12 Bewaffnete in schußsicheren Westen gegen Gustl Mollath

Das ist jetzt 10 Jahre her und ist heute zu Unrecht fast vergessen.

Die Hausdurchsuchung erfolgte, wie aus den veröffentlichten Dokumenten hervorgeht, auf amtsrichterlichen Beschluß (Richterin Krischker) aufgrund „der bisherigen Ermittlungen“. (Der Passus „und den Angaben der Zeugin Mollath“ ist gut lesbar aber durchgestrichen.) Auf die Hinzuziehung von Zeugen zu der offenbar riskanten Operation gegten den ahnungslosen Gustl Ferdinand wurde verzichtet, „weil eine Gefährdung der Zeugen6 zu befürchten war“. Geleitet wurde die Aktion der zwölf Mutigen durch Kriminalhauptkommissar Feldmann. Den identifizierte Gustl Mollath später als zu der Clique Maske-Sperl gehörend, die ich summarisch „Handball-Connection“ nenne.

Nachdem die Zwölf stundenlang in rücksichtsloser und teils demolierender Weise in seinem Haus ihren Amtspflichten nachgegangen waren, war dem Einsatzleiter ganz wichtig, daß der Überfallene bestätigte alles sei richtig und korrekt zugegangen. Diese Bestätigung verweigerte der halsstarrige Herr Mollath trotz allen Drängens. Für Gustl Mollaths Wahrnehmungsgenauigkeit und Korrektheit der Bewertung spricht, daß er immerhin erwähnt, zwei der Beamte hätten die Durchsuchung rücksichtsvoll vorgenommen.

Zwar wurde Gustl Mollath erklärt das sei alles ganz normal und könne jedem Bürger passieren. Er wollte das aber nicht schlucken, und auch ich stelle mir Fragen:

* Merkwürdig finde ich, daß man einerseits mehr als sechs Wochen verstreichen läßt seit der Anzeige der Frau Mollath, um dann aber eine brachiale Aktion durchzuführen. Mein Menschenverstand sagt mir: Entweder ist an der Anzeige nicht viel dran und man schiebt eine Aktion auf die lange Bank, oder die Brachialaktion ist gerechtfertigt, dann aber müßte man doch wohl zeitnah reagieren. Vielleicht hat es ja etwas gedauert, ein paar Weichen zu stellen?

* Ganz unverständlich ist mir, daß sich die Staatsgewalt mit Null Ergebnis zufrieden gibt. Es hätte doch zumindest eine dringliche Befragung des Herrn Mollath angestanden, welche Waffen er hat(te), von wem erhalten, wohin er sie verbracht hat, was er damit bezwecke usw.  Nichts dergleichen interessierte. Weil man jetzt nicht umhin gekommen wäre, die Zeugin Mollath zu präsentieren (der Brixner später fehlenden Belastungseifer attestieren wird), die danach schlicht „verbrannt“ gewesen wäre?

* Oder waren die Zwölf danach von der Harmlosigkeit Mollaths überzeugt und ärgerten sich, daß man sie „auf die Nudel geschoben“ hatte? Dann aber hätte man den Beschwerden Mollaths nachgeben müssen und der Zeugin einen Rüffel + Ordnungsgeld verpassen sollen. Nichts dergleichen.

* Und schließlich Richter Brixner später kennt die ganze Aktion nicht. Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Ihn macht ja noch nicht einmal heiß, was er weiß.

War die Waffensuchaktion gemessen daran, wie man später den Mollath-Fall gedreht hat (besonders, wenn ich an die dubiosen Reifenstechereien denke), eine erste aber eher schlecht geeignete Variante, einen Gemeingefährlichen zu konstruieren? Die Aufklärung der Reifenstechereien konnte man, nachdem die Beschuldigung ihren Zweck erfüllt hatte,  im Nebel belassen. Beim Thema „Waffen“ hätte man einer terrorhysterisierten Öffentlichkeit gegenüber nicht so verfahren können.

Oder war die ganze Suchaktion überhaupt nicht ernst gemeint und diente nur dazu, Gustl Mollath zu verunsichern, zu erschrecken, einzuschüchtern, ihm zu bedeuten, daß es ernst wird, wenn er weiter macht?  War es also schlicht eine TERRORAKTION?

Manche werden diese Frage für unanständig halten. Ich halte sie schon deshalb für dringend geboten, weil sie die Polizei, die sich gegenüber Mollath wiederholt merkwürdig verhalten hat, nicht aus dem Blick läßt, was letztlich auch die ehrenwerten Herren Hauptmannl und Beckstein betrifft. Auch wenn sie derzeit im Vordergrund stehen, haben nämlich nicht nur Juristen und Psychiater ihre Aktie am Mollath-Skandal.

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47 Antworten zu 12 Bewaffnete in schußsicheren Westen gegen Gustl Mollath

  1. Rueckgrat schreibt:

    Der Karriereleiter war der von Frau Richterin Susanne Krischker erlassene Durchsuchungsbeschluss anscheind nicht hinderlich. Noch im gleichen Jahr wurde sie zur Staatsanwältin als Gruppenleiterin bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth befördert.
    http://www.main-netz.de/nachrichten/region/main-spessart/berichte/art4017,557357
    Heute ist

    • Deali schreibt:

      Warum ist das eigentlich eine Karrieresprung von Richter zum Staatsanwalt? Ich dachte es ist genau anders herum.

      • Franzerl schreibt:

        Höhere Besoldungsstufe = Karrieresprung.

        Was man davon halten soll, dass zwischen Richterstuhl und Staatsanwaltsposten beliebig hin und her gewechselt wird, bleibt dem geneigten Beobachter überlassen. Es dient aber ganz sicher nicht dazu, die notwendige Distanz zwischen Verfolgungseifer und objektiver Betrachtungsweise zu erhalten. Aber in Bayern ist da ja eh egal. Es ist ja schon erstaunlich, dass dort keine Todesstrafe mehr existiert.

    • Klaus G. Stölzel schreibt:

      Sehr geehrter „Rueckgrat“,

      einen Aufstieg in der Karriereleiter im „System“ in Bayern,
      kann nur jemand machen, der nachgewiesen hat, dass er/
      sie das Zeug zum Verbrecher haben.

      Ein Beispiel:
      Klaus Hubmann, Ex-General-Staatsanwalt und Fürther war
      1981 massgeblich in den „Komm-Skandal“, als Staatsanwalt
      verwickelt. Hubmann hatte seinerzeit hektographierte Haftbe-
      fehle gegen minderjährige Schüler vollstreckt. „Bricht Bayern
      das Recht ?“, schrieb seinerzeit „Der Spiegel“. Deswegen
      trägt Hubmann den Spitznamen: „Der Kinder-Staatsanwalt“.

      Hat dieser offensichtliche Rechtsbruch seiner Karriere ge-
      schadet ? NEE, vielmehr gefördert, sonst hätte es sicher nicht
      zum o. g. „General“ gereicht.

      Ein weiteres Beispiel:
      Bayern-SPD-MdL Horst Arnold, Spitzname: Richter Schluck-
      specht und Liliane Matthes, Polizeipräsidentin von Unter-
      franken, gebürtige Nürnbergerin.

      Frau Matthes übernahm am 1. Nov. 2001 die Polizeidirektion
      Fürth, also das „Homeland“ von Hubmann, Hauptmannl, Jung,
      Wenning, Heller, Jungkunz Sen. Jungkunz Jun. und natürlich
      von Richter Schluckspecht, sprich Horst Arnold. Als dann im
      Jahre 2002, Hauptmannl, Polizeipräsident von Mittelfranken
      wurde, durfte dort, also in Fürth, Horst Arnold in seinem Roten
      Alpha Romeo unter Polizeischutz besoffen autofahren, bis die
      Sache gerade in/wegen Unterfranken aufflog.

      Horst Arnold ist ein gebürtiger Aschaffenburger und mit einer
      Oberstudienrätin und SPD-Fürth Stadträtin verheiratet. Im
      Jahre 2008, also kurz vor der Bayern Wahl, hat „Arnold“ mit
      seiner Geliebten eine „Sperma-Rallye“ nach Unterfranken
      unternommen und beim Ausparken ein anderes Auto be-
      schädigt und Fahrerflucht begangen. Ein Zeuge beobachtete
      diesen Vorgang und stellte aufgrund der Daten des Autokenn-
      zeichen eine Anzeige in Unterfranken.

      Jedenfalls konnte die Sache nicht mehr in Unterfranken zu
      gunsten von Arnold niedergeschlagen werden, sondern landete
      auch in der Öffentlichkeit. (FN, NN und AZ Berichte googeln).

      Jedenfalls gab Arnold an, keine Angaben zu machen. Grund:
      „Zum Schutze der Familie“. Also deswegen, dass es zu keinem
      „Getratsche“ über seine Geliebte kommen sollte.

