Fundstücke – 6.9.2018 – Gewaltphantasien oder Kinder hauen auf die Kacke

Zum Thema Gewaltphantasien hier, dort auch der komplette Liedtext.

Den sollte man gelesen haben, weil man im Video nicht alles versteht. Die feiernden Kinder aber jubelten jede Zeile mit. Irgendwie so wie früher: „Hurra, hurra die Schule brennt!“

Aber natürlich viiiiel moderner.

Ausflippen für’n juten Zweck, noch dazu mit dem Segen des Präsidenten!

Der hat es ja auch irgendwie ganz doll irgendwie mit irgendwie gegen Faschisten!

Poland’s Foreign Minister Radoslaw Sikorski (2nd L) and his German counterpart Frank-Walter Steinmeier (C) stand with with Ukrainian opposition leaders Vitaly Klitschko (L), Oleh Tyahnybok (2nd R), and Arseny Yatsenyuk (R) during their meeting in Kiev February 20, 2014. Fresh fighting broke out in central Kiev on Thursday, shattering a truce declared by Ukrainian President Viktor Yanukovich, as the Russian-backed leader met European ministers demanding he compromise with pro-EU opponents. REUTERS/Andrew Kravchenko/Pool (UKRAINE – Tags: POLITICS CIVIL UNREST) – RTX196BU

Den Kinder will ich keinen großen Vorwurf machen. In der Schule lernen sie das nicht. Und Idole abzufeiern ist nun mal das Größte. Doch auch Kinder sind irgendwann im Vorteil, wenn sie lesen können, z. B. hier oder hier.

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8 Antworten zu Fundstücke – 6.9.2018 – Gewaltphantasien oder Kinder hauen auf die Kacke

  1. Pingback: Wie weit, Sahra, geht Dein Mut zum „aufstehen“? | opablog

  2. Detlev Matthias Daniel schreibt:

    Nun könnte man bei dem „Lied“Text ja noch behaupten, das sei eine künstlerisch-ironische Zuspitzung zur Darstellung der Abgründe dieser real existierenden Gesellschaft – gemacht, um sich mal so richtig gruseln zu können, wie bei Horror- und Splatterfilmen. Ist natürlich schon eine etwas eigenartige Form des Gruselns, die man hier beobachten kann. Da von ‚Kindern‘ zu sprechen, würde ich mich übrigens hüten, nicht daß ich die Infantilität bestreiten würde, sondern weil ich mich stets bemühe, Menschen so zu betrachten, wie sie sich selbst sehen wollen – um sie verstehen zu können. Ich glaube auch nicht so recht, daß sich das „von selbst“ auswächst.

    Wirklich bemerkenswert finde ich aber die Einordnung der Tötung Daniel Hilligs in den Kontext rechter Gewalttaten. Und ich sehe das auch so, daß das nicht einfach nur eine spontane intellektuelle Fehlleistung ist. Hier haben eindeutig irrationale Steuerungen das Heft übernommen.

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  4. kranich05 schreibt:

    Zu den damaligen Hintergründen und Zusammenhängen der niederträchtigen Steinmeier-Aktion von Dezember 2014 gibt es hier eine recht differenzierte Darstellung der NYT von Januar 2015. Sie ist auch deshalb heute noch interessant, weil sie konkret die Rolle des Faschisten Andrej Parubij, heute Parlamentspräsident in Kiew, benennt.

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  5. fidelpoludo schreibt:

    Statt zweier – mal angebrachter – Antisemitismuskeulen: Schweigen im Walde

    Am 29. Mai 2018 schrieb die Westdeutsche Zeitung (WZ) über Steinmeiers Besuch in der Ukraine („Steinmeier-Besuch in der Ukraine: Zurück im Land seiner dramatischsten Stunden):

    „Aber er ist trotzdem nicht nur zum Repräsentieren gekommen. Zwar füllen allerlei Kranzniederlegungen viele Stunden. In Lemberg auch das Treffen mit den Vertretern der im Krieg von den Deutschen fast ausgelöschten Jüdischen Gemeinde

