Pulverdampf, Titanenkampf, Gruppenkrampf

Als die große Mollath-Solidaritätswelle sich aufzubauen begann – November/Dezember 2012 – ist auch Frau Gabriele Wolff ins Thema eingestiegen (Dr. Gerhard Strate auch, ebenfalls der Opablogger, wenn es erlaubt ist Kleines zugleich mit Großem zu nennen). Frau Wolff brachte die tief verinnerlichte Oberstaatsanwältin mit und die erprobte Krimiautorin. Beide gemeinsam lieferten zahlreiche Texte zur Unterstützung von Gustl Mollaths Kampf für seine Befreiung von Justiz- und Psychiatriewillkür. Diese Texte waren zugleich aufklärerisch und gut lesbar und hatten große positive Wirkung.

Etwas weniger überzeugend agierte Frau Wolff mit ihren Versuchen, den Fall Mollath gesamtgesellschaftlich einzuordnen bzw. dies zu vermeiden. Die Betrachtung als „Rosenkrieg“ in irgendwie feministisch entgleisten Justizverhältnissen wurde im Laufe der Zeit stillschweigend fallen gelassen. Doch auch unabhängig von solch einengendem Blickwinkel stellte Frau Wolff zwar zahlreiche Beispiele des Fehlverhaltens von Justizpersonen kritisch fest, schwang sich aber nie zu einer zusammenhängenden grundsätzlichen (oder gar „fundamentalen“) Kritik des realexistierenden Rechtsstaats der realexistierenden BRD auf. Als ich sie einlud zum Entwurf der Willenserklärung der Mollathmahnwache vor der bayerischen Vertretung in Berlin am 6.7.2013 ihre Ideen beizusteuern, erhielt ich eine freundlich formulierte Absage, die sie mit ihrer Skepsis gegenüber jeglichen öffentlichen Aktionen („Druck der Strasse“) begründete. Dass Dr. Strate auf meine Einladung nicht einmal antwortete, registrierte ich auf demselben Blatt.

Ich sehe ein hermetisches Rechtsverständnis in dem das, was „Rechtsstaat BRD“ ist, als bestverfasste Welt gilt, deren möglichst reibungsloses Funktionieren der lebhafte Juristendisput, aufgeweckte Journalisten, das Wirken „begnadeter“ Verteidiger und am Ende der Liebe Gott gewährleisten mögen. Darüber steht zwar groß: „Im Namen des Volkes“, was aber unbedingt leeres Wort bleiben muß.

Wenn nun Jemand kommt, der behauptet, dass in der BRD-Gesellschaft des Antagonismus das Recht zwar durchaus für Alle gilt und durchaus für Alle gewisse Schutzfunktionen bereithält aber dennoch ganz bestimmten Interessen dient (nämlich den herrschenden), dann geht bei Frau Wolff (und all ihren Gesinnungsgeschwistern desselben Levels) ein ganzes Feuerwerk roter Lichter los. Dann stopft sie das schärfste Ding, das sie sich überhaupt vorstellen kann, in ihren Granatwerfer. Es ist der Vorwurf, dem Klassenkampf anzuhängen bzw. einen Klassenstandpunkt zu vertreten. Hier ihr aufschlußreicher Kommnetar.

Verbreiten möchte ich mich über Klassenkampf jetzt nicht. Allzu offenkundig ist, dass Frau Wolff nur eine Keule schwingt. Ihre „Begründungen“, daß der Untergang der DDR den Klassenbegriff erledigt habe, oder dass nicht einmal mehr „DIE LINKE“ solchen Utopien anhänge, beweisen zu Genüge, dass Frau Wolff sich hier in einem Metier bewegt, in dem sie nicht ganz zu Hause ist (sage einer, ich könne nicht höflich sein). Nur soviel: A. Der Untergang der DDR und Folgeereignisse sind leider glänzende Beweise für zentrale Erkenntnisse der Klassentheorie und überhaupt des Historischen Materialismus (um einen weiteren Shocking-Begriff zu erwähnen). B. Die bis jetzt erarbeitete Klassentheorie (und ebenfalls der Historische Materialismus) haben sich als absolut unzureichend (fehlerhaft, Stückwerk) erwiesen, um die Gesellschaft erfolgreich zu gestalten, die den Kapitalismus aufhebt. C. – sage ich jetzt nicht, sprengt das Thema.

Ich verüble Frau Wolff keineswegs, dass sie plötzlich mit Klassentheorie anfängt. Unschön aber ist die denunziatorische Absicht:

„Wie lautete eigentlich das Thema Ihrer Dissertation?“ – – –  Nee, Frau Wolff, von mir erfahren Sie nischt. Ich schweige wie das Grab. Allerhöchstens ein Tip (doch der ist heiß): Kurchiplag!

Am Ende ihres Kommentars raunt sie, dass das Internet mir einen Herzinfarkt verpassen könnte, aber sie sage nichts – Mein Jott, was für’n Theater.

Irgendwo auf ihrem Blog entlarvt sie mich weiter (habe keine Lust, den Link herauszusuchen, würde ihn mit „wehmütig“ wahrscheinlich leicht finden). Sinngemäß: Ich würde so schreiben, als würde ich die Zersetzungspraxis der Stasi anwenden, und ich würde mich sogar – jetzt platzt die Bombe! – wehmütig der DDR erinnern. Dazu ein Link auf mein eigenes (sehr lesenswertes! ;-)) Blog „tageundjahre“ (muß ich unbedingt wieder weiterführen), der zwar interessant ist, aber ausgerechnet zu Wehmut recht wenig hergibt. Verehrte Literatin, hoffentlich taucht in Ihrem Universum nicht mal eine Figur Mollath auf, die befreit zu Hause sitzt und sich plötzlich mit Wehmut einer Zeit mit Petra erinnert, die damals noch nicht P3M genannt wurde.

Es ist Bestandteil von Gruppenkrampf, wenn Frau Wolff so verwegen ins Klo greift. Hier hatte ich schon einmal ein Beispiel dokumentiert. Den Gruppenkrampf (vielleicht ist diese Bezeichnung doch zu oberflächlich) möchte ich jetzt nicht referieren. Ich hörte kürzlich das Wort vom „Nach-vorn-Schauen“. Wie könnte das funktionieren?

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Lenin, Machtmedien, Materialismus, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

49 Antworten zu Pulverdampf, Titanenkampf, Gruppenkrampf

  1. gabrielewolff schreibt:

    Lieber Herr Kurch,

    ich gebe es ja zu: wegen der Zufälligkeit meines westdeutschen Geburtsorts ist es mir erspart geblieben, das öde Fach Marxismus-Leninismus studieren zu müssen, weshalb ich insoweit Theoriedefizite aufzuweisen habe – die ich als Defizit freilich nicht betrachte. Das Sein, das das Bewußtsein bestimme, war mir als Bewohnerin des 20. Jahrhunderts immer schon suspekt: denn wo wäre mein eigener sozialer Stand zu verorten gewesen in einer Zeit, in der ein Oberinspektor Mühe hatte, eine Familie zu ernähren, während der Polier oder ein industrieller Facharbeiter materiell sehr viel besser dastand – und gleichzeitig alle Schranken des Zugangs zu Bildung fortgefallen waren? (Ganz abgesehen davon, daß der Sozialstatus nur ein Element von vielen ist, die das Sein bestimmen. Werte, Liebe, Freundschaften, Kunst, Lektüren bestimmen es ebenso, wenn nicht gar noch mehr.)

    Als Leserin von Texten des 19. Jahrhunderts war mir klar, wie sehr das Elend von Tagelöhnern und Industrie-Proletariat das nackte bloße materielle Sein umfassend bestimmt hat. Unvorstellbar, wie Dienstmädchen behandelt wurden. Grausam die Wohnverhältnisse in Großstädten. Hunger, Alkoholismus, Kindersterblichkeit, Eltern, die sich zwölf und mehr Stunden am Tag verdingen mußten, um die Mäuler zu stopfen, aber keine Liebe mehr geben konnten. Unter diesen Bedingungen fielen Sein und Bewußtsein in Eins. Klar.

