dieBasis Oberhavel

Gestern haben wir den Kreisverband Oberhavel der Basispartei gegründet. Wir waren 14 Mitglieder, Opa mittenmang.

Ich war knapp über dreißig Jahre Mitglied der SED und dann nochmal ein, zwei Jahre der PDS. Parteimitgliedschaft war mir immer etwas Tiefgreifendes, nichts Beiläufiges. Da spielte wohl gute alte Lenin-Tradition ihre Rolle, die aber wohl von Anfang an bedeutungsüberhöht war. (Gemäß dem damals populären Witz: „Die Kolchose ist abgebrannt. Aber es ging nochmal glimpflich ab: Die Parteidokumente wurden gerettet.“)

Der Parteibegriff stand in einer Reihe mit den „ehernen“ Begriffen „Klassenkampf“, „Proletariat“, „Diktatur des Proletariats“. Und alle waren sie eingebettet in die Gesamtlehre, die Philosophie der materialistischen Gesellschaftsauffassung. In die Partei trat man nicht mal eben so ein, sondern entschied sich für’s Leben. Zumindest sollte es so sein.

– Relativität der Jahre: Aufgenommen wurde ich im Jahr 1958. Heute ist das 63 Jahre her. Heute überblicke ich, etwa wenn es um die erwähnten Grundbegriffe geht, einen Zeitraum von fast 180 Jahren. Damals war Stalin erst fünf Jahre tot. Wie die deutschen Faschisten sowjetische Kommissare oder Kommunisten behandelt hatten, lag erst 13 Jahre zurück. Es war noch gegenwärtig. – 

Heute geht es nicht um eine Bilanz solcher Zeiten und Lebenslinien. Heute stelle ich meine eher pragmatische Haltung in der Parteifrage fest. Es geht mir darum, eine Organisationsform zu finden, in der ich meine politischen Interessen zur Geltung bringen kann.

Diese Interessen sind, auch wenn sie sich nicht bzw. nur zum Teil mit der alten Begrifflichkeit decken, keineswegs verschwommen. Sie sind radikaldemokratisch. Sie richten sich gegen das übermächtige Kapital der Superreichen und ihre Funktionsträger und orientieren sich auf die frei gewünschte und gestaltete politische Gemeinsamkeit aller Gruppen und Gliederungen des Souveräns.

Die „impfkritische Kleinpartei“ (so wird sie tituliert) „dieBasis“ könnte genau dieser Interessenlage, die zugleich eine fundamentale gesellschaftlichen Notwendigkeit ausdrückt, entsprechen.

Wir jedenfalls haben jetzt in Oberhavel Strukturen geschaffen, um mit mehr Aktivitäten und längerem Atem weiterzuarbeiten. Sechs von uns nehmen am 1. Parteitag der Bundespartei teil, der am 20. und 21. 3. in Hannover stattfindet. Ich freue mich darauf, dass es dort bestimmt viele Anregungen und neue Beziehungen geben wird, Impulse für die Arbeit der kommenden Monate.

Es geht schließlich auf die Bundestagswahl zu, und ich erlebe es zum ersten Mal, seit ich vor dreißig Jahren BRD-Bürger wurde, dass ich Sinn darin sehe, mich in Hinblick auf dieses politische Ereignis zu engagieren.

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6 Antworten zu dieBasis Oberhavel

  1. Rainer Jahn schreibt:

    Na dann viel Spaß mit dieser „FDP für Arme“. Ich sehe nur Freiheitsgeschurbel ohne klare Begrifflichkeit. Nichts zu lesen von sozialer Gleichheit oder wenigstens „sozialer Gerechtigkeit“. Ohne diese belibt „Freiheit“ eine leere Worthülse. Es ist eine Partei von Kleinbürgern, die nur den Staus quo wiederherstellen wollen. Sobald sie ihre alten Rechte wiederhaben, wird die progressive Fassade verschwinden.

