Im „Nordbayerischen Kurier“: Mollath gegen Chefreporter Lapp 7:0

Sieben zu Null (7:0) – solche Siege feiert selbst Bayern München nicht alle Tage.

Die Herren Braun und Lapp vom „Norbayerischen Kurier“ wären nicht die Herren Braun und Lapp vom „Norbayerischen Kurier“, würden sie Mollaths Kantersieg einfach schlucken oder gar würdigen. Täuschen und Tricksen ist nun mal ihr Geschäft, auch wenn ihnen der Raum eng geworden ist. Das fängt bei der Überschrift an:

Dementi2

Die Anführungsstriche können bedeuten, daß es sich um ein Zitat handelt. Oder aber um die Ironisierung oder das Anzweifeln einer Behauptung. Der Leser weiß es nicht. Vor aller Sachinformation wird er eingestimmt: Der „vermeintliche Freispruch“ ist vielleicht ein Schuldspruch und der wäre vielleicht zu Recht ergangen. Im Fall Mollath ist doch sowieso alles umstritten.

Mollath aber, den die Überschrift unkorrekt zitiert, hatte gesagt (wie man weiter unten lesen kann):

Dementi3

Es gab einen tatsächlichen „Freispruch im Namen des Volkes“. Daß dieser schlimmer als jeder Schuldspruch war (insofern vermeintlich) ergibt sich daraus, daß er die Unterbringung in der Forensik anordnete, potentiell lebenslänglich.

Bevor der „Nordbayerische Kurier“ Gustl Mollath zu Wort kommen läßt (lassen muß?), leitet er ein, daß die Redaktion von diesem die „folgende Mitteilung“ erreichte. Kein Wort, daß es sich um eine veritable Gegendarstellung handelt, zu deren Veröffentlichung  die Redaktion auf Grund der vorangegangenen Falschbehauptungen des „NK“ gezwungen war.

Aber selbst in ihrem einen einzigen Einleitungssatz schaffen es die Bayreuher Qualitätsjournalisten eine schiefe Darstellung unterzubringen . Mollath sei 2006 verurteilt worden, „weil er seine Frau mißhandelt haben soll“. Bekanntlich wurde Mollath nicht wegen dieser angeblichen Straftat für nunmehr 7 Jahre weggesperrt, sondern weil ihm gemeingefährlicher Wahn attestiert wurde. Aber solche Feinheiten unterscheidet man beim „NK“ nicht. „Mißhandlung der Ehefrau“ ist viel griffiger und besser geeignet den Volkszorn zu kitzeln.

„Leider“ müssen sie nachfolgend in sieben Abschnitten, die es in sich haben, Mollath selbst  zu Wort kommen lassen:

Dementi4

So fällt das von Otto Lapp suggerierte Motiv, Mollath habe die Bank angeschwärzt, weil er dort verschuldet war, in sich zusammen.  Lapp hatte sich eine Zahl besorgt, diese (falls sie stimmt) aus jedem Zusammenhang gerissen und gegen Mollath gestellt. Mollath stellt mit wenigen Sätzen den Zusammenhang dar; in wenigen Sätzen, die heute in umfassenden Dokumentationen, Analysen bis hin zu offiziellen juristischen Schriftsätzen begründet sind.

Dementi6

Bei Punkt 2 von Mollaths Gegendarstellung muß ich verweilen. Diese (zumindest für mich) neue Information stellt wahrhaftig eine „Bombe“ dar.

Bereits in diesem, aus heutiger Sicht frühem, Posting hatte ich darauf hingewiesen, daß kompetente Bankmanager aus dem Revisionsbericht und zwar namentlich aus Punkt 2.1. des Revisionsberichts die notwendigen Schlüsse und Veranlassungen ableiten mußten. Mollath mit obigen Informationen verweist auf einen „smoking gun“ dieser Intrigen. Was da lief, Verdreifachung der Zinsen, Verkauf des Darlehens an GS, Ausraubung seines Hauses, danach Wegraubung seines Hauses, bei gleichzeitiger Terrorisierung Mollaths in der Straubinger Hochsicherheitsforensik (Bisher hat niemand erklärt, warum G. M. dort gelandet ist, drei Jahre verblieb und dann rückverlegt wurde!) wirft ein Blitzlicht auf die eigentliche Achse des Gesellschaftsskandals. Diese Achse bilden Bankgrößen (der Name Spribler ist hierbei neu für mich) und politische Größen, auf die die im Revisionsbericht genannte „Person von öffentlicher Bedeutung“ verweist. Ein landtäglicher Untersuchungsausschuß, der nicht in diese Bereiche vordringt, verfehlt seinen Gegenstand.

