Ein Briefwechsel mit dem ZDF

15.04.2014

 Joachim Bode

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ein großer Wunsch an Sie: Behalten Sie bitte den Mitarbeiter Armin Coerper in Ihrem Ukraine-Team, sind seine Arbeitsergebnisse doch hervorragend geeignet, Manipulationen und Fälschungen in der ZDF-Berichterstattung deutlich zu machen.

Er macht sich um die “Aufklärung” der Bevölkerung verdient.

Allerdings bleiben seine Helfershelfer noch zu sehr im Hintergrund. Das könnten Sie ändern.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Bode

 

16.04.2014 

Sehr geehrter Herr Bode,

 

vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF. 

Die Bilder des russischen Oberstleutnants, der das Polizeirevier in Gorlowka besetzte, sind am 14. April im “heute-journal” und praktisch allen Nachrichtensendungen des Abends gezeigt worden. Diese aktuellen Bilder stammen von der Agentur Reuters, die deren Inhalt aber nicht unmittelbar bestätigen konnte, da sie diese nur übernommen hat.

 

ZDF-Korrespondent Armin Coerper verfolgt die hier http://de.ria.ru/politics/20140414/268274460 angegebene Spur zum Stadtrat von Odessa, um sich dessen Aussage gegenüber der russischen Agentur RIA bestätigen zu lassen. Anne Gellinek hat tags darauf dazu recherchiert und dabei aus zuverlässiger ukrainischer Quelle erfahren, dass der gezeigte russische Oberstleutnant angeblich ein lokaler Bestattungsunternehmer sei, der sich einen Scherz erlaubt habe – eine Köpenickiade.

 

Den ukrainischen Behörden sei das letztlich äußerst peinlich. Bei dem gezeigten Mann handele sich jedenfalls mit Sicherheit nicht um einen russischen Oberstleutnant. Im “heute-journal” hat Claus Kleber am Dienstagabend auf die Bilder Bezug genommen und eine Korrektur und Entschuldigung formuliert, die auf der Köpenick-Variante basierte, andere Erklärungsversuche aber nicht ausschloss.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre ZDF-Zuschauerredaktion

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Herr Bode stellte mir diesen Briefwechsel zur Verfügung und gab mir zugleich die Anregung, ein paar Begleitzeilen zu schreiben. Darauf antwortete ich wahrheitsgemäß:

“Begleitzeilen fallen mir auf die Schnelle nicht ein, schon allein deshalb, weil ich als seltenst-Fernsehgucker den Vorgang nicht wirklich mitgekriegt habe.
Imponierend aber immer wieder, wie diese Art Institutionen Entschuldigungen immer so schwurbelig formulieren, dass man sich am Ende entschuldigen möchte,sie angemeckert zu haben.”

Darauf antwortete Herr Bode (und ich unterstelle stillschweigend, dass er nichts dagegen hat, dass ich seine Mail ungefragt veröffentliche):

“Hallo Herr Kurch, es lohnt sich, in der ZDF-Mediathek die gestrige heute-journal-Sendung – die angebliche Berichtigung – anzusehen: Die Lüge wird durch eine neue Lüge ersetzt. Danach soll eine Köpenikiade durch einen Russen (!!!) stattgefunden haben. Wie man auf “Russen” kommt, weiß offensichtlich nur das ZDF. Aber ist es nicht schon eine “Unverschämtheit”, wenn “unser” Hauptmann von Köpenik ausgerechnet von einem Russen(!!!) plagiiert wird????…”

Und zum guten Schluß noch ein schöner Link zu der diesmal mißglückten ZDF-Propagandaleistung:

http://propagandaschau.wordpress.com/2014/04/14/ukraine-groteske-propaganda-geschichte-entlarvt/

Dank an Herrn Bode!

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Gute Nachricht! Gutes Bild!

Ria Nowosti

So ist es, wenn die vereinigten NATO-Banditen – USA, US-gesteuerte EU, US-gesteuerte Bundesregierung, US-gesteuertes Kiewer Putschregime – Krieg machen wollen/die Menschen in einen Krieg treiben wollen… und die Menschen müssen zwar hingehen

ABER DIE MENSCHEN MACHEN KEINEN KRIEG!

