Ökologisches, Ökonomisches, Politisches

Reizfluten von allen Seiten. Es fällt nicht leicht, sich dagegen abzuschirmen.

Junge Leute leben mit dem Smartphone in der Hand. Jederzeit, beim Einsteigen in die S-Bahn, auf der U-Bahntreppe, überall, empfangen und verteilen sie Reize. Eine Inflation von Reiz-Reaktions-Vorgängen. Wie viel Information ist im Spiel? Gibt es Informationen, die in Denkvorgänge eingebaut werden und vielleicht eine Rolle spielen beim Herstellen von Zusammenhängen? Wann geht es um Begreifen?

Alle sind pausenlos dem Reizwort „Klimawandel“ ausgesetzt sowie einigen wenigen, damit verkoppelten Wissenschaftswörtern, etwa „Energie“, „Ökologie“, „Umwelt“ oder „Politiker“. Aber findet eine geistige Auseinandersetzung statt? Entsteht überhaupt der Gedanke, dass sie notwendig wäre? Was hätte sie zu leisten?

Ökologisches ist mir seit Langem wichtig, und so habe ich einige Erfordernisse praktischer Ökologie in mein Leben eingebaut. Dazu gehört ein gewisses Maß von Selbstversorgung durch den Garten. Ich bin immer wieder überrascht über den recht hohen Aufwand an Kraft und Zeit, der erforderlich ist. Meilenweit bin ich von kompletter Selbstversorgung entfernt, und doch brauche ich täglich Stunden. Für die Kultur der Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Bohnen, Kartoffelns, des Spargels, Spinats, Rhabarbers, des Sanddorns, der Erdbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Pflaumen, Edelebereschen, Brombeeren, Haselnüsse, der diversen Kräuter, der Tafeltrauben usw. usf. Dazu kommt die Kultur des Komposts und der Bodenverbesserung, das „Wasserregiment“ Dazu kommt alles, was die Holzheizung braucht. Es hat kein Ende.

Mir liegt es völlig fern, mich zu beklagen. All das mache ich mit Freuden und Gewinn. Aber bemerkenswert ist der große Raum, den sich all das in meinem Leben nimmt.

Aber noch mehr zählt die damit gegebene Möglichkeit, abzuschätzen, was alles nötig wäre, wenn die ganze nachhaltige Selbstversorgung bitterer lebensernst und der einzige Weg des Überlebens wäre.

So komme ich zu einem pragmatischen, zumindest im Ansatz realistischen Blick (und das ist kein hoffnungsloser) auf das, was aus der Menschheitskrise herausführen könnte. Und ich sehe mit Schärfe den Unernst und die völlige Leere des Grünen Wahns, dem sich hinzugeben, viele, vor allem sehr junge Menschen verführt worden sind.

Schockierend ist, dass die „jungen Bewegungen“ (FFF, „Extinction Rebellion“), die doch ihrer Form nach politisch sind, in Wirklichkeit völlig frei von politischem Verstand  agieren. So kommt es in dem häufig gedroschenen Satz zum Ausdruck: „Die Politiker sollen ihren Job machen.“

Sich gar um Ökonomisches zu kümmern, liegt völlig jenseits des Horizonts der mobilisierten Kinder, Jugendlichen und zugehörigen Eltern. Dabei liegen die zwingenden ökonomischen Koordinaten des ganzen Geschehens offen zutage. Nichts ist geheim.

Die Verschuldung des kapitalistischen Systems hat eine dreistelligen Billionensumme erreicht.

Excurs: Kann man sich eine Billion vorstellen? Angenommen, wir setzen 1000 € mit 1 cm gleich, so wäre dem Millionär eine Strecke von 10 m gegeben. Das ist die Höhe eines nicht unansehnlichen Häuschens. Gegenüber dem Milliardär ist das aber belanglos. Dessen Tum hätte tausendfache Höhe, nämlich 10 km! (Bei Frau Klatten – 20 Milliarden, wären es immerhin schon 200 km.) Die Billion aber ist das tausendfache davon – 10.000 km. Die Entfernung Erde-Mond beträgt bekanntlich 384.000 km.

Die Verschuldungssumme ist ein Maß dafür, wie viel Leben sich der Kapitalismus geborgt hat. (Ganz grob gesagt sind es 10.000 $ pro Erdenbürger.) Der Kapitalist ist nicht kleinlich. Schulden, die er nicht komplett eintreiben kann, schreibt er teilweise ab. Hauptsache der Schuldendienst funktioniert! Mag der Erdenbürger von seinen 10.000 Schulden 1.000 abzahlen (und 2.000 neu aufnehmen)! Der Kapitalist wird über die harten Zeiten klagen – doch zugleich mögen sie ewig so weitergehen.

Wenn 80 Mio BRD-Bürger bereit sind 1000 € zu berappen, so sind das schlappe 80 Milliarden, die sie beisteuern – zum Kampf gegen den Klimawandel mittels Eletro-PKW (50 Mrd), Kohleausstieg (30 Mrd), Rüstung (40 Mrd.), Forschung zur CO2-Reduzierung (10 Mrd), Elektrifizierung der Autobahnen, Investitionen in die Biogasentwicklung, Big Data, Migrationsfinanzierung usw usf.

Zwei Wege sind gebahnt worden in diese schöne neue Zukunft –

(Quelle)

  • und eine wahnwitzige (zunächst rhetorische) Opferbereitschaft eines schlagkräftig mobilisierten Teils der Gesellschaft für die „Rettung des Planeten“. 

Millionen schrieen: „Führer befiehl, wir folgen Dir!“. Zwei Jahrzehnte zuvor war das Volk „aufgestanden wie EIN Mann“. Jubelnd hatten die Bräute und Mütter ihre Liebsten ins „Feld der Ehre“ geschickt.  Oder heute der kühl kalkulierte Wahn: „Eretz Israel!“

Die menschenfeindlichen Ziele der Machthaber – Machterhaltung und -steigerung als Selbstzweck! – erfordern von Zeit zu Zeit den Massenwahn. Die Irrationalität des Meinens und Handelns der Massen wird herbeigeführt.

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6 Antworten zu Ökologisches, Ökonomisches, Politisches

  1. anonym schreibt:

    Ja Verstand, haben denn Sie welchen?

    Gefällt mir

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