Warum ich mich als Goy mit einem ‚inner-jüdischen‘ Streit beschäftige

von Ulrike Clara Luise Simon alias Clara S.

Nach meiner Beschäftigung mit Gilad Atzmons Büchern ‚Der Wandernde Wer‘ und ‚Being in Time‘ sowie meinem ausführlichen Gespräch mit ihm drängen sich immer wieder drei Fragen in den Vordergrund:

  1. Sollten wir Goyim diese ganze Angelegenheit nicht lieber den Juden selbst überlassen und uns raushalten?
  2. Warum wird gerade von jüdischen Antizionisten so vehement versucht, Gilad Atzmons Ansichten einer öffentlichen Debatte zu entziehen?
  3. Welche Haltung nehme ich persönlich zu dieser Debatte ein?

 

Zu 1: Ist die ganze Debatte eine rein inner-jüdische Angelegenheit?

Ich möchte zunächst daran erinnern, wieso ich in die ganze Sache hineingezogen wurde: Mir waren eigentlich jüdische Angelegenheiten hierzulande ziemlich gleichgültig, auch ob jemand, mit dem ich zu tun habe, Jude ist oder nicht. Ich bin selbst dann nicht auf die Idee gekommen, wenn so ein Gedanke nahegelegen hätte, wie mir erst kürzlich bewusst wurde; ironischer-weise nachdem man mich indirekt des Antisemitismus beschuldigt hatte. In meiner Wahrnehmung war der Antisemitismus in Deutschland weitgehend überwunden, auch wenn er da und dort noch aufflackerte.

Mein Zorn wurde geweckt, als mir 2014, 100 Jahre nach Beginn des 1. Weltkrieges, im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine die Notwendigkeit einer starken Friedensbewegung mehr als bewusst wurde, ich die Montagsmahnwachen beobachtete, die Initiative ‚Friedenswinter‘ begrüßte und dann feststellen musste, dass die aufkeimenden schwachen Flämmchen fast ganz ausgelöscht wurden. Und warum? Wegen des Vorwurfs an einen Teil der Bewegung, Holocaust-Leugner zu sein, und der daraus folgenden ‚Kontaktsperre‘ und Spaltung, die, so muss ich zugeben, auch bei mir zunächst Wirkung zeigte. Sogar oder ausgerechnet der Parteivorstand der ‚Linken‘ hatte dazu ja einen entsprechenden Anti-Querfront Beschluss gefasst. Nach drei Jahren Auseinandersetzung mit dem Querfront-Thema, welches aus meiner Sicht eine extrem anti-aufklärerische Atmosphäre schuf und viele wichtige Stimmen in Misskredit brachte, andererseits aber ja auch nicht mehr so stark zu ‚ziehen‘ schien wie am Anfang, setzten 2017 die Ereignisse um die Karls-Preis Verleihung an Ken Jebsen doch wieder ‚eine Schippe drauf‘: nämlich eine weitere Spaltung. Nach anfänglichem Erfolg teilte sich die als ‚Querfront‘ diffamierte Gruppe in der Auseinandersetzung um die Person Gilad Atzmon noch einmal.

Das konnte in meinen Augen doch nicht wahr sein! Meinungsfreiheit für alle? Selbstverständlich. Aber doch nicht für ‚menschenverachtende Antisemiten‘! In denjenigen, die sich mit diesem ‚Brunnenvergifter‘ befassen wollten, sei der immer schon latente Antisemitismus der ‚Deutschen‘ aufgeweckt worden. Zu massiven anti-jüdischen Ausschreitungen sei nun der Weg nicht mehr weit. Das waren sinngemäß die Antworten, die ich bekam, als ich Meinungsfreiheit auch für Atzmon einforderte. Wieder ging es bei der Spaltung um eine jüdische Frage, diesmal um eine ‚inner-jüdische‘. Die Lösung: Streit vermeiden, sich aus inner-jüdischen Auseinandersetzungen heraus halten, die Einladung Atzmons als Fehler werten?

