Eine kommunistische Stimme heute

Ein Wochenende:

„Klimastreik“- „Klimapaket“ – SU schuld am II. Weltkrieg (EU) – Perspektive: Kommunistenverbot (EU)

„Wir erleben die Entsorgung durch die reaktionärsten imperialistischen Kreise – das sind die, die hinter der NATO, dem Green New Deal, dem „Weltklimarat“ stehen, und die gerade als Verschaffer eines vorgetäuschten „Massenreservoirs“ die Thunberg, Rackete, Wong, Schellnhuber etc. für sich am laufen haben – wir erleben gerade die Verabschiedung der „Totalitarismustheorie“ durch diese Kreise.

Jahrzehntelang hat die Totalitarismusdoktrin in der bürgerlichen Faschismus“theorie“, unter vielfältigen Wandlungen, „total“ geherrscht.
Bereits in den 1920er Jahren aufgekommen, taugte sie, die rechten Führer der deutschen Sozialdemokratie sogar für die Grenzbefestigung monopolkapitalistischer Herrschaft und als verlässliche Stütze im Übergang zum Faschismus einzusetzen.

Während der Antihitlerkoalition wurde die Totalitarismusdoktrin ein wenig an die Kette genommen. Wie sie nach der Antihitlerkoalition von der Kette wieder losgelassen wurde, zeigt exemplarisch der Werdegang der Frankfurter Schule; darin steht insbesondere Herbert Marcuse und sein „Freudo-Marxismus“ für die Methodik, das Wirken für die aggressivsten transatlantischen antikommunistischen Weltherrschaftsbestrebungen als pseudorrrrevolutionäre „Systemkritik“ erscheinen zu lassen.

Warum nun die Verabschiedung der „Totalitarismustheorie“ durch die imperialistischsten Kreise? Ihr Kern war immer Antikommunismus. Aber ein Antikommunismus, der so aufzutreten hatte, als ginge es ihm in erster Linie um Antifaschismus und der den Sozialismus nur wegen angeblicher „faschistischer Affinitäten“ rügte. Das bedeutete in der Konsequenz natürlich eine vollkommene Umschreibung der Geschichte des XX. Jahrhunderts zur stufenweisen Entlastung des Faschismus und der Monopolherren, die ihn an die Macht brachten. Diese Taktik setzte voraus, dass es eine die tatsächlichen Verhältnisse widerspiegelnde marxistisch-leninistische Faschismustheorie gab, die es im Mörser des freudo-marxistischen Linksismus zu pulverisieren galt.

Nach der Konterrevolution musste als nächstes die marxistisch-leninistische Faschismustheorie aus den Köpfen der Marxisten beseitigt werden.

Wie man das macht, könnten Aufmerksame im Kleinen – gesellschaftlich marginal, aber ideologisch bedeutsam – seit der Einsetzung von D. Bratanovic als Redakteur der Themaseiten in der „jungen Welt“ verfolgen. Hier wurde unter marxisierenden Vorzeichen die marxistisch-leninistische Faschismustheorie sorgfältig durch ein Gemisch aus Frankfurter Schule und Trotzkismus ersetzt. Zugleich versucht man in Melodie&Rhythmus, durch Wiederaufwärmung der längst gescheiterten Parole „Gegenkultur“ aus der freudo-marxistischen New Left der 60er Jahre, den gesamten ideologischen Klassenkampf wieder der Deutungshoheit der Frankfurter Schule zu unterstellen, mit solch albernen horkheimerschen Dreingaben wie der „Befreiung der Klasse der Tiere“ obendrauf.

Die Pulverisierung der Faschismustheorie scheint man für abgeschlossen zu halten. Man schreitet zur nächsten Stufe, durchaus unter dem Druck der Defensive: jW ist jetzt zur Jubelpostille der Thunberg, Rackete umgebaut und feiert den erzreaktionären „Klimastreik“ als Manifestation eines Massenwillens.

