Fundstück – 15.9.2018 – Migration

„Migration wurde früher verstanden als eine Beziehung zwischen einem Individuum und dem Staat. Heute versteht man sie besser als Beziehung zwischen einem Individuum und einem Arbeitgeber, vermittelt über den Staat.“

ursprüngliche Quelle, via Fassadenkratzer: „Der Einfluss der internationalen Großkonzerne auf den Globalen Migrationspakt der UNO“

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4 Antworten zu Fundstück – 15.9.2018 – Migration

  1. Joachim Bode schreibt:

    Viele Mitbürger waren begeistert von der sogenannten Globalisierung, ohne zu erkennen, dass die Arbeitskräfte-Migration eine ihrer Hauptbestandteile ist. Wichtig war vor allem, wenn man als Tourist an manchen Grenzen kein Geld tauschen und keinen Pass vorweisen musste…..
    Bedenken kamen erst, als Millionen von Migrationen ins Land fluteten, ebenfalls ohne Geldtausch und ohne Pass, aber von Kanzlerin und Gefolgsleuten willkommen geheißen.

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  2. fidelpoludo schreibt:

    Aufstehen gegen den nicht nur in Deutschland geführten Propagandakrieg (zuletzt vorgeführt in der von Politik und Medien abgesprochenen „Chemnitz-Inszenierung“

    Peter Frey (peds-ansichten.de) hat diesen Zusammenhang, der die interessierte „Vorbei- und Absicht“ treffend am Beispiel „Chemnitz“ auf den Punkt bringt, so deutlich herausgearbeitet, dass ich mich eines längeren Zitats seiner Ausführungen nicht enthalten kann. Der mit Schmerzen ausgesparte „Rest“ seines Essays („Chemnitz und die Psychologie der Massen“) kann hier nachgelesen werden:
    https://peds-ansichten.de/2018/09/chemnitz-medien-migration-manipulation-hetze/

    Da werden im Zentrum einer sächsischen Großstadt drei Menschen niedergestochen, einer von ihnen stirbt. Das treibt viele Menschen spontan um und auf die Straße. Und was geschieht? Sie werden von Politik und Medien in Sippenhaft genommen, ihnen werden ethische Defizite unterstellt und zum wiederholten Male wird ein Popanz um die Gefahr von rechts aufgebaut. Wie ehrlich ist diese Gesellschaft eigentlich zu sich selbst?

    (…) Was hier tatsächlich geschah, war die Durchführung einer medialen Werbetour für rechte Gruppen oder Gruppen die dafür gehalten werden, oder auch Gruppen die man ganz bewusst als solche diffamierte. Mit Empörungs-Management hat man die Menschen noch allemal abhalten können, eine tatsächliche, reflektierende und daher mühselige Problemerfassung – damit beginnt es ja erst einmal – geschweige denn die nachfolgende Suche nach Lösungen anzugehen.

    Wenn Medien Ihre Emotionen anstacheln, Ihre Rationalität durch Angsttrigger verdrängen, dann tun sie Eines mit Sicherheit nicht: mit dem Anspruch an Objektivität berichten. Dann verbreiten sie vielmehr Informationen, nach denen Sie sich richten sollen – Nach-richten also.
    So funktioniert Propaganda. Erzähle Geschichten, zeichne sie scharf, gib dem Zuschauer Gelegenheit, Stellung zu beziehen. Mache die Dinge einfach. Und er wird das tun, was man von ihm verlangt. Dazu gehört zum Beispiel, nicht zu fragen, was für ein Problem denn die Chemnitzer – und nicht nur die – mit Ausländern haben. (…)

    Dabei geht es hier „nur“ darum, den Verteilungskampf zwischen den ärmsten Schichten der Gesellschaft zu befeuern, während „von oben“ immer mehr der Sozialstaat dem Effizienzgedanken des Neoliberalismus geopfert wird. (…)

    Wenn mir in der Politik nichts Substanzielles mehr einfällt, um die tatsächlich dringend anzugehenden Probleme dieses Landes offen zu diskutieren – was durchdachte und von der Bevölkerung getragene Lösungen ja erst möglich macht – dann muss ich, im Sinne meines Machterhalts, die Karte „Teile und Herrsche“ ziehen. Denn nur so kann die eigene Inkompetenz hinter großem Aktionismus, gespickt mit unzähligen inhaltslosen, dafür aber manipulativen Worthülsen, versteckt werden. 
    Hierfür agieren die Träger der Meinungshoheit als permanente Signalgeber von alarmierenden Gefahren und bieten „glücklicherweise“ gleich noch die „Lösungen“ für deren – in der Regel nie endende – Bekämpfung an. Immer und immer wieder wird die Bedrohung unserer Sicherheit thematisiert, der von innen wie von außen. Gefahr liegt immer und überall in der Luft. Um es anders auszudrücken: Medien und mit ihr die Politik spielen intensiv auf der Klaviatur von Propaganda.

