Klimawandel – Standpunkt, Fragen und Besorgnisse von Ulrike Simon zu unserer Diskussion

Der Opablog ist für mich wichtig. Hier herrscht ein Grundkonsens zu Themen wie Anti-Nato, gute Beziehungen zu Rußland, Anti-Kapitalismus, Antiimperialismus, der Forderung nach einem guten Leben für die 99 %. Es gibt große Meinungsverschiedenheiten zur Analyse der Verhältnisse und ihrer Ursachen, in Bezug auf Wege der Transformation unserer Gesellschaft hin zu diesem guten Leben und natürlich auch bei der Definition dieses guten Lebens, Einigkeit jedoch darüber, dass man sich auf der Suche der Wahrheit, was auch immer das sein mag, in der Gesellschaft und auch im Blog ausgiebig „streiten“ kann, will und muss.

Deswegen habe ich die Seite regelmäßig gelesen, und mich auch bisweilen mit eigenen Beiträgen beteiligt. In letzter Zeit war Pause. Stammleser werden sicherlich wissen, dass ich in einem genossenschaftlich organisiertem Nahwärmeprojekt stark engagiert bin: Auch über das Projekt wurde hier diskutiert, vornehmlich darüber, ob und inwiefern es einen Beitrag zu den von uns als notwendig erachteten gesellschaftlichen Veränderungen leistet. Und sicher ist dieser Aspekt auch ein Grund für mein Engagement. Immer gehört/e dazu aber auch mein Wunsch, einen wirklichen Beitrag zur Energiewende und zur Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels zu leisten.

Mein Projekt brachte und bringt mich leider bis an die Grenzen meiner psychischen und physischen Leistungsfähigkeit. Ich lebe in dem Bewusstsein, das Richtige im Falschen zu tun.

Und stelle nun fest, dass ein menschengemachter Klimawandel von vielen Teilnehmern dieser Blog-Gemeinschaft stark bezweifelt, wenn nicht sogar vehement bestritten wird. Das trifft mich sehr.

Kommentator Albrecht Schmiedel ist ein Mensch, der sich offensichtlich schon sehr lange (u.a.) mit der Klima-Thematik befasst. Er stellt die (naturwissenschaftliche) Wahrheitsfindung und die Frage in den Mittelpunkt, worauf mein Vertrauen aufbauen kann, bestimmten Menschen eher Glauben zu schenken als anderen. Das ist ein zentraler Punkt, und das war ja hier schon in verschiedenen Zusammenhängen mehr als einmal Thema.

Dass ein Botschafter vielleicht als arrogant und besserwisserisch ankommt oder als jemand, der zum x-ten Mal das Ende der Welt heraufbeschwört, kann ich nicht als inhaltliches Argument gelten lassen: Was hat die Art und Weise der Botschaftsverkündung mit den Inhalten zu tun (siehe Umgang mit Assange)? Und beschwören wir den möglichen Weltuntergang nicht auch mit unserer Warnung vor einer menschengemachten nuklearen Katastrophe?

Mich würde jedoch auch die politische Brisanz interessieren: ich kann die Diskussion falsch verstanden haben – ist es richtig, dass die Frage des menschengemachten Klimawandels für die Kommentatoren eine ähnliche Propagandalüge darstellt wie die offizielle Version von 9/11?

Die politische Herrschaftsfunktion von 9/11 wurde ja unter anderem von Daniele Ganser sehr gut herausgearbeitet – selbst wenn die offizielle Version stimmt, die Welt nach 9/11 ist eine fundamental andere als davor.

Inwiefern gilt dies für die Kommentatoren auch für die These vom anthropogenen Klimawandel bzw. überhaupt der Frage, ob es überhaupt eine Erderwärmung gibt (was ja im Übrigen auch gerade von Putin in Bezug auf die Arktis durchaus mit Sorge konstatiert wurde)?