Es liegt auf der Hand, daß Martin Maske in diesem ganzen Geschehen eine höchst interessante Figur ist. Er deckt vermutlich eine große Bandbreite ab. Vom aktiven vermutlich Kleinkriminellen, den die Nachbarn beim vermutlich illegalen „Säubern“ des Hauses von Mollath beobachten bis zum vermutlich kriminellen Bankster und Immobilienspezialisten. Maske ist seit Jahren Geschäftsführer des Postsportvereins Nürnberg. Das dürfte ein dreifacher Segen sein, falls der Verein Jahr für Jahr einen soliden, ausgeglichenen Haushalt fährt, falls er wertvolle Grundstücke hat, um etwaige Risiken abzusichern und wenn er einen Immobilienspezi wie Maske an der Spitze weiß. Wenn Probleme, die das Leben nun mal mit sich bringt, im Verein auftreten, können diese in bester Harmonie gelöst werden, vielleicht unter Einbeziehung vereinseigener StaatsanwältInnen, RichterInnen, PolitikerInnen. Auch PsychiaterInnen?

Erhellend sind Mollaths Erläuterungen zu Punkt 3.

Lapp hatte „Seltsames“ bemerkt. Ein rechter ChefJournalist, der klärt ja nicht Seltsamkeiten durch seine gründliche Recherche auf, sondern streut diese lieber breit. Mollath erläutert nicht nur für jeden verständlich seine Beweggründe, sondern macht beiläufig auch noch darauf aufmerksam, daß der Sumpf  keineswegs auf Bayern beschränkt ist.

Die Punkte 4 bis 7 von Mollaths Gegendarstellung seien hier zur allseitigen Information wiedergegeben.

Dementi7

Dabei stellt Mollath innerhalb der einzelnen Punkte oft mehrere Falschbehauptungen Lapps richtig. Bei genauer Zählung würde ich wohl auf ein 10:0 oder gar 15:0 kommen. Aber ich will nicht kleinlich sein. Immerhin hat der „NK“ ganz korrekt über die ARD-Sendung am kommenden Montag „Der Fall Mollath“ informiert. Ist das „die Schwalbe, die keinen Sommer macht“ oder doch ein Schrittchen zu korrekterer Information?

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40 Antworten zu Im „Nordbayerischen Kurier“: Mollath gegen Chefreporter Lapp 7:0

  1. Der Fall Gustl Mollath: Ein Hammer!
    Damit alle wissen wo der „Hammer“ hängt …..
    Eine gemeinsame Aktion von @Fotobiene und @Muschelschloss

    http://twb.ly/11tEf8J
    http://muschelschloss.blogspot.de/2013/06/blog-post_1.html

    Und:
    The Case Gustl Mollath – The Whistleblower from Germany – English Information – http://muschelschloss.blogspot.de/2013/06/the-case-gustl-mollath.html

  2. Bille schreibt:

    Darf man die Herren Lapp und Braun damit also als überführte Schmierenschreiber bezeichnen?

  3. F. Fischer schreibt:

    Danke @kranich05!

    Ein angemessener Schritt wäre es nun doch, wenn Herr Braun, der sich als aufmerksamer Leser dieses Blogs gezeigt hat, erklären könnte, warum diese Gegendarstellung offensichtlich nicht als solche deklariert war, was eigentlich erforderlich ist, sondern im Gewand eines Artikels mit einer Wertung in der Überschrift erscheint.
    Wird in diesem „Artkel“ erwähnt, auf welche(n) Artikel sich die Gegendarstellung bezieht?
    Auch würde ich mich interessieren, ob und wann diese Gegendarstellung online publiziert wird, da die Artikel auch dort erschienen sind.

  4. F. Fischer schreibt:

    Zu Punkt 2:
    Im Jahr 2006 und davor hat die HVB alles unternommen, „notleidende“ Kreditportfolios abzutreten/auszulagern. Dafür arbeitete man u.a. mit der Archos oder auch der eigens dafür 2003 gegründeten Delmora Bank GmbH zusammen, die eine 100% Tochter der Archos ist, die wiederum eine 100% Tochter von Goldman Sachs ist, alles in „Wurfweite“ in Hof.

