Übersterblichkeit 2021 in Deutschland? (3)

Von den Rohdaten zu vergleichbaren Daten als Voraussetzung einer wesentlichen Aussage:

Faktoren, die die Sterblichkeit in Deutschland beeinflussen. Das sind Faktoren, die sich von Jahr zu Jahr ändern können. Ihr jeweiliges Gewicht muss berechnet oder zumindest abgeschätzt werden, damit die Sterblichkeitsdaten vergleichbar werden. Erst dann ist eine sinnvolle Aussage möglich.

  1. Das Wachstum oder die Minderung der BRD-Bevölkerung.
  2. Die Veränderung der Altersstruktur der BRD-Bevölkerung
  3. Veränderungen der Tageszahl des Jahres
  4. Veränderung der Zahl der Tage mit übermäßiger Hitze und damit der „Hitzetoten“.
  5. Zunahme oder Abnahme der „an oder mit“ Corona Verstorbenen
  6. weitere Faktoren
  7. Der Einfluss der Corona-Politik auf die Sterbefälle.

Zu 1: Das Wachstum oder die Minderung der BRD-Bevölkerung.

Dieser Faktor kann nach den letzten verfügbaren Daten mit Null angesetzt werden. Von 2020 zu 2021 ist die Bevölkerungszahl praktisch konstant geblieben. Sie lag am 30. Juni 2021 bei 83,1 Mio Menschen. Das sind rund 6 000 Personen mehr als ein Jahr davor (Quelle). Diese Größenordnung ist für die Statistik der Übersterblichkeit praktisch irrelevant.

Die von der 13. bis zur 42. KW 2021 ausgewiesene Übersterblichkeit von 10786 Personen ändert sich damit nicht.

Zu 2: Die Veränderung der Altersstruktur der BRD-Bevölkerung.

Derartige empirische Daten zum Vergleich 2021 zu 2020 liegen mir nicht vor. In einer Pressemitteilung vom 30.9.2021 informiert das Statistische Bundesamt, dass der Trend zum Älterwerden der Bevölkerung anhält. „Die Zahl der Personen im Alter ab 67 Jahren wird zwischen 2020 und 2035 um 22 % von 16 Millionen auf voraussichtlich 20 Millionen steigen,“

Ich gehe davon aus, dass sich auch in dem Einjahresschritt von 2020 zu 2021 der Anteil der Älteren erhöht hat. In welchem Maße und ob dieses Maß sich in einer statistisch messbaren Größe niedergeschlagen hat, muss ich offen lassen. Um diesen Faktor nicht zu ignorieren, setze ich ihn relativ willkürlich (gleichsam als „Platzhalter“) mit dem Wert 1.000 an.

Die von der 13. bis zur 42. KW 2021 ausgewiesene Übersterblichkeit von 10786 Personen reduziert sich damit auf 9786.

Zu 3: Veränderungen der Anzahl der Tage im Jahr

2020 war ein Schaltjahr, hatte also einen Tag mehr als 2021. Am 29.2.2020 weist die Sterblichkeitsstatistik 2829 Todesfälle aus. Da dieses Datum in der 9. KW liegt, fällt es aus dem definierten Untersuchungszeitraum heraus und erhöht also nicht die untersuchte (relative) Übersterblichkeit 2021. (Die Wirkung des einen Zusatztages 2020 ist allenfalls bei der Betrachtung kumulativer Daten, etwa der Todesursachenstatistik, zu berücksichtigen.)

Zu 4: Veränderung der Zahl der Tage mit übermäßiger Hitze und damit der „Hitzetoten“.

Der Sommer 2021 hatte 4,4 Hitzetage, also Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius (Quelle). Der Sommer 2020 hatte 11,3 Hitzetage (Quelle). Nach einer Studie, über die in der ÄrzteZeitung vom 3.12.2020 berichtet wurde, ist in Deutschland pro Hitzetag mit rund 1000 zusätzlichen Toten zu rechnen. Demnach erhöhte das Plus von 7 Hitzetagen in 2020 gegenüber 2021 die Zahl der Gestorbenen um 7.000. Um dieselbe Größe erhöhte sich also (rechnerisch) die Übersterblichkeit 2021 von 9.786+7.000 auf 16.786 Personen.

Zu 5: Zunahme oder Abnahme der „an oder mit“ Corona Verstorbenen

Die Unexaktheit der Angaben des RKI zu den „Coronatoten“ ist bekannt. Prof. Dr. Schrappe hatte das schon vor Jahr und Tag drastisch ausgedrückt: „Diese Zahlen sind nichts wert.“ Die Regierungsinstitution RKI hat das bis heute nicht geändert, sodass ich von Vorsatz ausgehe.

Trotz dieser Einschränkung muss ich die offiziellen Zahlen berücksichtigen, einfach deshalb, weil es die einzigen verfügbaren sind. Ich bemühe mich um kritische Relativierung.

