Drei Überlegungen zum Krieg in der Ukraine

„Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“
Der klassische Satz von Clausewitz, 200 Jahre alt, ist auch heute wahr.

I

Dem Ukrainekrieg liegt der geopolitische Gegensatz zu Grunde, dass einerseits das US-Imperium mit Hilfe seiner Vasallen um jeden Preis seine weltweite Dominanz aufrechterhalten will und andererseits Russland und China gemeinsam eine multipolare Weltordnung anstreben, in der die Interessen aller Nationalstaaten gleichberechtigt zum Ausdruck kommen sollen.

Die absteigende US-Weltmacht strebt danach, durch hybrid-totale Mobilisierung aller Kräfte, einschließlich der faschistisch-nationalistischen, die eurasische Großmacht Russland zu zerschlagen und damit den geopolitischen Grundwiderspruch für sich zu entscheiden. Russland und China im Verbund sind sich der zerstörerischen Zielstellung der imperialen US-Politik bewusst und heute zugleich mächtig genug, um offensiv, auch mit militärischen Mitteln, die bisher dominierende Macht in ihre Schranken zu weisen.

Die Interessen der Menschen verlangen, dass im Auskämpfen dieser fundamentalen geopolitischen Widersprüche weder die Menschenrechte, noch das Völkerrecht verletzt oder außer Kraft gesetzt werden.

II

Der als „Spezialoperation“ gestartete militärische Angriff Russlands auf die Ukraine stellt eine Verletzung des Völkerrechts dar.
Sollte die russische Seite erwartet haben, die Aufgabe der „Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine“ mit einer knappen militärisch-polizeilichen Spezialaktion lösen zu können, so hätte sie in diesem Punkt geirrt.
Die Legitimität der erklärten russischen Ziele „Entmilitarisierung und Entnazifizierung“ wird damit jedoch nicht fragwürdig.

Ungeachtet traditioneller slawischer „Bruderbeziehungen“ wurde die Ukraine, seit 1991 Zone intensiven westlichen Einflusses, seit dem Putsch 2014 vom US-Imperium und seinen europäischen Vasallen zur antirussischen Speerspitze gehärtet.
Motor dieser Entwicklung war und ist die strukturbestimmende Zusammenarbeit von CIA-Faschisten mit Bandera-Faschisten, die von einer dünnen bürgerlich-demokratischen Haut kaschiert und von allen westlichen Demokratien gedeckt wurde und wird.
Die weltweit sichtbaren Startpunkte (aber nicht der Nullpunkt) dieser Prozesse waren das Massaker von Odessa, Mai 2014, und der öffentliche Schulterschluss des deutschen Außenministers Steinmeier mit dem Faschisten Tjagnibok im Februar 2014.

Mit dem Dreifachhebel der westlichen Konsum- und Freiheitsversprechen, der faschistisch-nationalistischen Ideologie und des systematischen physischen Terrors wurde die Ukraine in acht Jahren (solange brauchte auch Hitler bis zum „Blitzkrieg“ gegen die Sowjetunion) zu einer bedeutenden militärischen Offensivkraft gegen Russland ausgebaut, deren Zerstörung schon jetzt mehrere tausend Menschenleben gefordert hat und viele weitere Opfer fordert.

III


Die Kampfbereitschaft der Ukraine ist eine direkte Folge ihrer allseitigen Unterstützung durch die NATO. Alle großen NATO-Mächte hetzen die Ukraine in die Kriegseskalation. Da Russland alle Fähigkeiten (militärische, ökonomische, geografische) und die erklärte politische Bereitschaft hat, jede Eskalation dauerhaft zu parieren, führt die unerbittliche Aggressivität der NATO im allgemeinen zu immer größeren Gefahren für die Ukraine und die unerbittliche Aggressivität der USA im besonderen zu immer größeren Gefahren für die europäischen Vasallen.

Das deutsche Volk, wir alle, sind in Gefahr.

Diese vorerst vor allem ökonomisch spürbaren Gefährdungen aber auch die drohenden militärischen wachsen in schnellem Tempo und können unkalkulierbar werden.
Den Menschen in Europa und besonders in Deutschland sind die Bedrohungen weitgehend nicht bewusst. Allen droht, so wie heute bereits den Ukrainern, Opfer ihrer eigenen Blindheit zu werden, die sie nicht erkennen lässt, dass der schlimmste Feind im eigenen Land steht.

Um beizutragen den Krieg in der Ukraine, der uns alle verschlingen kann, schnellstmöglich zu beenden, müssen alle Kräfte der Partei dieBasis, auch wenn sie begrenzt sind, voll und ganz zur Aufklärung und Mobilisierung möglichst vieler Menschen gegen die US-NATO-Aggression und für eine völlige Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine aufgeboten werden.