    ,
    an deren Auslöschung ein nicht geringer Anteil der ukrainischen Bevölkerung nicht gerade unbeteiligt gewesen sein soll. Hat man 2014 nach dem „Fuck-the-EU-Putsch“ des gewählten ukrainische Präsidenten, den Steinmeier und die anderen EU-Vertreter – obwohl gef…t – dennoch absegneten, von Steinmeier ein Wort des Unmuts über die sich verschärfende Lage des jüdischen Bevölkerungsteils der Ukraine gerade zu jener Zeit vernommen? Oder ein Wort gegen die oben mit ihm abgebildeten „Gesprächspartner“, Arsenij Jazenjuk (der Julija Tymoschenko-Ersatz, Ministerpräsident des Landes bis zu seinem wegen erheblicher Korrupzionsvorwürfe am 14. April 2016 erfogten Rücktritt, 2007 Begründer der Open Ukraine Foundation, die von amerikanischen, britischen und anderen internationalen Partnern − u. a. von der U.S.-Ukraine Foundation, vom Außenministerium der Vereinigten Staaten, der NATO, Chatham House, der Swedbank, der „Black Sea Trust for Regional Cooperation“, einem Projekt des German Marshall Fund, und der National Endowment for Democracy (NED) − sowie von der ukrainischen Viktor-Pinchuk-Stiftung finanziert wurde) oder Oleh Tyahnybok (Fraktionsvorsitzender der Swoboda-Fraktion im ukrainischen Parlament), Vertreter einer rechtsextremen, der NPD vergleichbaren Partei, einer Partei also, mit der ins Gespräch zukommen, in Deutschland für einen SPDler undenkbar wäre?
    „Swoboda“, die sogar mit deuschem Steuergeld geschult wurde, deren Parteimitglieder bei Veranstaltungen der Konrad-Adenauer-Stiftung auftauchten, etwa bei der Fachkonferenz „Die Lehre der Parlamentswahlen 2012“, bei der Seminarreihe „Höhere Schule der Politik“ und beim Gespräch „Parlamentswahl 2012“ (SPIEGEL-online vom 17.03.2014 „Phalanx der Heimattreuen“):

    „Selbst die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit förderte die Partei. Die Entwicklungsorganisation betreute ein Projekt zum „Aufbau von Verwaltungskapazitäten im Bereich der öffentlichen Finanzen“. An zwei dafür organisierten Studienreisen nach Berlin nahmen im vergangenen Jahr Abgeordnete von Swoboda teil.“

    Wie ernst darf man Steinmeiers Besorgnis um das Wohl der Jüdischen Gemeinde in der Ukraine nehmen, wenn man ihre schärfsten Gegner im Lande fördert, müßte doch „das Protestgeheul unbeschreiblich sein angesichts des extrem zunehmenden Judenhasses in der Ukraine“ ( vgl. „Juden und die Ukraine“: https://denkbonus.wordpress.com/2014/06/09/juden-und-die-ukraine/ ).

    „Was ist da los. In der Ukraine werden Juden derzeit gejagt wie Kaninchen. Nachts wagen sie sich nicht mehr aus dem Haus und immer mehr von ihnen müssen auswandern, um ihr bloßes Leben zu retten. Und ausgerechnet jene Juden, die hysterisch kreischend die Antisemitismuskeule schwingen, sobald jemand es wagt, die Politik Tel Avivs zu kritisieren, schweigen still. Gerade erst letzten Monat, am 13. Mai, hatte die dafür zuständige Organisation, die Anti Defamation League (ADL), eine groß angelegte Studie zum globalen Antisemitismus veröffentlicht, um die schmelzende Legende weltweit verbreiteten Judenhasses weiterhin am Leben zu erhalten. In dieser Studie mit dem Namen ‚Global 100‘ waren 52.100 Personen in 102 Ländern dieser Welt zu ihrer Haltung gegenüber dem Judentum befragt worden. Die Ukraine war nicht darunter, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Faschisten in Kiev Jagd machten auf Mitbürger mosaischen Glaubens. Weder in der Knesset, noch bei der jüdischen Lobby in Washington AIPAC, noch von der sonst sich stets überängstlich gebärdenden ADL fiel auch nur ein einziges Wort zur Ukraine. Das ist mehr als ungewöhnlich.

    Ebenfalls ungewöhnlich ist ein Bericht in der Jewish News Agency, demzufolge fünf Veteranen der israelischen Verteidigungsarmee während der gewaltsamen Naziaufmärsche auf dem Maidan ebenfalls vor Ort waren – unter dem Befehl der rechtsradikalen, allukrainischen Partei Swoboda. Diese Partei sieht sich in der Tradition Stepan Banderas, eines ukrainischen Hitlerkollaborateurs, der während des Ostfeldzuges zehntausende von Juden, Kommunisten und Oppositionellen in die Vernichtungslager schickte.
    Geführt wurde die Gruppe von Aaron, der unter dem Decknamen Delta und einer Sturmhaube seine Identität vollständig verbarg. Delta ist ukrainischer Abstammung, wohnte seit den 90ern in Israel und war vor ein paar Jahren nach Kiev zurückgekehrt. Als orthodoxer Jude erhielt er seine militärische Ausbildung bei dem Erkundungsbataillon Shu’alei Shimshon, welches der Israel Defense Force (IDF) angehört.

    Während der Maidankrawalle leitete er ein 40- köpfiges und in Teilen jüdisches Kampfteam an. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die ‚Staatsanwaltschaft‘ in Kiev sich nach wie vor weigert, die Schüsse auf dem Maidan, denen ungefähr 70 Menschen zum Opfer fielen, zu untersuchen. Um das Kuriosum abzurunden, trugen die Mitglieder dieser Kampftruppe Blauhelme. So haben diese Israelis definitiv den Boden mitbereitet, auf dem jetzt immer mehr jüdische Familien in der Ukraine der Judenverfolgung durch Nazis zum Opfer fallen. Die Zahl ausgewanderter ukrainischer Juden hat sich mittlerweile vervierfacht. Allein von Januar bis April waren 762 ukrainische Juden gezwungen, ihrer Heimat den Rücken zu kehren. Was auch immer das Schweigen im Walde hierüber zu bedeuten hat, es lässt zumindest den Verdacht zu, dass die Israelische Regierung in den gewaltsamen Umsturz in Kiev verwickelt ist und sich einen Dreck schert um das Schicksal der ukrainischen Juden.