 

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Update 17.4.:

Dass das alles andere als selbstverständlich ist, beweist diese Meldung. ARD berichtet unter der Falsch-Überschrift: “Drei Separatisten erschossen”.

(Mit dem Vorwurf des “Separatismus” versucht sowohl das Kiewer Putschregime, als auch die NATO (einschließlich der zugeordneten “freien Meiden”), dem verbrecherischen “Anti-Terror-Einsatz” gegen die Bevölkerung der Ostukraine einen Schein von Legitimität zu geben.)

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Chaotisierung

Ich habe keine Ahnung von Chaostheorie. Mir dämmert, dass das ein Mangel sein könnte. Anscheinend gibt es Chaosstrategie oder -strategien von Bedeutung.

Schockstrategien hat Naomi Klein untersucht. Mittels eines Schocks (der verschiedene Ursachen haben kann) wird die tradierte gesellschaftliche Organisation zerstört, “tabula rasa” erreicht und ein völlig neues Regime errichtet. Chaosstrategie geht insofern einen Schritt weiter, als sie KEINE neue (Gesamt)-Ordnung errichtet. Die Macht, die das Chaos hervorrufen konnte, hält das ehemalige, jetzt zerstörte System dauerhaft im Chaos, reguliert oder strukturiert allenfalls einzelne begrenzte Zirkel, Sphären oder Linien und beutet diese aus. Letzteres kann ökonomisch, politisch, militärisch geschehen. Viele asymmetrische Kriege und “Siege” der USA tragen seit geraumer Zeit das Siegel der Chaotisierung.

Auf Grund solcher Erfahrungen erschien mir bisher ein Konzept der Chaotisierung im Kontext geostrategischer Absichten “der einzigen Weltmacht” plausibel und auch nachweisbar.

Nachdem ich in jüngster Zeit etwas näher Bekanntschaft mit Facebook mache (im Zusammenhang mit den neuen Montagsdemonstrationen), stelle ich mir die Frage, ob dieses Internetinstrument, wenn es schon keine Methode der sozialen Chaotisierung per se sein sollte, einen ausgeprägten Doppelcharakter hat? Facebook “ergreift” die vielen vereinzelten Individuen und eröffnet einerseits Wege, sie über Scheinbeziehungen und  Scheinbindungen in noch tiefere Vereinzelung zu treiben (!). Aber FB könnte andererseits wohl auch zur Gestaltung wirklicher sozialer Beziehungen der bisher Vereinzelten beitragen. Das hieße wohl, dass die Individuen sich in realen sozialen Beziehungen VERMITTELN würden.

Eine spannende Problemstellung. Ich sehe bisher nicht, dass sie angemessen reflektiert wird.

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Streit um Ken? III Wofür oder Wogegen?

Ich schrieb “Streit um Ken? I” und “Streit um Ken? II”; doch heute gibt es eine andere Situation.

Zwei Tage nach dem Besuch des CIA-Chefs in Kiew wurde der Bürgerkrieg in der Ukraine gestartet. Die Bundesregierung beteiligt sich hetzerisch.

Worüber könnte jetzt, angesichts sich überstürzender Ereignisse, mit Ken Jebsen, den ich als leidenschaftlichen Friedensaktivisten wahrnehme, zu Streiten sein? Über gelegentliche, allzu starke rhetorische Anspannung seines Vortrags gewiss nicht.

Über FED und Geldsystem und Zinseszins? Ja und nein. Nein, soweit es um eine gesellschaftspolitische Grundsatzdiskussion geht. Die Geldkritik bleibt an der Oberfläche, die sozialökonomischen Grundverhältnisse des Kapitals bleiben unerkannt. Doch Parteinahme für Frieden und gegen den begonnenen Krieg ist sehr wohl auch ohne fundamentale Gesellschaftskritik möglich. Notwendig ist aber, dass Der BLICK AUF’S KONKRETE nicht verbaut wird. Die richtige Forderung des Tages muss erhoben werden. Das wäre nun wahrlich fatal, sich jetzt (wie Montagsdemonstrant Lars Mährwald das tut) in 25 Punkten über die FED zu verbreiten und zugleich über den Krieg von heute zu schweigen.

