alltäglich

Ich könnte missmutig sein, gedrückter Stimmung.

Die Operation liegt fast drei Monate zurück. Sie ist gut verlaufen. Ich bin „postoperativ“. Das ist anders als vorher. Anscheinend bleibt es anders. Was Kraft erfordert, egal ob physische oder psychische, wird zur Last. Manchmal nach zwei Stunden. Manchmal schon beim bloßen Gedanken an nötige Aktivität.

Damals hatte ich überlegt, dass sich Einiges gründlich ändern würde. Summa Summarum erwartete ich, in die Zielgerade einzubiegen. Heute erfahre ich anscheinend, dass ich in die Zielgerade eingebogen bin. Erwartung und Erfahrung sind ganz verschiedene Dinge.

Mein Herz hatte viele Jahrzehnte unbemerkt gearbeitet. Jetzt ist es ein Partner, mit dem ich täglich rede. Oder er mit mir.

So stehe ich irgendwo in meinem Garten und entdecke, dass unbemerkt das Pflänzchen „Missmut“ gekeimt ist. In meinem/unserem Garten – wer es noch nicht weiss – haben die Unkräuter („Wildkräuter“) eine gewisse Chance, eine begrenzte. Tolerant gegen das Kraut „Missmut“ bin ich trotzdem nicht. Aber dass es gekeimt hat, macht mich wacher. Wenn denn tägliches Gespräch mit dem Herzen, dann bitte ein ruhiges, unaufgeregtes.

Über dem Garten liegt hell und warm die Sonne. Alles leuchtet.

Auch Schattenstellen gibt es genug. Der Wind ist lebhaft. Die Luft in diesem Frühling, der schon viel Sommer vorwegnimmt, ist klar und leicht.

Den Ruf des Gartens: „Tu das! Tu jenes!“ habe ich immer gehört und bin ihm oft gefolgt. Jetzt höre ich, wie der Garten sagt: „Schau mal, wie schön ich bin. Hier und da und erst da hinten. Nimm Dir die viele Zeit zum Schauen und Lauschen“.

Ich bin jetzt nicht immer der Macher und werde mehr Gast. Ich lasse mich vom Garten beschenken.

Auch Mrs. Tapir hält manchmal inne. 

Plötzlich kriegen wir den verrücktesten Einfall: Beseitigung des Werkstätten-Chaos. Wir machen uns an eine Arbeit, die wir seit wenigstens sechs Jahren vor uns herschieben. 

Von nichts und niemand getrieben, machen wir uns an das Langwierigste. Paradox. Doch uns gefällt es so. Kein Problem, wenn es drei und mehr Wochen dauert. Erfrischung muss sein.

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Fundstück – 23.5.2018 – Kyrillow

„So wie wir der New World Order gegenüberstehen, die mit jedem Tag ein Stück vollständiger wird und die uns jeden Tag ein weiteres Stück nimmt, aber solange wir leben stehen wir gegen sie.“

„Das ist der letzte Widerstand einer Menschheit, die Poesie, Religion, Musik und allerlei erfunden hat, was das Leben ausdrückt als lebendige Menschen im Ringen mit der Natur gegen jene Weltordnung, die aus Lebewesen Atome eines Mechanismus macht.“

„Die Niederlage ist kein Drama, kein Tod, kein Blut. Die wahre Niederlage ist ein Verschwinden. Vanishing. Eine Ruhe nach dem Sturm, ein sich auflösen.“

„Die New World Order hat den Widerstand einfach absorbiert und in ein Herrschaftsinstrument umgewandelt. Möglicherweise war aber der Widerstand nur ein Betrug. Die Universitäten, die selbsternannten „Geisteswissenschaften“,  vereinnahmten und  beherrschten ihn. „

Quelle

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Fundstück – 21.5.2018 – Hassan Nasrallah, bedeutender arabischer Führer

I.

„Heute zeigen die Vereinigten Staaten einmal mehr, dass das einzige, was ihnen in der Welt am Herzen liegt, ihre Interessen sind, und zweitens die Interessen Israels. Letzter Punkt….

Das heißt, für aufeinanderfolgende US-Regierungen haben humanitäre Erwägungen oder moralische Werte keinen Platz. Die humanitären Erwägungen oder moralischen Werte hatten nie einen Platz…. Jede Anspielung auf humanitäre Erwägungen, moralische Werte oder Menschenrechte ist leere Worte und hat keinen Platz hinter den Kulissen amerikanischer Entscheidungsfindung….