    Heute kommen wir mit dem „Klassenstandpunkt“ natürlich nicht weiter. Ach, Ihre Diss… Mittlerweile ist sie wohl aufgefunden worden – mit der hätten Sie auch im Westen Karriere gemacht, auch wenn es da kein Maschinenbauministerium mit dem Referat Fortbildung gab:

    Zur Leitung von Bildungs- und Erziehungsprozessen bei der sozialistischen Rationalisierung: dargest. an Schwerpunktmaßnahmen d. VEB Mansfeld Kombinat „Wilhelm Pieck“ Eisleben Stammbetrieb/Hüttenbetriebe
    ISBN: OCLC:73072136
    Sprache: de
    Veröffentlichung: 1973
    Autoren: Richard Eilemann Klaus Peter Kurch

    http://peoplecheck.de/s/klaus+peter+kurch

    Kurzum: es ist doch alles sehr viel differenzierter zu betrachten. Mit Fundamentalkritik à la Juristen seien Büttel der Bourgeoisie kommt man nicht weiter. Ich bin da eher für Analyse und Kritik, wie sie in dem jetzt erscheinendem Buch:

    Pommrenke, Sascha & Klöckner, Marcus B. (Hrsg.) Staatsversagen auf höchster Ebene. Was sich nach dem Fall Mollath ändern muss. Frankfurt: Westend. [Verlags-Info] Erscheint am: 12.11.2013. ISBN: 978-3-86489-062-8. Seitenzahl: 208. Ausstattung: Broschur. 12,99 €

    auch unter Mitarbeit von Gustl Mollath geleistet wird. Näheres hier:

    http://www.sgipt.org/lit/westend/MollathWE.htm

    Gefällt mir

    • Winfried Sobottka schreibt:

      Hallo, Lady Gabriele Wolff. Auch Ihnen macht es Freude, gelegentlich in einem nicht völlig gleichgeschalteten Blog zu schreiben, stimmt’s? 🙂

      Stellen Sie sich vor: Hier darf man sogar behaupten, dass es Verschwörungen auf der Welt gebe! Ganz anders also als bei Ihnen, wo nur solche Leute schreiben dürfen, die zumindest in gewissen Abständen immer wieder beteuern, dass es Verschwörungen natürlich nicht in der Realität, sondern nur in der Theorie geben könne.

      Was das von Ihnen empfohlene Buch von Sascha Pommerenke angeht: Bereits der Titel offenbart den Dienst an den Mächtigen, denn im Falle Mollaths noch von einem „Staatsversagen“ zu reden, ist nichts als schönfärbende Demagogie. Ich würde keinen Cent für ein Buch von Pommerenke ausgeben, der ja auch zu den Verschwörungsleugnern auf Ihrem Blog gehört.

      Ansonsten finde ich es immer wieder faszinierend, wie eine Frau, die sich für ultraklug hält, in ihren Kommentaren selbst entlarvt: Unverhohlen maßen Sie sich ein Urteil über Abhandlungen an, die Sie niemals gelesen haben, über die Sie demnach auch nichts wissen können.

      Um Sie davor zu schützen, in Sachen Marxismus eines Tages womöglich völlig dumm zu sterben:

      1. Karl Marx kommt u.a. das Verdienst zu, empirisch bewiesen zu haben, dass der sog. Arbeitsmarkt im Falle bestehender und mit Not verbundener Arbeitslosigkeit nicht nach den ansonsten in der Marktwirtschaft üblichen Gesetzen funktioniert, mithin nicht dem Markt überlassen bleiben darf: Während es an Gütermärkten üblich ist, dass Produzenten nur solange anbieten, wie es sich für sie lohnt, ansonsten auf andere Produkte ausweichen, ist es am Arbeitsmarkt so, dass Arbeiter auch unterhalb des Existenzminmiums Arbeit anbieten, wenn es ihnen in Arbeitslosigkeit noch schlechter ginge. Karl Marx hat das in den 60-gern und 70-gern des 19. Jh. in Manchester empirisch festgestellt, und diese Feststellung ist von der Volkswirtschaftslehre / Makroökonomie aufgenommen worden und gehört heute als unumstößlicher Tatbestand, mit Hinweis auf den Forscher Karl Marx, zur Makroökonomischen Theorie.

      2. Das „Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate“ des Karl Marx wird nicht nur durch das „Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen“ in der Mikroökonomischen Theorie im Grundsatz bestätigt, sondern erklärt u.a. auch, warum Kapitalismus nur als Wegwerfgesellschaft bestehen kann, keineswegs nur zur Ausbeutung von Arbeitnehmern zwingt, sondern auch zu gnadenlosem Raubbau an der Natur! Kapitalismus kann nicht ohne Ausbeutung, aber auch nicht ohne Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, und Marx hat das vor rund 150 Jahren wissenschaftlich bewiesen!

      Lady Wolff, Karl Marx hatte die Fehler des Kapitalismus erkannt und wissenschaftlich entlarvt. Leider hatte er kein Konzept, das zu Besserem führte. Aber er wollte in die richtige Richtung, und er entlarvte die Gefahren und das Schadenspotenzial des Kapitalismus auf höchsten wissenschaftlichen Niveau; er konnte sogar Mathe!

      Lady Wolff, wenn Sie Marx gelesen hätten, dann wäre es wahrscheinlich das Beste von allem, was Sie jemals gelesen haben. Bezeichnend, dass Sie gerade darauf herumtrampeln, m.E. passt das zu Ihnen.

      Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

      Gefällt mir

      • Dian schreibt:

        Sehr geschätzter Herr Sobottka, bitte sehen Sie mir meine Oberlehreralüren nach: Das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate ist nicht „des Karl Marx“ sondern ein in unserer, der kapitalistischen Gesellschaft stets wirkendes und damit ein objektiv existierendes ökonomisches. Dem in Trier gebürtigen Rauschebart ist seine Beschreibung, sein Nachweis und auch seine markige Benennung zu verdanken, er war der Erste, der nachweisliche Entdecker dessen. Mir wäre Ihr kleiner „Fauxpas“ nicht eigentlich erwähnenswert, wenn er mir nicht den Anlass böte, auf die Relevanz dieses Gesetzes gerade in Zeiten von „Bankencrashs“, „Rettungsschirmen“ und „alternativloser“ Politik zu verweisen. Man kann die „Notwendigkeit“ immer wieder „versandender“ Finanzspritzen eigentlich nur mit dem Verständnis der Akkumulation des Kapitals zusammen mit dem tendenziellen Fall der Profitrate widerspruchsfrei anerkennen – und dennoch bekämpfen.
        Dies einem diplomierten Kaufmann wie Ihnen zu erklären bedeutet wohl, Eulen nach Athen zu tragen. Bitte wünschen Sie mit mir, meiner Mühe, letzteren Widerspruch aufhebend, dass hier noch andere Interessierte lesen! 😉
        Herzlichst, Dian

        Gefällt mir

      • Winfried Sobottka schreibt:

        @ Dian: Es hat sich „eingebürgert“, von namentlich bekannten Menschen erkannte/ entdeckte Gesetze nach denen zu benennen, auch in den Wissenschaften, wo u.a. von den „Newtonschen Gesetzen“ die Rede ist. Tur mir Leid, Dian … Vielleicht beim nächsten Mal… 😉

        Gefällt mir

      • Dian schreibt:

        Lieber Herr Sobottka, ich danke Ihnen für Ihre Offenheit und Ihr mir Hoffnung machendes „Vielleicht beim nächsten Mal…“! Die Gelegenheit hier scheint mir vorerst die günstigste. Mein Vorschlag : Ich wollte mit dem Terminus „Marxsches Gesetz vom…“ (sprachlich!) eher leben als mit „Grundgesetz des Isaac Newton“.
        Schönen Abend wünscht Ihnen Dian

        Gefällt mir

    • Stresstest schreibt:

      … solche Schicksale wie die von Frau Wolff beschrieben, erschüttern mich immer noch zutiefst. Man muss sich das auf der Zunge… vorstellen: Ein Fernmeldeoberinspektor, der seine Familie nur mit Mühe ernähren kann! Und dann die reichen industriellen Facharbeiter, deren Kinder einen schrankenlosen Zugang zur Bildung hatten!

      Diese schrecklichen Zeiten sind nun zum Glück vorbei. Manch industrieller Facharbeiter kann sich heutzutage keine Familie mehr leisten und der ein oder andere Oberinspekteur/Supervisor braucht keine. Er fliegt ein-, zweimal im Jahr nach Thailand.

      Übrigens, vor einigen Tagen ist mir Ephraim Kishon im Traum erschienen und ich fragte ihn, was er über den Gustl Mollath UK momentan so denkt? Daraufhin nahm er einen Stift in die Hand und schrieb:

      „KONFLIKTBERATUNGSSTELLE – WEGEN INTERNER STREITIGKEITEN GESCHLOSSEN!“

      Stresstest – „Großraum Krefeld“

      Gefällt mir

    • Klaus G. Stölzel schreibt:

      Sehr geehrte Frau Wolff,

      solange „Juristen“, wie Sie, nicht
      einmal den relativ einfachen 2 + 4
      Vertrag vom 12. 9. 1990 – auch der
      „Moskauer-Vertrag“ genannt – richtig
      lesen können, der wird den „Fall
      Mollath“, nie ursächlich verstehen
      können.

      Deswegen habe ich kein Problem
      damit, das -r- von Juristenp(r)ack
      in eine Klammer zusetzen.

      MfG.

