„Mensch Mollath!“ – wenn Otto Lapp die Blödmaschine heizt……

Ein Artikel im „Nordbayrischen Kurier“ vom 13./14. April 2013 auf Seite 4.

Die Wortwahl im Mollathskandal zeigt manchen Wandel.

Am Anfang hieß es: „Wenn er mich anzeigt, mache ich ihn fertig. Ich weiß auch schon wie.“ Der „Monolith“ sagte: „Wenn Sie so weitermachen, kommen Sie nie wieder ‚raus.“ Der Creme de la Creme-Gutachter Kröber sagte: Nichts. Schrieb sein Gutachten und G. M. war für weitere Jahre verknackt. Der Creme de la Creme-Gutachter Pfäfflin wählte Kirchensülze: „Ein Denken, das um einen fernen Punkt des Unrechts kreist.“ Jetzt aber menschelts.

Otto Lapp, Chefreporter des „Norbayrischen Kurier“ „trifft Bayreuths berühmtesten Patienten seit Wochen“ und seufzt: „Mensch Mollath!“ Hättest Du dich untersuchen lassen, hättest Du die Therapie mitgemacht, Du könntest schon längst draußen sein.

Vielleicht, sinniert der Reporter, ist ja Mollath nur ein sturer Hund. Oder doch irre? Mollath pinkelt in ein Gebüsch (Nebenbei: Das kann ich bestes nachvollziehen). Dagegen kämpft der Rechtsstaat, mit Polizei: 15 Euro Strafe, 30 Deutschmark. (Kulant, bei Kaiser Wilhelm hätte das mindestens ein Goldstück gekostet.) Wer Vernunft hat, wird doch gern zahlen oder? Oder gleich in die Hose pinkeln? Mollath jedenfalls, der ziemlich Irre, sagt glatt: „Das werd‘ ich nie bezahlen“.  Und der „Freund und Helfer“ sagt glatt: Ab ‚inn Knast! Nackscht ausziehn! Häftlingsdress!

Ja, ja, sagt unser Chefreporter, pinkelt sich um Kopf und Kragen aber Schuld gibt er „dem System“. Natürlich kann sich die Justiz mal irren, natürlich haben’s die Psychiater schwer. Und schweigen müssen sie meistens auch noch. Und schweigen lauthals sieben Jahre. Sieben Jahre – der MUSS doch gemeingefährlich sein, sagt Klaus Leipziger: Der erscheint morgens grußlos, um Kaffee zu holen! Dr. Leipziger ist Beurteiler und Aufbewahrer in einer Person. (Nebenbei: Ein Jahr „Vollzug“ in der Forensik kostet (oder bringt) ca. 100.000 € pro Mann und Jahr.)

Inzwischen kümmern sich sechs Gerichte um den Fall. „Sie verbringen ihre schlaflosen Nächte“, behauptet Otto Lapp, mit der Frage, was zu tun sei mit diesem gefährlichen, gemeingefährlichen Serientäter. Allen macht es Mollath schwer. Er kooperiert nicht. Sogar gegen die vorsorgliche Entmündigung hat er sich gewehrt, damals als sein Hab und Gut versteigert wurde. Und kein Chefreporter findet eine heiße Spur, und sei es nur von einem Ferrari 246 GT. Andererseits, wenn ein Mensch ohne jeden Anlaß für drei Jahre im Hochsicherheits-Psychiatrieknast Straubing verschwindet (Gustl Mollath von April 2006 bis Mai 2009), was zählen dagegen zwei, drei Autos.  Und auch ein Chefreporter hat nur begrenztes Wissen. Oder muß er verschweigen?

Soviel weiß jedenfalls Otto Lapp: Daß es da einen Unterstützerkreis gibt, der glaubt gut informiert zu sein, daß dieser Kreis ein mediales Sperrfeuer eröffnet habe und eine einseitige Diskussion führt, daß Mollath seiner damaligen Frau Schwarzgeldgeschäfte nachsagte, die später teilweise bestätigt wurden, daß der Bundesgerichtshof das Urteil gegen Mollath bestätigt habe, daß das Gutachten von anderen Gutachtern immer wieder bestätigt wurde, daß die Juristen ganz verschiedener Meinung seien, daß -summa summarum – eigentlich alles viel komplizierter ist, als es angeblich aussieht.

Das Beste, Liebe Leser – sagt Otto Lapp nicht – Sie kümmern sich überhaupt nicht um diesen querulatorischen Sonderling. Ich liefere Ihnen noch paar unterhaltsame Berichte, und den Rest überlassen wir unserer bewährten bayrischen Justiz und Politik.

Wer sich über den Mollathskandal informiert hat, wird empört sein oder hohnlachen über diese erste Mollath-Zeitungsseite von Otto Lapp. Wenn ich aber an die naiven Zeitungsleser denke, diejenigen, die nicht selbst stundenlang im Internet recherchieren, sondern sich aus ihrem Bayreuther Blatt über den „berühmtesten Bayreuther Häftling“ qualifiziert informieren wollen, dann bin ich entsetzt. Da fehlt nicht nur die journalistische Sorgfalt, da werden grundlegende Tatsachen ignoriert oder umgebogen und nicht im Einzelfall, sondern systematisch. Das Ergebnis ist die völlige Desinformation.

Herr Lapp vermeidet jeden Hinweis auf eine öffentlich zugängliche, überaus inhaltsreiche Quelle. Ich meine die Website gustl-for-help. Alle seinen abwertenden Bemerkungen zu den Mollath-Unterstützern zerplatzen wie Blasen angesichts der dort verfügbaren Informationen von diversen Originaldokumenten aus erster Hand.

Herr Lapp vermeidet jeden Hinweis auf den Grund des Mollathskandals: Mollaths rücksichtslose Aufdeckung krimineller Machenschaften der HVB, weiterer Banken, „bester Gesellschaftskreise“ Nürnbergs und darüber hinaus sowie von Bankmitarbeitern (und keineswegs nur seiner damaligen Frau).

Herr Lapp sagt kein Wort zu den zahlreichen nachgewiesenen Aktivitäten von Justiz, Polizei, Politik und Psychiatrie zur Deckung der vorgenannten kriminellen Machenschaften.

Herr Lapp verschweigt die bisher geleistete umfangreiche fachjuristische Arbeit zur Aufdeckung der juristischen Seite des ganzen Skandals, einschließlich des Nachweises von Justizverbrechen (mehrere juristische Fachblogs, ein Beispiel hier, die Verteidiger, Veröffentlichungen Dr. Strate).

Fast schon selbstverständlich, daß Lapp natürlich alle psychiatrischen Gutachten verschweigt, die Mollath für völlig normal befinden und daß er keinerlei Fachkritik an den negativen Gutachten erwähnt, wie sie z. B. Dr. Sponsel ausführlich formuliert hat.

Genug der Betrachtung dieses in jeder Hinsicht minderen journalistischen Erzeugnisses. Was mag den Verfasser zu dieser Leistung veranlaßt haben?

 

Hier wird übrigens weiter geheizt, diesmal vom Chef persönlich.

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81 Antworten zu „Mensch Mollath!“ – wenn Otto Lapp die Blödmaschine heizt……

    • Breitenbach schreibt:

      Der Ver­gleich in Klam­mern hinkt in­so­fern ein biß­chen, als in Cha­mis­sos »wun­der­sa­mer Ge­schich­te« der »Pe­ter Schle­mihl« sei­ne See­le ge­ra­de nicht ver­kauft.

  1. fassungsloser Durchschnittsbürger schreibt:

    Vielen Dank für Ihre öffentliche Stellungnahme zu dieser journalistischen Glanzleistung.

    Die Lapp-Reportage ist nicht „läppisch“; diese Bezeichnung würde die Wirkung völlig verharmlosen. Die Reportage ist dilettantisch und unterirdisch schlecht, was aber nicht unbedingt auf fehlende Geistesgaben des Chefreporters zurückzuführen sein muss, sondern auch beabsichtigt sein kann. Auf jeden Fall: Desinformation pur.

    Da stellt sich nur noch die Frage: Wieso leistet sich ein bodenständiges und grundsätzlich seriöses Blatt wie der Nordbayerische Kurier solch (scheinbar) uninformierte Chefreporter und deren Geschmacklosigkeiten?

    • Sina schreibt:

      @fassungsloser Durchschnittsbürger
      Vielleicht muss man mal gucken, in welchen Clubs die Herren Chefredakteur Braun und Chefreporter Otto Lapp verkehren?

  2. Pitter schreibt:

    Der „Aurel“ hat seine Geschichte ein wenig zurechtgerückt.
    Mal sehen, ob in der Printausgabe dieser Zeitung Leserbriefe zugelassen werden. Kurz und gut: diese Zeitung hat sich einen Maulkorb verpasse müssen, ganz im Gegensatz zu den Nürnberger Nachrichten, die nach wir vor noch in gewisser Weise frei berichte kann.

  3. Beate N. schreibt:

    Am Wochenende hatte ein Bayreuther Chefreporter skandalös und das auch noch in drei Artikeln auf einmal, über Mollath berichtet. Sein Fazit war, „Mensch
    Mollath!“, so kommst du doch nicht weiter. Soll sich Herr Mollath wohl in
    sein Unrecht beugen und alles über sich ergehen lassen?
    Ich hätte es wahrscheinlich gemacht, weil ich überhaupt nicht die Stärke
    (manche sagen wohl den Wahn) gehabt hätte, mich, erstmal in der Psychiatrie
    gefangen, aus dieser Parallelwelt heraus, auf mein Recht zu pochen. Heute
    hat der gleiche Reporter wieder zugeschlagen, mit drei Artikeln zum
    NSU-Prozess. Ich habe sie gar nicht erst gelesen….Die Berichterstattung
    zum Fall Mollath wird von zwei Leserbriefen am Ende der Zeitung gerettet.
    Einer macht sich lustig, dass Dr. Leipziger sich angeblich wegen
    Schweigepflicht nicht äußern dürfe, während zeitgleich sämtliche Urteile,
    Gutachten und Anträge in voller Länge auf Mollaths Homepage bzw auf RA
    Strates Homepage zu finden sind. Würde RA Strate das letzte Gutachten auf
    zig Seiten abdrucken, wenn Mollath nicht alle von ihrer Schweigepflicht
    entbunden hätte. Der andere Leserbrief stellt dar, dass es das wirre
    Gedankensystem das Mollath bzgl der HVB entwickelt hat, nicht sein kann,
    warum er einsitzt. Warum also dann? Der Autor fragt, ob Mollath ernsthaft
    bei aggressiven Handlungen beobachtet wurde oder ob zu erwarten ist, dass er
    aggressiv wird, wenn er heute, um 10 Uhr, „frei gesprochen“ würde. Er
    schreibt, dass die „Bayreuther Justiz die wahrscheinlich letzte Chance
    (hätte) aus der Selbstrechtfertigungsspirale auszubrechen“, denn die
    Verantwortung bliebe dann an den „Gutachtern“ hängen.
    Ansonsten keine einzige Zeile im Nordbayerischen Kurier, dass heute Mollaths
    Anhörung ist und damit die oben beschriebene letzte Chance beginnt!
    Gerade wollte ich mich darüber aufregen, dass das nicht mal eine einzige
    Zeile wert ist, als aus dem örtlichen Radiosender „Radio Mainwelle“ der Song
    „the show must go on“ von Queen. The show must go on – meine Leben geht
    weiter, das Gericht wird an seiner show festhalten oder die show um die
    Aufklärung von Mollaths Fehl-Urteil geht weiter, die show der
    Nordbayerischen Kuriers oberflächlich, lückenhaft, eben einfach schlecht
    oder gar nicht über Mollath zu berichten….sicher ist, es geht weiter, aber
    wie….

    Ich bin übrigens auch nicht für eine blinde Freilassung Mollaths a la „gebt
    Barabass frei, nehmt Jesus“. Es muss ordentlich ermittelt, aufgeklärt und
    danach mit rechtsstaatlichem Gewissen geurteilt und vollzogen werden? Darf
    man darauf hoffen? Heute hätte das Bayreuther Gericht die Chance…
    Gerade wird auf Radio Mainwelle auf den Termin heute hingewiesen und
    Gerichtssprecher Thomas Goger wird eingeblendet. Theoretisch sei alles
    möglich, aber bei einem so komplexen Thema seien viele Faktoren zu
    berücksichtigen und es könne auch sein, dass erst in einiger Zeit auf dem
    Büroweg eine Entscheidung fällt. Dann wird noch auf die Homepage des Senders
    verwiesen. Immerhin, also nicht nur eigenartige Chefreporter in Bayreuth.

    • annie b. schreibt:

      “’the show must go on’ von Queen” –

      Wie passend, dass die bayerische Justizministerin eine „politische Showveranstaltung“ auf sich zukommen sieht. Die Frage ist nur welche Rolle sie darin spielen wird.

      http://www.justiz.bayern.de/presse-und-medien/pressemitteilungen/archiv/2013/102.php

    • Breitenbach schreibt:

      Sie ge­ben mir zu den­ken. Sie be­to­nen das rechts­staat­li­che Ge­wis­sen, mit dem ge­ur­teilt wer­den müs­se. Nein, mit dem ge­ur­teilt und voll­zo­gen wer­den müs­se. Und voll­zo­gen! (Könn­te es sein, daß Sie ins­ge­heim doch nicht an Mol­laths Un­schuld glau­ben?) – Mir per­sön­lich wür­de schon ein mit schlech­tem oder ganz oh­ne Be­tei­li­gung ir­gend­ei­nes schwie­rig nach­zu­wei­sen­den Ge­wis­sens ge­fäll­tes, rechts­staat­li­ches Ur­teil voll­auf ge­nü­gen.