Der Krieg in der Ukraine, der nur mit westlicher Unterstützung möglich ist, muss sofort beendet werden. Die BRD-Regierung muss jegliche politische, ökonomische und militärische Unterstützung des Kiewer Regimes demonstrativ einstellen, bis dieses den Weg der gewaltfreien, einvernehmlichen Lösung der inneren Probleme der Ukraine beschreitet. Die BRD-Regierung muss ihren ganzen Einfluss geltend machen, um ihre Bündnispartner für eine friedensstiftende Politik zu gewinnen. Jegliche Zusammenarbeit mit faschistischen und halbfaschistischen Kräften innerhalb des Putschregimes ist sofort zu beenden.

Es sollte keinen Streit mit Ken Jebsen und keinen mit den Montagsdemonstranten über diese Forderungen des Tages geben. Im Gegenteil: Alle sollten diese (die sicherlich zu ergänzen wären) beschließen und überall offensiv vertreten.

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Übrigens, wenn Paul Craig Roberts schreibt, dann ist es Klartext eines Insiders. 

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Die Bundesregierung deckt die ukrainischen “Swoboda”-Faschisten

Diese Tatsache wurde erstmals offenkundig, als sich Steinmeier am 20.2.2014 gemeinsam mit dem “Swoboda”-Führer Tjagnibok der Presse stellte.

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken bestätigt die Bundesregierung, dass sie Kontakte zu der Partei “Swoboda” pflegt, die sie zugleich als “populistisch” und “nationalistisch” verharmlost. Auf alle weiteren Fragen zu “Swoboda”  wird stereotyp geantwortet: “Es liegen keine Erkenntnisse vor.” Der Stand der Unkenntnis soll aufrechterhalten werden, weshalb der BND weder “Swoboda” noch andere extremistische Parteien der Ukraine beobachtet.

Hier und hier Stimmen zum skandalösen Verhalten der Bundesregierung.

Wer im Internet recherchiert, für den ist die (absichtsvolle!) Unkenntnis der Bundesregierung keine Erkenntnisschranke:

Hier die Website von “Swoboda” mit einem Beitrag vom 17.3.2013:

Der Beitrag gibt in acht Punkten eine Anleitung, wie man “Juden” (im Artikel wird eine beleidigende Bezeichnung verwendet.) in Foren und Blogs erkennt.

Die Übersetzung der acht Punkte ist hier zu finden (im unteren Teil des Postings). Im  weiteren Text dieses Postings werden Aussagen der Faschistin Irina Farion, die für “Swoboda” in der Kiewer Rada sitzt, dokumentiert.

Danke an das Blog “Konsumfritze” für Recherche und sonstige Informationen.

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Die F o r e n s i k ein Teufelskreis ! Für unschuldig Untergebrachte ein Horror !

  Gastbeitrag von Menschenrechtler

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Exemplarische Analyse der Unterbringung von …,

ein zweiter Fall Gustl Mollath?

Vorverurteilung, Stigmatisierung bereits v o r der Begutachtung und dem Urteil! Peggy verschwindet am helllichten Tag. Eine Frau wird durch einen Messerstich schwer verletzt. Die law-and-order- Politik, die Boulevard-Medien verlangen: Der Täter muss gefunden werden. In drei Tagen verspricht ein Polizist dies dem Opfer. Bereits nach einem Tag! ist der angebliche Täter in einer Großstadt gefunden. Die Täterbeschreibung trifft zwar nicht auf ihn zu, aber er entspricht einem potentiellen Täterprofil: er war längere Zeit vorher wegen früheren Haschisch-Missbrauch´s freiwillig zum Entzug in der Psychiatrie.

