Kernkraft

Eine Jubelmeldung lautet heute, dass GB erstmals eine ganze Woche ohne Kohlestrom ausgekommen ist. Etwas kleinlaut wird dann ergänzt, dass Atomkraft aber wichtig bleibe.

Deutschland will ja sowohl auf Atom, als auch auf Kohle verzichten. Mir ist in Erinnerung, dass das Ausstiegspapier der Kohlekommission zur Frage der kostengünstigen Sicherung der Netzstabilität bei eventuell auftretenden Problemen (Dunkelflaute) nicht gerade konkret ist. Oder sehe ich das falsch?

Ich nehme zur Kenntnis, dass die Atomkraft weltweit keineswegs abgeschrieben ist.

Noch mehr Aufmerksamkeit verdient, dass offenbar an ganz neuen Lösungen der mit der Kernspaltung bisher verbundenen Probleme gearbeitet wird. Auch in Deutschland.

Erstmals aufmerksam wurde ich auf diese vielleicht neue Sicht auf Kernspaltung übrigens hier (Broschüre „Energiewende“).

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4 Antworten zu Kernkraft

  1. Lutz Lippke schreibt:

    Nun, ich gehöre nicht zu Denen, die bei einem Thema glauben würden, dass irgendein progressives Wollen irrtumsfrei ohne Fehl und Tadel, ohne Intrigante Inanspruchnahme durch Trittbrettfahrer bis hin zu wohlorganisierter Manipulation real wirksam wird. Deshalb fällt es mir schwer, aufgrund von Belegen solcher Verfälschungen den eigentlichen Grundabsichten und -einsichten die Berechtigung und Angemessenheit abzusprechen.

    Ich habe zuwenig von Marx verstanden und erahne manchmal meine Defizite. Ein solches allgemeines Fehlwissen ist sicher, dass der ehemals realexistierende Sozialismus von erklärten leninistischen Marxisten oder marxistischen Leninisten geschaffen und versiebt worden sei. Die waren das aber nicht, sie hatten wohl nur nicht verhindern können, dass intrigante Leute unter falscher Flagge an die Macht gepusht wurden.

    Vor geraumer Zeit bekam ich aufgrund längerer Suche nach Antworten zum Zustand des deutschen Rechtssystem (Rechtsstaat vs. Richterstaat) die Politikwissenschaftlerin Ingeborg Maus unter die Finger und erfuhr viel über Demokratie- und Rechtstheorie, insbesondere aber zu deren Historie in Deutschland seit 1900. Verbindungen zur wissenschaftlichen Arbeit von Marx waren bei Maus wohl deutlich vorhanden, nur kannten im linken Spektrum nur die Wenigsten Ingeborg Maus. Das Maus´sche Untersuchungsthema ist eben nicht direkt die theoretisch begründete Ökonomie oder die grundsätzliche Klassenfrage, sondern die aus Theorie und Praxis abgeleitete Methodik, Machtverhältnisse dauerhaft zu organisieren und zu begründen. Dass Demokratie heute unter neoliberaler Agenda allgemein als ein Fake wahrgenommen wird, verantworten also nicht die Marxisten, sie haben nur nicht verhindern können, dass intrigante Leute unter falscher Flagge mit Demokratie und Menschenrechten wie mit Morgensternen rumfuchteln.

    Nachdem sich also schon in nicht unwesentlichen Feldern gezeigt und bestätigt hatte, dass nicht nur die grundsätzliche Machtfrage, sondern auch praktische Methodik und damit reale Umsetzung nicht von Marxisten/Leninisten erfolgversprechend umgesetzt werden konnte, haben anders Sozialisierte ihre eigenen Herangehensweisen gefunden. Natürlich nichts ohne Irrtümer, Verfälschungen und Manipualtionen. Nun soll es der Hang zur Ökodiktatur dieser neuen Aufrührer sein, der manipulativ ausgenutzt wird und uns Allen zum Verhängnis wird. Es sei denn: das etwas verschlafene marxfeste Milieu reißt das Ruder doch noch einmal für uns herum.