      Noch vor­her ver­glei­chen Sie sei­ne mög­li­che (?) Frei­las­sung mit der im NT fest­ge­hal­te­nen Wahl zwi­schen zwei (!) Per­so­nen, was gleich in dop­pel­ter Wei­se be­mer­kens­wert ist. Er­stens, weil Sie mit die­sem Ver­gleich die Per­son Mol­laths gleich­sam in ei­ne gu­te und ei­ne bö­se Per­son auf­spal­ten. Zwei­tens, weil ei­ne sol­che Auf­spal­tung ziem­lich ge­nau den psychologischen Kern der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Ba­rab­bas-Le­gen­de wie­der­holt, die al­ler­dings aus hand­fe­sten religiösen Grün­den so und nicht an­ders ge­formt wer­den muß­te. (Genaueres zum letz­ten Punkt erfährt der Le­ser hier: http://ahriman.com/buecher/maccoby.htm).

  4. Bill schreibt:

    Der erscheint morgens grußlos
    Habe mir das Gutachten von Leipziger angesehen. Ich glaube, dass von der Anstaltsleitung eine Hetze gegen Mollath betrieben wird und auch Neid geschürt wird, damit Beschwerden von anderen Insassen kommen und der feine Dr. Leipziger diese dann fein säuberlich ausbreiten und gegen Mollath verwenden kann. Das Personal kann von Leipziger sowieso beliebig gesteuert und zu den gewünschten Aussagen und Feststellungen mißbraucht werden. Ausserdem ist es auch völlig klar, dass, wenn einer völlig unschuldig 7 Jahre in der Psychiatrie weggesperrt, dort hergemobbt und für dumm und verrückt verkauft wird, dann auch einige Spitzen loslässt. Die Anstaltsleitung kann zudem niemals zugeben, einen Unschuldigen, völlig Normalen festzuhalten, also wird Mollath als Feind betrachtet und im Kollektiv angegangen. Gut möglich, dass Mollath von der Anstaltsleitung sogar bewusst provoziert wird, um ihm etwas anzuhängen und zur gefährlichen Bestie zu erklären.

  5. fassungsloser Durchschnittsbürger schreibt:

    Ich habe gestern abend an die Herausgeber des Nordbayerischen Kuriers folgendes Fax geschickt:

    Sehr geehrter Herr Ellwanger, sehr geehrter Herr Dr. Fischer,

    können Sie Ihren Chefreporter Otto Lapp nicht als Sportreporter oder ähnliches einsetzen?

    Seine Reportage über Herrn Mollath war überhaupt nicht witzig und so extrem ahnungslos, dass Sie es meines Erachtens nicht verantworten sollten, Herrn Lapp über ernste Themen berichten zu lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie das selbst schon bemerkt haben.

    Vielleicht interessiert es Sie, wie man die Sache andernorts sieht. Ein Beispiel dafür:

    https://opablog.net/2013/04/17/mensch-mollath-wenn-otto-lapp-die-blodmaschine-heizt/

    In großer Bestürzung,

    • Sina schreibt:

      @fassungsloser Durchschnittsbürger
      Na, wenn der Herr Chefreporter Otto Lapp als Sportreporter genauso locker mit Fakten umgeht, wie im Fall von Herrn Mollath, dann möchte ich nicht wissen, wie die Fußball-Fans reagieren, wenn Chefreporter Otto Lapp mal eben ein neckisches 3:2 in die Runde wirft, obwohl es 1:3 steht.

      • fassungsloser Durchschnittsbürger schreibt:

        Stimmt. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht, dass Herr Lapp auch als Sportreporter keine gute Figur machen würde. Die Fußballfans würden ihm Saures geben.

  6. annie b. schreibt:

    Der Nordbayerische Kurier ist mir in der Berichterstattung über die Mollath-Affäre schon einmal negativ aufgefallen:

    Am 07.01.13 um 15:05 Uhr erschien die Meldung: „Mollaths Anwalt erstattet Anzeige gegen Richter und Klinikleiter.“

    http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/mollaths_anwalt_erstattet_anzeige_gegen_richter_und_klinikleiter_111813

    Um 16:42 Uhr dann der Artikel: „Drohungen gegen Mollath-Gutachter Leipziger“.

    http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/fall_mollath_drohungen_gegen_gutachter_111858

    Ein falscher Genitiv im Vorspann, eine gewagte Syntax im ersten Absatz – war keine Zeit für den Lektor? Dann die Zwischenüberschriften – bei diesem kurzen Text: „Drohanruf zur Anzeige gebracht“ und „Mollath als gemeingefährlich eingestuft“. Was nimmt der eilige Leser auf, was der naive, was soll er aufnehmen? Alles sehr bedrohlich, und dann der angegriffene, der ängstliche Mann auf dem Foto. Dann die zentrale Botschaft:

    „Chefarzt Leipziger erklärte, er habe den Drohanruf zur Anzeige gebracht, weil die Intensität der Drohung eindeutig zu weit gegangen sei. Er geht davon aus, dass der Drohanruf auf eine Stimmung zurückzuführen ist, die durch teilweise einseitige Berichterstattung in den Medien hervorgerufen worden sein dürfte.“

    Und nun ergreift Otto Lapp das Wort – jetzt, da manche Akteure immer schlechter aussehen.
    Nein, positive Nachrichten dürfen nicht ohne „kritische“ Begleitung die Öffentlichkeit erreichen, da muss man schon „ausgewogen informieren“. Und es kann auch nicht sein, dass die Opposition noch profitiert, nur weil „der Mensch da“ so stur ist:

    „Während medialer Druck wächst, zerren im Hintergrund andere an Mollath. Die Freien Wähler haben den politischen Sprengstoff erkannt und gerieren sich als Retter Mollaths. Ein mögliches Unrecht an ihm könnte man im Wahlkampf dem bayerischen Justizministerium und der CSU an den Kopf werfen.“

    „Medialen Druck“ gab es erst kürzlich, als die SZ über die verschwundene Habe berichtete. Die Empörung war groß, wie man den Kommentaren im Forum entnehmen kann. Warum sollte Otto Lapp da recherchieren, wenn es doch viel opportuner ist, das Verschwinden der Habe durch die „Krankheit“ selbst zu rechtfertigen, Mollath weiter zu belasten und die Ärzte zu entlasten? Das liest sich dann so:

    „Als Beispiel nennt der Psychologe die Zwangsversteigerung seines Besitzes: ‘In einer alles-oder-nichts-Einstellung’ habe er nicht kooperiert. Das BKH habe ihm extra einen Betreuer zur Seite gestellt dafür. Aber mit dem habe er von Anfang an nicht zusammen gearbeitet, heißt es. Auch sonst habe er niemanden im Bezirkskrankenhaus um Hilfe gebeten. […] Und außerdem habe der Betreuer mit seiner Frau zusammen gearbeitet. Der Betreuer sagt nichts, Schweigepflicht.“

    Nein, Fakten, gut bekannte Quellen oder gar eigene Recherche interessieren Otto Lapp nicht, an der Schweigepflicht ist auch nicht zu rütteln, wenigstens dann nicht, wenn es passt. Was ihn interessiert, ist die konsequente Stilisierung Mollaths zum Querulanten und dazu ist er bestens informiert. Er hat die passenden Anekdoten und Zitate. Aufschlussreich ist hier vor allem dieses: „Komisch wird’s, wenn Menschen nur noch die andere Seite sehen’, sagt ein Gutachter.“ Das beschreibt exakt die eigentlich wenig exakte Grenze zum „Querulantenwahn“, den er gar nicht beim Namen nennen muss, aber er kennt sich aus. Möglich, dass er ein Lehrbuch zu Rate gezogen hat, da wird das „Krankheitsbild“ so erklärt:

    „Anfangs handelt es sich um überwertige Ideen. Diese querulatorische Fehlhaltung geht bei einem Teil der Betroffenen ohne scharfe Grenze in einen Querulantenwahn über. Von nun an sind Zweifel an der Rechtmäßigkeit seiner eigenen Position und des eigenen Verhaltens nicht mehr möglich. Der Umwelt werden verwerfliche Motive unterstellt, der Kranke meint, andere wären bestochen, gegen ihn aufgehetzt, arbeiteten planmäßig gegen ihn, suchten ihn zu erledigen, zu unterdrücken und um jeden Preis auszuschalten. Die absolute Uneinsichtigkeit, Selbstgerechtigkeit und die Ausweitung des Kampfes vom ursprünglichen Gegner auf andere Menschen und Instanzen und schließlich auf die ganze Gesellschaft sind charakteristische Merkmale des Querulantenwahns.“ (Rainer Tölle: Psychiatrie, 1988, 8.Auflage, S.177)

    Otto Lapp sinniert und spekuliert nicht, er legitimiert, selektiert, suggeriert, das äußerst gezielt und perfide. Was denkt wohl der flüchtige Leser, wenn er Sätze liest wie diese: „Trotz der Verschwörung, die gegen ihn laufe“ oder: „Die wollten einen Mann platt machen“.
    Es ist eben alles eine Frage des Standpunkts, hier des Standpunkts der Macht, deren Repräsentanten in Psychiatrie und Politik sich nach wie vor als äußerst faktenresistent erweisen. Deshalb würde ich auch nicht von „Wahn-Wahn“ sprechen, eher von gezielter PR, und die funktioniert nur durch Ausblendung von Tatsachen und Quellen, durch gezieltes Verfremden des Kontexts.
    Erst im verfremdeten Kontext kann dann die Öffentlichkeit vielleicht doch noch Mollaths „Gefährlichkeit“ begreifen. Dieser Artikel kommt erst einmal harmlos daher, fast kumpelhaft (der unsägliche, heuchlerische Titel!), um „Gefährlichkeit“ geht es hier gar nicht. Das ist auch (noch) nicht nötig, es gibt eine aktuelle „Gefährlichkeitsprognose“ des Bayreuther Chefarztes und auch die Beschwörung von Mollaths Gefährlichkeit durch Markwort und Merk sind noch nicht vergessen: Er habe viele Menschen bedroht, „Menschen, die mit einem Auto gefahren sind, das nicht mehr fahrtauglich ist!“, so die bayerische Justizministerin. Was aus dem Wiederaufnahmeverfahren werde, sei ja auch „noch nicht klar“, natürlich: die „unabhängigen“ Richter … Da wäre dann wieder Otto Lapp gefragt, jetzt hat er sich erst einmal zu Wort gemeldet.

    Man kann sich schon fragen, wie Psychiatrie, Politik und bestimmte Medien aus der Nummer wieder herauskommen wollen und das ist schon beklemmend. Dass sich eine „bodenständige“ Zeitung wie der Nordbayerische Kurier für so eine Kampagne hergibt, macht die Sache auch nicht besser.

    Unter den vielen Medienvertretern, die sich aktuell vor dem Gericht in Bayreuth befinden, ist auch Otto Lapp: Er sei „seit sieben Jahren geschlossen untergebracht, aufgrund ‚falscher Eingangsgutachten’, wie er immer wieder dem Kurier gegenüber betonte“ – das passt ins Bild. Aber wo hat Otto Lapp „Fesseln vor Gericht“ gesehen?

    http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/mollath_fesseln_vor_gericht

  7. Gernot Köpke schreibt:

    Kein EINZELFALL! -> „Zusammen mit Gustl Mollath und vier geschassten Steuerfahndern erläutert Dirk Lauer am 16.4. in einem Pressegespräch in der Wiesbadener Anwaltskanzlei ‚else.schwarz‘, wie der Trick mit den falschen Gutachten funktioniert. In seinem Fall hat die Giessener Akademische GmbH in der nun veröffentlichten, wissenschaftlichen Expertise justiziabel nachgewiesen, dass das damalige intransparente Gutachten schwerwiegende formale, rechtliche und inhaltliche Mängel aufweist. Ihm fehlt jede wissenschaftliche Basis, was es insgesamt rechtswidrig macht. Lauers ‚Gefälligkeitsgutachter‘ wurde im Mobbingfall des Steuerfahnders Marco Wehner bereits zu einer Geldstrafe von 12.000 Euro verurteilt, „Treibt aber immer noch als behördlich beauftragter ‚Wiederholungstäter‘ sein Unwesen“, so Lauer. Weitere Enthüllungen sollen folgen. Im Visier hat man neben dem Gutachter auch die Seilschaften zu und in den Behörden.“ Auszug aus diesem Artikel: http://www.piratenpartei-gross-gerau.de/content/piraten-fordern-unabh%C3%A4ngige-beschwerdestelle-f%C3%BCr-hessische-polizei

    ————————-
    kranich05 sagt: Obige Korrektur (Durchstreichen „Gustl Mollath“) habe ich heute vorgenommen, nachdem mir dieser hilfreiche Kommentar bekannt wurde: https://opablog.net/2013/12/09/stupid-german-men-1/#comment-9551

    • michabalser schreibt:

      Der Falschgutachter Dr. Holzmann zur besonderen Mobbingverwendung
      der hessischen Finanz- und Justizverwaltung wurde wegen 4 vorsätzlichen
      Falschgutachten berufsgerichtlich verurteilt.
      U.a. betreffend Marco Wehner.
      Fernsehsender Phönix hat vor wenigen Tagen um Mitternacht – wo kaum
      einer fernsieht – ein aufschlussreiches Interview mit dem Ex-Abteilungsleiter der
      Frankfurter Steuerfahndung Frank Wehrheim gesendet.
      Der das Wegmobben von 4 Fahndern durch Falschgutachten als schweres Unrecht ansieht.
      Der für jedermann verständlich die u.a. banksystemisch geförderte Steuerhinterziehungs-Maschinerie in die Steueroasen offenlegt und erklärt.
      Weswegen u.a. die Kollegen Schmenger und Wehner als zu fachkundige u.a. für involvierte Großbanken lästige Steuerfahnder als Querulant beruflich ausgeschaltet wurden.