Es erfolgte die sofortige Festnahme und eine psychiatrische Schnellbegutachtung in der Universitätsklinik. Erst danach wurde der Verdächtigte in Anwesenheit des Staatsanwalts einem Richter vorgeführt, ohne Anwesenheit seines Rechtsanwalts. Beschluss: Verlegung in die Forensik.

Der Chefarzt und spätere Gutachter verneint am ersten Tag psycho-pathologische Auffälligkeiten und Wahnerleben. Trotzdem wird aus einer vor Jahren diagnostizierten drogeninduzierten Psychose eine paranoide Schizophrenie kreiert.Tests beweisen, dass er lange Zeit vorher keine Drogen genommen hat. Der Beschuldigte weigert sich, mit Neuroleptika behandelt zu werden. Er wird daraufhin zur Strafe für ca. 10 Tage in die Isolationszelle gesteckt, um seinen Willen zu brechen, bis er unter dem Druck der Medikation zustimmt. Es bestand keine dringende Notwendigkeit für eine Medikation. Ohne Neuroleptika hätte der Beschuldigte bei der Begutachtung und vor dem Landgericht seine authentische seelische Verfassung gezeigt und nicht die Wesens- und Verhaltensveränderung durch Psychopharmaka!

Der dreiundzwanzigjährige junge Mann wird drei Monate vom Team des Chefarztes beobachtet. Der Chefarzt und gleichzeitig gerichtlich bestellter Gutachter ist in dieser Doppelfunktion nicht neutral und erstellt das Gutachten. 

Zwei vage Hypothesen waren entscheidend für die über 11-jährige  Unterbringung nach § 63 StGB:

„…..muß es zumindest als sehr wahrscheinlich angesehen werden, dass Herr …. s of e r n  er die Tat begangen hat, unter dem Einfluss eines akut paranoiden-halluzinatorischen Syndroms …begangen hat“. Also eine verhängnisvolle Wahrscheinlichkeitsdiagnose ins Blaue hinein. Mit diesen Hypothesen entzieht sich der Gutachter einerseits der Verantwortung und hält sich offen, ob der Beschuldigte tatsächlich der Täter war und dies in der erst später erfolgten Verhandlung festgestellt wird. Andererseits ist der Gutachter der bestimmende Hauptverantwortliche für die elfjährige Unterbringung. In der Gerichtsverhandlung dämonisiert der Gutachter den jungen Mann, obwohl die Mutter vertrauensvoll die Entwicklung des Sohnes ihm dargelegt hatte, zeigte keine Empathie und überschreitet seine Kompetenzen, in dem er eine sehr lange Unterbringung fordert. Die Boulevardpresse setzen die Dämonisierung fort.

Das Landgericht manipuliert die Aussage des Gutachters, in dem aus der Wahrscheinlichkeit, eine Tatsache wird, dass der Beschuldigte die Tat unter dem Einfluss eines paranoiden-halluzinatorischen Syndroms begangen hat.

Statt v o r der Begutachtung rechtsstaatlich objektiv die Täterschaft in einem fairen Gerichtsverfahren abzuklären, geht der Gutachter faktisch bereits davon aus, dass der Beschuldigte die Tat tatsächlich begangen hat. Dies ist faktisch eine außergerichtliche V o r v e r u r t e i l u n g ! Nach Auffassung eines Rechtsgelehrten aus prozessualen („prozessökonomischen”?) Gründen!

Das Landgerichtsverfahren:

Am Tattag wurde das Apartment auf den Kopf gestellt. Das angebliche Tatmesser in der Spüle verdächtigerweise erst einen Tag nach der Wohnungsdurchsuchung mit bloßen Händen nicht von Spezialisten der Spurensicherung, sondern merkwürdigerweise von einem Kriminalkommisar sichergestellt und darauf  DNA-Spuren des Opfers festgestellt. Dies war die entscheidende Begründung für das mutmaßliche Fehlurteil. Es bestand und besteht weiterhin der Verdacht, dass dieses Messer später mit DNA-Spuren des Opfers durch Polizisten in Berührung kam. Im Urteil  wird auf acht Seiten versucht, dies zu widerlegen. Das tatsächliche Tatgeschehen hat eine vom Gericht glaubwürdige Zeugin bestätigt. Sie habe, das Messer aus dem Rücken des Opfers gezogen, und es blieb am Tatort liegen. Unfassbar, dass diese entscheidende Zeugenaussage, die die Unschuld des Beschuldigten beweist, dem Gericht nicht bekannt gegeben wurde.

