Regen, der nach oben fließt? oder „Lied vom Klassenfeind“

Fliehen aus Idlib – Fliehen nach Libyen?

Idlib wird auf Dauer nicht der vom Imperialismus erzwungene terroristische „Pfahl im Fleisch“ der Republik Syrien bleiben. Die Kämpfe sind schwer aber die Terroristenverbände, partiell geschwächt durch Transfers nach Libyen, werden zum Rückzug gezwungen.

Die MSM des Westens bringen Bilder von Füchtlingstrecks. Ihre Meldungen sind zwar wenig exakt und oft tendenziös, jedoch dürfte unstrittig sein, dass Zivilisten, die sich bis zuletzt in den Terroristenhochburgen aufgehalten haben bzw. sich dort aufhalten mussten, vor den herannahenden Kämpfen fliehen.

Es leuchtet unmittelbar ein: Menschen, Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, verlassen umkämpfte Gebiete. Sie fliehen AUS Ländern in denen Krieg herrscht. Das Gegenteil – Menschen fliehen IN ein Bürgerkriegsland hinein – ist schwer vorstellbar. Und doch geschieht es. In Libyen seit Jahren! Hunderttausende Menschen, vor allem junge Männer (die sich aber nicht am Krieg beteiligen wollen) zahlen viel Geld, um dieses umkämpfte Land zu erreichen. Sie suchen die Strapazen und Gefahren!

Fließt nun doch der Regen bergauf?

Ist es Wahnsinn, so hat es doch Methode – Libyen mit angeschlossener Seenotrettung im Mittelmeer als Zwischenziel der Massenmigration nach Europa.

In den Slums und Dörfern Afrikas wachsen viele Menschen heran. Sie sind jung und vital. Und sie glauben sich orientiert in der Welt, denn sie haben Handys. Sie hassen es, in ihre schlechten Schulen zu gehen, die zu keinem Job hinführen.

Seit ihrer Kindheit kennen sie europäische Hilfsorganisationen. Die Helfer kommen in einem Jeep, den ein Schwarzer fährt. Sie sind luftig gekleidet und tragen Sonnenbrillen. Eine schwarze Übersetzerin erklärt etwas. Sie fotografieren viel und verteilen Geschenke, worüber die Beschenkten Fröhlichkeit zeigen.

Ins Dorf kommen Nachrichten von  dem „Onkel aus Europa“, einer von denen, die sich vor Jahren auf den Weg machten. Seltener kommt eine Überweisung an. Das sind dann ersehnte Festtage. Viele ziehen den Schluss: Reserven mobilisieren! Ellbogen ausfahren! und auf ins europäische Glück!

Massenmigration nach Europa

Was die jungen Männer sowie Halbwüchsigen in Afrika nicht wissen und die Gleichaltrigen in Europa ebenfalls nicht, sind solche Sätze:

„… denn jeder…., der daherkommt und mir sagt, dass ich dazu entschlossen wäre, die Homogenität der Völker zu zerstören, hat verdammt nochmal absolut recht!

…, forderte … auf, … monokulturelle Staaten auszuradieren und den Prozess der Umsetzung der multikulturellen Diversität (Vielfalt) bei jeder Nation weltweit zu beschleunigen.“

„Migration (ist) nicht das Problem…, sondern die Lösung … die Europäer davon überzeugen, dass die Migration unausweichlich ist, und dass es multiethnische Gesellschaften sind, die auch multikulturell und multireligiös sind, die den Wohlstand erzeugen.“ 

Die so sprechen, heißen Peter Sutherland, Frans Timmermans oder Antonio Guterres. Was sie erwähnenswert macht, wird hier im Zusammenhang erläutert.

Die Intellektuellen in Kreuzberg und Neukölln könnten es wissen, wollen aber nicht. Sie heiligen das Prinzip der Offenheit, „open borders, open arms“. Ihr globales Allüberall im World Wide Web ist mittlerweile Teil ihrer DNA. Sie lieben die Menschenrechte, besonders das Wichtigste, ihre persönliche Reisefreiheit. Sie können gar nicht genug Migranten willkommen heißen, solange andere Leute für alles Übrige aufkommen. Sie sind löblich engagiert, z. B. als „Ärzte ohne Grenzen“ in Afrika. In Afrika? Hilfe vor Ort ist aufwendig und versickert spurlos. Weit demonstrativ humanistischer ist es hingegen, von Schlauchbooten, die neuerdings das Mittelmeer befahren, Menschen zu retten und nach Europa zu schippern.