    „Die ökologische Frage war von der Linken und dem „Marxismus“ lange vernachlässigt worden. Das führte dazu, dass „links“bürgerliche Reformkräfte (z.B. der Club of Rome, greenpeace) das Thema und die „grüne“ Szene dominierten.“ … „Es hat sich ein „Öko-industrieller
    Komplex“ etabliert“. (aus dem offenen Brief)

    Der „Öko-Industrielle Komplex“ hat sich nun also über das marxistische Tiefdruckphänomen „Greta“ der Schülerschaft ermächtigt und bereitet statt der systemtheoretisch erforderlichen Diktatur der Arbeiterklasse eine Ökodiktatur der Blockwarte zum eigenen Machterhalt vor. Wirklich clever, wo die Schülerschaft doch bedeutend länger lebt als vergleichsweise die schwindsüchtige Arbeiterschaft.

    Ganz ehrlich. Ich frage mich, wie man mit Verweis auf Marx und Lenin meint, noch irgendeinen Blumentopf gewinnen zu können, wenn man Demokratie, individuelle Freiheiten und Nachhaltigkeit/Ökologie nicht als die Kernelemente einer gerechten Zukunft für Alle definiert und von mir aus das dann unter dem schützenden Schirm der Marxschen Grunderkenntnissen fortentwickelt. Nur hat man das schon seit Jahrzehnten fast vollständig versäumt. Wir brauchen keine marxistische Analyse der Machtverhältnisse, sondern eine Analyse des realen marxistischen Versagens in so ziemlich allen Macht- und Zukunftsfragen.

    Zum Thema neue Kernreaktoren ist mir Sputniknews und aufruhrgebiete als Orientierung doch etwas zu wenig. Als BERliner fände ich eine echte technologische Innovation aus Berlin natürlich cool, a-BER wer weiß, werr weiß. Kritische Stimmen zum „neuen“ Atomstromhype: http://www.bund-rvso.de/thorium-reaktor-fluessigsalz-klein.html
    mit Links auf Lesch https://www.youtube.com/watch?v=MmPrWr4pY10
    und eine Studie aus der Schweiz http://energiestiftung.ch/files/energiestiftung/publikationen/pdf/2017_Oeko-Institut_Gen_IV.pdf

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    • fidelpoludo schreibt:

      „Wir brauchen keine marxistische Analyse der Machtverhältnisse, sondern eine Analyse des realen marxistischen Versagens in so ziemlich allen Macht- und Zukunftsfragen.“

      Lieber Lutz,
      wenn Du einige Sätze vorher zugibst, „zu wenig von Marx verstanden“ verstanden zu haben, hast Du Dir – vorausgesetzt Du bist an intellektueller Redlichkeit interessiert – das Recht verbaut, ein Urteil zu fällen, das den ersten Teil Deines oben zitierten Satzes ausmacht: „Wir brauchen keine marxistische Analyse der Machtverhältnisse“.
      Was den zweiten Teil des Zitats betrifft, würde ich Dir im Wesentlichen Recht geben, auch wenn es unzählige Versuche in diese Richtung gegeben hat und gibt. Wahrscheinlich mag sich der Kranich zu dieser Frage noch kompetenter äußern als ich.

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  2. kranich05 schreibt:

    Die ersten beiden Links habe ich mir zu Gemüte geführt. (Lesch erspare ich mir in der Regel.)
    Zwecks kritischer Orientierung. Ich habe das Gefühl: „doch etwas zu wenig“.

    Und grundsätzlich: Mir geht es wahrlich nicht darum, stur für eine bestimmte Position zu streiten. Eher habe ich das Gefühl, dass „festgezurrte Wahrheiten“ neu geprüft werden sollten. Gebraucht wird Offenheit für’s Denken und zwar für jegliches Denken.

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  3. kranich05 schreibt:

    Lieber Lutz Lippke,
    „eigentlichen Grundabsichten und -einsichten die Berechtigung und Angemessenheit ab(zu)sprechen“
    Wenn damit der Streik der kleinen Greta gemeint ist,… Natürlich darf ein junges Mädchen für etwas leidenschaftlich, aufopfernd usw. demonstrieren. Und für sie ist das gewiss angemessen. Sonst würde sie es ja nicht machen.
    Dass sie aber über besondere Einsichten in die komplexen Probleme verfügt, sollte bezweifelt werden. Insofern möchte ich auch die Problem-Angemessenheit ihrer Handlungsweise zumindest relativieren.