      Ich wurde als hessischer Anwalt-Notar durch denselben Schlechtachter
      mit denselben Querulanz-Phrasen im Auftrag der Justiz-Verwaltung
      beruflich ausgeschaltet wegen massiver Kritik an dem Kinder-Väter
      bei der Umgangs-Sorgerechts-Verfolgung ausbremsenden Psycho-
      Gutachten-Unwesen in der Familiengerichtsbarkeit.
      Als Schadensersatz-Kläger gegen das Land Hessen als Falschgutachten-Auftraggeber
      und gegen den bereits berufsgerichtlich verurteilten notorische Falschgutachter Holzmann
      versucht das LandGericht – das dem Kindsmörder Gäfgen Schmerzensgeld zugesprochen
      hat – zum Schutz der Justiz-Verwaltung und deren Gefälligkeits-Schlechtachter mir „die freie Willensbestimmung“ zum Beseitigen der Prozess- und Klage-Fähigkeit wegen „krankhafter Störung der Geistestätigkeit“ abzusprechen.
      Die über diese rechtsstaatswidrigen Machenschaften von mir informierte angeblich
      renommierte Presse FAZ, Zeit, Spiegel interessiert das „einen Dreck“.
      Als wären so taktierte Mitbürger nur menschlicher Dreck wie Mollath, die keinen
      investigativen Skandal-Aufklärungs-Artikel wert sind.
      Als hätte diese Presse sich einen Maulkorb von der Obrigkeit des systemischen Psychiatrie-
      Missbrauchs verpassen lassen, den sie stolz wie eine CDU-schwarz-FDP-gelbe Presse-Batschkapp trägt, deren Schirm über die Presse-Augen hängt und diese blind wie Presse-Maulwürfe macht.

      So dass ausgerechnet die Renommee-Presse de facto den Geist aufgegeben hat, als wäre
      sie zur Staats-Organ-Presse verkommen – DDR-Presse-System like !

  8. michabalser schreibt:

    Dr. Leipziger verfährt in seiner „gutachterlichen“ Stellungnahme zum Geschlossenhalten des
    vorangegangenen Ferndiagnose“Gutachten“-Teufelskreises nach dem Auskoch-Rezept
    der Psychiatrie-Branche :
    Man erstelle ein willkürliches „Schlechtachten“ zum Abstempeln eines lästigen Bürgers
    als vorgetäuschten „paranoiden Querulanten“.
    Verwehrt er sich dagegen mit der Einwendung der Falschbegutachtung, dann
    bestätigt er selbst „per se“ die Diagnose aufgrund seines paranoid querulatorischen Widerstandes
    gegen das Falschgutachten.

    Mit diesem Back-Stein der Psychiatrie-Naseweisen können mit einem Schlag
    2 Schmeiß-Fliegen erledigt werden :
    Die Kritiker der vorangegangenen Ketten-Schlechtachten-Maschinerie(Kackophonie)
    und
    der bezüglich seiner Falschbegutachtung „uneinsichtige“ und widerstandsfähige
    Betroffene.

    Während die Schlechtachter-Reihen – Kröber, Leipziger + Konsorten – kollegial
    geschlossen und unantastbar bleiben wie unfehlbare Halb-Götter im hirnblut-beschmierten
    weißen Ärzte-Kittel.

    Halbgötter, die sich der Reihe nach wechselseitig beruflich blüten-weiß schreiben.

    Und wie Dr. Leipziger sich nicht kontrollierbaren angeblichen „merkwürdigen“
    Beobachtungen von hörig untergebenen Pfleger-Personals + Irrenhaus-Patienten bedienen.
    Die sich vom „Außenseiter“ Mollath „gemobbt und geschnitten“ und missachtet und
    unverstanden fühlen.
    Nur weil dieser sich von diesem prototypischen Irrenhaus-Besetzungs-Kreis zurück zieht
    und in sich selbst zur Verfolgung seiner Widerstands-Sache gegen den
    Schlechtachten-Teufelskreis verzieht.

    Obwohl das für einen Irrenhaus-Außenseiter folgerichtiges Abgrenzungs-Verhalten
    ist und bestätigt, dass er in der Irrenanstalt völlig fehl am Platz ist als „Normalo“
    und Außenseiter ohne Krankheit-Relevanz, wird ihm schlechtachterlich von
    Leipziger fortdauernde Gemeingefährlichkeit sowohl wegen der Unfehlbarkeit
    der vorangegangenen Schlechtachten untergeschoben;
    als auch wegen seiner Unfähigkeit, sich an das Irrsein-Müssen und die Irren dort in einer Irrenanstalt anpassen zu können und zu wollen.

    Weil nach Leipziger in dessen Irrenanstalt per se keine geistig Normalen + Gesunden
    – wie Mollath – sein können und dürfen (was nicht sein darf, das nicht sein kann) und nicht in
    den illustren sich bestens verstehenden Ärzte-Pfleger-Personal-Patienten-Kreis
    rein passen.
    Also muss Mollath schlechtachterlich an den irren Anstalts-Kreis angepasst und
    als widerspenstiger Irrer so therapiert werden mit den gesunden Widerstand und Überlebenswillen brechenden Psychopharmaka, dass er in den IrrenHaus-Kreisverkehr letztendlich rein passt.

    Wie Charly Chaplin im Film „Moderne Zeiten“ rückgratbrechend durchgedreht durch das Zahnräder-Werk der unheimlichen Monster-Maschine

    Die „furchtbaren“ u.a. bayerischen Amts-Juristen mit ihren juristischen klassischen
    Zirkelschluss-Finessen sind gegenüber solchen „furchtbaren“ Amts-Psychiatern
    in Mengele (aus dem Schwäbischen übersetzt in Dres-Mengen) harmlose
    juristische Zirkelschluss-Kur-Pfuscher.
    Während diese furchtbaren Psychiater wahre winkeladvokatorische Weltmeister
    im Teufels-Kreis-Zirkelschluss-Denken sind zum Verteufeln von widerstandskräftigen
    „widerspenstigen“ gesunden „Wutbürgern“.

    „Staats“-Psychiater, die den Nick-Name „Psychiatrie-DokTores Diaboli“ verdienen.
    Als wären sie die ErbGENeration der NS-System-Karrieristen u.a. der hessischen
    Hadamar-Psychiatrie-Kliniken, die aus wahnsinniger Karriere-Sucht ihre
    fachlich exponierten jüdischen Dres-Kollegen von den Chefarzt-Positionen weggemobbt haben.
    Um dem Vergiftungs-Spritzen den Vorzug zu geben zur Befreiung der in die arische
    Bestmenschen-Gesellschaft nicht passenden u.a. Anscheins-Patienten von deren nutzlosem Leben.

    Die Gefühlskälte des Berufstandes gepaart mit einer Unter- bzw. Nichtwertigkeit von Menschenwürde und Freiheit – körperlicher, meinungs- und selbstbestimmungs-geistiger – ,
    die sich gegenüber Mollath in System-Dienstbeflissenheit offenbart, lässt die Eriinnerung
    an für vergangen gehaltene „furchtbare“ deutsche Zeiten mit den furchtbaren Juristen
    und Medizinern wach werden wie ein Albtraum.
    mbalser@t-online
    Durch den selben Falschgutachter wie die hessischen Steuerfahnder
    aus dem Anwalt-Notar-Beruf als paranoider Querulant wegen Justiz-Dilettantismus-Kritik
    Gemobbter.

  9. annie b. schreibt:

    „Als erste Instanz nannten alle Befragten ihr Gewissen“ –
    eine aktuelle Studie zur Selbstkontrolle der Medien:

    „Die TU [Dortmund] befragte in einer Online-Erhebung in den Jahren 2011/2012 Journalisten aus zwölf europäischen und den zwei arabischen Ländern Jordanien und Tunesien. Die 1.682 Befragten aus den Bereichen Print, Rundfunk, Online und Agentur liefern mit ihren Aussagen überraschende Ergebnisse: Deutschland bildet im europäischen Vergleich das Schlusslicht in puncto Erfahrung mit Selbstkritik. […]
    Den redaktionsinternen Leitlinien und Presse-Kodizes messen die Befragten noch die größte Verantwortung zu, wenn es um Selbstregulierung geht. So bewerten europäische Journalisten Medienverantwortung allgemein als positiv. Sie sei immerhin die Voraussetzung für Pressefreiheit. Doch traditionelle Instrumente wie Presseräte oder digitale wie Medienblogs sind für sie kaum entscheidend. Zwar schätzen sie die Publikumskritik via Facebook oder Twitter, trotzdem sehen sich deutsche Journalisten, laut Studie, noch stärker als in anderen Ländern als „Gatekeeper“: Die Antwortmöglichkeit, Redaktionen sollten Nutzern die Möglichkeit geben, online an der Produktion von Geschichten mitzuwirken, fand nur schwache Resonanz. Sie fühlen sich sogar häufiger ihren Quellen anstatt ihrem Publikum gegenüber in der Verantwortung. Als erste Instanz nannten alle Befragten ihr Gewissen.“

    http://www.sueddeutsche.de/medien/studie-zur-medienselbstkontrolle-deutsche-journalisten-sind-wenig-selbstkritisch-1.1651105

  10. Joachim Braun schreibt:

    Es ist immer wieder eine Freude zu lesen, wie unvoreingenommen, quellenneutral beim völlig unparteiischen Verteidiger und frei von jeglicher Vorverurteilung manch im Netz veröffentlichtes Werk recherchiert ist. Ob der Oranienburger Opablogger jetztmals mit Herrn Mollath persönlich gesprochen hat? Otto Lapp hat’s getan und zwar viele Stunden lang.

    Joachim Braun, Chefredakteur Nordbayerischer Kurier

    • fassungsloser Durchschnittsbürger schreibt:

      @ Joachim Braun

      Dass Ihr Chefreporter mit Herrn Mollath stundenlang gesprochen hat, mag sein. Auf den Bericht Otto Lapps scheint sich diese quellennahe Recherche und der daraus eigentlich resultierende Informationsvorteil aber nicht gerade qualitätssteigernd ausgewirkt zu haben. Schade.

      Übrigens: Es würde mich interessieren, warum ausgerechnet Ihr Chefreporter die Gelegenheit hatte, „viele Stunden lang“ mit Herrn Mollath zu sprechen.

      • Joachim Braun schreibt:

        Da haben wir doch ganz andere Vorstellungen von Qualität und wohl auch von Wahrhaftigkeit. Und warum konnte Otto Lapp mit Herrn Mollath viele Stunden lang sprechen? Er hat einfach nachgefragt. Was ist daran ungewöhnlich?

      • Fotobiene schreibt:

        @ Joachim Braun
        Ungewöhnlich ist (wie im Artikel oben dargestellt) die Weglassung längst bekannter Tatsachen und die durchgehend tendenziöse Berichterstattung, die Gustl Mollath – sollte Ihre Behauptung stimmen – sicherlich, wenn er DAS gewußt hätte, von einem Gespräch mit Ihrem Herrn Chefreporter Lapp abgehalten hätte und zukünftig abhalten wird!

    • annie b. schreibt:

      Lange Gespräche allein qualifizieren noch nicht zur seriösen Bewertung und Wiedergabe ihrer Inhalte.

    • Beate N. schreibt:

      Ganz einfach! Otto Lapp dachte er hat Mollaths Vertrauen und tatsächlich hatte er es aber nicht! Mollath ist doch nicht doof! Mollath kippt auch nicht um und ändert seine Strategie bestimmt nicht, nur weil ein dahergelaufener Lokalredakteur „Mensch Mollath!“ ruft. Und es würde mich auch nicht wundern, wenn jetzt Otto Lapp seit Samstag keine Privat-Audienzen mehr bei Herrn Mollath hätte…und das mit gefesselt vorgeführt, wie heute Morgen zu lesen, hat auch nicht gestimmt…verbessern Sie mich, wenn ich falsch liege, Herr Braun!

      • Joachim Braun schreibt:

        Herr Mollath muss keine Strategien ändern, nur weil eine Zeitung über ihn schreibt. Wir sind weder seine Berater, noch sind wir Beteiligte, wir beobachten nur und recherchieren ergebnisoffen. Genau das hat Herr Lapp getan. Dass Ihnen das Ergebnis seiner Recherchen nicht gefällt, ist völlig in Ordnung.
        P.S.: Auf unserer Website steht nichts von Fesseln, in unserer Zeitung steht, dass ihm erstmals keine Fesseln angelegt wurden.

      • Fotobiene schreibt:

        @ Joachim Braun

        Ich glaube es nicht! Für wie dumm halten Sie uns Internet-Leser??

        Ich darf Sie auf meinen Beitrag hier hinweisen, falls Sie ihn noch nicht kennen sollten:
        http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/04/07/der-fall-mollath-augsburg-die-blinde-justitia-ii/#comment-6958

        Mein Kommentar etwas weiter unten:
        „Bei Lapps Artikel müßte ich mich SEHR bemühen, eine Strategie auszuschließen.“ bestätigt sich durch Ihren Beitrag hier im Opablog in außergewöhnlich klarer Form!
        Vielen Dank!! 😦

        Sie schreiben:

        P.S.: Auf unserer Website steht nichts von Fesseln, in unserer Zeitung steht, dass ihm erstmals keine Fesseln angelegt wurden.

        ES steht nicht MEHR dort, nämlich nicht im nachträglich veränderten Text, dessen ursprüngliche Version VIELE gesehen haben (wie mein o.g. Beitrag beweist).
        Wohl aber im Dateinamen „mollath_fesseln_vor_gericht“ (den meta content haben Sie seit letzter Nacht ja AUCH ändern lassen… fein verstanden, aber leider…!).
        Das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum mit Zeitangabe (18.04.2013 10:15 Uhr) wurde trotz der Veränderungen, die Sie auch in ihrem Kommentar hier zu vertuschen suchen, nicht verändert.

