Deutsche Sprache

Deutsche Sprache

.

Deutsche Sprache, über alles,

was der Fall ist in der Welt,

kann man Klartext mit dir reden,

wie es wirklich sich verhält.

Deutschversteher, Deutscherklärer,

vor euch liegt ein weites Feld.

.

Wem gehörst du, deutsche Sprache?

Keinem Staat, keiner Nation.

Du gehörst den Menschen allen,

die dich froh als Kinder schon

oder als Erwachsene lernten 

mit Akzent in ihrem Ton.

.

Deutsche Sprache, deine Sätze

sind wie Brücken weit gespannt.

Nur solide Konstruktionen 

halten hohem Anspruch stand.

Wenn wir wirre Sätze bauen,

schaden wir dem deutschen Land.

.

Wenn den Wohlklang der Vokale 

du mit Konsonanten streckst,

hast du jene Kraft und Würze,

die aus Sprachlandschaften wächst.

Lass dich loben, deutsche Sprache,

dass du so nach Mundart schmeckst.

.

Fremde Wörter, die dir fehlen,

borgst du ungenierlich aus.

Das zu tun mit Augenmaßen,

bringt dir Nutzen und Applaus.

Deutsche Sprache, deine Wohnstatt

ist kein Einfamilienhaus.

.

Im Sprachverkehr mit andern Ländern 

deutsche Sprache, bleib präsent!

Deinen Platz hast du gefunden,

wo man dich beim Namen kennt.

Deutsch sei in der Welt die Sprache,

die man Sprache Goethes nennt.

.

 

Von Harald Weinrich, Mitglied im Verein Deutsche Sprache (wie Opa auch).

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, bloggen, Kunst, Leben, Literatur, Machtmedien, Mensch, Widerstand abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Deutsche Sprache

  1. Hartmut Barth-Engelbart schreibt:

    Lieber Opa, da ich seit 1971 im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ gearbeitet habe und diese noch weiter tue, würde ich gerne mit Weinrich in Verbíndung kommen. Ich habe auf dem gebiet mit dem Paderborner Professor Bastian und dem Münsteraner Karl Adamek zusammengearbeitet, wie mit Noam Chomsky phasenweise auch (nach den enttäuschenden Erlebnissen mit Berstein-Övermann, Koneffke,), .Da für mich die Dialektik von Theorie und PRAXIS sehr wichtig war, habe ich mich 1970 für die Beendigung meines Doktoranden-Studium bei Heydorn entschieden und habe mit Prof. Meyer in FFM- und Ernest Jouhy-Jablonski den Praxisbezogenen Studiengang an der Abteilung für Erziehungswissenschftenentwickelt und bin in der Praxis geblieben. Aus dieser Quelle hat sich auch meine wissenschaftliche Kontroverse mit Mischa Brumlik entwickelt (neben der politischen wegen des Überfalls auf Jugoslawien, den er propagierte), aus der dann interessierte Kreise meinen „Antisemitismus“ konstruiert haben (unter Mithilfe einiger führender VVN/BdAlerINNEN), was zum Ausschluss aus attac, vs, zu Auftrittsverboten bei Ostermärschen, bei der PDS, bei der PDL, zeitweise auch in den DGB-Gewerkschaften usw.. geführt hat. Landesverbände der LINKEn und die RLS boykottieren mich heute noch vordergründig wegen der „Nähe zum Völkischen“ „VERKÜRZTEM Antikapitalismus“, (Jutta Ditfurth, & Cie). Wegen ihrer „Intervention gegegn den Antisemiten“ bin ich bei Radio CORAX mitten aus dem Programm geflogen, Fischer hat die VL in Halle gegen mich erpresst … der 35. Geburtstag des ZAMBON-Verlages durfte nicht im VL-Zentrum stattfinden, obwohl ich dort drei Jahre in Folge mit meinem BlueSingTalk & dem Kabarett-Programm „Neue Helden braucht das Land“ aufgetreten war …

    Alles schnee von gestern.

    Gruß

    HaBE

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    • fidelpoludo schreibt:

      Lieber Hartmut,
      finde Ihren Lebenslauf sehr interessant. Schreiben Sie aus dem Ausland oder ist Ihre Tastatur auf eine andere Sprache ausgerichtet? Egal! Sie nennen so einige Namen, die mir bekannt sind und die mich noch beschäftigt haben, als ich nicht zum Geld verdienen mich abstellen mußte. Das Studium bei Heydorn abgebrochen zu haben, mag ein Fehler gewesen sein. Die Geschichte, wie Sie im Zusammenhang mit Brumlik des Antisemitismus beschuldigt worden sind, würde mich interessieren. Gerade er war damit nie so leicht bei der Hand wie „uns Jutta“, die Unsägliche. Noch als Student und Mitgründer der „Pädagogischen Korrespondenz“ in Münster ( Andreas Gruschka, der jetzt Prof. in Frankfurt ist) habe ich auch Gernot Koneffke kennen gelernt und den Euler oder die Familie Blankertz, wenn die Name Ihnen etwas sagen. Damals hatten wir noch Veranstaltungen mit Christoph Türcke, Moshe Zuckermann und dem alten Schweppenhäuser (etwa der Jahrgang von Harald Weinrich, der jetzt auch um die 90 sein müßte). Alle mehr oder weniger im Umkreis der Kritischen Theorie und ihrer Beziehung zur Pädagogik. War nicht nur auf diesem Gebiet eine aufregende Zeit.
      Schnee von gestern, wie Sie sagen. Aber der Schnee von gestern liegt unter dem (Pflaster-) Strand von heute und schmilzt nie ganz weg.