      Darüberhinaus kam Arnold, als Mitglied der „Fürther-Juristen-
      Vierer-Bande“ und Dank seiner Kumpel`s in der Nürnberg-
      Fürther-Justiz aus der Sache unbeschadet heraus. Obwohl
      klar war, dass Arnold niemand anders, als er selbst, seinen
      geliebten Roten Alpha Romeo steuern ließ.

      Zur Absicherung von Arnold`s Alkoholfahrten in Unterfranken
      wurde dann im Jahre 2009 Liliane Matthes dann dort gleich
      Polizeipräsidentin, von Unterfranken. Matthes hatte ja schon in
      Fürth von 2001 – 2006 die entsprechende „Lizenz“ Herrn
      Arnold erteilt.

      So und nur so, kann jemand in Bayern im „System “ hochkommen
      und auch dann noch, wenn er/sie von der „SPD“ sind. Also, man
      muss das „Zeug“ zum Verbrecher einfach haben.

      Mit freundlichen Grüssen

      Klaus G. Stölzel

      P.S.: Sie meinen sicher „Armin Hurst“ und nicht ArminThust oder ?

      • Deali schreibt:

        @Klaus G. Stölzel
        „Ein Zeuge beobachtete
        diesen Vorgang und stellte aufgrund der Daten des Autokenn-zeichen eine Anzeige in Unterfranken.“
        Der Denunziant, der Denunziant, der ist der größte Lump im Land!

      • Klaus G. Stölzel schreibt:

        Lieber „Deali“,

        Der Zeuge im Fall „Richter Schluckspecht“ ein Denunziant ?

        Ah, ich verstehe !

        Sie möchten uns von Ihrer Arbeit als Mitarbeiter des
        „Verfassungssch(m)utzes“, BND, MAD, usw. etwas erzählen ?

        Dann ist sicher Herr „Gustl Mollath“ für Sie auch ein Denun-
        ziant, weil er „Anzeigen wegen des Verdachtes von Steuer-
        strafdelikte“ gegen gewisse „Leute“ gestellt hatte ?

        Na dann ! Packen Sie aus !

        Sagen Sie mal. Stimmt es, dass Mitarbeiter der o. g.
        Organisationen ihren Schulabschluss auf „Förderschul-
        Niveau“ und deswegen das Abitur und einen evtl. Hochschul/
        Uni-Abschluss geschenkt bekommen haben ?

        Mit freundlichen Grüssen

        Klaus G. Stölzel

      • Rueckgrat schreibt:

        Hallo Herr Stölzel,
        ich kenne die Systemvoraussetzungen für einen erfolgreichen Aufstieg der juristischen Karriereleiter sehr gut. Deshalb auch meine Ausführungen, dass der Beschluss von Frau Krischker ihrer Karriere nicht hinderlich, sondern vielmehr förderlich war. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat sie ja immerhin den Vorsitz einer Kammer am Landgericht erklommen.
        Ich meinte natürlich Armin Hurst!
        Ich denke, wir haben sehr viel gemeinsame Interessen und Ansatzpunkte. können wir uns mal persönlich ein wenig austauschen? Vielleicht wäre „opa“ bereit, unsere Kontaktdaten auszutauschen – Ihr Einverständnis vorausgesetzt?!

        Können uns aber auch bei der Veranstaltung
        http://www.fw-landtag.de/aktuelles/2013/parlamentarischer-fruehschoppen-wie-viel-kritik-vertraegt-die-bayerische-justiz/
        verabreden. Heute wäre Anmeldeschluss!
        Beste Grüße

  2. Pingback: Der Fall Mollath: Ein Mehrpersonenstück (Teil 4) « De legibus-Blog

  3. Leserin schreibt:

    Erst mal danke für alle Blogbeiträge 🙂
    Und vielleicht diente die Aktion dazu, um ganz andere Waffen zu suchen, zum Beispiel Beweise gegen die Person von Seite 7 aus dem HVB-Bericht …

  4. Deali schreibt:

    Also bitte sachlich bleiben! Die Polizei ist mit dem Auftrag angerückt Waffen zu suchen und keine Papiere. Also Schwamm drüber!
    Was mich auch wundert ist das die Anzeige für Frau Ex-Mollath folgenlos blieb. Allein der materielle Schaden für den Staat, immerhin waren 12 Polizisten im Einsatz und das ist ja nicht gerade billig. Hier hätte das Land Bayern gegen die Frau ermitteln und auch die Kosten für den Einsatz zurückholen müssen.

    Hier meine Anmerkungen zum Reifenstechen, hatte ich auch schon im Beck-Blog eingestellt:

    „Auch die Reifenstecherei scheint Mollath unter-geschoben worden zu sein. Es wäre interessant zu erfahren wo die Fahrzeuge standen als die Reifen zerstochen würden. Wer anderen Leuten einen Schaden zufügen will der würde doch eher mir einem Nagel den Lack zerkratzen. Das geht im vorbeigehen. Wenn aber jemand die Reifen zersticht dann muss er sich hin-knien und das würde eher auffallen. Weil Mollath sich mir Reifen auskennt sollte das so aussehen als ob nur er das gewesen sein kann.“

    MfG

    Deali

    • kranich05 schreibt:

      Hallo Deali,
      „Also bitte sachlich bleiben! Die Polizei ist mit dem Auftrag angerückt Waffen zu suchen und keine Papiere. Also Schwamm drüber!“
      Nachdem im Mollath-Skandal Merkwürdiges und Unglaubliches die Menge passiert ist, würde ich die Annahme, daß genau und unbedingt nur das gemacht wurde, was auf dem Auftrag stand, weil es auf dem Auftrag stand, für geradezu blauäugig halten.
      Was auf einem Papier steht kann auch mal stimmen, es kann aber auch genau das Gegenteil richtig sein. Deshalb bin ich gegen Denkverbote und sage nicht „Schwamm drüber“.

      • Deali schreibt:

        Die Polizisten haben nicht einmal das Luftgewehr mitgenommen das er geerbt hat Und das ist ja auch richtig so. Hätten die Beamten Akten von Mollath mitgenommen dann hätte er das sicher mitgeteilt.
        Es ist auch nicht nachvollziehbar das die Richterin an dem Durchsuchungsbeschluss vom 31.01.2003 einen Post-it Sticker geheftet hat mit der versteckten Mitteilung „sucht auch nach Dokumenten der HVB“ oder so ähnlich. Zumal die Durchsuchung erst am 19.02.2003 stattgefunden hat
        Denkverbote gibt es nicht, soviel ist klar. Aber es wäre schön wenn man sich sich nicht zu weit von der Realität entfernt. Das ist sicher auch im Sinn von Herrn Mollath.

        MfG

        Deali

        • kranich05 schreibt:

          @ Deali
          „haben nicht einmal das Luftgewehr mitgenommen“
          Gewiß, sie hätten es ja auch zum LMG (leichten Maschinengewehr) erklären können.

          „hätte er das sicher mitgeteilt.“
          Mollath hat immerhin mitgeteilt, daß sie trotz seiner Bitte, ihm nicht gestattet haben, die Durchsuchung so durchzuführen, daß er im jeweiligen Raum dabei sein konnte.

          „Es ist auch nicht nachvollziehbar das die Richterin …“ usw
          Volle Zustimmung! Ein „Post-it-Sticker“ wäre für mich auch nicht nachvollziehbar. Und Tatsache, er wäre im Laufe von 19 Tagen bestimmt „runtergefallen“.

          „Denkverbote gibt es nicht“
          Schön wär’s.

          „nicht zu weit von der Realität entfernt. Das ist sicher auch im Sinn von Herrn Mollath.“
          Herr Mollath äußert in den Videos wiederholt, er fühle sich, „wie im falschen Film“. Mit der „Entfernung von der Realität“ scheint es in seinem Falle eine besondere Bewandtnis zu haben.

          Ihre Kommentare „glänzen“ geradezu vor Naivität.
          Damit genug. Ende Plauderstündchen.

  5. michabalser schreibt:

    Wie die 7 Schwaben, die sich am Spieß festklammern, haben sich 12 Bayern im Polizei-Rock
    in Posse gebracht, um in Mollaths Unterhosen-Depot Schusswaffen aufzuspießen.

    Als polizeiliche Spieß-Bürger sonders gleichen.
    Die sich sonst in die No-Go-Areas der Großstädte nicht rein trauen ohne Hundertschaften.

    Solche schikanösen Haus-Durchsuchungs-Aktionen mit verfassungsgerichtlich
    verworfenen leichtfertigen gerichtlichen Formular-Phrasen-Durchsuchungsbefehlen
    zur Einschüchterung finden erstrecht bei Anwaltschaften statt, die sich gegen Falsch-Parkmandate
    querulatorische wehren und die Justiz belästigen.

