„Ehrenamtliche“ Unteroffiziere der Repression – mit neuem, ergänzendem Kommentar zu Söder

Gang zum Dorfbäcker. Ich natürlich ohne Maulkorb. Kein Kunde im Laden. Die Verkäuferin (ohne Maske) weist mich auf die „Mund- und Nasenbedeckung“ hin. (Sie kennt mich nicht, wir sind im Nachbardorf.)

Jeder kleine Krauter fürchtet (verdeckte) Kontrolleure des Ordnungsamts.

Ich beruhige sie, hole meinen Lappen heraus, binde ihn vor, wie immer unterhalb der Nase. Während sie mich bedient, kommt eine Kundin, bleibt brav in der Tür stehen, trägt aber keine Maske. Auch diese Kundin wird zur Maske ermahnt. Sie schnallt sich ihre vor.

Missmutig schaut sie in den Laden und auf meine nicht korrekt sitzende „Bedeckung“. Außerdem habe ich während meiner Kuchenbestellung, um deutlich sprechen zu können, einen kurzen Augenblick meinen Mund frei gezogen.

Jetzt regt sich die Kundin an der Tür auf, dass ich derart unkorrekt maskiert bin.

Sie, die offenbar selbst die Maske ungern trägt, wurde gezwungen und wechselt sofort in die Rolle der aktiven Ordnungsdurchsetzerin. Nach der Logik: . „Ich muss – sollen sie alle müssen.“

Der flächendeckende Maskenzwang ist ein hervorragendes Alltagsinstrument, um Massen von Menschen in funktionierende Untertanen des Systems zu verwandeln.

Welch Glück – sage ich ironisch – dass wir nur ein Lumpensystem haben. Hätten wir ein Nazisystem, würde es genauso funktionieren.

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3 Antworten zu „Ehrenamtliche“ Unteroffiziere der Repression – mit neuem, ergänzendem Kommentar zu Söder

  1. Dian schreibt:

    Bis vor Kurzem reichte meine Phantasie nicht aus, Faschismus in Deutschland erneut für möglich zu halten.

    Ich bin durch eine gute Schule gegangen, habe viel über die Hitlerdiktatur gehört und durfte mich mit ihr auch intensiv auseinandersetzen. Selbst Ende Januar diesen Jahres war ich zum wiederholten Mal in der Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen und nahm an der jährlichen Feierstunde, diesmal aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau teil. Dennoch hatte ich kein Verständnis für die Bilder aus Deutschland vom Ende der 1930er Jahre, auf denen nicht etwa nur hunderte, tausende oder noch mehr unzählige Menschen ihren rechten Arm zum Hitlergruß ausstreckten, sondern diesen gar nicht wieder runter bekamen, wofür nicht nur die Enge des unmittelbaren Straßensaums verantwortlich gemacht werden muss, sondern eher die ekstatische Begeisterung mutmaßlich für einen der vorüber fahrenden Naziverbrecher, eine ebenso marschierende SA-Kohorte oder auch ähnliches. Noch schlimmer – und bis dato unverständlich – wirkten auf mich solche Bilder aus Österreich bei dessen Besetzung oder auch aus Tschechien 1938/39. Bei letzteren konnte man bei genauem Hinsehen auch viele verzweifelnde Menschen in den hintersten Reihen erkennen.

    Von Anfang an meiner Aufklärung über die Naziverbrechen wusste ich nicht nur um die Angst der Menschen vor den Nazischergen, der SS, der Gestapo, den „PGs“, dem Schupo, dem „Blockwart“, nicht selten dem Nachbarn, sondern spürte diese vielleicht als Kriegsenkel etwas mehr als heutige Generationen. Aber ich hatte keine Vorstellung davon, wie leicht man Menschen durch bloße Propaganda so verängstigen kann, dass sie nicht nur zum Mitläufer werden, sondern sogar zum Verfechter der Propaganda, zum Ängstiger, letztlich zum Täter.

    Im Allgemeinen kann man mit einiger Berechtigung sagen, dass Menschen die laut werden, unsicher sind, Angst haben, nicht gehört zu werden. Ihnen fehlen oft die Argumente, die überzeugen. Aber nicht nur deshalb haben Naziführer gern gebrüllt. Sie wollten auch damit Angst erzeugen, entweder gar bewusst oder aber zumindest, weil es ihre Führer ihnen so vormachten und von ihnen verlangten. Propaganda lebt vom Lauten, dem unendlich Wiederholten und also dem Nachplappern, was deren Meinungsführer unisono (geframt) formulieren. Selbstverständlich werden durch Propaganda keine Wahrheiten erklärt oder durchgesetzt, sondern Lügen. Und diese können gar nicht groß genug sein, damit die Empfänger der Propaganda diese auch als Demütigung, als Herabsetzung, als Beleidigung ihrer (vielleicht auch nur rudimentären) Intelligenz empfinden, denn erst dadurch werden sie vielleicht auch nur unbewusst zum Weiterverbreiten angeregt. Was sie ängstigt, soll nicht nur andere auch und in gleicher Weise, sondern wünschenswert noch mehr ängstigen, damit man sich wenigstens ihnen gegenüber überlegen fühlen kann. Meine Angst habe ich noch „im Griff“, zumindest solange ich andere noch mehr verängstigen kann.

    Das Tragen der Masken – nunmehr schon im Unterricht – ist einzig durch die Angst möglich. Es spielt dabei keine Rolle, ob es die Angst vor dem Virus selbst ist, oder eher noch vor der Bestrafung beim Missachten. Mittlerweile dürfte die Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung durch die nicht nur mehrheitlichen, sondern die fast ausschließlichen Maskenträger die größte sein. Ich stehe völlig allein vor ganz, ganz vielen Pappnasen! Wer da nicht infantile Ängste weil gerade Kind oder Jugendlicher entwickelt, muss auch als Erwachsener schon härter gesotten sein.

    Wenn wir annehmen, dass „nur“ 90% der hier lebenden Menschen sich im (Propaganda-)Angstmodus befinden, dann wird spätestens beim Einkaufen klar, dass auch die restlichen 10% kaum angstfrei sind. Gibt es 1% oder doch 2% Maskenverweigerer?

    Wenn ich weiter allen meinen Mut zusammennehme, und wie Opa meine Maskenverweigerung nicht „militant“ betreibe, wie lange muss ich dann auf meinen „Meister“ warten, der mir allein dafür eins auf die Fresse gibt, und wahrscheinlich noch den Beifall aller anderen Gesichtsarmen für sich einsteckt? Vor allem, was erreiche ich dadurch bei meinen Mitmenschen außer Abstand? Bisher überwiegt mein Gesundheitsempfinden, ich möchte „ungesiebte“ Luft atmen. Mit diesem, meinem Egoismus werde ich kaum jemand zum selber Denken anregen. Mache ich den Wankelmütigen dadurch Mut, geht doch!?

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  2. kranich05 schreibt:

    Hier ein zum Posting passender aktueller Bericht aus dem Söder-Land:
    https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=537684

    Hier grundsätzlicher zu dem „Vorreiter“ aus Bayern:
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/08/20/totale-masken-macht-im-soder-land/
    und hier bei multipolar:
    https://multipolar-magazin.de/artikel/corona-vor-gericht

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