Jetztzeit/Coronazeit 10-8 – Einige Überlegungen zum Transformationskapital

Bisherige Beiträge zur gegenwärtigen Krise:

Jetztzeit/Coronazeit 10-1: „Ignoranz von Zusammenhängen“

Jetztzeit/Coronazeit 10-2: „Gemeinsamkeiten der drei Krisen“

Jetztzeit/Coronazeit 10-3: „Erbitterte Auseinandersetzungen auf der Straße“

Jetztzeit/Coronazeit 10-4: „Irrationales und Interessen im Corona-Klassenkampf“

Jetztzeit/Coronazeit 10-5: „Kapitalinteressen im Corona-Klassenkampf“

Jetztzeit/Coronazeit 10-6: „China ist der maßgebliche staatliche Akteur bei der Inszenierung der Corona-Pandemie

Jetztzeit/Coronazeit 10-7: „Das „Transformationskapital“ als maßgeblicher Akteur der Inszenierung der Corona-Pandemie“

Jetztzeit/Coronazeit 10-8: „Einige Überlegungen zum Transformationskapital“

Der  Untergang des Realsozialismus (genauer: des sowjetisch geprägten Realsozialismus  als Weltmacht) leitete eine neue Epoche des Kapitalismus ein. Der linke Spruch: „Der Kapitalismus hat nicht gesiegt, er ist nur übriggeblieben.“ konnte vielleicht ein wenig trösten, zum Verständnis der neuen Prozesse aber hat er nicht beigetragen.

Die neue Epoche begann mit einem massiven/gesteigerten/beschleunigten  „Weiter so!“. Das betraf:

  • die Neoliberalisierung mit ihrer Zerstörung aller sozialen Bindungen (dabei besonders der organisierten Interessenvertretungen der Ausgebeuteten), der massiven Zunahme der Konzentration und Zentralisation des Kapitals und der radikalen Individualisierung.
  • die Globalisierung (zugleich Finanzialisierung) aller Reproduktionsprozesse
  • die Verwissenschaftlichung, genauer: die enorme Erhöhung der Produktivkraft- und Steuerungsmöglichkeiten bestimmter Wissenschaften und Technologien durch Erkenntnisfortschritte im Mikro- und Nanobereich, sowie einer IT-Entwicklung, die sich dem Quantencomputer nähert.

Die Entwicklungen vollzogen und vollziehen sich in hohem Tempo, zwar begleitet von Krisenerscheinungen (anwachsend ab der Jahrtausendwende) trotzdem ungebremst. In Summe scheint sich, bei zugleich tiefer Differenzierung innerhalb der Kapitalistenklasse, ein erneuerter Kapitalismus herauszubilden, ein sich jung dünkender Kraftprotz, der ankündigt, die bisherige Normalität über den Haufen zu werfen und sich selbst zu überfliegen. Elon Musk ist nur eine Personifizierung dessen.

Kleiner Exkurs: Ich meine, dass eine, vielleicht die entscheidende, Ursache dieser neuen Entwicklung im Superreichtum besteht als Ausdruck eines Grades der Konzentration und Zentralisation des Kapitals, der alle tradierten Dimensionen gesprengt hat. Heute verfügen einzelne Superreiche über Vermögen in dreistelliger Milliardengröße und bereits kleine Zusammenschlüsse auf dieser Ebene (wie z. B. beim New Yorker Milliardärstreffen von 2009 sichtbar oder vollends in der „Milliardärs-Internationale“, genannt „Giving Pledge“-Initiative) reichen an die Billionen-Dollar-Grenze heran und überschreiten sie.

Meine These ist, dass dieser Grad von Machtkonzentration die Interessenlage dieses Kapitals qualitativ verändert. Die Generierung von Maximalprofit ist jetzt auf der Basis der verfügbaren Finanz- und Politikinstrumente fast zum Selbstläufer geworden. Die neue Herausforderung besteht in der Etablierung von ALLMACHT. Dieser Vorgang hat drei Komponenten:

  • Vergöttlichung der Machtinhaber (Impfgott Gates)  
  • Verwandlung ihrer bisherigen Zuarbeiter/Serviceleister in Priester (Hohepriester Rahmstorf, Drosten)
  • Verwandlung aller Übrigen in Opferbringer und Anbeter.

Wem diese Überlegungen „heutzutage völlig unglaublich“ erscheinen, der möge sich geschichtliche (auch zeitgeschichtliche) Parallelen bewusst machen. Die Vergöttlichung der Macht und der sie innehabenden Personen ist ein zu allen Zeiten und in allen (Klassen-)Gesellschaften zu beobachtender Vorgang. Heute wird dieser Prozess durch dem jeweils letzten Schrei der „exakten Wissenschaft“ gestützt (Transhumanismus). 