      Klaus G. Stölzel

      Gefällt mir

      • kranich05 schreibt:

        Sehr geehrter Herr Stölzel,
        an Ihren Kommentaren – in denen ich seinerzeit durchaus auch interessante Informationen gefunden habe – mag ich nicht, dass Sie recht freigebig mit Beleidigungen anderer Kommentatoren hantieren. Das Wort „Juristenpack“ hat in diesem Blog keinen Platz, und ich lasse es nur ausnahmsweise 1x hier stehen, damit Jeder/Jede nachvollziehen kann, was ich meine.
        Aus dem gleichen Grund greife ich (noch nachträglich) in einen ihrer vorigen Kommentare ein und entferne eine Beleidigung Herrn Stephanys.
        MfG
        kranich05

        Gefällt mir

      • Dian schreibt:

        Und in (anmaßender) Ergänzung zu Opa Kranichs Worten: Herr Stölzel, bitte beachten Sie, dass es bei Dr. Kurchs wiederholt kunstvollen Wortschöpfungen auf jeden einzelnen Buchstaben ankommt, schon damit er sich nicht selbst zensieren muss!

        Gefällt mir

    • Dian schreibt:

      Sehr geehrte Frau Wolf,

      ich danke Ihnen für Ihre Replik hier.

      Mit deren Beginn, Ihrem Mut, Ihre Einkehr, „ich gebe es ja zu“, veranlassen Sie mich zusammen mit dem einem gestrigen Posting Frieder Kohlers, dem ich dafür danke (https://opablog.net/2013/10/31/benz-strate-snowden-hoevels/#comment-8606), zu eigener Nabelschau auf unser Verhältnis.

      Ihren Blog lernte ich schätzen als Ort konzentriert sachlicher Dokumentation der vornehmlich justiziellen Widersprüche der Causa Mollath, die Sie und Ihre Kommentatoren allgemeinverständlich aufbereiteten. Da die justiziellen „Fehler“ so zahlreich und auch seltener schwerer verständlich waren, gab es weniger These-Antithese-Dispute und es wurden überwiegend Belege, aktenkundige oder zumindest schriftliche Beweise und Tatsachenfeststellungen und deren wichtige, die Widersprüche sichtbar machende Zusammenhänge dort beschrieben. Diese akribische Arbeit leisteten hauptsächlich Sie in Ihrem Blog und ich möchte meine Meinung als dies anerkennend verstanden wissen, wenn ich da feststelle, dass Sie in Ihrer Stichhaltigkeit bisher nur von den Verteidigungs- und Klageschriften Dr. Strates in diesem Zusammenhang übertroffen werden.

      Diese für jedermann lesbare Dokumentation juristischer Angriffspunkte zur Verteidigung Herrn Mollaths schult nicht nur seine Unterstützer sondern selbstverständlich auch seine, meine, unsere(?!) Widersacher. Bei Ihren Angriffen auf die Integrität des hiesigen Blogbetreibers, des verdienstvollen Opa Kranichs, die nach meinem Verständnis nur ganz knapp oberhalb der Gürtelline enden, oder anders mir meinen Geschmack deutlich verdorben haben, erlaube ich mir mein vorangegangenes Fragezeichen allein durch Ihre vorpensionäre(?) Tätigkeit als Staatsanwältin, gar leitende (ohne googlen und Link, deshalb vielleicht auch unzutreffend) zu begründen.

      Wenn man wenigstens ein halbes Leben im Dienste des Staates an solch exponierter Stelle gestanden hat, dann ist es schon beachtlich, dass man hernach akribisch nach Belegen dafür sucht, wo dieser Staat, seine Justiz, seine Gerichte nicht nur nicht „richtig“ funktionieren, sondern Gesetze missachtet, ja bricht, vermeintlich sogar bewusst, scheinbar einer anderen Macht als der der Gerechtigkeit verpflichtet. Da hat bei Ihnen, geschätze Frau Wolff, die jahrelange Erziehung durch den politischen Vormund der Staatsanwaltschaft in Deutschland gehörig versagt. Solche Renitenz wünsche ich den Schülern aller Schulen unseres Landes.

      Allerdings schätze ich eine Art von Schulrenitenz besonders, die des Widerstands, die keine Schul- und Lernverweigerung an sich darstellt. Auch ich „durfte“ Marxismus-Leninismus lernen, bekam ihn „verordnet“ und entwickelte auch dabei beachtliche Renitenzen, die ich nunmehr mit etwas mehr Lebenserfahrung als nicht widerständlich und also nur lernverweigernd bezeichne. Mir fehlte es an Motivation zum Lernen auch dessen, was sich in der mich tagtäglich seinerzeit umgebenden Gesellschaft als Widerspruch auftat. Ich meinte etwa, nicht immer ist die Theorie richtig, wenn die Praxis falsch wäre – oder umgekehrt. Mit etwas besserem Verständnis, mit meinem wirklichen Wissen zu den Schriften der Klassiker hätte ich die gesellschaftlichen Widersprüche nicht nur genauer benennen können, sondern mit etwas Kreativität sogar zu deren Auflösungen wenigsten theoretisch beitragen können – damals wie heute.

      Mit diesem Wissen hätte ich mir meinen „Einsatz“ 1989…90 sparen können, er war nicht revolutionär, sondern nur renitent.

      Es soll schlaue Kapitalisten geben, die den Marxismus-Leninismus besser studiert haben, als gute Sozialisten oder gar Kommunisten. Man kann aus unterschiedlichen Motivationsansätzen heraus lernen. Und man kann sich auch nach dem Lernen dessen – bewusster – für die eine Seite oder die andere entscheiden.

      Insbesondere ich kann in diesem Sinn noch viel lernen, z. B. auch stichhaltiger zu argumentieren, denn ich möchte nicht immer der „kleine Wilde“ sein – nur manchmal. Bei Ihnen hat mir das stets Spaß gemacht, schon wegen Ihrer Nicht-Zensur, Ihrem Hausrecht. So lernte ich, wo ich für Sie „zu weit“ gegangen bin. Und es geht auf jeden Fall zu weit, dass all die Kritik an Justiz, Psychiatrie und Staatswesen darüber hinaus, die sich an der Causa Mollath kristallisiert, auch noch bis zu den Wurzeln dessen vordringt: Eine (Menschen-)Gesellschaft, die den schnöden Mammon schon immer, jüngst zunehmend mehr über den Menschen, seine Bedürfnisse und sein Lebensglück stellt, muss irgendwann von ihren Widersprüchen, zumindest dem ökonomischen Grundwiderspruch befreit werden, wenn sie sich weiter entwickeln will. Es sei denn, die Apologie der Selbstzerstörung des menschlichen Daseins gewönne die Oberhand.

      Aber so lange so streitbare Gesellen wie Sie, Frau Wolff, und unser gemeinsam geschätzer Herr Dr. Kurch die Welt im Internet und darüber hinaus verteidigen, so lange ist mir nicht bange um unser aller Geschick: weiter so und mir zum Gefallen noch besser!

      Mit herzlichen Grüßen,
      Dian

      Gefällt mir

      • Dian schreibt:

        Kleiner Nachtrag:
        „Unvorstellbar, wie Dienstmädchen behandelt wurden.“, ist mir die schönste Stelle Ihrer Replik. Ich danke Ihnen dafür besonders.

        Gefällt mir

      • Frieder Kohler schreibt:

        „Man muß nicht nur verstehen gut zu spielen, sondern auch sich gut zu Gehör zu bringen. Die Geige in der Hand des größten Meisters gibt nur ein Gezirp von sich, wenn der Raum zu groß ist; man kann da den Meister mit jedem Stümper verwechseln“ – dieses Zitat (Nietzsche) wollte ich einer 10 jährigen Nachbarin nicht zumuten, als sie mich mit „Recht-haben“ in der Familie konfrontierte (!). Ich empfahl ihr (Wikipedia) das Gleichnis von den 6 blinden Männer und dem Elefanten! Hier untersucht eine Gruppe von Blinden – oder von Männern/Frauen in völliger Dunkelheit – einen Elefanten, um zu begreifen, worum es sich bei diesem Tier handelt. Jeder untersucht einen anderen Körperteil (aber jeder nur einen Teil), wie zum Beispiel die Flanke oder einen Stoßzahn. Dann vergleichen sie ihre Erfahrungen untereinander und stellen fest, dass jede individuelle Erfahrung zu ihrer eigenen, vollständig unterschiedlichen Schlussfolgerungen führt…
        Längst bekannt, ich weiß (ahne) es, bitte um Entschuldigung und erinnere an die Moral der Parabel: Hätten die Tastenden jeweils nur einmal den Standort gewechselt, wäre ein „neuer“ Elefant sichtbar geworden! Der Kommentar ist meinen Nahewohnenden gewidmet!

