In unserer Mitte – Krieg gegen das Menschsein!

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Fragen und Antwortversuche.

Gibt es Veränderungsbedarf?

Es gibt den gröβten und radikalsten Veränderungsbedarf, denn die Menschheit ist in einer Existenzkrise.

Atomwaffen und andere Wissenschaft bedrohen uns mit dem sog. Overkill. Die stofflichen Grundlagen des menschlichen Lebens – Boden, Wasser, Energie, Rohstoffe, Lebewesen – werden ausgeraubt, und lebenswichtige natürliche Regelsysteme werden brutal zerstört. Die menschliche Gattung wird von Gelddynastien geführt, dem personifizierten Tod. Ein grosser Krieg gegen Russland wird organisiert. – Es ist später als 12 Uhr und kostet schon heute viel Blut.

Gibt es Lösungsbemühungen?

Fast alle politischen Repräsentanten westlicher bürgerlicher Demokratien sind Mitverursacher, das Wirken vieler NGOs ist Teil des Problems. Eine wachsende Zahl unabhängiger Initiativen ist um Lösungen bemüht. Zu ihnen gehörten oder gehören: Occupy/Blockupy, die Syriza-Hoffnung, Friedensmahnwachen, das Sanktionshungern von Ralph Boes, Initiativen Pro Flüchtlinge und viele viele andere. Sie sind eine Minderheit.

Eine wachsende Zahl von Menschen ist beunruhigt und will Position beziehen. Sichtbar wird das beispielsweise auf der Plattform “Openpetition”. Dort werden z. Z. mehr als 12000 Petitionen mit mehr als 15 Millionen Unterschriften gezählt. Millionen sind mißtrauisch geworden gegenüber ihren öffentlichen (angeblichen) Sprechern und Interessenvertretern (“Bild kämpft für Sie!”) und melden sich selbst zu Wort.

Sind ihre Lösungsbemühungen erfolgreich?

Große Nein, kleines Ja. Nein, denn kaum eine der erwähnten Initiativen erreichte/erreicht ihr erklärtes Ziel. Ja, denn jede dieser Bemühungen bestätigt eine alte populäre Erkenntnis: “Hoffen und Harren, hält manchen zum Narren.” Langsam erschöpft sich die Geduld. Ent-Täuschung öffnet Denkmöglichkeiten. Im Extremfall wird sogar Revolution wieder denkbar; nicht als der Schrecken, sondern als der Ausweg aus dem Schrecken.

Die derzeitigen Lösungsbemühungen kranken an dem Missverhältnis zwischen Anspruch und Durchsetzungsmacht (vielleicht gar Durchsetzungsernst?). 15 Mio Stimmen auf 12 T Petitionen verteilt, ergeben einen Durchschnittswert von etwa tausend. (Mancher Böller im vollbesetzten Stadion hat mehr politische Sprengkraft.) Die 15 Mio mögen als aktiv-demokratisch gelten und (mit Angehörigen) etwa ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger repräsentieren. Petitionen zu unterschreiben, ist wohl eine der einfachsten demokratischen Aktivitäten; doch missachtete Bittsteller können sich radikalisieren. Absolute Herrscher mussten das mehr als einmal erfahren. Das passiert, wenn die Bittstellerei nicht mehr um ein Luxusproblem geht, sondern um Leben oder Tod.

Was ist mit den anderen zwei Dritteln? Vielleicht äußern sich Viele nicht, weil sie sich nie politisch äußern. Ein Drittel der Gesellschaft, das seinen unmittelbaren Interessen nachgeht und in ihnen aufgeht und für das der politische Bereich praktisch nicht existiert?

