Über Faschismus (1)

Es ist üblich, unter Faschismus ganz bestimmte, historisch definierte Regime zu verstehen – den Faschismus Mussolinis (1922-1943), den Hitlerfaschismus (1933-1945), den Faschismus Francos (1936-1975) und weitere. Eine noch engere Sicht – der wohl die besondere Monströsität des deutschen Faschismus die Vorlage lieferte – betrachtet diesen als die klassische Ausprägung des Faschismus schlechthin.

Faschismus gestern, heute, morgen, in unserer demokratischen Wertegesellschaft? Undenkbar! Faschismus ist historisch eingehegt. Und durch „Arbeit am Begriff“ begriffliche Manipulation wird Faschismus weiter abgewandelt – in „Nationalsozialismus“, „Nazi“, „Antisemitismus“,„Holocaust“. Abschließend bewältigt ist er dann mit dem Besuch von Yad Vashem.

Dass Faschismus unser tägliches Leben durchdringt, erscheint unvorstellbar, eine abstruse Idee.

Vor einem halben Jahrhundert hat Michail Romm mit seinem Dokumentarfilm „Der gewöhnliche Faschismus“ eine Bresche in die Mauer solcher scheinbaren Gewissheiten geschlagen. Doch das war nur Kunst, nichts, was begriffliche Tragweite entfaltete.

Und so wird heute gern ein Wort wie „faschistoid“ verwendet; an Stelle der fehlenden Begriffe.

Oder – noch besser – gar kein Wort.

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