    Als die Kredite von Gustl Mollath somit bei einem Hedgefond landeten, waren diese offensichtlich sofort darauf bedacht, die Zwangsversteigerung der Sicherungen einzuleiten. Ob dies rechtmäßig war, ist zu bezweifeln, wenn man sich folgendes BGH-Urteil von 2010 ansieht, aber das sollte ein Jurist richtig bewerten:
    http://www.frag-einen-anwalt.de/BGH-URTEIL-XI-ZR-20009-v-300310-Wirksamkeit-einer-formularmaeigen-Unterwerfung-__f149912.html

    Somit ein weiterer Skandal im Skandal, da diese Praktiken 2006 gerade auch im Bezug auf HVB/Archon vielfach kritisch aufgegriffen wurden.

    Bericht im Focus von 2008 zu den grassierenden Abtretungen von Krediten an „Heuschrecken“:
    http://www.focus.de/immobilien/finanzieren/tid-8586/baufinanzierung_aid_233558.html

    Bericht der HVB mit Gründung der Delmora Bank (Seite 21):
    http://investors.hypovereinsbank.de/export/sites/ir/binaries/downloads/de/2006-04-07_ausgliederungsbericht_de.pdf

    • kranich05 schreibt:

      ZU „“Wurfweite“ in Hof“ habe ich eine undeutliche Erinnerung. Vorsicht! Wirklich undeutliche Erinnerung, und mein Archiv ist nicht so geordnet, daß ich das schnell überprüfen könnte (und Zeit hab‘ ich auch keene):Hatte nicht RA Woertge, der ja in mindestens einem AR einer fragwürdigen Finanzfirma saß, etwas mit Hof oder in Hof zu tun?

    • F. Fischer schreibt:

      Also nach dem bereits o.g. Bericht der HVB ergibt sich folgender Ablauf, wobei klar wird, dass die Aussage, die „leistungsgestörten“ Kredite (Non Performing Loans und Sub Performing Loans („NPL“/“SPL“)) seien an die Archon Group Deutschland GmbH (die keine Bank ist, eher Investment-Gesellschaft) abgetreten worden, nicht so ganz zutrifft.
      http://investors.hypovereinsbank.de/export/sites/ir/binaries/downloads/de/2006-04-07_ausgliederungsbericht_de.pdf

      – Seit 17. November 2005 ist die HVB Tochter der UniCredit
      – Am 15. Dezember 2005 wird die HVB Loan Portfolio GmbH & Co. KG gegründet, welche als „Ausgliederung“ das Kreditportfolio („notleidende“ Kredite) der HVB übernimmt
      – Am 8. Dezember 2005 wurde die HVB Loan Portfolio Verwaltungs-GmbH gegründet, welche alleinige persönlich haftende Gesellschafterin (so genannte „Komplementärin“) der HVB Loan Portfolio GmbH & Co. KG wird und selber 100% Tochter der HVB ist
      – Diese Gesellschaften haben keine Mitarbeiter und dienen nur der „sauberen“ Abwicklung des Kreditportfolios an die 2003 gegründete Delmora Bank. Es wird erläutert, dass die HVB Loan Portfolio GmbH & Co. KG (somit auch die „Komplementärin“ HVB Loan Portfolio Verwaltungs-GmbH) erlischen werden, wenn der Verkauf an die Delmora abgeschlossen ist.
      Noch weiter, denn:
      „Die HVB Loan Portfolio GmbH & Co. KG und die HVB Loan Portfolio Verwaltungs-GmbH haben bislang keine geschäftlichen Aktivitäten entfaltet und werden auch bis zum Wirksamwerden der Ausgliederung und zur Abtretung der Gesellschaftsanteile an die Delmora Bank GmbH keine geschäftlichen Aktivitäten entfalten.“
      – Am 20. Dezember 2005 gründet Goldman Sachs die Kypris Acquisitions Ltd. mit Sitz in London, die ebenfalls nur dem Zweck des „Deals“ mit der HVB dient. Mit dieser Gesellschaft schließt die HVB den Vertrag zum Verkauf sämtlicher Gesellschafteranteile der HVB an der HVB Loan Portfolio Verwaltungs-GmbH bzw. HVB Loan Portfolio GmbH & Co. KG. Vertragspartner der HVB ist also nicht die Delmora, sondern diese Ltd.
      – Die Gesellschafteranteile (und somit das Kreditportfolio) gehen dennoch an die Delmora Bank GmbH, da diese für die Kypris Acquisitions Ltd. als „Abtretungsempfängerin“ auftritt.
      – Seit 2005 gehört die Delmora der Archon Group Deutschland GmbH und somit Goldman Sachs.