Aber zurück zum Ausgangspunkt: Mir geht es um Friedenspolitik und Antiimperialismus, Klima-/ Umweltschutz und um soziale Gerechtigkeit, was immer man darunter genau verstehen mag. Und auch beim letzteren Thema gibt es ‚jüdische Torwächter‘. Der Rechtspopulismus sieht die Lösung in festen Grenzen und Verhinderung der Zuwanderung. Im ‚linken Diskurs‘ gilt eine national orientierte Wirtschafts- und Sozialpolitik als reaktionär. Jede/r Linke, der es wagt, an dieser Vorstellung zu kratzen, wie z.B. Sarah Wagenknecht, wird sofort als ‚Rechte/r‘, also potentieller Nazi und somit Antisemit in Misskredit gebracht. Die AfD mit ihrem neoliberalen Programm steht als Hauptgefahr im Raum und erfüllt ihre Funktion, die Opposition zu kanalisieren, prächtig. Was wir dem globalen Finanzkapitalismus entgegensetzen können und wollen wird innerhalb eines vorgegebenen Rahmens diskutiert. So ist kein wirklicher Erkenntnisfortschritt möglich.

Fassen wir zusammen: Die grundlegende Kritik am heutigen Zustand der Welt, die Suche nach Alternativen und das Entstehen einer breiten Bewegung werden u.a. durch den Antisemitismus- und Holocaust-Leugnungs-Vorwurf ziemlich erfolgreich abgewehrt, nicht nur in Deutschland. Wir sind alle mit der Abgrenzung voneinander im Sinne der ‚reinen Lehre‘ und politischer Korrektheit beschäftigt, anstatt an einem Strang zu ziehen. Die ‚Antisemitismus-Keule‘ erfüllt ganz klar eine Herrschaftsfunktion (vergl. dazu auch den Artikel ‚Staatlich verordneter Antisemitismus‘ von Rudolf Bauer). Deswegen gilt es für ‚Humanisten‘ (dazu später mehr), diese Abwehr zu überwinden.

Das war mir bekannt. Aber dass es neben den ‚Antideutschen‘ kritische, antizionistische Juden sind, mit denen ich meinte, auf der gleichen Seite zu stehen, die sich hier als die schärfsten Erzengel betätigen, war mir neu und hat mich sehr erschreckt. Warum machen die da mit? Gibt es reale Grundlagen für deren Befürchtungen? Oder könnten nicht gerade die verhängten Tabus am Ende dazu führen, dass diese Ängste zur selbst-erfüllenden Prophezeiung werden?

 

Zu 2: Warum reagieren antideutsche und sogar jüdische antizionistische Gruppierungen mit Abwehr und Denkverboten? Wieso ist eine offene Debatte über all dies zurzeit nicht möglich? Haben wir nicht die gleichen politischen Ziele, wie ich bisher immer gedacht habe? Warum können wir nicht über die Differenzen reden?

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Zweitfundstück – 13.2.2018 – multipolare Kriegsordnung?

Eigentlich ist dieses Fundstück schon zwei Tage alt. Und genau genommen war der Begriff „multipolare Kriegsordnung“ nicht zu finden, sondern ist eine Formulierung von mir.

Korrekt zitiert heisst es am Ende diesen Artikels von Jörg Kronauer:

„Die bewaffneten Kämpfe in der Region sind durch vielfache Interessengegensätze gekennzeichnet. Mit Frieden ist auch in einer multipolaren Welt wohl auf längere Zeit noch nicht zu rechnen.“

Ich halte den Gedanken, dass die von uns so sehr erstrebte multipolare Weltordnung vs. die imperialistisch-zionistische NWO, dass diese Weltordnung vielleicht nicht die erträumte dauerhafte Friedensordnung wird, für merkenswert.

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Fundstück – 13.2.2018 – „Wer zählt die Völker, nennt die Namen,…“*

„Sprechen sie syrisch wie Bashar Al Assad, sprechen sie saudisch wie Salman, sprechen sie russisch wie Kadyrov, oder persisch wie Hajj Qassem, äygptisch wie Abdel Fattah el-Sisi, afghanisch wie Abdullah oder ist es ganz anders?“

Quelle

*Quelle des Verses

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Alternativen in der Matrix

Konkrete Alternativen nicht in der Matrix, sondern zur Matrix selbst, also zum Zwecke ihrer Überwindung, sehe ich derzeit nicht. Es gibt zwar zahllose Gedankenspiele darüber, wie das zu bewerkstelligen sei, darunter bestimmt auch viel Vernünftiges, aber daran möchte ich mich jetzt nicht beteiligen.

