Fundstück – „Neustart mit Direkter Digitaler Demokratie“

Mein am 10.2.22 notiertes Fundstück „Der Kampf gegen Viren und Windmühlen“ hat mir eine erstaunliche Folge weiterer Funde gebracht. Zunächst bin ich kritlit, also Rob Kenius, gefolgt. Der dort gefundene Artikel „Technische Übermacht zerstört Demokratie“ hebt Gesichtspunkte hervor, die sich durchaus mit meinen Überlegungen zur besonderen Rolle der Produktivkraft- und Destruktivkraftdynamik verbinden lassen. Kenius ist dann weitergegangen zu Fragen der Direkten Demokratie. Das sind Fragen, die mich jetzt, im Rahmen meines praktischen Engagements in der Partei dieBasis mehr beschäftigen denn je. Entdeckung der Unterwebseite „Direkte Digitale Demokratie“ bei kritlit, sowie des dazugehörigen Buches von Kenius (ist bestellt). Habe mir das Interview Ken Jebsens mit Kenius angesehen (das Interview bei Steinzeit noch nicht). Im Interview erwähnt Ken Jebsen die „Democracy-App“ von Marius Krüger. Das ist die nächste Entdeckung für mich; über wikipedia wiki zu der Seite von Marius Krüger „Democracy Blog“. Da tut sich die nächste Welt auf. Ich bin elektrisiert. Da eröffnen sich zugleich konzeptionell-theoretische Perspektiven und praktikable Überlegungen/Antworten auf tägliche Probleme und Entwicklungsprobleme der basisdemokratischen Partei und Bewegung. Auslöser dieser ganzen Dynamik, das sei festgehalten, war der Artikel von Kenius bei Ken Jebsen.

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2 Antworten zu Fundstück – „Neustart mit Direkter Digitaler Demokratie“

  1. Detlev Matthias Daniel schreibt:

    Das nenne ich mal eine klare Argumentation, die Rob Kenius da vorlegt. Dennoch sind seine Schlußfolgerungen nicht unkritisch. Er erkennt zwar ein Machtungleichgewischt im Internet, führt es aber einzig auf konventionelle Machtverhältnisse zurück und übersieht dabei, daß diese Technik – zumindest so, wie sie sich entwickelt hat – die Ungleichheit der Machtverhältnisse selbst erzeugt. In einem Spiel, in dem es nur auf Kraft ankommt, wird der Stärkste gewinnen. Kommt es vor allem auf Kapital an, werden die Reichsten gewinnen. Basiert es auf einer Technologie, die nur wenige verstehen und gestalten können, werden diese wenigen den größten Einfluß und die größte Macht gewinnen. Und Menschen, die das unmittelbare analoge Leben bevorzugen, drohen am Ende völlig abgehängt zu werden.

    Demokratie beruht darauf, daß so gut wie jeder von seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten her gleichberechtigt teilhaben kann und Inhalte und Verfahren transparent und für jeden verständlich sind. Die unbefriedigenden Verhältnisse in unserer sogenannten Demokratie beruhen nicht zuletzt auch darauf, daß zuviele Entscheidungsfragen gar nicht mehr verstanden werden können. Die „Expertokratie“ folgt der systemischen Logik. Für die Idee der Demokratie ist es unerheblich, ob am Ende die herrschen, die die politische Macht haben, die die Macht des Kapitals, oder die die Macht des Wissens haben.

    So stimmig die Problemanalyse ist, die Lösung muß noch überdacht werden.

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  2. willi uebelherr schreibt:

    Lieber Detlev, ich stimme dir in deiner Skepsis sehr zu.

    Und nicht nur, weil ich bei Rob Kenius einen extremen Mangel an Verstaendnis der Notwendigkeit radikaler Dezentralisierung sehe, weil nur sie die Bedingung einer praktizierbaren Volkssouveraenitaet enthaelt. Demokratie hin oder her.

    Wenn alle technischen Entwicklungen Kapitalfluesse zur Vorraussetzung haben, dann ist klar, dass sich nur jenes zeigt, was diesen Fluessen genehm ist und sie erhaelt. Und das durchzieht alle Anwendungsbereiche.

    Das Problem der Volkssouveraenitaet ist ja weniger die Frage von Entscheidungen, sonden der Frage nach der Realisierung ihrer Intentionen. Also, wer und wie setzt diese Entscheidungen um. Dabei ist erstmal egal, ob positives Maximum oder negatives Minimum als Methode heran gezogen wird.

    Im politischen Diskurs tauchen die Realisationsbedingungen und deren Vorraussetzungen nicht auf. Aber, genau in diesem Raum agierten Ken Jebsen und Rob Kenius. Gut, bei Ken Jebsen hat sich dies nun geaendert.

    In der Telekommunikation wird dies besonders deutlich. Und in den Bereichen der Versorgung mit gutem Wasser, guter Ernaehrung, thermischer und elektrischer Energie sehen wir es ebenfalls. In dem, was wir heute den politischen Raum nennen, ist nichts mehr an Substanz vorhanden.

    mit lieben gruessen, willi
    Asuncion, Paraguay

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