      Einen Grund für diesen Ausgliegerungs-Deal über 5 Ecken (HVB Ausgliegerungsgesellschaft->HVB Komplementärin->Kypris->Delmora->Archon->Goldman Sachs) findet man auch in diesem Dokument (Seite 27):
      „Eine Übertragung von Kontokorrentverhältnissen und einer gesamten Geschäftsbeziehung ist rechtlich nur im Wege der Ausgliederung möglich. Auch eine Übertragung von Kredit- und Sicherheitenverträgen ist ohne Zustimmung der einzelnen betroffenen Kreditnehmer und Sicherheitengeber – die vorliegend angesichts einer Anzahl von mehr als 3.600 betroffenen Kreditnehmern praktisch nicht eingeholt werden kann – nur im Wege der Ausgliederung möglich.“

  5. zu Punkt 4: ist das derselbe Betreuer der in einem Fernsehbericht auftrat und zugab, dass er irgendwelche Dinge, auch eine Schmuckschachtel aus Mollaths Haus mitgenommen hat, OHNE alles zu inventarisieren? Oder war das ein anderer Betreuer? Später hat man Mollath eine leere Schmuckschachtel in der Psychiatrie übergeben. (war glauben wir report mainz)
    Wir erinnern uns nur daran, wie bräsig ein Betreuer da saß, auch kein Wort das er Anwalt war, und schwadronierte wie er Dinge mitgenommen hat, ohne sie zu notieren.
    Jedem von uns Kaufleuten haben sich die Hare gesträubt, denn nichts geht ohne Quittung/Dokumentation! Und wenn das tatsächlich ein Anwalt war, dann passt er in diesen Fall – wie auch diese komische Gegendarstellung. Seit Jahren müssen Gegendarstellung, unkommentiert und in gleicher Größe und Stelle im Blatt erscheinen.
    Etwas in eigener Sache – in Baden-Württemberg geht es ebenso ab. Die Bürokratten sind völlig durchseucht. Nachdem wir der ARGE/Jobcenter die Stellensabotage nachgewiesen haben – mit deren eigenen Berichten, wurde es immer schlimmer – bis zur Verweigerung von Essen, Diabetesbehandlung. Als wir das Sozialgericht Freiburg überführten gegen das Bundesverfassungsgericht geurteilt zu haben, gab der Gerichtspräsident keine Erklärung ab, sondern startete die Entmündigung. Die Auftragsgutachterin tat alles um ihren Auftrag zu erfüllen – von Erpressung ‚Diabetesbehandlung gegen Entmündigung‘ bis zur versuchten Aneignung der Vorsorgevollmachten im Original (außer shredder füttern ist uns kein Grund eingefallen wozu die sie braucht). Immerhin hat sie den wahren Grund genannt ‚Sie machen denen Arbeit, die wollen ihre Ruhe haben‘.
    Unglaublich?! Seit Jahren ist alles online dokumentiert – MIT Namensnennungen – UNBEANSTANDET!
    http://5jahrehartz4.wordpress.com/entmundigung-die-zweite/
    http://5jahrehartz4.wordpress.com/hilfe-nur-gegen-entmundigung/
    Doch sobald Bürokratten um Hilfe/Untersuchung gebeten werden, flüchten sie sehr rasch – vermutlich um das Wort Offizialdelikt nicht hören zu müssen.

  6. Joachim Braun schreibt:

    Nur zu Ihrer Information (es steht genug Unfug in diesem Post):

    Wir haben diese Darstellung von Herrn Mollath freiwillig veröffentlicht. Zwar ging sie uns über Herrn RA Dr. Strate mit der Überschrift „Gegendarstellung“ zu, aber die Voraussetzungen einer Gegendarstellung gemäß Pressegesetz wurden nicht erfüllt. Darum bot ich Herrn Dr. Strate an, diesen Text als Stellungnahme zu veröffentlichen. Ich habe ihn um gut ein Drittel gekürzt und mir dies von Herrn Dr. Strate absegnen lassen.

    Herr Mollaths Text stellt ergo auch nichts richtig, er gibt seine Meinung, seine Interpretation wieder. Das ist nicht nur statthaft, sondern absolut angemessen, weshalb wir als faire Journalisten diesen Text auch veröffentlicht haben. Wir haben dies nicht getan, weil wir, in dem Fall Herr Lapp, an dem Ursprungstext weitreichende Korrekturen vornehmen müsste.

