Der Krebs heißt Kapitalismus

Drei meiner letzten Postings haben mich noch einmal zum Überlegen gebracht.

Es scheint als hätten sie wenig miteinander zu tun: Der Jubelbericht aus einem der reichen Herzländer des Kapitalismus, der Bericht über die Sklavenarbeit marokkanischer Frauen, der Bericht über die menschenunwürdige Verfahrensweise mit Migranten aus Asien in Bosnien.

Geografisch liegen die Orte weit auseinander, und die geschilderten Ereignisse sind sehr unterschiedlich. Auch die Menschen sind davon verschieden betroffen: In Brandenburg/Berlin ist man erfreut. Die Sklavinnen von Marokko sind schwerst gedrückt aber dennoch erduldungsbereit, weil sie keinen anderen Weg sehen. Die Migranten von Bihac suchen, auch um den Preis von Lebensgefahr und jeder Demütigung, einen anderen Weg.

Den drei Ereignissen ist gemeinsam, dass sie einen „höheren Sinn“ haben, einen „Sinn“ oberhalb der Betroffenen: Dieser „Sinn“ liegt in der maximalen Verwertung von Kapital. Die Investition in eine Autofabrik, der Grenzhandel, die Entwurzelung von Millionen Menschen – sie alle „rechnen“ sich.

Einige wenige Eigentümer und Eigentümerinnen von großen Kapitalmassen sorgen dafür (mittels einer fetten Hierarchie von Hilfskräften), dass die geschilderten Ereignisse stattfinden und immer wieder stattfinden. Der einzige Zweck, der um JEDEN Preis erfüllt werden muss, ist die Vergrößerung des eingesetzten Kapitals. Wenn wir das Kapital „K“ nennen und seinen Zuwachs „x“, so reduziert sich das ganze Geschehen auf „K+x“.

„K“ ist eine Zahl, „x“ ebenso, und ihre Summe „K+x“ natürlich auch. Zahlen können endlos wachsen. Die gebauten E-Autos sind längst Schrott, die Sklavinnen jung gestorben, die Migranten verdorben, die Natur ist Wüste geworden – die Summe „K+x“ soll aber wachsen, wachsen, wachsen.

Der Privateigentümer (und genauso die Privateigentümerin!) sind die einzigen Lebewesen im Universum, die ALLES opfern für eine unendlich wachsende Zahl. In diesem Sinne: Sei Privateigentümer! Oder sei Opfer!

***

Oder holt Euch Euer Eigentum zurück!

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8 Antworten zu Der Krebs heißt Kapitalismus

  1. Sven Thom schreibt:

    Es gibt weder in der Natur, Im Universum oder in der Gesellschaft unendliches Wachstum. Dies gibt es nur in der Theorie der Mathematik und in unserer Phantasie. Der ganze Rest hat Grenzen bzw. Grenzwerte.

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    • kranich05 schreibt:

      Die Tatsache, dass der Körper seines Wirtes endlich ist, lehrt den Krebs nichts. Er will unendlich wachsen. Genauso der Kapitalismus. Nicht die Endlichkeit der Erde, sondern das unendliche Profitstreben ist die Wurzel des Übels.

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  2. S.Thom schreibt:

    Der Krebs ist kein intelligentes Wesen oder besteht aus diesen, sondern er beschreibt einen Vorgang, eine Art offener Regelkreis, analog dem in der Technik, welcher grunsätzlich die Gefahr der Selbstzerstörung beinhaltet. Die Kernexplosion findet auch nur so lang statt, so lang angereichertes Uran oder ähnliches vorhanden ist. Krebs ist sogesehen also nichts anderes als eine biologische Bombe. Der Kapitalismus hingegen ist aber ein komplexer Regelkreis, dem man bisher nicht in der Lage ist, zu regeln, was zum kaotischen bis selbstzerstörischen Zustand führen kann, aber nicht muss. Es liegt also an den intelligenten Wesen, ob sie dazu in der Lage sind, es zu regeln. Der Kapitalismus in seinen aktuellem Zustand, besteht offensichtlich in der Mehrheit aus lehrnbehinderten Individuen, welche zur Selbstschädigung oder -tötung neigen.

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    • kranich05 schreibt:

      Ja, Kapitalismus, wie jede Gesellschaft, besteht aus vielen Regelkreisen, die ineinander greifen. Komplexität.
      Eine „Grundregel“ ist durchaus zu erkennen. In meiner (unwissenschaftlichen) Formulierung: K+x=K‘
      K’+x=K“ usw ad infinitum.
      (Bei Marx kann man das in der wissenschaftlich sauberen Form studieren, angefangen mit c+v+m.)
      Dass es sich hier wirklich um die existentielle Grundregel handelt, ist daran zu erkennen, dass jeder Kapitalist, der sie dauerhaft verletzt, aus dem System ausscheidet. Pleite.
      Die Verletzung der genannten Grundregel aus welchem Grund auch immer, führt – solange die Grundregel git – zwingend zur Pleite, zum Kollaps. Das können 100 Nobelpreisträger genauso wenig ändern, wie sonstige Lernbehinderte. Das ist keine Frage der Intelligenz von Individuen.
      Die Intelligenz kommt ins Spiel, sobald die Grundregel, also die Profitproduktion, ungültig geworden, beseitigt ist. Dann eröffnen sich grundsätzlich plötzlich Freiräume.
      (Auch dann hat man es „noch nicht geschafft“ – -> Realsozialismus. Aber es entsteht eine Chance, „es zu schaffen“.)

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  3. anonym schreibt:

    Das Krebs eine Biowaffe ist; eine andere Geschichte.
    Ansonsten würde ich mir mal die Besonderheiten des Casino Kapitalismus ansehen.

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  4. Pingback: Holt Euch Euer Eigentum zurück! – Was dazu notwendig ist | opablog

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