        Sie haben sicherlich auch gesehen, daß Gabriele Wolff im aktuellen Beitrag ihres von vielen interessierten Menschen gelesenen Blogs darauf Bezug nimmt?
        http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/04/19/der-fall-mollath-die-anhorung-vom-18-4-2013-oder-der-kaiser-ist-nackt/

        Dann haben Sie ganz sicher auch eine Erklärung dafür, daß Sie nicht nur eine Falschmeldung in die Welt setzten, sondern diese auch noch nachträglich zu löschen versuchten, um HIER dann auch noch zu behaupten, die Meldung existierte nicht??

        WIR SIND SEHR GESPANNT, HERR BRAUN !!!

      • Joachim Braun schreibt:

        @Fotobiene: Ihre Verschwörungstheorien sind niedlich, aber unzutreffend. Internet-Journalismus ist im Unterschied zur Zeitung ein Stream, ein Prozess. Das heißt, Texte werden ständig aktualisiert, so wie hier geschehen. Eine Strategie pro oder contra Mollath steckt nicht dahinter.

        Aber lassen Sie sich bloß nicht beirren, von der Wahrheit schon gar nicht…

      • Fotobiene schreibt:

        @ Joachim Braun

        Ich habe hier lediglich – wie jeder lesen kann – FAKTEN dargestellt.

        1 ) Könnten Sie mir bitte darstellen, was Sie daran an als „Verschwörungstheorien“ verschlagworten?
        Ich habe kein Problem mit einer „Aktualisierung“ von Texten, sofern sie als „Aktualisierung“ (besser: Korrektur) gekennzeichnet und datiert sind.
        Wenn jedoch nach einer solchen UNGEKENNZEICHNETEN „Aktualisierung“ in einem Kommentar – nämlich Ihrem oben – zudem gesagt wird: „Auf unserer Website steht nichts von Fesseln“, dann fehlte hier – dumme Panne? – WIEDER der Hinweis darauf, daß das dort tatsächlich mal gestanden hat… so als wäre das nie der Fall gewesen!
        Schwamm drüber!?

        2) Wie kam es also zu der Falschmeldung – und brand“aktualiserten“ Andersmeldung??
        Das interessiert hier inzwischen sicher einige Leser….

      • Horst Pachulke schreibt:

        @ Joachim Braun aus dem Miniwahr:

        Lesen Sie Orwells 1984, dann wissen Sie, wo ein undokumentierter Änderungs-Stream im Nachrichtenwesen hinführt. Sie brauchen nicht einmal mehr einen Ofen, in dem Sie die ursprünglichen Versionen verbrennen – zur „Vergangenheitskontrolle“, um als „allwissender“ und „immer richtiger Berichter“ auftreten zu können.

      • F. Fischer schreibt:

        Erstaunlich ist, dass ein Chefredakteur durch Formulierungen wie „Stream“ oder „Prozess“ den Online Jounalismus indirekt zu einem minderwerigen Medium degradiert. Man kann dies nur durch eine leichtfertige und fälschliche Übertragung von technologischen Begriffen wie „Stream“ oder ad-hoc Medien wie Twitter oder Facebook auf professionellen Journalismus erklären, was diesen dadurch aber auf eine Qualitätsstufe wie die o.g. „Schnellschuss-Medien“ setzt.
        Natürlich durchläuft auch ein Online-Artikel Entwurfs- und Freigabestufen, womit Qualität gleich einem Print-Medium sichergestellt werden kann, durch Online-Redaktionssysteme ggf. bei richtiger Anwendung sogar schneller und besser.
        Klar ist aber auch, dass diese Systeme dazu verleiten können, schnell Änderungen vorzunehmen. Dies bedeutet aber, dass man gerade deshalb besonders sorgfältig und gewissenhaft sein muss und diese Änderungen, sofern diese wichtige Fakten betreffen, durch eine Fußnote kenntlich macht.
        Insofern ist eine Online-Redaktion kein freier öffentlicher Prozess oder Stream, es bestehen nur entsprechende technische Möglichkeiten.
        Man stelle sich mal vor, es erscheint eine Print-Zeitung, in der behauptet wird, Herr Mollath sei gefesselt vorgeführt worden. Ein Stunde später besucht eine Horde Redakteure alle Käufer dieser Ausgabe, entwendet deren Zeitung und tauscht diese gegen eine Zeitung aus, die beschreibt, dass Herr Mollath ungefesslt vorgeführt wurde, mit dem Hinweis: „Vergessen Sie, was Sie gerade gelesen haben, das haben wir nie geschrieben.“.
        Mich jedenfalls würde das ein wenig irritieren und etwas an der Seriösität der Berichterstattung dieses Mediums zweifeln lassen.
        Interessant ist aber, gerade im Fall Mollath, der offenkundige Mangel an Einsichtsfähigkeit oder -willen bei erstaunlich vielen kleineren (Lokalblätter) oder größeren (MinisterInnen) Protagonisten.
        Obwohl die Entwicklungen nun doch deutlich wahrzunehmen sind, war aus irgendeiner Richtung schon mal ein „Bitte um Entschuldigung“ zu vernehmen? Nein, es gab nicht einmal einen vagen Versuch, etwas Empathie zuzulassen. Manche Personen, deren Meinungen leider öffentlich wahrzunehmen sind, äußern sich in einer Form, als seien diese 7 Jahre Gefängnis und Entwürdigung für Herrn Mollath ein tolles Abenteuer gewesen, welches jetzt durch breite Medienpräsenz gekrönt wird.
        „Sturkopf oder irre?“: weder noch.

      • kleitos schreibt:

        @Joachim Braun

        Bezüglich Ihrer EInlassungen hier: Verkommen ist, wer gar nicht mehr merkt, wie heruntergekommen er ist.

    • H. Heine schreibt:

      Hi Herr Braun
      Danke, daß auch Sie sich hier zu Wort melden. Frage an Sie: Sie bezeichnen sich als „Chefredakteur“. Das ist eine Position. Oder Funktion. Haben Sie denn auch einen Beruf? Oder ein Hobby?

    • Gabi schreibt:

      Lieber Herr Braun,
      unter objektiver Berichterstattung verstehe ich sehr wohl auch den Verweis auf Mollaths Homepage. Wer dort liest oder „recherchiert“, der wird feststellen, dass der feine Herr Leipziger (Psychiater) damals schon mit beteiligt war und sogar im Urteil zitiert wird. Der Recherierende wird auf Mollaths Homepage auch lesen, wer hinter all dem steckt, warum Mollath weggesperrt wurde und wer die Politiker und die Hintermänner sind. Wer das gelesen hat, der braucht sich über den Ablauf und über das jetztige Gutachten über Mollaths (immer noch anhaltende) Gefährlichkeit nicht wundern.
      Kürlich habe ich auf der Homepage des Kuriers einen Bericht über Morddrohungen gegen Leipziger gelesen. Was ich schon damals vermisst habe, war der Hinweis, dass Leipziger bereits zu Mollaths Verurteilung beigetragen hat. Die Liste der unvollständigen Reportagen lässt sich beliebig fortsetzen.
      Sorry, aber für eine so unvollszändige und schlecht recherchierte Berichterstattungen gebe ich kein Geld aus und deshalb bin und werde ich auch kein Kurier-Leser.

    • Sina schreibt:

      Sehr geehrter Herr Braun
      Wenn Herr Chefreporter Otto Lapp als Sportreporter genauso locker mit Fakten umgeht, wie im Fall von Herrn Mollath, dann möchte ich nicht wissen, wie die Fußball-Fans reagieren, wenn Chefreporter Otto Lapp mal eben ein neckisches 3:2 in die Runde wirft, obwohl es 1:3 steht.

      Und es soll tatsächlich seriöse Online-Medien geben, die Veränderungen in ihren Artikel deutlich kennzeichnen.
      Eine solche seriöse Handhabung macht auch Sinn, denn wenn der ursprüngliche Text nachträglich verändert wird, wirken viele Leserkommentare völlig zusammenhanglos, obwohl sie es primär gar nicht waren.

    • Mein Name schreibt:

      Hallo Herr Braun,
      hier mein Verständnis von Qualität: 1. Hintergrundrecherche. Dazu gehört a) das Erfassen der Bedeutung, dass Staatsanwaltschaft und Verteidigung GEMEINSAM Wiederaufnahmeanträge gestellt haben und was es überhaupt bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft einen Wiederaufnahmeantrag stellt. Die Formulierung Lapps „Hinweise, dass das Verfahren in einigen Punkten nicht ordnungsgemäß abgelaufen sein könnte“ ist angesichts dessen von der gleichen „Qualität“ wie „auf dem Hügel oberhalb des BKH ließ sich in den 1930er Jahren ein Mann mit lustigem Schnurrbart auf dem Balkon des Festspielhauses von der Menge bejubeln“. b) nicht alle Behauptungen ungeprüft zu übernehmen, das gilt auch für Stellungnahmen der Weißkittel vom BKH. Die Frage „BLEIBT Mollath gefährlich?“ ist genauso suggestiv und unjournalistisch wie wenn ich Sie frage „wann ahben Sie aufgehört, Ihre Frau zu schlagen?“. Falls Lapp zu wenig Zeit hat, die Wiederaufnahmeanträge zu lesen, ein Tipp: den Wikipedia-Artikel mit dessen Fußnoten. Jeder Praktikant kann bessere Qualität – auch nach journalistischen Maßstäben – abliefern (mit der peinlichen Fesseln-Falschmeldung möchte ich gar nicht erst anfangen) als Ihr „Chefreporter“.

  11. IgelinR schreibt:

    (Nebenbei: Ein Jahr “Vollzug” in der Forensik kostet (oder bringt) ca. 100.000 € pro Mann und Jahr.)
    das sind pro Monat 8 333,33 Euro in Worten: Acht-Tausend dreihundert dreiunddreißig Euro.
    Das sind 278 Euro pro Tag . . .
    Eine Übernachtung in einem 5 Sterne-Hotel kostet ca 120 Euro. Aber an der Mosel ist eine Übernachtung auch schon für 20 Euro zu haben mit Frühstück – versteht sich.

    Ein Harzer bekommt Acht-Tausend weniger zum Lebensunterhalt für den ganzen langen Monat.
    Wofür sind 8000 Euro ?
    Ist Folter und Misshandlung so teuer oder gar Auftragsmord ? Wie wir wissen ist das zu wenig, denn die Kliniken müssen im Sold der Pharmaindustrie Versuche an ihren Schutzbefohlenen machen um ihr Einkommen aufzubessern . .

    Ein Angestellter einer Leiharbeitsfirma erhält maximal den Mindestlohn – 8,50 pro Std. – aber nur 35 Stunden pro Woche ausgezahlt. Also 1190 Euro brutto im Monat und davon muss er leben, Miete bezahlen und Nebenkosten usw.
    Wo ist der Wert für 8333,33 Euro pro Monat ? Zumal die Opfer oder die Patienten oder die Probanten nur sehr selten lebend entlassen werden und dann nur, wenn sicher gestellt ist, dass sie chemisch abhängig von den PsychoDrogen gemacht worden sind und der Absatz auf Lebenszeit gesichert ist.

    Ein Psychiatrie-Opfer hat Pfleger im Gespräch belauscht und erfuhr, dass ein Patient pro Tag in der Forensik 350 Euro einbringt, wenn er isoliert ist das doppelte und wenn er zwangsgespritzt wird – 1600 Euro pro Tag – deshalb ist die Isozelle ständig belegt – sonst rechnet sich die Anlage nicht . . . Das sind ein bischen mehr als 100 000 Euro pro Jahr.
    Wenn man bedenkt, dass höchst selten ein Mensch lebend aus der Psychiatrie entlassen wird ist das ein höchst profitables Geschäft. Wer macht mehr und leichter Geld ?

    • Rueckgrat schreibt:

      Damit man die Dimension fassen kann hier noch ein ergänzende Zahl mit Dank an „Eva“, veröffentlicht im Blog von Gabriele Wolff:
      „Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 200.000 Menschen in die Psychiatrie eingewiesen; Tausende sollen von der Zwangspsychiatrisierung betroffen sein – nach Schätzungen erfolgt jede zehnte Einweisung ohne Rechtsgrundlage.“

  12. Pingback: Wenn Joachim Braun, Chef von Otto Lapp, die Blödmaschine nachheizt | opablog

  13. Sepp schreibt:

    Betr. Des Pudels Kern …

    Lapp versuchte mit „Mensch, Mollath“ die BILD-„Post-von“ Wagner zu geben. Kann Lapp aber aus zwei Gründen nicht: BILD-Wagner war mal ein wirklich solider Krimiautor. Und der von Herrn Braun chefredakteurisierte Nordbay. Kurier ist nicht BILD: Wirds auch nicht werden. Und das ist auch nur gut so … auch wenns der Herr ChR Braun anders sehen mag …

    • fassungsloser Durchschnittsbürger schreibt:

      Ihre Idee ist gar nicht so schlecht. An die „BILD“ hatte ich gar nicht gedacht.

      Ich hatte bisher immer den Eindruck, dass Otto Lapp ein V-Mann des „Bayernkurier“ ist, der den „Nordbayerischen Kurier“ unterwandert hat.

      Ja, nun! Ist das so abwegig?

      Wegen der zwischenzeitigen Äußerungen des Chefredakteurs Joachim Braun und wegen der auffälligen Namensähnlichkeit der Zeitungen musste ich allerdings meine Meinung ändern. Jetzt tippe ich eher darauf, dass der „Nordbayerische Kurier“ ein geheimer Ableger des „Bayernkurier“ ist, der sich als bodenständige Lokalzeitung tarnt.

      Holzauge, sei wachsam!

      • Joachim Braun schreibt:

        Und stellen Sie sich vor: Zuvor habe ich beim Tölzer Kurier gearbeitet. Huuuuiiii, wenn das ein Zufall ist. V-Männer überall.

        • fassungsloser Durchschnittsbürger schreibt:

          Na ja, logisch ist das nicht, was Sie schreiben.