    Dabei wird ein Matsch aus vermeintlichen Gefahren und Symptomen angerührt, der den Leuten völlig das Hirn verkleistert und ihnen die Gabe nimmt, Probleme selbständig zu erfassen. Menschen, die heutzutage in die Schubladen von Antisemiten, Ausländerfeinden, Rechtspopulisten und Rechtsextremen geworfen werden, stehen auf verlorenem Fuß, denn sie weisen im Grunde nur auf die subjektiv erfahrenen Symptome eines viel größeren Problems hin, an das sie sich samt der Gesellschaft als Ganzes einfach nicht heranwagen. 
    Das Problem ist nämlich ein ganz anderes und das wurde in all den Tagen seit dem Mord eines Irakis an einem Deutschen niemals auch nur mit der Kneifzange angefasst. Dabei kann allein die Nationalität des Täters schon ein guter Hinweis sein.
    Primär wird bis heute ein System, dass nur durch Wirtschaftswachstum – gekoppelt an ein anachronistisches Finanzsystem – lebensfähig bleibt und somit zwangsläufig auf Kosten anderer betrieben wird, nicht zur Diskussion gestellt. Man muss überhaupt nicht Experte sein, um zu erkennen, dass das nicht ewig gutgehen kann.
    Machen wir uns doch nichts vor: Ein solches System generiert unweigerlich immer aufs neue Ausbeutung und Krieg! Wir stützen tagtäglich ein krankes System, dessen Gehirnwäsche uns mittels Pseudowissenschaften – wie Volkswirtschaftslehre, samt tragender Ideologien – weismachen will, dass wir in erster Linie egoistisch-gierige Wesen sind. Wir nehmen das hin und leider handeln wir auch zu oft danach.
    Sie meinen, ein messerstechender Iraker oder zum Beispiel gewerbsmäßige Drogenkriminelle aus Marokko haben damit überhaupt nichts zu tun? Oh doch!


    Weil wir dieses Primärproblem nicht wagen zu lösen, ändert sich auch nicht die darauf aufbauende Politik. Letztlich ist unsere Gesellschaft gemeinschaftlich dafür verantwortlich, dass anderswo soziale Gemeinschaften zerrüttet und folgerichtig Flüchtlinge überhaupt erst „produziert“ werden. Und so wie die Deutschen keine homogene Engelsschar sind, so kommen auch aus der Ferne nicht nur dankbar und voller Demut unsere milden Gaben annehmende Flüchtlinge. So sind wir Menschen nun einmal nicht.


    Und nun frage ich Sie, liebe Leser: Welchen Stellenwert hat dieses Primärproblem? Über eine Woche gab es Gelegenheit, das tragische Ereignis von Chemnitz in eine Debatte münden zu lassen, warum überhaupt so viele hunderttausend Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie Teilen Afrikas nach Deutschland kamen. 

    Wir würden interessante Zusammenhänge erkennen können, die unser ganz banales Alltagsverhalten betreffen. Dass wir aktiver Gestalter des primären, des fundamentalen Problems sind, können wir – nur als ein Beispiel – sehr gut an unserem eigenen unreflektierten Verhalten erkennen, dass sich im bedingungslosen Ja zu den in den letzten Jahrzehnten etablierten Supermarkt-Ketten ausdrückt.

    Ja, zwischen Supermärkten und Flüchtlingen besteht eine tiefe Beziehung.

    Doch statt den eigenen Standpunkt, die eigene Rolle im System zu überprüfen und in eine große gesellschaftliche Diskussion zu gehen, die offen, respektvoll und konstruktiv ist, wird etwas ganz anderes getan. Es wird Stellung bezogen.

