Wahnzeit: Der Zug fährt ein.

22.50 Uhr, S-Bahnhof Friedrichstraße. Ich stehe auf dem Bahnsteig. Der Zug nach Oranienburg fährt ein. Ich schaue die Umstehenden an: Könnte mich Jemand vor den Zug schubsen? Ich denke: Auf wie viel Bahnsteigen, vor wie viel Zügen wird das heute in Deutschland gedacht worden sein?

Wahnzeit II: Ich höre die Frage, warum ich Dieses gepostet habe. Ich beobachte mich, dass ich überlege, wie ich mein Posting begründe.

Dieser Beitrag wurde unter kein Witz, Machtmedien, Mensch, Realkapitalismus abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Wahnzeit: Der Zug fährt ein.

  1. Hartmut Barth-Engelbart schreibt:

    Als sich der Vater unseres daraufhin Adoptivsohnes angesichts der Lügen, die er als Schuldnerberater seinen Klienten erzählen musste, damit die sich nicht kurzfristig vor den Zug werfen, sich selbst vor den ICE warf und einen Vollwaisen hinterließ, hat kein Schwein sich aufgeregt.

    Die Verhältnisse wurden auch nicht sofort festgenommen, abgeurteilt und in eine geschlossene Besserungsanstalt eingewiesen. Die Verhältnisse sind ja auch kein Kapital-Verbrechen oder etwa doch?

    Liken

  2. Frieder Kohler schreibt:

    Als sog. Vielfahrer mit der DB möchte ich die Aussage der Vorsitzenden der Verkehrsministerkonferenz, Anke Rehlinger (SPD) zitieren, dass Taten wie in Frankfurt durch Sicherheitsmaßnahmen nicht zu verhindern sind. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte die saarländische Verkehrsministerin: „Eine solche Tat offenbart keine Sicherheitslücke, sondern eine Menschlichkeitslücke.“
    Der aus seinem Urlaub herbeigeeilte Innnenminister Seehofer sprach bei der Pressekonferenz von einem „kaltblütigen Mord“ und einem „grässlichen Verbrechen“. Weiter sagte er: „Ein solches Ereignis macht uns alle fassungslos und trifft uns mitten ins Herz“. Man werde nun „alles tun, dass der mutmaßliche Täter einer gerechten Bestrafung zugeführt wird“. Flankiert von der Spitze des BKA und BfV folgten Sätze wie:“Einwände, bestimmte Maßnahmen würden Millionen Euro kosten, lasse ich ( Seehofer) nicht gelten – das ist kein Argument“, sagte er „Wenn es um Menschenleben geht, dann akzeptiere ich das Argument mit dem Geld nicht.“
    Die o.a.Zeilen stammen aus verschiedenen Kommentaren (u.a. WELT / SPIEGEL /Süddeutsche Zeitung) und waren auch in den Nachrichten der Fernsehprogramme zu hören.

    Bei der Aufarbeitung des schrecklichen Geschehens gab mir Dostojewskij Hilfestellung:
    “ Im Leid/ Unglück sieht man die Wahrheit klarer “ und „Fremdes Leid macht nicht gescheit!“
    Die klare Sicht des Herrn Ministers wage ich zu bezweifeln, selbst die Verstärkung der Videoüberwachung und mehr Polizeipräsenz auf den Bahnhöfen sind keine Hindernisse, den spontanen oder auch geplanten Ausbruch des „Bösen“ im Menschen zu verhindern.
    Ich rede hier von Erfahrungen, auf Beispiele (Tatorte!) möchte ich verzichten. Dem Herrn Minister möchte ich jedoch vorschlagen, auf einem Hauptbahnhof den Reiseverkehr nicht nur zu beobachten (lassen), sondern in den Menschenmengen „mitzuschwimmen“ auf Stein- und Rolltreppen , um bei knappen Umsteigezeiten, den Anschlußzug zu erreichen. Beim Ein- und Aussteigen (auch wenn die Türen funktionieren) werden zu große, schwere Koffer und „Rollis“ zu Hindernissen, die nur geübte Hürdenläufer überwinden können. Und dann wird in einem Wagen ein einsamer Rucksack oder Koffer entdeckt: Jetzt laufen die Info-Schienen heiß – selbst ein „Fehlalarm“ ist ein eindruckvolles Erlebnis (nach Hesse sind intellektuellle Erkenntnisse Papier!), das nur von „TATORT“-Drehbüchern übertroffen wird!

    Wie wirklich ist die Wirklichkeit (Paul Watzlawick) ? Seine Betätigung als klinischer Psychotherapeut bringen auch seine Leser mit den Problemen in Berührung, die für jeden von uns aus der Notwendigkeit kommen, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen, um in ihr zu überleben…
    Beispiele aus der Medizin (Krankenhaus und Pflege, techn. Ausstattung und Personal, nur Sterbefälle oder Tötung?).
    Beispiele aus Polizei und Bundeswehr (Unmittelbarer Zwang und Schußwaffengebrauch)
    Beispiele aus (Straßen-)Verkehr: (Tote durch Geschwindigkeit/Rasen, fehlende Ruhezeiten, Gefährliche Ladung/Güter? Wieviele tote Radfahrer wegen fehlenden (Zusatz-)Spiegeln bei LKW?
    Beispiele Behördenversagen (Jugendämter, Mißbrauch in den Kirchen: Tötung von Seelen!)

    Mein „Fahrplan“ ist nun abgearbeitet mit der Erkenntnis (Kästner): „Leben ist immer lebensgefährlich!“ – und gerade ist der Hauptbahnhof Frankfurt gesperrt: Banküberfall mit Schußabgabe durch die Polizei…

    Liken

  3. ups2009 schreibt:

    „Daran erkenn ich den gelehrten Herrn! // Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern, // Was ihr nicht faßt, das fehlt euch ganz und gar, // Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr, // Was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht, // Was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht!“ – Johann Wolfgang von Goethe, Faust II

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s