„Leistet Widerstand!“

Rubikon-Gespräch mit Michael Ballweg zur Demonstration für Demokratie,

morgen, 1.August, 15.30 Uhr, Berlin, Straße des 17. Juni:

„Notwehr statt Notstand“ – Ein Aufruf von Jens Wernicke,

Herausgeber des „Rubikon“

Wenn die Eliten obsiegen, erhalten wir nicht nur unsere Grundrechte nicht mehr zurück, sondern droht auch das Aus für die Pressefreiheit — Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke bittet um Unterstützung für einen entsprechenden Notfall-Plan.

Liebe Leserinnen und Leser,

vermutlich teilen Sie meine Einschätzung der Lage: Sie könnte ernster kaum sein. Die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate belegen es:

  • Prominenten Ex-Parlamentariern und selbst Anwälten wurden im Namen der Volksgesundheit die Webseiten abgeschaltet.
  • Die Anwältin Beate Bahner wurde nicht nur vorübergehend in die Psychiatrie eingewiesen, nein, gegen sie wird auch durch die Abteilung Staatsschutz der Heidelberger Polizei ermittelt, weil sie zu Demonstrationen für Grundrechte und somit „zu Straftaten“ aufrief.
  • Dem Verein „Nicht ohne uns!“, der bundesweit Demonstrationen gegen das Notstandsrecht organisiert, wurde eigenen Angaben zufolge ohne Ankündigung das Konto gesperrt.
  • Facebook und YouTube zensieren teils binnen Minuten Beiträge, die die Erzählung, weltweit würden viele Millionen Menschen an einem Killervirus sterben, auch nur freundlich hinterfragen.
  • Politik und Medien lassen keinerlei Zweifel daran, dass wir unsere Grundrechte womöglich niemals wiederbekommen, obwohl die Infektionszahlen teils lange vor Lockdown und Maskenpflicht sanken und offenbar niemals reale Gefahr für die Allgemeinbevölkerung bestand.
  • Die Politik in weiten Teilen Europas diskutiert inzwischen nicht nur verschärft harte Zensurmaßnahmen, sondern bereitet diese bereits vor — natürlich nicht unter dem Label „Wir errichten die Diktatur“, sondern unter jenem von „Wir retten die Welt“.
  • Überhaupt sieht alles danach aus, dass eines der Hauptziele der gesamten Kampagne die unfreiwillige Massenimpfung der Weltbevölkerung ist. Heute noch leugnen Politiker, dass es darum geht; morgen schon werden sie womöglich eine PR-Kampagne starten, um bei entsprechenden Maßnahmen zumindest die Mehrheit hinter sich zu vereinen.
  • In den nächsten Monaten soll es einen „Schwarzen Freitag“ geben, der denjenigen von 1929 noch in den Schatten stellen wird. Aktuell ist von Ende September die Rede — und zufällig werden die Anti-Corona-Maßnahmen ohne medizinische Legitimation beständig weiter und immer weiter verlängert. Offenbar, damit am Ende die Armen entrechtet und chancenlos sind, wenn der globale Verteilungskampf schließlich die Straßen erreicht.
  • Die reichsten Menschen der Welt haben ihre Vermögen in den letzten Wochen so massiv erhöht, die Nationalstaaten sich soweit verschuldet, dass die Rechnung, sobald sie fällig wird, alles infrage stellen wird, was wir jemals als Sozialstaat, ja, Staat kannten.

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Blödmaschinenalltag

Täglich melden uns die Blödmaschinen die Zahl der Menschen die irgendwie an, mit, trotz, durch, wegen, vor, nach, über usw. Corona gestorben sind. (Die „etwas andere“ Blödmaschine „Sputnik Deutschland“ macht da keine Ausnahme.)

Ich liebe Überschlagsrechnungen. Wohlan:

Meldung vom 30.7.2020: 670T Coronatote weltweit… Grusel! Da wird die Menschheit wohl bald ausgestorben sein. Oder?

Leben 7 Mrd Menschen, Lebenserwartung 70 Jahre, sterben pro Jahr 100 Mio, sterben in 7 Monaten (Coronazeit 1.1.-30.7.2020) 56 Mio, davon 670T Tote sind bissel mehr als 1%. Haben wir nun eine weltweite Übersterblichkeit von einem Prozent? Keiner weiß es, keiner fragt danach.