    Je kleiner der Durchsuchungs-Vorwand-Anlass, desto größer der Polizei-Spießbürger-
    Aufwand, um den lästigen Bürger Spieß-Ruten laufen zu lassen.
    Im Rechtsstaat, in dem das Bürger-Recht schon auf der Müllhalde gelandet zu sein scheint.

    So dass vom Rechtsstaat nur noch der Wurmfortsatz Staat über alles übrig geblieben ist
    – DDR like.

  6. annie b. schreibt:

    Ja warum diese Polizei-Aktion?

    Sie war jedenfalls genauso ungewöhnlich (die Vorlaufzeit, der Verzicht auf mildere Mittel) wie effektiv: Erstens konnte man Gustl Mollath das Etikett der Gefährlichkeit anheften, das immer wieder gegen ihn verwendet wurde und heute noch an ihm klebt, zweitens konnte man die (verspäteten) Anzeigen wegen Freiheitsberaubung doch noch in die Strafverfolgungsbehörden schleusen (vgl. die Chronologie), drittens konnte man Gustl Mollath heftig zusetzen – sehr opportun, wenn man sowieso vorhat, ihm eine Geisteskrankheit anzuhängen („ich weiß schon, wie“). Viertens mag es einen teuflichen Spaß bereitet haben, ausgerechnet den Pazifisten zum „gefährlichen Schwerverbrecher“ umzudeuten.
    Dabei hatte Gustl Mollath normalerweise ein recht entspanntes Verhältnis zur Polizei. Hier seine Schilderung, wie er sich am 27.2.06 der Polizei stellte:

    „Die Polizisten wollten mich nicht einmal überprüfen, kannten sie mich doch gut, als Redner und Mitorganisator der allmonatlichen Demos. Erst nach 1 Stunde im Polizeipräsidium konnten sie den Haftbefehl herausfinden. Wieder war die Erlenstegen-Wache für die direkte Verräumung des „ach so gefährlichen Schwerverbrechers“ vorgesehen. Das hatten die Polizisten auch noch nicht erlebt.. Auf der einen Seite als „hochgefährlich“ bezeichnet, auf der anderen Seite gar nicht zur Fahndung ausgeschrieben. Nur die Erlenstegenwache hatte den Haftbefehl.“

    http://www.gustl-for-help.de/download/2008-04-17-Brief-Mollath-StVK-Straubing.pdf

    Vielleicht hatten Hauptmannls Leute auch einfach zu viel Zeit, vielleicht waren sie etwas überfordert, weil sie auch noch echte Terroristen zu verfolgen hatten, wer weiß das schon.

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/nuernberg-tatorte-mit-brauner-vergangenheit-1.1221228

    Und dann lese ich gerade diesen Satz:

    „Schließlich verlasse sich auch die Justiz darauf, dass die Polizei korrekt arbeite.“

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/polizeigewalt-mildere-strafe-fuer-pruegelnden-polizisten-1.1621600

    Interessant: Am LG Nürnberg werden manchmal auch milde Urteile gesprochen – hier bei einer echten schweren Körperverletzung.

    Wie war das: Vor dem Gesetz sind alle gleich ???

    • kranich05 schreibt:

      „weil sie auch noch echte Terroristen zu verfolgen hatten“
      Den Hinweis finde ich sehr berechtigt. Wikipedia informiert (Hervorhebung von mir):

      „Enver Şimşek Inhaber eines Blumenhandels in Schlüchtern, wurde am 9. September 2000 am Rande einer Ausfallstraße im Osten Nürnbergs, wo er seinen mobilen Blumenstand in einer Parkbucht aufgebaut hatte, mit acht Schüssen aus zwei Pistolen angeschossen. Er starb zwei Tage später im Krankenhaus.“

      „Abdurrahim Özüdoğru wurde am 13. Juni 2001 in einer Änderungsschneiderei in der Nürnberger Südstadt mit zwei Kopfschüssen getötet.“

      „İsmail Yaşar, Inhaber eines Döner-Kebap-Imbisses, wurde am 9. Juni 2005 in seinem Geschäft in Nürnberg mit fünf Schüssen in Kopf und Herz getötet.“

      In diesem zeit- und lokalpolitischem Zusammenhang war die Verleumdung des Besitzes „scharfer Waffen“ mehr als ein Späßken im sog. Rosenkrieg.

  7. F. Fischer schreibt:

    Ich bin geneigt zu glauben, dass die Hausdurchsuchung nicht sehr viel zu bedeuten hat, sondern eine „normale“ Durchsuchung war mit all den vielleicht ungewöhnlichen „Besonderheiten“.
    Im Internet findet man einige Quellen, die eine hohe Anzahl von Polizisten, das Einschüchtern des Hausbesitzers und das Tragen von kugelsicheren Westen als nicht ungewöhnlich bezeichnen. Auch wird davon gesprochen, dass nicht immer schwere und handfeste Gründe für eine Durchsuchung vorliegen. Macht die Sache nicht besser, aber Herrn Mollath wahrscheinlich auch nicht zu einem Sonderfall.
    Zu dem Zeitpunkt der Durchsuchung war das „Problem“, welches Herr Mollath hatte, auch noch begrenzt. Nur seine Frau begann, Ihn wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung zu denunzieren, zusätzlich gab sie an, er besitze Waffen.
    Wenn ich andere Berichte im Internet lese, so scheint es mir nicht ungewöhnlich, dass daraus ein Durchsuchungsbeschluss entstand.

    Die Ergebnisse des HVB Berichtes und die vielfachen Anzeigen von Schwarzgeldverschiebungen waren erst nach der Durchsuchung.

    Ich kann mir vorstellen, dass die Situation für Herrn Mollath langsam eskaliert ist:
    Am Anfang wollte sich Frau Mollath vielleicht einfach nur rächen und Ihm die behaupteten Straftaten anhängen, um Ihn einzuschüchtern.
    Als nächstes schrieb Herr Mollath sein Wissen über Schwarzgeldverschiebungen an die HVB.
    Das führte dazu, dass versucht wurde, Ihn nicht nur einzuschüchtern, sondern ihn zu kriminalisieren und unglaubwürdig zu machen (Aussage „Wir machen Ihn fertig“).
    Als dann der HVB-Bericht vorlag, Frau Mollath entlassen war und durch Herr Mollaths Anzeigen auch die eigentlichen Schwarzgeldverschieber und die HVB selbst bedroht waren, spielte ab diesem Zeitpunkt Frau Mollath wahrscheinlich nur noch eine Statistenrolle. Ab diesem Zeitpunkt könnten dann, nach meiner Meinung, tatsächlich die Beeinflussungen von Justiz, Behörden etc. stattgefunden haben, um die Verfolgung der Schwarzgeldvorwürfe zu verhindern.

    • Deali schreibt:

      Ich sehe das genau wie Sie! Ich denke das dieser Bericht im opablog nur Effekthascherei ist.
      Die Hausdurchsuchung hatte mit weniger Beamten begonnen. Erst als die Polizisten die Dimension erkannten forderten sie Unterstützung an.
      Es ist selbstverständlich das die Polizei bei solchen Aktionen schußsichere Westen trägt, auf Baustellen muss auch ein Helm getragen werden.
      Das in dem Beitrag von dem „Überfallenen“ geschrieben wird ist auch ziemlich daneben.
      Die ganzen Mutmaßungen bezüglich „Weichen stellen“ passen auch nicht, welche Weichen sollen denn gestellt worden sein? Darüber schweigt der Autor.
      Er schreibt aber von „stundenlang“ um zu dramatisieren, ein Blick auf den Durchsuchungsbeschluss hätte genügt um zu sehen das die Aktion eine Stunde und 35 Minuten gedauert hat. Außerdem ist auf diesem Beschluss zu erkennen das es den Beamten nicht gestattet war aufgefundene Papiere durchzusehen.
      Auch sollte Herr Mollath nicht bestätigten das alles richtig und korrekt zugegangen sei sondern das er sich mit der Durchsuchung einverstanden erklärt.
      Der gesamte Blogbeitrag klingt nach einer Räuberpistole die zudem noch schlecht recherchiert ist.
      Die Hausdurchsuchung hat aufgrund einer Anzeige von Petra Mollath stattgefunden. Die Behörden sind verpflichtet zu handeln. Für Gustl Mollath war die Durchsuchung sicher unangenehm, aber sie hat ihn völlig entlastet!
      Das mit dem Ergebnis falsch umgegangen wurde ist eine ganz andere Sache.

      MfG

      Deali

      • Deali schreibt:

        Hallo Kranich05.
        Mein Kommentar an Herrn Stölzel war satirisch gemeint. Weil das nicht jeder versteht bitte ich Sie ihn zu entfernen.
        Ansonsten bedanke ich mich das Sie hier NICHT zensieren. Das ist wirklich ein Lichtblick und hebt ihren Blog löblich von Beck / Wolff ab!