        Gefällt mir

  2. tokchii schreibt:

    Puh, Frau Wolff, bei Ihren Fähigkeiten, Infos herauszufinden, kann man ja froh sein, keine Diss geschrieben zu haben. Es scheint Ihnen daran gelegen, Menschen, die bei Ihnen in Ungnade gefallen sind, das Gefühl zu geben, Sie könnten sie überwachen.
    Ich selbst dachte eher, „Opa“ käme aus dem technischen Bereich, so kann man sich täuschen, er ist quasi ein Kollege von mir…
    Schräg finde ich, dass Sie diesen Blog in Ihrem Blog als „niveaulos“ bezeichnet haben, und nun hier posten.
    Groß, dass dieser Post veröffentlicht wurde.
    Noch größer das Engagement des Herrn Dr. Kruch, in Sachen Mollath, Haasenburg, Machtmißbrauch. Auch wenn es noch kein Buch dazu für 20,50€ zu kaufen bei Amazon ( dieses Jahr übrigens ohne ausländische Saisonarbeiter, weshalb auch immer) gibt.
    Dafür demnächst aber immerhin weniger zwielichtige Heime für problematische Jugendliche in Brandenburg.
    Herzlichen Dank für dieses couragierte Engagement.

    Gefällt mir

  3. Erich Stephany (Menschenrechtler) schreibt:

    Gruppen k r a m p f ! Die “ Causa Mollath „, eine riesige Selbsterfahrungsgruppe, eine Gruppen- und Encounter-Therapie für a l l e Beteiligte! Richter, Professoren-Psychiater, die Ex-minsterin und die Ex-Frau von Herrn Mollath therapiebedürftig?
    Die Schwarmintelligenz in den blogs, wie die G o l d f i s c h c h e n im klareren Wasser schwimmend, die Haie mutig solidarisch umkreisend. Das Wasser wird zunehmend trüber. Wer hat das Meer verschmutzt? Piranhas tauchen auf und greifen an! Die Goldfischchen stieben auseinander. Obwohl es bekanntlich bei Schwärmen, auch bei den Bienen nur eine vernetzte kommunizierende Intelligenz gibt, will eine Bienenkönigin und eine Bienenprinzessin bestimmen, wer ein Goldfisch oder ein Piranhas ist und in welcher Richtung geschwommen wird. Aus der Schwarmintelligenz wird ein gefährlicher Shitstorm. Ein Haifischbecken.? Der Mann von der Waterkant Kapitän oder Steuermann? Er kennt bestens die gefährlichen Gewässern, Ebbe und Flut. Trotzdem wird ein Lotse gebraucht. Das Wasser wird wieder allmählich klarer. Die Goldfischchen sind wieder klarer von den Piranhas zu unterscheiden.Aber aus Piranhas können auch wieder Goldfischchen werden. Da Fische im Wasser so schillernd sind, war nicht so klar zu sehen, welcher Gattung sie angehören. Die kleiner gewordene bunte Schwarmintelligenz findet wieder vorsichtig geworden, zusammen und sucht eine Richtung im weiten Meer der Möglichkeiten. Der ausgesetzte Robison Crusoe ist ja wieder frei: Um ihn und alle Ausgesetzen ging es eigentlich bei dieser ganzen Geschichte…………………….

    Gefällt mir

    • Dian schreibt:

      Danke Herr Stephany, eine sehr schöne Allegorie, lesenswert, wirkt beruhigend auf mich. Und in der Ruhe spüre ich mehr Kraft. – Bitte weisen Sie mir Robinsons Insel!

      Gefällt mir

      • Erich Stephany (Menschenrechtler) schreibt:

        Liebe(r) Dian, danke auf die Antwort, die mir gut getan hat. Gerne würde ich Ihnen die
        Robinsons Insel weisen, aber Sie wissen doch seit Simmel „Keiner ist eine Insel!“
        Schützen kann jedoch Wahrhaftigkeit, Solidarität, mitunter Freundschaft.

        Gefällt mir

  4. Lutz Lippke schreibt:

    Schön der Dialog der „Blog-Titanen“. Bei aller Süffisanz eine Entwicklung hin zur Bereicherung und neuen Wegen.

    Gefällt mir

    • gabrielewolff schreibt:

      Das hoffe ich doch sehr.

      Mir ist bewußt, daß jeder Standpunkt auch biographisch begründet ist, daraus die Sicherheit der Entscheidung geschöpft wird und letztlich die Rationalisierung darübergestülpt wird, um sie nach außen begründen zu können. Als Person bin ich sehr harmoniebedürftig, in der Sache jedoch kann ich sehr hartleibig sein.

      Die unbestreitbare Sache, für die ich eintrete, ist die, daß Herrn Mollath grobes Unrecht durch Justiz und Psychiatrie zugefügt wurde, und das ist wohl der Nenner, auf den sich alle, „Unterstützer“ einigen können. Den gilt es, nicht aus den Augen zu verlieren.

      Das scheint mir allerdings der Fall der Fall zu sein, wenn Herr Stölzel auf Herrn Stephany eindrischt und letzterer auf mich, wo es doch Fritz Letsch war, der behauptet hat, Stephanys Hotelkosten erstattet zu haben, was der wiederum anders auf nicht erstettete Demo-Sachkosten verrechnet hat.
      Das sind derartige Kindereien, daß man nur mit dem Kopf schütteln kann.

      Was für mich – ich verweise auf die biographischen Bedingtheiten von Positionen – wiederum klar war, ist das Erfordernis einer scharfen Abgrenzung Gustl Mollaths von unklaren, strafrechtlich bedenklichen Spendenaktionen zu seinen Gunsten. Bei der Formulierung von Spendenaufrufen kommt es darauf an, wie sie beim durchschnittlichen Empfängerhorizont ankommen. Daß die Spender ahnten, daß sie seit Januar 2013 für allgemeine politische Bildung über die Psychiatrie spendeten, kann angesichts der Behandlung ihrer Spenden bei dem Vorgänger-Konto GEP und ihrer Überweisungs-Beschriftungen ausgeschlossen werden.
      Hat die Verteidigerin von Herrn Mollath 4.998,- Euro vom zbb-e.V. für Vereinsberatung erhalten, wie von Fritz Letsch am 14.10.2013 gegenüber RA Strate behauptet, oder für für satzungswidrig erstattete Verteidigung, wie später bekundet wurde?
      Nachdem auf Mollaths Klarstellungsforderung hin gegenüber Letsch drei Wochen lang nichts geschehen war, anwaltliche Aufklärungsforderungen ebenfalls ins Leere liefen und die nicht wohlgesonnene Presse schon an der Sache dran war, war der Cut fällig. Ansonsten wäre die Glaubwürdigkeit Herrn Mollaths verspielt gewesen.

      Herrn Mollaths „Rigidität“ war dem Psychiatriekomplex lange Jahre Anlaß genug, für seine Wegsperrung zu votieren. Die aber ist seine – wie ich finde, lobenswerte – Eigenart, und die hat er auch in Freiheit beibehalten. Er unterzeichnet keine Scheinverträge (nur über solche hätte ihm der zbb-e.V. satzungsgemäß Gelder zukommen lassen können), und es ist ihm lieber, daß die Spender ihr Geld zurückerhalten, bevor er sie auf rechtswidrige Weise erhält.

      Es hat mich daher sehr gewundert, daß auf diese klare Haltung hin, die doch seiner Haltung gegenüber den Steuerhinterziehungen der HBV entsprach (auch da ließ er sich nicht durch ein Angebot der Ehefrau kaufen), nun plötzlich das Klagelied einer Sprengung des Unterstützerkreises angestimmt wurde, und sogar sein effektiver Anwalt angegriffen wurde, der doch die Interessen seines Mandanten auch in diesem Fall effektiv vertritt. Weder Lapp noch Kohlenberg (ZEIT) konnten Herrn Mollath etwas anhängen.

      Vielleicht verstehen es manche Menschen immer noch nicht: die bayerische Justiz gibt keine Fehler zu. Die vom OLG Nürnberg ausgeschaltete 7. Kammer hat sicherlich Einfluß auf die jetzt zuständige 6. Kammer. Und die gebärdet sich öffentlich nicht so, als ob sie Gustl Mollath ein faires Verfahren bieten wolle. Dem OLG München traue ich auch nicht unbedingt eine richtige Entscheidung im „Klageerzwingungsverfahren“ gegen Richter Eberl und dem Gutachter Leipziger zu. Da gibt es noch einen langen Kampf.

      Das haben einige wohl noch nicht realisiert…

      Gefällt mir

      • tokchii schreibt:

        Die rechtliche Situation bei Spendenangelegenheiten bleibt in der Realität so, dass weder Spendenaufrufe noch die Verwendung der Spenden einer Kontrolle unterliegen. Selbst das „Gütesiegel“ des DZI untersucht die beantragenden Spendenorganisationen lediglich im Hinblick auf den Verwaltungskostenanteil.
        Wenn Herr Letsch nun also aufgrund der rechtlichen Auseinandersetzungen das komplette Spendenaufkommen für Rechtsberatungskosten hinblättert, ist daran rechtlich (auch strafrechtlich) nichts zu beanstanden.
        Geholfen wäre damit allerdings niemandem.
        Deswegen halte ich diese „Affäre“ in der Affäre für völlig überzogen und fehl am Platze.
        Unrecht in unserer Gesellschaft erfährt übrigens nicht nur Herr Mollath. Er ist bestenfalls die Spitze eines Eisberges. Wer regelmäßig Herrn Prof. Müllers Blog auf Beck Online verfolgt, wird mir sicherlich recht geben.