…die Vereinigten Staaten, die führende Weltmacht, respektieren nicht internationale Resolutionen, internationales Recht oder internationale Institutionen, nicht einmal internationale Resolutionen, an denen sie teilgenommen haben, die sie geformt und genehmigt haben. Wenn sie ihren Interessen nicht mehr entsprechen, geben sie sie auf und werfen sie ab….

Drittens haben alle Abkommen, Konventionen und Urkunden für aufeinander folgende US-Regierungen keinen Wert, weder moralisch noch legal. Sie machen und löschen Verträge nach Belieben….

O mein Bruder, das ist nicht das zweite Mal, sondern das hundertste und das tausendste Mal, dass diese Amerikaner die Welt in den Rücken stoßen. …

Und ebenso zeigt die Erfahrung, dass die US-Regierung ihre Verbündeten nicht einmal respektiert, nicht einmal ihre Interessen: Sie interessieren sich einfach nicht für sie. Die wirtschaftlichen, politischen und sogar Sicherheitsinteressen der Europäer sollten den nuklearen Deal mit dem Iran aufrechterhalten. Aber die USA haben sie nicht einmal konsultiert. Von wem reden wir? Europäische Verbündete, nicht ihre Kollaborateure in der Dritten Welt. Europäische Verbündete, mächtige Staaten, die im Sicherheitsrat Vetorechte haben! Aber die Vereinigten Staaten haben weder von ihnen noch von ihrem Inhalt, noch von ihren Interessen oder von ihrer Form Gebrauch gemacht….

Wenn jemand in Palästina, wen auch immer er sein mag, auf einen Beschluss der Vereinigten Staaten entweder als einzelner Vermittler, als internationaler Vermittler oder als Teil eines P5 + 1 setzt, ist er irregeführt, er ist von der Realität abgekoppelt und verlässt sich darauf Fata Morgana, die zu keinem Ergebnis führen werden. Dieses Experiment beweist Ihnen, O Palästinenser, dass es auf keinen Fall der richtige Weg ist. Es führt nirgendwohin….“

II.

„Der zweite Punkt, den ich erwähnen möchte und der uns auch nach Palästina führen wird, ist die jüngste Konfrontation in Syrien, die sich vor einigen Tagen auf den Golanhöhen gegen den israelischen Feind ereignete. Ein paar Tage zuvor war in Syrien eine Konfrontation von größter Wichtigkeit. Es wird (in den Medien) als „die Nacht der Raketen“ bezeichnet. Okay, also lass uns die Nacht der Raketen nennen….

In dieser Nacht, zum ersten Mal in der Geschichte seit dem Waffenstillstand auf den Golanhöhen, seit dem Krieg von 1973, die Positionen der israelischen Besatzungstruppen im besetzten Golan – wir müssen diese Tatsache im Hinterkopf behalten: Es ist nicht (nur) der syrische Golan, aber der besetzte syrische Golan und Israelis streben seit Jahren Tag und Nacht wegen der Ereignisse in Syrien danach, eine internationale Anerkennung und Zuschreibung des Golan an die israelische Entität zu erhalten. Zum ersten Mal in der Geschichte haben die Stellungen der Besatzungsarmee im besetzten syrischen Golan in quantitativer und qualitativer Hinsicht einen solchen Raketenschlag erlitten….

,´…Lassen Sie uns nun ein paar Worte zu den Implikationen sagen, denn sie sind sehr wichtig, extrem wichtig….

Erstens ist dieser Raketenangriff eine Möglichkeit – dies ist nicht die einzige – um auf die andauernde israelische Aggression gegen Syrien zu reagieren…. 

Also, was ist die Nachricht? Hier ist es: „Wenn du denkst (O Israel), dass du weitergehen kannst, in Syrien kommen, bombardieren, töten, zerstören kannst, ohne die geringste Reaktion zu bekommen und ungestraft zu drohen und einzuschüchtern und zu sehen, wie sich alle verbeugen, bist du wahnhaft .“… Wir sind auf einer völlig neuen Bühne angekommen, die durch diesen strategischen Raketenangriff eröffnet wurde…. Wir befinden uns in einem neuen Stadium, in dem Israel seine Aktionen in Syrien mit großer Sorgfalt abwägen muss…. Ich sage nicht, dass sie nichts tun werden. Aber ich sage, sie werden ihre Bewegungen sorgfältig berechnen…. 