        Gruß

        Deali

        • kranich05 schreibt:

          Herr Deali,
          daß Ihr besagter Beitrag als Satire daneben war, hab‘ ich ja deutlich gemacht (mit merkwürdiger Reaktion Ihrerseits).
          Im Übrigen habe ich keine Lust vorgegangene Vorgänge nachträglich zu bearbeiten.

  8. kranich05 schreibt:

    Danke F. Fischer für ihre argumentierenden Bemerkungen. Ich glaube aber, daß sie in die falsche Richtung gehen, nicht zuletzt, weil Sie einige Daten/Fakten verkennen.
    Übrigens gibt es Beschreibungen (Quelle ist mir leider abhanden gekommen), daß die Anzeige wegen Waffen Petra Mollath und Martin Maske gemeinsam auf den Weg brachten. Auch wenn sich das nicht bestätigen sollte, wußte Martin Maske, also ein Direktor der Bank, bestens Bescheid, um welche Dimensionen es ging. Ab wann? Gute Frage. Spätestens seit die liebe Petra erwähnt hatte, Sorgen mit ihrem Mann zu haben. Das war mit Sicherheit vor dem August 2002 als Gustl schon Briefe an die Banken in Zürich geschrieben hatte. (Der Brief an Rampl war auch schon im November 2002.) Maske war zweifellos der Mann, der zum frühesten Zeitpunkt (früher nur Petra Mollath) und mit dem klarsten Durchblick (wahrscheinlich noch weitschauender als Petra Mollath) wußte, welche Dimensionen (und also Folgen) die angedrohten Enthüllungen haben würden. All das wußte er völlig unabhängig vom Revisionsunternehmen der Bank. Er hatte das stärkste Motiv, Mollath zum Stillehalten zu bringen.
    Möglich, daß die Durchsuchungsaktion selbst eine „übliche“ wahr, weil auch eine übliche die Einschüchterungsabsicht erfüllen konnte. Ich möchte ungeachtet dessen, die Aufmerksamkeit darauf lenken, daß es ein sozusagen strategisches Moment in den Einschüchterungs- und Terrorisierungsaktionen gegen Mollath gibt und daß in diesem „Spiel“ bestimmte Polizeikräfte wiederholt eine aktive Rolle übernehmen.

    • Klaus G. Stölzel schreibt:

      @kranich05,

      ich wollte gerade auch einen Kommentar zu F. Fischer los-
      lassen, weil ich erkannte, dass hier Herr Fischer gewisse
      Fakten nicht beachtet hatte. Dazu war Herr Mollath ein
      ausgewiesener „Pazifist“. Dann weiter……

      1. Gustl Mollath war zum Anfang des Jahres 2003 ein völlig
      unbescholtener Bürger und hatte nicht einmal Punkte in
      Flensburg.

      2. 12. 8. 2002 und 20. 8. 2002 Briefverkehr mit Credit Swiss
      in der Schweiz.

      3. 27. 11. 2002, 2. 12. 2002 und 6. 12. 2002 Briefverkehr
      mit HVB-Chef Dieter Rampl mit entsprechenden Insider-
      inhalten versehen.

      3. 7.12. 2002 Briefverkehr mit der Anti-Korruption-Abteilung
      der HVB – Compliance.

      4. Zu dieser Zeit war Martin Maske noch ein HVB-Direktor,
      weil es zu diesem Zeitpunkt noch keine HRE gab, als
      HVB-Rettungsschirm.

      Fazit:
      Ich sehe sehr wohl einen besonderen Zusammenhang
      zwischen dem Netzwerk, auch „HVB-Schutz-Klima“ genannt,
      der Sache „Hausdurchsuchung“ zwischen dem 31. 1. 2003
      und dem 19. 2. 2003, eben mit hoher Wahrscheinlichkeit
      ausgelöst, durch die o. g. Fakten unter Pkt. 2, 3, 4.

      Lieber Herr F. Fischer,
      ich kann Ihnen nur empfehlen die Fakten zu beachten, bevor
      Sie eine Bewertung im Blog abgeben.

      Mit freundlichen Grüssen

      Klaus G. Stölzel

      • Deali schreibt:

        Sehr geehrter Herr Klaus G. Stölzel,
        ich habe gerade Ihren Beitrag gelesen und kann Ihren Standpunk voll verstehen.
        Der 1. Punkt stimmt zwar nicht ganz. Zwar hatte Herr Mollath wahrscheinlich keine Punkte in Flensburg, ich konnte das leider nicht verifizieren, die Daten werden nicht so lange gespeichert, aber er hatte ja schon die Körperverletzung und die Freiheitsberaubung begangen.
        Wenn ich allerdings Ihren Punkt 2 und 3 überdenke (Punkt 3 kommt übrigens 2 mal vor) dann werden die Vorgänge für mich transparent.
        Frau Mollath hat sicher im Zuge ihrer Geldverschiebungen in die Schweiz ihren Aufenthalt dort dazu genutzt Waffen einzukaufen. Wie wir alle wissen ist das dort sehr viel einfacher als in Deutschland. Wahrscheinlich waren die Geldinstitute dabei involviert (man kennt sich ja, Amts – äh Bankhilfe halt).
        Ich kann natürlich nicht wissen ob der Herr Maske auch damit zu tun hatte.
        Sicherlich hat Frau Mollath diese Waffen dann in dem Haus von Ihrem Mann platziert. Zum Unglück der Bank und aller anderen Beteiligten hat der Pazifist Mollath diese Waffen entdeckt, zersägt und in die öffentliche Kanalisation geworfen bevor die Hausdurchsuchung nach der Anzeige durchgeführt wurde. Die unfähigen Behörden haben sich leider zu viel Zeit gelassen zwischen der Anzeige und der Durchsuchung. Es ist kaum vorstellbar was geschehen wäre wenn Herr Mollath die Waffen nicht entsorgt hätte!
        Ihre Aufstellung der Fakten hat sehr dazu beigetragen damit ich mir ein richtiges Bild der Sachlage machen kann.
        Ich danke Ihnen vielmals

        MfG

        Deali

      • Deali schreibt:

        Das ist nicht witzig, das hilft Herrn Klaus G. Stölzel bei seinen Analysen der Geschehnisse.

        MfG

        Deali

      • F. Fischer schreibt:

        Liebe Mitkommentatoren und Unterstützer von Gustl Mollath,
        ich möchte mal was loswerden:
        Da mir eigentlich alle Kommentatoren hier schon lange als Unterstützer Herr Mollaths bekannt sind, würde ich mich sehr freuen, wenn man sich innerhalb dieser Unterstützer darauf einigen könnte, auch vielleicht aus eigener Sicht unpassende und sehr weit hergeholte Meinungen zuzulassen, ohne zynisch oder belehrend zu werden.
        Das Schicksal von Gustl Mollath offenbart viele unterschiedliche Bereiche, von denen man weiß, dass dort riesiges Unrecht passiert ist oder noch passiert, aber es fehlen bisher in den meisten Bereichen noch die Beweise, es gibt dort nur Meinungen. Gleichzeitig gibt es sehr viele Fakten, Dokumente und Indizien, die sehr viele Erklärungen und Theorien zulassen.
        Deshalb sollte es möglich und erlaubt sein, seine eigene Meinung oder Idee oder Theorie einem respektvollen Diskurs zur Verfügung zu stellen.
        Deshalb finde ich persönlich z.B. diesen Blog-Artikel entgegen der Einschätzung von Daeli auch nicht „effekthascherisch“, sondern als eine Meinung, die ich akzeptiere und überlege, ob ich der gleichen Meinung bin, und in gewissen Punkten zu einer etwas anderen Meinung gelangt bin.
        Ich bin froh, dass sich Opa auch in eigene Meinungen und Theorien vorwagt, das kann dem Verständnis nur dienlich sein. Das gönne ich auch anderen Kommentatoren inkl. mir selbst, auch wenn man dabei mal voll daneben liegt, aber da lasse ich mich auch gerne in einem respektvollen Austausch davon überzeugen. 🙂

      • Klaus G. Stölzel schreibt:

        Lieber „Deali“,

        wie Sie wissen, schätze ich ihre mit „Fakten“ gedeckte Aus-
        führungen im Opa-Blog. Also, unter nicht „unbescholtener Bürger“
        verstehe ich, wenn Herr Mollath zum o. g. Zeitpunkt des Jahres
        2003 rechtskräftig wegen „Freiheitsberaubung und Körperver-
        letzung“ im „Sinne des Systems“ verurteilt gewesen wäre. Also,
        dieses Urteil im Strafregister für einen Richter oder ähnliche
        zugangsberechtigte Personen für solche Daten ersichtlich ge-
        wesen wäre.

        Ich bitte Sie deshalb hierzu, den „Faktencheck“, im Nachweis
        mit Verlinkungen (oder Beschreibung wo es steht, ab wann
        Herr Mollath dazu rechtskräftig verurteilt war) hier im Opa-Blog
        zu liefern.

