Was ist deutsch?

Salopp gesagt: Handwerk und Traumtänzerei (Hans Sachs und Nietzsche).

Der mittelgroße Bereich in der Mitte Europas ist ist nicht ganz kein, ist nicht ganz groß. Seit alters her ist er in sich stark differenziert. Und nicht nur differenziert, sondern zerrissen. Die Kleinräumigkeit konnte sich immer recht stark verselbständigen, war stolz darauf und zugleich ärgerlich über ihre Allzubegrenztheit. Träume über Größe – gehabte, zukünftige, „eigentlich“ angemessene – waren immer wohlfeil.

Dann, ab 1870, die Reichseinigung war vollzogen (wenn auch gleich wieder eine kleinlich-begrenzte), ging’s endlich mal wieder „richtig zur Sache“ (glaubten die deutschen Traumtänzer). Weniger als die Weltherrschaft und das für 1000 Jahre durfte es nicht sein.

Die deutschen Sozialisten und radikalen Demokraten begriffen die besondere Aggressivität des deutschen Imperialismus und seine Neigung zu Abenteuern.

Heute leben wir mit einem deutschen Imperialismus, der seit knapp 80 Jahren die zweite Geige spielt und Unmengen von Kreide gefressen hat.

Er bleibt aber, was er immer war – handwerklich emsig und voll der Weltträume.

Dies Kredo liegt in einer schier endlosen Folge dickleibiger Gutachten, nein, Hauptgutachten! vor, die alle bequem online genossen werden dürfen. (Halt! „alle“ weiß ich nicht. Vielleicht gibt es auch nicht öffentlich zugängliche Studien.)

Hier ist der Link auf den WBGU mit seinen vielen, vielen Gutachten und sonstigen Materialien. Hier geht’s zum deutschen Papstersatz Schellnhuber. 

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2 Antworten zu Was ist deutsch?

  1. Hartmut Barth-Engelbart schreibt:

    Die Menschen im zentralen Mitteleuropa sind wie die Griechen immer von außen imperial benamt worden: egal ob Germanien oder Germany ethymologisch ist Deutsch oder Deutschland zurückzuführen auf ein bereits vorromanisch existierende Sprache , die i.d.R. als Althochdeutsch bezeichnet wird, was wiederum die Herkunft in die Post-Imperiale Zeit verlegt, was nicht richtig ist.. Vor der Völkerrwanderung? Ja vor welcher denn? Es gab immer Völkerwanderungen vor und nach dem Jahr 0 unserer Zeitrechnung.

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  2. Freund des Hauses schreibt:

    „Deutsch“ ist relativ und war einer ziemlichen Veränderung unterworfen.
    https://vanaland.wordpress.com/antike-geschichte/vom-volk-zu-volkern/herkunft-verschiedener-voelker/

    Lieber Opa, Sie haben bei sich ja eine Neigung zur Permakultur entdeckt. Ich wollte eigentlich schon lange mal darauf hinweisen, dass es in der Szene auch zu massiven Verwerfungs- und Auschlussorgien kommt, um sich von angeblichen Rechten und Rassisten azugrenzen.(*)

    Einjmal schrieb ich dazu an den Permakulturverein und die Zeitrischt Oya. Und blieb jeweils ohne Antwort. Vielleicht sind Sie auch der Meinung oder haben Verständnis dafür, wenn ich das in dem Zusammenhang hier zur Veröffenrtlichung biete:

    Permakultur und Systemkritik

    „Tut der Kapitalist was er liebt und nicht was ihm nützt, wird er von dem
    was ist, nicht unterstützt.“
    (Die Artisten in der Zirkuskuppel, Alexander Kluge, 1968.)

    Hallo Miteinander,

    Die eigentlichen Herausforderungen vor denen Öko- und Gemeinschaftsbewegung stehen, betreffen uns alle. Es ist die Notwendigkeit einer fundierten und konstruktiven Systemkritik nach außen und die Konsensfindung (der kleinste gemeinsame Nenner) nach innen. Wie wir agieren, hängt davon ab, ob die gesamtgesellschaftliche Lage, die Machtverhältnisse, die Kräfteverhältnisse erkannt und Propaganda und Desinformation durchschaut werden.

    Den Gesetzmäßigkeiten des fortgeschrittenen Kapitalismus entkommt niemand. Weder in der Solawi noch im neuesten Agroforstprojekt. Es sind Nischenprodukte und werden es bleiben. (Warum, das haben wir in der letzten MeGa-Analyse gezeigt). Die gerechtere Welt wird so niemals erbaut. Und der Stern der Erlösung, der die Wiederkunft des Messias aufzeigt ist anderen vorbehalten. Uns bleiben nur die Konflikte, die sich zwangsläufig ergeben. Die Konflikte wälzen sich durch unsere Seelen, sind immer präsent wie die Hintergrundgeräusche der Großstädte. Sie auszusprechen und herauszuarbeiten wäre besser, als sie zu verschweigen:

    1. Globale Strukturen gegen nationalstaatliche und regionale (z.B. ist Landgrabbing ein Effekt der finanzkapitalistischen Globalisierung)
    2. Geld-Macht-Eliten gegen die 99% der Bevölkerungen
    3. Globale Überwachung, Big Data, Fremdbestimmung
    gegen Freiheit, Gleichheit und Solidarität
    4.. Agrar- und Lebensmittelindustrie gegen Subsistenz
    und Selbstorganisation
    5. Globalisierte Kultur ist das Gegenteil von Internationalismus. Globalisierte Kultur ist tendenziell Monokultur.