Zweitens, Diese Raketenreaktion ereignete sich trotz israelischer Drohungen und Einschüchterungen. Wenn Sie sich erinnern, sagten die Israelis während zwei oder drei Wochen (vor dem Angriff), sie würden eine Reaktion erwarten, aber wenn sie aufkäme, würden sie zerstören, bombardieren, töten, alles auf den Kopf stellen usw….  aber sie haben nichts auf den Kopf gestellt, und sie haben es nicht gewagt, einige rote Linien in Syrien zu berühren….

Trotz aller (israelischen) Einschüchterungen und Drohungen hat (Syrien) diese Entscheidung getroffen und diese Reaktion eingeleitet. Und das bedeutet, dass wir mit Drohungen, Einschüchterung, Terror und so weiter fertig sind, es ist alles vorbei….

Viertens, trotz der Tatsache, dass sie durch ihre Analytiker und vielleicht durch ihre Informationen wussten, dass das Ziel der Golan war, dass sie den Iron Dome und alle Systeme zum Abfangen von Raketen eingesetzt haben und dass sie alle Möglichkeiten in Betracht gezogen haben und auf einem Level waren Von höchster Alarmbereitschaft konnten sie nicht verhindern, dass die meisten Raketen israelische militärische Positionen im Golan angreifen, und dies ist auch ein militärischer Fehlschlag für Israel….

Fünftens,… Sie sagen, ihre Heimatfront sei kriegsbereit. Eine der wichtigsten Folgen dieses Ereignisses war der Nachweis, dass die (israelische) Heimatfront nicht bereit für den Krieg ist. Ihre Bevölkerung ist psychologisch und moralisch nicht bereit, weder ihre Unterkünfte noch ihre Heimatfront….

Eine der anderen Implikationen, die reich an Lektionen waren, ist die Notwendigkeit, dass Israel das Ausmaß dessen, was geschah, verschleiert,… Und natürlich, am zweiten Tag, haben israelische Beamte gesprochen, um zu sagen, dass, wenn irgendetwas passieren würde, sie die iranischen Stützpunkte in Syrien zerstören würden. Aber hast du nicht schon behauptet, du hättest sie zerstört? …

Der letzte Punkt über die Auswirkungen dieses Problems, bevor wir uns unserem letzten Teil, Palästina, widmen, ist die demütigende und beschämende Position einiger Golfstaaten. Zum Beispiel, wenn der Außenminister von Bahrain erklärt, dass Israel das Recht hat, sich zu verteidigen,… Diese Ebene des Lasters, Schwachsinn, Dummheit, Unterwerfung, Schmeichelei gegenüber den Amerikanern und Israelis ist wahrhaft atemberaubend. In Wahrheit haben wir erlebt und gesehen (viele Dinge), und vielleicht gab es viele Menschen, die erwarteten, dass einige Araber Verräter sein würden, ohne Ehre, abscheulich und abscheulich, aber (nicht) auf dem Niveau, das wir heutzutage sehen…

Heute ist die Botschaft an Israel während der Raketennacht, dass weder Syrien noch die Führer Syriens, noch seine Armee, sein Volk oder seine Verbündeten dulden werden, dass Syrien all diesen israelischen Verletzungen und Aggressionen schutzlos bleibt. Und sie sind bereit, so weit wie nötig zu gehen. Was in Syrien in der Raketennacht passiert ist, ist zunächst und vor allem ein Akt der Verteidigung Syriens und seiner Souveränität, bevor es sich für diesen oder jene Märtyrer rächt. Und unsere kollektive Verantwortung besteht darin, fest zu etablieren, daran zu arbeiten, diese neue Gleichung im Kampf fest zu etablieren, denn es ist eine sehr wichtige Gleichung, die sich auf unseren Schutz auswirkt….“

III.

Der dritte Teil über Palästina wird bald übersetzt werden.

Quelle

 

 

 

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Weltweite Empörung über Israel: Die Berufsdschihadisten schweigen

Elias Davidsson schreibt:

„Für die islamische Welt ist die Besatzung Palästinas eine zentrale Herausforderung. Die Empörung in der ganzen muslimischen Welt über das israelische Gemetzel bei Gaza in den vergangenen Tagen veranschaulicht diese Tatsache. Darüber wird allerdings wenig in der deutschen Presse berichtet. Man würde doch erwarten, dass Muslime weltweit israelische Einrichtungen angreifen. Fehlanzeige. Während Israel ständig Palästinenser unterdrückt, tötet und verstümmelt, darunter sogar Ärzte und Journalisten, schweigen die Berufsdschihadisten, was Israel angeht. Die meisten ihrer Opfer sind Muslime. Wieso?