Und das dritte Drittel? In den Diskussionen der Sozialen Medien, in Internetforen und Blogs beobachte ich die Zunahme von Ressentiments. (Sozial-)Rassistische und nationalistische Positionen werden zahlreicher und krasser geäußert als noch vor zwei Jahren. HOGESA, Pegida, Pegada, Endgame haben – die Einen mehr, die Anderen weniger – konditioniert. Den genannten Positionen wird stärker zugestimmt. Humanistische Standpunkte werden als weltfremd und als “Duselei” beschimpft. Diese Tendenzen betrachte ich als “Türöffner” für die offen faschistische Artikulation von “Volkes Stimme”.

Das Fazit aus den skizzierten “Lösungsbemühungen” erlaubt nur wenig Optimismus. Trotzdem (gerade deshalb!) muß der radikale humanistische Ausbruch aus der Endzeit-Misere gedacht werden.

Welche Revolution?

Revolution ist nicht das, was man mit “RRR” schreibt. Ihr Inhalt ist die Ablösung der auf Ausbeutung und Gewalt beruhenden Klassengesellschaft Kapitalismus durch eine menschliche Produktions- und Lebensweise der unmittelbaren Gesellschaftlichkeit und damit der Herrschaftsfreiheit.

Die Revolution ist also die gröβte je erhobene geistige und materiell-praktische Herausforderung. In ihrem Zentrum: Die Befreiung jedes einzelnen Menschen kann nur die (immer wieder getroffene) Entscheidung dieses einzelnen Menschen sein.

Ist Revolution nicht der alte miβlungene Weg des Realsozialismus?

Nein. Zwar trifft zu, dass Konzepte (oft als “Transformation” bezeichnet), die nicht auf die Abschaffung des privaten kapitalistischen Eigentums an Produktionsmitteln sowie die Zerstörung der Instrumente kapitalistischer Herrschaft gerichtet sind, nutzlos sind und in die Irre führen. Ihnen gegenüber war der realsozialistische Versuch ein richtig begründeter Anfang. Jedoch reichten die realsozialistischen Konzepte nicht aus, das ist die historische Erfahrung, die neue Gesellschaft der menschlichen Emanzipation hervorzubringen.

Revolution wird nicht von Wenigen, überlegen theoretisch Ausgerüsteten, in der Kampfpartei Gestählten, geführt und durchgeführt, sondern von der Masse der Menschen, die SICH SELBST PRAKTISCH ERMÄCHTIGEN und zwar beginnend bereits VOR der Revolution.

Wodurch ermächtigen sich die Machtlosen?

Die Selbstermächtigung ist weniger ein geheimnisvoller Vorgang, der sich in den Tiefen des Individuums in meditativer Abgeschiedenheit vollzieht. Das auch aber viel mehr ist sie ein praktisches soziales Verhältnis. Sich persönlich sozial ermächtigen heißt, Vertrauen zu meinen Mitmenschen zu fassen und stabile (belastbare) Beziehungen der wechselseitigen Verantwortung mit ihnen zu knüpfen, zu pflegen, alltäglich zu praktizieren. All das, wohlgemerkt, nicht zu Verwandten, sondern zu “sozial Fernstehenden”, potentiell zu ALLEN Menschen. Denn alle Menschen sind gleich wert und würdig und berechtigt.

So verstandene Selbstermächtigung des Individuums geschieht in den Maßen seiner persönlichen Energie und seines persönlichen, selbstverständlich begrenzten, Universums. Sie ist strukturiert und auch hierarchisiert. Vor allem aber ist sie beweglich, wie das Leben selbst und jeder Erstarrung feindlich.

Die genannten Prozesse sind schon heute, oft nur begrenzt und temporär, bei Freiwiligen-Initiativen zu beobachten. Eine ihrer elementaren Voraussetzungen ist die TRANSPARENZ aller Verhältnisse aller Personen, soweit sie mit der Sache im Zusammenhang stehen. (Die Mißachtung der Transparenz ist eine der Hauptsünden des Realsozialismus. Hier liegt eine der großen Bruchlinien gegenüber Lenins Vermächtnis.)