Zum Vergleich (zur Veranschaulichung) Schland: Leben 83 Mio Menschen, Lebenserwartung 80 Jahre, sterben pro Jahr 1 Mio, sterben in 7 Monaten 560T, davon knapp 10T Tote sind knapp 2%. Haben wir eine Übersterblichkeit von 2%? Offenbar nicht.

Erklärung dafür??

Keinesfalls fragen!!

Sonst schließen sie dich aus der Herde aus.

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In der Überschrift habe ich „…alltag“ geschrieben. Lenin erinnerte daran, dass Kultur das ist, was „in den Alltag  eingegangen ist“. Kultur in Jahr Zweitausendzwanzig.

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„Hui wohlan! verliert man die Schuhe, so behält man doch die Füße.“

„Die Weisheit auf der Gasse oder Sinn und Geist deutscher Sprichwörter“

Gesammelt von Johann Michael Sailer, Augsburg 1810, Neuauflage Berlin 2020.

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„Wenn der Fürst kein Ohr hätte, die Unterthanen zu hören, so hätt‘ er keinen Kopf, sie zu regieren.“

„Die Weisheit auf der Gasse oder Sinn und Geist deutscher Sprichwörter“

Gesammelt von Johann Michael Sailer, Augsburg 1810, Neuauflage Berlin 2020.

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Großdemonstration für Demokratie und Grundgesetz am 1.8.2020 in Berlin

KenFm postete am 17.7.2020 dieses Video:

Auf der Webseite des Mitveranstalters „Querdenken 711“ wird über diese Veranstaltungsdetails informiert:

„WIR FÜR DAS GRUNDGESETZ – QUERDENKEN711

Das Ende der Pandemie – Der Tag der Freiheit

*** VERSAMMLUNG ANGEMELDET  *** Straße des 17. Juni, BERLIN, 15:3018:30

10:30 Uhr  Brandenburger Tor –  Aufzug durch Berlin: Geplant ist am ARD Hauptstadtzentrum und am Bundestag sowie Reichstag vorbeizuziehen. 

14:30 Uhr Eintreffen des Aufzugs
15:30 Uhr Hauptkundgebung: Das Ende der Pandemie – Der Tag der Freiheit
18:30 Tanz für die Freiheit und die Grundrechte

Anselm und ich laden hiermit alle anderen Initiativen, die Hotel- und Reisebranche, die Busunternehmen, die Landwirte, die Veranstaltungstechniker und die Gewerkschaften ein, an diesem Tag gemeinsam mit uns in Berlin aufzuschlagen.“

Hinter dem Einladungstext stehen die Macher von „Querdenken 711“. Impressum: Michael Ballweg, Werfelweg 8, 70437 Stuttgart, Deutschland.

Auf der Webseite des Mitveranstalters „Demokratischer Widerstand“ wird ebenfalls über die Veranstaltungsdetails informiert:

„1. AUGUST 2020, 11 UHR, BRANDENBURGER TOR, BERLIN

TAG DER FREIHEIT

BEGINN DER BASISDEMOKRATISCHEN VERFASSUNGSERNEUERUNG
ZUG ZUR STRASSE DES 17. JUNI. AM 2. AUGUST KLEINERE VERSAMMLUNGEN STADTWEIT

Denn der Demokratische Widerstand besteht weiterhin 

  • auf die ersten 20 Artikel unserer Verfassung!
  • auf die Würde der Alten & der Kranken!
  • auf Verhinderung obrigkeitsstaatlicher Schikanen!
  • auf Beendigung des Notstands-Regimes!
  • auf Wahlen & umfassende Transparenz!
  • auf demokratische Regeln für unser künftiges Wirtschaftssystem!“

Hinter dem Einladungstext stehen die Macher von „KOMMUNIKATIONSSTELLE DEMOKRATISCHER WIDERSTAND E.V. BERLIN“. Impressum: Anselm Lenz.

