Mehr Humus! (3)

Das Humus-Manifest

Der Stopp der Klimakrise und die Regeneration der planetarischen Ökosysteme binnen weniger Jahrzehnte ist möglich – einfacher und schneller, als die meisten annehmen. Das ist die Botschaft des neuen Buches

»Die Humusrevolution. Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen« 

Das Grundrezept:
Ersatz der Agroindustrie durch regenerative Agrikultur.
Ersatz der Fossilenergie durch regenerative Energien.

Die Lösung liegt uns buchstäblich zu Füßen. Die Natur hilft uns mit dem Wunder der Photosynthese, den Kohlenstoff aus dem atmosphärischen Kohlendioxid dorthin zu bringen, wo er herstammt und nun dramatisch fehlt: in den Boden. Humusaufbau entzieht der Atmosphäre Treibhausgase, macht den Boden fruchtbar, sichert die Ernährung, erneuert das Grund- und Trinkwasser, sorgt für gesunde Pflanzen, Tiere, Menschen, regeneriert ganze Landschaften, drängt Versteppung und Verwüstung zurück, schafft Millionen sinnvoller Arbeitsstellen. Eine Win-Win-WinLösung. Viele Beispielprojekte im In- und Ausland zeigen, wie es geht.

Wir brauchen dafür keine High-Tech, kein gefährliches Geo-Engineering, keinen globalen CO2-Handel, keine Gentechnik, keine chemischen oder bioökonomischen Mixturen aus den Labors der Agrokonzerne. Eine rein biologische Ernährung der Weltbevölkerung ist möglich, und sie ist nötig, denn sie hilft bei der Heilung der
Ökosysteme. Mehr noch: In einer Welt voller Gewaltkonflikte um Ressourcen und Millionen von Umweltflüchtlingen ist regenerative Agrikultur ein Schlüssel zum Frieden.

Den Schlüssel zu kennen reicht allerdings nicht. Das Tor zur Regeneration der Erde wird von Agrokonzernen, Großgrundbesitzern und Wirtschaftslobbyisten blockiert. Wichtiger als CO2-Handel wäre eine Landreform zugunsten von (klein)bäuerlichen Höfen, die agrarökologisch produzieren, und eine Streichung aller direkten und indirekten Subventionen für umweltzerstörende Produktion von Lebensmittel und ihren Export. Wir brauchen wahre Preise, die den ökosozialen Schaden oder Nutzen eines Produkts ausweisen.

Die global verflochtene Agroindustrie mit Konzernen wie Monsanto & Co gefährdet das Überleben der Menschheit genauso wie die Energiekonzerne. Sie muss zurückgedrängt werden zugunsten von gemeinnützigen Stiftungen und Organisationen, die in die vernachlässigte agrarökologische Forschung
investieren und die Kleinbauern und vor allem Kleinbäuerinnen weltweit unterstützen.

Mit Wissen über regenerative Methoden, das alte Traditionen mit neuen Erkenntnissen verbindet, kann auf weit kleineren Flächen als bisher mehr und intensiver geerntet werden. Permakultur, Biointensivkulturen, pfluglose Bodenbearbeitung, Terra Preta, Holistisches Weidemanagement, Agroforstsysteme und weitere Praktiken weisen den Weg. Eine Region, die so wirtschaftet, kann Flächen an die Wildnis zurückgeben und gefährdeten Arten ein Refugium bieten. Denn das Artensterben gefährdet das Überleben der Menschheit inzwischen mehr als die Klimakrise.

Alle Lösungen sind vorhanden. Wir brauchen nur eine entschlossene Zivilgesellschaft, die sie durchsetzt, und Politiker, die nicht länger die Agroindustrie strukturell bevorzugen. Eine solche Agrarwende würde in Deutschland laut Umfragen von einer großen Bevölkerungsmehrheit unterstützt.