    Na ja, könnte man sagen: Was hat Steinmeier damit zu tun? Schließlich kann man sich auf der internationalen Bühne nicht immer aussuchen, mit wem man Gespräche zu führen hat. Und was deutsche Stiftungen und NGOs im Ausland mit deutschem Steuergeld anrichten, obliegt wohl auch nicht seiner direkten Zuständigkeit. Aber jetzt – in seinem neuen Amt als Bundespräsident – hätte ihm (oder seinen Geheimdiensten) etwas auffallen müssen: das Wirken und Auftreten faschistisch und antisemitisch gesinnter ukrainischer Diplomaten – und nicht nur in Deutschland. Auf einem Video, das mir ein russisch-stämmiger Bekannter zugespielt hat, finden sich dafür die eindeutigsten und erschreckendsten Hinweise, die ich nicht für ein Fake halte. Der Sprecher spricht zwar entweder ukrainisch oder russisch und die deutsche Übersetzung, die man einstellen kann, ist mit Vorsicht zu genießen, aber schon das aus einem Facebook-Account des Konsuls des Ukrainischen Generalkonsulats in Hamburg vorgeführte Bildmaterial dürfte keine Zweifel mehr aufkommen lassen. Es unterstreicht die Vorwürfe, dass wir es mit einem Antisemiten des letzten Ranges, einem Holokaustleugner, einem Hitler-, SS-Verehrer zu tun haben, der an Hitler nur kritisiert, dass er die Ukrainer nicht zu den Ariern zählen wollte und sich gerne mit umgeschnalltem Stahlhelm ablichten läßt. Die von ihm propagierte Flagge der Ukraine präsentiert er mit einem gelben Hakenkreuz auf blauem Hintergrund. Hier nur einige der auf diesem Account gängigen Schlagworte und Parolen:

    —– Ein Teil Polens müsse durch die Ukraine „befreit“ werden
    —– Ein Faschist zu sein, ist ehrenhaft und „Tod den Antifaschisten!“
    —– Die Juden haben 1934 den Deutschen den Krieg erklärt
    —– Die Ungarn sind „keine normalen Menschen“
    —– Gib Polen, Ungarn und den Zigeunern eins auf den Deckel!
    —– Die Zionisten sollten getötet werden!
    —– Die Judenfrage müsse mit einem Schlag geklärt werden
    —– Die Juden sind ein vom Teufel ausgewähltes Volk
    —– Die Juden sind Scheiße!

    Der Sprecher glaubt nachweisen zu können, dass eine ganze Reihe von nicht nur im Westen und in Südamerika tätigen (Berlin, Wien, Düsseldorf, Nepal, Indien, Bagdad, Weißrussland) Diplomaten und ganz beonders im ukrainischen Außenministerium Beschäftigte zur Freundschaftsliste des Facebbook-Accounts von Herrn Wassilij Maruschiniez zu zählen seien, die sich auch durch ihre „Likes“ etwa zu dem Foto einer Torte in der Form des Buches „Mein Kampf“ kenntlich gemacht hätten.
    Selbst wenn nur ein Bruchteil der erhobenen Vorwürfe stimmen sollte, wäre das schon schlimm genug, um es nicht unter den Tisch fallen zu lassen. Dieses eine Mal gehört die Antisemitismuskeule auf den Tisch des deutschen Hauses, dem der Herr Bundespräsident vorsitzt.

    Der Link zum Video:

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    • fidelpoludo schreibt:

      Lieber Kranich,
      danke für die Korrektur, die ich selnst nicht mehr anbringen konnte.

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    • fidelpoludo schreibt:

      Dazu passend:
      „Hitler war ein großer Demokrat“
      Der ukrainische Parlamentsvorsitzende verehrt Adolf Hitler.
      von Stefan Korinth

      In einer Diskussion im ukrainischen Fernsehen bezeichnet Parlamentspräsident Andrij Parubij Adolf Hitler als großen Verfechter der direkten Demokratie. Das Lob ist nur Teil einer ganzen Reihe von Aussagen und Taten hochrangiger ukrainischer Politiker, die den Faschismus weißwaschen. „Diese Leute genießen völlige Narrenfreiheit“, kritisiert der linke Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko. Denn von westlichen Politikern und Leitmedien ist selbst nach Parubijs Lob für Hitler kaum Kritik zu erwarten.

      https://www.rubikon.news/artikel/hitler-war-ein-grosser-demokrat

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  6. fidelpoludo schreibt:

    Wie weitere Nachforschungen ergeben haben, ist der Mann jetzt stillschweigend – ohne öffentliches Aufsehen und ohne Strafverfolgung in die Ukraine „entsorgt“ worden. Über etwaige Konsequenzen für seine große Anhängerschaft ist nichts bekannt.

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