.D. Wolff, die den realexistierenden „Verfassungsschutz“ in Form des Bayr. Landesamts für literarische Fiktion hält?

  11. Pingback: Pulverdampf, Titanenkampf, Gruppenkrampf | opablog

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