Das ist die Linke – und insbesondere der „Marxismus“, wie die Herrschenden sie brauchen: Man bricht ihnen das Genick nur halb, auf dass sie sich, wann immer erwünscht, aus dem Schlummerwinkel auf den Sektentanzplatz schleppen mögen und wieder zurück, lahme Herolde des Rufs: „Wir sind bei den Massen und die Massen bei uns. Rrrrrrevolutionsabo gefällig? Heute noch billiger als gestern!!“

Nebenbei erhalten sie die Position, von der aus sie alles, was den Vorgang auch theoretisch durchschaut, als Variante von „Nazi“ ins öffentliche Register einzutragen autorisiert sind.

Es war ein denkwürdiges Wochende, ein Knotenpunktwochende: Klimastreik und Klimapaket haben klargemacht, dass ein Imperialismus marschiert, der bereits aus der Defensive zur „nachhaltigen“ Welteroberung ansetzen muss; ideologisch hat der NATO-Green New Deal zum Vorantreiben der Faschisierung in den Erben des libertären Freudo-Marxismus zur Zeit die geeignetsten Resonanzbeschaffer. Er gaukelt ihnen dafür den Aufstieg in die Bourgeoisie vor, gegen die Gesetzmäßigkeit, die längst ihren Abstieg besiegelt. Gleichzeitig zeigte die EU an diesem Wochenende, dass die „Totalismustheorie“ nun alle pseudo-antifaschistischen Hüllen fallen lassen muss, da die Zeiten der „Äquidistanz“ vorbei sind. Die Umschreibung der Geschichte nähert sich dem Ziel: Die Sowjetunion wird offiziell zum Urheber des II. Weltkriegs erklärt. Das war der Sinn des ganzen – von „Linken“ – betriebenen Hypes „EU wählen gegen rechts“: Goebbelssche Propaganda als Existenzdoktrin der EU.

Außerdem wird die Möglichkeit des Verbots sämtlicher kommunistischer Organisationen vorbereitet. Auch das wurde durch die Totalitarsmusdoktrin als „Kampf gegen rechts“ „begründet“. Aber nicht alle werden verboten werden: Der Imperialismus ist natürlich daran interessiert, dass es weiterhin „Kommunisten“ gibt, die beispielsweise zum „Klimastreik“ aufrufen.

Uns Deutsche muss das Verbot nicht schrecken: Unsere KPD ist sowieso schon verboten, unsere SED faktisch auch. ABER dennoch: Leute – macht den Mund auf! Lasst Euch das nicht noch länger bieten! Stimmt nicht schweigend, verängstigt der eigenen Liquidierung zu, indem man Euch mit „Einheit der Linken und „Verschmelzung mit den Massen“ ködert!“

(Klaus Linder, Freidenker Berlin)

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5 Antworten zu Eine kommunistische Stimme heute

  1. ChrizzChrozz schreibt:

    Ich oute mich mal:

    Dem Text kann ich tw. intellektuell nicht ganz folgen bzw. bleibt mir einiges unklar.

    Klar hingegen ist, dass der Punkt „SU ist Schuld an WKII“ bereits letzte Woche vom Europaparlament beschlossen wurde:

    Hier http://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-9-2019-09-19_DE.html#sdocta5
    steht u.a.
    „Das Europaparlament…
    betont, dass der Zweite Weltkrieg, der verheerendste Krieg in der Geschichte Europas, als unmittelbare Folge des auch als „Hitler-Stalin-Pakt“ bezeichneten berüchtigten Nichtangriffsvertrags zwischen dem nationalsozialistischen Deutschen Reich und der Sowjetunion vom 23. August 1939 und seiner geheimen Zusatzprotokolle ausbrach, in deren Rahmen die beiden gleichermaßen das Ziel der Welteroberung verfolgenden totalitären Regime Europa in zwei Einflussbereiche aufteilten;