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    • kranich05 schreibt:

      Vielleicht haben sie Recht. 🙂

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    • Johannes S. schreibt:

      Aus diesem Kommentar, werter Herr Jahn und Herr Jakob, kann ich durchaus die Enttäuschung über Parteien nachempfinden. In Bezug auf die Initiative „Die Basis“ kann ich Ihre Vorbehalte m.E. vermutlich auch Vorurteile nicht teilen. Bei der Basis sind Bürger aus allen Schichten vertreten, m.E. sogar weniger „Kleinbürger“ sondern vornehmlich Anwälte, Mediziner und Bürger, die für unsere Grund- und Menschenrechte, die Demokratie, gegen Totalitarismus kämpfen wollen. .Dies als Freiheitsgeschwurbel abzutun finde ich sehr ungerecht. Es geht aktuell tatsächlich in allererster Linie um unser aller Freiheit. .Erst mit der inneren und äußeren Freiheit können wir um die soziale Gleichheit kämpfen. Die Basis und auch Dr. Fuellmich haben durchaus erkannt, dass der Neoliberalismus die perfide Corona-Lüge ermöglicht hat und der Vorwand im Interesse der Globalisten ist. Die Basis fordert eine Politik für die Basis, die Mehrheit der Menschen, also soziale Gleichheit und Gerechtigkeit. Es war der fundamentale Irrweg einen Sozialismus ohne Freiheit und mit Zwang errichten zu wollen, wie auch der der aktuelle Totalitarismus scheitern wird. Für die Idee des freiheitlichen, demokratischen Sozialismus und die untergegangene DDR ist es beschämend und verheerend , das ausgerechnet eine im Sozialismus und in einer evang. Pfarrersfamilie sozialisierte Angela Merkel Deutschland zu einem autoritären diktatorischen Staat im Interesse des Raubtierkapitalismus macht und die deutsche Gesellschaft mit ihrer verlogenen Propaganda hintergeht.Dazu eine sehr zutreffender Beitrag im Rubikon-Blog über Angela Merkel. Das alles kann nicht gut gehen und wir sind a l l e, aus verschiedenen politischen Ausrichtungen gefordert, wWiderstand zu leisten.

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  2. Jakob schreibt:

    Viele suchen nach ner neuen Partei, auch Linke, oder grad Linke.
    Ich habe mir das eine oder andere angeguckt, bin aber noch nicht fündig geworden.
    Aufstehen Trägerverein und Aufstehen Basis könnten noch was vorhaben, aber, die sind jetzt schon so unstrukturiert und zerstritten, es geht ja um dicke Fleischtöpfe, die kann man vergessen.

    Ein Kleinstverleger aus Rheinland Pfalz hat wohl die Partei Jetzt oder Sarah Jetzt gegründet, in der Hoffnung die Wagenknecht zu ködern, der will nur die Rechte an ihren Büchern, kann man vergessen. Geschäftsmann eben.

    Die Corona-Parteien, ja, im Moment kommen die groß raus, aber da gibts auch schon Mitbewerber, das übliche, wenn die Gefahr zu groß wird für die Faschos, macht man aus einer großen Bedrohung eben viele kleine, haha, und weg ist die Bedrohung.
    Möcht nicht wissen, wer so alles einen 450€ Job beim Verfassungsschutz hat.

    Team Todenhöfer kannste och vergessen, wie war das noch mal, ah ja, Frieden Freiheit Gerechtigkeit, oder so ähnlich, und dann, man halte sich fest, die erste Aktion:
    man demonstriert vor der chinesischen Botschaft in Sachen Uiguren, die armen, eingepfercht in KZs,misshandelten Unterdrückten und so weiter und sofort. Wir wissen das besser.
    Zehntausende junge Uiguren arbeiten als Söldner für alkaida oder is oder wie diese ganze Buchstabensuppe heißt, werden jetzt auch in den Jemen verlegt, auf die Seite der Saudis, egal……………

    Mir ist die außenpoiltische Agenda einer Partei sehr wichtig, wer die Außenpolitik der Faschos mitträgt, der ist raus aus dem Rennen.
    Bei die Basis hab ich dazu bisher nichts gefunden, vielleicht weiß da ja einer was
    sozialistische Grüße, Jakob

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  3. Katja schreibt:

    In welcher Stadt haben Sie sich gegründet, wie kann man Kontakt aufnehmen? Ich bin interessiert an Eurer Arbeit! Liebe Grüße,
    Katja

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    • kranich05 schreibt:

      Wir haben uns in Hohen Neuendorf gegründet als Kreisverband. Inzwischen bestehen mehrere Ortsgruppen. In der Kreisstadt Oranienburg besteht aber noch keine. Unser Kreisvorsitzender (und zugleich Direktkandidat für die Bundestagswahl) ist Sven Lingreen. Der Vorstand ist per Mail zu erreichen: vorstand@diebasis-ohv.de
      Du kannst gern als Gast an der Vorstandssitzung teilnehmen. Wann und wo die ist, weiß ich im Moment nicht.
      Vielleicht sehen wir uns bald.
      Beste Grüße
      Klaus-Peter

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