„Die deutsche Friedensbewegung“ meldet sich zu Wort

Die Gänsefüßchen deshalb, weil ich eine „deutsche Friedensbewegung“ nicht sehe.

Aber natürlich gibt es „zivilgesellschaftliche Organisationen“ (was auch immer das sein mag), die sich „Friedensbewegung“ nennen. Und zu diesen Organisationen gehören Funktionäre. Manche von ihnen gelten als „Urgestein“ oder „Guru“.

Aus aktuellem Anlass – Anerkennung der „Volksrepubliken Donezk und Lugansk – haben sich Willi van Ooyen und Reiner Braun zu Wort gemeldet. Kernsatz ihrer Erklärung ist: „Die Anerkennung der Republiken eskaliert den Konflikt.“

Wer solche Friedensfreunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Wer diese Position vertritt, stellt die Wirklichkeit auf den Kopf. Wer Eskalation und Deeskalation nicht unterscheiden kann, kann nichts zum Frieden beitragen.

Zur Erinnerung: Die vorletzte (keineswegs erste) Etappe der NATO-Eskalation war der Maidan-Putsch 2014. Die letzte Etappe stellt die systematische Nichteinhaltung der Minsker Vereinbarungen/des UN-Sicherheitsratsbeschlusses von 2015 dar. Zur Zeit führt die Aktion Russlands, die verwirrte Friedensfreunde „Eskalation“ nennen, dazu, dass der Beschuss des Donbass fast gänzlich aufgehört hat. (Falla aber ukrainische Faschisten den Beschuss wieder aufnehmen, werden besorgte „Beobachter aus der deutschen Friedensbewegung“ vielleicht von einer weiteren russischen „Eskalation“ überrascht.)

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Krieg, Krise, Machtmedien, Realkapitalismus abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu „Die deutsche Friedensbewegung“ meldet sich zu Wort

  1. fidelpoludo schreibt:

    Allem, was Du gesagt hast, stimme ich voll und ganz zu!

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  2. fidelpoludo schreibt:

    Eine minitiöse Beschreibung der Geschichte des Verhältnisses der Ukraine und Russlands zur Krim wie das Verhältnis beider zum Minsker Abkommen und eine angemessene Bewertung der Entscheidung Putins findet sich bei Kai Orak:
    PUTIN DONBAS UND DIE KRIM
    https://www.bitchute.com/video/F2wt2kmGjbyG/
    „Putin hat sieben Jahre Geduld gezeigt.“

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  3. kranich05 schreibt:

    Ich las gerade, dass einer der bekanntesten und einflussreichsten Faschisten der Ukraine – Dmitri Jarosch – am 2.11.2021 zum Berater des Oberbefehlshabers der ukrainischen Armeen, General Valerii Zaluzhnyi ernannt wurde (Quelle: https://www.voltairenet.org/article215777.html).
    Das ist mir Anlass, den letzten Satz meines kleinen Postings etwas deutlicher zu formulieren: Die US-Kriegspartei will weiter Krieg, und sie hat genügend fanatisierte Kräfte zum Verheizen. Die Russen haben keine Illusionen und werden hart zuschlagen. Das Letztgesagte ist nicht meine MEINUNG. Es ist die ultimative Ankündigung Putins bei seiner gestrigen Pressekonferenz.
    Siehe: http://thesaker.is/the-situation-is-about-to-quickly-escalate-probably-in-the-next-days/

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  4. MSC schreibt:

    Das, was derzeit vor unseren Augen abläuft, aus Sicht eines nicht sonderlich qualifizierten und nicht sonderlich vernetzten, aber politisch interessierten Beobachters einzuschätzen, ist sicherlich etwas verwegen. Dennoch: Ich meine, dass sich hier eine Zäsur im Lauf der Weltgeschichte verdichtet, die freilich schon länger unterschwellig heranreifte.
    Kurz nach 9/11 hieß es desöfteren, die Welt werde nie mehr so sein wie zuvor (was auch ich eine zeitlang für zutreffend hielt); tatsächlich sahen wir in der Folge einen immer extremistischer werdenden Kreuzzug zur Rettung eines Systems, das nicht zu retten ist (Robert Kurz 1999, marxistisch unterfüttert: „Der Kapitalismus ist am Ende seines Blindflugs durch die Geschichte angelangt, er kann nur noch zerschellen.“) und der schon lange zuvor begonnen hatte.