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Leben, Machtmedien, Mensch, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Drei Überlegungen zum Krieg in der Ukraine

  1. Christine Fischer schreibt:

    Bitte lesen Sie auch die Kommentare von Mathias Bröckers auf
    Broeckers.com.Ich habe die Newsletter abonniert.

    https://www.broeckers.com/2022/04/04/notizen-vom-ende-der-unipolaren-welt-11/

    Gefällt 1 Person

  2. Stresstest - "Großraum Krefeld" schreibt:

    „Die Kampfbereitschaft der Ukraine ist eine direkte Folge ihrer allseitigen Unterstützung durch die NATO.“

    … ja. Und man hat das Kiewer-Regime davon überzeugt, dass die Ukraine diesen „großen Krieg“ gegen Russland gewinnen und danach in die NATO aufgenommen wird. Dies erfahren wir vom Präsidenten-Berater, Olexij Arestowitsch, in einem Interview aus dem Jahr 2020 (ab ca. 3:50 Min): „Ukrainische Oppositionspolitiker: Was wusste Selenskij über Kriegsbeginn? (deutsche Untertitel)

    Gefällt mir

    • WUM schreibt:

      Wenn ich mir das Video noch 3-4 mal anschaue, sind die lang versessen Vokabeln wieder da, dann könnte ich vielleicht auch ohne Untertexte andere Kommentare verstehen … auch wenn sie viel schneller sind, als in meinem Unterricht…

      Egal… vielleicht komme ich mit dem intensiven Zuhören auch zur der Erkenntnis…was längst vergessen zu erschienen mag … ist heute aktuell …

      Dank Euch … Sowjetsoldaten !

      (mit etwa 5 Jahren — : kommst Du mit nach Moskau (?)– – in einem altem SIL — ich habe gesagt „JA“ , die Soldaten haben herzlich gelacht……)

      Die Ukrainer sind anders: Bei einem Besuch im Landestheater Dessau, viel später , wollten diese erst einmal die „Führerloge“ sehen…

      Gefällt mir

      • kranich05 schreibt:

        Aus alten Zeiten: Es muss etwa 54 gewesen sein, da sah ich in Rostock eine große SIL-Limousine, damals der chromblitzendste repräsentative Pkw des ganzen Ostens.
        Ständig im Straßenbild waren die ollen „Pobjeda“, die ich abgrundhässlich fand. Obwohl das Fließheck wohl ziemlich aerodynamisch war.

        Gefällt mir

  3. Toni Brinkmann schreibt:

    Der US-amerikanische Friedensrat hält den russischen Eingriff nicht für völkerrechtswidrig und belegt das mit der UN-Charta! Damit ist das Hauptargument des Westens zumindest juristisch umstritten. Dagegen sollte uns allmählich bewußt werden, daß der Anspruch der US auf Dominanz allein schon ein eklatanter Verstoß gegen die UN-Charta ist (Art. 2 Abs.1: Die Organisation beruht auf dem Grundsatz der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder.)

    Gefällt mir

  4. fidelpoludo schreibt:

    Dieses Fundstück stammt aus dem Jahre 2014 (!!!).
    Es bringt den Worttlaut eines Interviews mit Sergey Glasyev, der einer der wenigen, wenn nicht der einzige war, der unter Jelzin von seinem Posten zurücktrat, selbst einmal als Präsidentschaftskandidat in Russland angetreten ist und heute zu den engstenj Beratern Putins zählt. Erstaunlich, wie er die weitere Entwicklung damals vor acht Jahren vorhersagen konnte:

    „Interview mit Sergei Glaziev – Berater von Präsident Putin“

    „Um ihre führende Position angesichts des Wettbewerbs mit dem aufsteigenden China und anderen asiatischen Ländern zu behalten, werden die Amerikaner einem Krieg in Europa anfangen. Sie wollen Europa schwächen, Russland in Stücke brechen und den gesamten eurasischen Kontinent unterwerfen.
    Statt des Aufbaus einer gesamteuropäischen ökonomischen Entwicklungszone von Lissabon bis Wladiwostock, die Putin vorgeschlagen hat, wollen die Amerikaner einen chaotischen Krieg anzetteln und ganz Europa vom Krieg verschlingen lassen.
    (…)
    Wir bewegen uns von einem amerikanische Zyklus der Kapitalakkumulation in einen asiatischen.“

    Glasyev interpretiert Putins Vorhaben mit dem Begriff einer „Humanitären Technologie“, die dem Gemeinwohl und damit den Menschen dient, und dem Konzept von Handelserleichterungen, die allen Staaten Europas für ihre Weiterentwicklung zugute kommen sollen.