Für mich ergibt sich aus der Klimawandelthematik kein Widerspruch zu meinen sonstigen politischen Überzeugungen. Im Gegenteil.
Dass das Imperium die totale Kontrolle über die fossilen Rohstoffe sucht, ist sicher eine, wenn auch nicht die einzige Ursache für die Zerstörung Libyens, des Nahen Ostens und den jetzigen Angriff auf Venezuela. So kann es doch nur sinnvoll sein, fossile Energien ersetzen zu wollen, mit oder ohne Klimawandel.
Das gilt m.E. auch in Bezug auf die Möglichkeiten für die Bürger, ihre energetische Daseinsvorsorge selbst mit zu kontrollieren.

Dass eine Greta Thunberg hofiert wird, heißt nicht, dass ihre politischen Forderungen ernst genommen werden. Dass jetzt soziale Bewegungen wie die Gelben Westen als rechtsradikal und umweltschädigend dargestellt werden, weil sie niedrige Benzinpreise fordern, ist andererseits kein Grund, die Notwendigkeit einer Energiewende in Zweifel zu ziehen. Hier geht es doch darum, dass, wie auch sonst, die sozialen Belange der betroffenen Menschen nicht ernst genommen werden. Das Ausspielen einer politischen Frage gegen eine andere ist doch nichts anderes als das auch sonst übliche „teile und herrsche“. Ein Spiel welches niemand gezwungen ist mitzumachen.

Es ist mir bewusst, dass das Thema staatliche Subventionen ein Minenfeld ist. Trotzdem kann ich nichts Grundsätzliches gegen mehr staatliche Infrastrukturprogramme zur Beförderung der Energiewende einwenden, selbst wenn der menschengemachte Klimawandel nicht bewiesen wäre. Erstens haben erneuerbare Energien, wie oben schon gesagt, viele Vorteile (über den Straßenverkehr haben wir dabei ja noch gar nicht gesprochen) und zweitens gäbe das ein Konjunkturprogramm, welches in der jetzigen Zeit nur nützlich und deutlich sympathischer als ein massives Aufrüstungsprogramm wäre. Und schon bin ich wieder bei einer der Grundsatzfragen, über die im Blog ja Einigkeit herrscht.

Deswegen nochmals meine Frage: Warum halten die Kommentatoren das Thema „menschengemachter Klimawandel“ für politisch so brisant, dass sie es als Grundsatzfrage betrachten, welche sozusagen dem linken Diskurs an der Wurzel entrissen werden und vollkommen ins Lager des politischen Gegners verlegt werden muss? Warum sieht man es nicht als ein weiteres Thema, in dem es darum geht, über gangbare Wege und gefährliche politische Fehlentwicklungen zu sprechen?

Oder verstehe ich die ganze Diskussion nicht richtig?

Ulrike Simon (Clara S.)

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Ein Leckerbissen für Freunde der Ironie

Analitik

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Ob der Begriff „Dekadenz“ Zukunft hat?

Dat is sehr unscharf gefragt.

Ob irgendwelche Modehampel oder FDP-ler „Decadence“ gebrauchen, interessiert mich nicht. Ich frage, ob der Begriff Erkenntniswert hat bzw. wieder erlangen kann (Erkenntniswert für ’nen Marxisten-Leninisten).

Ausgelöst wird meine Frage u.a. hierdurch, immer wieder mal durch ihn, auch  durch ihn. Auch er sagt viel Vernünftiges, zumindest Interessantes.

Und weit und breit keine linke Stimme auf der Höhe der Zeit.

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Fundstück – 18.4.2019 – Furcht

„Man könnte den Menschen zum halben Gott machen, wenn man ihn durch Erziehung alle Furcht zu nehmen suchte. Nichts in der Welt kann den Menschen sonst unglücklich machen, als bloß und allein die Furcht.“

Friedrich Schiller

Gefunden über Hubertus Schendel (Deutsches Lied)

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Schwarzes Loch

Jüngst wurde von der wissenschaftlichen Großtat berichtet, dass man erstmals ein schwarzes Loch fotografiert habe. Abbildungen brauche ich hier nicht einzustellen, denn sie sind überall im Netz zu finden. Es sind etwas undeutliche aber hübsche Bilder. Mich erinnern sie an abstrakte Kunst. Jedoch hat etwa Hermann Glöckner, der DDR-Altmeister abstrakter Kunst, unvergleichlich schönere Kompositionen geschaffen.