    Dass der Realsozialismus von erklärten Marxisten-Leninisten geschaffen und zerstört wurde, würde ich nicht pauschal als „Fehlwissen“ bezeichnen. Mit Begriffen „marxistisch“, „leninistisch“ zu jonglieren, bringt nichts. Es gab So’ne und Solche und Dritte, sowie Wandlungen. Und abgesehen von den menschen, der M-L ist und war nie etwas Komplettes, Endgültiges, Widerspruchsfreies (wenn man das vielleicht auch manchmal geglaubt hat). Es geht nicht ohne historische Konkretheit.

    Was sie zu Maus und Marxisten sagen, kann ich nur bestätigen. Insoweit sie (die Realsozialisten) fürchterlich wenig zur Entwicklung der realen Demokratie geleistet haben (obwohl es mehr als Nichts war – Arbeitsgesetzbuch, Familiengesetzbuch, ein „weiser Richter“), gebe ich ihnen sehr wohl eine (zumindest indirekte) Mitschuld an der Gefährdung/Zerstörung unserer gegenwärtigen bürgerlichen Demokratie.

    Der Folgeabsatz Ihres Kommentars schließt mit „also“ an, so als ob etwas zwingend aus dem bis dahin Gesagten folgen würde. Diese Logik sehe ich nicht.
    Nachdem „die grundsätzliche Machtfrage, sondern auch praktische Methodik und damit reale Umsetzung nicht von Marxisten/Leninisten erfolgversprechend umgesetzt werden konnte“ – Das kommt wie die abschließende Formulierung einer Tatsache daher. Sehe ich mitnichten. Der Satz ist genau halbwahr. Sein gegenteil ist es ebenfalls.
    Und ein DANACH, in dem „anders Sozialisierte ihre eigenen Herangehensweisen gefunden.“ haben, gibt es ebenfalls nicht. Die „anders Sozialisierten“ haben jederzeit, davor, gleichzeitig und danach ihre je eigenen Herangehensweise gefunden. Hundert Namen gefällig?

    Nun gegen’s „marxfeste Milieu“ zu sticheln, ist wohlfeil. Ich stichel mal zurück: Wenn Sie mir den MSM-Hampelmann Lesch an bieten, muss ich gähnen. (Als ob ich nach politischem Kabarett fragen würde, und sie empfehlen mir die Pfeife Nuhr.)

    „Öko-industrieller Komplex“ finde ich übrigens eine griffige Formulierung, mehr nicht aber auch nicht weniger.

    Ihr dann folgender Marxistenkritikgipfelabsatz „Ganz ehrlich….“ ist einfach bißchen, wie sagt mann heute, straigth.
    Welcher Marxist missachtet „Demokratie, individuelle Freiheiten und Nachhaltigkeit/Ökologie“ als „Kernelemente der Zukunft“? Zu Erörtern, ob das DIE Kernelemente sind, sollte aber erlaubt sein. „Schutzschirm Marxscher Grunderkenntnisse“? Erzählen Sie mir doch bitte mal, wie ich mit besagtem Schutzschirm hier im Blog hantiere!
    „seit Jahrzehnten fast vollständig versäumt“ – Sie erwähnen immer mal, dass ihre „Marx- oder Marxismus-Wissen“ sich hauptsächlich aus DDR-Indoktrination (und langwirkender Abneigung dagegen) speist. Dies bedenkend, finde ich diese Meinungsäußerung allzu kühn.

    Schließlich Ihr grandioser Schlusssatz:“Wir brauchen keine marxistische Analyse der Machtverhältnisse, sondern eine Analyse des realen marxistischen Versagens in so ziemlich allen Macht- und Zukunftsfragen.“ Na jut.
    Ihre energische Äußerung, dass marxistische Analysen der Machtverhältnisse überflüssig sind und diese Looser da das Maul halten sollten (früher hätte man ihnen zugestanden, dass sie übers Wetter reden sollen, heute aber sollten sie auch das tunlichst meiden) macht mir einfach den Eindruck, dass Sie endlich die K. nochmal so richtig spritzen lassen wollten.
    Ich glaube, jetzt sin se bekleckert.
    Grüße zwischen sehr freundlich und herzlich
    vom
    opa.

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