Charakteristisch und neuartig ist ein hoher Ausprägungsgrad von „Klassenbewusstsein“ der politisch-ökonomisch Mächtigsten, ausgedrückt in dem Bonmot: „Ja, es ist Klassenkampf, und meine Klasse, die der Superreichen, gewinnt.“

Kurzzeitig in den Stand der einzigen politischen, ökonomischen und militärischen Weltmacht gesetzt, über prinzipiell neue (und sprunghaft wachsende) Technologien der Kontrolle und Steuerung der gesamten Menschheit verfügend, stellten sich mächtige Kapitalistenkreise die Aufgabe, den Erfolg des Kapitalismus als Weltsystem auch unter den Bedingungen einer erwarteten Katastrophe zu garantieren. Diese Kapitalisten haben begonnen, „das Ganze“ zu denken und selbst das „eherne Gesetz“ des unbegrenzten Wachstums in Frage zu stellen. Dabei ordnen sie alles, wie eh und je, ihrem uneingeschränkten Profit- und Machtinteresse unter.

Die Entwicklungsprobleme der Menschheit werden seit Jahrzehnten untersucht („Die Grenzen des Wachstums“, 1972). Unterschiedliche Handlungsalternativen wurden vorgelegt. Seit rund zehn Jahren (2009/2010, siehe hier) ist man – mit langem Atem  – zur politischen Realisierung übergegangen. Der Begriff der „Großen Transformation“ wurde hoffähig. Die Langfristigkeit und Komplexität des Vorgehens wurde weitgehend verdeckt, ein Grund dafür, dass Aufklärung und Kritik schwach blieben und mit Erfolg als Verschwörungstheorie, rechtsextrem oder antisemitisch abgetan werden konnten.

Der Corona-Ausnahmezustand des Jahres 2020 hat nicht nur mit einem Schlage den fundamentalen Charakter der Transformation erkennbar gemacht sondern vor allem auch bewiesen, dass die menschenfeindliche Umgestaltung des gesamten gesellschaftlichen Lebens auf Biegen und Brechen mit allen Mitteln vorangetrieben wird.

Es ist konkreter zu betrachten, in welchen Richtungen, mit welchen inhaltlichen Hauptpositionen und mit welcher Schrittfolge die Große Transformation vorangetrieben wird. Zu diesen Fragen bringt immer wieder Norbert Häring erhellende Beiträge. Und natürlich ist den Gegenkräften oder zumindest modifizierenden Kräften der Großen Transformation die Aufmerksamkeit zu schenken.

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4 Antworten zu Jetztzeit/Coronazeit 10-8 – Einige Überlegungen zum Transformationskapital

  1. Johannes S. schreibt:

    B I T T E W E I T E R V E R T E I L E N ! Ich fahre nach Berlin !
    Von: “ demokratischerwiderstand@protonmail.com
    Liebe Demokratieliebhaber!
    Noch vier Tage…
    .. bis zum Großen Augustwochenende im Sommer der Demokratie in unser aller Bundeshauptstadt. Nochmal der wichitge Hinweis, dass alles, was wir tun und lassen im Sinne von Wissenschaftlichkeit, unserem Grundgesetz und der Wiederherstellung verfassungsgemäßer Demokratie ist.
    Für uns beginnt es am Freitag ab 17:30 Uhr auf der Wiese vor dem Bundestag gemeinsam mit Ärzte für Aufklärung, der Redaktion unserer Wochenzeitung Demokratischer Widerstand und, als vertrauter Gastredner, Michael Ballweg von den Querdenkerinnen und Querdenkern aus Südwestdeutschland — und weiteren noch Anzukündigenden.
    Am Samstag, den 1. August 2020 ab 10:30 Uhr vor dem Brandenburger Tor schließen wir uns dem Tag des Friedens an — und freuen uns auf einen absolut freundlichen Tag für die Aufklärung, Republik, Gewaltenteiltung, Föderalität, Wissenschaftlichkeit und Demokratie.
    Die Gerüchte, dass das Berliner Stadtgouvernement am Morgen des 1. August die Stadt abriegeln wolle, können wir nicht bestätigen. Der Kontakt mit Versammlungsbehörde und Polizei ist beiderseits mitmenschlich und korrekt.
    Ob die verfassungsbrüchige Bundesregierung und der teilweise korrumpierte Berliner Senat zum Mittel greifen, einen weiteren Fake-Corona-Ausbruch zu verkünden, um zehntausende Demokratinnen und Demokraten fernzuhalten, wissen wir nicht. Eine wissenschaftlich haltbare Begründung gäbe es mit Sars-Cov-2 jedenfalls nicht — und im Grunde wissen das wissen mittlerweile auch alle.
    Der Regierungsapparat samt seiner Medien-Querfront zieht dagegen trotzig wie ein vierjähriges Kind seinen Wahnsinn durch und hofft, mit der Zeit irgendwie noch aus der Sache rauszukommen. Schließlich schickt das interessierte Großkapital aus Pharmalobby und Computerfreakkonzernen weiter Durchhaltebotschaften und Geld, um die fanatische Opferbereitschaft aller erreichten demokratischen Grundsätze durchzudrücken.
    Nein dazu. Wird nicht gelingen. Denn:
    Über den Ausnahmezustand bestimmen wir, der Souverän, selbst.
    Am Sonntag, dem 2. August finden über das gesamte Berliner Stadtgebiet verteilt kleinere Kundgebungen statt, darunter — als zwei Beispiele — eine Versammlung am Nachmittag im Amphiparlament im Berliner Mauerpark, die von Demokratinnen aus Oldenburg und Bremen organisiert wird sowie eine Versammlung zur Gründungserklärung der Demokratischen Gewerkschaft DG (Ort wird noch bekanntgegeben).
    Bis morgen mit weiteren Informationen!
    Von unserer Zeitung, dem Widerstand, drucken und verteilen wir immer soviele Exemplare, wie Sie es ermöglichen. Danke!
    Herzlich, demokratisch & achtungsvoll grüßt
    das Kollegium von der Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand (nichtohneuns.de) und der Redaktion unserer Wochenzeitung Demokratischer Widerstand (der Widerstand / DW)

