Das verflixte 7. Jahr ?

Alle kennen diesen Spruch. Das 7. Ehejahr sei eines der problematischsten. Übermäßig viele Paare lassen sich angeblich in diesem Jahr scheiden. Soweit die Statistik etwas dazu sagt, gibt sie Entwarnung; nichts dran.

Für Gustl Mollath geht heute das 7. Jahr seiner Zwangspsychiatrisierung zu Ende. Das 8. Jahr beginnt. Sein 7. Jahr „verflixt“ zu nennen, ist unangemessen und oberflächlich. Bei aller lähmenden Macht, mit der die staatliche Repression auch in diesem Jahr auf ihm lastete, hat doch dieses Jahr mehr Hoffnungszeichen gesetzt als die früheren. Sein Fall ist von viel mehr Menschen wahrgenommen worden als nur einem kleinen treuen Unterstützerkreis. Die Zahl seiner Unterstützer ist gewachsen. Die Kritik seines „Falles“ ist gründlicher, vielschichtiger, überzeugender geworden und findet wachsende öffentliche Resonanz. Seine Anwälte sind mit bedeutenden Initiativen in die Offensive gegangen. Es gibt Anzeichen, daß manche Verantwortliche „zurückrudern“.

Ich meine, denen, die sich für Gustl Mollath einsetzen, tut Realismus gut: Nüchternheit,  denn es ist wenig mehr als NICHTS erreicht, nur kleinste Hafterleichterungen und Leidenschaft, denn tagtäglich versucht die staatliche – juristische und psychiatrische – Willkür vor unseren Augen einen Menschen zugrunde zu richten.

Freiheit für Gustl Mollath jetzt!

Dieser Beitrag wurde unter Demokratie, Liebe Sex, Machtmedien, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Das verflixte 7. Jahr ?

  1. Breitenbach schreibt:

    »So überlegt in seinem Herzen der Tyrann,
    Doch dunkle, unvollkommne Wege die Gedanken gehen:
    Wenn er dem Unschuld’gem verzeihen kann,
    So läßt er Furcht, nicht Mitleid sehn.«

    (Wie viele Gehirne hat solch ein Tyrann, der vormals Rechts­staat war?)

  2. Aurelius Augustinus schreibt:

    „Was sind Staaten anderes als große Räuberbanden, wenn es in ihnen keine Gerechtigkeit gibt.“
    Aurelius Augustinus
    afrikanisch-römischer Philosoph und Kirchenlehrer (354 – 430)

  3. schweinestaat schreibt:

    was habe ich schon Anfang Januar voraus gesagt, die bay. Rechtsbeugermafia wird sich von Dr. Strate nicht beeindrucken lassen. Die Anzeige wird abgewiesen. jetzt geht er in Beschwerde und die wird auch abgewiesen, dann kann er ein er ein Erwzwingungsverfahren einleiten wird auch abgelehnt, dann kann er Verfassungsbeschwerde einlegen wird auch abgelehnt dann kann er in Straßburg eine menschenrechtsklage einreichen die geht vielleicht durch dauert aber 5 Jahre und solange sitzt der Gustl weiter. Das ist die Realität in diesem bay. Nazistaat und der Seehofer war wieder 5 Jahre an der Macht und die Merk dazu. Es lebe die Revolution, Amen.

  4. Garderober01 schreibt:

    Angesichts des aktuellen bedauerlichen Beschlusses der STA Augsburg mit Abweisung der Anzeige gegen Richter E. und Psych. L. unter Einsatz fortgesetzter Ignoranz rufe man der Justiz und den übergeordneten politischen Instanzen einfach einmal zu :

    “ Si vis pacem, para iustitiam – Wenn du Frieden willst, sorge für Gerechtigkeit ! „

    • schweinestaat schreibt:

      Das kann man in Bayern nicht erwarten. Wer geglaubt hat, diese Schmierenkömödie würde sich zum besseren wenden, der träumt immer noch. Ich sehe für Mollath erst eine kleine Chance wenn der Dr. Strate beim BVerfG angekommen ist oder eine entgültige Befreiung wenn die Sache in Straßburg landet. Das kann aber noch 5-6 Jahre dauern.