Auch zögere ich ein wenig, weiterhin die metaphorische Bezeichnung „Matrix“ zu verwenden. Für mich ist sie vor allem eine Umschreibung für unseren Realkapitalismus, also für den weltweit agierenden Imperialismus der Gegenwart. Den konkret zu bestimmen ist schwierig genug (mir ist es nicht möglich) nach den Epochenerfahrungen seit 1989/90 bis hin zu den jüngsten Anstößen, die etwa Gilad Atzmon den Zionismus betreffend gegeben hat.

Für gesichert halte ich vier Dinge:

  1. Die Bais auch der Matrix, wie jeder Gesellschaft, ist die materielle Produktion, der Stoffwechselprozess der Menschen mit der Natur. Der Mensch ist Naturwesen und muss sich dementsprechend reproduzieren.
  2. Die materielle Produktion im Kapitalismus folgt grundsätzlich (doch es gibt zahlreiche Ausnahmen) den Gesetzen der privatkapitalistischen Ausbeutung (Marx) mit dem Ziel des Maximalprofits des Kapitalisten.
  3. Der Kapitalist sichert sein ausbeuterisches System mit Macht und Gewalt aller Art. Dabei verfährt er zwar (je nach seiner Erfahrung) differenzierend, mehrgleisig aber am Ende doch nach dem deutschnationalen Mantra: „Klotzen, nicht kleckern!“, will sagen, mit totalem Anspruch.
  4. Zum Wesen jedes Menschen gehört grundsätzlich seine Möglichkeit zur Freiheit und damit prinzipiell zur (gemeinschaftlichen) Erarbeitung selbstbewusster Entscheidungen gegen von Anderen (von Kapitalisten und Mächtigen) herangetragene (totalitäre) Ansprüche.

Mit diesem vier Dimensionen ist gesagt, dass unsere realkapitalistische Gesellschaft zweifach gespalten ist. Politökonomisch gibt es die Ausbeuterklasse (+ Helfer) und die ausgebeutete Klasse. Politisch gibt es die Mächtigen (+ Helfer) und die Machtlosen. Ich erlaube mir hiermit eine etwas andere Akzentuierung als die bekannte Dichotomie von Bourgeoisie und Proletariat.

Hatte ich eingangs zugegeben, dass ich derzeit keine konkreten Möglichkeiten sehe, Ausbeutung und Herrschaft zu beseitigen, vertrete ich doch mit aller Entschiedenheit den Standpunkt, dass bei allen Überlegungen und Anstrengungen für Alternativen innerhalb des Systems der gesamtgesellschaftliche Charakter von Ausbeutung und Entmächtigung/Ohnmacht nicht ausgeblendet werden darf, sondern im Gegenteil stets analysiert und reflektiert werden muss. Ausbeutung und Entmächtigung/Ohnmacht als gesellschaftsbestimmende Realität müssen immer wieder neu bewusst gemacht werden und mehr noch: Jede (systemimmanente) Alternative muss direkt auf die Schwächung, Verringerung, Zermürbung, Überflüssigmachung usw. von Ausbeutung und Ohnmacht gerichtet sein. Ist sie das nicht, trägt sie wider Willen letztlich zu deren Stabilisierung=Stabilisierung der Matrix bei.

Einen Aspekt des Gesellschaftsantagonismus möchte ich hervorheben: Der Antagonismus von AusbeuterInnen/Ausgebeuteten, von MachthaberInnen/Ohnmächtigen tritt im gewöhnlichen Leben als Konflikt zwischen Personen in Erscheinung. Sie sind (objektiv, nicht unbedingt subjektiv) unversöhnliche Feinde – aber nur als Träger (bzw. Beauftragte) der jeweiligen Funktionen, Kapitalverhältnisse, Rechtsverhältnisse. Sind sie aus diesen Funktionen entlassen, sind die entsprechenden Verhältnisse beseitigt worden, entfällt die Substanz für die Feindschaft der beteiligten Menschen gegeneinander. Das ist der Standpunkt der Kommunisten, von Marx und Lenin, der auch mit vielen politischen Maßnahmen etwa der DDR befolgt wurde. Die „Klassenfeinde“ unabhängig von der Klassenrealität als feindliche Personen zu verfolgen ist die Herrschaftsstrategie des Stalinismus (für die es in der Politik der DDR ebenfalls Beispiele gibt), bis hin zum Extrem des Massenterrors der Stalin, Mao und Pol Pot.