Nach Angaben der RKI waren von 23.3.2020 bis 31.10.2020 rund 10.366 Corona-Todesfälle zu verzeichnen. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2021 waren es rund 20.642. Das Plus 2021 zu 2020 beträgt also 10.276 Corona-Todesfälle. Um denselben Betrag würde sich die zu erklärende Übersterblichkeit des Jahres 2021 reduzieren, also von 16.786 – 10.276 auf 6510 Personen.

Ich halte diese Rechnung für fragwürdig, weil in der Zuschreibung „gestorben an oder mit Corona“ „Äpfel und Birnen“ zusammengewürfelt werden.

Wie hoch mag der Anteil der „echten“ Coronatoten sein?

Bekannt sind die Aussagen renommierter Pathologen, die auf der Basis von Obduktionen (freilich sehr kleiner Fallzahlen!) davon sprechen, dass bis zu 80% der „Coronatoten“ nicht an Corona gestorben sind. Siehe Prof. Dr. Püschel oder die Professoren Dr. Burkhardt, Dr. Lang und Dr. Bergholz, deren Ergebnisse trotz drakonischer Zensurmaßnahmen weiter öffentlich zugänglich sind – siehe Pathologie-Konferenz.

Die renommierte Schweizer Webseite „Swiss Policy Research“ verweist auf Studien, die zu dem Ergebnis kommen: „Bis zu 30% der zusätzlichen Todesfälle wurden nicht durch Covid verursacht, sondern durch die indirekten Folgen von Pandemie und Lockdowns.

Schließlich ist auch ein Blick in die offizielle Todesursachenstatistik 2020 des Statistischen Bundesamtes aufschlussreich (Pressemitteilung vom 8. Juli 2021). Dort heißt es:

„Bei insgesamt 36 291 Todesbescheinigungen war im Jahr 2020 laut vorläufigen Daten der Todesursachenstatistik COVID-19 als Erkrankung vermerkt. In 30 136 Fällen war dies die Todesursache, in den anderen 6 155 Fällen war es eine Begleiterkrankung. Nach diesen ersten vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) starben somit in 83 % dieser Fälle die betroffenen Personen an COVID-19 als sogenanntem Grundleiden, das heißt die Krankheit war die für den Tod verantwortliche Todesursache. In 17 % der Fälle starben die Personen mit COVID-19 als Begleiterkrankung, jedoch an einem anderen Grundleiden.“

Ich finde es beachtlich, dass die eine Regierungsbehörde die Panikzahlen der anderen Regierungsbehörde kurzerhand um knapp 20% reduziert!

Auch multipolar und Norbert Häring haben in jüngster Zeit das Verhältnis von „an oder mit Corona“ betrachtet. Sie kommen zu der Einschätzung, dass zwischen 30 und 50 % der „Coronatoten“ zwar „mit Corona“ aber ursächlich an anderen Leiden gestorben sind.

Die so unterschiedlichen Einschätzungen berücksichtigend setze ich für meine Analyse einen Wert von 30% der „Coronatoten“ als nicht ursächlich an Corona gestorben an. Die o. g. Zahl 10.276 verringert sich also um rund 3000 auf 7276 Personen. Um denselben Wert steigt die Übersterblichkeit in Deutschland, also: 6510+3000=9510.

Zu 6: weitere Faktoren

Es gibt zahlreiche weitere Faktoren, die die Sterblichkeit beeinflussen. Man denke an den großen Bereich der Luftverschmutzungen, darunter Feinstaubbelastung, Man denke an die Strahlenbelastung. Diese Faktoren nehme ich nicht in meine Berechnungen auf. Warum? Weil erstens, die genaue Wirkungsweise und Wirkungsmacht solcher Faktoren oft unklar ist, weil zweitens ihre Veränderung von 2020 zu 2021 (und damit ihre mögliche Wirkung auf die Übersterblichkeit des Jahres 21) oft nur geringfügig ist und weil schließlich ihre Tendenz in den letzten Jahren, namentlich Feinstaub, meist positiv war, sie also tendenziell weniger Tote verursachten.

Die Faktoren 1 bis 6 zusammenfassend gilt:

Die bereinigte Übersterblichkeit in Deutschland erreicht in der Zeit von der 13. bis zur 42. KW 2021 die Zahl von 9500 Personen.

Fazit: Wir haben im Jahr 2021 eine Übersterblichkeit (eine seit Anfang September von Woche zu Woche ansteigende), die durch keinen der bekannten „normalen“ Einflussfaktoren zu erklären ist.

Leser, die weitere gewichtige Einflussfaktoren sehen und sie berücksichtigt wissen wollen, bitte ich um Kritik, Hinweise oder Ergänzungen. Ich sehe einen weiteren großen Einflussfaktor.

Dieser Faktor ist die Corona-Politik, einschließlich der Impfungen.

Ihn betrachte ich als den „Elefant im Raum“. Ihm werde ich mich im vierten Beitrag dieser Folge zuwenden.

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2 Antworten zu Übersterblichkeit 2021 in Deutschland? (3)

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