Suizide im Corona-Ausnahmezustand

Eine Information dazu habe ich diesem Artikel aus der australischen „Morgenschau“ vom 7. August 2020 entnommen.

Im Artikel wird nur die absolute Zahl der Suizide in Australien im Vergleich zur Zahl der Todesfälle „mit dem Virus“ angegeben. Ob die Zahl der Suizide gegenüber der Zeit „vor Corona“ gestiegen ist, wird nicht berichtet. (Laut Wikipedia hatte Australien 2016 eine Selbstmordrate von 13,2. Das macht bei 25 Mio Einwohnern rund 3300 Suizide/Jahr.) Wenn sich die Zahl des obigen Artikels von 1200 auf vier Monate bezieht (März bis Juni), würde sich rechnerisch für 2020 ein Anstieg der Gesamtzahl auf 3600 ergeben.

Der Artikel bietet also keine Analyse des australischen Suizidgeschehens unter den Bedingungen des Corona-Ausnahmezustands, sondern beschäftigt sich mit Hinweisen, dass die Leute sich austauschen sollen, um der Vereinsamung und Depression und also der Suizidgefährdung zu entkommen.

Die Zahl der jährlichen Suizide in der BRD liegt bei etwa 10.000 mit leicht sinkender Tendenz. Aktuelle Zahlen/Analysen im Zusammenhang mit dem Corona-Ausnahmezustand habe ich nicht gefunden.

Die „Deutsche DepressionsLiga e. V.“ hat zwar am 29.3.20230 diese Pressemitteilung herausgegeben: „Corona-Krise: Vermehrt Depressionen und Suizide zu befürchten – Bundesregierung muss handeln“, lässt seitdem aber keine Aktivitäten zur Analyse des Suizidgeschehens im Corona-Ausnahmezustand erkennen.

Auch die „Stiftung Deutsche Depressionshilfe“ bietet dazu keine aktuellen Informationen oder Analysen. In einem Artikel der DW vom 30.5.2020 wird Ulrich Hegerl, Leiter dieser Einrichtung, mit den Worten zitiert: „Meines Wissens sind die Zahlen noch gar nicht ausreichend, dass man irgendeine Aussage machen kann.

Der Artikel der DW war betitelt: „Weniger Selbstmorde in Corona-Zeiten“. Neben den beiden erwähnten Einrichtungen der Depressionshilfe wird dort auch die „Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.“ zitiert, die Anfang März vor den folgen des „Lockdowns“ gewarnt habe. Diese Gesellschaft erklärt mit Datum vom 2.10.2020: „Die Pandemie hat zu einer Zunahme depressiver Symptome geführt. Auch die AOK Rheinland/Hamburg und die Techniker Krankenkasse verzeichnen im ersten Halbjahr 2020 einen Höchststand an Krankschreibungen aufgrund depressiver Erkrankungen.Konkrete aktuelle Informationen oder Analysen – Fehlanzeige.

Über „erste belastbare Zahlen in Deutschland“ verfügte aber am 30.5.2020 nach Selbstaussage das MSM „DW“ und verkündete unwidersprochen von den befragten Depressionshilfe-Experten „einen Rückgang der Selbstmordrate„.

Die Quelle der „belastbaren Zahlen“ der DW sieht so aus: „Anfang Mai bat die Augsburger Allgemeine Zeitung Behörden in sieben Bundesländern um aktuelle Zahlen. Die Länder, die ihre Selbstmordstatistiken regelmäßig aktualisieren, berichteten dabei von keinem Anstieg der Selbstmordrate. Im Gegenteil: in Nordrhein-Wesfalen etwa waren „vollendete Suizide“ seit Beginn des Lockdwon im Vergleich zum Vorjahr sogar um 20 Prozent zurückgegangen“ 

Der zitierte Artikel der Augsburger Allgemeinen vom 5.5.2020: „So hat sich die Suizidrate in Deutschland während der Corona-Krise entwickelt“ kann hier abgerufen werden.

Dort heißt es: „Wie eine Umfrage unserer Redaktion bei den zuständigen Behörden ergab, ist es in keinem der Bundesländer, die in sehr kurzen Zeitabständen Suizidraten erfassen, zu auffälligen Anstiegen gekommen. Dies gilt für Bayern, Nordrhein-WestfalenRheinland-PfalzThüringenBerlinSaarland und Bremen.“

Ich habe versucht per Internet aktuelle Suizidzahlen aus Bayern, Thüringen und Brandenburg zu ermitteln. Es ist mir nicht gelungen.

Andere unternehmen solche Informationsanstrengungen mittels des Portals „FragDenStaat“. Fragen stellen zur Selbstmordrate 2020 darfst Du gern. Du kriegst sogar eine Antwort. Sie lautet: „Dem Statistischen Bundesamt liegen leider zur Zeit noch keine Daten der Todesursachenstatistik für 2020 vor. Derzeit gehen wir davon aus, dass die Daten für 2020 frühestens im August/September 2021 verfügbar sein werden. Ein exakter Veröffentlichungstermin kann diesbezüglich leider nicht prognostiziert werden.“

Die Journalisten der „Augsburger Allgemeinen“, von denen der „DW“ ganz zu schweigen, haben offenbar keine  Versuche unternommen, aktuellere Zahlen zu sammeln und zu analysieren, um ihre fröhlichen Tendenzaussagen vom Mai zu erhärten (oder zu widerlegen).

Die Entwicklung der Depressionen insgesamt und der Suizide im besonderen während des Corona-Ausnahmezustands könnte wichtige Informationen liefern, um zu beschreiben und dann zu begreifen, was den Menschen angetan wird. Das ist Grund genug, dass das Schweigekartell perfekt funktionieren muss. 

Es schweigen die Behörden. Es schweigen die Medien. Es schweigen die systemfrommen Fach- und Hilfsorganisationen, die Parteien aller Farben sowieso und natürlich die Kirchen. Es schweigen die vorgeblich antikapitalistischen Radaubrüder und auch die ehemals linken Berufsaufklärer. Die da schweigen summieren sich zum Heer der vielen tausend Mundverschlossenen. 

Im Lieblingslied mancher Freigeister wird verkündet, dass die Gedanken frei seien. Mit der Freiheit des Wortes, gar auf der Straße, sieht es da schon anders aus:

Ich denke, was ich will,
und was mich beglücket,
doch alles in der Still,
und wie es sich schicket.

Auf zur Home-Demo, nur echt mit der geballten Faust in der Tasche!

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Eine Antwort zu Suizide im Corona-Ausnahmezustand

  1. Zeitungsleser schreibt:

    Sicher in der Statistik der angeblichen Corona-Toten fehlen die Menschen, die sich aufgrund von Corona selbst das Leben genommen haben, wie z. B. der hessische Finanzminister Thomas Schäfer. «Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte von einer Verzweiflungstat im Zusammenhang mit der finanziellen Bewältigung der Corona-Krise gesprochen.» veröffentlichte die Frankfurter Rundschau am 17.04.2020 in dem Artikel «Interne Mail aus dem Finanzministerium: Es gab offenbar einen weiteren Suizid».

    https://www.fr.de/hessen/hessen-thomas-schaefer-zweiter-suizid-finanzministerium-zr-13655044.html

    Liken

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