          Wenn Ihre Zeitung ein geheimer Ableger des „Bayernkurier“ sein sollte (wie ich das satirisch aufbereitet habe), wären Sie ja gerade kein V-Mann.

  14. Pingback: Der Fall Mollath: die Anhörung vom 18.4.2013 oder der Kaiser ist nackt | gabrielewolff

  15. H. Heine schreibt:

    @fotobiene

    Neinnein, der Herr Chefredakteur Braun hält weder Sie, Kranich o7, mich, den Fassungslosen, das Rückgad und überhaupt Internetties für blöd. Der folgert nur wie jeder tertiärelitischer Kleinstdenker von sich auf andere und den Rest der Welt.

  16. gabrielewolff schreibt:

    Nein, Herr Braun,

    niemand wird Ihnen vorwerfen, daß Ihre Karriere beim Tölzer Kurier startete. Niemand wirft Ihnen vor, ein V-Mann (für wen auch immer) zu sein. Der Vorwurf, der Ihnen gemacht werden muß, ist, einen „Chefreporter“ Otto Lapp zu beschäftigen und zu verteidigen, der seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, die Sie selbst so definierten: »ergebnisoffene Recherche«.

    Darum geht es.

    Eventuell lesen Sie die Details auf meinem aktuellem Blog-Eintrag nach, falls Ihnen bei Ihrem aufreibendem Job dazu noch die zehn Minuten verbleiben, die dafür notwendig sind.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Gabriele Wolff

  17. Josef Eisele schreibt:

    Eine bessere Strategie als sich zu ärgern über einen Artikel ist, zu schauen, ob man nicht was draus machen kann. Ist doch in Ordnung, wenn Gustl Mollath mal dem mithörenden Personal per Bemerkung eins mitgibt. Der Lauscher an der Wand hört die eigene Schand, sagt das Sprichwort. Wer es nicht für möglich hält, außerhalb der Forensik, dass dort auch ganz schöne Pfeifen locker ihren Job runterreißen, und den dicken Max geben, weil sie den Schlüssel haben, und der andere nicht, und weil sie ja per se schon überlegen sind, dem wird Gustl Mollaths Schicksal dort eh ziemlich gleichgültig sein, und die anderen finden es wahrscheinlich auch ganz in Ordnung, dass man mit seinen Quälgeistern nicht freundlich tut.

    Hitler Hügel ist ganz passend, zufällig ist die Forensik neben dem Wagnerviertel, wo alljährlich früher die Uniformierten hingepilgert sind, an der Spitze der Onkel Wolf alias Adolf Hitler, und heute latschen halt andere Ibinadabeis hin. Wobei ich nichts gegen die Musik von Wagner gesagt haben möchte, aber eine ganze Menge gegen seine auch aus eigenen Abstiegsängsten resultierende verheerende Sicht auf gesellschaftliche Verhältnisse. Damit hat er eine Ideologie befördert, die er allerdings nicht erfunden hat. Und dann noch ausgerechnet die würdige Vertretung einer Person in Justiz und Medien zu bezeichnen als Handikap für die vorgesehen Therapie, das hat nun endgültig etwas von Satire, von der nicht ganz falschen Unterstellung, schlechte Qualität sei halt immer noch am ehesten an die loszuwerden, die keine andere Wahl haben. „Chefarzt: Mollath macht nur, was er will“ ist eine Überschrift, da muss man erst mal drauf kommen.

    Nach drei Stunden Anhörung die Souveräniität zu haben, den Richter als ganz in Ordnung zu bezeichnen ist ein Hinweis auf eine seelische Stärke, die unter den obwaltenden Umständen sich mehr in Sturheit zeigt als Gustl Mollath sonst gewohnt ist, von sich, aber das liegt doch vollständig bei dem Personal, das sich ja nicht mal traut, nachts auch mal nicht das Licht anzumachen. Soll ausgerechnet er morgens zum „Stützpunkt“ kommen und denen dort was vorsingen? Soll er sich mit seinem Mittagessen an den Tisch der Herrschaften begeben und mit denen über Ferraris reden? Die würden sich bedanken, für so eine Unordnung in den Verhältnissen, und doch wäre das in einer Hinsicht authentisch. Gustl Mollath hat keinen Wahn, er hat nur frühzeitig die Manöver kritisiert, die jetzt gerade der französischen Regierung und einer Schweizer Bank so viel Pein bereiten. Da hätte er als weitsichtiger Finanzberater doch das Recht, innerhalb der Anstalt am Kapitänstisch zu speisen.

    Gut, wegen seiner Abneigung gegen die Scheinheiligen würde er eine solche Einladung wohl ablehnen müssen. In einem anständigen Gefangenenlager, in Zeiten, die es nie gegeben hat, nur in der Phantasie, würde ein ehrlicher Soldat einen Gefangenen, den er ebenfalls für ehrlich hält, halt von der Gegenseite, mit Anstand behandeln, auf Ehrenwort, und nicht so offenkundig entwürdigend, mit diesem idiotischen Fesselritual, das die inzwischen ja nicht mehr gebräuchliche Zuchthäusleruniform ersetzt. Anscheinend soll man immer gleich sehen, wer der Wärter ist, und wer der Gefangene. der mit den Fesseln ist es.

    Einem Arzt, der über Menschlichkeit verfügt, wäre die Oberaufsicht über diesen Zirkus lästig, peinlich, und die schrittweise Vergabe der Lockerungsstufen an jemand, dem bis heute nichts nachgewiesen worden ist, stichhaltig, ist da eine ganz besondere Lächerlichkeit. Erlaubnis, ungefesselt die Gottesdienste innerhalb der anstalt besucghen zu dürfen, du liebes Bißchen, wie betriebsblind sind denn diese Kasper?

    Sehr gut, dass Gustl Mollath darauf verzichtet hat, sich nach dem Lolli zu verzehren. Von einem unbefangenen, aber kundigen Kenner der Seele und der Schwierigkeit, sie vor der Überwältigung durch allzuviel Schei.. zu schützen, würde Gustl Mollath ein sehr gutes Zeugnisbekommen. ich meine, unter den besonderen Bedingungen dieser forensischen Psychiatrie könnte er sich nicht besser aufführen. die verdrucksten Angebote dieses oder jenes Kollegen, doch mal eine Laboruntersuchung mitzunehmen, oder ein Ekg, oder gar eine Vorsorgeuntersuchung, sind Ausdruck eines abgrundtief schlechten Gewissens von Leuten, die sich nicht einmal trauen, ein Buch, oder eine Zeitschrift mitzubringen.

    Der Laden des Dr. Leipziger dürfte auch für die Schlüsselträger eher einem Halbtagsgefängnis gleichen, sofern sie noch normale Regungen verspüren, als dass es ein Ort wäre, wo schwer gestrauchelten Menschen mit schlimmen seelischen Entwicklungen wieder wenigstens zum Teil eine Wende zum Besseren ermöglicht wird. Deshalb konnten sie auch nicht drauf kommen, dass sie da einen bewachen, der gar nicht dort hingehört. Und jetzt regt sich der Chefarzt über ein paar Grobheiten auf, und bemerkt nicht einmal, dass die nicht wahllos, sondern einen, und den wohl gezielt, getroffen haben. Unter den Bedingungen einer vollgestopften Forensischen Psychiatrie gut zu arbeiten, ist wohl unmöglich, aber die Herrschaften sind ja, wenn das Gehalt stimmt, und die Arbeit nicht zuviel wird, ganz zufrieden. Und den einen haben sie sich selbst aufgeladen.

    • kranich05 schreibt:

      „Nach drei Stunden Anhörung die Souveränität zu haben, den Richter als ganz in Ordnung zu bezeichnen ist ein Hinweis auf eine seelische Stärke,…“
      Ein anderes Beispiel seelischer Stärke war Mollaths Bemerkung nach der Veröffentlichung des Wiederaufnahmenantrags der Staatsanwaltschaft mit der er die Schuld seiner Ex-Frau relativierte. Sinngemäß: Sie habe übel gehandelt aber sie sei nicht die Allein- oder Hauptverantwortliche. Quelle ist ein Zeitungsartikel, finde ich gerade nicht.

  18. Aus „Mollath in Fesseln“ wurde „Mollath stundenlang vor Gericht“ http://is.gd/JtnLwe Screenshot – http://twitpic.com/ckkxjm

    • H. Heine schreibt:

      @Muschelschloß: Danke für beide Dokumente.
      Meine Meinung: Herren Lapp und Braun sind Chefs. Wenn das Bayernvolk politisch aktiv würde – dann waren sie´s mal. Das Pronblem: wohin mit diesen chefigen Nichtskönnern. So einfach ist das.

      • Joachim Braun schreibt:

        Ich empfehle die Psychiatrie!

      • Horst Pachulke schreibt:

        @ Joachim Braun:

        Es sollte keine Schwierigkeit darstellen, Ihrer Empfehlung zu folgen.
        Fahren Sie zur psychiatrischen Klinik Ihres Vertrauens und weisen Sie sich ein.

      • Vorschlag schreibt:

        Was den folgenden Vorteil für Sie hätte Herr Braun:

        Wenn Sie sich -gemäß ihrer eigenen Empfehlung- noch rechtzeitig selbst in die Psychiatrie einweisen, dann hätten Sie sogar eine reele Chance innerhalb einer halbwegs angemessenen Frist wieder ‚raus zu kommen.

        Falls Sie aber den richtigen Zeitpunkt versäumen und stattdessen „zwangseingewiesen“ werden, auch falls dies völlig zu Unrecht veranlasst sein sollte, dann sieht’s eher schlecht bis aussichtslos mit Ihrer Freilassung aus….vielleicht nach 7-8 Jährchen…aber auch nur mit einem entsprechend starken Unterstützerkreis und mindestens einem Staranwalt/Fachanwalt für Wiederaufnahmeverfahren, sowie einiger fachlich versierter Blogger, die dann „Ihren Fall“ en Detail ausleuchten und Licht ins Dunkel bringen.

        Denn alles was Sie im BKH sagen, oder auch nicht sagen, wird automatisch gegen Sie verwendet werden. Dann werden locker mal eben so irgendwelche Behauptungen zu Tatsachen umgestaltet, von ‚Ihrem‘ medizinischen Fachpersonal, wie auch von der einschlägigen Provinzpresse (ist der Braun immer noch gefährlich?)…und das, nachdem Sie bereits 7 Jährchen und ein paar Monate geschmort haben, Ihnen alles Eigentum genommen wurde, Sie Ihrer kompletten Bürgerrechte beraubt wurden, usw, usw…Also, Herr Braun…dann sieht es düster aus, da sehe ich wirklich schwarz für Sie.

        Deshalb mein kostenloser, wenngleich für Sie wertvoller Tipp:

        Lieber gleich heute noch selbst einweisen!
        (Nichts für ungut)

      • Breitenbach schreibt:

        Im Übrigen wäre das doch mal ein Aus­flug in die Rea­li­tät.

  19. Rueckgrat schreibt:

    Eigentlich müsste der Mollath-Fall für ein im Mediendunstkreis der SPD stehendes Blatt wie dem NK (vgl. Link auf Seite 5/6) geradezu ein Steilvorlage sein, so kurz vor der Landtagswahl – oder verfolgt der Verlag die gleiche Taktik wie Herr Schindler!?
    http://www.cducsu.de/upload/fi60lum6h111376-prtjx7cg.pdf
    Die rein journalistsiche Arbeit scheint Ihnen Herr Braun augenscheinlich jedenfalls besser zu liegen als eine umfassende fachlich-organisatorische und personelle Führungsarbeit.
    http://www.forum-lokaljournalismus.de/profil.php?p=34
    Mein Tipp für Sie Herr Braun, nehmen Sie Ihren Herrn Lapp an die Hand und zeigen Sie ihm, wie Qualitätsjournalismus funktioniert!
    PS: Ihr Anzeigenleiter wird Ihnen die tastaturale Qualitätsoffensive danken!

    • fassungsloser Durchschnittsbürger schreibt:

      @ Rueckgrat

      Interessante These zu Schindlers Verhalten. Hatte ich auch schon in Erwägung gezogen.

      Die von Ihnen verlinkte Veröffentlichung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion datiert vom Jahr 2001. Sie entstand also unmittelbar im Anschluss an die CDU-Spendenaffäre (1999/2000) und erweckt nicht nur dadurch den Eindruck eines „Vergeltungsschlages“.

      http://www.cducsu.de/upload/fi60lum6h111376-prtjx7cg.pdf

      Und mit dieser Art von „Reaktion“ der CDU/CSU muss die SPD natürlich auch heute rechnen, wenn sie sich nicht an das ungeschriebene Gesetz hält, dass im Interesse aller Beteiligten bestimmte Themen tabu sind.

      Schindler als „alter Hase“ weiß natürlich besser als die „junge“ Generation, dass der Gegenschlag der CDU/CSU dann so sicher ist wie das Amen in der Kirche und die ohnehin geschwächte bayerische SPD empfindlich treffen kann. Und davor wird er seine Parteigenossen gewarnt haben.

      Diese Überlegung hat was für sich. Und würde auch das Verhalten des „Nordbayerischen Kuriers“ erklären, vorausgesetzt, dass auch dort in diesen Kategorien gedacht wird. Aber selbst in diesem Fall wären die „Anbiederungsversuche“ Otto Lapps m.E. als völlig überzogen zu betrachten.

  20. Joachim Braun schreibt:

    Liebe Leser dieses Blogs,

    ich habe mich hier an der Diskussion beteiligt, nicht weil ich Zeitlang hatte oder mich wichtig machen wollte, sondern weil ich gehofft hatte, dass hier offen diskutiert wird. Leider ist dieser Blog in Sachen Mollath so einseitig, dass dies nicht möglich ist.