    Schönen Sonntag
    Joachim Braun, Chefredakteur Nordbayerischer Kurier

    • Joachim Bode schreibt:

      soll ich über die Antwort von Braun lachen oder weinen?
      Oder sie ausdrucken und mit zum Klo nehmen?

    • Bille schreibt:

      …ist schon klar, ihr Herr Lapp schreibt gaaanz unvoreingenommen die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Ganz objektiv…gelle?

    • Stresstest schreibt:

      … Herr Braun,

      gründen Sie mit Herrn Lapp eine Tippgemeinschaft und spielen Sie lieber Lotto. Vielleicht haben Sie damit mehr „Glück“. In Causa Mollath liegen Sie meistens voll daneben und trotz neuer Fakten hat sich Ihre journalistische Trefferquote kaum verbessert.

      Stresstest – „Großraum Krefeld“

    • F. Fischer schreibt:

      Da ist scheinbar wirklich nicht mehr zu helfen, wenn die Fakten, die Herr Mollath richtig stellt, als „Interpretation“ bezeichnet werden. Jeder Augenzeuge in einem Prozess wäre somit überflüssig, ist ja alles nur Interpretation. 😉

      Interessanterweise weist diese Zeitung auf die ARD-Doku hin, in deren Trailer ein Zeitzeuge die Finanzgeschäfte bzgl. Schwarzgeld bei eben dieser HVB bestätigt (wurde auch schon in einem früheren Report Mainz Bericht gemacht).
      Der unter 2 (und 7) angesprochene Punkt des Herrn Lapp, Herr Mollath „unterstelle“ (unbewiesene?) Schwarzgeldgeschäfte der HVB, ist zwar schon lange aber inzwischen sogar durch Zeitzeugen widerlegt.
      Die Anschuldigungen sind also belegt. Warum sollte Herr Mollath eine Bank anzeigen, bei der er einen Kredit hat? Sollte er nicht deshalb Anschuldigungen vermeiden, um seine Kredite bzw. das Verhältnis zu seiner Bank nicht zu gefährden?
      Die Ausführungen des Herrn Lapp haben weder eine inhaltliche noch logische Legitimation.
      Warum wird dies hier noch von Herrn Braun verteidigt? Wie kann dies noch als „Interpretation“ oder „Meinung“ gelten?
      Welche Position will diese Zeitung eigentlich einnehmen, wenn bewiesene und bezeugte Geldgeschäfte als „unterstellt“ dargestellt werden und die Kredite Mollaths bei der HVB damit verquickt werden?

      • Bille schreibt:

        Selbst in Lapps Geschreibsel deutet nichts auf eine Gefahr für die Allgemeinheit hin, aber darum gehts auch nicht.
        Er will den Leuten klarmachen „Selbst wenn Mollath unschuldig ist, selbst wenn er nicht gemeingefährlich ist….er ist dort, wo er ist, gut aufgehoben, weil er mit seinem Leben nicht klar kommt.“
        So als Alternative……Hauptsache, er bleibt mundtot in der Klappse.
        Auftragsschreiber sozusagen.

    • F. Fischer schreibt:

      Bei „aber die Voraussetzungen einer Gegendarstellung gemäß Pressegesetz wurden nicht erfüllt“ klingelt was. Erinnert mich an Frau Merk, die die Zeugenaussage des Herrn Braun negierte, da dies keine formal-richtige „Eidesstattliche Erklärung“ war.
      Man kann ja froh, sein, dass die Gegendarstellung Mollaths nicht als Wiederaufnahmeantrag an das Landgericht Regensburg geschickt worden ist. Das hätte Herrn Mollath 80 Euro für die Ablehnung gekostet, also aktuell ca. 1,5 seiner Monatseinnahmen.

      • Fotobiene schreibt:

        Ja – DARAN habe ich auch gedacht, auch an das „Konvolut“, das formal für das Gericht zunächst weder als eine Verteidigungsschrift noch als eine Strafanzeige erkennbar war und daher irgendwie in den (Bei-?)Akten versackte…

    • kranich05 schreibt:

      Herr Braun, Sie sind, nach Selbstdarstellung, fairer Journalist. Daß Sie mit knappem Zeitungsplatz haushälterisch umgehen, auch wenn dadurch ein Drittel des Mollath-Textes verloren geht, nehme ich nur ungern zur Kenntnis. Da Sie gleichzeitig für meine Information sorgen wollen, schlage ich Ihnen vor, daß Sie mir das „eingesparte“ Drittel mailen. Als meist fairer Blogger, versichere ich Ihnen, den gesamten Text ohne ein Jota Veränderung zu veröffentlichen.