    „Stellung beziehen“ ist eine Begrifflichkeit des Krieges. Sie steht dafür, aus sicherer Deckung und Distanz den Feind zu bekämpfen. Der Protagonist sieht sich – da ja bei „den Guten“ – nicht als Teil des Problems und sieht so also die Schuld bei „den Anderen“, wobei die Crux bereits das Hantieren mit der Schuldkategorie an sich ist. Natürlich muss man dafür den Feind vorher ausgemacht haben. Oder muss man zuvor darauf gestoßen worden sein, wen man als Feind zu betrachten habe. Seien wir uns diesbezüglich sicher. Es gibt Spezialisten, die dafür sorgen, dass allen „ihre passenden“ Feinde nie ausgehen werden.

    „Stellung beziehen“ hält davon ab, sich mit grundsätzlichen Problemen zu beschäftigen. Es zeigt auf die anderen und ihre Defizite, zieht ständig rote Linien, zeigt „klare Kante“ und erschöpft sich in Populismus. „Stellung beziehen“ ist eben das „über das Stöckchen springen“, was ich nun auch in Chemnitz wahrgenommen habe. Ein großes Feuerwerk an Destruktivität und Energieverschwendung – und dazu noch hochgefährlich! Denn offenbar sind sich viele „Aktivisten“ nicht im Klaren, dass auch die zivilisatorische Hülle der deutschen Gesellschaft dünn, sehr dünn ist und bürgerkriegsähnliche Zustände keine Fiktion bleiben müssen.

    Der Faschismus droht nicht durch ein paar manipulierte oder – was ich für sehr wahrscheinlich halte – gekaufte Seelen, die öffentlichkeitswirksam mit dem Hitlergruß posieren. Doch signalisiert er seine Anwesenheit durch eben diese Inszenierung, durch die gezielt verbreitete Symbolik, die wirkmächtigen Trigger. Er selbst kommt aus einer ganz anderen Ecke, er kommt auf leisen Sohlen und nutzt die Psychologie der Massen, ganz so, wie es Gustave Le Bon beschrieben (6) und Edward Bernays weiter entwickelt hat (7,a2).

    Er kommt vor allem von dort, wo uns in einem Klima von Paranoia stetig aufgetragen wird, Andersdenkende nicht zu verstehen sondern zum Schweigen zu bringen, durch Stigmatisierung, Ausgrenzung, Verteufelung. Am Ende steht in letzter Konsequenz die physische Vernichtung. Bei dieser Psychologisierung der Massen heizen unsere Leitmedien – in vorderster Front ARD und Co. – ganz zu Diensten der etablierten Politik kräftig mit ein (8). Möchten Sie tatsächlich Teil einer so verführten Masse sein?


    Bleiben Sie bitte schön aufmerksam.

    (Die Hervorhebungen der fetten Art stammen von mir)

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    • kranich05 schreibt:

      Nö, fidelp,
      trotz Deiner etwaigen Schmerzem oder Freuden, ein Kommentar ist das nicht, was Du hier eingestellt hast.
      Traue doch den Blogleserinnen und -lesern zu, dass sie selbständig einem angebotenen Link folgen können. Wenn Du fürchtest, dass sie Deinem Hinweis nicht folgen, dann erläutere doch, warum Du diesen Beitrag so ungemein wichtig findest. Mache ihn „schmackhaft“. Vielleicht kannst Du sogar ein dort benanntes Problem aufgreifen, kannst es weitertreiben, eine neue Seite zeigen usw. DARIN liegt Deine Macht als Kommentator. 😉 Nutze sie!
      ——————
      Übrigens bedanke ich mich für den Hinweis auf den Beitrag.
      Ich ertappe mich bei der Sünde, dass ich Blogs mit längeren, gründlich argumentierenden Beiträgen etwas zu wenig lese. Es macht einfach Arbeit. „Peds Ansichten“ gehört dazu und auch der „Fassadenkratzer“.

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      • fidelpoludo schreibt:

        Lieber Kranich,
        1. Du hast grundsätzlich recht.
        2. Du gibst mir allerdings auch ein bißchen recht mit Deinem „Sündeneingeständnis“.
        3. Ich sehe den Begriff des „Kommentars“ möglicherweise nicht so eng wie Du: Ein Zitat kann sich als besserer Kommentar erweisen als Worte drum herum oder dran vorbei oder darüber hinaus.
        Aber ich behalte das Problem im Auge. Versprochen!
        Zum „Fassadenkratzer“ habe ich gerade etwas in Arbeit…

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