    3. erinnert daran, dass das nationalsozialistische und das kommunistische Regime Massenmorde, Völkermord und Deportationen durchführten und im 20. Jahrhundert einen in der Geschichte der Menschheit nie dagewesenen Verlust an Menschenleben und Freiheit verursachten, und gemahnt an das von den Nationalsozialisten verübte abscheuliche Verbrechen des Holocausts; verurteilt in aller Schärfe die Akte der Aggression, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die massenhaften Menschenrechtsverletzungen, die von Nationalsozialisten, Kommunisten und anderen totalitären Regimen begangen wurden.“

    Klartext:
    1. Die UdSSR hat zusammen mit Hitler den 2. Weltkrieg vom Zaun gebrochen.
    2. Die Nazis und die Sowjetunion waren beide gleichwertige, blutrünstige Massenmörder, die die Weltherrschaft an sich reißen wollten.

    Noch vor 30 Jahren hätte ich jeden ausgelacht, der mir Derartiges vorausgesagt hätte und eine freiwillige Zwangseinweisung empfohlen.

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  2. ChrizzChrozz schreibt:

    @kranich

    Ich bin möglicherweise seit einigen Monaten dabei, mein Geschichtsbild erneut in erheblichen (!) Teilen in Frage zu stellen. Und da ist exakt die o.a. bereits monierte Gleichsetzung von Sowjetunion = Stalin = Schlächter&Massenmörder der Aufhänger.

    Dazu angeregt hat mich zum einen die Lektüre von Kurt Gossweilers sehr lesenswerten Gedanken zum sog. „Hitler-Stalin-Pakt“ http://kurt-gossweiler.de/?p=741
    und darüber hinaus dazu niemand geringeres als „Analitik“.
    Zunächst interessierte ich mich nämlich für die Story der absichtlich herbeigeführten Hungersnöte „Holodomor“ in den 30ern in der SU.

    Es gibt eine deutsche Arbeit von Andrea Schön, welche in lesbarer Form hier zu finden ist:
    https://sascha313.wordpress.com/2014/12/18/andrea-schon-geschichtslugen-fundamente-des-anti-stalinismus/

    Den von ihr u.a. erwähnten kanadischen Historiker Douglas Tottle findet man hier:

    Klicke, um auf tottlefraud.pdf zuzugreifen

    Im Moment lese ich „Chrustschows Lügen“ – wenn das alles stimmt, dann muß ich wohl doch die „Taubenfußchronik“ lesen.

    Das Problem daran ist aber: Der Stalin-Mythos ist so fest im Geschichtsbild verankert, dass ein Gespräch im Freundeskreis darüber wohl unmöglich sein wird. Dagegen ist die CO2-Hysterie geradezu sachlich zu besprechen….

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  3. fidelpoludo schreibt:

    „ideologisch hat der NATO-Green New Deal zum Vorantreiben der Faschisierung in den Erben des libertären Freudo-Marxismus zur Zeit die geeignetsten Resonanzbeschaffer.“

    Dieser Zusammenhang ist ein Witz. Dass sich u.a. „Antifa“ oder „Antideutsche“ auf die „kritische Theorie der Frankfurter Schule“ berufen, indem sie bestimmte Zitate aus ihrem dialektischen Kontext reißen und verabsolutieren, darf nicht voreilig zu der Folgerung führen, dass vom Mißbrauchenden auf den Mißbrauchten als den eigentlichen Verursacher geschlossen wird. Dass ist eine gängige Argumentationsweise auf libertärer und rechter Seite.
    Außerdem möge man mir darlegen, was an dem ideologischen Projekt des Green New Deal von der NATO inspiriert oder gar initiiert worden ist. Eine der – wenn auch kleineren – Schwächen des Green New Deal ist es ja gerade, dass der Riesenanteil des Militärs und der militärischen Übungen wie der konkreten Kriegsaktionen von ihren „demokratischen“ Think Tanks sorgsam verdeckt, verschleiert und verschwiegen wird.

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