    Gefällt mir

  5. Albrecht Storz schreibt:

    Ein anderer Blick auf Russland:

    https://uncutnews.ch/ja-russland-ist-mitschuldig-am-great-reset/

    Woher der russische und chinesische Corona-Gleichschritt mit dem Westen? Wie hätte die Fake-Pandemie-Panik hier so durchschlagen können, ohne entscheidende mediale Schützenhilfe Russlands und Chinas? Wie ist die enge Zusammenarbeit Russlands und Chinas mit dem Westen auf vielfältigen, vielen internationalen Ebenen, Gesundheit, Wissenschaft, Impfprogrammen, Finanzwirtschaft, WHO, WEF, Gavi etc erklärbar?

    Wir sollten uns vielleicht endlich an den Gedanken gewöhnen, dass DIE uns gegeneinander hetzen, ja, aufeindender schließen lassen können, während DIE zugleich gemütlich in Hinterzimmern (natürlich nicht vor der Kamera) miteinander kuscheln und mauscheln?

    Gefällt mir

    • kranich05 schreibt:

      Im weiteren Sinne zu dieser Problematik:
      Ich habe ja heute auf Colonel Cassad verlinkt und damit auch die russische Nicht-Reaktion auf die Zerschlagung Jugoslawiens in Erinnerung gerufen.
      Cassad (das liegt schon länger zurück) hat auch seine eigenen Sicht auf manche Morde in der Frühzeit von „Noworussia“ (z. B. hier: https://colonelcassad.livejournal.com/2198649.html)
      Auch solche Wortmeldung nehme ich zur Kenntnis (ohne sie zu eilig bewerten):
      https://widerstand2020.wirfuerduesseldorf.de/vorsicht-soll-china-die-usa-2-0-werden-und-ist-das-alles-schon-lange-geplant/

      Gefällt mir

    • Dian C. schreibt:

      „Wir sollten uns vielleicht endlich an den Gedanken gewöhnen, dass DIE uns gegeneinander hetzen …“, so Albrecht Storz hier 5.4. 17:59. Also kurz, alles eine große „Kabale“, wie es Fidel u. a. gerne markieren.
      Der Logik folgend, war auch Stalin Teil dieser, indem er mit Nazideutschland einen – zudem noch damalig geheimen – Nichtangriffspakt schloss. Dem könnte sogar ich noch bis zum 22.06.1941 folgen. Aber danach noch immer?
      Und seit Putins Ansprache (24.02.?) und dem Einmarsch muss die Frage nach „Teil der Kabale ja/nein“ neu gestellt werden (zu meiner Überzeugung).
      Unsere, hiesige Antwort darauf ist die Antwort des Feindes, wird aller Wahrscheinlichkeit nach als feindlich betrachtet, ganz egal wie sie lautet.
      Anders ist die Relevanz der Frage für die Russen (und Ukrainer) selbst. Die „Heimatfront“ ist immer noch die wichtigste. Da habe ich allerdings keine Bedenken, dass es in Russland – nennenswerten – Widerstand gibt, solange es gegen ausgemachte Faschisten, Menschenschlächter und USNatoCIA-Lügner geht.
      Albrecht Storz hätte also recht, wenn er meinte, nur proletarischer Internationalismus schaffte Sozialismus statt Barbarei. Ich meine zwar, er meinte gar nicht(s) …

      Gefällt mir

      • Albrecht Storz schreibt:

        „alles eine große „Kabale““

        Aber sicher. Wer Augen hat, der sehe. Wer nicht verstanden hat, dass jede Regierung mit jeder anderen Regierung ein gemeinsames Interesse hat: an der Macht zu bleiben (oder alternativ reich „beschenkt“ sich zurück zu ziehen).

        Aber ehrlich gesagt, die nebligen Worte und Unterstellungen (was soll das mit Stalin, und was er eigentlich sagen wollte …??? Was sollen die letzten zwei Sätze bedeuten? Weiß der Autor das selbst?) eines Dian C. sind mir eigentlich gar keine richtige Antwort darauf wert.

        Gefällt mir

        • Dian C. schreibt:

          Albrecht Storz, Ihre Vermutung bzw. Unterstellung, alle Mächtigen der Welt und so auch Putin würden ihren Machterhalt durch vermeintlich intrigante „Kabale“ im Kreise ihresgleichen sichern, lenkt lediglich davon ab, dass unser Feind im eigenen Land steht. Und ja, deren Unterwürfigkeit und transatlantische Speichelleckerei zum Schaden unseres Landes und Europas darüber hinaus kann man natürlich auch als abgekartet und somit Kabale betrachten. Jedoch sind unsere „Mächtigen“ nur Lakaien und Befehlsempfänger, sie erdienen sich ihre Posten durch Hörigkeit. Somit sind sie wohl eher Gegenbeispiel Ihrer kühnen These.
          Ich danke Ihnen für Ihre eigentlich „unwerte“ Antwort.

          Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s