Alternativen innerhalb des Realkapitalismus auf dem großen Feld der materiellen Produktion und Konsumtion gibt es in großer Zahl. Sie sind basisnah, bedürfnisorientiert, profitfeindlich und solidarisch gestaltet. (Hier im Blog gibt u.a. Willi Übelherr ständig konkrete Hinweise auf solche Potentiale.) Als Jemand, der zehn Jahre für ein (letztlich gescheitertes) ökologisches Siedlungsprojekt in der Uckermark intensiv gearbeitet hat, schätze ich die realisierbaren Möglichkeiten alternativen Arbeitens/Produzierens und Zusammenlebens hoch ein. Erfolge sind erreichbar, obwohl sie nicht der alleinige Maßstab sind. Misserfolge oder auch Scheitern widerlegen nicht die Möglichkeiten. Immer machen die Engagierten unersetzbare Erfahrungen und erhalten Anstöße zum Weiterdenken und tieferen Begreifen des Notwendigen.

Ein hart begrenzender Faktor alternativen Arbeitens und Lebens ist, dass der persönliche (und ggf. familiäre) Unterhalt erwirtschaft werden muss.

Demgegenüber wird meiner Ansicht nach viel zu wenig Aufmerksamkeit auf die Praktizierung alternativen (gemeinsamen) Denkens und Kommunizierens und schließlich Organisierens gerichtet. Obwohl Aktive diese Seite ein gutes Stück entwickeln könnten, ohne bereits aus dem „normalen“ Arbeitsprozess aussteigen zu müssen. Und obwohl meiner Überzeugung nach die Übung entsprechender Fähigkeiten innerhalb des Systems eine (vielleicht DIE?) entscheidende subjektive Voraussetzung ist, um eines Tages das ganze System überwinden zu können. Mensch kann und sollte und müsste so arbeiten, meine ich, dass er/sie innerhalb des Systems allmählich alltäglich Schrittchen für Schrittchen vorwärts gehen, so dass eines Tages der Schritt über das System hinaus zur Tagesaufgabe wird.

Beispiele für schon heute völlig unnötige Defizite:

  • Alternative Informationsarbeit.

Wir haben (dafür Dank!) eine Reihe Medien, die gegenüber den Lügen- und Manipulationsmedien des Klassenfeinds die „andere Seite“ zu Wort kommen lassen. Sie haben den Anspruch, gemäß der objektiven Wahrheit zu informieren und zu orientieren und lösen den auch über weite Strecken ein. Ich nenne, ohne Vollständigkeit zu beanspruchen, junge Welt, Nachdenkseiten, KenFM, Rubikon, Infosperber in der Schweiz. Diese sind also eine Alternative.

Doch wehe, Du Leser-Popel hast mal eine andere Auffassung als die Herren oder Damen Alternativmedienchefs. Wehe Du möchtest Deine Meinung in „Deinem Medium“ (das Du gerne zusätzlich finanzierst) zur Diskussion stellen. Fehlanzeige (Ausnahme KenFM)! Du erlebst, dass Dein Leserbrief nie veröffentlicht wird. Eine Kommentarfunktion ist erst gar nicht vorgesehen. Ja beim Rubikon – angeblich „Magazin für die kritische Masse“ – wurde uns kürzlich live vorgeführt, dass eine giftige Position veröffentlicht wurde und zugleich dem Angegriffenen jede Entgegnung verweigert wurde. Das ist dem Wesen nach finstere Meinungsdiktatur (mit dem komischen Nebenaspekt, dass sie aus einer winzigen Nische heraus erfolgt), vermutlich mit dem guten Gewissen stets einen kurzen Draht zur „Hauptverwaltung Ewige Wahrheiten“ (Robert Havemann) zu haben.

Das ist das Gegenteil von maximal möglicher Aufklärung innerhalb der Matrix mit der Zielrichtung über die Matrix hinaus. Nicht nur ein Fehler; es ist das Gegenteil!

Das Problem eines wirklich freien und strukturierenden gesellschaftsweiten Diskussions-/Selbstverständigungsprozesses, zu dem erstmals das Internet alle informationstechnischen Voraussetzungen liefert, habe ich hiermit noch gar nicht angesprochen. Ich hoffe, dass „Human Connection“ hierzu einen Beitrag leisten wird.  (Siehe Button oben im Blog, sowie hier:

  • Alternative Organisationen.