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Ich werde an der Kundgebung am 1.8.2020, 15.30 Uhr, Straße des 17. Juni teilnehmen. Denn die Verteidigung, das uneingeschränkte Einfordern unserer verfassungsmäßigen Rechte ist mir ein dringendes Bedürfnis. Das möchte ich hier hervorheben, ohne zu verschweigen, dass mir manche Orientierungen der Veranstalter wenig realistisch erscheinen. Wenn es z. B. heißt: „Wir fordern den Bundestag auf, spätestens am 4. August außerplanmäßig zusammenzutreten und Neuwahlen noch für den September 2020 zu beschließen.“, so höre ich hier nur Theaterdonner, und es könnten Zweifel an der Ernsthaftigkeit des politischen Kampfes aufkommen.

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3 Kinder, 1 Schule, Gemeinde Bissendorf (Niedersachsen)

„Kinder verwüsten Schule“

„Die Drei sind keine Unbekannten für die Polizei. Seit Mai waren sie an 25 weiteren Taten beteiligt und richteten dabei bereits einen Schaden von 50.000 Euro an.“

Seit Mai? War damals nicht etwas?

Mrs. Tapir meint, dass es das immer gegeben habe:

Ich sage: „Jein“. Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Ich würde eher von einem Menetekel sprechen.

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Persönlichkeit

„Sein Unglück und sein Glücke
ist ihm ein jeder selbst.“ (Paul Fleming)

Von allem Anfang an ist das menschliche Individuum eigenständige Aktivität. Das gilt schon im Mutterleib. Das Selbst erscheint als eine Kraft des „Menchenkeims“ mit Richtung und Größe, die auf die Umgebung wirkt und Stoffe mit ihr austauscht. Man verwendet ein etwas sperriges Verb: „verstoffwechseln“. Zugleich werden „Nichtstoffe“ ausgetauscht, „Geistiges“, „Seelisches“ oder einfach: „Informationen“. Kein Stoffwechsel ohne „Informationswechsel“. Das Individuum wechselwirkt somit auf mehreren Ebenen, in mehreren Dimensionen. Die menschliche Umgebung ist zugleich eine natürliche, physische und eine soziale, nichtnatürliche. Die individuelle Wechselwirkung ist also vieldimensional.

Das Selbst – fern jeder kultischen Überhöhung – kann sich nur erhalten in diesem vieldimensionalen Austauschprozess. Selbsterhalt nur dadurch, dass Fremdes angeeignet wird; seien das nun Kohlehydrate, Viren oder schöne Bilder; zugleich Vergegenständlichung des Eigenen. So wird durch jeden Austauschzyklus aus „Selbst“ ein „Selbst Strich“ (S – S‘), ein wesentlich erhaltenes aber doch quantitativ/geringfügig/unwesentlich verändertes Selbst. Durch alle Austauschzyklen hindurch wird eine Balance von Innen und Außen aufrecht erhalten, der ein Maß des Selbst zugrunde liegt. Das Resultat für’s Individuum sind Gesundheit und Wohlbefinden.

Die quantitativen Veränderungen innerhalb des Maßes führen zu Spannungen im Selbst, zu Polarität, ja zu Gegensätzen, die sich zu einem Widerspruchsgeschehen aufbauen können, das schließlich die bisherige Existenz des Selbst in Frage stellt. Sein Maß wird überschritten. Ihm „platzt der Kragen“ oder „Der Zytokinsturm löst eine tödliche Entzündung aus“. In beiden Fällen wird das Selbst in seiner bisherigen Qualität aufgehoben. Es erreicht eine neue Qualität (Es „erfindet sich neu“, „jede Krise ist eine Chance“). Oder es wird vernichtet und stirbt.

Was ich soeben abstrakt formuliert habe, kann man beobachten, z. B. beim Baby in seinen ersten Lebensmonaten. Da ist der elementare Drang zum Stoffwechsel und Informationswechsel. Alles noch „ohne Sinn und Verstand“ aber das kleine Selbst stabilisierend und zugleich unablässig verändernd. Nach wenigen Wochen sind zwar nur wenige Pfunde an Gewicht dazu gekommen, doch der Winzling hebt schon den Kopf und lächelt Papa an (zunächst Papa, Paps Gesicht ist vertrauter, weil er immer wickelt, während Mama ja „nur“ stillt). Gegenüber dem Neugeborenen hat dieses Selbst bereits nach diesen wenigen Monaten eine höhere Qualität/Entwicklungsstufe erreicht. Entwicklung entlang einer „Knotenlinie von Maßverhältnissen“ ist gestartet.