Ja, wenn genügend Kräfte schöpfen und pumpen, dann fließt das Wasser tatsächlich bergauf.

Das Einsammeln der Migranten (darunter auch echte Flüchtlinge) aus der nördlichen Hälfte Afrikas und aus Asien zum Seenotrettungsweg über das Mittelmeer besorgen mächtige Schlepperorganisationen. Pro Migrant werden mehrere tausend Dollar fällig, so dass von Jahresumsätzen weit über 1 Mrd. Dollar auszugehen ist. Das ist (nach Jahrzehnten westlicher „Entwicklungshilfe“) die einzige funktionierende Industrie Afrikas. Dazu sind gründliche Studien rar.

Zur Finanzierung von Sea-Watch

Auch die andere Seite, Transparenz der Interessen und Finanzen bei der Seenotrettung durch westliche NRO, ist nur lückenhaft dokumentiert. Das muss angesichts des nachdrücklich in den Vordergrund gestellten humanitären Charakters verwundern. Wer bezahlt beispielsweise den zivilen Seenotrettungsverein „Sea-Watch“? Die Antwort kommt prompt: „Wir sind politisch und religiös unabhängig und finanzieren uns ausschließlich durch Spenden.“ Und ebenso entschieden wird die völlige finanzielle Transparenz behauptet. Wie sieht es damit konkret aus?

  • Sea-Watch e. V. ist nicht der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ (ITZ) beigetreten, der zur Zeit 1273 Organisationen angehören. Sea-Watch erfüllt nicht die zehn Mindest-Transparenzkriterien der ITZ.
  • Sea-Watch verweist auf den eigenen „Jahresbericht von 2017-2018“ als Nachweis von Transparenz. Dieser Nachweis gelingt nicht, denn:
  • – Der Bericht stellt kein von einem Buchhalter oder Steuerberater geprüftes und bestätigtes Dokument dar. Vielmehr wurde er wie am Ende mitgeteilt wird, von nicht weniger als sechs Sea-WatcherInnen „entwickelt“.
  • – Angaben über den Zeitraum Mai 2015 (Vereinsgründung) bis Dezember 2016 fehlen.
  • – Desgleichen fehlen die vollständigen Daten des Jahres 2018 (Angaben zu 2019 natürlich ebenfalls).

Für die ersten zehn Monate 2018 weist Sea-Watch ein rasantes Ansteigen der Förder- und Mitgliedsbeiträge aus (von rund 350 auf rund 2400 Leistende) bei gleichzeitigem Ansteigen ihrer monatlichen Höhe (von rund 10 € auf knapp 20 €), was in der Summe rund 204.000 € ergibt. Trotzdem kommen aus dieser Quelle nur etwa 10% der Mittel des Vereins. Der Löwenanteil, knapp 90%, kommt von Spendern.

Daten zur Struktur des Spendenaufkommens werden nur für 2017 angegeben (keine Vergleichbarkeit zu 2018). Immerhin hatte man 8479 „Kleinspender“, die durchschnittlich 55,78 € spendeten, in der Summe also knapp eine halbe Million. Doch damit lässt sich keine Seenotrettung betreiben. Weitere 210 Spender wurden gefunden, die jeweils etwa 2200,-€ zahlten und – um den Segen vollkommen zu machen: Es stellten sich noch einmal 12 Spender ein, die insgesamt 406.000€ aufbrachten, also stolze 33.836,-€ pro Durchschnittsnase. Das Spendenaufkommen kann 2016 kaum geringer gewesen sein, und 2018 war es in der Summe mit Sicherheit höher als 2017. Springt Jahr für Jahr das Dutzend Zigtausend-Euro-Spender ein? Sea-Watch präsentiert einige illustre Förderernamen.

NRO. Zum Non-Profit-Industriekomplex

Wer nichts vom Soros-Netzwerk weiß und auch die aufreibenden Mühen zivilgesellschaftlicher Basisarbeit nicht kennt, mag sich jetzt erfreut zurücklehnen über soviel überragenden Erfolg für „humanity will grow“.

