Rottet China den letzten Virus aus?

Ein Video von Ende April 2020, das den Neustart in China zeigt nach Monaten des Corona-Lockdown:

Das Video läuft im Kanal der South China Morning Post mit 1,16 Mio. Abonnenten.

Die „South China Morning Post“ (SCMP), gegründet 1903, gehört lt. Wikipedia zu den rennomierten englischsprachigen Medien und zugleich Leitmedien Hongkongs. 2015 wurde sie von Alibaba übernommen, der größten IT-Firmengruppe Chinas. Alibaba wiederum, gegründet 1999, gehört dem Oligarchen und – wie könnte es anders sein – Philanthropen Jack Ma.

Ich verweise heute nicht nur deshalb auf China, weil ich diesen Artikel gefunden hatte: „Chinas Stadt Jilin wird teilweise gesperrt, um Coronavirus-Cluster einzudämmen“, sondern auch, weil es genau diese Meldung in die Tagesschau schaffte. Und mehr: Buchstäblich alle Mainstreammedien reißen sich um die Neuigkeit. Kommt jetzt die prophezeite 2. Welle in Gang? 

Ich hatte schon einmal geschrieben, dass mich manches an China wundert. Auch heute maße ich mir kein Urteil über dieses große fremde Land an.

Ich stelle nur fest, dass da ein unglaublicher Aufwand betrieben wird. Lt. Johns Hopkins von heute hat die Provinz Jilin (24 Mio Einwohner, die Stadt Jilin hat 1,3 Mio Einwohner) 133 Infizierte und 1 Corona-Toten. Seit einer Woche seien 21 Neuinfizierte festgestellt worden. Deshalb wird nun das Leben wieder komplett eingefroren.

Bemerkenswert finde ich, dass detailliert über die eingeleiteten Maßnahmen berichtet wird – ein wahrer Horrorkatalog, dass aber die einfachsten Informationen fehlen

  • über die Testqualität
  • über Repräsentativität der Fallzahlen
  • über demografische und Alterstruktur der Kranken
  • über qualifizierte Todesursachen

Tut mir leid: Mich haucht da eine wenig anziehende Denk- und Lebensweise an. Mao hatte einst das ganze Chinesenvolk mobilisiert, um die Spatzen, diese Reisräuber, auszurotten. Wenn es jetzt dem letzten Virus an den Kragen geht, könnte man sich auf einem ähnlichen Holzweg wiederfinden.

Auch interessant: Karin Mölling: „Viren – Supermacht des Lebens“

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3 Antworten zu Rottet China den letzten Virus aus?

  1. Bernhard Meyer schreibt:

    „Auch Interessant“: Das empfand ich auch bei der Lektüre von Wodarg: Krieg gegen einen Joker: https://www.wodarg.com/sars-cov-2-test-is-a-joker/
    Wir haben ein völlig falsches Bild von Viren und unser Verhältnis zu ihnen (und Baktrerien etc.).
    Auch die Politik: „Schaffung einer coronafreien Welt“ (Merkel) ist ein absurdes Ziel.

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    • kranich05 schreibt:

      „Wir haben ein völlig falsches Bild von Viren“ –
      Ja, genau an dieser Stelle sehe ich einen oder sogar DEN tiefsten Ansatzpunkt der Kritik in der kapitalistischen Weltkrise.
      Mir scheint, dass der Kapitalismus, dessen Bewegungsgesetz Marx aufgedeckt hat, in der Endkonsequenz auf die völlige Vernichtung des Natürlichen und seine Ersetzung durch einen kapitalistischen Reflex, eine Konstruktion hinausläuft.
      Das ist ein langer Prozess, in dem aber gegenwärtig erhebliche Schritte, strukturelle Umbrüche, anstehen (die man z. B. versucht unter dem Label „Große Transformation“ oligarchiefreundlich zu gestalten).
      (Ich fürchte, nebenbei gesagt, dass ALLE Weltmächte, also ausdrücklich auch China, Russland, Indien dieser erwähnten kapitalistischen Logik unterliegen und ihre Nuancen nur historischer und zweitrangiger Art sind.)
      Der wirkliche, ganzheitliche Ausweg aus der Weltkrise ist nach meiner Überzeugung NUR darin zu finden, dass der Mensch (als Gesamtgesellschaft und als Individuum) es lernt, sich ständig neu und lebensfördernd in den Naturkreislauf einzufügen.
      Die Lösung seines CO2- und Nahrungsproblems liegt im Humus.
      Die Lösung seines Gesundheits- und Virenproblems liegt im Immunitätsvermögen seines Körpers, also einem Wechselwirkungsresultat des körpers mit der gesamten belebten und unbelebten Umwelt.
      Die Lösung aller Migrationsprobleme liegt in der Beheimatung alias heimatlichen Lebensräumen für alle Menschen.

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  2. Pingback: Jetztzeit (10) – Beobachtungen/Fragen/Thesen (6) – China ist der maßgebliche staatliche Akteur bei der Inszenierung der Corona-Pandemie | opablog

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