        Gefällt mir

      • tokchii schreibt:

        Ich bin verwundert, dass Frau Wolff, die “ in der Sache sehr hartleibig“ sein kann, ihre Ansicht, der Spendenaufruf für Gustl Mollath sei strafrechtlich bedenklich, noch nicht mit Fakten belegt hat.
        Welches ist denn bitte hier der Paragraph im StgB, gegen den verstoßen wird? Wie oft kamen derartige strafrechtlich bedenklichen Spendensammlungen schon vor? Wie wurden sie geahndet? Wer (außer dem bösen, bösen Herrn Letsch) wurde überführt, unberechtigt zum Spenden aufzurufen?
        Niemand.
        Nur der Herr Letsch. Der ist ein böser. Das hat die gute Frau Wolff erkannt.

        Gefällt mir

  5. Michael Stamm schreibt:

    @ Winfried Sobottka und Dian
    Finden Sie es echt sinnvoll, sich in diesem Blog, über Marx zu streiten? Ich halte z.B. ihrer beider Darstellungen für falsch – kann das aber hier unmöglich beweisen. Wird sonst Angeberei. Also lasse ich es. Sollten Sie auch tun. Stattdessen ist es ganz einfach möglich, Frau Wulff schlichte Ahnungslosigkeit zu bescheinigen. Sie hat von Marx oder dem „öde(n) Fach Marxismus-Leninismus“ keine Ahnung, – finde ich nicht schlimm, – ist aber in ihrem „Urteil“ darüber dann sogar weit unter dem grottenmäßigenWikipedia-Niveau:
    „Das Sein, das das Bewußtsein bestimme, war mir als Bewohnerin des 20. Jahrhunderts immer schon suspekt (…)“
    Anschließend berichtet Sie von ihrer Herkunft und merkt zusätzlich an:
    “Ganz abgesehen davon, daß der Sozialstatus nur ein Element von vielen ist, die das Sein bestimmen(…).“
    Hat Marx dann doch Recht, wenn „das Sein“ so viel mehr umfasst?
    Unwichtig, denn der hatte im Original sowieso was anderes behauptet:
    „Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr
    g e s e l l s c h a f t l i c h e s S e i n, das ihr Bewusstsein bestimmt.“
    Vom „nackte(n) bloße(n) materielle(n) Sein“ im Wolffschen Sinn ist bei Marx nie die Rede. Nie! Auch nicht im 19.Jahrhundert, für dass Frau Wolff scheinbar großzügig, aber wiederum ahnungslos, „einräumt“:
    „Unter diesen Bedingungen fielen Sein und Bewußtsein in Eins. Klar.“
    Kein bisschen! Nicht klar! (Sie will damit sagen, früher hatte Marx (vielleicht) Recht, heute bist Du, Kurch, nur noch altmodisch. Ich, Wolff, bin viel „differenzierter“, denn die Welt ist „komplexer“.
    Erkenntnisgewinn = Null. Aber „differenziert“ klingendes Geblubber. Dabei könnte ihr ein Blick auf die Entwicklung der „Grünen“ im Kurzlehrgang verdeutlichen, wie viel „dichter“ Marx am Begreifen eines sozialökonomischen Sachverhalts war als alle „Komplexitäts-Sabbelköpfe“ dieser Welt.)
    Macht aber auch nichts. Denn ahnungsloses Reden ist nicht strafbar – dies für die Juristin – und außerdem Massensport. Dazu Unsinn über Kant, „Gebildetes“ über das Bauwerk des Limburger Bischofs u.a. vermeintlich geistige Leckereien im Wolff-Blog. Die übliche Internetangeberei halt.

    U n d e r f r e u l i c h: Sehr gute Arbeit zum Staatsverbrechen im „Fall“ Mollath, die „uns“ Nichtjuristen“ in mancher Hinsicht klüger gemacht hat.
    @Dian, Lutz Lippke, Stephany
    Leider ist Frau Wolff auch auf der Jagd. A u f M e n s c h e n j a g d. RA Strate schrieb, sie gegen den Antifreudianer Weinberger unterstützend:
    „Frau Wolff ist das s t ä h l e r n e Rückgrat unserer Kampagne zugunsten Gustl Mollaths!“
    http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/09/19/der-fall-mollath-die-irrwege-der-psychiatrie-1/comment-page-3/#comment-28491
    Als solches h e t z t sie gegen Mollaths Ex-Verteidigerin, deren aufwändige Zusammenarbeit mit dem Unterstützungskreis das „Thema Mollath“ erst so in die Öffentlichkeit gebracht hat, dass sie und Strate es überhaupt wahrgenommen haben. Frau Lorenz-Löblein hatte Gustl Mollaths Verteidigung in einer Phase übernommen, als die Frage des Ruhms noch in den Sternen stand. Diese Frau bekämpft Frau Wolff inzwischen mit allen Mitteln. Die bayrische Justiz möge endlich mal einer Klage Mollaths nachgeben. (Am Beispiel Frau Lorenz-Löbleins!!!) Diese habe den Unterstützerkreis umschmeichelt, um für Mollath nichts tun zu müssen. Sie habe keine Anträge in dessen „wohlverstandenem Interesse“ gestellt. Sie habe von Letsch „profitiert“ – obwohl sich seinerzeit sogar Herr Dr. Sponsel für die materielle Unterstützung Frau Lorenz-Löbleins eingesetzt hatte. Diesen absolut ekelerregenden (darf ich das hier sagen?) Tiraden ist seinerzeit der sehr abgeklärte Mollath-Unterstützer Professor Müller entgegengetreten:
    „Möglicherwiese haben Sie, Herr Sponsel, irgendwelche Gründe, Frau Lorenz-Löblein nicht mehr zu vertrauen, das mag Ihnen unbenommen bleiben. Sie mag auch nicht immer alles richtig gemacht haben (werfen Sie ruhig den ersten Stein). Jetzt aber der Anwältin im nachhinein vorzuwerfen, dass Sie den Willen Herrn Mollaths respektiert hat (nämlich NICHT über § 67e StGb herauszukommen), erscheint mir schlicht unsachlich und unfair.“
    http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/09/19/der-fall-mollath-die-irrwege-der-psychiatrie-1/comment-page-3/#comment-28286
    Ich will die „Kontroverse“ um Fritz Letsch und Frau Lorenz-Löblein j e t z t und hier nicht weiter vertiefen.
    Es ist aber nachweisbar, dass im sogenannten „Spendenskandal“ die einzigen für Strate, Wolff, Prem und Mollath sprechenden Gesichtspunkte Mollaths Ablehnung des von ihm so empfundenen Scheinvertrags sowie die dusselige Reaktion Letschs auf diese Ablehnung waren.
    M o l l a t h w o l l t e n i c h t. Punkt. Ende. Muss man akzeptieren.
    Kein Medium, nicht mal „Die Zeit“ oder Otto Lapps Blättchen hätten auch nur den Hauch einer Chance gehabt, Gustl Mollath aus dem vermeintlichen „Spendenskandal“ einen Strick zu drehen. N U L L C H A N C E !!!
    Deshalb ist das ganze von Strate, Wolff und Prem organisierte pompöse „Spenden“-Spektakel“ nichts anderes als ein Mittel, die eigene Herrschaft über Gustl Mollath auszubauen.
    Damit kein Missverständnis entsteht: Auch Mollath ist Akteur. E r i s t k e i n O p f e r !
    Angesicht dieses Sachverhalts frage ich
    @Dian:
    Wieso halten Sie Frau Wolff, die Frau Frau Lorenz-Löblein am liebsten im Knast sähe, für eine Adressatin ihrer „kritischen Überlegungen“? Haben Sie die letzten 3 Wochen des Wolff-Blogs nicht verfolgt“?
    @Lutz Lippke:
    Glauben Sie wirklich, das (fast) alle Wirkungen der gegenwärtigen „Unterstützerlage“
    u n b e a b s i c h t i g t entstanden sind? Glauben Sie ernsthaft, dass – ganz anonym – alle beteiligten Seiten „gleich viel Dreck am Stecken haben“? (I C H sage NEIN: Die Kriminalisierungsfreunde Wolff, Strate und Prem haben mit einer Solidaritätskonzeption, die Differenzen als bleibende Voraussetzung ihrer Existenz akzeptiert, nichts zu schaffen.)
    Ihre Sehnsucht nach Harmonie in allen Ehren. Sie wird es aber nie geben.