Solange sich in der individuellen Entwicklung die biopsychosozialen Reifeprozesse bis zum Erwachsenwerden vollziehen, läuft die jedesmalige „Häutung“ des Selbst, also das Herausbilden von Persönlichkeit bis zum Erreichen einer Stufe der gesellschaftlichen Reife in gesellschaftlich vorgegebenen Bahnen/Institutionen. Der/die Heranwachsende wird „behütet“. Die Entwicklungspsychologie unterscheidet allgemeingültige Etappen. Es gibt eine Art von „normalem“ oder „idealtypischem“ Fortschritt. Doch je nach der Widersprüchlichkeit der Gesellschaft wird „die Normalität“ deformiert. Heute, da manche Sechsjährige mit Genderfragestellungen konfrontiert werden und 14-Jährige Antworten auf Weltkrisen erteilen sollen und erteilen, ist das Erreichen dieser Normalität gestört. Vielleicht ist ganz und gar fragwürdig geworden, was soziale und staatsbürgerliche Reife ist? Vielleicht, vielleicht sogar wird diese Reife systematisch verhindert und ihre Elemente werden vernichtet??

Die Freidenkerin Annett Torres hat sich in einem ausführlichen Beitrag (Konferenz des Deutschen Freidenker-Verbandes „Der tiefe Staat – oder: Wer regiert den Westen?“ am 16. November 2019 in Stuttgart) mit der „Transformation der Bildung“ unter neoliberalen Bedingungen auseinander gesetzt. Resumierend zitiert sie: „Nach Krautz legt der Neoliberalismus mit dem homo oeconomicus hierbei eine eigene Anthropologie zugrunde, zielt sein Anspruch also auf eine Veränderung des Menschenbildes und des Menschen selbst. Da der Umgestaltungsanspruch sich somit umfassend auf Denken, Empfinden und Handeln bezieht, kann der neoliberale Ökonomismus also im eigentlichen Sinn als ein Umerziehungsprogramm charakterisiert werden. Es ist damit in seinem auf alle Lebensbereiche abzielenden Anspruch totalitär und kann gegen die Wirklichkeit auch nur mit entsprechenden manipulativen Mitteln durchgesetzt werden“ (Krautz, Jochen: „Ware Bildung: Schule und Universität unter dem Diktat der Ökonomie“, Diederichs-Verlag, 2012; Hervorhebungen: kranich05). Noch drastischer bringt es der Psychiater Wintershoff in seinem Buch „Deutschland verdummt“ auf den Punkt: „Unsere Kinder wachsen zu Narzissten und Egozentrikern heran, die nicht auf Andere achten, sich nur um sich selbst drehen und lustorientiert in den Tag leben. Wertschätzung ist ihnen kein Begriff mehr. In einem Sozialstaat müssen die Menschen aber füreinander da sein. Doch Menschen, die sich wie kleine Kinder aufführen, nicht fähig sind zu arbeiten, die sprengen dieses System.“

Die kritischen Stimmen sagen klar, was selbstverständlich sein sollte: Welches Reifeziel ihrer Individuen die Gesellschaft definiert, ist keine Frage von Willkür. Die Interessen der herrschenden Klasse geben das Persönlichkeitsziel vor. Neoliberalisierung der Bildung bedeutet Abbau der Humanität. Damit die Menschen in der Gesellschaft jederzeit orientiert und verantwortlich handeln können, müssen sie eine bestimmte Qualität ihrer Persönlichkeit ausbilden. In unserer Gesellschaft messe ich die Reife einer Persönlichkeit zumindest daran, ob sie sich aktiv mit den Werten des Christentums auseinandergesetzt hat, dass sie tief in der europäischen Aufklärung verwurzelt ist und dass sie zum radikalen Demokratismus steht mit seinen sozialistischen und kommunistischen (und natürlich antifaschistischen) Ausprägungen. Diese Aufzählung ist keineswegs erschöpfend, und sie ist kein Korsett.