  5. Vernon schreibt:

    Auch Wehrsport-Hofmann musste 7 Jahre sitzen, bis er einen Freispruch „erster Klasse“ erhielt. Sie werden fragen, wie gibt es das, 7 Jahre Untersuchungshaft? Ganz einfach: man hat immer neue Anzeigen vorgeschoben, immer neue Vorwürfe. Auch die Presse war immer dabei, ihn als Kriminellen darzustellen. Ein „Mitarbeiter“ des Verfassungsschutzes hat sich bei ihn eingeschlichen und sich als Mitglied der Gruppe ausgegeben (Honorar vom Stern?) und unwahre Angaben gemacht. Dieser Mann konnte zwar widerlegt werden, aber er ist bis heute nicht bestraft worden. Immerhin hat er Hofmann 7 Jahre seines Lebens gekostet. (Quelle: K.H. Hofmann bei Danielle Ganser).

    • wieder da schreibt:

      @Vernon: Gibt es einen Link zur Quelle K.H. HOfmann bei Daniele Ganser?

      • Vernon schreibt:

        Moderator von Ganser und Hofmann war Jürgen Elsässer in Compact, dort müsste die Story zu finden sein. Ich suche nochmals nach!

    • Joachim Bode schreibt:

      Laut Wikipedia
      https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Hoffmann_%28Rechtsextremist%29
      war es bei „Wehrsport-Hoffmann“ vielmehr so:

      „Wegen Geldfälschung, Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung sowie Vergehen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz wurde er 1984 vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt, die er in Bayreuth verbüßte. Wegen guter Führung und „günstiger Sozialprognose” wurde er 1989 aus dem Gefängnis entlassen.“

      Von wegen Freispruch und unschuldig 7 Jahre gesessen….!
      Neben den abgeurteilten Straftaten soll es in Bezug auf Hoffmanns Werdegang noch so manche Vorfälle gegeben haben, die – angeblich – nicht ausreichend beweisbar waren.
      Wahrscheinlich würde/müßte er noch heute sitzen…

      • schon wieder da schreibt:

        @Joachim Bode: Vielen Dank, ich habe auch in Erinnerung, dass Hofmann verurteilt wurde und die Wehrsportgruppe als rechtsextremistische Gruppe angesehen wurde.
        Der Beitrag von Vernon erweckte bei mir den Eindruck, Daniele Ganser habe irgendwo veröffentlicht, Hofmann sei unschuldig gesessen, oder Ganser habe Hofmann Gelegenheit gegeben, auf seiner Webseite dieses zu veröffentlichen.
        Daran bin ich interessiert. Hat Ganser sich irgendwie zu Hofmann geäußert und wenn ja, wie?

        • kranich05 schreibt:

          Hallo „schon wieder da“, „Joachim Bode“, Eure Fragen habe ich direkt an „Vernon“ weitergeleitet.
          Gruß
          opa

          • schon wieder da schreibt:

            @kranich05: Vielen Dank.
            Und noch etwas: Ich habe auch in Erinnerung, dass Mitglieder der Wehrsportgruppe Hofmann im Libanon, Lybien oder sonst wo auf einem Trainingslager waren und im gleichen Trainingslager waren welche aus dem Dunstkreis der RAF.
            Heute gibt es viele Diskussionen über die Position von Rechten und Linken, ob Linke verkappte Rechte sind u.s.w. . Damals sollen sie angeblich einträchtig trainiert haben, soweit ich in Erinnerung habe.

          • kranich05 schreibt:

            Zu den aufgeworfenen Fragen erreichte mich diese Mail von „Vernon“:
            „Hallo Herr Kurch,
            das Gespräch, auf das ich mich bezog, ist auch in Google unter „Dr. Danielle Ganser und Karl Heinz Hofmann“ zu finden.
            MfG
            Dieter Walther“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s