Mein Zombie nebenan

Ich betrachte gern die Videos vom Ketzer der Neuzeit. Zwar macht er für meinen Geschmack etwas zu viel kommerzielle Werbung aber letzten Endes akzeptiere ich das. Auch Kritiker des Systems müssen ihre Miete bezahlen. Aus Zwangsbeiträgen, wie die Systemmedien, können sie sich nicht finanzieren.

Das Video „Holst du dir den 4. Pieks?“ hat es in sich, und mehr als 3000 Kommentare in fünf Tagen sprechen für sich.

Kurze Gespräche werden geführt mit einem älteren Ehepaar und drei weiteren jungen, eher intellektuell anmutenden Personen. Sie alle holen sich nicht nur den „vierten Pieks“ (oder haben ihn schon), sie machen darüber hinaus klar, dass sie sich jeden empfohlenen „Pieks“ holen werden.

Interessant für mich: Sie alle sind irgendwie informiert; vielleicht nicht gründlich aber zumindest erlauben sie sich nicht die völlige Ahnungslosigkeit. Sie hören, was da und dort gesagt wird, wägen die vorgebrachten Meinungen, um sich der anzuschließen, die empfohlen wird und die bei gezeigter Anpassung die persönlichen Ärgernisse minimiert.

Es offenbart sich ein gnadenloser Opportunismus, wobei die Rechtfertigungen variieren. Der junge Mann leistet sich eine gewisse Ambivalenz, die er aber im Zuge seines erklärten grundsätzlichen VERTRAUENS zu Politikern und ihrer Kompetenz schnell aufgibt. Auch die eine junge Dame erlaubt sich einen Abglanz kritischen Bewusstseins („Bei der Pharmaindustrie geht’s doch um Geld.“). Was zählt aber ist die freiwillige (sogar vorauseilende) Unterordnung unter das Pharma-Politik-Diktat, um sich damit einige Bequemlichkeiten des Lebens zu sichern. Den Vogel schießt eine dritte Befragte ab, die nach dem 2. „Pieks“ an einer Herzbeutelentzündung erkrankte („vielleicht ja nicht impfbedingt“) und konsequent die dritte Impfung nahm und die vierte und jede weitere Impfung nehmen wird. Nebenwirkungen seien ihr „scheißegal“, aber keinesfalls wolle sie auf die gewährte Freiheit verzichten. Die befragten Alten waren bereits vierfach „gepiekst“ und fanden die Ausgrenzung von „Covidioten“ unvermeidlich und gerechtfertigt.

Man wird mit Recht diese Äußerungen entsetzlich und verstörend finden. Sie sind es. Diese Menschen, abgesehen von den beiden Alten, nach Lebensjahren in ihrer besten geistigen und physischen Kraft stehend, sind zur Selbstaufgabe bereit; oberflächlich kaschiert durch ihr Bekenntnis zu den Werten „Freiheit“ und „Vertrauen“.
Sie sind entmenscht – lächelnd, stylish und konsequent Opfer. Zugleich aber unfähig, ihren Opferstatus wirklich wahrzunehmen oder gar zu begreifen.

Wer in diese Stadt kommt, lasse alle Hoffnung fahren.

Man könnte den bitteren Vergleich zu 1945 ziehen. Auch damals haben sich die Deutschen als Opfer verhalten. Bis zum letzten Tag! Und jeder Widerstand wurde von der Mehrheit ausgegrenzt und im Stich gelassen.
Damals freilich bedeutete Widerstand, schwere Strafmaßnahmen auf sich zu nehmen und kostete nicht selten das Leben. Heute verlangt Widerstand vor allem, sich aus dem warmen, zähen Sumpf des süßen Konsums* herauszuziehen.

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