Welchen Reichtum an Sozialem, an „lebendigem Leben“ eine Persönlichkeit in sich aufgenommen haben mag – sie bleibt ein „Selbst“, ein freies, von Nichts und Niemandem  bestimmtes „Atom“! Am Ende zählen nicht Fülle oder „Rang“ ihrer sozialen Beziehungen, sondern sie beweist sich darin – wie uns die großen sowjetischen Psychologen gelehrt haben, ich nenne nur S. L. Rubinstein – welchen begründeten Widerstand sie einer gesellschaftlich akzeptierten und verlangten Zumutung zu leisten vermag. Coronazeit ist Prüfzeit der Persönlichkeit, ein Scharfrichter. In Zeiten enormer Informationsdefizite, unter maximalem Druck zahlreicher Stressfaktoren, in absolute Ausnahmesituationen versetzt, muss der bewusste Mensch sich eine rationale, begründete und zugleich offene Position dauerhaft erarbeiten, die ihm ein praktisches Wirken mit situationsangepasstem emanzipatorischen Ziel erlaubt.

Dies zu verlangen, grenzt ans Unmögliche. Mit umso größerer Freude stelle ich fest, dass viele Tausende dieser Forderung  gerecht werden. Tatsache ist aber auch, dass die Massen der Menschen zu den notwendigen Handlungsweisen nicht in der Lage sind. Diejenigen, die entwickelte Persönlichkeiten auf der Höhe des historischen Augenblicks zu verhindern wissen, haben ganze Arbeit geleistet, über Jahrzehnte für Jahrzehnte. Und sie sind von einem bösartigen Optimismus erfüllt, die Menschen neue „erfolgreiche“ Schritte ihrer Degradierung führen zu können. Schwab, WEF, spricht die Drohung offen aus: „Eines der wesentlichen Merkmale der vierten industriellen Revolution besteht nicht darin, dass sie die Art verändert, wie wir arbeiten. Diesmal sind wir es, die verändert werden.”  (Hervorhebung: kranich05). Die Ideologen des Transhumanismus, unbegrenzte Kapitalmassen, Scharen skrupelloser „Wissenschaftler“ und machtgeil sich ermächtigende Politiker stehen bereit zum Angriff auf die freie, bewusste, gemeinsam mit Genossen kämpfende Persönlichkeit.

Das gesellschaftliche Ziel einer entwickelten Persönlichkeit wird liquidiert. Auf diese dann entpersönlichten Individuen hat die Macht unbeschränkten Zugriff. Was dann „die Wissenschaft“ empfiehlt, mögen ihre Priester nun Drosten oder Frankenstein heißen, mag ich mir nicht ausmalen. Interessierte dürfen hier weiterlesen. Eine bloße Wiederholung der Sklaverei erwarte ich nicht. Die Mankurts erfahren eventuell „Schutz und Sicherheit“ in der digitalindustriellen Massenhaltung.

Das oben stehende Motto dieses Beitrags habe ich dem Gedicht „An sich“ von Paul Fleming entnommen. Fleming, geboren 1609 in Sachsen, gestorben 1640 in Hamburg, wahrlich in finsteren Zeiten lebend, ist einer der größten Barockdichter der Deutschen. Hier das ganze wunderbare Sonett:

An sich

Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren;
nimm dein Verhängnis an. Laß alles unbereut.
Tu, was getan muß sein, und eh man dir’s gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und sein Glücke
ist ihm ein jeder selbst. Schau alle Sachen an:
dies alles ist in dir. Laß deinen eitlen Wahn,

und eh du förder gehst, so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann,
dem ist die weite Welt und alles untertan.

 

Beitrag letztmalig editiert am 29.7.2020, 10 Uhr.

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Fundstück – 23.7.2020 – Schweden fährt abgeschalteten Atomreaktor erneut an

Ein interessanter Bericht, der einige Tücken der Energiewende in Schweden thematisiert, und der auch Lehren für Deutschland bereithält.

