Hysterie und Panik sind eine Gefahr

Hilfreich wäre es, die kapitalistische Reproduktion zu analysieren.

„Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand.“

(Ottmar Edenhofer)

Zugegeben, Begriffe wie „Reproduktion“, „Politische Ökonomie“ oder „Mehrwert“ sind dröge. Mehr noch: Ohne ein wenig Wissen und Nachdenken kann man rein gar nichts mit ihnen anfangen. Weg damit?

Wenn dagegen Prof. Schellnhuber wieder einmal von „Kipppunkten“ raunt, pünktlich vor der nächsten Klimakonferenz, dann hat das einen ganz anderen Effekt. Wer wird an der Offenbarungsmacht des Papst-Akademikers zweifeln? (Zumal DIESER Papst so unglaublich gut zu uns und der Welt spricht.) Wie von Zauberhand wird alles erklärt. Und mit den gut geschulten Cheerleadern von FfF lässt sich mühsame Lernerei einsparen.

„Rauf mit dem Klimaschutz! Runter mit der Kohle!“

„Rauf mit dem Klimaschutz! Runter mit der Kohle!“

„Rauf mit dem Klimaschutz! Runter mit der Kohle!“

Mit den Jahren beeindrucken mich solche Losungen und Übungen weniger. Dagegen bringt mich manchmal eine einzige Zahl zum Grübeln. Das war so am 25. September 2019, als ich erfuhr, dass 15 Billionen Dollar = 40% der Weltinvetitionen aus Steueroasen stammen. Hier ist meine Quelle und hier die ursprüngliche Quelle: „The Rise of Phantom Investments“, also: „Der Aufstieg der Phantom-Investitionen“.

Was bedeutet das? Es bedeutet, dass ein enormer Teil des Kapitals nicht „angelegt“ werden kann, dass er nicht „arbeitet“, dass er nutzlos ist, wie Sand am Meer. Aber wir wissen doch: „Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere.“ 

Zwar nutzt das Kapital Ersatzlösungen, um Profit unabhängig von den Tücken des „normalen“ Reproduktionsprozesses zu generieren. Bewährt sind z. B. Kriege oder/und das Mästen des Militärisch-Industriellen Komplexes. Doch heute, wie obige Zahl zeigt, steht man wieder vor Grenzen, die irgendwie überwunden werden sollen.

Der neue Raubzug hat einen Namen: „Green New Deal“. Im Schlussabschnitt des verlinkten Artikels werden verschiedene (einstellige) Billionenbeträge genannt. Auch die neue Kommissionspräsindentin der EU sprach von mindestens 1 Billion für den Klimaschutz, verteilt auf fünf Jahre. Die Zahlen verdeutlichen einerseits, dass jetzt real (und medial!) niedrige Billionenbeträge von Kapital in Aktion gesetzt werden; was heißt: In die Ausbeutung zur Profitgenerierung gesteckt werden. Andererseits darf die Größe des brachliegenden Kapitals auf etliche zweistellige Billionenbeträge geschätzt werden. Im Klartext: Die eingeleiteten bzw. angekündigten Maßnahmen sind erste ökonomische Schritte, denen weitere folgen müssen. Sie werden zugleich von politischen/medialen Schritten des weiteren Demokratieabbaus und der Bewusstseinskontrolle flankiert werden. Schon jetzt  ist zu beobachten:

  • Hysterisierung der Öffentlichkeit. Sie wird mit angeblich akuten Klimagefahren in einem Maße erschreckt und desorientiert, dass sie selbst mehr Ausbeutung und Verzicht fordern soll.
  • Die Klimahysterisierung wird mit einer Faschismushysterisierung verkoppelt. „Klimaleugner“, „Klimanazi“, „Klimaschutz heißt Antifa“. Wie hier zu sehen ist, sogar mit einer kurdischen „Emanzipation“ von USA- und Israel-Gnaden verbunden.
  • Zu all diesen Zwecken werden unerfahrene Menschen, selbst Kinder, missbraucht.
  • Es werden gewaltbereite (zunächst auch niederschwellig) Formationen eingesetzt. Umwertung der demokratischen Werte: Demokratiefeindliche Übergriffe von „Links“ gelten zunehmend als gerechtfertigt, denn sie würden der Abwehr „des Bösen“ und der Erzwingung „des Guten“ dienen.
  • Chaotisierung der sozialen Verhältnisse, Zerstörung traditioneller Widerstandspotentiale durch den Kampf gegen den Nationalstaat und seine immerhin elementare demokratische Verfasstheit. Stärkung demokratieferner und scheindemokratischer EU- und UN-Organisationen. Massenmigration. Systemkonforme Strukturierung der sog. Zivilgesellschaft (NGO-Religion).

Dass es bei all diesen Kämpfen um die aktuelle Ausbeutungs- und Machtstrategie des herrschenden Kapitals geht, ist leicht daran zu erkennen, dass „Klimaschutz“- oder Umweltschutzmaßnahmen NUR dann ergriffen werden, wenn sie dem großen Kapital möglichst unmittelbar nutzen. ALLE Maßnahmen, darunter auch Sofortmaßnahmen, dezentrale Maßnahmen, die das Klima oder die Umwelt schützen könnten und zugleich das große Kapital umgehen oder schwächen würden, werden KONSEQUENT VERMIEDEN.

Die traditionelle oder Gefühlslinke, die keine Klassentheorie kennt oder diese bewusst ablehnt, ist orientierungsloser Mitträger der herrschenden Politik.

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