                  D e m n a c h   ist  der Verurteilte u n s c h u l d i g !

Der Angeklagte ist in der Verhandlung völlig erstarrt und wie weggetreten unter dem Einfluss von starken Neuroleptika! Er ist deshalb nicht in der Lage sich zu verteidigen. Missachtung des § 36a Strafgesetzbuch, nachdem Aussagen unter Drogen nicht statthaft und deshalb auch nicht verwertbar sind.

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Die Forensik hat den g e s e t z l i c h e n Auftrag: “H e i l u n g und W i e d e r e i n g l i e d e r u n g !“

Die vorherrschende destruktive, inhumane Realität der Forensik ist:

Einem entwicklungsfähigen 23-Jährigen werden nachweislich elf Jahre weiterführende Maßnahmen verweigert mit folgender irrationaler, unprofessioneller Begründung: ihm wird eine Tateinsicht abverlangt, wie schon von Gustl Mollath, für eine Tat, die er nicht begangen hat! Für eine Tat, an die er sich glaubhaft nicht erinnern kann! Von einem angeblichen Psychotiker wird eine Tateinsicht verlangt, die ein Psychotiker nicht oder nur sehr begrenzt, verzerrt erbringen kann! Von ihm wird außerdem eine Krankheitseinsicht gefordert, die er als angeblich diagnostizierter Schizophrener nicht oder nur begrenzt erbringen kann.

Eine Krankheitseinsicht zu fordern, obwohl tatsächlich eine echte Therapie in einem nicht weiterführenden BKH n i c h t möglich ist. Eine Krankheitseinsicht wird von Psychiatern verlangt, die selbst an Heilung einer Schizophrenie nicht glauben, sondern sich darauf beschränken, die Symptome l e b e n s l a n g durch persönlichkeitsverändernde Neuroleptika präventiv nur zu unterdrücken. Und die bereit sind, schwere „iatrogene“ (durch die Behandlung verursachte) gesundheitliche Schäden in Kauf zu nehmen. Für die menschlich authentische Darlegung, die Tat und die Krankheit nicht zu gestehen und sich selbst nicht für psychisch krank zu erklären, wird der Weggeräumte bewusst bestraft: Mit Gegnerschaft, Sanktionen, Isolierungen, vorübergehender Zwangsmedikation, wenn notwendig Fixierungen. Konstruktive Lockerungen, Therapie deswegen verweigert.

Statt ihn realitätsgerecht dort abzuholen, wo der Betroffene tatsächlich sich innerlich befindet und an seiner Entwicklung konstruktiv therapeutisch zu arbeiten.

Zwangsmedikation ist offiziell nicht legal. Medikation wegen eindeutiger schwerwiegender Nebenwirkungen zu verweigern oder auf einer Reduzierung zu bestehen, wird trotz der Rechtslage massiv sanktioniert, der Untergebrachte ausgerechnet unter der Verantwortung des Chefarztes und Gutachters in ein BKH strafverlegt, in dem weiterführende Maßnahmen jahrelang nicht möglich sind.

Die jährlichen Routine-Anhörungen von bis zu zehn Minuten. Die Unterbringung wurde Jahr für Jahr verlängert. Lapidare Begründung: Der Untergebrachte ist nicht tat- und krankheitseinsichtig, er ist weiterhin krank, weiterhin gemeingefährlich, obwohl er jahrelang nicht aggressiv war und sich laut externem Gutachten 2009 ! lange Zeit keine psychotischen Symptome gezeigt haben. Gesuche um weiterführende Maßnahmen werden bis heute abgelehnt.