        Dann bitte noch weitere „Fakten“ liefern, wie…..

        ……. Waffenkauf in der „CH“ von Frau Petra Mollath,
        ……..Waffenzersägung und weiteres Herrn Mollath,

        Wenn Ihnen dieser „Faktencheck“ nicht möglich ist, wäre es
        sicher nicht abwägig, wenn Opa, dann Ihren „Scheißdreck“ im
        Blog löschen würde.

        Mit „faktencheck“-reichen Grüssen

        Klaus G. Stölzel

      • Deali schreibt:

        @F. Fischer
        Sehr geehrter Herr Fischer,
        danke für Ihre Worte, ich kann Ihre Anmerkungen gut verstehen.
        Es ist sehr wichtig das die Causa Mollath ständig in den Medien behandelt wird bis Herr Mollath auf freiem Fuß ist!
        Ich möchte jedoch darauf hinweisen das es auch zu viel des Guten geben kann. Und ich zähle eben diesen Beitrag im opablog dazu. Und der opablog ist ja keine Zeitung die regelmäßig erscheint. Es kann sonst leicht passieren, das wie im Sommerloch bei der Presse, wieder mal ein Krokodil im Baggersee auftaucht.
        Ich glaube das die Hausdurchsuchung bei Herrn Mollath eine der wenigen Aktionen ist die nicht zu beanstanden ist. Schade ist das Frau (Ex)Mollath hier nicht in die Verantwortung genommen wurde. Herr Mollath hätte sie wegen falscher Verdächtigung anzeigen sollen.
        Wir alle wünschen uns zusammen mit Herrn Mollath das er einen neuen Prozess bekommt damit er rehabilitiert wird.
        Die Causa Mollath steht jetzt im Rampenlicht wie kaum ein anderer Fall.
        2011 war es der Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann. Ich weiß nicht ob Sie den Fall Kachelmann verfolgt haben. Sie sollten sich mal den Pressebericht zur Urteilsbegründung des LG Mannheim durchlesen:
        http://www.landgericht-mannheim.de/servlet/PB/menu/1269214/index.html
        Hier beleuchtet der Richter die Rolle des Internet sehr kritisch!
        Wir sollten nicht vergessen das Herr Mollath wieder vor einen Richter treten muss. Und der hat sicher auch Internetanschluss.
        Da der opablog auf der „gust-for-help.de“ Seite verlinkt ist kommt man ohne großes Suchen auf diesen Blog.
        Und wenn man dann die hirnspinstigen Theorien bestimmter Kommentatoren liest dann kann man schon glauben das es sich um einen „Käfig voller Narren“ handelt.
        Dr. Iur. H. C. Strate würde sagen: Dem ist entgegenzutreten.
        Auch sollte die Tonlage im Beitrag etwas anders sein. Wie ich schon anmerkte, man hat Herrn Mollath nicht überfallen. Und wären nur 2 Beamte angerückt dann hätte diese Aktion sehr viel länger gedauert.
        Wir verfolgen wohl alle ein Ziel. Auf dem Weg dorthin sollten wir aber überlegen wie wir vorgehen.

        MfG

        Deali

      • Klaus G. Stölzel schreibt:

        Zu dem Kommentar von „Deali“ vom 13. März 2013
        um 12.34 h,

        Lieber „Deali“,

        so wie Sie in den Wald rufen, so schallt es bekanntlich zurück !

        Also, wenn ich mir Ihren o. g. Kommentar so anschaue, dann
        gewinne ich den Eindruck, mit Ihrem Ausdruck. „Ein Käfig voller
        Narren“ oder „Hirnspenstigen Theorien von Kommentatoren“,
        dass mit Ihnen etwas nicht stimmt.

        Und dann wieder Ihr „Gesabber“ über den Fall Kachelmann. Der
        Fall „Mollath“ ist dazu ganz anders gelagert. Der Fall „Mollath“
        ist ein höchst politischer Fall, mit dem sich sogar Herr Dr. Strate,
        zunächst einen „Plattfuss“ (Augsburger Staatsanwaltschaft) ein-
        gefahren hat.

        Bei der „CSU“, als auch bei deren Kumpel`s von der „SPD“ geht
        es um „Sein“ oder „Nicht Sein“ im Fall Mollath. also muss das
        „System“ zusammenhalten.

        Ich bin auch davon überzeugt, dass der „Fall Mollath“ sich von
        oben nach unten entwickelt hat. Also, dass Gustl Mollath mit seinen
        Schreiben im Jahre 2002 an die Banken, die Lawine gegen sich
        losgetreten hat. Die „Story“ mit seinen privaten Verhältnissen
        passte für das „System“, wie die Faust auf das Auge, um ihn
        kriminalisieren und wegsperren zu können.

        Denn, wäre dem „System“ an Frau Petra Mollath und Herrn Maske
        etwas gelegen gewesen, dann hätte man Beide, z. B. in die Schweiz
        wegbefördern können oder sonst wohin. „Beide“ wurden abgeschos-
        sen.

        Deswegen beteilige ich mich mit „Fakten“, gerne an dem „Opa-
        Blog, weil „Opa“ die politische Dimension am Fall Mollath erkannt
        hat. Mit juristischen Argumenten, die selbst stichhaltig sind, wie in
        den anderen Blogs und von Herrn Dr. Strate bestens vorgetragen,
        kommen wir m. E. nicht richtig voran.

        Das „System“ lässt hier, auch die besten Juristen, also mit deren
        Argumenten, eiskalt an die Wand fahren. Das „System“ hat schein-
        bar zwar die Macht, aber nicht das Recht dazu, so zu handeln.

        Und wann hört bei Ihnen „Deali“ endlich das Gesabber auf, also
        wann liefern Sie endlich „Fakten“ ? Wann ? Sie haben noch nicht
        geliefert ? Also, wann ? Es wird Zeit zu liefern !

        Mit freundlichen Grüssen

        Klaus G. Stölzel

  9. annie b. schreibt:

    @ F.Fischer

    Es ist ja wirklich nichts Besonderes, es ist geradezu typisch, dass Rosenkrieger/innen bestehende Strukturen für ihre Zwecke benützen. Es fällt auf jeden Fall nicht auf.
    Ich will hier noch einmal an Gustl Mollaths Vermutung erinnern, der die ganzen Vorgänge unmittelbar erleben musste:

    2003-02-22 Gustl Mollath fragt beim Gericht an, ob Mitarbeiter der HypoVereinsbank oder Credit Suisse etwas mit der Durchsuchung zu tun hätten.

    http://www.gustl-for-help.de/chronos.html

    Sollte er da schon misstrauisch, nervös, beunruhigt gewesen sein, wäre das nicht verwunderlich, ein „Verfolgungswahn“ ist das noch lange nicht. Mir ist im Gegenteil immer wieder aufgefallen, wie oft er Nachstellungen nicht bemerkt hat, arglos war, immer im Vertrauen, dass es mit rechten Dingen zugeht. Die Auseinandersetzung mit der Bank hatte schon lange vor der Hausdurchsuchung stattgefunden, weshalb er sie auch mit der Durchsuchung in Verbindung brachte. Sah sich die Bank wirklich erst nach dem Abschluss der internen Untersuchung durch „Insiderwissen“ bedroht? Hat nicht vielmehr dieses „Insiderwissen“ dazu geführt, dass sich die Bank bedroht sah, weshalb auch die Untersuchung erst veranlasst wurde? Petra Mollath hatte ihrem Mann jedenfalls schon lange vor dem HVB-Bericht einen größeren Geldbetrag angeboten, wenn er „den Mund hält“.
    Vielleicht werden diese Zusammenhänge einmal „im Namen des Volkes“ geklärt werden, so dass wir nicht mehr auf Vermutungen angewiesen sind. Bis dahin meine ich, dass man sich der Wahrheit nur auf verschiedenen Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven nähern kann.