Ich aber habe im Lauf der Jahre eine gehörige Portion Skepsis entwickelt gegenüber den Berufshelden der Zivilgesellschaft. Unabhängig davon, dass ich vom alten Marx lernte: „An allem ist zu zweifeln“.

Meine Skepsis wurde damals geweckt, als ich mich für die Befreiung von Gustl Mollath engagierte und das völlige Desinteresse aller von mir angeschriebenen Menschenrechtsorganisationen an der Menschenrechtsverletzung im eigenen Land feststellen musste. Das war 2013, kann man hier nachlesen.

Dieselbe Erfahrung machte ich zwei Jahre später mit NRO der Friedensbewegung (hier und hier beschrieben), die im Herbst 2014 den „Friedenswinter“ aus der Taufe hoben, um ihn ein halbes Jahr später totzuschlagen.

Im Herbst 2015 und Anfang 2016 veröffentlichte die unvergessene Friederike Beck die dreiteilige Studie „Wie ein Zusammenschluss von Stiftungen der superreichen Weltelite und durch sie finanzierte und mit Steuergeldern geförderte NGOs die Migration nach Europa leiten“.

Teil I: Die »International Migration Inititative« der Zwölf

Teil II: Das Netzwerk für Migration

Teil II: Betreutes Fliehen: George Soros und das Netzwerk um PRO ASYL

Ich empfehle gründliches Studium.

Im Zusammenhang mit oben geschilderten Spendenerfolgen von Sea-Watch verweise ich auf eine Passage aus dem Teil I, in der Beck das Stiftungsmodell des NEF, des „Network of European Foundations“ an Hand einer Grafik darstellt und die Verfahrensweise erläutert:

„Anhand der Graphik ist klar zu erkennen, dass die im Stiftungsnetzwerk NEF zusammengefassten Stiftungen nie direkt spenden, sondern die Gelder immer ein bis drei Stufen durchlaufen, bevor sie ihr Ziel erreichen. Dies scheint eine gängige Praxis zu sein, die natürlich dazu geeignet ist, Spuren zu verwischen und eventuelle Verantwortlichkeiten zu vernebeln.

Die Stiftung gibt immer zuerst einer Partner-NGO, einem zwischengeschalteten Spender oder einer anderen Stiftung oder Fond. Von dort gehen die Mittel an einheimische NGOs oder an einheimische Spender des Ziellandes und erst von dort an gemeinschaftliche Organisationen oder an arbeitende NGOs.“ (Hervorhebungen von mir.)

Kommt auf diese Weise jährlich das Dutzend der „Zigtausend-Euro-Spender“ von Sea-Watch zusammen?

***

Ich habe den Eindruck, dass die Sensibilität echter Linker und radikaler Demokraten für die zwiespältige politische Rolle sogenannter NRO gestiegen ist. Dazu trägt die Demaskierung aber auch Selbstdemaskierung (Markenschutz für Greta! :-))) im Zusammenhang mit der Klimakampagne bei. In diesem Zusammenhang ist Cory Morningstars große Studie eine aufklärerische Leistung ersten Ranges! Ich schließe dieses Posting mit einem Zitat zur Rolle des Non-Profit-Industriekomplexes, das Cory Mornigstar ihren Untersuchungen voranstellt:

„Was die Manipulationen durch den Non-Profit-Industriekomplex ärgerlich macht, ist, dass sie den guten Willen des Volkes, insbesondere der Jugendlichen, ausnutzen. Sie richten sich an diejenigen, denen keine Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt wurden, um wirklich für sich selbst zu denken, und zwar von Institutionen, die dazu bestimmt sind, der herrschenden Klasse zu dienen. Der Kapitalismus funktioniert systematisch und strukturell wie ein Käfig zur Aufzucht von Haustieren. Die Organisationen und ihre Projekte, die unter falschen humanistischen Slogans operieren, um die Hierarchie von Geld und Gewalt zu stützen, werden immer mehr zu einigen der wichtigsten Elemente des unsichtbaren Käfigs von Korporatismus, Kolonialismus und Militarismus.“

– Hiroyuki Hamada, Künstlerin

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