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Jetztzeit/Coronazeit 10-8 – Einige Überlegungen zum Transformationskapital

Bisherige Beiträge zur gegenwärtigen Krise:

Jetztzeit/Coronazeit 10-1: „Ignoranz von Zusammenhängen“

Jetztzeit/Coronazeit 10-2: „Gemeinsamkeiten der drei Krisen“

Jetztzeit/Coronazeit 10-3: „Erbitterte Auseinandersetzungen auf der Straße“

Jetztzeit/Coronazeit 10-4: „Irrationales und Interessen im Corona-Klassenkampf“

Jetztzeit/Coronazeit 10-5: „Kapitalinteressen im Corona-Klassenkampf“

Jetztzeit/Coronazeit 10-6: „China ist der maßgebliche staatliche Akteur bei der Inszenierung der Corona-Pandemie

Jetztzeit/Coronazeit 10-7: „Das „Transformationskapital“ als maßgeblicher Akteur der Inszenierung der Corona-Pandemie“

Jetztzeit/Coronazeit 10-8: „Einige Überlegungen zum Transformationskapital“

Der  Untergang des Realsozialismus (genauer: des sowjetisch geprägten Realsozialismus  als Weltmacht) leitete eine neue Epoche des Kapitalismus ein. Der linke Spruch: „Der Kapitalismus hat nicht gesiegt, er ist nur übriggeblieben.“ konnte vielleicht ein wenig trösten, zum Verständnis der neuen Prozesse aber hat er nicht beigetragen.

Die neue Epoche begann mit einem massiven/gesteigerten/beschleunigten  „Weiter so!“. Das betraf:

  • die Neoliberalisierung mit ihrer Zerstörung aller sozialen Bindungen (dabei besonders der organisierten Interessenvertretungen der Ausgebeuteten), der massiven Zunahme der Konzentration und Zentralisation des Kapitals und der radikalen Individualisierung.
  • die Globalisierung (zugleich Finanzialisierung) aller Reproduktionsprozesse
  • die Verwissenschaftlichung, genauer: die enorme Erhöhung der Produktivkraft- und Steuerungsmöglichkeiten bestimmter Wissenschaften und Technologien durch Erkenntnisfortschritte im Mikro- und Nanobereich, sowie einer IT-Entwicklung, die sich dem Quantencomputer nähert.

Die Entwicklungen vollzogen und vollziehen sich in hohem Tempo, zwar begleitet von Krisenerscheinungen (anwachsend ab der Jahrtausendwende) trotzdem ungebremst. In Summe scheint sich, bei zugleich tiefer Differenzierung innerhalb der Kapitalistenklasse, ein erneuerter Kapitalismus herauszubilden, ein sich jung dünkender Kraftprotz, der ankündigt, die bisherige Normalität über den Haufen zu werfen und sich selbst zu überfliegen. Elon Musk ist nur eine Personifizierung dessen.

Kleiner Exkurs: Ich meine, dass eine, vielleicht die entscheidende, Ursache dieser neuen Entwicklung im Superreichtum besteht als Ausdruck eines Grades der Konzentration und Zentralisation des Kapitals, der alle tradierten Dimensionen gesprengt hat. Heute verfügen einzelne Superreiche über Vermögen in dreistelliger Milliardengröße und bereits kleine Zusammenschlüsse auf dieser Ebene (wie z. B. beim New Yorker Milliardärstreffen von 2009 sichtbar oder vollends in der „Milliardärs-Internationale“, genannt „Giving Pledge“-Initiative) reichen an die Billionen-Dollar-Grenze heran und überschreiten sie.

Meine These ist, dass dieser Grad von Machtkonzentration die Interessenlage dieses Kapitals qualitativ verändert. Die Generierung von Maximalprofit ist jetzt auf der Basis der verfügbaren Finanz- und Politikinstrumente fast zum Selbstläufer geworden. Die neue Herausforderung besteht in der Etablierung von ALLMACHT. Dieser Vorgang hat drei Komponenten:

  • Vergöttlichung der Machtinhaber (Impfgott Gates)  
  • Verwandlung ihrer bisherigen Zuarbeiter/Serviceleister in Priester (Hohepriester Rahmstorf, Drosten)
  • Verwandlung aller Übrigen in Opferbringer und Anbeter.