      • Fotobiene schreibt:

        Ja, sehr gut, hier ist Platz!!!
        Und Herr Mollath hätte damit sicher auch eher KEIN Problem, das hier veröffentlicht zu sehen, denke ich! Und besonders DAS liegt doch Braun-Lapp am Herzen, nicht wahr?! :-)))

    • Susanne Stetter schreibt:

      @Braun:

      „Vermeintlicher Freispruch im Namen des Volkes“

      Herr Braun, ist Ihnen bewußt, was Mollath damit meint? Die Feststellung der sogenannten „Schuldunfähigkeit“ mangels von Einsichtsfähigkeit in das Unrecht der Tat. Folge dieser Nicht-Belangbarkeit ist die Unterbringung im Maßregelvollzug zur Herstellung des Vollzugsziels Entlassung aus der Forensik. Und das kann dauern. Haftstrafen „sitzt“ man ab, der Eintritt der „Entlassfähigkeit“ ist mehr oder wenig im Ungewissen.

      Als Journalist, als Meister des Worts, darf es nicht passieren, dass dieses Zitat zur Überschrift wird. Der Leser kann den Satz vor dem Vordergrund, dass Mollath immer noch „einsitzt“ nur so interpretieren, wie es hier zum Ausdruck kommt. „Freispruch“ bedeutet doch, auf freien Fuß setzen. Gemeinhin nimmt man an, der Betroffene sei „unschuldig“. Meine erste Reaktion war genauso wie vom Blogbetreiber.

      Journalisten müssen Aussagen in den richtigen Kontext setzen und „kulturell übertragen“. Mollath verwendet den falschen Fach-Terminus. Das kann man ihm nicht verübeln als Automobiltechniker.

    • Dian schreibt:

      Braun schrieb am 2. Juni 2013 um 13:57: „Wir haben diese Darstellung von Herrn Mollath freiwillig veröffentlicht.“ – und meinte damit zu entstellen versucht bzw. verwässert. Ich wünsche mir die Hartnäckigkeit von Dr. Strate, die – vielleicht ohne weitere Klage – zu einem weiteren, unverfälschten Abdruck der Gegendarstellung im Nordbay. Kurier führen kann.

      • Dian schreibt:

        P.S. „Die Voraussetzungen einer Gegendarstellung gemäß Pressegesetz wurden nicht erfüllt“, ist kaum glaubhaft – zumindest aus Brauns „Feder“.

  7. annie b. schreibt:

    Das ist doch wirklich keine originelle rhetorische Strategie, gegen Fakten anzurennen, indem man sie als „Meinung“ oder “Interpretation“ bezeichnet und sie damit in den Bereich des Subjektiven verweist.
    Herr Mollath spricht hier über Themen, die er über lange Zeit aus nächster Nähe als Betroffener erlebt hat und die er nun gut nachvollziehbar darstellt. Auf der anderen Seite der „faire“ Journalist, der sein „Know-How“ aus ein paar Gesprächen mit Mollath bezieht – die Schräglage ist unübersehbar.
    Es war anscheinend nicht einmal möglich, einen TV-Beitrag neutral anzukündigen. Wer hat denn schon Interesse, sich zu später Stunde etwas über „das Schicksal eines Mannes … gegen den sich die Welt verschworen zu haben scheint“ anzusehen, eines Mannes, der sowieso nur „klagt“? Dass es eigentlich um „den Fall Mollath“ gehen soll, wird da schon wieder verbal zugekleistert. Allzu deutlich wird auf der Querulanten-Klaviatur gespielt und die Rezeption der Dokumentation in diese Richtung beeinflusst.

