Solidarisierungseifer

Am 26.3.2015 erreichte mich auf der Mailingliste des Friedenswinters die folgende Mail vom BSV, d. i. „Bund für Soziale Verteidigung e. V.“:

„Solidarität mit Monty Schädel, Jutta Ditfurth und der taz

Liebe FreundInnen,

der Bund für Soziale Verteidigung hat sich auf seiner Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag mit dem Streit um die Angriffe auf Monty u.a. durch Ken Jebsen beschäftigt. Daraus ist die folgende Stellungnahme entstanden: 

Für eine konstruktive Streitkultur 

Am 18.03.2015 wurde in der Tageszeitung Junge Welt eine Rede von Ken Jebsen veröffentlicht, in der dieser erklärte:

„Und wo ist der Feind in diesem Land? Ich möchte es euch sagen: Unser Feind ist die sogenannte linke Presse. Das ist der Feind. Das ist die Querfront. Die Querfront heißt heute taz. Das ist die Querfront. Die Querfront heißt heute Jutta Ditfurth oder Monty Schädel.“

Die Mitgliederversammlung des Bund für Soziale Verteidigung weist diese Angriffe auf die betroffenen Menschen und Medien zurück. Als Organisation stehen wir ein für eine Kultur des Friedens. Die Konstruktion von Feindbildern und die öffentliche Anprangerung von Andersdenkenden sind keine Mittel der politischen Auseinandersetzung, erst recht nicht unter Menschen, die sich für Frieden einsetzen wollen. Mobbing, Verleumdung und Shitstorms lehnen wir ab, von wem auch immer sie kommen. Wir brauchen in der Friedensbewegung, wie auch allgemein in der medialen Auseinandersetzung, eine Streitkultur, die andere nicht verletzt, bedroht und abwertet, sondern sich mit Argumenten konstruktiv auseinandersetzt.

Heidelberg, den 22.03.2015
Der Vorstand des BSV im Auftrag der Mitgliederversammlung

Mit besten Grüßen
Christine Schweitzer“

Auf der genannten Mailingliste hat sich eine lebhafte oder heftige Diskussion entwickelt. Manche empfinden sie als destruktiv. Wie es auch sei, die Liste ist zur Zeit blockiert. Ich halte es für angemessen, meine Meinung hier im Blog kundzutun:

Ich teile die Form der Äußerungen von Ken Jebsen (Feindvokabular) nicht. Zugleich liegt mir eine Solidarisierung nach Art des BSV fern.

Für mich ergeben sich einige Fragen an den BSV bzw. Frau Christine Schweitzer:

Solidarisiert sich der BSV auch mit Herrn Björn Kunter? Auch er ist heftigen Angriffen ausgesetzt, z. B. hierhier oder hier und anderswo. Und da ich einmal beim Fragen bin und es ebenfalls Herrn Kunter betrifft, wüßte ich gern, ob sich der BDV auch mit dem Auswärtigen Amt solidarisiert.

Die Finanzierung von Vereinen (NROs), Vereinsaktivitäten und -aktiven ist ja ohnehin ein Thema von einiger Bedeutung. Bekanntlich gibt es „schwarze Schafe“, die sich zwar NRO nennen aber in Wirklichkeit RHOs sind – RegierungsHilfsOrganisationen. Ist Ihnen, Frau Schweitzer, die „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ von „Transparency International Deutschland“ bekannt, und wie stehen Sie zu der Idee, dieser beizutreten?

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, bloggen, Demokratie, Krieg, Machtmedien, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Solidarisierungseifer

  1. Helmuth schreibt:

    So wie ich es sehe, sind die Herrschaften beim Austeilen und Diffamieren nicht zimperlich. Aber sie sind die Guten, die guten Spaltpilze. Die dürfen das!

    Was stellen die eigentlich auf die Beine?
    Volker Pispers hat den Kabarett-Besuchern mal geraten, die Eintrittskarten aufzuheben, als Nachweis, im Widerstand gewesen zu sein. So kommen mir diese Leute, die alles, was den Hals reckt , mit den beliebten Totschlagskeulen erschlagen wollen. Das ist deren Widerstand!
    Aber wofür stehen die eigentlich?

    Jeden Tag schaue ich bei Ditfurth auf der Facebook-Seite nach, ob ich endlich einmal einen Hinweis bekomme, was sie will. Nada,niente! Allenfalls, dass sie offensichtlich ein deutschenfreies Deutschland will. Oder übersehe ich etwas?

    Dass wir in einen Krieg getrieben werden,kein Problem. Freihandelsabkommen, wurscht. Totales Überwachtwerden,macht nix, der liebe Gott sieht doch auch alles. Israel-Politik, alles bestens. Außer zu ihren Lesungen, soll man am besten sich nicht von der Couch erheben. Hoch lebe diese Friedensbewegung!
    Nur wo isse denn?

    Hauptsache das Binnen-I sitzt an der richtigen Stelle!

  2. Pingback: Die zweite Aktionskonferenz des Friedenswinters 2014/15 hat gestern in Frankfurt/M stattgefunden | opablog

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