Ein bedeutendes Fundstück – Ramin Mazaheri

„Das PR-Desaster der russischen „Entnazifizierung“: Wie, warum und was zu tun ist“

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5 Antworten zu Ein bedeutendes Fundstück – Ramin Mazaheri

  1. Jo Bode schreibt:

    Der Geschichtsunterricht in den westlichen Zonen sowie in den folgenden Bundesländern Deutschlands zeichnete sich lange Jahre nach WK2 überwiegend dadurch aus, dass er mit der Zeit der Weimarer Republik endete. Mein Geschichtslehrer spuckte das Wort „Ssoffjets“ innerlich sehr erregt mit viel Feuchtigkeit um die Lippen aus, wenn er über die Jahre zwischen Oktoberrevolution in Russland und faschistischer Machtübernahme in Deutschland sprach. Soweit ich weiß, hat er beim Russlandfeldzug nicht ganz unentscheidend mitgewirkt.
    Was haben wir damals über die Zeit 33-45 gelernt, außer dem Anblick von Ruinen und Besatzungstruppen? Nicht viel.
    Im späteren Studium waren wir Professoren ausgeliefert, von denen z.B. einer mit Todesurteilen im Krieg zu tun und danach langjährige Leitungsfunktionen z.B. als Uni-Präsident und Chef der juristischen Fakultät inne hatte, dessen Kollege regelmäßig im Seminar kritische Plakate abriß usw.
    Was ist von der jetzt in Politik und Gesellschaft tonangebenden Generation an Aufklärung über den Faschismus zu erwarten?
    Kein Wunder, dass der Nazi- bzw. Faschismusvorwurf zumindest bei den derzeitigen Eliten und den Medien weitgehend inhaltsleer gebraucht wird. Die tatsächliche Tragweite des Begriffs spielt deshalb im Ukrainekrieg um den Donbass, der seit 2014 ganz wesentlich durch nazi-affine Truppen geführt wird, keine entscheidende Rolle. Insofern ist es kein Wunder, dass diese Verhältnisse nur eine Minderheit der im Westen lebenden Menschen näher berühren.

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  2. fidelpoludo schreibt:

    Ich halte dafür, dass der Vorwurf des „falschen“ Gebrauchs des Nazibegriffes nicht trifft und selbst falsch ist. Putin geht es um die Souveränität (inklusive sebstverständlich der Sicherheit) Russlands. Zu dieser Souveränität gehört auch die aus den Erfahrungen Russlands mit den Nazis erwachsende Prägung der Begriffe, mit denen es arbeitet. Das „neue“ Russland und seine Führung zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass es sich nicht die Deutungshoheit von und über Begriffe aus de Händen nehmen läßt. Russlands Erfahrungen mit dem Faschismus sind anders geprägt als in fast allen anderen Ländern – vor allem des Westens – und setzt deshalb mit Recht andere Prioritäten. Es müssen auch auf keinen Fall erst marketingtechnische Überlegungen angestellt werden, ob der Begriff so gebraucht nicht etwa in den falschen Hals gerät und auf Ablehnung und Unverständnis stoßen könnte.

    Dass es davon abgesehen vielleicht nicht schadet, in anderen Zusammenhängen sich des Wortes von Horkheimer zu erinnern »Wer von Faschismus redet, darf von Kapitalismus
    nicht schweigen«
    macht einen Teil der Bedeutung des zitierten Artikels aus, wenn es um den Begriff des „Oligarchentums“ geht. Dass dieser Begriff von Putin gar nicht oder kaum in den Mund genommen wird, ist schon ein wenig verdächtig, heißt aber nicht, dass er in seinen Überlegungen keine Rolle spielt. Kaum zu übersehen, dass das „Oligarchenphänomen“ sowohl in Russland wie in der Ukraine von kaum zu unterschätzender Bedeutung ist. Ein ungelöstes „heißes Eisen“ in beiden Staaten mit einem gewissen jüdischen, vielleicht pseudo-jüdischen Einschlag. Dass „Juden“ (wie Zelinsky) von „Juden“ wie Kolomoisky (vgl. Maidan-Putsch etc.) an die Macht lanciert wurden unter Zuhilfenahme offen faschistischer Kräfte, sollte schon zu denken geben. Ob Putin gerade in dieser seltsamen Kollaboration nicht auch schon ein für Russland weiteres bedrohliches Element ins Auge gefasst hat, weiß ich nicht, läge aber nicht außerhalb des Möglichen. Dass die US-Interessen darin keinen Anstoß genommen zu haben scheinen, steht wiederum auf einem anderen, aber nicht zu vergessenden, Blatt.

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  3. fidelpoludo schreibt:

    Ein erhellender Artikel:
    Zelensky and Kolomoisky and their Neo-Nazi paramilitaries
    https://pete843.substack.com/p/zelensky-and-kolomoisky?s=r

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  4. fidelpoludo schreibt:

    Zelinsky noch weit vor seiner Wahl zum Präsidenten in seiner Fernsehserie „Diener des Volkes“ (als Lehrer):

    „„Warum kommen unsere Politiker an die Macht und machen immer wieder die gleichen Fehler?“ tobt er. „Wenn ich eine Woche lang an ihrer Stelle wäre, dann würde ich ihnen zeigen. Scheiß auf die Bonusse, scheiß auf die Datschen – damit der Präsident wie ein Lehrer lebt, und ein Lehrer wie der Präsident.“

    (in dem Berliner Zeitungsartikel)

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