Der Staatsanwalt hält auch aktuell aufgrund der inkompetenten Stellungnahme des BKH bereits v o r der Anhörung die Verlängerung der unverhältnismäßigen Unterbringung für notwendig, ohne das Ergebnis der Anhörung, ohne die Darlegungen des Anwalts des Untergebrachten abzuwarten und den Betroffenen zu kennen. Die ist nicht rechtsstaatlich!

Staatsanwälte, Richter und Psychiater schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Die Konsequenz: unverhältnismäßige, verfassungswidrige Unterbringungen von zehn bis über zwanzig Jahren. 17 Jahre Unterbringung z.B. für einen harmlosen Exhibitionisten!

Die Verlängerung der Unterbringung und die Diagnose wurde u.a.mit normalen menschlichen Verhaltensweisen begründet: Der Untergebrachte ist unkonzentriert, denkt nicht klar, zeigt latente Aggressionen, hat keinen Antrieb u.v.a.m. Wie soll ein sedierter, hoffnungsloser, entrechteter, hospitalisierter Untergebrachter Antrieb und Optimismus zeigen, wenn jahrelang keine Aussicht auf echte Hilfe und ein selbstbestimmtes Leben besteht?

Die ins Totalitäre gehende Abhängigkeit, die destruktive Interaktion zwischen einem Untergebrachten und omnipotenten Psychiatern wird von den Ärzten nicht selbstkritisch reflektiert. Empathie mit dem Patienten bleibt auf der Strecke!

Wie soll unter diesen Bedingungen Vertrauen, eine mitmenschliche Kommunikation und Therapie zwischen einem Arzt und einem Patienten entstehen? Therapeuten, Psychiater müssten unabhängig sein, nicht der Leitung der Forensik unterstehen und der ärztlichen Schweigepflicht unterstehen. Das Ergebnis der Therapie, der Unterbringung sollte einem unabhängigen Gutachter berichtet und der Strafvollstreckungskammer mitgeteilt werden. Dies wäre einer der wichtigsten Schritte für eine Reform in der Forensik!

Mit dieser überwiegend destruktiven Geisteshaltung und unter diesen Bedingungen kommt es unweigerlich zu einer inhumanen Verwahrung von Menschen. Ein Untergebrachter wird allmählich zu einem Objekt der Behandlung, der vor allem zu funktionieren hat. Die individuelle Entwicklungsgeschichte und Problematik wird nicht aufgearbeitet. Statt Heilung werden Menschen seelisch zerbrochen. Die Forensik verkommt weitgehend zu einer Strafanstalt und zugleich rechtsfreiem Raum. Das archaische, unmenschliche und unchristliche Bewusstsein, ein Verbrecher, der obendrein noch ein psychisch Kranker ist, hat diese Behandlung verdient, bestimmt offensichtlich die Realität in der Sonderzone Forensik. Straftäter und noch psychisch krank zu sein, bedeutet auf der untersten, verachteten Stufe der Gesellschaften zu stehen und a u s g e s t o s s e n zu sein.

Kaum ein Mensch käme auf die Idee einen körperlichen kranken Menschen zu bestrafen. Aber bei einem schwachen, tatsächlich oder angeblich psychisch kranken Menschen, der sich eines Vergehens schuldig gemacht hat, bestehen keine oder wenig Skrupel ihn herabzuwürdigen.

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Dies ist die Beschreibung der e l f -jährigen Unterbringung von :

A L E X A N D E R  Z O U R A S , jetzt 34 Jahre alt.

Ein zweiter Fall Mollath ? Ein zweiter Fall Ulvi Kulac? „In der Forensik lebendig begraben!“ Dies möchten die  bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales und der Justizminister erklärtermaßen vermeiden.