Wovon hängt es ab, dass der Ermächtigungsprozess VOR DER REVOLUTION nicht unterbrochen oder abgebrochen wird, sondern immer wirksamer fortschreitet?

Der materielle Lebensmittelpunkt der Person (im Sinne: Quelle ihres Lebensunterhalts) muss von den kapitalistischen Reproduktionsbedingungen maximal abgekoppelt sein. (Man könnte formulierern, dass ein Höchstmaβ von “Richtigem” im “Falschen” gelebt werden muss.) Es gibt viele Wege, sich diesem Ziel zu nähern: Die vernünftige Steuerung/Reduzierung der eigenen Bedürfnisse gehört ebenso dazu, wie Aktivitäten der Selbstversorgung und des Tauschs. Als einen ernstzunehmenden Ansatz betrachte ich den Kampf um eine bedingungslose Grundsicherung jedes Bürgers. Sie ist ökonomisch begründet in der Gratiswirkung der heute mächtigen menschlichen Produktivkraft. Politisch kann sie m. E. durchaus als die zeitgemäße Neuauflage des damaligen Kampfes um den 8-Stunden-Arbeitstag gelten.

Soweit zu materiellen Voraussetzungen der Selbstermächtigung. Noch mehr sind das aber Vorgänge geistig-praktischer Arbeit. Kultur der Lebensführung will gelernt sein, wie andererseits Verführbarkeit gelernt werden kann. Weite Felder tun sich auf.

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Die abweichende Meinung

Von dem ehemaligen Richter Joachim Bode, manchen meiner Leser vielleicht durch seine Gastbeiträge auf opablog bekannt, erhielt ich diese Mail:

“An dieser für Derartiges eher ungewöhnlichen Stelle erlaube ich mir einen Hinweis auf den intellektuell  erfreuenden Erguß des recht ungewöhnlichen Bundesrichters Thomas Fischer zu den Fragen von Gefolgschaft und abweichender Meinung – Themen, die im juristischen Studium und auch später in der Praxis nur am Rande und – nicht zufällig – in bestimmtem Sinne behandelt werden: Unkritisch, was die Gefolgschaft anbelangt, abschätzig, was die abweichende Meinung betrifft.
Es lohnt sich auch, auf den am Schluß seiner Ausführungen angegebenen Link zu achten…..”

“Die andere Ansicht” – Niedergang oder Sieg des Rechtsstaats?

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Am gewöhnlichen außergewöhnlichen Ralph B. scheiden sich die Geister

Ralph B. macht das Gewöhnlichste: Er setzt sich für paar Artikel des Grundgesetzes ein. Zufällig sind dabei die “Grundgesetzlichsten” (etwa Artikel 1), ohne die das ganze schöne GG zum Schmarrn würde.

Ralph B. macht das Außergewöhnlichste: Er riskiert dafür sein Leben. Kein Normalo tut sowas. Für die Pole-Position, für ‘ne Goldmedaille, für Free Solo – dafür schon.

Aber für die Menschenwürde?

Ralph Boes will leben, so wie es unsere erklärten humanitären Werte versprechen.

Ralph Boes will nicht vegetieren, wie es unsere praktizierten mörderischen Gesetze erzwingen wollen. Mit EU-Frontex im Mittelmeer, bezahlt mit Deinem und meinen Steuergeld, beschlossen von Deinen Politikern, wird die mörderische Praxis an abertausenden Menschen exekutiert – Vegetieren oder gleich Absaufen.

Weit weg.

Nicht weit weg, vor dem Brandenburger Tor, Berlin, Hauptstadt, zwingt Ralph der Macht ein “Experiment mit der Wahrheit” auf.

