Weltveränderung – anlässlich Paul Schreyers „Chronik einer angekündigten Krise“

„Die Welt ändert sich ständig“, „Alles  fließt“, „Nichts ist so beständig, wie der Wandel“ – das sind Allgemeinplätze.

Paul Schreyers neues schmales Bändchen, das ich noch nicht gelesen habe, trägt den Untertitel: „Wie ein Virus die Welt verändern konnte“.

Das Denken darüber, wie sich die Welt verändert, hat Tradition, über das o.g. Alltagswissen hinaus, das keine Geringschätzung verdient. Mir fällt die klassische Aufklärung ein, die sich, den Aufstieg der kapitalistischen Produktionsweise begleitend und fördernd, für die bessere Einrichtung der „Welt“ (gemeint war wesentlich die Gesellschaft) einsetzte.

Ein überragender Markstein ist Marxens berühmte 11. Feuerbachthtese von 1845: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern.“ (Originalform).

Nicht zu Unrecht haben wir, Studenten der marxistischen Philosophie damals, 1960, gelernt, dass hier die Revolution in der Philosophie zum Ausdruck kommt. Marx und Engels formulierten gemeinsam die materialistische Geschichtsauffassung (und „vollendeten“ so die materialistische Weltauffassung). Sie sprachen vom Subjekt der Geschichte und der Historischen Mission des Proletariats und gaben somit zugleich ihre Antwort auf das gerade formulierte Problem.

Etliche Jahrzehnte lang (vielleicht zehn oder fünfzehn Jahrzehnte) schien es mit der Veränderung der Welt ziemlich klar zu sein. Brecht dichtete, populär bis heute (hoppla): „Ändere die Welt. Sie braucht es“. Die Arbeiterklasse machte sich daran – so nahmen wir es wahr – ihren „historischen Auftrag“ zu erfüllen. War die Oktoberrevolution nicht der ultimative Beweis?

Fragezeichen bleib stehen!

Ich sehe, dass in diesen ziemlich genau 150 Jahren seit Marxens Feuerbachthesen (und, nicht zu vergessen, auch seit Goethes „Faust“) das Volk in bisher ungeahntem Maße die geschichtliche Arena als (relativ) selbständige, ideelle materielle Kraft bestimmt hat. War nicht der Sieg über den Faschismus im zweiten Weltkrieg der größte Sieg der Demokratie, also der „Volksmacht“? (Die Größe des Sieges ist freilich auch ein Maß für die Größe der Antivolkskräfte.)

Die Macht des Volkes – bei Marx und Engels und Lenin immer auch als Macht zur Gestaltung der natürlichen/physischen Welt verstanden – hat die Welt auch seit 1945 weiterhin kontinuierlich verändert. Sie hat ebenso allmählich das Volk verändert und …  sein Bewusstsein.

Der Sprung in eine neue Qualität (Heute ersetzt man die Dialektik von Quantität und Qualität durch das Gerede von „Kipppunkten“.) war 1989-91 der Untergang des Realsozialismus. (Und der Realsozialismus war – Einsicht, die heute weitgehend verschüttet ist – für längere Zeit der geschichtliche Zustand mit den bis dato stärksten demokratischen Elementen.)

Die neue Qualität besteht darin, dass die Spaltung des Volkes so weit vertieft ist, dass sein demokratisches Bewusstsein, das wesentlich Machtbewusstsein sein muss, im gesellschaftlichen Kräftemessen unterliegt. Es unterliegt der sich absolut setzenden Macht der kapitalistischen Herrscher, und die hat sich heute formiert als weltumspannende finanzkapitalistische und sich zugleich auf die modernsten Produktivkräfte stützende Kapitalfraktion.

