Zensur im opablog

15. Januar 2018:

Das Thema kehrt regelmäßig wieder. Es hat mehrere Seiten, die schnell erklärt sind.

  1. Kommentare von Leuten, die noch nie kommentiert haben, die also zum ersten Mal kommentieren, müssen IMMER erstmal von mir freigeschaltet werden. Das habe ich so eingestellt als Schutz gegen fremde Vögel, die der SPAM-Filter nicht aussortiert hat.
  2. Leute, die ich einmal freigeschaltet habe, sind ab da IMMER freigeschaltet. Diese Regel gilt mit drei Ausnahmen: A – Leute, die ich ausdrücklich sperre. B – Kommentare, die zahlreiche (ich glaube: mehr als drei) Links enthalten. Das ist eine Systemeinstellung, die ich ganz nützlich finde. Solche Kommentare schalte ich manuell frei. Und C: Und nun kommt’s: Kommentare, die mein System WordPress nicht freigibt. Das passiert gar nicht so selten und ist mir rätselhaft. Es hat immer wieder „altgediente“ KommentatorInnen getroffen – Joachim Bode, Lutz Lippke, Therese Bruckmann, im Moment, wie ich gerade sehe ein Kommentar von Johannes S.  – die ich nicht im Traum sperren würde. Warum das passiert, ist mir unklar, ich habe aber keine Lust, den Ursachen nachzugraben. Wenn es zum echten Ärgernis werden sollte, muss ich das aber wohl mal tun.
  3. Bleiben die unter A genannten, die ich tatsächlich sperre. Meist ging dem ein längerer hier im Blog geführter Streit voraus, in dem man sich in prinzipiellen Dingen nicht einigen konnte. In seltenen Fällen gab es keinen längeren Streit, sondern mir ist jemand absolut blöd gekommen. (Meist ging es dabei im hardcore-Nazis oder hardcore-Stalinisten.)

Die letzte Formulierung verlangt nach einer weiteren Erläuterung: opablog ist MEIN PERSÖNLICHES Blog. Hier übe ich das Hausrecht aus, d.h. ich gebe letzten Endes den Rahmen für Austausch und Auseinandersetzungen vor. opablog ist KEINE freie Diskussions- oder Nachrichtenplattform. Ich bin der Meinung. dass wir dringend eine solche Plattform, etwa: „menschliche Emanzipation – Wie wollen wir leben?“ brauchen. (Ich beobachte seit langer Zeit, dass das Gelbe Forum annähernd so und offenbar nach brauchbaren Regeln funktioniert. Ich wäre sogar bereit an inhaltlichen Aufgaben der Administration einer solche Plattform mitzuarbeiten.) Aber ich selbst stelle mit opablog eine solche freie Plattform NICHT zur Verfügung.

Anlass für diese erneute Klarstellung war dieser Kommentar von Willi Übelherr. Willi Übelherr ist hier selbstverständlich nicht gesperrt und muss auch nicht extra freigeschaltet werden. Wenn solche komischen (Sperr-)Ärgernisse des Systems öfter eintreten, bitte ich um Mitteilung. Dann muss ich mich wohl mal ernsthaft kümmern.

 

25. Januar 2013:

Gibt es nicht.

„Redaktionelle Bewertung“ der Kommentare mit anschließendem Schubs in den Papierkorb?

Gab es nicht. Immerhin betreibe ich dieses Blog seit 2005 (schnell bißchen Eigenwerbung. Das alte opablog ist immer noch verfügbar). Kommentiert wurde über lange Strecken wenig. Wenige Male habe ich in all den Jahren Kommentare ‚rausgeschmissen. Dabei ging es, soweit ich mich erinnere, ausschließlich um das, was „Hasbara“ genannt wird, also um Vorwürfe des Antisemitismus an mich, der ich ein strikter Gegner des jüdischen Nationalismus=Zionismus bin. (Beispielsweise habe ich das Buch von Ilan Pappe „Die ethnische Säuberung Palästinas“ ausführlich im Blog vorgestellt und natürlich positiv kommentiert.)

Die Kommentarhäufigkeit hat in letzter Zeit im Zusammenhang mit dem Fall Mollath sehr zugenommen. Das sehe ich gern. Und natürlich gehe ich in keiner Weise gegen Kommentare deshalb vor, weil diese von mir abweichende Positionen vertreten (versteht sich, soweit diese nicht extremistisch sind). Es gibt jedoch Kommentatoren, die nur sehr lose an das Ausgangsposting anknüpfen, um dann mittels Quantität/Intensität ihrer Wortmeldungen, die Diskussion auf andere Gleise zu schieben. Dann geht es plötzlich nicht mehr um Mollath, sondern um Heindl. Ich maße mir gar nicht an, zu bewerten, ob diese „anderen Gleise“ der Diskussion berechtigt sind oder nicht, mir genügt es, daß ich diese „Kurve“, um nicht zu sagen „Umpolung“ der Diskussion im hier gegebene Zusammenhang ablehne. Deshalb wandern solche Wortmeldungen in den Papierkorb.

Und ein zweites Problem habe ich mit Kommentaren, nämlich dann, wenn sich in ein und demselben Kommentar nebeneinander Unqualifiziertes und Qualifiziertes findet. Dann ist die Entscheidung schwierig. Direkte Hinweise an solche Kommentatoren werden oft ignoriert. Und mir fehlen Zeit und Lust in solchen Fällen immer wieder ausufernde Erklärungen zu geben und Diskussionen zu führen. (Man könnte natürlich sagen, daß ich doch eine moralische Verantwortung habe, Letzteres zu tun. Ja, aber wo liegen die Grenzen? Ursprünglich ist das Blog eine private Angelegenheit. Faktisch und im besten Falle wird es doch mehr, wird zu sozialen, gar politischen Angelegenheit. Spannende Frage.) Auch da rückt der Papierkorb näher. Mit dem gelegentlichen Vorwurf der Zensur werde ich wohl leben müssen.