    @ Herr Stephany
    Ihre Geschichte erscheint mir wie ein Traum. Glauben Sie wirklich, dass „aus Piranhas auch wieder Goldfischchen werden (können)“? Frau Wolff hat Sie tagelang bedroht, verleumdet, „staatsanwaltschaftlich“ vorgeführt – ich hätte das nicht ausgehalten – und nun finden/hoffen Sie:
    „Die kleiner gewordene bunte Schwarmintelligenz findet wieder, vorsichtig geworden, zusammen und sucht eine Richtung im weiten Meer der Möglichkeiten.“
    Sie wissen vermutlich, dass Frau Wolff in ihrem Blog über solche Sätze mit beispielloser Härte herfallen würde, – und das zugleich für ein Zeichen ihrer Rationalität hielte.
    Dessen ungeachtet drücke ich Ihnen die Daumen, dass S i e (und nicht ich) Recht behalten.
    Für mich gilt freilich, – da bin ich radikaler Sektierer – : mit Leuten, die kleine „Alternativ-Hamster“ wie Fritz Letsch wegen kleiner, mittlerer oder großer Fehler zu kriminalisieren versuchen, will ich nichts zu tun haben.
    Sie haben jenseits ihrer vorgegebenen a n d e r e tatsächliche Interessen, die ich abstoßend finde. Auch wenn sie Gustl Mollath heißen. (Oder Wolff, Prem und Strate.)
    (Fritz Letsch ist mir übrigens , soweit ich ihn am Beispiel seiner Selbstdarstellung im Internet beurteilen kann, ziemlich unsympathisch.)
    Freundliche Grüße
    Michael Stamm

    Gefällt mir

    • Dian schreibt:

      Gut gebellt Herr Stamm. Wenn ich etwas für Sie tun kann, dann lassen Sie es mich bitte wissen!

      Gefällt mir

    • Lutz Lippke schreibt:

      @Michael Stamm
      Wie jeder hier, haben auch Sie recht, zumindest aus Ihrer Sicht. Ich bin nicht naiv, allenfalls pragmatisch. Es gibt grundsätzliche, große und offene Fragen für die ganze Gesellschaft, es gibt Schweinereien, die Einzelnen das Leben zur Hölle machen und es gibt menschliche Fehleinschätzung und Verhaltensweisen, die mitunter schwer nachzuvollziehen und einzuordnen sind.
      Vielleicht sind wir uns einig darin, dass das derzeitige Interesse der Justiz (und der „Anderen“) darin liegt, die Deutungsmacht zur moralischen und rechtlichen Degeneration der Justiz im konkreten Fall M. wiederzugewinnen. Dies ganz sicher nicht um einen Fehler nicht zugeben zu müssen, sondern um die drängende Aufklärung systematischem und absichtsvollem Unrechts abzuwürgen.
      Wesentliche Elemente des Vorgehens sind Spekulieren, Intrigieren und Demoralisieren. Ablenkung, Schwächung und Zerwürfnis sind das Ziel.

      Wie geht man damit um?
      Rundumschlag oder Fokussieren?
      Konflikt ausweiten oder auf Beherrschbares beschränken?
      Spekulation oder Sachlichkeit?
      M. hat sich vorerst für die B-Variante entschieden. Ob er und seine jetzigen Vertrauten dabei menschliche Fehler machen, schon grundsätzlich irren oder sogar ein falsches Spiel spielen? Darüber kann man wieder spekulieren. Gratulation! Die Schweinerei geht also weiter.

      Ich habe als absoluter Nichtjurist unfreiwillig auch einige Erfahrung mit der Justiz. Ich kann Verfahren und beteiligte Juristen in einigen Dutzend zählen. Man steht irgendwann vor der Entscheidung. Lässt man sich für eine große Sache als ewiger Märtyrer bzw. wohl eher als Diffamierter zur Abschreckung an die Wand nageln oder kämpft man um das begrenzte, aber mit etwas Mut und Geschick erreichbare Recht.
      Altes Überkommenes anzuklagen und den Abriss zu fordern ist ein Leichtes. Etwas neues Erstrebenswertes und vor allem den Weg dorthin zu entwickeln, ist ungleich schwerer. Wo lässt man z.B. die Verweigerer, Profiteure und Ignoranten? Die Justiz (und die „Anderen“) hatte bzw. hat dafür heute eine Lösung.
      Genau gegen die gilt es heute zu kämpfen. Ganz unharmonisch.

      Herzliche Grüsse
      Lutz Lippke

      Gefällt mir

    • Dian schreibt:

      Michael Stamm 9. November 2013 um 10:12:
      „@Dian:
      Wieso halten Sie Frau Wolff, …, für eine Adressatin ihrer „kritischen Überlegungen“?“
      (Weil ich die Hoffnung habe, dass sie mir meinen Schreibfehler ausgerechnet bei ihrem Namen nachsieht.)
      Sehr geehrte Frau Wolff, bitte sehen Sie mir meinen Schreibfehler Ihres Namens nach!
      Mit freundlichem Gruß, Dian

      Gefällt mir

    • Erich Stephany (Menschenrechtler) schreibt:

      Lieber Herr Michael Stamm,
      herzlichen Dank für Ihre Solidarität. Mit Ihren untenstehenden Aussagen stimme ich überein.
      Übrigens habe ich vergessen in meiner Parabel zu erzählen, dass die Krake GGG
      nicht verfolgt wird und das die ergebene Prinzessin eine Wespe ist.
      Die Übersetzung der Parabel im Klartext folgt demnächst.

      Gefällt mir

  6. Winfried Sobottka schreibt:

    @ Michael Stamm

    Sie schreiben:

    „@ Winfried Sobottka und Dian
    Finden Sie es echt sinnvoll, sich in diesem Blog, über Marx zu streiten? Ich halte z.B. ihrer beider Darstellungen für falsch – kann das aber hier unmöglich beweisen. Wird sonst Angeberei. Also lasse ich es.“

    Sie können es definitiv nicht beweisen, dass meine Darstellungen falsch sind: Was ich über den Arbeitsmarkt und die diesbezüglichen Erkenntnisse des Karl Marx schrieb, ist unumstößliche Tatsache. Desgl. gilt für den „Tendenziellen Fall der Profitrate“, der tatsächlich die Erklärung dafür bietet, dass immer Neues her muss, neue Produkte, um Profit zu machen, dort, wo das nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, „eingebauter“ Verschleiß für Ersatzbeschaffungen sorgt.
    Das bedeutet, entgegen den Beteuerungen der Makroökonomischen Theorie, denen nach die
    (kapitalistische) Marktwirtschaft für bestmögliche Ressourcenverwendung sorge, dass die Produzenten alles tun, damit es niemals zu Bedarfssättigungen auf Seiten der Konsumenten kommt. Selbst Kriege werden maßgeblich von denen mit angezettelt, die die Waffen und die Ausrüstung liefern, seit Jahrzehnten sind die US-„Militärumnsätze“ ein Bombengeschäft für Lockheed-Martin & Co.

    Dass Sie im Prinzip schreiben: „Ich könnte Sie alle widerlegen, lasse es aber, weil das Angeberei wäre!“ sagt einbe Menge über Sie aus.

    Sie schreiben weiterhin:

    „Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr
    g e s e l l s c h a f t l i c h e s S e i n, das ihr Bewusstsein bestimmt.“
    Vom „nackte(n) bloße(n) materielle(n) Sein“ im Wolffschen Sinn ist bei Marx nie die Rede.

    Mensch, was bestimmt in den kapitalistischen Gesellschaften das gesellschaftliche Sein, wenn nicht Vermögen und Einkommen? Nach dem Prinzip haben Adel und Bauernadel ihre Kinder über Jahrhunderte miteinander veheiratet, und heute schaffen es bestenfalls Frauen mit deutlich überdurchschnittlichem Sex-Appeal, mit leeren Portemonnaies in „bessere Kreise“ hineinzukommen. Das Materielle bestimmt also die soziale Klasse.

    Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

    Gefällt mir

  7. Michael Stamm schreibt:

    Hallo Winfried Sobottka,
    mein Kommentar zu Ihrem „Marx“-Streit mit Dian war ein Fehler. Er lenkt nur von dem ab, worum es (mir) hier geht. Ich werde deshalb mit Ihnen u.a. hier über Marx schlicht nicht diskutieren. Vielleicht aber darüber, ob der – zumindest – „objektive Betrug“ Strates, den Frau Wolff (und Frau Prem) (ver)decken, im Interesse „höherer Ziele“ gerechtfertigt werden sollte oder nicht. Ich finde: nein. Für mich fängt hier die intellektuelle Barbarei an. Kleiner erster Schritt jedenfalls, – auch wenn manche das pathetisch finden mögen. Jeder Scheißdreck fängt mit kleinen Schritten an, die „man“ (meistens), weil so klein, wegen echter oder eingebildeter oder verlogener „hoher“ „gemeinsamer“, „wohlverstandener“ etc. Ziele, für vernachlässigbar hält. Vielleicht können Sie und andere, – unaufgeregt, was mir selbst schwerfällt, – mithelfen, die Manipulations- und Gleichschaltungsleistung der Frau Wolff u.a. aufzudecken, indem Sie deren hiesigen Text mit den pompösen Veröffentlichungen Strates vom 15.10. und vom 25.10.2013 vergleichen. Ein Hammer, sag ich Ihnen. Die o f f e n e und gezielte R e i n i g u n g einer kleinen kritischen Bewegung, zu deren Chronologie schon einiges an Material aufgeschrieben ist, begann mit dem Rausschmiss der Rechtsanwältin Erika Lorenz-Löblein. Letsch lieferte dafür nur den Anlass, nicht den Grund.
    Freundliche Grüße
    Michael Stamm

    Gefällt mir

    • Winfried Sobottka schreibt:

      Gabriele Wolff ist für mich ein Rädchen in einem größer angelegten Bestreben, den Fall Mollath im Sinne des Systems zu kanalisieren. Sie ist dabei nicht das einzige Rädchen, es ist ein Räderwerk tätig – mit beachtlichem Erfolg.