Ralph ist NICHT auf dem irrwitzigen Trip, durch sein Opfer (dadurch, dass sich EINE Person opfert), ein menschenfeindliches System aus den Angeln heben zu wollen. Ja, er streitet für maximale Forderungen – Hartz IV muss weg! Recht auf ein Bedingungsloses Grundeinkommen! – aber er weiss, dass dafür Viele den entschiedensten politischen Kampf führen müssen. Er läßt dem System den Ausweg, sein Lebensrecht zu achten, OHNE SOFORT alle Hartz IV-Gesetze abschaffen zu müssen. Die rechtliche Grundlage dafür steht im Bürgerlichen Gesetzbuch, Paragraf 226, mit dem sog. “Schikaneverbot”. Auf diesen Paragrafen kann sich noch der/die letzte Mitarbeiter/Mitarbeiterin des Jobcenters berufen, wenn er/sie es will.

Ralph Boes vertritt eine durchdachte radikaldemokratische Position in grundsätzlichen sozialen Fragen*. Er vertritt sie mit äußerster Konsequenz. Ich bin überzeugt, dass es die einzige Position ist, die unser “Abgleiten in die Barbarei” stoppen kann. Selbst “Abgleiten in die Barbarei” wird immer mehr zur leeren Formel. Es geht um nicht weniger als die massenhafte gegenseitige Menschenvernichtung. Nicht irgendwo “fern in der Türkei”!

Demokraten aller Art, Linke zumal, glauben immer noch, das alles sei ein Spiel, das mensch, wenn er es nicht ganz ignoriert, am besten aus der Ferne mit Kommentaren begleitet (“mit verlegte Händ”) .

* update

Hierzu absolut passend die Rezension durch Ekkehard Lieberam zweier aktueller Schriften in der “jungen Welt”.

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Das Thema Flüchtlinge wird GROSS!

Eine Flut von Geschriebenem, Gesendetem beschäftigt sich mit der Flüchtlingsproblematik. Das Allermeiste davon ist unbrauchbar.

Jetzt hat ein ehemaliger Asylrichter, Herr Peter Vonnahme, sich der Thematik endlich mit Weitblick und Tiefgang gestellt. Sein Beitrag auf Telepolis stößt auf großes Interesse, wie auch 491 Kommentare in drei Tagen zeigen.

Andreas Hauss hat weitere grundsätzliche Überlegungen angestellt unter der Überschrift: “Klug und doch nicht ausgegoren”, hier zu finden.

Sehr zum Lesen empfohlen.

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Den Lügenmedien keine Zeile wert

via: Saker

Update am 29.8.2015:

Nachdem ich in den letzten Tagen die Kommentare beim Saker-Blog genauer angeschaut habe, distanziere ich mich entschieden von den dort zahlreich, auch vom Admin! geäuβerten rassistischen und nationalistischen Positionen.

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Die Oma und Herr Boes

Als ich heut morgen nach langer Berliner Nacht in einem Cafe gegenüber dem Steglitzer Kreisel beim Frühstück saβ, sah ich eine Oma bei grün über die Straße gehen. Sie ging langsam, etwas beschwerlich aber ruhig und zielstrebig. Aus der Gegenrichtung kam ein Auto, das abbiegen wollte und also ihren Weg kreuzen musste. Es war ein dicker Schlitten mit sicherlich hunderten Pferden unter der Haube. Er kam ziemlich schnell, drehte flott ein und bremste zugleich geschmeidig. Vor der Oma kam er brav zum Stehen. Diese setzte ihren Weg fort, ohne Zögern, ohne erkennbare Beunruhigung. Dann fuhr das Auto wieder an, beschleunigte lebhaft – hui! auf und davon.

Sie war eine PS-Schwache aber sie kannte die Regeln und vertraute ihnen. Und unbekümmert setzte sie ihren Weg fort. Er war mindestens 1000 mal stärker. Aber auch er kannte die Regeln, die gleichen Regeln. Mit Selbstverständlichkeit befolgte er sie, und dann sauste auch er unbekümmert davon.

Dabei war zumindest die Schwache dem Tode nahe gewesen.

