Beate Bahner nun wieder auf freiem Fuß

„Es ist ihr damit möglich, die heutige Anhörung am Mittwoch, 15. April 2020, 13 Uhr in Heidelberg, Polizeipräsidium Römerstr. 2-4 wahrzunehmen.“

(Quelle)

Als Kinder sagten wir in solchen Situationen: „Kneif mich mal“.

Ich heute als Opa frage ganz ernsthaft: „Kann mir bitte mal Jemand sagen, wo wir leben?“

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11 Antworten zu Beate Bahner nun wieder auf freiem Fuß

  1. Dian schreibt:

    Eigentlich dürfte die Erfahrung der Erniedrigung Beate Bahners durch Polizei und Psychiatrie ausreichend sein, um die Chance des Erfolges Ihrer Aussagen bei der Polizei für so gering zu erachten, dass man von einem solchen Verhör Abstand nimmt, so lange man dazu noch die Möglichkeit hat. Ihrer Web-Seite nach zu urteilen, will sie unbedingt ohne einen ihrer dem Staat ergebenen Kollegen sich selbst verteidigen. Ich drücke ihr selbstverständlich die Daumen und lasse mich hernach liebend gern als Skeptiker beschimpfen.
    Am liebsten hätte ich es gesehen, dass sich vor dem Polizeigebäude so viel Volk eingefunden hat, Beate Bahner zu verteidigen, dass sie umgekehrt der Polizei ihre dort ö f f e n t l i c h e Vernehmung in Gegenwart und unter Teilnahme des Volkes angeboten hätte – keine Öffentlichkeit, keine Aussage.
    Ich konnte noch keinen Hinweis auf die Identität des Wagens und seiner Insassen finden, die Ostersonntag in die Garage vor oder unter Bahners Haus fuhren, und sie dadurch final zum eigenen Hilfsanruf(!) der Polizei veranlassten. Erst stundenlanger Psychoterror durch Hubschrauberlärm nach tagelangem Behördenterror hatte sie zu der nötigen Angst gebracht, Hoffnung in genau diese Polizei zu setzen. Das Weitere ähnelt im Muster hundert anderen Beispielen.
    Beate Bahners bleibende Widersprüchlichkeit zwischen Ihrer Erkenntnis, dass vom Rechtsstaat nicht viel übrig geblieben ist einerseits, und ihre weitere Hoffnung andererseits, dass sie mit ihren – rechtsstaatlichen – Mitteln genau diesen wiederherstellen kann, etwa auch nur, um sich gegen die gegen sie erhobenen Vorwürfe verteidigen zu können, ehrt sie mehr, als sie sich selbst damit natürlich im Wege ist. Dieser Missstand könnte auch ihre Tragödie beschreiben.
    Allenfalls verdient sie für ihren Mut, ihre Widerständigkeit, ihre Verteidigung unser aller Rechte gegen die staatlichen Installierungen von Ausnahme- als beständige und somit totalitäre Gesetze und folglich ein ebensolches Herrschaftsregime nicht nur unsere Achtung, Unterstützung sondern vor allem ihre Verteidigung!
    Freiheit für Beate Bahner, es lebe das Grundgesetz!

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  2. Jo Bode schreibt:

    Rechtsanwältin Bahner vor dem Gerichtsgebäude:

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  3. Johannes S. schreibt:

