Märchenstunde oder Schrille Töne beim Pfeifen auf dem letzten Loch

Linke zitieren gern, dass man „den Verhältnissen ihre eigene Melodie“ vorspielen soll. Sie wollen „die Verhältnisse zum Tanzen bringen!“

Manchmal war sie faszinierend, die linke Rhetorik.

Mit der Zeit aber, die linke Rüstung zeigte Beulen an der Brust und rostete am Siebenmeilenstiefel, da hörten sich die Trommeln scheppernd an und das Pfeifen wie im Walde.

Was tun, wenn  die Gegend immer sumpfiger wird?

Die meisten waren realistisch genug, den rettenden Pfad zu erspähen. Einige energische Sprünge, das Schlammbad durchquert (das wäscht der Regen ab), und man wandelte wieder auf der sonnigen Seite.

Sie vergaßen die meisten Gesänge ihrer jungen Jahre; einige bewahrten sie wie Reliquien, polierten sie zu den Gedenktagen und boten sie kulturvoll dar, mit Koloraturen und Zittern in der Stimme.

Doch es gab auch hartnäckige Kämpfer. Die brüllten, dass sie dem Sumpf nie und nimmer weichen würden. Sie fanden einen Fußbreit festen Stand, rissen den Ast vom Strauch und peitschen unerbittlich die trübe Brühe. „Seht ihr, wie die Verhältnisse tanzen?“ schrien sie stolz, wenn neugierige Kinder verbeigingen. Und sie ließen es hoch aufspritzen.

Manche Kinder blieben bewundernd stehen. So ließ es sich auch im Sumpf aushalten.

Eines Tages kam die böse Frau, die mit Kindern nichts anzufangen wusste und über Sumpfpeitscher immer die Nase gerümpft hatte. Sie sagte listig (vermutlich hatte sie einen Plan): „Was steckt ihr hier im engen Loch?“ … „Den faulen Pfuhl auch abzuziehn“, sagte sie und: „Aerosole! Aerosole! … Kommt mit zum Seeufer. Ich gebe euch Hacke und Spaten. Baut mir den Steg, verändert die Welt!“

Unsere Sumpfgeister hatten nicht vergessen, dass sie eigentlich radikale Linke waren. Sie beriefen sofort ein Plenum ein: „Zero Hacke – Mega Bagger wolln wir ham!“ schrien die einen und „Zero Spaten – Mega Raupen wolln wir ham!“ die andern. Das zog sich hin. Aber die Hexe erinnerte sich und sagte: „Wenn ihr kommt und eins eurer schönen Lieder singt, dürft ihr die Blauhemden tragen“.

Das gab den Ausschlag. Die Ultralinken stürzten sich auf die Mega-Maschinen und in kürzester Zeit war aus Sumpf, See und Wald eine menschen-, tier- und baumlose Wüstenei geworden.

Eine Drohne hatte das ganze gefilmt, und als böse Frau die Bilder sah, nickte sie zufrieden: „That’s corona … next gigafactory“.

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