Klartext Gustl Mollath – GAG-Tagung Update

via: Kommentar von Hartlieb Euler

Auf youtube weitere Videos suchen unter GAG-Tagung (GAG ist die „Gießener Akademische Gesellschaft“).

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Update 26.8.2013:

F. Fischer stellte mir das komplette Programm der Tagung zur Verfügung.

Danke!

Die Diskussion (Audio) wird morgen nachgeliefert.

Tagung der Gießener Akademische Gesellschaft
 
Die Richter und ihre Denker
Strukturen in der Justiz und im Gutachterwesen
 
Samstag, 24. August 2013
15:00 –19:00 Uhr
Bürgerhaus Gießen-Wieseck
 
Die Gießener Akademische Gesellschaft
wurde 2009 von Prof. Dr. Christidis gegründet, mit dem Ziel, akademische Aktivitäten zu entfalten, die nur dem Menschen und der Wissenschaft dienen.
 
Die Referenten (chronologisch):
 
 
ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Vorsitzender der Walter-von-Baeyer-Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie. Sein Gutachten, das Gustl Mollath entlastete, wurde von der Bayerischen Justiz nicht berücksichtigt.
.
praktiziert als Psychologischer Psychotherape
ut in Gießen. Er behandelte schwertraumatisierte US-Kriegsheimkehrer. Seitdem er Unregelmäßigkeiten in gerichtlichen Gutachten aufdeckte, wird seine Honorarauszahlung durch die Kassenärztliche Vereinigung wiederholt verschleppt.
ist Experte für Psychiatrierecht. Er hat mehrfach Fachausschüsse des Bundestags und diverser Landtage bei Gesetzesentwürfen beraten.
studierte Sozialpädagogik und hatte über viele Jahre verantwortliche Positionen in Jugendämtern inne. Später war er als selbstständiger Freier Träger der Jugendhilfe tätig. In beiden Positionen erlebte er die Innenwelt der Jugendhilfe.
 
Habilitiert an der Universität Bonn für Neurologie und Psychiatrie sowie Geschichte der Medizin (Zusatztitel: Psychotherapie und Naturheilverfahren) ist Prof. Dieckhöfer u.a. Schriftleiter psychiatrischer Fachjournale und Beiratsmitglied verschiedener ärztlicher und naturwissenschaftlicher Gesellschaften. Seit 1986 ist er als Berufssachverständiger tätig. Er sendete einen Brief mit Kritik bzgl. der Gutachten zu G. Mollath an die Bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk (CSU).
 
ist Familienrichter a.D., Befürworter des Cochemer Modells, Mitbegründer des Verbandes Anwalt des Kindes und Preisträger des Verbundnetzes der Wärme.
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15 Antworten zu Klartext Gustl Mollath – GAG-Tagung Update

  1. Jürgen Rupprecht schreibt:

    Wer Gustl diese 15 min lang reden hört, völlig frei, ohne vorgefertigtes Rednkonzept, der erkennt unweigerlich, von welch klarem und scharfem Verstand dieser Mann ist.

    WIE KANN ein Dr. Leipziger ÜBER JAHRE HINWEG BEHAUPTEN, Gustl hätte eine psychische Störung? DieserLEipziger muss für seine Unfähigkeit zur Rechenschaft gezogen werden.

    Und es ist erschreckend, dass derartige Scharlatanerie in der Psychiatrie an der Tagesordnung ist!!

    Und Folgendes schlägt dem Fass den Boden aus:

    Zu allem Überfluss hat der unsägliche Leipziger im Jahre 2006 einen Betreuer – sprich: Vormund für Gustl beantragt.
    Hier das Original-Schreiben von Leipziger:
    http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-Betreuungsakte-Bayreuth.pdf

    Zitat aus dem Schreiben:
    „Aufgrund der psychischen Erkrankung (wahnhafte Störung (ICD 10 F22.0) differentialdiagnostisch paranoiden Schizophrenie (I CD 10 F 20. 0)) kann Hr. M. seine Angelegenheiten in den Bereichen:
    • Heilbehandlung und Gesundheitsfürsorge
    • Sozialrechtliche Angelegenheiten einschl. der Geltendmachung von Ansprüchen und
    Vermögensangelegenheiten
    • gerichtlicher Vertretung insbesondere auch strafrechtlicher und sozialrechtlicher Vertretung
    nicht ausreihend besorgen. so dass aus ärztlicher Sicht die Erforderlichkeit einer Betreuung zu
    seinem Wohl und vor allem zu seinem eigenen Schutz gegeben ist.
    Die Anordnung einer Betreuung ist aus psychiatrischer Sicht auch gegen den Willen des Betroffenen notwendig.“

