Ilona Haslbauer Gedichte „Besuchskommission nach Unterbringungsgesetz“

Besuchskommission nach Unterbringungsgesetz

Der große Hokuspokus-
Mann
holte in bewährter Manier
aus dem Zylinder
das begehrte Löffeltier

Das Publikum hypnotisiert
war auf das Löffeltier
sofort fixiert

Wie Gummipuppen von
der Uhse
jedoch mit Hemd und
Hose
saßen sie im Kreis herum
und starrten das Karnickel
an

Da kam ich mit meiner
Story vom Pferd
und es war auch noch
lahm
bei den Leuten nicht mehr
an

Ich schwang mich auf die
Mähre
und ritt betrübt davon
vom
Puppen-Publikum

Bye bye Karnickel
wir sehen uns nicht wieder
armes Vieh
auch du sitzt bald
ausgestopft und bieder
im Ministerium

Ilona Haslbauer
22.10.2013

.

.
Mehr Gedichte von Ilona Haslbauer hier.

***

Ilona Haslbauer (57) wird seit November 2007 in der Forensik des Isar-Amper Klinikums Taufkirchen gegen ihren Willen festgehalten. Ihr Unterstützerkreis (auch hier) ist der Überzeugung, dass Ilona Haslbauer einem Fehlurteil sowie einer Falschbegutachtung unterliegt.

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8 Antworten zu Ilona Haslbauer Gedichte „Besuchskommission nach Unterbringungsgesetz“

  1. Lutz Lippke schreibt:

    Leider bekommen die Gedichte von Ilona Haslbauer hier zu wenig Aufmerksamkeit. Das ist sicher den intensiven Diskussionen zu drängenden Rechts- und Gesellschaftsfragen geschuldet. Man kann sich nicht zerteilen und die Gedichte verdienen Nachdenkzeit.
    Die gesammelten Gedichte könnten in geeigneter Verpackung der Aufmerksamkeit und Unterstützung für Ilona Haslbauer dienen. Es wäre eine Webseite, ein Druckexemplar und Plakat denkbar. Dies müsste natürlich alles mit Ilona Haslbauer und ihren jetzigen Unterstützern besprochen werden. Leider läuft da fast alles über Facebook, da kann und will ich nicht rein.

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    • Albert A. schreibt:

      Ich hoffe, dass nicht nur die Gedichte, sonder auch das Schicksal der Frau Ilona Haslbauer mehr Aufmerksamkeit bekommt.

      Im Fall Gustl Mollath war es schließlich das große Geld, das hin und her geschoben wurde und daher auch große Aufmerksamkeit weckte. Hätte Herr Mollath anstatt der Aufdeckung von Geldverschiebungen Gedichte geschrieben, dann säße er wahrscheinlich noch heute in der Forensik.

      Mit dem großen Geld, das die Forensik mit ihren Schein-Patienten verdient, könnte die Aufmerksamkeit geweckt werden.

      Auch wenn sich viele Betroffene eher Freiheit und menschlichen Umgang wünschen als allzu große Aufmerksamkeit, die einen auffressen kann.

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      • kranich05 schreibt:

        „Auch wenn sich viele Betroffene eher Freiheit und menschlichen Umgang wünschen als allzu große Aufmerksamkeit, die einen auffressen kann.“ – Genau das geht mir auch durch den Kopf.
        U.a. scheint mir der Stand im „Fall Haslbauer“ deshalb so unbefriedigend, weil die Unterstützer nach wie vor keine Dokumente veröffentlichen, die dem Außenstehenden eine entschiedenen Stellungnahme ermöglichen. Das ist ein gravierender Unterschied zur Mollathunterstützung auf gustl-for-help. Ich rätsele, ob es daran liegt, dass die Betroffene es nicht erträgt, dass ihr Innerstes nach außen gekehrt würde.

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        • Albert A. schreibt:

          Die Einschätzung, was die Betroffene erträgt und verträgt ist richtig und wichtig….

          Und falls sie das Gefühl hat, in den Akten befinden sich vor allem Lügen über sie, dann will sie wohl nicht, dass die Lügen veröffentlicht werden. Ich nehme an, auch bei Gustl Mollath hat es einen Entwicklungsprozess gegeben, während dessen er begriffen habe, dass die Lügen auch enttarnt werden können, wenn sie veröffentlicht werden.

          Aber Herr Mollath hatte schon viel früher große Tendenz zur Offenheit, Sie haben hier das Video erwähnt, in dem er in einer Kirche so ziemlich offen spricht, (und haben das Gesehene für sich wohl auch bewertet, sich Eindruck gemacht), Sie wissen auch bestimmt von den Schriftstücken, mit denen sich Mollath für das Gericht offenbarte um sich verständlich zu machen, und die als „wirr“ bewertet wurden, selbst von der Justizministerin.