Was ein schwarzes Loch ist, verstehe ich nicht; wie so Vieles, was mit Kosmologie, theoretischer Physik und Mathematik zu tun hat. Z. B. ist die Masse im schwarzen Loch sehr dicht. Die Erdmasse hätte unter diesen Bedingungen im Raum eines Kirschkerns Platz. Alles klar? Etwas beruhigend finde ich, dass das fotografierte schwarze Loch weit weg ist – viele Millionen Lichtjahre. Es gibt aber welche, die uns näher liegen, z. B. nur 27.000 Lichtjahre. Das kann man sich schon prima vorstellen. Oder?

Es gibt aber auch schwarze Löcher in nächster Nähe, nur wenige hundert oder tausend Kilometer entfernt. Die interessieren mich. Aber kaum jemand will Genaueres darüber wissen. In der BRD gibt es solch Loch,  in dem Jahr für Jahr ein bis zwei Milliarden Euro verschwinden. Das entsprechende Loch im UK verschluckt etwa zehn Milliarden jährlich. In den USA, Ehrensache, ist die Zahl noch viel größer – mindestens 100 Milliarden. Auch Israel hat schwarze Löcher. Eins heißt „Mossad“ und schluckt eine Menge, die ich überhaupt nicht beziffern kann.

Ist schon einmal berechnet worden, was alle diese Art schwarzen Löcher einsaugen? Es sind zweifellos mehrere hundert Milliarden Dollar. Das Interessanteste an diesen menschgemachten Schwarzlöchern ist aber, dass sie alles, was sie einsaugen auch wieder von sich geben. Die hunderte Milliarden Geheimdienstgeld werden keineswegs zu einem Gebirgeschatz aufgetürmt. Nein, sie fließen zurück, fluten das Leben, und das ganz und gar unsichtbar.

In Diktaturen ist das so. Und in Demokratien muss es offenbar genauso sein. Gleichmütig schieben wir den schwarzen Löchern die gewünschten Milliarden zu, arglos baden wir in den Strahlen der schwarzen Sonnen.

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Wann fährt Thunberg gen Himmel?

Die arme Kleine, der sie schon die Karwoche eingeläutet haben.

(Oder kriegt Hollywood ’ne andere Wendung hin?)

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Ich hab‘ leider mal wieder keine Ahnung – oder Update Notre Dame

kenne keine Fakten, kann keine Vergleiche ziehen. Und folglich kann ich keine Vermutungen anstellen, die auch nur halbwegs begründet wären. Das einzige, was aus gegebenem Anlass passiert, ist, dass ich nun für ein (für mich) neues Thema sensibilisiert bin. Der gegebene Anlass ist der Brand von Notre Dame.

Ein sensibilisierender Artikel ist vom 12.2.2019 und ist überschrieben: „Mehrere Kirchen in Frankreich geschändet – Bischöfe schweigen“.

Ein anderer sensibilisierender Artikel ist vom 25.3.2019 und hat den Titel: „In ganz Frankreich werden katholische Kirchen geschändet“. Bilder gibt es auch:

Als Ahnungsloser frage ich: Wie ist die langjährige Statistik und wie die jüngere Tendenz? Welche Täter wurden ermittelt? Welche Daten gibt es diesbezüglich für Deutschland?

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Und noch ein Artikel, vom 14.4.2019, 5 Uhr. Damit soll es erst einmal genug sein. Die Links habe ich allesamt aus dem Gelben.

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Dieses noch.

——————————- Update 17.4.2019

Wer geht nach „Notre Dame“ zur Tagesordnung über? Wer tut es nicht?

In dem eher „reaktionären“ Gelben Forum wird das Thema in mehreren Threads ausführlich und durchaus nicht einseitig reflektiert. Dort taucht sogar der Begriff „Dekadenz“ auf. Auf der Seite der Linken gibt es keinerlei Beachtung all dessen. (Ich bitte um Gegenbeweise.) Hier zeigt sich wieder die derzeitige Marginalisierung der Linken, ihre geistige Zurückgebliebenheit. Die Linke beweist immer wieder und immer noch ihre akute Unfähigkeit das Zeitalter zu denken. (Und ich glaube immer noch, dass das überwindbar ist und auch unbedingt überwunden werden muss.)

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