Wir brauchen einen nationalen und internationalen Zusammenschluss von Kleinbauern-, Umwelt-, Klima- und Ernährungsbewegungen. Oder um Ronnie Cummins als Mitbegründer des globalen Bündnisses »Regeneration International« zu zitieren: Es bedarf einer »massiven Graswurzelarmee von ErdRegenerierenden: drei Milliarden Kleinbauern und Dorfbewohnerinnen, Rancher, Hirten, Waldbewohnerinnen, Stadtgärtner und indigene Gemeinden – assistiert von mehreren Milliarden bewussten Konsumenten und urbanen Aktivistinnen.«

Regeneration ist möglich – lokal, regional, national und global. Worauf warten wir noch?

Ute Scheub, Stefan Schwarzer, »Die Humusrevolution. Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen« , oekom verlag München, 240 Seiten, Broschur, vierfarbig, ISBN 978-3-86581-838-6, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

 

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5 Antworten zu Mehr Humus! (3)

  1. Jo Bode schreibt:

    Vor lauter Humus erschlagen?

    Ich bin sicher:
    Auch meine umgestürzte Eiche – und nicht nur die – wird Humus.

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  2. fidelpoludo schreibt:

    Wenn wir das nicht unterbinden, wird auch noch der beste Humus davon betroffen sein:
    Der aktuell ablaufende globale, das Klima, den Planeten, die Sonneneinstrahlung manipulierende Angriff auf unseren Planeten und seine natürlichen das Leben erhaltenden Syteme:

    „In regard to difficult to accept and unpleasant truths, a picture is worth a thousand words. The photo images shown below were captured from NASA satellite sources, they are truly alarming. These images provide shocking and undeniable proof of the o n g o i n g g l o b a l c l i m a t e e n g i n e e r i n g / g e o e n g i n e e r i n g / s o l a r r a d i a t i o n m a na g e m e n t a s s a u l t o n o u r p l a n e t a n d i t s l i f e s u p p o r t s y s t e m s. Highly toxic heavy metals and chemicals that are systematically sprayed into our atmosphere from jet aircraft as part of the geoengineering / solar radiation management (SRM) programs, are manipulated with extremely powerful radio frequency signals. These signals are transmitted from countless locations around the globe from various types of transmission platforms (ionosphere heater installations like HAARP, SBX radar, NEXRAD, etc.). The impact of the microwave transmissions on cloud formations is profound and highly visible (square cloud formations are created under some scenarios).“

    Vgl.: https://www.geoengineeringwatch.org/category/haarp-2/

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  3. fidelpoludo schreibt:

    Wenn uns – wie dem Iran von Israel – Wolken, Regen und Schnee sytematisch geklaut werden, stehen wir mit unserem Humus auf der Erde und blicken sehnsüchtig zum Himmel (Min. 45:05):

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  4. Theresa Bruckmann schreibt:

    Lieber Kranich 05,
    danke für diesen Buchtipp. Noch hatte ich aber keine Gelegenheit, bei unserer Buchhandlung vorbeizugehen, um einmal darin zu blättern.
    Es dürfte nicht viel sein, was mir gänzlich unbekannt wäre, weil ich seit ca. 40 Jahren immer
    auch Anregungen aufgenommen und gerne experimentiert habe. Aber ich werde es mir anschauen.
    Projekte ‚Solidarischer Landwirtschaft‘, die nach dem Prinzip Bio-Landwirtschaft arbeiten, gibt es einige in unserer Umgebung. Das Neue dabei ist ihre Organisationsform, also gemeinschaftlich arbeiten und vermarkten.

    Jetzt sind mir diese Videos im Netz begegnet. Das sind Projekte, die so angelegt werden, dass die äußeren Bedingungen (Wasser, Licht, Wind- und Wärmeschutz) und Bodenlebewesen als natürliche Partner die Arbeit tun:




    Weil uns unser Gute-Laune- und Naschgarten so gefällt, wie er geworden ist (und dem Getier
    auf dem Gelände scheint es auch zu gefallen), möchten wir nichts ummodeln. (In Notzeiten wäre aber mit derselben Anbaumethode schnell auf Selbstversorgung umgestellt).

    Wäre ich aber jung, würde ich zusätzlich ein Stück Land hier im ländlichen Raum pachten oder kaufen wollen, um möglichst viele Anregungen nach diesen Video-Beiträgen auszuprobieren
    Ich werde mich mal umhören, ob es Interessenten für eine solche Anlage als
    Gemeinschaftsprojekt geben würde.

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