    Vor und nach dem Maidan ereigneten sich die Golfkriege, Jugoslawien, Libyen, Syrien, NATO-Osterweiterung, Georgien; ein ganzes Farbenspiel an bunten „Revolutionen“ etc pp (das erwähne ich nur, um das neuerliche Aufjaulen der GWS bezüglich Menschen- und Völkerrecht(en) einzuordnen).

    Nun wird also eine dicke rote Linie für den Westen gezogen (they had it coming, sagt der Englishman dazu), und ich sehe momentan nicht, dass diese nicht dauerhaft das „Schachbrett“ bestimmen wird. Die Aussicht auf eine (formale oder informelle) NATO-Ukraine mit Atomwaffen hat den Bogen definitiv überspannt.

    Zur Frage der Anerkennung der DVR und LVR empfehle ich den Herren van Ooyen und Braun die Lektüre des sehr guten Artikels von Dagmar Henn:

    https://de.rt.com/meinung/132228-donbass-war-auch-nach-deutschem/

    Abschließend: Man kann nur hoffen, dass die Härte und Stringenz, mit der Putins Russland handelt, von den Funktionseliten der GWS richtig interpretiert wird. Sollte auf einem weit entfernten Kontinent jemand in Versuchung geraten, aus der momentanen Lage Honig zu saugen, könnte dem Azubi im Außenamt zum wiederholten Male ein ordentlicher Ausbildungsabschluss verwehrt bleiben …

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    • kranich05 schreibt:

      Ich teile Ihre Überlegungen.
      Auch mir scheint, dass es um die Etablierung der multipolaren Welt geht.
      Mir gibt zu denken, dass diese Welt anscheinend ausschließlich von kapitalistischen Mächten gestaltet wird.

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      • MSC schreibt:

        Ich würde dem entgegnen, dass die multipolare Welt seit längerem bereits etabliert ist; unter besonderem Einsatz von Samtpfötchen seitens der VR China. Man sieht es daran, dass der „Full-Spectrum-Dominance“-Anspruch der Vereinigten Schurkenstaaten von (mindestens) Nordamerika dahinsiecht wie die deutsche Friedensbewegung 😉
        Gefährlich bleiben sie dennoch, ich glaube, es war Ullrich Mies, der dazu Kluges geschrieben hat.

        Im übrigen ist mir der russische Kapitalismus nur wenig sympathischer als jede andere Spielart, nur ist die Frage nicht beantwortet, wie man aus diesem Dilemma herauskommt. China hat unter diesen Bedingungen Millionen Menschen aus der Armut geholt (wofür ich bei allem, was es an China vielleicht zu kritisieren gibt – womit ich mich nicht gemein mache mit der unterirdische Hetze der Westlichen Unwertegemeinschaft anläßlich der Winterolympiade – größten Respekt habe. Putin hat während seiner Präsidentschaften aus einem ziemlich maroden Russland eine Militärmacht geformt, die nur um den Preis der eigenen Vernichtung herausgefordert werden kann (mit Weiterungen für China und andere Staaten). Für die damit verbundene Einhegung der USA – z.B. bei der Verteidigung Syriens gegen den GWS-Imperialismus – empfinde ich ebenfalls große Sympathie.

        Das Grundproblem ist damit zwar nicht gelöst, aber es bildet sich – von Norbert Häring bis coronaaufklaerung.de (früher Lehrer für Aufklärung) – zumindest ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die Notwendigkeit, die Systemfrage in den Blick zu nehmen.

        Wenn es etwas länger werden darf, würde ich gern ein paar Gedanken dazu nachliefern.

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        • kranich05 schreibt:

          Gern darf es auch etwas länger werden. Wegen der besserten Sichtbarkeit auch an die Möglichkeit eines Gastbeitrags/Postings denken, die immer gegeben ist.

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          • MSC schreibt:

            Vor dem Wochenende hatte ich begonnen, ein Posting auszuarbeiten; jetzt sage ich vorerst sorry. Das Thema würde im Strudel der Ereignisse untergehen, die zu verfolgen und einzuordnen bereits alle Reserven beanspruchen.