    Was sicher zutrifft: Hausdurchsuchungen finden zu häufig statt, der Anlass ist oft banal, viele sind verfassungswidrig, ein Disziplinierungsinstrument. Dazu gibt es ein aufschlussreiches Interview mit dem ehemaligen Verfassungsrichter Merlinghoff:

    http://www.taz.de/!80807/

    Manchmal fällt Polizei und Staatsanwalt auch etwas Besseres ein, als Razzien durchzuführen:

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/gaddafi-sohn-in-muenchen-ermittlungen-gegen-staatsanwalt-eingestellt-1.1279105
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/polizeipraesident-speiste-mit-diktatorensohn-ministerium-tolerierte-essen-mit-gaddafi-1.1109018

    • F. Fischer schreibt:

      Ich würde gerne außerdem noch erwähnen, dass ich die Arbeit von Opa und Frau Wolff in dieser Sache großartig finde!!!
      Ich bin immer gespannt auf die neuen, erhellenden oder zum Denken anregenden Blog-Artikel.
      Aber ich denke, es ist auch nicht schlimm, wenn man zu einer speziellen Begebenheit innerhalb des Skandals eine andere Auffassung einbringt. 😉

      • kranich05 schreibt:

        Hallo F. Fischer,
        wir kennen uns 😉 ja aus vielen Kommentaren auf diversen Blogs, so daß es mir fern liegt, Ihnen Lehren erteilen zu wollen. (Sie haben den vorletzten Kommentar ja auch nicht an mich adressiert.) Verschiedene Gesichtspunkte einzubringen ist doch absolut normal und notwendig. So werden auch Fehlschlüsse aufgedeckt. Für besonders wichtig halte ich diesen Ihren Hinweis:
        „Die zweite Meinung war, dass ich nicht glauben kann, dass das immense Außmaß der Ungerechtigkeiten gegenüber Herr Mollath von Gerichten, Behörden, Politik und der Psychiatrie in dieser Form von Anfang an so geplant war, sondern, dass sich die Einflussnahme zu Ungunsten von Herrn Mollath sowohl im Ausmaß als auch in der Zahl und Qualität der beteiligten Personen im Laufe der Zeit und der Standhaftigkeit von Herrn Mollath gesteigert hat.“ Ich halte diesen „Entwicklungsgedanken“ für wertvoll und teile ihn.
        Sie sagen „nicht geplant“, ich sage „strategisches Moment“ vorhanden. Das SCHEINT ein Widerspruch. „Strategisches Moment“ verstehe ich nicht als ausgearbeitete Strategie. Eher als eine sozusagen felsenfeste Absicht: „Damit darf der nicht durchkommen, koste es , was es wolle.“ Im Maße, wie Mollath sich nicht einschüchtern ließ, wurden die Maßnahmen gegen ihn folgerichtig (!) schärfer und umfassender. Wenn man das „Spiel“ und seine Dynamik so ähnlich sieht, erhebt sich die m.A. n. berechtigte Frage nach den Rückversicherungen, die man sich holt. (Ich denke die Banker verstehen davon einiges.) Wenn Mollaths Offenbarungen die Dimension dreistelliger Millionenbeträge gehabt hätten (wie er selbst sagt, und er hat meistens Recht gehabt), dann konnte es Maske für nötig gehalten haben, die obersten Bankchefs entsprechend zu briefen. Denn dann würde der Skandal in die Dimension der Systemrelevanz vorstoßen, worauf Stölzel mit vielen konkreten Details immer wieder verweist. (Die ominöse öffentliche Person ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt.)

      • F. Fischer schreibt:

        Hallo Kranich05,
        danke für die nette Antwort.

        Bzgl. Dynamik meinte ich genau das, was Sie sagen.
        Auch wenn dies ein immenser Skandal ist, glaube ich nicht, dass „normale“ menschliche Triebfedern (Rache, Angst etc.) und Fehler (Benehmen der Polizei bei der Durchsuchung) komplett ausgeschlossen waren, unabhängig von einer, wie auch immer gearteten, Verschwörung/Einflussnahme, mein Gehirn kommt zudem auch deutlich an seine Grenzen, wenn ich versuche, ein Konstrukt von einem Netzwerk zu erstellen, welches seit Beginn aller Ungerechtigkeiten in gleicher Form zusammen strategisch gearbeitet hätte.

        Aber ab einem gewissen Punkt, das sprechen Sie auch mit der Einbindung von höheren HVB Mitarbeitern an, ist es für mich auch nicht mehr logisch erklärbar, wie eine gewisse negative Entwicklung für Herrn Mollath NUR eine zufällige Aneinanderreihung von menschlichen Fehlern sein könnte und NUR durch Einfluss von Frau Mollath/Herr Maske zu leisten gewesen wäre.
        Dennoch glaube ich, dass die „Verschwörung“ bei diesen beiden Personen seinen Anfang hatte.
        Ich hatte den Moment der umfangreichen Anzeigen von Herrn Mollath auch erwähnt, der ein Eskalationspunkt sein könnte, an dem einflussreichere Personen (die Schwarzgeld-Hinterzieher?) Einflus geltend machen mussten, da z.B. eine Fahnungsbehörde von tieferen Ermittlungen abgehalten werden musste.

        Es war, nicht nur für die Wiederaufnahme, ein sehr wichtiger Punkt, als der Anruf von Richter Brixner belegt werden konnte (Ohne diese Notizen wäre meiner Meinung nach kein Wiederaufnahmeantrag gestellt worden).
        Diese belegte Einflussnahme durch Richter Brixner beweist aber auch, dass zu diesem Zeitpunkt das „Netzwerk“ mindestens um diese Person erweitert war.
        Wenn man dann noch annimmt, dass die Nachricht stimmt, dass Dr. Wörthmüller am Tag der Hauptverhandlung noch in einer Verhandlungspause für Herr Mollaths Wahn plädiert hat (2 Jahre nach seiner Befangenheitserklärung), kann man auch diese Person zu diesem Kreis zählen und annehmen, dass er auch früher schon irgendwie beteiligt war, als Dr. Krach im Klinikum am Europakanal das erste mal „Fakten“ für die spätere Zwangseinweisung von Herrn Mollath schaffte.

        Dieser „stufenweise“ Ansatz des Netzwerks und die Annahme, dass manche Dinge dann doch „nur“ aus Angst, Oberflächlichkeit , Vorurteile oder Eitelkeit (Kröber?), passiert sind, liegt mir persönlich näher, um zu begreifen, wie Herrn Mollath sowas angetan werden konnte.

  10. F. Fischer schreibt:

    Lieber Herr Stölzel,
    ich habe den Eindruck, es wird vermutet, ich wollte den Skandal relativieren oder entgegen der Fakten herunterspielen.
    Das ist nicht meine Absicht, ich wollte auch keine Bewertung statuieren, sondern eine Meinung äußern.

    Die erste Meinung war, dass die Art des Vorgehens der Polizei tatsächlich vorsätzlich gewesen sein könnte, ggf. die Art der Durchsuchung aber auch nicht so ungewöhnlich war. Dass Frau Mollath den Waffen-Vorwurf geziehlt und strategisch platziert hat, steht außer Frage.

    Die zweite Meinung war, dass ich nicht glauben kann, dass das immense Außmaß der Ungerechtigkeiten gegenüber Herr Mollath von Gerichten, Behörden, Politik und der Psychiatrie in dieser Form von Anfang an so geplant war, sondern, dass sich die Einflussnahme zu Ungunsten von Herrn Mollath sowohl im Ausmaß als auch in der Zahl und Qualität der beteiligten Personen im Laufe der Zeit und der Standhaftigkeit von Herrn Mollath gesteigert hat.

    Auch das „HVB-Schutz-Klima“ habe ich nicht in Frage gestellt, der „Waffen-Vorwurf“ könnte mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich aus Richtung von Frau Mollath UND Martin Maske gekommen sein, um (wie ich auch geschrieben habe) Herrn Mollath einzuschüchtern (oder aus noch anderen Gründen), die ART der Durchsuchung könnte dann aber wieder „business as usual“ gewesen sein.

    Glauben Sie mir, dass ich mich seit November 2012 intensiv mit dem Fall befasse, die Tatsachen und das immense Ausmaß dieser Ungerechtigkeiten und des Skandals kenne und der letzte bin, der irgendetwas in diesem Fall relativieren möchte. Bisher habe ich auch gerne an diesem und Frau Wolffs Blog an Diskussionen teilgenommen, um Herrn Mollath oder einfach nur die Wahrheitsfindung zu unterstützen.

    Ich halte es deshalb für unangebracht, mich in Richtung Befassung mit Tatsachen zu belehren, wie es (zurecht) mit den leider auch vielfachen, komplett desinformierten, Zynikern in dieser Sache geschieht.

    • Klaus G. Stölzel schreibt:

      Sehr geehrter Herr Fischer,

      mir liegt es fern Sie oder eine andere Person hier zu be-
      lehren bzw. belehren zu wollen.

      Ich schreibe deshalb hier von einer Empfehlung, weil mir
      aufgefallen war, dass Sie anscheinend die „Fakten“, unter
      den von mir genannten Punkten 2, 3, 4 aufgezählt, über-
      sehen hatten.

      Dazu, wurde ich von Ihren folgenden Satz völlig irritiert, wie
      folgt, wörtlich:

      …….“Die Ergebnisse des HVB-Bericht und…(…)…. waren
      erst nach der Durchsuchung“……………

      Ich hatte den Eindruck, dass Sie die „Bank-Fakten“, also
      den Briefverkehr zwischen Mollath/HVB/Credit Swiss im
      Jahre 2002 (Aug.-Dez.) völlig ausgeblendet hatten. Denn
      gerade dieser Schriftverkehr u.a. Gespräche waren der
      „Anlass“ für den „HVB-Bericht“.