    Internationalismus heißt Hilfe zur Selbsthilfe, Hilfe zur Entwicklung der Wirtschaft vor Ort, in den
    Staaten; heißt Ernährungssouveränität, Aufbau eigener industrieller Fertigungs- und Wertschöpfungsketten. Internationalismus im Sinne der UN-Charta ist gleichberechtigtes Zusammenleben der Völker, Kulturen und Staaten und bedingt gegenseitigen Respekt und Achtung der Unterschiede.

    Was ist Globalisierungskritik?
    1. Es gibt objektive, tatsächliche Grenzen die nicht überschritten werden dürfen.
    2. Es gibt schutzwürdige Güter, Werte und Normen der Gesellschaft.
    3. Es gibt Schutzbedürftige und Benachteiligte in der Gesellschaft und der Staatenwelt. Das derzeit real existierende globale Selektionsprinzip („Das Recht des Stärkeren“) ist unmoralisch, menschenverachtend und nicht nachhaltig.
    4. Es muss der demokratischen Entscheidung einzelner Staaten und am besten den lokalen Gemeinschaften (Subsidiaritätsprinzip) überlassen bleiben, was sie in welchem Ausmaß für schutzbedürftig halten und was nicht.
    5. Es gibt keine politische oder wirtschaftliche Ordnung ohne Protektionismus, sondern immer nur die Frage, was oder wer in wessen Interesse geschützt wird (Investitionen, Gewinnerwartung der Konzerne oder das körperliche, psychische und soziale Wohlergehen der Bevölkerung vor Ort).

    Wie sehen die administrativen, technologischen und sozialen Entwicklungen in der Gesellschaft der letzten Jahrzehnte aus? Welche konkreten Auswirkungen von Globalisierung auf die Gesellschaft gibt es zu verzeichnen? Die gesicherten Fakten sind:
    – Abbau von demokratischen Mitbestimmungsrechten auf kommunaler und nationalstaatlicher Ebene
    – Machtkonzentration und steigende Gewinne transnationaler Konzerne
    – Lohn- und Sozialdumping, steigende Verarmung und mehr unsichere Beschäftigungsverhältnisse
    – Ausgabenkürzung der öffentlichen Haushalte, Privatisierung, Deregulierung
    – Zunahme der psychischen Belastungen in der Arbeitswelt, der Unsicherheit und des Flexibilitätszwangs
    – Zunahme der Chronischen Erkrankungen, Angststörungen und Depressionen
    – Fehlallokation der Ressource Arbeitskraft (Langzeitarbeitslosigkeit vs. Arbeitskräftemangel)
    – Zunahme gewalttätiger Konflikte durch ungeregelte Migration
    – Rückgang des gesicherten Allgemeinwissens und der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit
    – Extreme Zunahme der öffentlichen Verschuldung und des privaten Reichtums Weniger ( 1%)
    – Werteverlust, steigende soziale Vereinzelung und fehlendes Gemeinschaftsbewusstsein.
    – Ein besonderer Aspekt der Globalisierung, der meist ignoriert wird, ist der Raum der informellen, antidemokratischen Entscheidungsfindung: Die zunehmende Verlagerung der politischen Entscheidungen in transnationale, nichtgewählte, intransparente Expertengremien und Netzwerke.

    In der Liste sind die ökologischen Aspekte bewusst ausgeklammert. Die kommen zu der Negativbilanz noch hinzu.

    Aber warum gibt es keine öffentliche und substanzielle Auseinandersetzung mit diesen Fakten und warum keine Gegenbewegung zur real existierenden Globalisierung?
    Der Neoliberalismus lieferte die Gründe für die vorgebliche Alternativlosigkeit der politisch-ökonomischen Prozesse (Privatisierung, Liberalisierung, Deregulierung,…). Der Neoliberalismus ist die ideologische Grundlage der Globalisierung. Die Wirtschaftslehre des Neoliberalismus ist ein Dogma(Irrlehre) und stützt sich auf: Die Vorstellung, dass nur freier Handel die Wohlfahrt steigert, dass Märkte von sich aus effizient sind, dass Arbeitsmarkt ein Markt wie jeder andere ist, dass subjektives wirtschaftliches Handeln kalkulierbar ist, dass alle Wirtschaftsakteure vollständig und umfassend informiert sind, dass Konkurrenz auch auf sozialer Ebene notwendig sei und immer positive Ergebnisse zeigt, dass Krisen als Folge staatlicher Eingriffe auftreten, dass Gewinnmaximierung zu Lasten der Arbeitskräfte (Ausbeutung) zulässig ist. Das sind die Bausteine einer Ideologie, die geschaffen wurde um Gewinnmaximierung, Ausbeutung, Unterdrückung und undemokratische Machtkonzentration als alternativlos darstellen zu können.

    Eine fundierte Kritik an der neoliberalen Globalisierung ist also notwendig und gerechtfertigt.
    XXX

    * https://permakultur.de/neuigkeit/anastasia-und-familienlandsitzbewegung/
    https://oya-online.de/article/read/2777-anastasia_die_macht_eines_phantoms.html?omit_overlay=59fa8b5371da6

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