    Diese Zeilen sind an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten. Mir fehlen die Worte ……

    • Bert schreibt:

      Richtig – wenn man sich durch die konkuktivierten Nacherzählungen durchwühlt, also Leipzigers Ausführungen in seinem Gutachten, und darauf wartet, bis endlich medizinisch-psychiatrisch breiten – also gewissenhaften – Ausführungen wartet – ist man fassunglos, was als Gutachten, als medizinisch, was als psychiatrische Begutachtung durchgeht. Jeder 10. Klässler könnte üble Nachrede, ein paar Fakten im Konjunkitv verfasst nacherzählen, einen Summenstrich ziehen, und fast unabhängig dazu Schlussfolgerungen folgen lassen.

      Das ist so dreist, dass ich tagtäglich darauf warte bis jemand Strafanzeige gegen die Vorgesetzen stellt, weil das ja unverantwortlich ist, so jemanden auf die Patienten loszulassen. Entweder ist er höchstkriminell oder dazu auch noch wirklich selbst wahnhaft – oder einfach nur dumm.

  2. Euler Hartlieb schreibt:

    Fall Mollath: „Die Anordnung einer Betreuung ist aus psychiatrischer Sicht auch gegen den Willen des Betroffenen notwendig“.
    Dass Herr Leipziger noch einen einzigen Tag weiter praktizieren darf, ist nicht in Ordnung.
    Die Aufsicht (Frau Haderthauer) sollte ihn bis zur vollstaendigen Aufklaerung mit sofortiger Wirkung von allen Taetigkeiten entbinden. Es handelt sich nach den bisher bekannten Informationen um einen fuer die Oeffentlichkeit gefaehrlichen Mensch vor dem Krankenhaus und Patienten zu schuezten sind.
    http://www.heise.de/tp/blogs/8/154830?utm_medium=twitter&utm_source=twitterfeed

  3. velogrino schreibt:

    Der lange Arm der bayreuther Psychiatrie reicht bis an die Ostsee.

    http://www.google.com.cu/search?q=Ein+Professor+aus+Bayreuth+spielt+da+eine+dubiose+und+unseelige+Rolle.

  4. Dian schreibt:

    Ich bin Herrn Mollath sehr dankbar für seinen Vortrag, an dessen Anfang er auf die vielen namenlosen Opfer der Psychiatrie verwies, die unsere Unterstützung brauchen.
    junge Welt machte gerade heute in diesem Zusammenhang auf einen Fall aufmerksam, der stellvertretend für tausende stehen dürfte: http://www.jungewelt.de/2013/08-26/050.php
    Entrechtet durch den Verlust der Arbeit, entrechtet durch HartzIV, entrechtet durch Offenbarungseid, durch Wohnungsverlust, durch schikanösen Bewerbungszwang, durch „Weiterbildungszwang“ und so weiter und so fort. Und wenn alles nicht reicht – ab in die Klappse! Zu teuer? Nein, auch die „Endlösung“ war nicht für ’nen Null-Ouvert zu haben, da wurden ganze Vernichtungsmaschinerien ersonnen und geschaffen …
    http://martin-niemoeller-stiftung.de/4/daszitat/a31

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  8. heiner07 schreibt:

    Wenn man der Gutachterin Dr. Ziegert glauben darf ist die Gutachterszene in D sehr übersichtlich, sprich es gibt nur wenige. Wie ist es möglich, dass diese paar Gutachter diese Massen von Fällen ordentlich bearbeiten können? Da kann doch eigentlich nur Schrott bei rauskommen. Schrott, der so offensichtlich gewünscht ist, denn viele Gutachter sind finanziell und existenziell von der Beauftragung durch die Gerichte abhängig.
    Es ist also ganz offensichtlich so, dass der Staat unliebsame Mitbürger in der Psychiatrie entsorgen läßt, indem willige Mitarbeiter dort diesen Menschen mit Hilfe von Psychopharmaka ihre Seele geraubt wird.
    Den Skandal um Mollath werden die „Experten“ wohl aussitzen um dann genau so weiter zu machen. Die Situation ist ja völlig aus dem Ruder gelaufen und bei den Fachleuten gibt es nur wenige, die ein Interesse daran haben, diesen Zustand abzustellen. Sie leben ja davon.