  8. annie b. schreibt:

    Was „Hannibal 1000“ im SZ-Forum zum Merkur-Interview mit MdL Herrmann

    http://www.merkur-online.de/lokales/freising/freising/herrmann-arbeitet-untersuchungsausschuss-mollath-2929193.html

    gesc:hrieben hat, mag – jedenfalls bis zu einem gewissen Grad – auch für Otto Lapp zutreffen:

    „… Wie kann dieser Mann vor den Augen aller derart die Wahrheit und Fakten verdrehen? Das geht nur, weil sich zu einer so klaren Position, wie sie z.B. die SZ in dieser Affäre vertritt, automatisch eine Gegenposition entwickelt, auch wenn diese von Grund auf falsch und auf Lügen aufgebaut ist. Und dort gesellen sich dann allzu gerne jene, die zu faul sind, sich in den Fall einzulesen, aber trotzdem ein Urteil abgeben wollen. …“

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/justiz-im-fall-mollath-persilschein-aus-augsburg-1.1685616?commentspage=all:1:#comments

    • Fotobiene schreibt:

      Sehr schön herausgepickt!
      Es kann nicht sein, was nicht sein darf…
      Zwischen Lüge und Vogel-Strauß-Politik (wieso eigentlich „Vogel-„?!…) ist kaum noch zu unterscheiden… Das ist wohl auch so gewollt, die Akteure zeigen schizophrene Symptome.
      In BAYERN ist alles BESTENS! So oder so!

      Ich kenne das Phänomen aus anderen Kreisen – meine Wortwahl „schizophrene Symptome“ ist daher nicht nur so hingeworfen.

      Mir fällt dabei außerdem ein Buch ein, das zeigt, daß diese Haltung bestimmte Kreise unserer Gesellschaft inzwischen sehr tief durchzieht, mehr als sich Otto Normalverbraucher überhaupt vorstellen kann. Diese Best-Of sind im Grunde noch nicht die wirklichen Best-Of:
      http://www.zehn.de/die-10-irrsten-erlebnisse-deutscher-mitarbeiter-5409602-0

  9. Susanne Stetter schreibt:

    „Journalistische Sorgfaltspflicht“ ist die Einschränkung des Grundrechts der Pressefreiheit.
    Dass veröffentliche Meinung nicht öffentlichte Meinung ist, steht auf einem anderen Blatt.

    Die Gutachter, die Doktores-Verdreherles einschließlich der Creme-de-la-Creme, sind nicht anders: Wer unfreiwillig vom vom Umfeld herbeigerufenen Experten zu Hause besucht wird während gerade Klo-Putzen ansteht, findet im Gutachten den Satz „Der Betroffene hantierte gerade unkontrolliert mit einer grünlichen Flüssigkeit. Es konnte nicht ausgeschossen werden, dass sich der Betroffene selbst schädigen wollte mit der Flüssigkeit.“ (Kein Witz!)

    In die Köpfe soll momentan gepflanzt werden, Mollath sitzt zurecht, es gibt da ein paar viele Ignoranten, die ihn freisprechen wollen im Namen des Volkes ohne Expertise.

    Doch, Ruhe ist nicht mehr die erste Bürgerpflicht, das gilt es klarzustellen. Gut so, Desinformation muss bloß gestellt werden! Und die schlampigen Journalisten sind in die Pflicht zu nehmen. Notfalls vor Gericht, denn üble Kreaturen des Wirtschaftslebens nutzen die „Ehrschutzklage“ um ihre windigen Geschäfte unerkannt weiter zu betreiben, die meist mit der Strafrechtskeule nicht erreichbar sind. Bei Mollath ist die Verteidigung der Persönlichkeit nicht bloß ein Geplänkele, sondern Basis, um Fußzufassen.

  10. Joachim Bode schreibt:

    Ich gehe davon aus, dass Herr Joachim Braun sehr wohl weiss, was gespielt wird und welche Rolle er dabei einnimmt.
    Die sich daraus ergebende charakterliche Einstufung mag Herr Braun für sich selber vornehmen. Ich traue ihm ohne weiteres zu, dass ihm das gelingt.

  11. Carlo Chiccone schreibt:

    Deutsche Bank mit ihren 21 GmbHs und einer LTD in Irland…
    Esrte Westend GmbH, Zweite…, elfte Westend GmbH, Kallisto Einundzwanzigste Vermögensverwaltungs-GmbH
    5 Steuerfahnder Paranoid in Hessen?
    hängt das mit den „Heuchschrecken“ zusammen?

    Vor Jahren ging ein Bericht durch das Fernsehen das die Deutsche Bank Hypotheken aufkauft und durch mehrere Firmen undurchsichtig, weiter veräussert bis nach Irland reichen die Hypotheken/Immobilienverkäufe aber ohne in Deutschland Steuern zu zahlen, ging damals um einen Kaufbetrag von Hypotheken einiger Sparkassen im Wert von 125 Millionen Euro.