    Mein Kommentar: die früheren Ausführungen in der wochenzeitung des Demokratischen Widerstands zu grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen
    sind zwar berechtigt, jedoch haben kiene Chancen auf Realisierung. M.E. hat die höchste Priorität
    die Verteidigung der Demokratie, des Grundgesetzes und der Grundrechte.Dies wird aktuell im Opa-Blog zu wenig vertreten und die Widerstandsbewegungen, die Videos von Dr. Schiffmann, Dr. wodarg u.v.a.m., die Demos und die Großkundgebung am 18. zu wenig bekannt gemacht und mit den vergangenen Beiträgen und Kommentaren geradezu hintenangestellt.
     

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  2. Johannes S. schreibt:

    Aufruf zur Demo. warum geht niemand drauf ein? Zumal dafür anlass besteht, da die Forderungen
    sehr abgehoben sind!
    Liebe Demokratieliebhaber!

    Noch drei Tage…

    bis zum Ende der Schreckensherrschaft!

    Noch drei Tage, bis wir geeint gegen das wahnhafte Corona-Regime von Regierungsapparat, Pharmakonzernen, digitaler Totalkontrolle und Regierungs- und Konzernmedienherrschaft und das Spiel mit der Angst friedlich die Demokratie und freie Debatte wiederherstellen werden.

    Wir fordern den Bundestag auf, spätestens am 4. August außerplanmäßig zusammenzutreten und Neuwahlen noch für den September 2020 zu beschließen. Die seit der Notstandsgesetzgebung von 25. März 2020 eingeführten Regularien sind verfassungswidrig und werden komplett rückgängig gemacht, die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Generell gilt:

    Über den Ausnahmezustand entscheiden wir, der Souverän, selbst.

    Wir sind nicht nur die Mitte der Gesellschaft, wir sind die ganze Gesellschaft: echte, belesene Antifaschistinnen, Bürgerliche und Menschen, denen Republik, Gewaltenteilung und die Freiheit des Individuums keine Verhandlungsmasse sind.

    Für uns vom Demokratischen Widerstand beginnt es am Freitag ab 17:30 Uhr auf der Wiese vor dem Bundestag gemeinsam mit Ärzte für Aufklärung. Wir hoffen auch auf Prof. Sucharit Bhakdi und Prof. Karina Reiß.

    Am Samstag, den 1. August 2020 ab 10:30 Uhr vor dem Brandenburger Tor schließen wir uns dem Tag des Friedens an. Erwartet werden mittlerweile 100.000 Menschen, darunter alleine 800 Wagen der Schausteller. Aus unserer Redaktion werden auch Anne Höhne, Hendrik Sodenkamp und Anselm Lenz sprechen.

    Am Sonntag, dem 2. August finden über das gesamte Berliner Stadtgebiet verteilt kleinere Kundgebungen statt.

    Bis Mittwochabend haben Sie noch gute Gelegenheit, Ihre eigene kleinere Versammlung für 2.8. anzumelden, z.B. in einem der bekannten Berliner Parkanlagen — das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden — oder an einer gut sichtbaren Ecke an einer selbstgewählten Straßenkreuzung.

    Die Versammlungsbehörde bietet alle wesentliche Unterlagen an, es es reicht aus, wenn Sie alles so gut ausfüllen, wie Sie können und heute einreichen: berlin.de/polizei/service/versammlung-anmelden.

    Bis morgen mit weiteren Informationen!

    Von unserer Zeitung, dem Widerstand, drucken und verteilen wir immer soviele Exemplare, wie Sie es ermöglichen. Danke!

    Herzlich, demokratisch & achtungsvoll grüßt
    das Kollegium
    von der Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand (nichtohneuns.de) und der Redaktion unserer Wochenzeitung Demokratischer Widerstand (der Widerstand / DW)

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  3. Pingback: Jetztzeit/Coronazeit 10-9 – Köcheln des Ausnahmezustands | opablog

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