Nein, „Thunberg“ ist kein Zirkus, wie ich noch vor Kurzem sagte

Besser gesagt: Ja, es ist Zirkus, aber es ist viel, viel mehr.

Natürlich ist es Zirkus, wenn Greta und Luisa (sozusagen das Biest und die Schöne) sämtliche Mattscheiben entern. Doch wer nachdenkt, sollte gewarnt sein. Herr und Frau Davos sind mehr als Zirkusdirektoren.

Jetzt haben sie die zweite Stufe gezündet. Sie heißt „XR“. Das Kürzel kannte gestern noch Keiner, morgen wird Jeder glauben, es mit der Muttermilch eingesogen zu haben.

Hier ist Nachhilfe. Bitte zum Eintritt, nicht nur flüchtigen Einblick, ins XR-Universum: https://rebellion.earth/

Das ist perfekt und zwar in etlichen Dimensionen zugleich. Wir erleben den Start (des Versuchs) einer völlig neuen Qualität der Steuerung von Bevölkerungsmassen. Nein, nicht irgendwelcher Massen – der Menschheitsmassen.

Dass Kranich, alter Opa, das erleben darf ;-))! (Er hätte gern drauf verzichtet.) In diesem Kommentar hat Schnellmerker schon etwas geahnt: https://opablog.net/2019/04/19/klimawandel-standpunkt-fragen-und-besorgnisse-von-ulrike-simon-zu-unserer-diskussion/#comment-136983

Jetzt ist mehr zu sehen.

Danke an Ulrike Simon, die Besorgnisse artikulierte und allen, die sich am Streit beteilig(t)en. Es wird immer spannender.

Zeit ist knapp, aber dieser, ich weiß nicht ob, „Bibel“, auf jeden Fall „dicken Schwarte“, sollte man paar Stunden widmen:

https://www.wbgu.de/fileadmin/user_upload/wbgu/publikationen/hauptgutachten/hg2011/pdf/wbgu_jg2011.pdf

Sie können auch für Leseschwache:

https://www.wbgu.de/fileadmin/user_upload/wbgu/publikationen/comics/comic_2013/comic_en.pdf

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Und es flutscht!!!

In Greta-Briten, äh, Great-Briten (Vergiß das endlose Brexitgezerre!) zeigt man klare Kante – Klimanotstand! (Wat is’n das?)

Wie haben wir uns nach dem Notstand gesehnt!

Und Franz Alt („Die Sonne schickt uns keine Rechnung“- wohl aber der Strommonopolist eine unentwegt steigende), der eine Greta-Generation halluziniert, jubelt, dass uns hoffentlich bald ’ne CO2-Steuer beglückt. 

Zu dem Heise-Beitrag gibt es nach einem Tag 423 Kommentare.

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6 Antworten zu Nein, „Thunberg“ ist kein Zirkus, wie ich noch vor Kurzem sagte

  1. Lutz Lippke schreibt:

    Es ist auf jeden Fall Zirkus und mehr. Aber ich verstehe noch nicht, worin die zentrale Bedeutung liegen soll. Seit Jahrzehnten werden alle Aktionen über fest etablierte Parteien und undurchsichtige Bünde organisiert. Dieser Organisiertheit haben sich die Jüngeren entzogen und präferieren Projekte und spontane Aktionen. Natürlich wurde das analysiert und wird durch Angebote bedient. Morgen schon könnte ein organisiert-provozierter Flash-Mob vor der Tür stehen und vollkommen absurde Forderungen stellen und man hat nichts davon geahnt. OK, also habe ich keine Kontrolle. Wenn ich misstrauisch (auch gegenüber den Jungen) bin, dann hat ganz sicher der Feind das Ganze unter Kontrolle und das Geschehen in der Hand. Scheiße! Ich, wir, alle die so denken, können abtreten, weil man sich mehr Versagen und Wirkungslosigkeit nicht eingestehen kann. Nicht jedes Vertrauen, nicht jede Offenheit in neue Formen und Akteure ist gerechtfertigt, aber ohne ein grundsätzliches Vertrauen in die Jungen ist die Messe gelesen. Nicht wir werden die Welt, die Menschen vom historischen Ungemach befreien, sondern können dafür die Bedingungen verbessern und vor allem der Entwicklung nicht im Wege stehen.

