Schöne Lieder & Tänze 82 – TO BEAT THE DEVIL

TO BEAT THE DEVIL

Es war Winter in Nashville, unten im Musikviertel. Und ich suchte einen Ort, der Kälte zu entkommen, das gefrorene Gefühl zu erwärmen, das an meiner Seele fraß, und den scharfen Wind von meiner Gitarre abzuhalten. Mein Durst wollte Whiskey, mein Hunger brauchte Bohnen. Aber es war schon einen Monat von Zahltagen her, seit ich diesen Adler schreien gehört hatte. So ließ ich meinen Stolz und ging – mit einem Magen voller Leere und der Tasche voller Träume – in eine Bar hinein (ich schätze, ihr würdet es eine Kneipe nennen), Zigarettenrauch an der Decke und Sägemehl auf dem Fußboden, freundliche Schatten.

Ich sah, dass da nur ein alter Mann an der Theke saß, und im Spiegel konnte ich sehen, wie er mich und meine Gitarre prüfte. Er drehte sich zu mir um und sagte, „Komm her, Junge, und zeig uns was du bist!“ Ich sagte, „Ich bin trocken“, und er kaufte mir ein Bier. Er nickte zu meiner Gitarre und sagte, „Ist ein hartes Leben, stimmt’s?“ Ich schaute ihn nur an, und er sagte, „Du machst kein Geld damit, oder?“ Ich sagte, „du liest wohl meine Post?“ Er lächelte nur, „Lass mich diese Gitarre sehen; ich habe da etwas, das du hören solltest.“ Und dann brachte er es auf den Punkt:

„Wenn du deine Zeit verschwendest, um mit Leuten zu sprechen, die dem nicht zuhören, was du erzählst – wer, denkst du, wird es denn hören? Und solltest du sterben beim Erklären, wie sie die Dinge, über die sie sich beschweren, ändern könnten- wen, denkst du, wird es kümmern?

Es gab schon andere einsame Sänger in einer Welt, die taub und blind geworden ist, die sie verrissen haben für das, was sie versucht hatten zu zeigen. Und ihre Stimmen wurden zerstreut von den wirbelnden Winden der Zeit, weil die Wahrheit bleibt, dass es niemand wissen will!“

Gut, der alte Mann war ein Fremder, aber ich hatte seinen Song zuvor gehört, zu der Zeit, als der Misserfolg mich auf der falschen Seite der Tür ausgesperrt hatte; als niemand hinter mir stand außer mein Schatten auf dem Boden und Einsamkeit mehr als ein Gemütszustand war. Du siehst, der Teufel jagt einen hungrigen Mann; wenn du dich nicht mit ihm verbünden willst, musst du ihn besiegen. Ich sag nicht, dass ich den Teufel besiegt habe, aber ich trank sein Bier umsonst Und dann stahl ich sein Lied!

Und ihr könnt mich immer noch singen hören zu den Leuten, die dem, was ich sage, nicht zuhören, betend, dass doch jemand hören wird. Und ich schätze, ich werde sterben beim Erklären, wie sie die Dinge, über die sie sich beschweren, ändern könnten, und hoffe dabei, dass es jemanden kümmert.

Ich wurde als einsamer Sänger geboren und ich wird‘ wohl als solcher sterben aber ich muss den Hunger in meiner Seele stillen. Und falls ich nie ein Fünfcentstück habe, werde ich nicht vor Scham sterben weil ich nicht glaube, dass niemand es wissen will!

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