    Was ich fand: http://ow.ly/lDjQx
    Vollstrecker aus Texas: http://ow.ly/lDknE

    Ob und inwieweit Hedgefonts, HVB, Deutsche Bank mit in den Steuerhinterziehungsafären sowie der Massenhaften Zwangsräumungen in Deutschland miteinander verflochten sind weiß ich nicht, habe da auch keinerlei Fachkompetenz.
    Vielleicht habt ihr dazu einen Tipp oder kann es bei euren Recherchen hilfreich sein.
    Was mit GMs Haus gemacht wurde könnte mit meinen Vermutungen zusammenhängen.
    Stichworte Lone Star HVB Hypothekenverkauf 21 GmbHs der Deutschen Bank eigens dazu eingerichtet Blitzräumungen der erworbenen Imobilien…

  12. Gerd PA schreibt:

    Hallo guten Tag zusammen!!! Ich werde neuerdings von einem User bei Facebook beleidigt, Herr Mollath wird von diesem Mann, Herrn Robert Gutermuth beschuldigt, Mollath er sei ein Irrer und zurecht weggesperrt!!! Das gleiche unterstellt er mir ebenfalls und ich gehöre auch weggesperrt!!! Soviel zur Solidarität und Einsicht vieler Bürger in Deutschland bezüglich Unrecht in dieser Republik bzw GmbH Deutschland!!!

  13. Gerd PA schreibt:

    Das muß vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der Fall Mollath muß ordentlich verhandelt werden, aber der Mann sollte raus aus der Psychatrie. Das geht überhaupt nicht. Mit diesem Zirkus- und Karnevalsgebahren macht sich ganz Deutschland lächerlich. Die Öffentlichkeit in diesem Land hat die Schnauze voll von solcher Selbstherrlichkeit. Warum wird die CSU in Bayern nach Jahrzehnten nicht endlich abgestraft und abgewählt. Diese Partei hat sich schon lange selbst überlebt. Weg damit! Rechtsstaat geht anders, meine Damen und Herren von der CSU!!!.

    ICH SCHLIESSE MICH DIESEM KOMMENTAR EINES LESERS DER SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG AUSNAHMSLOS AN!!!

  14. Gerd PA schreibt:

    Es ist schlichtweg unglaublich (offensichtlich „bereitet“ die Klinik den Herrn Mollath auf seine Aussagen vor dem Untersuchungsauschuss vor!).

    Die Fachaufsicht für die forensische Psychiatrie liegt bei dem Ministerium der Frau Haderthauer, die Dienstaufsicht bei dem Bezirk Oberfranken!- Da stellt man sich schon die Frage warum Fach- und Dienstaufsicht derart eklatant versagen, dass so ein Vorgang – wie diese Durchsuchung bei Mollath – überhaupt möglich ist!

    Und im weiteren;- ob es nicht notwendig, ist bei einem derartigen Versagen von Fach- und Dienstaufsicht, endlich einmal personelle Konsequenzen in den Behörden zu ziehen…

  15. Gerd PA schreibt:

    rosleh 17.5.2013 | 9:54 Uhr aus der SZ ein Kommentator
    Melden
    Mollath doch ist für die bayerische Justiz nur noch lästig, am liebsten wäre denen er würde sich das Leben nehmen.
    Dann könnte die Bayerische Justizministerin und die von Mollath benannte
    in Schwarzgeldgeschäfte verwickelte Stadtbekannte Persönlichkeit aus Nürnberg wieder ruhig schlafen.
    Es hat in diesem Fall durchaus den Anschein, dass es sie noch gibt die furchtbaren Juristen wie zu Zeiten der Diktatur in Deutschland. Zumindest in Bayern scheint in diesem Fall so ziemlich alles undenkbare möglich zu sein wie man sieht. Es sieht so aus, als hat die bayerische Justiz vor das Wiederaufnahmeverfahren für Herrn Mollath mit juristischen Finten zu unterlaufen, um ihn für immer in der geschlossenen Phychiatrie verschwinden zu lassen. Immerhin könnte bei einem Wiederaufnahmeverfahren herauskommen, dass eine wie Herr Mollath damals behauptete “ Stadtbekannte Persönlichkeit“ an den Schwarzgeldgeschäften mit der Hypo – Vereinsbank beteiligt war. Auch wenn dies inzwischen verjährt ist, für den Generalstaatsanwalt eine unangenehme Sache, da er Jahre zuvor vielleicht auch durch Rechtsbeugung diese juristisch unappetitliche Sache mit eingebrockt hat und einen Spezi?? aus der Schusslinie gebracht hat.

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