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  2. Jo Bode schreibt:

    Herzerfrischend, so ganz ohne Genderei, aber nicht nur weil ohne…..

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  3. adele schreibt:

    Peinlich. „wo man dich beim Namen kennt.“

    Das ist westdeutsch. Kein Deutsch.

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    • kranich05 schreibt:

      Hallo Adele,
      ich verstehe leider Ihren Kommentar nicht.
      Was wollen Sie sagen?
      Sind Sie etwa gemeint, mit:
      „Deutsche Sprache, deine Sätze
      sind wie Brücken weit gespannt.“
      oder
      „Wenn wir wirre Sätze bauen,
      schaden wir dem deutschen Land.“

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      • adele schreibt:

        Ich habe nur zitiert und dieses Nichtdeutsch bemängelt. Verein für welche Sprache?
        Kennt man den beim Namen?

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      • fidelpoludo schreibt:

        „Wirre Sätze“ ist zu diskutieren. Schachtelsätze – grammatisch korrekt – sind durchaus nicht „wirr“. Oder haben Kleist oder Proust etwa „wirre Sätze“ geschrieben, weil sie oft Seiten lang waren?

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  4. Schultzen-Meier schreibt:

    „Beim Namen kennen“ ist tatsächlich Blödsinn.
    „Beim Namen nennen“ wäre dann etwas, das nach deutscher Sprache klingt.

    Muß Adele zustimmen. Als Deutschlehrer ist mir diese Wendung noch nie begegnet.

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    • fidelpoludo schreibt:

      In einem Gedicht ist – wie sie wissen sollten – einiges mehr erlaubt als was bekannt ist. Sie brauchen nicht lange suchen, um Beispiele bei Hölderlin, Goethe oder anderen zu finden…

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  5. fidelpoludo schreibt:

    Für „adele“ und „Schultzen-Meier“, die glauben, sich über Harald Weinrich lustig machen zu können, zum Einstieg:

    „Sprache ohne Sprachkultur ist für mich etwas Monströses.“

    Gespräch mit Prof. Dr. Harald Weinrich

    Prof. Dr. Harald Weinrich, Romanist und Germanist, gilt als einer der profiliertesten Sprach- und Literaturwissenschaftler. Er war u. a. Mitbegründer der Universität Bielefeld und erster Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Forschung. An der Universität München begründete er das Fach „Deutsch als Fremdsprache“. In Paris lehrt er als erster deutscher Wissenschaftler am Collège de France. – Das DIE-Gespräch mit Harald Weinrich (H.W.) über das Verständnis von Sprache, Kultur und Sprachkultur, die Bedeutung von Sprache für die Gesellschaft und den Einzelnen, die Mehrsprachigkeit als Bedingung für ein gemeinsames Haus Europa führte Gerhard von der Handt (DIE).
    https://www.die-bonn.de/zeitschrift/42001/gespraech.htm

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    • fidelpoludo schreibt:

      Ein kleiner Ausschnitt:

      „Der sprachliche Anspruch der Ausländer an die deutsche Sprache und Sprachkultur ist wesentlich höher, als wir Deutschen meinen. Es geht in vielen Fällen darum, dass wir uns bei den Ausländern, die nach Deutschland kommen, deutsche Sprachkultur wieder zurückholen müssen. Ich kenne viele Inder, Perser, Japaner, Franzosen, Italiener, Spanier, die nach Deutschland kommen und eine viel höhere deutsche Sprachkultur haben als die meisten Deutschen. Bei meinen Studenten und Studentinnen habe ich das beste Deutsch immer in den Arbeiten von Ausländern bekommen. Viel besseres Deutsch als von den Deutschen. Ich habe oft unsere deutschen Studenten und Studentinnen gesagt, geht hin zu den Ausländern und lernt gutes Deutsch von denen.“

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      • Frieder Kohler schreibt:

        Im ICE las ich gestern in „Hermann Hesse/ Lektüre für Minuten“ (Suhrkamp) über Sprache und Dichtung:“Eine gute, echte Sprache als Selbstzweck kommt nicht vor, sie ist gut und echt, wenn sie Ausdruck echten Erlebens ist. Darum ist Sprache des Volks voll von uralter überpersönlicher Erfahrung immer so schön. Daß der heutige Durchschnittsdeutsche seine eigene Sprache so schlecht kann, daran ist nicht ein Mangel an Sprachpflege schuld, sondern ein Mangel im tiefsten Wesen, eine Unfähigkeit echt und stark zu erleben!“ Warum ich auf dem Lesezeichen dazu vor vielen Jahren folgende Zeilen notierte, hatte sicher mit meiner „Assoziationswelt“ zu tun:“Ich schwebe so von Stell’ zu Stelle Und möchte gern im besten Sinn entstehn,
        Voll Ungeduld mein Glas entzwey zu schlagen“ mit (der) Faust und herzlichen Grüßen

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        • fidelpoludo schreibt:

          Lieber Frieder,
          ich kann mich noch sehr gut erinnern, diesen damals gelben Suhrkamp-Band (Insel-Tachenbücher) sehr begeistert gelesen zu haben. Klingt mir sehr überzeugend. Danke dafür! Assoziationen als unwillkürliche liegen oftmals nicht so weit weg von der Wahrheit wie „haarscharfe“ logische Folgerungen, die mehr einem Automatismus folgen als dem eigenen Erleben.

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