Zu den Sterbefällen in Deutschland im Jahr 2020 (1) – Übersterblichkeit im Gesamtjahr?

Die Sterblichkeit in Deutschland in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 liegt im Normalbereich! 

Es dürfte unbestritten sein, dass der Vergleich der Sterbefälle des Jahres 2020 mit denen der Vorjahre Aussagen über das tatsächliche Ausmaß der „Epidemischen Lage von nationaler Tragweite“  gestattet. Dieser Rechtsbegriff wurde mit Wirkung vom 28. März 2020 anlässlich der COVID-19-Pandemie in Deutschland in das IfSG eingeführt, und diese Lage wurde zugleich als Parlamentsbeschluss festgestellt, der bis heute nicht aufgehoben wurde.

Das Statistische Bundesamt stellt eine Sonderauswertung „Sterbefälle – Fallzahlen nach Tagen, Wochen, Monaten, Altersgruppen und Bundesländern für Deutschland 2016 – 2020“ zur Verfügung. Sie wird wöchentlich aktualisiert und enthält im Moment die Zahlen bis 11.10.2020.

Alle meine folgenden Analysen und Einschätzungen basieren auf dieser Publikation, auf den täglichen Situationsberichten des RKI seit 4.3.2020, sowie auf weiteren offiziellen Dokumenten, die ich im jeweiligen Textzusammenhang angebe.

Hier eine anschauliche Übersichtsgrafik von destatis (dort ist diese Grafik interaktiv):

Ich habe zunächst gefragt: Wieviel Sterbefälle gibt/gab es eigentlich jeweils von Januar bis September im Vergleich der Jahre 2016 bis 2020. Hier die Daten:

Jahr 20 709.132 oder 78.792 pro Monat
Jahr 19 700.807 oder 77.867 pro Monat
Jahr 18 725.074 oder 79.573 pro monat
Jahr 17 700.437 oder 77.826 pro Monat
Jahr 16 673.509 oder 74.834 pro Monat

Der Mittelwert der Jahre 2016 bis 2019 (immer bezogen auf die ersten neun Monate!) liegt bei 699.953. Wird dieser Mittelwert auf die (gewachsene) Bevölkerungszahl des Jahres 2020 umgerechnet, beträgt er 702.127 oder 78.014 pro Monat. Wir sehen gegenüber dem mehrjährigen Mittel eine leichte Übersterblichkeit im Jahr 2020. Sie beträgt knapp 1%.

Fast genau im Mittel lagen die Jahre 2017 und 2019. Das Jahr 2016 lag etwa 4% unterhalb des Mittelwerts, während das Jahr 2018 diesen Wert um mehr als 3% übertraf.

Die leichte Übersterblichkeit des Jahres 2020 liegt in den Monaten Januar bis September  innerhalb der normalen Schwankungsbreite. Sie liegt näher am mittleren Bereich als am Extremwert des Jahres 2018 (und früherer Jahre). Grundsätzlich gibt sie damit keine Rechtfertigung für irgendwelche Maßnahmen des die gesamte Gesellschaft betreffenden Ausnahmezustands.

Natürlich muss die analytische Betrachtung über diese Allgemeinbetrachtung hinaus weitergeführt und konkretisiert werden.

Fragen sind: Wie verteilt sich die Sterblichkeit über die einzelnen Monate? Welche Ursachen sind für markante Ereignisse und Tendenzen auszumachen? Können Widersprüche aufgedeckt werden?

Und vor allem:  Wird die Politik des anhaltenden Ausnahmezustands und der Beschränkung der bürgerlichen Rechte durch die Daten legitimiert? Bereits die hier mitgeteilten ersten Daten stehen der Politik des Ausnahmezustands entgegen.

In folgenden Beiträgen mehr.

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