Weil die Berufsdschihadisten in der Tat Söldner der NATO-Staaten sind und werden in israelischen Krankenhäusern gepflegt. Der verstorbene Anis Amri, z.B., wurde vom Verfassungsschutz geschützt und erhielt vom deutschen Staat sogar ein Privatchauffeur. Er wurde „nach Gebrauch“ entsorgt, wie man so schön in Fachjargon sagt. Wann werden westliche Massen diesen Staatsdreck endlich begreifen und die Lügner bestrafen?

Grüße,

Elias Davidsson 19. Mai 2018″

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Schöne Lieder und Tänze 42 – aus dem Untergrund

Es geht um den kriminellen Untergrund der früheren Sowjetunion, wobei „normale“ Kriminalität und politische Kriminalisierung oftmals nur schwer zu trennen sind. Bereits zu Zeiten der NÖP, Anfang der 20er Jahre entstand aus der damaligen Gemengelage (mit dem Schmelztiegel Odessa) eine Musik der Gewinner und der Verlierer des Tages, Musik der Halbwelt, der Klein- und auch der organisierten Kriminellen. Im Laufe der Stalin-Zeit entstand ein eigenes Genre der Lieder der Gangster und der Gefängnis- und Lagerinsassen, die Blatnije Pesni, Blat-Lieder, oder auch verschämt als „Russisches Chanson“ bezeichnet.

I. Vaninski Port“

Das Lied „Vaninski Port“ habe ich hier bereits vorgestellt. Diese Ballade der Kolyma-Häftlinge ist heute in Russland populär und in schier unzähligen Textversionen sowie mehreren Melodieversionen verbreitet.

Eine deutsche Version gab es bisher offenbar nicht. Ich habe, gemeinsam mit der Shantycrew x-berg, eine deutsche Fassung gemacht. Hier ist der jetzt für uns gültige Text, „Einfachversion“ genannt:

Vaninski Port (Kolyma) – Singe-Fassung der Shantycrew x-berg,

Crewteil fett

Einfachversion

1

Я помню тот Ванинский порт

И крик парохода угрюмый,

Как шли мы по трапу на борт

В холодные мрачные трюмы.

Как шли мы по трапу на борт

В холодные мрачные трюмы.

2

Ich denk‘ an Vaninski Port,

im Hafen die klirrenden Winden.

Und Menschen, getrieben wie Vieh,

im eisernen Schiffsbauch verschwinden.

Und Menschen, getrieben wie Vieh,

im eisernen Schiffsbauch verschwinden.

3

Das Meer, eine Nebelwand.

Im Sturmwind Möwengekreisch.

Dort irgendwo liegt Magadan,

die Hauptstadt vom Kolyma-Kreis.

Dort irgendwo liegt Magadan,

die Hauptstadt vom Kolyma-Kreis.

4

In Kälte und Finsternis stumm.

Zu Klagen wäre vergebens.

Die Dampfersirene, sie brüllt,

reißt fort uns vom Ufer des Lebens.

Die Dampfersirene, sie brüllt,

reißt fort uns vom Ufer des Lebens.

5

Будь проклята ты, Колыма!

Что названа чудной планетой.

Сойдешь поневоле с ума,

Оттуда возврата уж нету.                                 Aussprache:

Сойдешь поневоле с ума,                                Saidjosch ponewolje suma,

Оттуда возврата уж нету.                       Attuda waswrata usch njetu.

6

Verflucht sei‘st Du, Kolyma!

Planet der Irren und Affen!

Dort werden die Besten verrückt!

Den Rückweg wird keiner je schaffen.

Dort werden die Besten verrückt!

Den Rückweg wird keiner je schaffen.

7

Skorbut und Tod grinsen sich an.

Die Kranken liegen zuhauf.

Der Frühling kommt – irgendwann.

Doch Dein lieber Brief bleibt aus.

Der Frühling kommt, irgendwann.

Doch Dein lieber Brief bleibt aus.

8                                                                           Deutsch, nur zur Info:

Я знаю, меня ты не ждёшь                          Ich weiß, Du wartest nicht auf mich.

И писем моих не читаешь,                          Und meine Briefe liest Du nicht.

Встречать ты меня не придёшь,             Du wirst nicht kommen, um mich zu treffen.