      Also, auch der „Anlass“ für die Hausdurchsuchung bei
      Gustl Mollath ?

      Hintergrund:
      Seit dem Jahre 1998 war die HVB quasi „Pleite“ wegen
      dem aus der „Bayern Hypo“ übernommenen „Altlasten“
      aus dem „Schrott-Immobilien-Finanzierungs-Komplex“.

      Diese „Pleite“ hatte MP Stoiber, CSU, eingefädelt. Also,
      wenn die HVB im Jahre 2003 in den „Konkurs“ gegangen
      wäre, bzw. schon 1998, dann wäre alles aufgeflogen und
      die „CSU“ demaskiert worden, also als die „Ursache“ er-
      kannt worden, von uns Bürgern.

      Immer, wenn eine Bayern Wahl anstand, dann wurde
      „noch“ schnell davor gehandelt, also
      ….1998 Fusion zwischen Bay. Vereinsbank u. Bayern Hypo,
      ….2003 HRE-Gründung statt HVB-Pleite,
      ….2008 HVB wird gesetzlich aus der Haftung für die HRE
      genommen, genau in der Wahl-Nacht. Hier hat auch schon
      „OPA“ hingewiesen, in seinem Blog, also auf gewisse zeit-
      liche Zusammenhänge.

      Tja, wenn es um das „Vermögen“ des Bürger`s geht, ist
      der „CSU“ nichts zu teuer und dann kommt ein „Gustl
      Mollath“ mit seinem „Insider-Anliegen“ zur HVB. Für
      mich klar. Beim „System“ haben sofort alle Alarm-Klingel
      geläutet.

      Ich bitte Sie deshalb, die „DIMENSION“ des Fall`s Gustl
      Mollath zubegreifen, auch wenn dies zunächst ihr „Fass-
      ungsvermögen“ übersteigt.

      Warum lässt das System „Gustl Mollath“ nicht frei ???
      Warum löst das weitere „Verhalten“ des „System`s“ seit
      Nov. 2012, nur noch „Kopfschütteln“ aus ??
      Warum ?

      Mit freundlichen Grüssen

      Klaus G. Stölzel

      • F. Fischer schreibt:

        Sehr geehrter Herr Stölzel,
        danke für Ihre Antwort.

        Der HVB-Bericht stammt aus dem März 2003, die Revision hatte im Dezember 2002 begonnen.
        Die vorherige Kontaktaufnahme Herr Mollaths mit den Banken war mir auch bewusst.
        Ich halte es nur für möglich, dass zur Zeit der Durchsuchung (19.02.2003, vor Abschluss des Berichtes und Versand desselben innnerhalb der HVB), noch kein Einfluss durch höherrangige oder in Schwarzgeldverschiebungen verwickelte bekannte Persönlichkeiten stattgefunden haben könnte, sondern dass der Ursprung der „Schikanen“ gegen Gustl Mollath immer noch im Einflussbereich von Frau Mollath und Martin Maske lagen.
        Ich möchte mich darauf nicht festlegen, aber ich halte es für möglich.

        Es war für meine persönlich Interpretation auch hilfreich, auszuleuchten, an welchen Punkten eine Einflussnahme durch welche Interessensgruppe stattgefunden haben muss und nicht nur kann.

        Wenn man den HVB-Bericht liest, so scheint mir dieser im begrenzten Maße einer Innenrevision auch tatsächlich um Aufklärung und Sankionierung bemüht zu sein.
        Natürlich behandelt der Bericht nicht die großen Ausmaße der Steuerhinterziehung, es wird auch angemahnt, dass Herr Mollath sinngemäß eine „Gefahr“ darstellen könnte, aber ich habe den Eindruck, der Bericht ist seriös.

        Aber gerade der Hinweis auf diese „Gefahr“ könnte ein Auslöser gewesen sein, dass die „Verschwörung“ ein größeres Ausmaß annahm, da auch höhergestellte Verantwortliche zu der Meinung gelangten, dass es besser wäre, wenn Herr Mollaths Anschuldigungen nicht tiefer verfolgt würden.

        Ende 2003 gab es dann Mollaths Anzeigen an viele Adressaten von Gerichten und Finanzbehörden.
        Als Anfang 2004 dann innerhalb von 2 Tagen sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von der Steuerfahndung unabhängig voneinander die Ermittlungen eingestellt wurden, muss es schon etwas mehr „Druck von oben“ gegeben haben.
        Diese Tage vom 9.2.2004 (Staatsanwaltschaft verneint Anzeige wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung) auf den 10./11.2. (Steuerfahndung stellt nach Anruf Brixner Ermittlungen ein) halte ich für einen Punkt massiver Einflussnahme von Richter Brixner und „Mr./Mrs. X“ (Einflussnahme auf Brixner) und dadurch ein Indiz, dass zu diesem Zeitpunkt der Kreis der Personen, die das ursprüngliche Vorhaben von Frau Mollath („Wir machen den fertig“) unterstützten, angewachsen war.

        Wenn ich eine Spekulation einwerfen darf: Wenn Brixners Einflussnahme eine abgestimmte Aktion war, kann vielleicht vermuten werden, dass an dem Wochenende vor diesen beiden Tagen (also 7./8.2.2004) konspirativ beschlossen wurde, Herr Mollaths Anzeigen an StA und Steufa schnell vom Tisch zu kriegen, nur von wem? Vom 6.-8.2.2004 fand im Bayerischen Hof in München die „Sicherheitskonferenz“ statt. Dort trifft man sich auch zu „inoffiziellen Gesprächen“, u.a. 2004 auch Vorstände von uns und Herrn Mollath bekannten Rüstungsunternehmen und Minister.

        Über die HVB/HRE Geschichte habe ich mir auch viele Gedanken gemacht und bin dadurch schnell zur kooperierenden BayernLB gelangt, die auch ein Interesse daran hatte, dass die HVB/HRE nicht in einen Schwarzgeldskandal geraten.
        Dazu mehr hier in einem Kommentar von mir im Blog Gabriele Wolff:
        http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/03/06/der-fall-mollath-politische-eiertanze/#comment-4101

        Betrachtet man also die Eigeninteressen ab einem gewissen Zeitpunkt bestimmter Vorstände bzw. Aufsichtsräte/Verwaltungsräte in Industrie/Banken, dann hat man einen Kreis, der die Möglichkeiten gehabt hätte, dass das „System“ Herrn Mollath nicht frei lässt.

        Herzlicher Gruß
        F. FIscher

      • Rueckgrat schreibt:

        @ F. Fischer
        zu Ihrer Annahme „Ich halte es nur für möglich, dass zur Zeit der Durchsuchung (19.02.2003, vor Abschluss des Berichtes und Versand desselben innnerhalb der HVB), noch kein Einfluss durch höherrangige oder in Schwarzgeldverschiebungen verwickelte bekannte Persönlichkeiten stattgefunden haben könnte“

        Wenn die Innenrevision der HVB im Dezember 2002 mit der Prüfung der m.E. durchaus detaillierten Angaben von GM begonnen hat, so dürfte sie doch eher schnell zu entsprechenden Ergebnissen gekommen sein, die die Alarmglocken haben hochfahren lassen – und zwar schon vor dem 19.02.!!
        Man darf die benötigte Zeit für die entsprechende Ausformulierung des internen Berichts nicht außer Acht lassen, der vor der endgültigen Fassung sicherlich auch noch einmal die Rechtsabteilung der HVB durchlaufen und dort entsprechend geprüft wurde. Aufgrund der Brisanz der erhobenen Vorwürfe wird die juristische Prüfung der Ausformulierung nicht innerhalb weniger Arbeitstage erledigt worden sein.

