Die Bundeswehr plant die „menschliche Bereicherung“

Unter Leitung des Luftwaffenoffiziers Generalmajor Wolfgang Gäbelein wurde – gemeinsam mit dem strategischen Studienzentrum der Armee des UK – eine 110-seitige Studie verfasst:

Human Augmentation – The Dawn of a New Paradigm

auf deutsch:

„Menschliche Optimierung – Die Morgendämmerung eines neuen Paradigmas“

Auf die nicht ganz neue Thematik wurde ich erneut durch die höchst qualifizierte Diskussion der letzten Tage auf dem Blog „Querschüsse“ gelenkt.

Wesentliches zur politisch-militärischen Einschätzung der Studie bei Norbert Häring.

Im vorigen Jahr hat das IT-Unternehmen „Kaspersky“ eine internationale Befragung durchgeführt zum Thema: „The Future of Human Augmentation 2020: Opportunity or Dangerous Dream?“.

A propos „Morgendämmerung“ – bereits vor 220 Jahren hat der deutsche Dichter Goethe eine Ballade geschrieben, die sich mit den Mächten der menschlichen Bereicherung beschäftigte.

(Mir ist schon klar, dass sich Goethe allgemein mit der menschlichen Hybris auseinandersetzte, die „übernatürlichen Mächte“ dirigieren zu können. Den speziellen und sehr bedeutenden Aspekt, dass das jetzt die Militärs planen, fasst er damit nicht. Dennoch bringe ich hier das ganze lange Gedicht. Es ist ein Denkmal dafür, dass man in den vergangenen Zeiten der Deutschen Klassik zu großen philosophischen Fragen sich KLAR, VERSTÄNDLICH und SCHÖN äußern konnte. Anders als heute, da mit Experten- und Genderkauderwelsch die Sprache zerstört wird und noch bevor auch Goethe durch die Woke-Mühle gedreht wird.)

Der Zauberlehrling

Hat der alte Hexenmeister

Sich doch einmal wegbegeben!

Und nun sollen seine Geister

Auch nach meinem Willen leben.

Seine Wort‘ und Werke

Merkt ich und den Brauch,

Und mit Geistesstärke

Tu‘ ich Wunder auch.

Walle! walle

Manche Strecke,

Daß, zum Zwecke,

Wasser fließe,

Und mit reichem, vollem Schwalle

Zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!

Nimm die schlechten Lumpenhüllen!

Bist schon lange Knecht gewesen;

Nun erfülle meinen Willen!

Auf zwei Beinen stehe,

Oben sei ein Kopf!

Eile nun und gehe

Mit dem Wassertopf!

Walle! walle

Manche Strecke,

Daß, zum Zwecke,

Wasser fließe

Und mit reichem, vollem Schwalle

Zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder;

Wahrlich! ist schon an dem Flusse,

Und mit Blitzesschnelle wieder

Ist er hier mit raschem Gusse.

Schon zum zweiten Male!

Wie das Becken schwillt!

Wie sich jede Schale

Voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!

Denn wir haben

Deiner Gaben

Vollgemessen! –

Ach, ich merk es! Wehe! wehe!

Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende

Er das wird, was er gewesen.

Ach, er läuft und bringt behende!

Wärst du doch der alte Besen!

Immer neue Güsse

Bringt er schnell herein,

Ach! und hundert Flüsse

Stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger

Kann ich’s lassen;

Will ihn fassen.

Das ist Tücke!

Ach! nun wird mir immer bänger!

Welche Miene! welche Blicke!

O du Ausgeburt der Hölle!

Soll das ganze Haus ersaufen?

Seh ich über jede Schwelle

Doch schon Wasserströme laufen.

Ein verruchter Besen,

Der nicht hören will!

Stock, der du gewesen,

Steh doch wieder still!

Willst’s am Ende

Gar nicht lassen?

Will dich fassen,

Will dich halten

Und das alte Holz behende

Mit dem scharfen Beile spalten.

Seht, da kommt er schleppend wieder!

Wie ich mich nur auf dich werfe,

Gleich, o Kobold, liegst du nieder;

Krachend trifft die glatte Schärfe.

Wahrlich! brav getroffen!

Seht, er ist entzwei!

Und nun kann ich hoffen,

Und ich atme frei!

Wehe! wehe!

Beide Teile

Stehn in Eile

Schon als Knechte

Völlig fertig in die Höhe!

Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer

Wird’s im Saal und auf den Stufen.

Welch entsetzliches Gewässer!

Herr und Meister! hör mich rufen! –

Ach, da kommt der Meister!

Herr, die Not ist groß!

Die ich rief, die Geister,

Werd ich nun nicht los.

„In die Ecke,

Besen! Besen!

Seid’s gewesen.

Denn als Geister

Ruft euch nur, zu seinem Zwecke

Erst hervor der alte Meister.“

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