А если придёшь — не узнаешь.                  Wenn Du aber kommst – wirst Du mich nicht                                                                                  erkennen.

Встречать ты меня не придёшь

А если придёшь — не узнаешь.

9

Du wartest nicht mehr auf mich.

Meine Briefe willst Du nicht lesen.

Wir werden uns nicht wiedersehen.

Wir beide sind niemals gewesen.

Wir werden uns nicht wiedersehen.

Wir beide sind niemals gewesen.

10

Leb‘ wohl, Du Mutter! Du Frau!

Ade, liebe Kinder zu Haus!

Ich leere das Glas bis zum Grund.

Die bittere Welt trink‘ ich aus.

Ich leere das Glas bis zum Grund.

Die bittere Welt trink‘ ich aus.

11

Я помню тот Ванинский порт

И крик парохода угрюмый,

Как шли мы по трапу на борт

В холодные мрачные трюмы.

Как шли мы по трапу на борт

В холодные мрачные трюмы.

Wir proben fleißig, und wenn es die Muse will, wird irgendwann ein Mitschnitt unseren Vortrag auch im Blog hier dokumentieren. Dann aber wahrscheinlich in einer abgewandelten Form, „Zweitversion“ genannt, mit der wir uns teilweise an die folgende Aufnahme von Slawa Butusow anlehnen:

Der ernsten Hymne „Vaninski Port“ möchte ich ein komplettes

II. Blatnoe-Potpourri 

an die Seite stellen, blatnye pesni („Lieder der Berufsverbrecher“) auch hier , auch hier. Vortragender ist das Schlitzohr Michail Ziruljow. Heute sind solch Veranstaltungen öffentlich und populär. Das Publikum amüsiert sich köstlich.

Einer der ganze Großen der Untergrund- und Protest-Musik ist der Leningrader Arkadi Sewerny (1939-1980). Hier sein Lied

III. „Belomorkanal“

Die Übersetzung des Textes werde ich nachreichen. (Ich trage mich ohnehin mit dem Gedanken, einige russische Lieder ins Deutsche zu übertragen, auch wenn meine sprachlich-dichterischen Fähigkeiten recht begrenzt sind.)

Heute nur noch ein wunderschönes Lied der großen Dina Vierny.

IV. „Не жди меня, мама“ – „Mama, warte nicht auf mich“

Auch die Übersetzung dieses Liedes werde ich nachreichen.

 

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Gehorsame Linke

Dass die kleine deutsche Partei, die sich frech „DIE LINKE“ nennt, nur ein Wurmfortsatz im großen Verdauungsgeschehen der Weltgesellschaft ist, liegt auf der Hand.

Das gegenwärtige Ringen um die Frage, ob das geglaubt auserwählte Israel es schafft, einen blutigen Schlag auf den Iran niedersausen zu lassen (und mehr), bringt viel Beunruhigendes ans Tageslicht. (Die Alternativmedien sind voll davon. Ein Widerschein dessen findet sich auch hier und hier im Blog.)

Festzuhalten für ’nen deutschen Linken bleibt freilich die gerade aktuelle niederträchtige Aktion der zutiefst verdorbenen „Linkspartei“, festzuhalten auch deshalb, weil sich damit einige „gute Namen“ dieser Partei exponieren bzw. zur besseren Kenntlichkeit demaskieren.

Dank an die NRhZ für ausführliche Berichterstattung und Dokumentation.

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Wie will ich leben?

In Erwägung, dass der Fragesteller sich dem 80. Lebensjahr nähert, scheint die Frage überfällig zu sein. Allerdings frage ich nicht zum ersten Mal.

In jüngerer Zeit ist mir die Frage Wie wollen wir leben?“ mehrfach begegnet. Die deutschen Freidenker haben sie auf ihrem Verbandstag im Juni 2016 demonstrativ gestellt, und auch in Diskussionen der Alternativmedien (umtriebig Willi Übelherr) taucht sie immer wieder einmal auf.

Mir war diese Fragestellung sympathisch, und der (nicht nur) Küchenphilosoph in mir wollte sich darauf einlassen. Doch ich spürte bald, dass die Beschäftigung mit diesem „Angebot“ eigentümlich rhetorisch und blutleer bleibt. Mein Verdacht: Eigentlich wollen Diejenigen, die so fragen, vor allem ihre Gewissheiten verkünden wie die Anderen leben sollen, damit endlich die gesellschaftliche Harmonie ausbricht.