      Ich warne davpor seit langem. Was bringt es? Dass ich als „Stalker“ verschrien werde, dass man meine Kommentare unterdrückt(e) usw. All das belegt doch nur, dass die wirklich idealistisch Motivierten in der Sache nur ein kleiner Bruchteil sind.

      Lieber Michael Stamm, ich kenne es nur zu gut, dass andere sich freuen, wenn ich beherzt heiße Kohlen anfasse – und dass sie nichts mit mir zu tun haben wollen, wenn ich dann selbst unter Beschuss stehe. Ich bin es allmählich leid, für verkommene Feiglinge zu kämpfen, die erst noch deutlicher das Höllenfeuer unter ihren Är* spüren müssen, um zu begreifen, dass sie auch selbst ran müssen.

      Gefällt mir

      • Joachim Bode schreibt:

        Wer dreht an dem „Rädchen“ G. Wolff?
        Oder dreht sie sich selber – ferngesteuert, ohne das zu merken?
        Jetzt muss ich doch mal schauen, ob mich die NSA nicht nur abgehört hat! Alle meine Beiträge (und Gedanken) auf den Prüfstand!

        Gefällt mir

      • Winfried Sobottka schreibt:

        Joachim Bode, Sie mögen sich sehr witzig vorkommen, dass sei Ihnen unbelassen. Ich betrachte die Dinge allerdings realistisch: Das Hirn ist viel zu komplex, als dass es bereits heutzutage möglich wäre, aus dem Menschen eine technische Marionette zu machen; und falls es jemals möglich sein sollte, dann sicherlich nicht, ohne eine Vielzahl von Nervenbahnen per Kabelanschluss ansprechen zu können.

        Ich nehme also an, dass G. Wolff selbst genau weiß, wer sie dreht, und dass Sie, falls Sie gedreht werden sollten, es auch wissen werden, wer Sie dreht.

        Die Motive dafür, sich einer Staatssicherheit oder einem Staatsschutz dienlich zu machen, sind meist banal: Mal sind es finanzielle Zuwendungen, die den Unterschied zwischen Armut und finanziell sorgenfreiem Leben ausmachen, mal wird sexuelle Hörigkeit instrumentalisiert, wie man es auch (und nicht erst) in der DDR machte:

        http://www.zeit.de/1985/35/liebesgruesse-aus-ost-berlin

        http://www.heise.de/tp/artikel/33/33243/1.html

        Leider ist das alles gar nicht witzig, Joachim Bode. So kommt die Frage auf, warum Sie es in den Bereich des Lustigen, des Irrealen, abschieben wollen?

        Gefällt mir

      • Joachim Bode schreibt:

        Also doch:
        Auf den Prüfstand!

        Gefällt mir

      • Winfried Sobottka schreibt:

        Joachim Bode, bei mir stehen derzeit einige auf dem Prüfstand. Das sollte bin Anbetracht des Umstandes, wie die Casa Mollath mittlerweile kanalisiert werden konnte, doch niemanden überraschen?

        Vielleicht überrascht es Sie aber, da Sie von Ihrer Intelligenz m.E. bereits in ungesundem Maße überzeugt sind, dass Sie zu denen gehören, die bei mir aufg dem Prüfstand stehen. Sie könnten mir ein wenig helfen, indem Sie erklärten, warum es das registrierte Community-Mitglied Assessor Joachim Bode bei Beck-Blog nicht mehr gibt und warum all seine Kommentare dort verschwunden sind.

        Gefällt mir

      • Joachim Bode schreibt:

        Sachbezogene Fragen beantworte ich:
        Im Beck-Blog bin ich wegen meiner eigenen(!) Abmeldung nicht mehr registriert. Eine Löschung (aller?) meiner Beiträge war mir bisher nicht bekannt.
        Die teils undurchsichtige und auch merkwürdige Zensurtätigkeit im dortigen Blog finde ich wenig erträglich und sehr bedauerlich.

        Gefällt mir

      • Winfried Sobottka schreibt:

        @ Joachim Bode: @ Joachim Bode Es ist möglich, dass von einem registrierten Mitglied geschriebene Beiträge bei Beck automatisch gelöscht werden, wenn das Mitglied sich endgültig abmeldet. Ich werde das überprüfen. Was die Zensurpraxis von Beck angeht, so kann man diese nach meiner felsenfesten und begründeten Überzeugung nur noch als Kollaboration mit einem Verbrechersystem bezeichnen.

        Sollten Sie die Löschung Ihrer Kommentare bei Beck nicht beabsichtigt haben, dann war es wohl ein Fehler, dass Sie sich endgültig abmeldeten.

        Gefällt mir

      • Winfried Sobottka schreibt:

        Stephan Lahl, Chefzensor vom Beck-Blog, hat auf Nachfrage bestätigt, dass die Löschung eines registrierten Users automatisch mit der Löschung seines Profils und aller von ihm geschriebener Beiträge verbunden sei.

        Gefällt mir

  8. Lutz Lippke schreibt:

    Sehr geehrter Herr Stamm,
    Sie haben hier auch schon Erquickliches gepostet. Jetzt aber haben Sie sich mit sich selbst verheddert. Während man mit Sobottka noch um (gemeinsame) Ziele und Methoden streiten kann, Ihnen geht es wohl nur noch ums Beleidigtsein und das eigene Ego.
    Sobottka soll jetzt also unaufgeregt aufdecken, was Sie ganz aufgeregt als Ergebnis schon vorgeben. So ungefähr kann man sich auch die Funktion der Leblosen auf Richterbänken und Psychosesseln vorstellen. Ganz unaufgeregt erfüllen Sie die Aufträge der vom Volk aufgeschreckten Schickeria. Zirkelschluss!
    Bei allem Dissenz mit Sobottka, diesen Gefallen kann er Ihnen nicht tun. Um des eigenen Ego willen.
    Einfach mal blau machen und runterkommen
    Schöne Grüsse
    Lutz Lippke

    Gefällt mir

  9. kranich05 schreibt:

    Mein Posting hab ich mit der Frage beendet: „“Nach-vorn-Schauen”. Wie könnte das funktionieren?“
    Was ich bisher als Antworten gelesen habe, reicht mir noch nicht.
    Frau Wolff gründet ihre Empfehlung für ein bald erscheinendes Buch, das sie bereits beurteilen kann, auf ihre törichte Vorstellung von marxistischer Gesellschaftstheorie. Wahrlich unabhängig von solcher Art Empfehlung werde ich die Aufsatzsammlung mit Interesse lesen. Mit Sicherheit (das sagt schon das Inhaltsverzeichnis) wird es keine Bibel des Mollathfalles sein, aber auf jeden Fall geht es weit über das hinaus, was Frau Wolff glaubt als den Nenner bezeichnen zu können, „auf den sich alle, “Unterstützer” einigen können“ – grobes Unrecht durch Justiz und Psychiatrie. Da mag Herr Strate „das s t ä h l e r n e Rückgrat unserer Kampagne“ bewundern, mich erinnert das eher an den Blick der Kinder durchs Fernrohr – nach dem sie den Elefanten mittels Pinzette in die Streichholzschachtel stecken.
    Nein, auf diese Art durchs Fernrohr werde ich bestimmt nicht „nach vorn schauen“. Noch nicht einmal, wenn mir Gustl Mollath persönlich das Fernrohr überreichte.
    Auch interessiert mich, welche Augen da „nach vorn schauen“ dürfen. Die von Erika LL auch? Oder gar die von Fritz Letsch? Was „stellt“ Herr Strate diesbezüglich „in Aussicht“?
    Werden wir uns das Freiheitsproblem von Herrn Mollath anschauen, das er immer wieder thematisiert. Ist es ein Systemproblem, wie er thematisiert? Was heißt hier Systemproblem? Ein anderer Name für : „Revolution ist machbar!“, wie Fotobiene ahnt.
    Und darf Opa mitreden? Mit der Dissertation, so hat Frau Wolff gnädig festgestellt, hätte er wohl Karriere machen können… Haben Sie eine Ahnung, Frau Wolff, an welchem Institut ich (mit Partner) diese Arbeit eingereicht habe – Gottseibeiuns! Und überhaupt, was man alles noch ausforschen könnte! (Geheimtipp: opablog lesen.)
    Komm ins Offene, würde ich gern sagen beim Blick nach vorn. Oder? Was sonst?