    Der von Ihnen inzwischen schon als gänzlich unfähig gescholtene Otto Lapp ist ein fähiger, hochqualifizierter und sauber arbeitender Journalist. Darum kennt er auch all die Hintergründe, Zeitungstexte und Anwalts-Websiten und und und. Er hat seit Monaten persönlichen Kontakt zu Herrn Mollath (wir hatten dies übrigens schon, bevor der Fall so hohe Wellen schlug. Herr Mollath hat sich auch immer wieder schriftlich in der Redaktion gemeldet) und hat zuvor schon nachrichtlich über jeden neuen Aspekt in puncto politische Dimension, Wiederaufnahmeverfahren etc. berichtet. Sie müssen uns also darüber nicht belehren (naja, mich vielleicht schon. Ich habe in der Sache persönlich nicht recherchiert.), was zuvor alles passiert ist.

    Der von Ihnen von kritisierte Artikel „Mensch Mollath“ bedeutete ergänzend zur Nachrichtenlage eine andere Herangehensweise an den Fall Mollath, nämlich die Gespräche mit ihm und deren Umstände mit einer durchaus subjektiven Note darzustellen – wohlgemerkt ergänzend zu all den anderen Berichten, die bei uns wie bei anderen Medien gelaufen sind – und so ein Bild zu „zeichnen“, in dem es um den Menschen Mollath geht.

    Es ist nämlich so – und das ist eine Erfahrungstatsache, die auch Ihnen hier nicht fremd sein sollte – dass weder Mollath so gut ist, wie er jetzt gemacht wird, noch die ihn betreuenden Ärzte (wenn man das so formulieren kann) so schlecht. Und wie Lapp in seinem Text auch deutlich machte, geht es in dieser ganzen Geschichte um zwei völlig unterschiedliche Aspekte: Um die – da sind wir uns einig – indiskutablen Fehler, die ein offensichtlich überfordertes Gericht seinerzeit gemacht hatte und die ja nun im Wiederaufnahmeverfahren überprüft werden – und um die Bewertung der Person Mollath.

    Im Unterschied zu Ihnen allen traue ich mir diese Bewertung nicht zu, denn ich habe Herrn Mollath noch nicht kennengelernt. Und alles, was ich weiß, habe ich von Dritten erfahren. Wenn das bei Ihnen allen anders ist, und sie alle Herrn Mollath kennen, dann verstehe ich, dass Sie urteilen. Falls das nicht der Fall ist, und das nehme ich an, dann, das muss ich leider sagen, dann erinnert mich die Absolutheit Ihrer Aussagen hier in diesem Blog an Hexenverfolgung und Totalitarismus. Mit Meinungsfreiheit und Toleranz hat all das nichts zu tun.

    Journalismus in der Demokratie funktioniert so zum Glück nicht.

    Schönen Sonntag
    Joachim Braun

    • citisite schreibt:

      SZ: Sonntagszeilen von Joachim Braun:

      Journalismus in der Demokratie funktioniert so zum Glück nicht.

      Pre-Words. McCann-Erickson. Älteste Werbeagentur der Welt. Gegründet 1902. Slogan: „Truth well told.“ 2002: „Die Agenturgruppe McCann-Erickson wird 100 Jahre alt.“ Diesen runden Geburtstag feiert die Agenturgruppe unter anderem mit einer Printanzeige, die in der Publikumspresse geschaltet wird. Das Motiv wurde von McCann-Erickson Frankfurt entwickelt und zeigt ein Schreibheft, in das mit Schülerschrift ein Aufsatz zum Thema „Die Kuh ist ein Säugetier“ gekrakelt ist: „eine „Interpretation“ des McCann-Mottos: „Truth well told“.

      Die Kuh ist ein Säugetier

      Eine Kuh hat sechs Seiten: rechts, links, oben, unten, vorne und hinten. Hinten hat sie einen Schwanz. An dem Hängt ein Pinsel. Mit dem Pinsel verteibt sie die Fliegen, damit sie nicht in die Milch fallen. Sie hat einen Kopf für die Hörner und das Maul. Mit den Hörnern kann sie schubsen und mit dem Maul muhen. Unter der Kuh hängt die Milch. Die ist zum Melken da. Wenn die Leute melken, kommt die Milch raus und die Milch geht nie zu ende. Ich weiß nicht, wie die Kuh das macht. Die Kuh isst nicht sehr viel, aber was sie isst, isst sie zweimal, damit sie satt wird. Wenn sie hungrig ist, macht sie muh, und wenn sie nichts sagt, ist ihr Bauch voll mit Gras.

      So, oder so ähnlich scheint Mr. Lapp-sus die Welt zu interpretieren und nennt das dann Journalismus. Vielleicht sollte er lieber in die Werbebranche wechseln, dort sind creative „Spinner“ gefragt.

      Schönen Sonntag, Herr Braun.

    • F. Fischer schreibt:

      Sehr geehrter Herr Braun,
      wenn ich mir eine Antwort auf Ihre Stellungnahme erlauben darf, dann würde ich gerne meine persönliche Sicht dazu äußern.
      Aus meiner Sicht ist Ihre Reaktion nachvollziehbar, wenn man gewisse Prämissen nicht kennt oder außer acht lässt.

      Prämisse 1 ist die Aufgeklärtheit einiger Bürger in diesem Fall des Herrn Mollath, die sich in einigen Blogs wie diesen oder von Gabriele Wolff u.a. konzentrieren.
      Durch Originaldokumente, Aussagen Beteiligter, Video- und Audiobeiträge konnte und kann sich ein Außenstehender ein sehr fundiertes Bild des Falls machen. Informationsquelle und Interpret der Fakten sind also nicht mehr die Presse oder die Politik, sondern jeder Bürger selbst. Im Gegenteil: Durch den hohen Informationsstand der hier Diskutierenden wurden Presse und Politik sogar in ein sehr schlechtes Licht gerückt, denn dort wurden Fakten falsch oder stark verzerrt wiedergegeben, so dass ein Mensch, der sich ausschließlich über diese Quellen informiert hat, falsch informiert ist.
      Presse und Politik stehen unter sehr kritischer Beobachtung. Das übliche Nicht-Hinterfragen von Pressemeldungen oder politischen Äußerungen findet nicht statt, es wird genau hingeschaut, Halbwissen wird genau erkannt. Das haben sich Presse und Politik aber selber eingebrockt und Sie sind Teil dieser Presse und sollten das verstehen.

      Prämisse 2 ist Empathie und Sensibilität. Herr Mollath besticht durch eine unangepasste, intelligente, kritische und standfeste Persönlichkeit, das sollte außer Frage stehen. Dieser Mann, das sollte inzwischen gerade auch durch die Wiederaufnahmeanträge klar sein, ist Opfer einer noch nicht genauer aufgearbeiteten Intrige. Das Resultat war die fast komplette Beraubung aller seiner Menschen- und Bürgerrechte und Besitztümer, seiner Identität. Dass ein Mensch in diesem Kontext jahrelang zu seiner Überzeugung steht und sich nicht zum eigenen Vorteil gegen seine Prinzipien anpasst, ist nicht hoch genug zu bewerten. Eine Solidarisierung und Empathie ist für mich selbstverständlich. Leider fehlt vielen diese emotionale Intelligenz, was, unabhängig von Personen, die tatsächlich Eigeninteressen haben, zu einer verbreiteten überzogenen Rationalisierung führt, die der Sache nicht gerecht wird, denn der Fall zwingt zur Empörung, so lange man noch einen Funken Anstand und Empathie besitzt.
      Es geht nicht um Relativierungen, dass Herr Mollath nicht so gut oder die Ärzte nicht so schlecht seien, wie Sie den Anwesenden als Meinung unterstellen, denn darüber sind die Diskussionen weit hinaus. In diesem Fall, in der Bayerischen Politik, in Teilen der Justiz und Psychiatrie laufen und liefen Dinge massiv und erwiesenermaßen falsch und das ist weit, weit davon entfernt aufgearbeitet zu werden, deshalb ist es müßig, sich darauf zu fokussieren, ob gewisse Ärzte oder Politiker oder Juristen oder Journalisten auch nett oder kompetent sein können, das ist nicht Ziel und Interesse dieser Blogs.

      Prämisse 4 ist Halbwissen. Wenn man diesen Fall nicht selber analysiert hat, sich nicht umfassend informiert hat, sich nicht emotional identifiziert, kann man zu sehr „seltsamen“ Schlussfolgerungen kommen, wie z.B. zu meinen, Herr Mollath solle sich doch einfach begutachten lassen, dann kommt er doch raus, wenn alles mit ihm okay ist, oder man merkt nicht, wie von Politik und Justiz vehement blockiert wird, oder man glaubt, die Presse habe durchgehend schon richtig berichtet, oder die Psychiater werden irgendwie schon recht haben. Oberflächlich gesehen kann man solche Meinungen haben, die hier Diskutierenden können damit aber wirklich nichts mehr anfangen, dort spricht man auf einem anderen Level, welches näher an den Fakten und Details verläuft.

      Prämisse 3: Dies hier ist ein Blog. Sie haben als wenig informierter Teilnehmer (wie Sie selber zugeben) mit „Gegenwind“ zu rechnen, wenn Sie Ihre Meinung hier öffentlich teilen. Das liegt aber auch in der Natur von Blogs und darin besteht auch ein Teil Ihrer erwähnten Änderung der Kultur. In den Blogs zählt nur die eigene geäußerte Meinung, kein Titel, keine Stellung, keine Ausbildung und kein Äußerliches. Sie haben als Chefredakteur die unverblümte Meinung anderer zu ertragen wie jeder andere auch, das stellt natürlich andere Anforderungen an der eigenen Meinungsäußerung und Argumentationsweise, kann aber sehr produktiv sein.

      Deswegen empfehle ich Ihnen, sich mal tiefer mit diesem und anderen Blogs und den Argumenten im Fall Mollath zu befassen und Empathie für die Sorgen der Beteiligten zu entwickeln, das kann nur bereichernd sein. Ggf. verstehen Sie dann die Kritik an gewissen Journalisten und den Fall an sich mit all seinen komplexen Bestandteilen und den erschreckenden Erkenntnissen daraus.

    • Mitleser schreibt:

      “ Um die – da sind wir uns einig – indiskutablen Fehler, die ein offensichtlich überfordertes Gericht seinerzeit gemacht hatte“

      Seht geehrter Herr Braun,
      woraus schließen Sie, dass das Gericht offensichtlich überfordert war?
      Der Richter hat doch ganz gezielt die indiskutablen Fehler im Urteil „erarbeitet“.

  21. Dietmar Nisch schreibt:

    Von wem wird Herr Lapp bezahlt? Mittels Zwischenstufen abbonniert Frau Merk diese „Zeitung“? Wessen Sprachrohr ist Herr Lapp? Er tut es wohl offenbar für diejenigen, die für ihn genug Kohle einbringen? Ich weiß es nicht, dies wüßte nur Herr Lapp, wenn er ehrlich ist. Alles Weitere wurde schließlich berichtet.