Die Freidenker förderten mit ihrer Konferenz zur Oktoberrevolution im September 2017 (unter lebhaften Beteuerungen ihrer Diskussionskultur) den strikt verschämten Stalinisierungskurs, wie er derzeit en vogue ist, und Willi Übelherr verwendet die eigentlich erfreulich offene Fragestellung gern, um seine (nichtstalinistischen) Stahlbeton-Dogmatismen felsenfesten Überzeugungen in Stellung zu bringen.

„Nee“, stellte ich ärgerlich fest: „Es ist die ganz alte (und so gut wie unüberwindliche) Masche der Linken „der proletarischen Bewegung die Prinzipien zu verkünden, nach denen sie sich modeln möge“. (Sogar das kleine neue Portal „Rubikon“ macht es nicht unter der Behauptung „Rubikon — Magazin für die kritische Masse“.) Nicht mit  mir. Und wenn ich mich schon auf die beiden Alten beziehe, dann bitte auf ihren Grundsatz, das die Theorie „ad hominem“ demonstrieren möge.

Wenn ich Opablogger „ad hominem“ schreibe, dann meine ich zuerst und primär, MICH, das Individuum Opablogger, im bürgerlichen Leben „KPK“, wie aus dem Impressum zu entnehmen ist. Ich weiss, so anzufangen ist für viele, die sich Marxisten nennen, ein Sakrileg. Ich tue es im vollen Bewusstsein einiger meinungsstreiterfüllter Jahrzehnte und ohne die Feuerbachthesen zu vergessen.

Für’s erste möchte ich eine Antwort von provozierender Einseitigkeit geben:

Ich möchte genauso leben, wie ich lebe.

Wie also?

  • Ich möchte monatlich 1000 € auf mein Konto. Kriege ich.
  • Wenn ich Hunger/Durst habe, nehme ich, was mir gefällt und esse/trinke.
  • Desgleichen, wenn ich nur Appetit oder Lust auf xyz habe.
  • Wenn ich friere, ziehe ich mich wärmer an oder heize meinen Ofen (bekanntlich mein Stolz = „Selbstverwirklichung“) oder gehe in die Sauna. (Heute gehe ich in die Sonne oder, wenn sie fehlt, werkel ich im Garten.)
  • Wenn ich müde bin, lege ich mich auf mein wunderbares Bett zum Ausruhen oder Schlafen.
  • Wenn ich nicht schlafen kann, lese ich ein wenig oder denke ein wenig; lass es einfach gehen.
  • Wenn ich einen Tagesruhepunkt suche, nehme ich wahr (nicht immer), dass Mrs. Tapir einen Tagesruhepunkt sucht, und so treffen wir uns. (Desgleichen wenn wir einen Tagesstreitpunkt suchen.)
  • Wenn ich krank bin, schone ich mich, gehe zum Arzt oder ins Krankenhaus usw. und werde wieder gesund.
  • Wenn mir langweilig ist, spaziere ich im Internet oder mache mir im Garten zu schaffen oder übe neuerdings Akkordeon.
  • Wenn ich reisen will, schaue ich auf meinen Kontostand und reise oder lass‘ es bleiben.
  • Wenn ich ein kleines mildes Vergnügen haben will, fasse ich Inca oder Blaubär ins Fell.
  • wenn ich Lust auf ein Presse-Gesamtkunstwerk habe (ein- bis zweimal im Jahr), kaufe ich mir „Bild“.
  • Wenn ich Freude haben will, singe ich mit der Shantycrew.
  • Wehe das bezweifelt jemand! 
  • Wenn ich glauben will, glaube ich.  Aber nie an einen Gott.
  • Wenn ich traurig sein will, denke ich an manche meiner Dummheiten, an Unwiderbringlichkeiten.
  • Wenn ich Überdruss verspüre, suche ich nach einem Helferlein. Oft ist es ein Buch, ein Stück Musik, eine Kabarettszene, ein Kognac, Rum oder Rakia.
  • Wenn ich Plastik vermeiden will, vermeide ich Plastik. Oder ich kann es nicht.
  • Wenn mein Geld irgendwo anfängt zu stinken, schaufel ich es um. Manchmal spende ich.

Das ist eine ganze Liste der provozierenden Einseitigkeit geworden. Sie wäre fortzusetzen. Doch schon jetzt zeigt sie auf, dass Vieles zu bewahren ist. Nichts von dem Aufgelisteten möchte riskieren. Bin wohl ein Konservativer.

Die erklärte Einseitigkeit ist natürlich nicht das Ganze.

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