Wem diese Überlegungen „heutzutage völlig unglaublich“ erscheinen, der möge sich geschichtliche (auch zeitgeschichtliche) Parallelen bewusst machen. Die Vergöttlichung der Macht und der sie innehabenden Personen ist ein zu allen Zeiten und in allen (Klassen-)Gesellschaften zu beobachtender Vorgang. Heute wird dieser Prozess durch dem jeweils letzten Schrei der „exakten Wissenschaft“ gestützt (Transhumanismus). 

Charakteristisch und neuartig ist ein hoher Ausprägungsgrad von „Klassenbewusstsein“ der politisch-ökonomisch Mächtigsten, ausgedrückt in dem Bonmot: „Ja, es ist Klassenkampf, und meine Klasse, die der Superreichen, gewinnt.“

Kurzzeitig in den Stand der einzigen politischen, ökonomischen und militärischen Weltmacht gesetzt, über prinzipiell neue (und sprunghaft wachsende) Technologien der Kontrolle und Steuerung der gesamten Menschheit verfügend, stellten sich mächtige Kapitalistenkreise die Aufgabe, den Erfolg des Kapitalismus als Weltsystem auch unter den Bedingungen einer erwarteten Katastrophe zu garantieren. Diese Kapitalisten haben begonnen, „das Ganze“ zu denken und selbst das „eherne Gesetz“ des unbegrenzten Wachstums in Frage zu stellen. Dabei ordnen sie alles, wie eh und je, ihrem uneingeschränkten Profit- und Machtinteresse unter.

Die Entwicklungsprobleme der Menschheit werden seit Jahrzehnten untersucht („Die Grenzen des Wachstums“, 1972). Unterschiedliche Handlungsalternativen wurden vorgelegt. Seit rund zehn Jahren (2009/2010, siehe hier) ist man – mit langem Atem  – zur politischen Realisierung übergegangen. Der Begriff der „Großen Transformation“ wurde hoffähig. Die Langfristigkeit und Komplexität des Vorgehens wurde weitgehend verdeckt, ein Grund dafür, dass Aufklärung und Kritik schwach blieben und mit Erfolg als Verschwörungstheorie, rechtsextrem oder antisemitisch abgetan werden konnten.

Der Corona-Ausnahmezustand des Jahres 2020 hat nicht nur mit einem Schlage den fundamentalen Charakter der Transformation erkennbar gemacht sondern vor allem auch bewiesen, dass die menschenfeindliche Umgestaltung des gesamten gesellschaftlichen Lebens auf Biegen und Brechen mit allen Mitteln vorangetrieben wird.

Es ist konkreter zu betrachten, in welchen Richtungen, mit welchen inhaltlichen Hauptpositionen und mit welcher Schrittfolge die Große Transformation vorangetrieben wird. Zu diesen Fragen bringt immer wieder Norbert Häring erhellende Beiträge. Und natürlich ist den Gegenkräften oder zumindest modifizierenden Kräften der Großen Transformation die Aufmerksamkeit zu schenken.

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Fundstück – 21.7.2020 – BLM aus der Sicht des Saker

„Ich spreche davon, wie die US-Gesellschaft mit einer heftig gegen die USA gerichteten Koalition von Minderheiten umgehen wird, die dieses Land und alles, gut und schlecht, wofür es in der Vergangenheit stand, hassen. Im Moment begehen die US-Eliten nationalen Selbstmord, indem sie sich nicht nur nicht widersetzen, sondern auch die Schläger der BLM und alles, wofür sie stehen, aktiv unterstützen: BLM & Co. erinnern mich an die Ukronazis, deren Hauptausdruck der nationalen Identität darin besteht, alles Russische zu hassen – die BLM-Schläger tun dasselbe: ihre gesamte Weltsicht ist reiner Hass auf den hetero-weißen Mann und die westliche Zivilisation; und so wie die Ukies sich gegenseitig mit Geschichten über die „alten Ukros“ verwöhnen, stellen sich die BLM-Leute vor, dass sie die USA irgendwie in eine Art Wakanda verwandeln werden, bevor sie all diejenigen vertreiben (oder noch schlimmer), die nicht bereit sind, ihr Land an umherziehende Banden von analphabetischen Schlägern auszuliefern.“

(Quelle)

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