          Ich bin mir so ziemlich sicher, dass Frau Haslbauer nicht als „wirr“ bewertet werden will, egal von wem. Ich will es auch nicht. Das ist halt unsere soziale Erfahrung, dass Vieles, was wir nicht für uns stillhalten, als „wirr“ bewertet wird. Und Gelächter gibt es dabei auch…

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        • Lutz Lippke schreibt:

          Dieser kurze Austausch zeigt unser Problem.
          Der Wunsch nach Aufmerksamkeit für die Gedichte von Ilona Haslbauer steht schon erstmal für sich selbst und kann unterstellt werden.
          Das damit und weiterer Aktivität auch eine Unterstützung verbunden werden kann, ist eine weitere Ebene. Hatte ich ja auch angeregt. Während Albert A. aber schon den Schein-Patienten thematisiert, bleibt kranich05 zurückhaltend und vermisst Informationen. Ich bezweifle allerdings, dass wir als Außenstehende auch bei viel Information jeden Fall irrtumsfrei einschätzen können und sollten. Was aber angesichts der bekannten Mängel in Justiz und Psychatrie nicht falsch sein kann, ist die Aufforderung an die Verantwortlichen, auch in diesem Fall juristische und ärztliche Mängel zu prüfen und ggf. abzustellen. Ob dies im Ergebnis Freiheit bedeutet, eine andere Therapie oder „nur“ menschenwürdige Behandlung, kann zunächst offen bleiben. Das Ganze sollte nicht von der Bereitschaft des Betroffenen abhängen, sich von der „großen Meute“ begutachten zu lassen. Allerdings gebe ich kranich05 recht, es fehlt auch mir an verlässlichen Informationen, wo konkret angesetzt werden könnte und was die Betroffene erhofft.

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          • Albert A. schreibt:

            Zitat:
            „Da sie die „Tat“ aber nicht begangen hat , sondern übelst verleumndet und stigmatisiert wurde , indem man sie – nach Absitzen der Haftstrafe für “ verrückt “ erklärt hat – wird Frau Haslbauer nun schon SEiT 8 LANGEN JAHREN in der Station F3 im Isar Amper Klinikum in Taufkirchen gegen ihren Willen“
            https://www.openpetition.de/petition/online/freiheit-und-gerechtigkeit-fuer-ilona-haslbauer
            Also:
            1) Erst nach Absitzen der Haftstrafe wurde sie für verrückt erklärt
            2) Seit 8 Jahren sitzt sie in der Forensik, Therapien scheitern, bitte Gedichte noch mal lesen. Ein Typ: Psychose-Patienten hervorstechen beim Malen, nicht bei Gedichten.
            3) Weiter bietet sich eine (erneute?) Analyse der neuesten Entscheidungen des Bundesverfassungsgericht zu Sicherheitsverwahrung an, und ein Vergleich mit Gustl Mollath. Er saß ja bereit UNGÜLTIG ein, WAHN hin, WAHN her…
            4) Auch das „Vergehen“ der beiden ist auch leicht vergleichbar, auch wenn das eine Vergehen zugegeben wird. Wo kann man hier (in dem Vergehen!) geistige Störung erkennen – im Zusammenhang mit Schuldunfähigkeit? Man bräuchte halt andere Hinweise, die wenigstens für mich nicht zu finden sind. Verstecken könne man solche Hinweise aber nicht, sie müssten z.B. auch in den Gedichten lesbar sein…
            Zitat:
            „Eine seit fast zehn Jahren schwelende, immer wieder vor Gericht ausgetragene Auseinandersetzung zwischen Ilona Haslbauer und ihrer 15 Jahre älteren ehemaligen Wohnungsnachbarin Brigitte B“
            “ Zwei Mal, im Mai 2004 und im Januar 2005, soll Ilona Haslbauer in einem Supermarkt mit einem Einkaufswagen Brigitte B. „gerammt“ haben.“
            http://www.regensburg-digital.de/statt-sechs-monate-haft-psychiatrie-auf-dauer/16122012/
            Ein langjähriger Nachbarschaftsstreit war noch nie Auslöser einer Psychose und auch keine FOLGE einer Psychose. Ein echter Patient, eine echte Patientin würde während des andauernden Streits längst zusammenbrechen.
            Welche Diagnose letztendlich die Schein-Patientin aufgedrückt bekam, weiß ich nicht, tippe aber auf Psychose, weil es die EINZIGE, wunderbar dehnbare Diagnose ist, die in das Muster der Zwangsanweisung oder Sicherheitsverwahrung passt. (Natürlich außer Alkohol, Drogenabhängigkeit und verzerrtem Sexualtrieb.) Es muss sich nämlich aus der Diagnose auch die Gemeingefährlichkeit ergeben, die bei einer Neurose oder Depression noch nie festgestellt wurde, auch bei dem Husten nicht, obwohl ich beim Husten schon eine ernsthafte Bedrohung der anderen, unschuldigen Menschen erkennen kann.

            Ich bin mir bei der Bezeichnung „Schein-Patientin zu 90% sicher. Falls die Frau heute „gestört“ erscheint, dann ist es mit Sicherheit auf ihren Aufenthalt in der Forensik zurückzuführen:
            http://www.spiegel.de/panorama/justiz/massregeln-in-der-psychiatrie-der-fall-von-ilona-haslbauer-a-917730.html
            In der Forensik werden die Menschen prinzipiell nicht geheilt, sondern krank gemacht, damit man dort die „kranken“ Menschen behalten kann. Jeden Entlassung ist ein herber wirtschaftlicher Verlust.

            Dass andere ihre Zweifel und Unsicherheiten haben, kann ich jedoch verstehen.

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    • Lutz Lippke schreibt:

      „Die Gründung des Gemeinnützigen Vereins „Justiz-Opfer e.V.“ findet am 05. Januar 2014 ab 12.00 Uhr im Alt Münchener Gesellenhaus, Kolpinghaus, Adolph-Kolping-Straße 1 in D-80336 München statt.“
      http://www.justiz-opfer.info/news/

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  2. Lutz Lippke schreibt:

    Vom 16.01.2014 – 18.01.2014 finden in Berlin zum neunten Mal die Psychiatrie-Tage statt. Thema des Symposiums: „Psychiatrie und Recht – Fakten, Meinungen, Irritationen“
    http://www.berliner-psychiatrie-tage.de

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