    Aus der Heidelberger Presse:
    Heidelberg: 250 Bahner-Unterstützer versammeln sich vor Polizeigebäude
    Am Mittwoch (15. April) wird sie in der Polizeidirektion Heidelberg in der Römerstraße vernommen. Davon haben auch ihre Unterstützer Wind bekommen und versammeln sich vor dem Gebäude und skandieren laut „Wir sind das Volk“. Die Polizei Heidelberg mahnt die Menge mehrmals über Lautsprecher, den Platz vor dem Polizeigebäude zu räumen, verzichtet aber auf eine Auflösung und das Aufnehmen von Personalien
    +
    Bei der Vernehmung von Rechtsanwältin Beate Bahner versammeln sich bis zu 250 Anhänger vor der Polizeidirektion Heidelberg.© HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe
    Um 13 Uhr erscheint Rechtsanwältin Bahner, spricht kurz mit ihren Unterstützern und betritt dann die Polizeistation. Nach ihrer Anhörung sorgt Beate Bahner für eine Überraschung: Sie tritt vor die Menge und erklärt, dass sie sich bei der Polizei entschuldigt habe. Die Verletzung am Kopf und Knie stammen von einem Fahrradsturz, den sie „besoffen“ erlitten hatte und nicht von den Polizeibeamten. Sie müsse aber jetzt gleich gehen, da Sie noch mit Freunden in ein Café gehen würde.

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    • Johannes S. schreibt:

      Die Information, dass Frau Bahner angeblich selbst zu den Demonstranten gesagt haben soll, dass sie die Verletzungen von einem Fahrradsturz erlitten hat, weil sie besoffen war, bedarf einer Aufklärung. Dies wäre doch sehr unvernünftig dies öffentlich einzugestehen, dass sie nicht die Wahrheit gesagt hat und sich deswegen bei der Polizei entschuldigt hat. Die Entschuldigung dürfte sich auf die Abwehr bei der Festnahme bezogen haben, um eine Strafverfolgung zu vermeiden. Zuerst verhört, dann festgenommen, psychiatrisiert,dann als besoffen verunglimpft? Frau Bahner neigt allerdings schon dazu mit der Sprache sehr salopp umzugehen, wie im Tondokument zu hören war. Deswegen haben viele Kommentare sie nicht als glaubwürdig hingestellt.

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      • Dian schreibt:

        Beate Bahners Handeln spätestens ab Abend des Ostersonntags war nicht unwesentlich von Angst geprägt. Angst steht klaren, verstandesgemäßen Gedanken im Wege. Durch ihren Aufenthalt in der Psychiatrie könnte ihre Angst sowohl getriggert als auch eingedämmt worden sein – pharmakologisch als auch durch menschliche Nähe.

        Es scheint mir kaum glaubhaft, dass sie mit ihrer Entlassung nunmehr frei von Angst ist. Wie weit sie diese, ihre Gedanken und ihr Handeln, beherrscht, oder aber sich vermittels Verstand über ihre Ängste hinwegsetzen kann, ist – von hieraus keinesfalls – ermessbar.

        Sicher ist, dass die Ängste aller Menschen derzeit allein durch die Massenmedien getriggert werden. Und diese ängstlichen Mitmenschen triggern mit ihrem konformen Handeln und ihren Worten weiter diese Ängste. Wir alle wünschen uns eine starke Führung aus unseren Ängsten, die einen solche wie Frau Bahner bis zum Osterfest, andere vertrauen lieber auf die Stärke der Mächtigen, die obendreien noch die Weisheit für sich gepachtet haben.

        Dieser Teufelskreis ist schwer zu durchbrechen, keinesfalls, wenn man ihn nicht durchschaut.

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  4. Purrfect schreibt:

    Hier gibt es eine schöne Zusammenfassung: https://opposition24.com/beate-bahner-vor-der-polizei-inheidelberg/ Was soll man nun noch glauben?