Aktuelle A n h ö r u n g am 1.April 2014

Zum Postiven hat sich geändert: Die Anhörung dauert eine Stunde! Die Stellungnahme des BKH zu der Anhörung entspricht nach dem methodenkritischen, forensisch-psychopathologischen Gutachten von Dr. Sponsel nicht den Mindestanforderungen für Prognosegutachten nach § 67 StGB, enthält viele, teilweise schwerwiegende Mängel, die Symptombehauptungen werden nicht belegt, sind nicht nachvollziehbar und nicht nachprüfbar. Die entscheidende Begründung für das Wegsperren, die Gemeingefährlichkeit überhaupt nicht begründet! Ein gesetzlich vorgeschriebener Behandlungsplan existiert nicht.“Besonders besorgniserregend ist die fortsetzende Hospitalierung, was nicht für die Behandlungskompetenz des BKH spricht“.

Auch nach elf Jahren werden weiterführende Maßnahmen, die Stufenplanregelung verweigert und nur mittelfristig in Aussicht gestellt, obwohl Herr Zouras bis auf eine kürzere Krise, durch einen kalten, abrupten Medikamentenentzug seit 2006 psychisch stabil ist.

Ein “sozialer Empfangsraum” in dem Geborgenheit, Empathie, Therapie, Arbeit und Qualifizierung geboten wird, ist in Aussicht, und dadurch ist auch die öffentliche Sicherheit gewährleistet. Diese Chance wird vom BKH völlig negiert.

Herr Zouras wurde bei der Anhörung von dem engagierten Rechtsanwalt, Herrn Dr. Ahmed, München vertreten, der bereits u.a. Ilona Haselbauer erfolgreich vertreten hat. Herr Zouras bewusstseinsklar, psychisch stabil, nicht gemeingefährlich ersucht um Beendigung der Unterbringung.

Der Fall Zouras ist umfassend hier dokumentiert, und die Beschlussfassung des Strafvollstreckungsgerichts wird im opablog und NürnbergWiki bekanntgegeben. Muss ein Bürger, insbesondere in Bayern den Rechtsweg bis zum Oberlandesgericht, zum Bundesverfassungsgericht einschlagen, um seine Freiheit zu erlangen?

R e s ü m e e :

Forensik ist ein nahezu unauflösbarer, menschenverachtender Teufelskreis, aus dem es fast kein Entkommen gibt, ohne einen schweren seelischen, existenziellen Schaden zu erleiden. Und dies unter dem pseudodemokratischen und sozialstaatlichen Deckmantel von Krankenhaus, Heilung, Therapie. Tatsächlich ist eine zutiefst widersprüchliche, in die Irre führende Dynamik vorherrschend mit einem doppelbödigen, krankmachenden „Double bind“. Die Forensik ein unmenschliches Hamsterrad mit Psychodrogen, eine erschreckende, fatale existenzgefährdende Zwickmühle für Schuldige, Unschuldige, Kranke, Gesunde, Unbequeme und Unangepasste.

Nach den Verbrechen der deutschen Psychiatrie im Dritten Reich sollen aktuell Psychiatrieopfer der 50-iger bis 80-iger Jahre entschädigt werden.Warum wird diese Inhumanität entgegen dieser Erfahrungen unter anderen Vorzeichen bis in die Gegenwart fortgesetzt?

Ein Innehalten, Loslassen und grundsätzliches Umdenken aller Verantwortlichen ist notwendig, konkret, konsequent und öffentlich einzufordern.

Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu schützen ist Aufgabe aller staatlichen Gewalt“.

Mit christlichen Worten:„Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“

Appell an alle Verantwortlichen in der Politik, der Justiz, der Forensik, den christlichen Kirchen: Finden Sie nun endlich den Mut diese unmenschlichen Verhältnisse zu ändern.

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Streit um Ken? II

Das Thema beschäftigt mich nicht zum ersten Mal. Siehe hier oder hier.

Der Streit um Ken Jebsen hat paradoxe Züge. Um viele Streitgegenstände und -anlässe, die K. J. liefert, wird keineswegs gestritten. Um andere Themen, die er, zumindest aktuell, kaum erwähnt, gibt es ein Riesenbohei.