“Straßenverkehr” nennt man dieses wunderbare System, in dem täglich, ja stündlich, milliardenfach Menschen, zielstrebig unterwegs mit gefährlichen Vehikeln, sich gefährlich nahe kommen und doch fast nie Schaden erleiden. Wie ist das möglich? Die allhelfende Hand des Lieben Gottes dürfte es kaum sein.

Des Rätsels Lösung sind klare Regeln für alle – auch allgemeine Appelle sind darunter: “Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme!” – die Jede und Jeder ganz bewusst einhalten. Verstöße dagegen gibt es auch, mit oft bösen Folgen. Doch insgesamt gesehen sind das verschwindend wenige.

Auch Herr Boes will bei grün über die Kreuzung, obwohl da etliche dicke Schlitten unterwegs sind. Auch er vertraut auf die allgemeingültigen Regeln. Er führt sogar Artikel des Grundgesetzes an und Rechtsvorschriften  des BGB (“Schikaneverbot”). Dort finden sich Sätze, wie: “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.”

Doch die in den dicken Schlitten, haben sich eigene Gesetze gemacht. Regel 1: Alle sind gleich aber wir sind gleicher! Sie rufen laut: “Herr Boes aus dem Weg! Sie spielen mit ihrem Leben! Noch ein Schritt, und wir müssen sie leider unterpflügen!”

Herr Boes sieht sich in einem bösen Traum: “Soll ich als Baum am Straßenrand stehen?” fragt er belustigt-verzweifelt. “Gute Idee!” rufen die Mächtigen ihm zu: “Noch besser aber: Als Maulwurf unterm Straßenpflaster durch!”

“Das soll Würde sein!”, ruft Herr Boes empört und bleibt trotzig bei grün mitten auf der Kreuzung. Allein?

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Sie stören die deutsche “Kultur des Wegsehens”

Gestern berichtete mein “Sangesbruder” (Sagt man bei Shantychören auch so?) Frank in der Kiezkneipe “Syndikat” von Sea-Watch. Er ist an diesem Projekt aktiv beteiligt und war auch als Arzt zwei Wochen mit an Bord. Eine Reportage von “Weltspiegel” gibt einen guten Einblick in die Sea-Watch-Initiative zur Mithilfe bei der Rettung von Flüchtlingen vor Libyens Küste im Mittelmeer.

Auf der ARD-Seite heißt es dazu: “Mittlerweile formuliert die Crew massive Vorwürfe gegen die staatlichen Institutionen, gegen Frontex und auch gegen die deutsche Marine. Notrufe blieben ohne Reaktion, die Tatenlosigkeit der Verantwortlichen sei nicht akzeptabel.”

Frank konnte, über den Videofilm hinaus, viele Fragen beantworten.

Mir blieb der verstörende Eindruck, dass sich dort eine Katastrophe ereignet, von der uns bestenfalls Informationsbruchstücke erreichen. Nichts daran ist Naturkatastrophe. Die reichsten Staaten der “europäischen Wertegemeinschaft” schauen ungerührt zu, die allgegenwärtigen Medien der “freien Welt” schauen ungerührt weg (“Weltspiegel extra” war eine große Ausnahme). Das unausgesprochene Credo der Mächte des christlichen Abendlandes lautet: Die beste Lösung des “Problems” ist das Meer.

Menschliche Initiativen auf Robinson Crusoe-Niveau reißen die schmutzigen Lappen von der Wunde.

Es sind solche menschliche Initiativen, oft sind es einzelne Personen, die Alarm schlagen – “Sea Watch” an der Außengrenze, Ralph Boes am Brandenburger Tor, im Herzen der Finsternis.

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Sie schlagen Alarm gegen eine sorgsam gepflegte deutsche Massen”kultur” – die “Kultur des Wegsehens”. Und – ja, ich sage das Oftgesagte für Diejenigen, die wenig wissen: Im Wegsehen entgleist die Demokratie, und es wächst der Faschismus heran.

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