  22. Josef Eisele schreibt:

    Antwort auf die Stellungnahme von Herrn Braun.
    Diese Stellungnahme hat eine Antwort verdient. Ich nehme mir dazu einen Abschnitt vor, der meines Erachtens einige der wesentlichen Aspekte des Konfliktes anspricht. Zum Glück hat dieser Konflikt nicht die Intensität einer Hexenverfolgung erreicht, es ist unschwer zu erraten, wen eine solche Verfolgung treffen würde. Das gilt für dieses Forum und den Journalisten, Herrn Lapp. Hier prallen nur Meinungen, Fakten und Absichten aufeinander. Das ist keine Hexenverfolgung.
    Bei Gustl Mollath sah das über einen ganz langen Zeitraum anders aus, er musste sich tatsächlich vorkommen wie zu den Zeiten der Hexenverfolgung, würdigt man alle mittlerweile bekanntgewordenen und gut abgesicherten Aspekte diese Falls. Ich will sie nicht alle aufzählen, es sind viele, herausragend sind wohl die Hausdurchsuchung, die psychiatrische Expertise der Frau Dr. Kracht und ihre Einführung in die Akten geschickt getimt unmittelbar vor einer anberaumten Gerichtsverhandlung, dazu noch die Tatsache, dass Gustl Mollath praktisch unverteidigt war und Richter Brixner zusammen mit den Steuerbehörden die gebotene Ermittlung der auffälligen Bargeldtransporte in die Schweiz, die nach aller Lebenserfahrung sehr wohl den Verdacht begründen, dass es dabei um Steuersachen geht.
    In einer bis heute wohl einmaligen Kette von Ereignissen ist etwas eingetreten, was man zuvor allenfalls als Stoff aus einem Kriminalroman angesehen hätte. Vom Zustandekommen der Gutachten, insbesondere des entscheidenden Gutachtens des Dr. Leipziger, mit dem entscheidenden Fehler der Behauptung einer Wahnerkrankung, dann der behaupteten Wahnausweitung und der schlicht nicht belegbaren Behauptung, diese Wahnerkrankung habe auch schon bei der Begehung der Delikte vorgelegen, die nach Meinung des Gerichtes von Gustl Mollath begangen worden seien. Hierzu wird hoffentlich in absehbarer Zeit die Wiederaufnahme vollends Klarheit schaffen.
    Ein Hoffnungsschimmer nach dem Verlust seiner Habe unter bisher nicht genau geklärten Umständen ergab sich für den „Maßregelvollzugshäftling“ Mollath durch das Gutachten des Dr. Simmerl, der die Unterbringungsbegründung komplett in Abrede stellte. Darauf ereignete sich diese Geschichte mit dem Aktengutachten des Professor Kröber, der eigentlich sich mit Gustl Mollath vorbereitet treffen wollte, von der Forensik Straubing wohl ausgeschmiert worden war und die verlangte Akteneinsicht zur Feststellung allfälliger Falschbehauptungen auch nicht akzeptierte.
    Und es folgte Jahre später jenes hochinteressante Gutachten des Professor Pfaäfflin, welches erst nach Korrektur in der Verhandlung eine weiter Unterbringung rechtfertigte und meiner Meinung nach ein Versuch war, die Vorgutachter nicht zu kritisieren, aber an den unsinnigen Behauptungen nicht länger komplett festzuhalten. Das ist nicht gelungen, er hat die weitere erhebliche Gefährlichkeit bejaht, vor allem, da keine Medikamente akzeptiert würden., und hat damit den Sack zugemacht, für die nächsten 5 Jahre.
    Wo bitte ist hier noch Raum für einen konstruktiven Dialog zwischen dem Untergebrachten und seinem Zwingherrn mitsamt seiner ganzen Mannschaft? Ich sehe da keine Möglichkeit, außer in dem Versuch des zu Kreuze kriechens in der Hoffnung, dann Gnade zu erlangen. Nach den Vorerfahrungen, auch hinsichtlich der Gutachten, eher unwahrscheinlich, und eines Rechtsstaates sowieso unwürdig. Alles, was jetzt, und eben auch von Herrn Lapp, direkt und indirekt behauptet wird, Gustl Mollath hätte halt kooperieren sollen, ist, mit Verlaub gesagt, bullshit, ist eine Verhöhnung des Opfers der Zustände in der bayrischen Justiz, die vom 1. Strafsenat des BGH mit seinem Vorsitzenden Nack an abwärts nur eine Devise kennt: Die Justiz irrt sich nie! Und schon gar nicht in einem solchen Fall, der ganz eindeutig politische Dimensionen hat, wenn nicht von Anfang an, dann aber spätestens seit dem Zeitpunkt, als klar geworden ist, dass die Staatsanwaltschaft, mehr noch die Steuerbehörden, pflichtwidrig auf die Aufklärung des angezeigten Sachverhaltes verzichtet haben.
    Wenn man das zugrundelegt, ist der folgende Abschnitt erst richtig zu würdigen:
    „Es ist nämlich so – und das ist eine Erfahrungstatsache, die auch Ihnen nicht fremd sein sollte – dass weder Mollath so gut ist, wie er jetzt gemacht wird, noch die ihn betreuenden Ärzte (wenn man das so formulieren kann) so schlecht. Und wie Lapp in seinem Text auch deutlich machte, geht es in dieser ganzen Geschichte um zwei völlig unterschiedliche Aspekte: Um die – da sind wir uns einig – indiskutablen Fehler, die ein offensichtlich überfordertes Gericht seinerzeit gemacht hatte und die ja nun im Wiederaufnahmeverfahren überprüft werden – und um die Bewertung der Person Mollath.“
    Niemand wird behaupten, und niemand hat behauptet, Gustl Mollath habe keinen einzigen Fehler. Viele hier haben behauptet und begründet, dass die Bewertung und das Vorgehen des Dr. Leipzigers und der ihm gegenüber weisungsgebunden Mitarbeiter falsch ist, unter der Annahme, dass Gustl Mollath nach seinem Gutachten zu Unrecht in der Forensik einsitzt, und dass er bei der offensichtlich ausgegeben Devise, wir, die Forensik, hält sich an das Urteil, keine Chance hat, da je wieder herauszukommen. Und das kann und wird man nicht auf der Ebene diskutieren, ob Dr. Leipziger und seine Mitarbeiter nun mehr oder weniger schlecht sind.
    Es geht, bis zum Abschluss der ganzen Geschichte mit der Aufhebung des Urteils in einem Wiederaufnahmeverfahren und der Verwerfung der Gutachten als unbrauchbar eben nicht um eine überdeutlich herausgestellte Charaktereigenschaft von Herrn Mollath, um seine Sturheit, andere würden sagen, seine Unbeugsamkeit, die mit an dem ganzen Verlauf schuld sein soll, sondern um das Recht eines jeden Beschuldigten auf ein faires Verfahren, und um das leider nicht einklagbare Recht auf Gutachter, die ihren Auftrag korrekt erfüllen und da, wo sie zu keiner abschließenden Wertung kommen könne, das auch deutlich sagen, anstatt nach weiteren Fakten zu fragen, mit denen sie ihr Machwerk dann zum gewünschten Ergebnis bringen können. Es ist fast ausgeschlossen , dass Gutachter strafrechtlich belangt werden, und das ist nicht gut. Ärzte müssen sich ja auch für ihr Tun verantworten, und dass das Gericht in der Lage wäre, schlechte Gutachten zu erkennen, und damit Schaden abzuwenden, kann man hoffen, aber es wird nicht eintreffen. Das zeigt dieser Fall ja auch überdeutlich.
    Neben der Ablehnung des Versuchs, unter Hinweis auf Fehler, die ja auch Gustl Mollath habe, von dem Kern der Sache abzulenken, ist auch der Versuch der Ehrenrettung für die Forensische Psychiatrie fehl am Platz. Es ist nicht nur formalen Gesichtspunkten geschuldet, dass die Bayreuther Anstalt mit allen Sinnen weiter die Unterbringung Gustl Mollaths betreibt. Es ist der Versuch des Dr. Leipziger, ohne Eingeständnis eines Fehlers durchzukommen, und dabei hat er neben seinen Mitarbeitern auch den verantwortlichen Richter Brixner an seiner Seite. Dessen Sachverhaltsverfälschungen in der Urteilsbegründung erweitern die von Dr. Leipziger schon gemachten Fehler der unzulässigen Annahmen für die Vergangenheit und der Konstruktion der Wahnausweitung auf die Person des Dr. Wörthmüller, nachdem schon die Diagnosestellung einschließlich Begründung den Kriterien des BGH nicht genügt. Vor allem aber ist es die Gesetzeswidrigkeit der von ihm durchgezogenen Zwangsbegutachtung selbst, die auch nach der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Augsburg nicht vom Tisch ist.

    • Joachim Braun schreibt:

      Sollten Sie mit Ihrer Einschätzung Recht haben, und das wird sich ja nun hoffentlich herausstellen, dann werden in aller Klarheit und deutlicher Bewertung darüber berichten. Ihre Aussagen zu Leipzigers Motiven werte ich als reine Spekulation. Und damit haben sie aus journalistischer Perspektive keine Relevanz. Trotzdem danke.

      • Horst Pachulke schreibt:

        Mit Verlaub möchte ich hier nur anmerken, dass Sie an Ihrer journalitischen Perspektive durchaus noch arbeiten können. So erscheint mir ein unkommentierter und -dokumentierter Änderungsstream, in dem nach Gusto und Großwetterlage Veröffentlichtes nachträglich verändert wird (und jene, die die alten Veröffentlichungen zitieren der Lächerlichkeit preisgegeben werden) journalistisch nicht besonders wertvoll.

        Für dieses Niveau braucht es keine Nachrichteninstitution mit einer Reputation der Zuverlässigkeit – dann kann man gleich das eigene Gedächtnis zu Rate ziehen. Oder das Gedächtnis von Bauer Huber.

      • Vorschlag schreibt:

        Sehr geehrter Herr Braun,
        es ist Ihnen zunächst einmal hoch anzurechnen, dass Sie mit Ihren Beiträgen von heute (um 12:30 und 16:33 Uhr) zumindest ein wenig „eingelenkt“ haben.

        Ich würde das dennoch gerne kommentieren, jetzt wo auch Sie wieder zur sachlichen Ebene zurückgefunden haben, denn s ist für sicherlich nicht weiter verwunderlich, dass Sie unsachliche Antworten auf Ihre selbst unsachlich geschriebenen Kommentare erhalten.

        Nun, eines der Probleme, die Sie mit den Antworten einiger Kommentatoren hier hatten, lag vor allem mit darin begründet, dass Sie -wie Sie selbst ehrlicherweise gestehen- nicht über das notwendige Detailwissen in diesem Fall verfügen. Deshalb ist es auch gefährlich bzw. aus sachlicher Sicht unzulässig dass und wie Sie Ihren Kollegen und Mitarbeiter, Herrn Lapp hier verteidigt haben. Denn Herr Lapp hat sich -mit Verlaub- fachlich mehrfach diskreditiert, sowohl inhaltlich als dann auch journalistisch. Dass Sie sich als Vorgesetzter des Herrn Lapp „schützend“ vor Ihren Mitarbeite stellen, das kann man Ihnen als „Chef“ auch anrechnen…aber dann versuchen Sie bitte nicht, Ihn hier mit Sachargumenten zu verteidigen. Das ist Ihnen, eben mangels eigener Sachkenntnis, hier gründlich mißlungen, um nicht zu sagen, Sie haben sich hier lächerlich gemacht.

        Als „Sahnehäubchen“ kam dann noch die unsägliche Geschichte mit der nachträglich teilweise geänderten Titelüberschrift, Thema „Handschellen“ -ohne dass Sie dies in ihrem Blatt entsprechend gekennzeichnet hätten. Dass Sie auch diese journalistische Fehlleistung bestritten, bzw. sogar offensichtlich unsachgemäß verteidigt haben, hat nicht gerade zur Vertrauensbildung Ihrer Person hier um Blog beigetragen.

        Erlauben Sie mit bitte noch einen Tipp:
        Falls Sie sich einen schnellen, von Fakten belegten, juristisch absolut fundiert und sachlich gehaltenen Überblick zum aktuellen Geschehen verschaffen wollen, so empfehle ich Ihnen den brandneuen Artikel des Rechtswissenschaftlers Oliver Garcia, hier: http://blog.delegibus.com/2013/04/21/gust-mollath-und-die-kammer-des-schreckens/

        Diese Einschätzung wird von weiteren Koryphäen des Fachs, z.B. Dem Strafrechtsprofessor Prof. Dr. Henning Ernst Müller, oder einem ehemaligen Amtsrichter Assessor Joachim Bode, oder auch von Oberstaatsanwältin a.D. Gabriele Wolff zu 100% geteilt.
        Den Text zu lesen dauert wohl nicht mehr als10 Minuten. Vielleicht investieren Sie mal diese Zeit. Und wenn Sie dann den Aussagen des Herrn Garcia auch nur teilweise zugestehen, dass sie zutreffend sein könnten, dann dürften sich in Ihrem Blatt, Ihrer Redaktion zukünftig Aussagen wie diese, ob „Herr Mollath immer noch gefährlich?“ sei, verbieten.

        Und dann verstehen Sie sicherlich auch die Aufregung hier im Blig, die Sie mit Ihren faktisch unhaltbaren Äußerungen sowie der Verteidigung der Berichterstattung Ihres offensichtlich fachlich ebenso nicht allzu sehr beschlagenen Kollegen, Herrn Lapp verstehen. Denn so etwas zu schreiben ist vor den nunmehr bekannten Hintergründen „tendenziös“, mindestens aber eine fachlich jeder Grundlage entbehrenden Berichterstattung.

        Ich hoffe, denn wie weiter oben schon gesagt: Einige Teile Ihrer heutigen Antworten und Kommentare lassen mich hoffen.

  23. Horst Pachulke schreibt:

    Geehrter Her Braun, auch ich halte diese, Ihre Stellungnahme einer Erwiderung Wert. Weder halte ich Mollath für einen gottgleichen Erlöser, noch Herrn Lapp für einen vollkommen unfähigen Loser, der überhaupt nichts kann. Lediglich erlaube ich mir eine andere Meinung gebildet zu haben – und die vertrete ich öffentlich, wie er es auch tut. Genau so funktioniert Demoratie schließlich, zu Glück. Ein Vertreter eines Mediums, das eine Vielzahl von Menschen erreicht, sollte es aushalten können, wenn ihm offen widersprochen wird, seine durchaus mindestens zu tolerierende, ihm heilige – das ist nicht despektierlich gemeint – und aktiv weit verbreitete Meinung nicht geteilt wird. Wenn dieser Widerspruch bei ihm das Gefühl des Spotts und der Geringschätzung hervorruft, sollte er sich gewahr sein, dass auch er mit seinen Meinungen bei anderen eben jene Gefühle hervorrufen kann. Vor allem, wenn in einem Artikel über einen unter schwerem Beschuss stehenden Menschen für jenen vorteilhafte Aussagen mit der Lupe gesucht werden müssen. Wer so austeilt – sollte auch einstecken können.

    Am Schluss möchte ich noch anmerken, dass eine offene Diskussion eben nicht bedeutet, dass alle das sagen (und veröffentlichen), was dem Chefredakteur und seinen Journalisten gefällt.

    Das wäre ja totalitaristisch.

  24. Josef Eisele schreibt:

    Zur Antwort von Herrn Braun

    In einem Wiederaufnahmeverfahren und im Untersuchungsausschuss des Landtages können sicher einige Fragen geklärt werden. Die von mir beschriebene Motivation von Dr. Leipziger wohl kaum. Sie haben durchaus Recht mit Ihrer Feststellung, dass meine Äußerungen hierzu spekulativ sind. Dr. Leipziger wird sie sicher nicht bestätigen. Seine Anstrengungen, die weitere Gefährlichkeit von Gustl Mollath zu belegen, kann man wertneutral als die Haltung eines verantwortungsbewussten Psychiaters und Leiters der Forensik sehen, der zufällig auch das Einweisungsgutachten geschrieben hat. Dem kann ich nicht mit zahlreichen entgegenstehenden Erkenntnissen aus Dr. Leipzigers Motivation entgegnen, die ich insoweit unterstellt habe. Allerdings nicht grundlos, wie ich bemerken will. Sondern gegründet aus dem ganzen Kontext, vom Gutachten unter Zwang bis zum letzten Bericht der Klinik zum anhörungsverfahren.