Beispiele: K. J. äußert sich nachdrücklichst zur Kriegsgefahr und insbesondere zu den Kriegsgefahren der Ukrainekrise. Er läßt keinerlei Zweifel, dass er nicht bereit ist, die deutsche Kriegspolitik zu unterstützen und betont auch die Verantwortung, die er und alle Angehörigen der Elterngeneration dafür haben, dass die Kinder in einer friedlichen Welt leben können. Angesichts der Tatsache, dass Minister der Groko (+ Staatspräsident) die Bereitschaft der BRD zu kriegerischer Interessenvertretung lauthals verkünden, UND angesichts dessen, dass diese Regierung ja von sehr Vielen gewählt wurde (wenn auch nicht von einer Mehrheit der Bürger), müßte man erwarten, dass der Pazifismus des Ken Jebsen attackiert wird. Jedem Kriegshetzer müßte der Ken doch quer im Rachen liegen. Aber komisch, kaum ein Kriegshetzer streitet offen mit ihm.

Anderes Beispiel: K. J. geißelt die Manipulations- und Verdummungsfunktion, die die MSM erfüllen. Er beweist und prangert an, wie die Wahrheit ignoriert, unterdrückt und verfälscht wird (Ausnahmen läßt er gelten.) und damit dem naiven Medienkonsumenten ein zutreffendes Bewußtsein der gesellschaftlichen Zusammenhänge unmöglich wird. Er verlangt kurz und bündig: “Glotze aus!” und hält zugleich zur selbständigen Bildung an: Lies! Nutze Bibliotheken! Mach Dir deine eigenen Gedanken! Schreibe sie auf! Das sind Kens Appelle in bester aufklärerischer Tradition zur “Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit”. Da liegt der Fehdehandschuh, aber alle großen Medien sind peinlich darauf bedacht, ihn NICHT aufzunehmen. Manche Randmedien stottern dann etwas von “Antisemitismus” oder “Verschwörungsideologie” (?).

Drittes Beispiel: K. J. polemisiert heftig gegen das, was ich das “demokratische Stimme-Abgeben” nennen möchte. Behalte Deine Stimme! ruft er. Nur Du hast die Kompetenz für Dich zu entscheiden, niemals irgendwelche Repräsentanten! Diese sind stets, selbst wenn sie mit besten Absichten angetreten sind, der Übermacht der Korruption ausgesetzt. Ein leidenschaftlicher Appell für direkte Demokratie, für deren praktische Ausgestaltung K. J. mit dem Internet neuartige materielle Grundlagen entstanden sieht. Millionen von Repräsentanten und Bürokraten müßten sich angegriffen fühlen und ihre  Privilegien verteidigen. Hat sich schon einer geäußert?

Nur drei Beispiele. Viele weitere bestätigen denselben Eindruck: Ken (und manch andere Montagsdemonstranten) treffen ganz bös ins Schwarze. Die Gegenreaktion scheint eher nicht offen zu sein, fällt aber vielleicht umso heftiger aus. Und sie wird sich natürlich Schwachstellen von K. J. (und der Montagsdemos) zu nutze machen. “Antisemitismus” oder “Verschwörungsideologie” zu solchen Schwachstellen zu erklären, ist eher etwas für Dummies. Doch ich glaube schon, dass es Schwachstellen gibt (und finde das bei solch “jungen Akteuren und Aktionen” auch gar nicht tragisch). Viel hängt davon ab, welche Lernprozesse in Gang kommen.

K. J. und die wenigen bekannten Organisatoren der Montagsdemonstrationen lassen bisher nicht ausreichend erkennen, ob sie es für notwendig halten, sich auf ein schlüssiges Gesellschaftskonzept zu stützen und wenn ja, auf welches. Knappe Verweise auf das Geldsystem und die Rolle des Zinseszins werfen mehr Fragen auf, als dass sie Antworten geben. Desgleichen die in den Vordergrund gerückte Rolle der amerikanischen FED. Hier und an etlichen weiteren Punkten sehe ich reichlich Anlass für produktiven Streit und wünsche ihn mir.

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