    Gefällt mir

  10. Erich Stephany (Menschenrechtler) schreibt:

    „Nach vorne schauen!“ Wie könnte das, funktionieren ? fragt Opa. Wenn man sich verlaufen und
    verirrt (geirrt)hat, muß man erst an den Punkt zurückkehren, wo der Irrtum begonnen hat. Also ist
    Aufarbeitung, konkrete, umfassendere Analyse und Aufklärung des aktuellen Geschehenen notwendig, bevor man sofort nach vorne schaut, weiter rennt, sich wieder verrennt und nichts erreicht. Auch Klartext ist (gegenüber Täuschung, Manipulation) notwendig, den der psychiatrisierte und mutige Steuerfahnder, Herr Schmenger auf der Kundgebung in Nürnberg (in dieser schönen neuen Welt) eingefordert hat. Und Solidarität, auch im blog. Dann ist Vieles wieder offen und nicht festgelegt.

    Gefällt mir

  11. Pingback: Gustl Mollath ist aktiv | opablog

  12. tokchii schreibt:

    @Menschenrechtler
    Ja, da war wohl was mit Steuerfahndern in Hessen. Kann mich entsinnen, dass diese Info seinerzeit eine ausschlaggebende war, was die Bildung der öffentlichen Meinung zum Fall Mollath anging. Hätten seinerzeit engagierte Schreiber diesen Fact nicht in alle Kommentarbereiche gepostet, die unter Berichten zu Mollath zur Verfügung standen, hätten sich wohl kaum in so kurzer Zeit so viele „Unterstützer“ gefunden, denn für sich genommen klingt die Geschichte des Herrn Mollath so irre, dass man sie kaum glauben möchte, so abwegig, dass sie bestenfalls absoluter Ausnahmefall wäre. So erschreckend, dass man sie aus purem Selbstschutz als unglaubwürdig einordnen möchte.
    Weshalb die Steuerfahnder nun allerdings aus der Geschichte rausgekickt wurden, und für „echte“ “ Mollathunterstützer“ kein Thema mehr sind, verstehe ich allerdings nicht.
    Denn gerade für den „Fall Mollath“ mit all seinen Facetten wäre die Geschichte hinter der Psychiatrisierung der Steuerbeamten doch u. U. von größtem Interesse und könnte zur Bewältigung dessen, was die Veröffentlichung der Geschichte des Herrn Mollath ausgelöst hat, nutzbar gemacht werden.
    Eher als detailliertes Austarieren, ob denn nun die Richter oder die Gutachter die größere Schuld daran trifft, was Mollath und tausende andere durchgemacht haben. Aber bestenfalls dieses Austarieren ist es, was derzeit außerhalb dieses Blogs von Seiten der „Unterstützer“ geleistet wird.
    Um es ohne Schönfärberei zu sagen: der Hang zur Selbstdarstellung erscheint in der „Unterstützerszene“ über einem übergordneten Ziel zu stehen, gemeinsam etwas zu erreichen, wofür es sich zu „kämpfen“ lohnt.

    Gefällt mir

    • Joachim Bode schreibt:

      @tokchii:

      Entschiedene Zustimmung zum letzten Satz!

      Zum vorletzten Satz: Eine solche Leistung wäre doch schon mal ´was!
      Bisher verschwammen doch die Verantwortlichkeiten im gegenseitigen Fördern und Dulden von Unprofessionalität und dem Ermöglichen von Kumpanei und Gesetzwidrigkeiten.

      Gefällt mir

  13. Winfried Sobottka schreibt:

    tokchii schreibt:

    „Um es ohne Schönfärberei zu sagen: der Hang zur Selbstdarstellung erscheint in der “Unterstützerszene” über einem übergordneten Ziel zu stehen, gemeinsam etwas zu erreichen, wofür es sich zu “kämpfen” lohnt.“

    Joachim Bode schreibt dazu: „Entschiedene Zustimmung zum letzten Satz!“

    => Leider ist nicht jeder so uneitel und bescheiden wie Joachim Bode, der von allen Anflügen elitären Denkens zum Glück Lichtjahre entfernt ist und sich auch niemals für besonders schlau hält. Neben Leuten, die insofern also ganz anders sind als der uneitle Bode, sind es vor allem IM des Staatsschutzes, die alles versauen.

    Gefällt mir

    • Joachim Bode schreibt:

      Lieber Herr Sobottka, da haben Sie mich aber voll auf dem falschen Fuße erwischt!
      Wie konnte ich nur in meinem grenzenlosen Hang zur Selbstdarstellung dafür plädieren, das übergeordnete Ziel nicht aus den Augen zu verlieren! Und dazu noch haben Sie auch die in all meinen Beiträgen nur mühsam verborgene Eitelkeit entlarvt….. – sicher ein Ergebnis davon, dass Sie, wie Sie freundlicherweise kürzlich mitgeteilt haben, seit einiger Zeit mich – neben anderen Zeitgenossen – auf dem Prüfstand haben (hatte ich mir doch in einem Anfall von Bescheidenheit tatsächlich eingebildet, nur für die NSA interessant zu sein).
      Ab sofort schwöre ich jedem elitären Denken ab, bis ich mich wieder für so schlau halte, hier mit diskutieren zu können.

      Gefällt mir

  14. Erich Stephany (Menschenrechtler) schreibt:

    Herr Michael Hasselpflug hat in den Gabriele Wolffblog einen wichtigen grundsätzlichen Beitrag zu dem aktuellen Thema der Ausgrenzung von engagierten Kommentatoren gesetzt.
    Und dabei sehr beeindruckende Worte von Stanislav L e c zitiert.

    Sagte nicht Hölderlin: Herrschet im finstersten Orkus ein Rechtes ein Gerades nicht auch? Eine nur unter kasuistischen Vorzeichen geführte Debatte kann daher einfach nicht gut gehen, führt sie doch am Ende stets in die Falle der eigenen oder besser privatesten Verengungen.
    Qualität erscheint mir besser als jede Ausgrenzung – ist allerdings auch viel mühsamer. Und es mag wohl sein, daß meine Anregung dem Ansinnen gleicht, Licht in Säcken in ein fensterloses Haus zu bringen. Aber vielleicht hilft Stanislav Lec mit seinen unfrisierten Gedanken.
    Den Mutigen: „Alle unsere unterschiedlichen Fiktionen ergeben zusammen die gemeinsame Wirklichkeit.“
    Den Festgelegten: „Am Wachstum hindert den Menschen oft das eigene Dach über dem Kopf.“
    Den Hämischen: „ Gedankenlosigkeit tötet. Andere.“
    Den Zögerlichen: „ Es gibt keine Wahrheit – sagt diese manchmal selbst. Aus Vorsicht.“
    Den Verstockten: „ Ach, sähen wir doch das Leben und nicht die Situationen!“
    Den Empathischen: „ Ich bin schön, ich bin stark, ich bin weise, ich bin gut. Und ich habe das alles selbst entdeckt!“
    Und für mich: „Ich bin Optimist. Ich glaube an den erlösenden Einfluß des Pessimismus“

    Michael Hasselpflug unter: „http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/11/06/der-fall-mollath-die-irrwege-der-psychiatrie-2/comment-page-1/#comment-28945
    Mein Kommentar unter:http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/11/06/der-fall-mollath-die-irrwege-der-psychiatrie-2/comment-page-1/#comment-28984
    Der sehr anspruchsvolle Blog-Name „Menschenrechtler“ ist entstanden, wie ich noch anonym in den blogs geschrieben habe. Nachdem Frau Wolff
    mich zum Outing aufgefordert hatte, ist es mir mit diesem Namen wegen des hohen Anspruchs nicht mehr so ganz wohl. Vielleicht sollte ich mich
    in Zukunft „Don Qichote“ nennen, weil ich mich so oft so weit, zu weit hinauslehne und auch gegen Windflügel ankämpfe und mir dieser Name schon
    öfters verpasst wurde.
    Der Beitrag von Opa Dr. Kurch hat mich dazu angeregt.

    Gefällt mir

  15. Stresstest schreibt:

    @Erich Stephany schrieb:

    “ Vielleicht sollte ich mich
    in Zukunft “Don Qichote” nennen, weil ich mich so oft so weit, zu weit hinauslehne und auch gegen Windflügel ankämpfe und mir dieser Name schon
    öfters verpasst wurde… “

    … würde ich Ihnen abraten, weil bei dem heutigen Stellenwert von Windkrafträdern so was leicht missverstanden werden könnte.

    Die „Stählerne“ (Strate) Gabriele Wolff mag von Demos, Protesten und Solidaritätsbekundungen (Petitionen) nichts halten. Na und?

    Stresstest – „Großraum Krefeld“

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s