  9. Euler Hartlieb schreibt:

    „Auch mir hat man Befoerderurng angeboten, wenn ich schweigen wuerde“.
    Wie in Deutschland unliebsame Buerger durch Psychiatrisierung verschwinden.
    Ein neuerlicher Skandal.. wo ein Mann in der Psychatrie verschwinden soll… die Bank versucht einen Kunden, der Verfahren gewonnen hat.. in der Psychiatrie verschwinden zu lassen… Welche Selbstreinigungskraefte hat die Justiz? Keine.
    Wir brauchen Staatsanwaelte, die sich an ihren Diensteid erinnern. Was wuerde mit einem Staatsanwalt passieren, der aufsteht? Er wuerde zwangspensioniert. Ich bin entsetzt, dass keiner aufsteht. Jeder hat begriffen, wer auf Misstaende hinweist, lebt sehr gefaehrlich in dieserm Land. http://www.youtube.com/watch?v=jMoHQy-CPwI&feature=youtu.be

    • Jürgen Rupprecht schreibt:

      Zitat: „Ich bin entsetzt, dass keiner aufsteht. Jeder hat begriffen, wer auf Misstände hinweist, lebt sehr gefährlich in diesem Land.“

      Das ist leider wahr. Aber gerade JETZT ist der Boden bereitet, um einen Wandel herbeizuführen. Dank Gustl Mollath. Dank Frau Dr. Ziegerer. Dank Gabriele Wollf. Dank opablog. Dank der Facebook-Gruppen. Dank der Presse und dank des erwachten öffentlichen Interesses.

      Und JETZT ist der, der aufsteht, nicht allein. Es werden sich Rechtsanwälte und auch Staatsanwälte finden, denen Amtseid, Gerechtigkeit, Moral und Ethik noch etwas bedeuten.

      Wenn JETZT keine tiefgreifenden Reformen erreicht werden, dann NIE. 😦

      • federleichtes schreibt:

        Ihre Ungeduld ist verständlich. Aber wie ist die Sachlage?
        Dazu frage ich:
        Ist geklärt, wie es sich mit dem Triebhaften im Menschen, das seine Handlungen aus dem Unbewussten (über die Psyche) steuert – in Verbindung mit dem ihm suggerierten Freien Willen verhält?

        Wie denkt man im Allgemeinen über das Wesen einer Ambivalenz, die im Menschen angelegt und systemisch befördert wird?

        Ist geklärt, warum der Geist eines Rechtsverständnisses sich – wie selbstverständlich – über das Leben erheben konnte? Wie konnte geschehen, dass das Recht sich der Psychologie bedient, und nicht, wie es natürlich wäre, aus einem (psychologischen) Selbstverständnis des Mensch-Seins sich rechtliche Selbstverständlichkeiten formulierten?

        Ist geklärt, dass in der Beobachtung des Menschen und der Gesellschaft und des Systems Ergebnisse entstehen, deren Entstehen im Wesen DES Lebens sich begründen? Wissen wir denn, oder ahnen zumindest diffus, was das Leben uns abzuverlangen in der Lage ist?
        Da tritt eine Entscheidung in ein Menschleben. Die Aussichten auf sein Scheitern sind 1.000.000 zu 1. Die Aussichten auf seinen Erfolg dagegen sind 1 zu 1.000.000. Welcher Mensch kann gegen sich und für das Leben entscheiden? Einer tat’s, einer, dessen Liebe vergessen scheint. Aber es könnte sein, dass diese Kreuz gleich einem Dattelkern in der Wüste schlummert. Und wer nach Reformen ruft, sollte sich klar sein über das Wesen unserer Zeit, dass nicht die Oasen sich ausdehnen, sondern der Geist der Wüste nach den Oasen greift.

        Lassen Sie mich die Geschichte meines Balkons erzählen. Er ist das Esszimmer einiger Vögel. Blaumeisen, Kohlmeisen, Amseln, Buchfinken, Grünfinken, zwei Dompfaff-Pärchen und einiger ihrer Kinder, dem Ehepaar Kernbeißer, der Heckenbraunellen und Rotkehlchen und natürlich Familie Buntspecht mir ihren Kindern. Nun könnte man meinen, ich solle mich über das in meiner unmittelbaren Nähe ablaufende Treiben freuen. Ja, ich freue mich, aber ich freue mich darüber, dass ich nichts weiter tun musste, als einen Raum verfügbar zu machen. Und darüber, dass ich verstehen konnte, dass ich auch nichts weiteres tun konnte. Denn Licht und Wärme, Wasser und Sonnenblumenkerne, die Vögel und auch ich als Mensch SIND entstanden ohne mein Wollen, ohne meine Kreativität – vielleicht nur, um ein bisschen Raum für die Liebe zu schaffen. Ich weiß es nicht.

        Gruß
        Wolfgang

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