      • F. Fischer schreibt:

        @Rueckgrat

        Man muss dazu sagen, dass der Beschluss für die Durchsuchung am 31.1.2003 gefasst wurde.
        Das mit den „Alarmglocken“ glaube ich auch, nur ob das kurzfristig vor dem 31.1. schon zu einer Planung konspirativer repressiver Maßnahmen mit Frau Mollath gegenüber Gustl Mollath geführt hat, weiß ich nicht.
        Ursache für die Durchsuchung war Frau Mollaths Anzeige vom 2.1.2003. Ginge man von einer größeren konspirativen Maßnahme aus, wäre diese Anzeige ja auch schon ein Teil davon gewesen.
        In der Anzeige ist auch schon von der „Erbschaft“ dieser Waffen die Rede. Natürlich war es nur ein schrottiges Luftgewehr, aber diese Angabe deutet darauf hin, dass Frau Mollath gezielt auch diese Teilwahrheit verwendet hat, was aus meiner Sicht weniger dafür spricht, dass jemand außerhalb sich ausgedacht hat, dass Frau Mollath Herrn Mollath einfach mal wegen illegalen Waffenbesitzes anzeigen soll.
        Wenn Frau Mollath also an der Formulierung der Anzeige maßgeblich beteiligt war und man nimmt an, dass sie gemeinsam mit höheren HVB-Leuten die Anzeige/Durchsuchung geplant hat, dann wundert es mich, dass sie aber am 25.2.2003, 6 Tage nach der Durchsuchung, von der HVB gefeuert wurde.
        Zudem war Frau Mollath während der Revision wohl sehr unkooperativ bis frech und später hat sie gegen ihre Entlassung geklagt. Auch das spricht aus meiner Sicht nicht gerade für ein frühzeitig bestehendes verschworenes Team aus Frau Mollath / HVB-Spitze.
        Immerhin wurde der Revisionbericht ja unter Verschluss gehalten, also gab es keinen Grund, die Beziehung der HVB zu Frau Mollath über eine fristlose Kündigung unnötig eskalieren zu lassen.
        Diese Kündigung hätte, wenn die Sachen anders gelaufen wären, ja auch auffallen müssen bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Frau Mollath in der Gerichtsverhandlung. Diese potentielle Gefahr wäre die HVB doch aus dem Weg gegangen, wenn man von Anfang an mit Frau Mollath die Sache geplant hätte.
        Wäre Frau Mollath weiterhin Mitarbeiterin der HVB gewesen, dann hätte es doch noch einen weiteren Beweis dafür gegeben, dass die Anschuldigungen von Herrn Mollath nicht wahr sein können, also warum dann die fristlose Entlassung?
        Nein, ich glaube, am Anfang gab es tatsächlich nur einen kleinen privaten Kreis um Frau Mollath, um Herrn Mollath „fertigzumachen“ und unabhängig davon später einen Kreis von einflussreichen Personen, die dafür sorgten, dass das auch klappt.

        Aber die Ereignisse Ende 2002/ Anfang 2003 lagen so eng beieinander, dass man, glaube ich, unmöglich sagen kann, wann sich wer gegen Herrn Mollath verschworen hat.

  11. BB7 schreibt:

    Hallo zusammen,
    ja die Schlussfrage von Herrn Stölzel ist eine Schlüsselfrage! warum lässt das „System“ Mollath nicht frei. Es gab reichlich ‚Rechtsgrundlage‘ Gustl Mollath vor Weihnachten zu Entlassen und ihm bei der Wiedergewinnung normaler Lebensbedingungen zu helfen. Warum nicht? warum Merk’s Lügen vor der Kamera? warum die Einsetzung einer bestimmten! Staatsanwaltschaft (Augsburg)? warum Nehrlich’s Maulkorb an seine Kollegen? warum all das? warum keine Entlassung (mit Gewalt nicht) ??? Wer gibt soviel ‚Rückendeckung‘ für so viel Kurioses? und wer hat soviel Macht?
    denn offensichtlich haben einige „Mächtige“ große Angst vor den Auftritten des Gustl Mollath im allen möglichen Talk-Shows, — in denen dann sein Insiderwissen öffentlich zu werden DROHT, — für einige „Mächtige“ scheinbar eine unzumutbare Drohung. Die muss offenbar „um jeden Preis“ bis nach die nächste Wahl verschoben werden.
    Und die Strategie der „Mächtigen“ hat schon oft funktioniert!

    Nun bin ich (zuversichtlich?) gespannt, ob es mit Hilfe von Blogs wie diesem gelingt, solchen „Mächtigen“ diesmal „ein Bein zu stellen“

    PS: die offensichtlich destruktiven Beiträge eines gewissen Deali empfehle ich einfach zu ignorieren.

    • kranich05 schreibt:

      Zu den offenkundigen Merkwürdigkeiten, die für mich auf große Steuerung verweisen, zähle ich auch die gezielten Aktionen der Hauptmedien – die unsägliche koordinierte Aktion von Spiegel,Zeit, Tagesprügel Mitte Dezember 2012. Bei der Deutung dieser Medienereignisse sich aufs Psychologisieren zu beschränken (Frau Rückert schätzt den Kröber so sehr usw.) halte ich für völlig daneben.

    • Deali schreibt:

      @BB7
      Welche „Rechtsgrundlage“ hat es vor Weihnachten gegeben um Herrn Mollath zu entlassen?
      Nicht das Sie mich falsch verstehen, ich wäre mit Sicherheit dafür das Herr Mollath sofort freigelassen wird. Ich habe in einem Kommentar im Dezember 2012 geschrieben das ich Herrn Mollath für so ungefährlich halte das ich ihn zu Weihnachten zu mir einladen würde, Frau Dr. Merk und Herrn Seehofer jedoch nicht.
      Hätte man Gustl Mollath entlassen dann hätte Frau Dr. Merk ihre Fehler zugeben müssen. Dem Nerlich geht es genauso. Und Frau Dr. Merk wird nicht freiwillig ihr Amt räumen! Und wenn man schon beim Räumen ist, Herr Franz Schindler könnte dann auch gehen. Er tut der SPD mit seiner Einstellung sicher keinen Gefallen.
      Sie können sicher sein das man hinter den Kulissen fieberhaft nach einer Lösung sucht um unbeschadet aus dieser Sache herauszukommen. Nur es werden wahrscheinlich einige Leute ihre Karriere vorzeitig beenden müssen.
      Allerdings ist das Bayern! Roland Jüptner hätten sie für seine Unverschämtheiten raus-werfen müssen und der ist immer noch da!
      Schlussendlich liegt es an den Bayrischen Wählern das sie den Saustall ausmisten.

      MfG

      Deali

      PS: was ist an meinen Beiträgen destruktiv? Finden Sie es toll das ein gewisser Herr Stölzel mich permanent in die Nähe des Verfassungsschutzes stellt?

      • Klaus G. Stölzel schreibt:

        Lieber „Deali“,

        es ist für mich unfassbar ! Sie „sabbern“ schon wieder.

        „Ich wäre ..(..)…dafür…….“
        Besser:
        „Ich bin mit Sicherheit dafür…..“
        oder
        sind Sie nicht überzeugt: Mit „wäre“ heißt: …..“aber“….

        Dann:

        Warum fassen Sie Ihre folgende Ausführung nicht in eine
        Frage um, wie folgt:

        …..“Warum wird Herr Dr. Jüptner für seine Unverschämtheiten
        vom „System“ nicht hinausgeworfen ?

        Oder.

        Warum wurde Herr Mollath, trotz der „Fehler“ von Frau Merk im
        Dezember 2012, nicht aus der Hupfla entlassen ?

        Und daraus lässt sich ein „Für /Widder“ Diskurs im Blog entwickeln.

        Ich habe die Hoffnung bei Ihnen nicht ganz aufgegeben, auch wenn
        Sie mich nun als „Lehrerhaft“ bezeichnen werden. Ich habe ein
        Herz für alle Menschen, auch wenn sie „Verfassungssch(m)utz“-
        verdächtig sind.

        Mit freundlichen Grüssen

        Klaus G. Stölzel

  12. Menschenrechtsaktivist schreibt:

    Beim Fall Mollath handelt es sich nicht um Merkwürdigkeiten, sondern um Verhaltensweisen wie z.B. im Wolfsrudel. Dem Leitwolf wird sich untergeordnet.
    Meist wird der Erstbeamte oder der Erstrichter als Leitwolf anerkannt.
    Beim Aufbau unserer Gesellschaftsordnung wurden offenbar das Hörigkeits- und Unterjochungsverhalten, vgl. z.B. http://www.uni-koeln.de/hf/konstrukt/didaktik/experiment/experiment_beispiel.html sowie die Gruppenaggressivität (vgl. z.B. http://users.auth.gr/gtsiakal/AcrobatArxeia/Tsiakalos_Xenophobie.pdf , Justizkumpanei) übersehen.
    Das Ergebnis ist z.B. die Richterwillkür (vgl. z.B. http://unschuldige.homepage.t-online.de/ http://www.odenwald-geschichten.de/?p=682 , http://volksbetrugpunktnet.files.wordpress.com/2012/12/justiz.pdf , http://www.politaia.org/politik/fall-mollath-offener-brief-des-richter-i-r-heindl-an-beate-merk/ , http://www.odenwald-geschichten.de/?p=1740 , http://www.hoerbuchkids.de/hu/mr/homepage/justiz/info.php?id=134 , http://www.zis-online.com/dat/artikel/2009_4_304.pdf ).
    Die alte Philosophie des John Locke ( http://de.wikipedia.org/wiki/John_Locke , http://www.gewaltenteilung.de/haeuser2.htm ) wurde mit der Legitimationskette teilweise berücksichtigt.
    Unsere Regierungen übersehen dabei, dass sie nach Locke die Naturrechte Leben, Freiheit und Eigentum zu beschützen haben und ein Widerstandsrecht der Untertanen besteht, wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind.

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