    Eine Bemerkung in einem Interview, ziemlich am Schluss, wo der Journalist beschreibt, wie er, Dr. Leipziger, sozusagen in Klammern, noch auf einen anderen Gesichtspunkt, auf einen anderen Gedanken zu sprechen kommt, hat mich elektrisiert. Der Gedanke, im Anschluss an allgemeine Ausführungen zur Schwierigkeit der Diagnose und Differentialdiagnose bei nicht kooperativem Patienten war, was denn wohl wäre, welche Situation sich ergebe, sollte das Gerichtsurteil als falsch aufgehoben werden, Gustl Mollath aber dennoch ein gefährlicher Mensch sein. Dann würde ja ein gefährlicher Mensch in die Gesellschaft entlassen. Das hat mich seinerzeit beim Lesen elektrisiert, ist es doch der gleiche Gedanke, wie von Frau Rückert in der ZEIT als Meinung der Staatsanwaltschaft Augsburg zum Wiederaufnahmeverfahren berichtet worden ist. Vom Generalstaatsanwalt Nerlich mittlerweile dementiert, von ihr aber aufrechterhalten.

    Die Absicht von Dr. Leipziger, die von ihm gesehene Gefährlichkeit von Gustl Mollath weiterhin zu belegen, führt dazu, dass durchaus unterschiedlich bewertbare Beobachtungen von Station so geschildert werden, dass sie zur, vornehm ausgedrückt „von uns so gesehenen Grundstörung in unmittelbarem Zusammenhang stehend gesehen werden“ müssen, durch selektives Weglassen und selektives Berichten ausgewählter Aspekte des Kontext.

    Das kommt in dem jüngsten Bericht vom 4.3.2013 gut zum Ausdruck. Mollath telefoniert, ein anderer fordert ihn auf, damit aufzuhören, er habe ein dringendes Gespräch zu führen, Mollath fordert ihn auf, ihn nicht anzurühren. Die beiden Unterzeichner sehen das, wie auch andere Beobachtungen im engen Zusammenhang mit der von Ihnen fortdauernd angenommenen Grundstörung. Sie heben nämlich heraus, der andere Patient habe Mollath gar nicht angefasst. Nun weiß jeder, dass die Aufforderung,“Fassen Sie mich nicht an“, bereits ausgesprochen wird, bevor es zum anfassen kommt, Sonst müsste man die längere Version wählen, und etwa sagen, dass man für den Fall, der andere habe die Absicht, einen anzufassen,, energisch dagegen protestieren würde und man sich das verbitte. Das macht kein Mensch. .Aber, die Klinik sieht das im Zusammenhang mit der Grundstörung, also als eine Wahnvorstellung, eine Einbildung, eine Paranoia, denn er wurde ja gar nicht angefasst.

    Eine andere Beobachtung: Gustl Mollath äußert sich abwertend am Telefon über einen namentlich genannten Mitarbeiter, mit dem es sonst im direkten Kontakt keine Probleme gebe, so der Mitarbeiter. Im Zusammenhang mit der Grundstörung sieht die Klinik das pathologisch, sie hätte es ja sonst nicht erwähnt, und da ist es eben wieder eine paranoide Vorstellung über Charakter und Fähigkeiten des angesprochenen Mitarbeiters, oder eine sonst wie gestörte Realitätsbeziehung. Er behauptet das einfach so, ohne Grund. so wie ja schon einmal, man denke an das Schwarzgeld. Eingeweihte, sich in dem Fachjargon auskennende Leser werden das schon richtig verstehen. Ohne Kenntnis des Kontext, etwa des Mitarbeiters, ist diese Episode aber so nicht verwertbar. Es kann ja sein, dass es sich um einen solchen handelt, mit dem man besser keinen Streit anfängt, so wie er mit keinem Streit anfängt, und nun ist es halt beim Telefonieren auf dem Gang doch in unerwünschte Ohren gelangt. Absichtlich, unabsichtlich, weil der Mitarbeiter ihn mit seiner Art besonders getriezt hat? Wir wissen es nicht. Dass Gustl Mollath sich die Mitarbeiter nicht aussuchen kann, dürfte klar sein. Und selbst wenn die Bewertung zu negativ sein sollte, im Verhältnis dazu, wie sehr und womit er ihm auf den Nerv gegangen ist, oder sich als kleiner Diktator gezeigt hat, was ja im Klinikgefängnisalltag jetzt nichts ganz außergewöhnliches sein dürfte, es wäre normalerweise nur ein Hinweis darauf, dass die beiden nicht gut miteinander können, dass da Spannungen bestehen müssen, obwohl das im direkten Konakt nicht zum Ausdruck kommt, und dass Gustl Mollath möglicherweise generell nicht gut auf die Klinik zu sprechen ist, und der Mitarbeiter das in Form einer eindeutig negativen Bewertung abkriegt. Nicht schön, aber nicht grundgestört im Sinne der unbedingt zu behandelnden psychiatrischen Erkrankung. .

    Gustl Mollath wird auch als kontaktgestört hingestellt, im Zusammenhang mit seiner Grundstörung, da er ja kein einziges small talk zuwege gebracht hat. Was soll man darauf erwidern? Wenn ich mich nicht auf die Selbstdefinition der Anstalt als einer Chance für straffällig geworden Kranke einlassen kann, weil ich mich selbst nicht für einen solchen halte, dann kann ich nicht und will ich nicht mit Mitarbeitern small talken, die den Regeln der Anstalt folgend alles mitteilen, was ihnen der Mitteilung wert erscheint.
    Und der Vollständigkeit halber noch eine Bemerkung zum Hitler Hügel. Stünde ich vor der Aufgabe, den sich ihrer hohen Kultur rühmenden, an einer gesellschaftlich hoch anerkannten, fast schon gefürchteten Einrichtung arbeitenden, von mir aus gegebenem Anlass aber nicht im gleichen Maß wertschätzbaren Ärzten meine Abneigung zu zeigen, könnte mir in Bayreuth auch der Zusammenhang des Hügels mit Hitler in den Sinn kommen. Onkel Wolf war ja geschätzter Gast der Familie Wagner.

    Das ganze Berichtspapier bringt nur solche Begebenheiten, die meiner Meinung nach überdeutlich zeigen, dass hier die behauptete Grundstörung mit allen vorhandenen Mitteln weiter als gut belegt geltend gemacht werden soll. Das gelingt mühelos bei denen, die die Grundauffassung von der Grundstörung schon teilen, und deshalb die berichteten Ereignisse auch ohne Kontext wie beabsichtigt ergänzen. Und dass ich davon ausgehen darf, dass das Papier der Klinik beabsichtigt, die anhaltende Grundstörung zu behaupten, nicht angehbar wegen der Ablehnung von Gesprächen und Medikamenten, davon gehe ich wiederum aus. wozu wäre es sonst verfasst worden? Für die Empfänger nehme ich das gleiche an. Und was andere davon halten, ist ja wurscht, weshalb das Wiederaufnahmeverfahren auch die einzige Hoffnung für Gustl Mollath darstellt. Den Dr. Leipziger wird er nicht überzeugen.

    Es bleibt, jenseits der Frage, wer jetzt wo wie weit recht hat, der Umstand zu bedenken, dass erstens von den forensischen Gutachtern selbst eingeräumt wird, dass es massive Differenzen in der Beurteilung durch das Haus und extern gibt. Es bleibt der Hinweis, dass ein Aufenthalt in einer solchen Einrichtung, wie auch in einem Gefängnis, falls der Betreffende unschuldig einsitzt, oder untergebracht ist, was wesentlich härter ist, nicht ohne Folgen für seine seelische Gesundheit bleibt. Frau Rückert hat das in einem Buch geschildert, Der Fall des Lehrers Horst Arnold aus Hessen ist ja auch bekannt.
    Was Gustl Mollath in den Jahren ab 2001 erlebt hat, bis es zur Begutachtung durch Dr. Leipziger gekommen ist, kann unschwer als etwas bezeichnet werden, das auch eine nichtpsychotische, nicht wahnhafte Persönlichkeit so beeinträchtigt, dass zusammen mit den grob falschen Angaben zum Ausgangspunkt des Konflikts, zum Realitätsgehalt des Konflikts und zur Sicherheit in der Feststellung der behaupteten Straftaten zusammen mit der unübersehbare n Tendenz des Gerichts eine gravierende Fehldiagnose schneller zustande kommt, als man sich das gemeinhin vorstellt.

  25. Stresstest schreibt:

    Sehr geehrter Herr Chefredakteur Joachim Braun,

    Sie werfen uns Unsern vor:

    „… Ihre Aussagen zu Leipzigers Motiven werte ich als reine Spekulation… “

    https://opablog.net/2013/04/17/mensch-mollath-wenn-otto-lapp-die-blodmaschine-heizt/#comment-1974

    und spekulieren an einer anderen Stelle über: „Fehler, die ein offensichtlich überfordertes Gericht seinerzeit gemacht hatte“:

    „… Und wie Lapp in seinem Text auch deutlich machte, geht es in dieser ganzen Geschichte um zwei völlig unterschiedliche Aspekte: Um die – da sind wir uns einig – indiskutablen Fehler, die ein offensichtlich überfordertes Gericht seinerzeit gemacht hatte… “

    https://opablog.net/2013/04/17/mensch-mollath-wenn-otto-lapp-die-blodmaschine-heizt/#comment-1965

    Woher wissen Sie, dass dieses oben erwähnte Gericht „überfordert“ war und nicht zielorientiert sowie kontrolliert das am 8.8.2006 zustande gekommene Urteil anstrebte und ohne große Mühe herbeiführte?

    Ihre Haltung, Herr Braun, erinnert mich an die eines katholischen Würdenträgers, der Sir Peter Ustinov bei einem Spaziergang durch die Katakomben des Vatikans begleitete und ein Gespräch über die päpstliche Rehabilitierung von Galileo Galilei – wegen Unstimmigkeiten bezüglich geometrischer Nuancen unseres Planeten, führte. Sir Peter Ustinov lobte diese Geste des Papstes Johannes Paul II ausdrücklich, worauf der Kirchenmann erwiderte (sinngemäß):

    „… oh, ich bin mir nicht so sicher, ob das nicht verfrüht war!“

    In diesem Sinne:

    „Ich empfehle die Psychiatrie!“

    https://opablog.net/2013/04/17/mensch-mollath-wenn-otto-lapp-die-blodmaschine-heizt/#comment-1965

    Stresstest – „Großraum Krefeld“

  26. kranich05 schreibt:

    @ anni b. Josef Eisele, F. Fischer, Fotobiene, und viele Andere,
    ich bewundere die Sorgfalt, Klugheit, Empathie und das Verantwortungsbewußtsein und auch schlicht das Wissen, wie sie in Ihren Beiträgen zum Ausdruck kommen, und ich bedanke mich dafür. 🙂

  27. Menschenrechtsaktivist schreibt:

    Unser „Rechtsstaat“ – außen „hui“ und innen „pfui“!
    (Der Glaube an den Klapperstorch hat so viel Wert wie der Glaube an den Rechtsstaat.)

    Herrn Mollath kann ich gut verstehen. Ich bin ehemaliger politischer DDR-Häftling, war allerdings nur kurze Zeit weggesperrt. In der Haft kam ich mir vor wie in einem falschen Film und verstand nicht, dass die Obrigkeit es für normal hält, über Menschen einfach zu verfügen. Wir machten uns wie Herr Mollath immer Hoffnung auf baldige Freilassung. Die Obrigkeit machte in der DDR und macht offenbar auch in der BRD, was sie will und hält zusammen. Das Parteiensystem spielt eine untergeordnete Rolle. Die Diktatur braucht offenbar keine Führung.
    Herrschende wie Beamte, Richter, Gutachter usw. denken offensichtlich nur an sich und ihresgleichen und nicht an die Rechtsuntergebenen. Die selbstgefällige Grundhaltung, der Narzissmus, tritt auch bei der Bundesregierung zutage ( vgl. http://www.gruene-bundestag.de/cms/archiv/dok/294/294128.achtung_der_grundrechte.html ). Heuchler sind gefragt und Kritiker werden geächtet (aus http://www.quality.de/cms/forum/26-archiv-2003/4579-prozessmanagment-wer-koordiniert-die-prozessverantwortlichen.html?limit=6&start=12 ). Hinzu kommen noch sadistische bzw. obrigkeitshörige Verhaltensweisen, vgl. Milgram-Experiment und Stanford-Prison-Experiment. Wenn Heuchler beliebt sind, Kritiker geächtet werden und sadistische bzw. obrigkeitshörige Verhaltensweisen „normal“ sind, wie sollen da in unseren Strukturen Rechtsmittel, Beschwerden und Petitionen, die ja alles Kritiken darstellen, überhaupt funktionieren? Gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen… fehlt… zumeist eine plausible Begründung, oft sogar die Sachbezogenheit…. ( von http://unschuldige.homepage.t-online.de/ ). Auch aus den Erfolgsquoten von 0,2 bis 0,3% ( http://www.amazon.de/Das-Recht-Verfassungsbeschwerde-R%C3%BCdiger-Zuck/dp/3406467237 ) ist ersichtlich, dass das hohe Ansehen der Obrigkeit und die Sicherheit der Richter im Vordergrund stehen.
    Einen Rechtsstaat, wie er den Verfassern des Grundgesetzes vorgeschwebt hat, den haben wir jedenfalls nicht, und wir entfernen uns ständig weiter von diesem Ideal. (vgl. http://www.hoerbuchkids.de/hu/mr/homepage/justiz/info.php?id=134 ).
    Vorschlag:
    Der Vorwurf der Rechtsbeugung bzw. Strafvereitelung im Amt sollte von unabhängigen Gremien untersucht und beurteilt werden. Einem Untersuchungsgremium zur Untersuchung von Rechtsbeugung und Strafvereitelung im Amt dürfen keine Richter, Staatsanwälte und Justizangestellte aus dem unmittelbaren Arbeitsumfeld der Beklagten oder aus Ständeorganisationen angehören.

  28. Gabi schreibt:

    In der heutigen Kurierausgabe hat der Starreporter noch eins draufgesetzt.
    Wie würde Beck sagen: „Wasch Dich….“
    Vielleicht würde dann sein Hirn besser funktionieren.

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