simpel deutsch Hebbel

„… Natürlich hatte von diesem Geiz niemand mehr zu leiden als ich, was mich am meisten verdroß, war, daß er mit unserer Wohlhabenheit zunahm, daß das Essen, je mehr ich verdiente, umso schlechter wurde. „Wir haben nicht Kind noch Rind“, sagte ich einst, durch eine Wassersuppe aufgebracht, zu ihr, „was wir hinterlassen , kommt an wildfremde Menschen, ich begreife dein Knicken, dein Schinden und Schaben nicht.“ „Was?“ versetzte sie lebhaft, „ists denn keine Ehre für uns, wenn die Herren vom Gericht nach unserem Tode mit Verwunderung und Respekt in ihr Inventarienbuch schreiben: Der Silberschrank war so wohl versehen, daß auch kein Löffelstiel mehr hineinging, an Leinenzeug fand sich mehr vor, als die seligen Eheleute C h r i s t o p h e r und M a g d a l e n a  S c h n o c k in dreißig Jahren hätten auftragen können, der Schornstein wollte bersten, so voll hing er von Würsten und Schinken? Ist das nicht eine Nachrede, die uns noch im Himmel freuen, ja in der Höle trösten muß? …“

Friedrich H., „Meister Schnock“ („… bereits im Jahr 1837, und zwar zu München während der unheimlichen Cholerazeit geschrieben„)

Dieser Beitrag wurde unter Kunst, Leben, Literatur, Mensch abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s