Sie nennen sich NGO oder NRO, der richtige Begriff vieler von ihnen ist RHO – „Regierungs-Hilfs-Organisationen“.

Es geht um das ausgedehnte Feld der „Zivilgesellschaft“. Niemand hat meines Wissens bisher analysiert, welcher Anteil der Finanzmittel und der „man power“ der deutschen Geheimdienste (weit über eine Milliarde Euro jährlich werden ausgewiesen) in bestimmte zivilgesellschaftliche Organisationen fließt. Welche Mittel aus staatlichen, staatsnahen und privaten Quellen beziehen diese „Interessenvertretungen der Bürger“ (in denen tatsächlich viele ehrliche, selbstlose Bügerinnen und Bürger engagiert sind)? Wer analysiert die Karrieren der maßgebenden Funktionäre solcher Organisationen, nicht selten Multifuktionäre über Jahre und Jahrzehnte? Wer schätzt kritisch ein (nun wird es spitzfindig) die inneren Regelungen, Satzungsverhältnisse und tatsächlichen Abläufe etwa einer solchen tollen Polit-Event-Organisation“, wie „Campact“ oder von „IALANA“?

Manchen mag hier die Allgemeinheit meiner Fragen stören. In diesem Fall empfehle ich, einfach mal im Blog zu stöbern, z. B. mit den Suchbegriffen RHO, Transparenz, ITZ oder auch Campact, IALANA, Reiner Braun aber auch Human Connection.

Die politische Bedeutungslosigkeit der wirklichen Systemgegner des modernen Imperialismus hat viele Namen. Einer davon ist Selbstbeschränkung.

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Hey, ich mache eine kurze Pause – und das ungern.

Ungern, weil die Diskussionen gerade so spannend sind. Doch ich ermahne mich: „Reg Dich ab, sie sind es in drei Tagen auch noch!“

Solange bin ich nicht im Internet. Freu mich schon auf die vielen gescheiten Kommentare, denen ich dann hinterherrennen muss.

kranich05

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Matrix. Alternative.

Alternative zur Alternative; Spiegel im Spiegel; Spiel über Bande über Bande über Bande.

Es scheint immer dasselbe zu sein. Jüngstes Beispiel: Rubicon. Ein frisches alternatives Medium erscheint, begeistert uns. Endlich! Doch es hat noch kaum eine Saalrunde absolviert, da zeigt es schon sein hässlichstes Instrument – den Maulkorb.

Die Metapher „Matrix“, die Analitik diskutiert, macht Manches verständlicher. Analitik erläutert, dass wir in der Matrix gefangen und damit Sklaven des Systems seien. Der Gedanke ist nicht neu. Wir kennen „Das Schweigen der Lämmer“. Doch unser Gefangensein in der Matrix endet nicht mit dem Durchdenken der Matrix. Das Dasein der Lämmer endet nicht damit, dass Lämmer reflektieren.

Der Film „Die Matrix“ und Analitik meinen, dass „Wahrheit“ und „Liebe“ uns (über mehrere geistige Tode und Wiedergeburten) zu den Auserwählten machen würden, die das System besiegen können.

Nicht erst seit Atzmons Provokationen hasse ich das AUßERWÄHLTSEIN. Es ist die Kehrseite des UNTERMENSCHEN. Und nicht nur die geistigen Prozesse des „Wahrheit Findens“ und „Liebe Erfahrens“ machen den Menschen frei (obwohl er ohne sie nicht frei werden kann). Frei wird der Mensch – jeder nicht auserwählte Mensch! – und zu unbezwingbarer vernünftiger Kraft kommt er durch seine praktisch-lebendige Verbindung zu Mutter Erde und zum Licht der Sonne – praktisch-lebendig, also sozial, niemals als Vereinzelter.

Das ist zunächst eine Antwort auf metaphorischer Ebene. Was kann sie praktisch bedeuten?

