völlig uninteressant

Interessant ist FfF.

Wenn ich bei Google „Friday for Future Berlin“ eingebe, erhalte ich ungefähr 146.000.000 Ergebnisse. Gebe ich ein: „Rückkauf 6000 Wohnungen Berlin“ sind es ungefähr 32.000. So scheint es, dass die Google-Befrager das erste Thema ungefähr 5.000 mal interessanter finden als das zweite. Eigentlich schade, denn auch im zweitgenannten Thema stecken paar wissenswerte Details. Oder muss ich korrekter sagen – wenn ich mir die Berichte der Medien anschaue  – „verstecken sich“?

Hauptinfo (alle berichten darüber): Berlin kauft für 920.000.000 Euro per Dezember 2019 5894 Wohnungen von privat. Nach Adam Riese grob gerechnet sind das 150.000/Wohnung. Der naive Zeitungsleser denkt: „Beim heutigen Preisniveau – ein zumindest passables Geschäft.“

Als kleine Nebeninfo erfährt er noch, dass diese Wohnungen ehemalige Sozialwohnungen sind, die erst vor 15 Jahren, 2004, verkauft wurden. Zu welchem Preis?

Keine Ahnung!

Du darfst, lieber Leser, liebe Leserin, unsere ganze Qualitätspresse durchsuchen – FAZ, Welt, Zeit, Focus, Morgenpost, Deutsche Welle, BZ (bunt genug?) und den Hörfunk noch dazu – Du findest in keinem dieser journalistischen Erzeugnisse eine Angabe zu dem Verkaufspreis von 2004.

Nur der Bericht von rbb24 hat einen kleinen Unterabschnitt, ich zitiere:

„Geschäft mit bitterem Beigeschmack

Doch der Rückkauf von 6.000 Wohnungen ist auch ein Geschäft mit bitterem Beigeschmack. Denn verkauft wurden diese Wohnungen vor 15 Jahren aus heutiger Sicht quasi zum Schleuderpreis. Berlin bekam für den kompletten Bestand der Wohnungsbaugesellschaft GSW, immerhin 65.000 Wohnungen, 405 Millionen Euro – wobei man damit auch die rund 1,5 Milliarden Euro Schulden der GSW los war.“

Geben wir wieder Adam Riese das Wort: Wenn Berlin damals 405 Millionen für 65 T Wohnungen erlöst hat, sind das also 6231 Euro/Wohnung. Korrekterweise müssen wir die auf diesen Wohnungen lastenden 1,5 Mrd Schulden, die vom Käufer abgelöst wurden, zum Preis dazu rechnen, so dass sich ein Verkaufserlös pro Wohnung von rund 29.000 € ergibt.

An wen damals verkauft wurde – klassische „Heuschrecken“ – hat natürlich die „Qualitätspresse“ niemals ins Licht gerückt. Es ist aber eine spannende Story, und das Magazin „Hintergrund“ hat dazu 2010 einen kleinen lesenswerten Text verfasst: „Berlin: Der rot-rote Senat füttert die Heuschrecken“ (sich dabei übrigens auf die trotzkistische Seite WSWS.org gestützt).

Man könnte noch viel mehr recherchieren, z. B.

  • dass der Senat 2004 ein rot-roter war, dass der Verkauf in Erfüllung des Koalitionsvertrages erfolgen musste und dass diesen Koalitionsvertrag für die Linken der begnadete Jurist Gregor Gysi ausgehandelt hat (nachmalig kurzzeitig Berliner Senator für Wirtschaft)
  • dass der Finanzsenator dieses Deals der bekannte Ostdeutschland-Plattmacher  Thilo Sarrazin war (nachmalig leidenschaftlicher Warner vor der Überschwemmung durch „die kleinen Kopftuchmädchen“)
  • dass der Wirtschaftssenator dieses Deals der Linkspolitiker Harald Wolf war, der zum Strippenzieher im Hintergrund Geschäftsführer seiner Partei aufstieg und endlich auf Grund seiner überragenden einschlägigen Verdienste 2018 Schatzmeister seiner Partei wurde.

Das ist immer noch nicht alles, was sich zu Recherchieren lohnt. Aber jetzt mal Schluss mit diesem langweiligen Gemäre. FfF funzt einfach viiiiel mehr. Und erst XR! Wenn da jetzt die Rackete abgeht.

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