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    • kranich05 schreibt:

      Ich rate, von der Frage, was und wem man glauben kann, wegzukommen.
      Wir leben im Ausnahmezustand. Das ist ein politisches Ereignis.
      Das Verhalten mit seinen psychologischen Nuancen einer Person ist mehr aber vor allem weniger wichtig. Es ist dem Außenstehenden ohnehin nur begrenzt verstehbar. Erst recht in der heutigen Zeit der medialen (und geheimdienstlichen) Allesduchdringung.
      Was zählt ist die POLITISCHE Exponierung einer Person.
      POLITISCH zählt für mich im Falle „Bahner“ das, was sie auf den 19 Seiten Begründung ihres Verfassungerichtssantrags geschrieben hat.
      https://opablog.net/2020/04/10/ich-unterstuetze-den-kampf-der-rechtsanwaeltin-beate-bahner-fuer-demokratie-freiheit-und-wahrheit/
      Das unterstütze ich. Ob sie besoffen vom Rad fiel oder dies oder jenes ist demgegenüber unbedeutend.
      Ich versuche, meine eigenen politischen Interessen zu definieren und dann entsprechend zu handeln. Ich bin nicht und werde nicht irgend Jemandes Fan.
      „Kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun“ – wie es die Alten sangen.

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      • Dian schreibt:

        Beate Bahner nimmt aktuell auf ihrer Web-Seite Stellung zur Vernehmung.
        Klingt für mich wie aus einer anderen Welt …

        „Sie wolle sich zunächst einmal bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft entschuldigen für den großen Aufruhr, den sie verursacht habe. Es tue ihr leid, dass die Polizei mit den etwa 200 Personen, die sich um 13 Uhr vor dem Polizeipräsidium versammelt haben, nun einen solchen Ärger habe. Sie habe lediglich um Beistand gebeten, da sie sich in der neuen Rechtslage nicht auskenne.

        Denn es sei so gewesen, dass sie in den letzten 14 Tagen im Urlaub gewesen sei. Sie habe mehrere kleine Städtereisen unternommen und sei zwischenzeitlich immer nur kurz in Heidelberg gewesen.

        In den ersten beiden Aprilwochen sei sie zuerst in Berlin gewesen. Sie habe dort Museen besucht und sei in den Opernhäusern gewesen.

        Sodann sei sie nach Paris gefahren, insbesondere um dort den Louvre und eine Bootsfahrt auf der Seine zu genießen.

        Kurz zurück in Heidelberg sei sie schließlich nach London geflogen, um dort weitere Freunde zu besuchen, in schönen Geschäften zu stöbern, die großartigen Museen zu genießen und in das Royal Opera House zu gehen.

        Bahner erklärte nochmals, wie leid es ihr tue: Kaum sei sie einmal zwei Wochen verreist, habe sich in Sachen Recht so viel geändert. Normalerweise lese sie in der Kanzlei jeden Tag das Bundesgesetzblatt, um stets gut informiert zu sein. Sie versuche auch sonst, sich korrekt an Recht und Gesetz zu halten und sich sowohl beruflich als auch privat redlich zu verhalten.

        Da sei sie jetzt einmal kurz im Urlaub gewesen und tappe nun in die größte Rechtsfalle, die ihr je im Leben passiert sei.

        Allerdings bitte sie in diesem Fall um mildernde Umstände … „

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  5. Jo Bode schreibt:

    Die blödsinnige Diskussion über den besoffenen Fahrradsturz nervt.
    Als hätte noch nie jemand vom Fall Oury Jalloh (Wikipedia gucken, auch wenn das „nur“ Mainstream ist!) gehört oder gelesen, der aber nur beispielhaft hier steht. Da hat die Polizei behauptet, ein in der Polizei-Zelle auf einer Matratze liegender Gefangener, der an Händen und Füßen gefesselt (Fessel kommt von fest…) war, hätte sich mit einem nicht auffindbaren Feuer-Spender selber angesteckt. Der Mann verbrannte auf der Matratze.
    Solche Polizeimärchen gibt es übrigens zu Hauf, wenn es darum geht, Vorwürfe wegen Polizeigewalt abzuwehren.

    Schön finde ich es, wenn Frau Bahner ein solches Märchen – es wäre ja denkbar! – vorweg nimmt und zum Besten gibt. Sie hat sicher nicht mit Verständnisproblemen beim Publikum gerechnet. Zu dumm!

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