Der Kampf um die Wahrheit – der freie Meinungsstreit, der aufklärende Austausch sind notwendig, doch sie bleiben im Ideellen. Zur materiellen Gewalt werden sie, wie Marx es aussprach, wenn sie „die Massen ergreifen“. Allein der heisse Wunsch der „Ideenträger“, der „Erzieher“ (Marx), reicht keineswegs, um die Massen zu mobilisieren. Die guten Ideen müssen auf die Interessen der Massen treffen, die eng mit ihrer materiellen Lage verknüpft sind.

Die Kommunikationsebene soll nicht verlassen werden, Freiheit der Meinung ist zwingend notwendig. Sie selbst aber ist nicht der Inhalt. Der Inhalt, der materielle Unterbau (ausgedrückt vornehmlich in konkreten Interessen) ist das innere Maß der frei geäußerten Meinung. Er ist der innere Gehalt all der heftigen ideologischen Kriege, einschließlich der  persönlichen Animositäten. Der Inhalt in seiner Interessenbestimmtheit muss diskutiert werden, im besten Fall bis zur Einigung auf Aktionen.

Meine These ist, dass die real praktizierte Meinungsfreiheit in unserer bürgerlichen Gesellschaft (ausdrücklich der „linke Diskurs“ eingeschlossen) deshalb immer wieder so unergiebig ist, immer wieder in Sackgassen gerät, die dann zu Feindschaften und Spaltungen führen, weil die Interessenbestimmtheit der Akteure in geradezu sträflicher Weise ignoriert wird.

2 x 2 ist zwar 4, wenn aber dieses Ergebnis nicht gewünscht ist, werden „überzeugende“ Argumente vorgebracht, dass 2 x 2 = 5 ist. Sollte 2 x 2 = 4 nicht irgendwelchen, sondern MÄCHTIGEN Interessen schaden, wird die Medienphalanx, werden Denkfabriken und zahllose Experten das Gegenteil beweisen.

Wenn der Glyphosatproduzent begründet, dass der massenhafte Einsatz von Glyphosat ein Segen ist, wird selbst Klein-Erna vermuten, dass dahinter Profitinteressen stehen könnten.

Wenn die wissenschaftliche Studie einer Universität begründet, dass der massenhafte Einsatz von Glyphosat ein Segen ist, wird eine aufgeweckte Klein-Erna vielleicht noch wissen wollen, ob die Universität Drittmittel (falls Erna diesen Begriff versteht) vom Glyphosatproduzenten bekommt.

Wenn die Umweltschutzorganisation, für die Klein-Erna spendet, begründet, dass der massenhafte Einsatz von Glyphosat ein Segen ist, wird Klein-Erna sich als beruhigtes Lamm seiner Spielwiese erfreuen.

Wir werden von denen, die dazu die Macht haben! lückenlos überwacht. Das ist Lebensrealität. Auf der Grundlage der erhobenen Massendaten werden wir (jeder Einzelne) und unser gesamtes Verhalten modelliert (von denen, die dazu die Macht haben!). Die Modellierungen, die ein hohes Maß an Gültigkeit erreicht haben, werden in hohem Tempo vervollkommnet. Zur Steuerung der Individuen-Modelle in ihren Interaktionen werden die faktisch unbegrenzten Kapazitäten (und Erfahrungen) des wissenschaftlich-geheimdienstlichen Komplexes eingesetzt (von denen, die dazu die Macht haben!).

Und wir führen unsere Diskurse nach den Regeln, die vor rund 250 Jahren entwickelt wurden. Die Situation ist hanebüchen; trotzdem kein Grund zur Depression. Der Mensch ist zur Freiheit fähig. „1984“ kann eine warnende Utopie bleiben. Das erfordert aber, Schlussfolgerungen zu ziehen. An die erste Stelle gehören dabei Schlussfolgerungen für den offenen Diskurs, die die wirkenden Interessenhebel der Macht, sichtbar machen oder zumindest neutralisieren können.

Im zweiten Teil versuche ich einige einfache Vorschläge in diesem Sinne zu formulieren.

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Kunst. Versteht doch jeder!

ciudad (avenidas)

avenidas
avenidas y flores

flores
flores y mujeres

avenidas
avenidas y mujeres

avenidas y flores y mujeres y
un admirador

(ciudad = Stadt, avenidas = Alleen/Straßen, flores = Blumen, mujeres = Frauen, admirador = Bewunderer, y = und)

Der Dichter ist Eugen Gomringer.

Die Malerin ist PMB.

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