Klimaprotest als politisches Problem

Der Protest ist ein Problem mit vielen Seiten.

Erste Schwäche: Die Ausrichtung auf „das Klima“, auf „CO2“ und „Kipppunkte“ und „Meeresspiegel“ und dergleichen ist viel zu eng.

Stattdessen ist eine Ausrichtung darauf, die Gefahren der Umweltschädigung und -zerstörung in ihrer ganze Komplexität abzuwenden notwendig.

Zweite Schwäche: Selbst eine Ausrichtung auf die ganze natürliche Umwelt ist viel zu eng.

Stattdessen müssen die gleichermaßen katastrophalen sozialen (darunter Aufrüstungen und Kriege aller Art!) und natürlichen Krisenursachen in ihrer Einheit angegangen werden.

Dritte Schwäche: Die Proteste appellieren an „die Politik“ endlich konsequente bzw. radikale Maßnahmen einzuleiten. Sie richten sich auf die Verbesserung des herrschenden kapitalistischen Systems durch die Systemrepräsentanten.

Stattdessen ist die Einsicht notwendig, dass die herrschende Politik, die konsequent auf die Sicherung der Interessen der wirklich Mächtigen gerichtet ist, Teil des Problems ist und dass die wirklich Mächtigen ins Visier genommen werden müssen.

Vierte Schwäche: Die Protestbewegung verbindet bisher nicht ihre Event- und Medienfreudigkeit mit intensiver Bildungsorientierung und Strategie – bzw. Projektentwicklung.

Stattdessen muss der große Gedankenaustausch zur Entwicklung von Konzepten und Schritten hin zu einer Neuen Sozialordnung begonnen werden. Das wäre ein demokratischer Prozess, der die aktive Beteiligung ALLER braucht, aller politischen Richtungen, sozialer Schichten, Bildungsniveaus, Fachdisziplinen und Generationen.

Eine Stärke: Die Kinder- und Jugendproteste sind zwar überwiegend systemkonform. Sie haben aber (von den Systemmedien unterstützt!) eine bedeutende Anzahl von Menschen erreicht, die sich an Protesten beteiligen. Darin liegen Chancen, denn nicht alle Teilnehmer tragen die oben erwähnten Scheuklappen. Und vor allem: Die Protestierenden. denen es ernst ist, lernen aus ihren Erfolgen oder Misserfolgen. So zeigen Diskussionen, etwa auf der Webseite von FfF, dass die unvermeidliche Auseinandersetzung mit den Problemen der Bewegung beginnt ( interessantes Beispiel: hier). Es gibt also ausreichend Grund, dass sich auch Kritiker und Skeptiker offensiv an den Protesten und Diskussionen  beteiligen. Ich werde es tun.

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2 Antworten zu Klimaprotest als politisches Problem

  1. WUM schreibt:

    Wieso wundern „wir“ uns darüber….
    Das sog. Kapital sieht seine Pfründe zu verlieren und schlägt mit allen Mitteln um sich

    Schwulenbewegung war nicht erfolgreich, Gender-„Problematik“ auch nicht — Klima ist toll…
    Denn gegenüber Schwulen, Lesben und denjenigen, die sich in ihrem Geschlecht nicht wohlfühlen und vielleicht unter 1 Promille der Bevölkerung ausmachen, lässt sich doch mit dem Klimathema auch der Letzte (letzte MICHEL) ansprechen….(aufwühlen)…

    Prima… wenn dann auch ARD & ZDF nun eine Kampagne FÜR Bildung lostreten…diese Woche … !
    Die Realität spricht eine andere Sprache…. Kürzungen…Kürzungen…Kürzungen

    Diese kapitalistische Gesellschaft ist krank und zum Untergang verurteilt…. und leider ist nicht nur der deutsche Michel bereit, bis zum letzten Atemzug „voranzuschreiten“.
    Siehe Witz von der DDR… gestern standen wir vor…

    Wiewohl scheint es völlig anders zu sein….
    Ich frage mich, wenn die „friedliche … (Konter)“ … Revolution nicht gesiegt hätte:
    — wäre der IRAK, mit seinem nun wahrscheinlich längst verstorbenenen Diktator nicht von den USA besetzt und ausgeplündert ?
    — hätte vielleicht Libyen eventuell seinen grünen Plan erfolreich verwirklicht … und den
    afrikanischen Kontinent vom Würgegriff des Dollars befreit
    — wäre Syrien eventuell nicht von Horden überfallen worden…und den den USA verwirkt worden, die Bodenschätze zu plündern… ?

    und wer weiß…vielleicht gäbe es auch einen Trabbi … einen anderen…
    und vielleicht wäre die eine oder andere junge Frau auf ostdeutschem Boden icht umgebracht und vergewaltigt worden

    Fragen über Fragen….

    aber egal…

    Ich habe Baumärkte, ein (vielleicht weniger) schickes Auto und kann, soweit mir mein Arbeitgeber hold und der Weltmarkt gewogen ist, auch hier und da um den Globus reisen…

    Ich liebe die grenzenlose Freiheit … ! … Nur kann ich nachts nicht schlafen …

    Liegt das an Erich Honnecker, STASI und der Mauer ???

    Beste Grüße

    WUM

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    • kranich05 schreibt:

      Ja, es gibt wirklich ein enormes Durcheinander von Fragen, die zunehmend den Leuten die Ruhe rauben.
      Es fehlt aber an der Systematik (und wohl auch an den Fähigkeiten), die Fragen gründlich zu bearbeiten.
      Und alles ist mühsam und kostet Kraft, da möchte man lieber ausweichen.

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