Diese Kräfte sind seit Anfang 2020 offen dazu übergegangen mittels weltweitem Ausnahmezustand die Herrschaft vollständig zu ergreifen. Schreyer, der sein Augenmerk auf die zwanzigjährige „Ankündigung“ der Krise legt, mit anderen Worten, auf ihre strategische Vorbereitung und Steuerung, trägt damit zur Erkenntnis dieses gegenwärtig agierenden Subjekts der Geschichte bei.

Mir bleibt das Bewusstsein, dass die Welt sich ändert. Mächtige Subjekte gibt es, aber allmächtige Subjekte sind ein Hirngespinst.

 

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7 Antworten zu Weltveränderung – anlässlich Paul Schreyers „Chronik einer angekündigten Krise“

  1. fidelpoludo schreibt:

    Eine andere Sicht der Geschichte entwickelt – wenn auch nur in Ansätzen – in diesem Interview ein mir bisher unbekannter Sacha Stone. Aber das in Englisch und von einem Dänen moderierte Interview ist nicht nur deshalb von Interesse, denn sowohl der Spezialist für die Aufdeckung von „False-Flag-Attacks“ Ole Dammegard als auch besagter Sacha Stone, u.a. der Gründer der Organisationen „New Earth Project“ und des „Internationalen Tribunals für natürliche Gerechtigkeit“ (mit Schwerpunkt auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Menschenrechte und Kindersexhandel und -missbrauch) haben auch einiges zu sagen über den Zusammenhang, in dem beide die Corona-Plandemie sehen, als auch wie sie die Rollen sowohl Trumps wie Putins in der aktuellen geopolitischen Lage einschätzen.
    Das Interview ist in Englisch geführt, kann aber auch mit deutschen Untertiteln versehen werden. Mich hat es sehr beeindruckt.
    „SACHA STONE & OLE DAMMEGÅRD ~ „Enlightenment & Love vs. Satanic Mind-Virus“ [Age Of Truth TV] [HD]“

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  2. fidelpoludo schreibt:

    Einen Auszug aus Paul Schreyers Buch hat er auf seiner Website veröffentlicht:
    https://multipolar-magazin.de/artikel/wurde-die-corona-krise-geplant

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  3. fidelpoludo schreibt:

    Um die „Weltveränderung“ bzw. die „Große Transformation“ geht es übrigens auch in Marijn Poels neuester Doku an den für mich zentralen Stellen, wenn er Rosa Koire (die Whistleblowerin par excellence) interviewt. Einbildung ist auch eine Form von Bildung: Ich halte es mir doch tatsächlich zugute, Marijn Poels in einem Kommentar auf seiner Website auf Rosa Koire aufmerksam gemacht zu haben, Mag stimmen oder auch nicht.
    Jedenfalls haben wir ein neues Meisterstück vor uns, dessen Titel – wenn man den Film gesehen hat -, wieder einmal sehr doppeldeutig zu verstehen ist. Auch wenn Corona an keiner Stelle explizit genannt wird, spielt das, was wir mit diesem Fake gerade erleben und durchmachen, für den aufmerksamen Zuschauer hinein. Etwa wenn im Zusammenhang mit Rosa Koire Sätze fallen wie – ich paraphrasiere:

    Elitenfaschismus trifft es kaum mehr, weil die grüne Ideologie weite Teile der Bevölkerung erfasst hat.“

    oder:

    „Das ‚alte Normale‘ wird uns in den für uns geplanten ‚Smart Cities‘ dann wieder großzügig zugebilligt werden.“

    oder:

    „Heute hat jeder Staat, jedes Land, jeder Bezirk, jede Gemeinde einen ‚eigenen Ageda-21-Plan‘, der sich zwar nicht gleich als solcher zu erkennen gibt, bei genauerem Hinsehen allerdings sich entpuppt als den Richtlinien der Agenda-21 folgend – ob die Bevölkerung es weiß und will oder nicht.“

    Die AI-Problematik bleibt auch nicht ausgespart:

    „Cashkurs präsentiert: RETURN TO EDEN – Ein Film von Marijn Poels“
    (mit deutschen Untertiteln)

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