Mehr Humus! (2)

Ja – anknüpfend an den ersten Teil dieses Beitrags – es geht für mich darum, die mikrobiologische Dimension besser zu beachten. Bisher habe ich eher die Welt der sichtbaren Bodenlebewesen im Blick gehabt, dabei ganz groß im Vordergrund den REGENWURM. Daran ist nichts verkehrt. Hier ein Filmhinweis. Kurt Kretschmann hatte in seinem Garten dem Regenwurm gar ein Denkmal gesetzt:

Doch ich muss einen gedanklichen Kurzschluss zugeben, der etwas so ging: Dem Regenwurm Futter geben – konsequent mulchen – ihm abgestorbene organische Substanz zuführen. Mir war nicht bewusst, dass die lebenden Pflanzen (und zwar ALLE , auch die Wildkräuter) höchst aktiv auf den Boden einwirken. Ja, ihre Wurzeln nehmen gelöste Nährstoffe auf aber zuvor tun sie noch viel mehr: Sie scheiden Stoffe („Bodenfermente“) aus, die für Mikroorganismen und Pilze Lebensgrundlage sind, mit deren Hilfe diese die organische Substanz aufschließen und diese damit teils den Pflanzen direkt, teils anderen Lebewesen (auch den Regenwürmern) zur Nahrung machen.

Aus diesen Erkenntnissen folgt, dass JEDE dem Boden zugeführte organische Substanz bzw. im Boden lebendig wirkende organische Substanz zum Humusaufbau beitragen kann. Das erklärt mir auch die Beobachtung, dass oftmals Nutzpflanzen in unmittelbarer Nähe von „Unkraut“ gut wachsen (wo sie doch eigentlich bedrängt und behindert sein müssten). Das spricht für die Vermischung verschiedener Pflanzen und dichtere Standorte. Gewiss, dass sind keine völlig neuen Grundsätze. Mischkultur hat lange Tradition. Ich erinnere an Gertrud Franck. Doch geht es darum, Erprobtes auf seine mikrobiologischen inneren Zusammenhänge zurückzuführen und damit gezielter zu praktizieren.

Von Stund an werde ich Pflanzen bei der Gewinnung von Mulchmaterial nicht mehr mit der Wurzel ausreißen. Im Boden verbleibend können die Wurzeln (nicht nur von Leguminosen) oftmals viel mehr für den Boden leisten als über den Umweg Mulch oder K0mpost. Und auch viel bewusster werde ich vermeiden, dass Wirken all der Bodenlebewesen durch Bodenbearbeitung und überhaupt äußere Einwirkung auf den Boden zu stören. Im Idealfall sorgt die Bodenlebewelt am besten für die Bodengare und bedarf nicht der Zuführung von Dünger, Wasser und Belüftung. Natürlich: Idealbedingungen sind nicht immer gegeben (Beispiel: anhaltende Trockenheit). Der Gärtner darf nachhelfen. Doch das sollte er viel weniger direkt tun als vielmehr in Form von Angeboten an das System Pflanzen-Bodenbiom. (Instruktiv hierzu dieser Artikel: Phytomikobiom.)

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4 Antworten zu Mehr Humus! (2)

  1. Jo Bode schreibt:

    Viele Winzer befördern den Wiesen-Wuchs zwischen den Rebzeilen, weil sich das positiv auf die durch Düngung und Verdichtung geschädigten Böden auswirkt, vielleicht auch als Wuchskonkurrenz zur Rebe. Möglicherweise hat auch das ein wenig zur erstaunlichen Verbesserung der Weine in den letzten Jahrzehnten beigetragen.
    Die oft zu bewundernden Rosenstöcke am Weinbergrand dienen dagegen als Früh-Indikator von Pflanzenkrankheiten wie z.B. Mehltau. Erkrankt die Rose, bleibt noch Zeit für wirksame Maßnahmen zum Schutz der Rebstöcke.
    Erfahrungsgemäß reicht bei Mehltau – für den Hausgebrauch – eine Spritzmischung von einem Teelöffel Natron (gibt’s ganz billig beim Russen) auf 3 Liter Wasser. Auch die Pockenmilbe läßt sich so von den Rebblättern gut vertreiben.
    Übrigens:
    „Das Wort hat seinen Ursprung im ägyptischen, wo der Wortstamm ntrj (= göttlich) für als heilig geltende Stoffe gebraucht wird.“

    https://www.smarticular.net/anwendungen-fuer-natron-das-wundermittel-fuer-kueche-haus-garten-und-schoenheit/

    Liken

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