            Nach vorn schiebt sich die Beobachtung von Freunden verbrannter Erde – wer noch ein Täßchen Öl auftreiben kann, schüttet es ins Feuer. Über die zu erwartende globale Neujustierung wird uns von der Leyens Propagandaapparat auf dem laufenden halten, denn Russia DE und andere Medien, die sich noch an eine Analyse wagen, die über “Putin war’s und isses” hinausgeht, werden gesperrt, abgeschaltet, mit Repressionen überzogen werden. Tschechien schreitet bei der Kriminalisierung einer differenzierten Betrachtung des Russland-/ Ukraineproblems voran, andere werden folgen.

            Die Russische Föderation liefert (noch) Gas Richtung Westen und Öl über den Großen Teich, wo die fälligen Zahlungen Gefahr laufen, umgehend eingefroren zu werden – erhellende Anmerkungen dazu bei den Nachdenkseiten:

            https://www.nachdenkseiten.de/?p=81337

            Die Heuchelei des Westens erklimmt nie gekannte Höhen, ebenso der Rüstungsetat.

            Der Azubi im Außenamt teilt frohlockend mit, man wolle die Russische Föderation mit Sanktionen ruinieren (die Frage, wer was von einem ruinierten Russland haben könnte – und das müsste nicht ein Land unter der Führung von Vereintes Russland sein – kann warten); außerdem habe man jetzt auch Putin und Lawrow “gelistet” (wie der Betreiber eines Einkaufsmarktes sein Tiefkühlsortiment).

            Man könnte noch vieles sagen. Ich mache hier mal Schluss.
            Im Reich der Mitte hieße es dazu wohl:

            “Mögest du in interessanten Zeiten leben”.

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  5. fidelpoludo schreibt:

    Paul Craig Roberts: „Breaking News : Russia Demilitarizes Ukraine“
    https://www.paulcraigroberts.org/2022/02/24/breaking-news-russia-demilitarizes-ukraine/

    „“(…) Der Westen schreit natürlich seine ohnmächtigen Anschuldigungen heraus, aber die Flut der Lügen der westlichen Medien wird keinen Einfluss auf das Ergebnis haben. Wenn die westliche Welt irgendwelche intelligenten Führer hätte, was würden sie daraus schließen? Sie würden zu dem Schluss kommen, dass die Zeiten, in denen man den Bären reizen konnte, vorbei sind. Wie ich bereits seit einiger Zeit berichtet habe, hat Russland genug von den Lügen, Täuschungen, Beleidigungen und Provokationen des Westens. Von nun an tun sie gut daran, ihre Ohren zu spitzen, wenn Russland ihnen etwas sagt. Putin hat gesagt, dass Russland der Ukraine nicht erlauben wird, Atomwaffen zu entwickeln, und er hat gesagt, dass Russland keine US/NATO-Stützpunkte an seinen Grenzen dulden wird. Die USA und die NATO sollten das besser glauben.

    Putin sagte, Russland habe nicht die Absicht, die Ukraine zu besetzen. Russland will die Ukraine nicht, aber Russland wird die fortgesetzte Militarisierung des Landes durch die USA und die NATO oder die ukrainischen Angriffe auf die Russen im Donbass nicht zulassen. Der Westen sollte das besser verstehen. (…)

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    • Dian C. schreibt:

      Danke, fidelpoludo. „Demilitarisierung“ gefällt mir außerordentlich, es gibt kaum Wichtigeres zur Wiederherstellung eines Gleichgewichts an Russlands Südflanke. Wann ist ein Angriff eine Verteidigung?
      Die Gegenwehr der Kiewer Ukraine, „Banderistans“, könnte in Tagen gemessen werden. Entscheidend dürfte das Besatzungsregime dann werden. Und dabei haben die Russen gegenüber den bisherigen den Vorteil der gemeinamen Sprache, die die Banderisten verboten hatten. Der Unterschied zwischen ukrainischer und russischer Sprache dürfte größer sein als der unserer entferntesten Mundarten, Schwäbisch und Ostfriesisch?! Mutmaßlich aber geringer als letzterer zum Schwitzerdütsch.
      Ökonomisch kann die Ukraine nur gewinnen; Russland gewinnt Tausende Hektar fruchtbarster Erde. Eigentlich eine klassische Win-win-Situation.
      Und wir? Ich las wiederholt, es wäre „unser“ Krieg …

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