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    • kranich05 schreibt:

      Die zentrale Bedeutung liegt in der Sicherung der etablierten Verhältnisse kapitalistischer (imperialistischer) Ausbeutung und Herrschaft unter sich rasant wandelnden Bedingungen. Da sind
      – der alte angloamerikanisch-zionistische Imperialismus als Globalismus/Neoliberalismus/Finanzialismus. Er laviert zwischen Defensive und Flucht nach vorn. Der hat kaum Friedenspotential, versucht aber mit „Green Deal“ sich ein Stück neuen Reproduktionsraum zu schaffen. Diese Chance, glaubt er, würde ihm die Ökodiktatur eröffnen.
      – der neuere nationalliberale Imperialismus, der die chaotischen Konsequenzen des Neoliberalismus zu vermeiden trachtet. Er treibt aktuell eher nicht zum Krieg, schließt ihn aber auch nicht aus. (Zionisten halten auch hier ein Eisen im Feuer.)
      – der als Nationalkapitalismus besonderer Art sich entwickelnde Kapitalismus in China, Russland, teils Indien und Iran. Er hat reichlich Entwicklungsraum vor sich („Seidenstraße“ in Eurasien und bald in aller Welt (?)) und könnte heute und auf absehbare Zeit durch Krieg nur behindert werden. Klar, dass meine realitätorientierten Sympathien derzeit bei diesem Nationalkapitalismus liegen. Dabei ist mir klar, dass er nicht Ausbeutung und Herrschaft beseitigt und möglicherweise/wahrscheinlich den Keim des Imperialismus in sich trägt. (Wie es der Teufel will, sind auch hier, zumindest in Russland, Zionisten mit von der Partie.)
      Der Kampf dieser drei Hauptkräfte auf dem Heute- und Morgenstand der Produktiv-/Destruktivkräfte generiert die Menschheitskrise. Die einzelnen Menschen, jeden Alters, Geschlechts, Glaubens usw. sind bloße Figuren dieser Kräfte geworden. Sie führen (krasser als im 20. Jahrhundert) ausschließlich ein Lemminge-Dasein, und sie werden mit außerordentlichem Aufwand (und erfolgreich) auf diesem Level gehalten.
      Der Thunberg- und XR-Komplex ist eine Offensivaktion der erstgenannten, der globalistischen Seite. Natürlich wird dabei mit lebendigen Menschen agiert und damit eine Suggestion von Ursprünglichkeit erzeugt. Das Gegeneil ist die Wahrheit.
      Sie, Herr Lippke, hatten einst die Mahnwachen genauer in Augenschein genommen. Ich ebenso. Dann ergab es sich, dass ich aus nächster Nähe das Zerstörungswerk an den Mahnwachen mitverfolgen konnte, einschließlich ihrer Überführung in die Missgeburt „Ramstein-Friedensbewegung“. Seit Oktober 2018 habe ich mich intensiv bei Aufstehen engagiert. Mir macht Keiner etwas vor in Sachen „spontane Bewegung von unten“.
      Wenn ich mich prüfe- und das geschieht in diesen Zeiten wirklich immer wieder und ziemlich häufig – dann mag ich noch nicht jede Hoffnung fahren lassen. Sich zu einem Vertrauen aber deshalb zu bekennen, weil sonst „die Messe gelesen wäre“, das lehne ich ab.
      Andere haben auch dem Untergang ins Auge gesehen.

      Der Text zum Nachlesen:
      https://gutenberg.spiegel.de/buch/gedichte-1784-1800-7137/154

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      • Lutz Lippke schreibt:

        Vielleicht sind wir nicht so weit entfernt voneinander in der Analyse, wobei ich mir sicher sehr viel Naivität gönne. Verkürzt steht doch auf der Waagschale:

        1. Ein globaler Macht-, Besitz- und Ausbeutungsanspruch Weniger, der nach der Erosion institutionalisierter, hierarchisch-kollektivistischer Manipulationsinstrumente unter der Fahne der Freiheit, Demokratie und Wertewesten (Parteien, NGO usw.) nunmehr auf die Manipulation der zunächst unorganisierten Individuen mittels (scheinbar) spontaner Aktionen, Projekte von der Straße und Eingebungen Einzelner usw. zugreifen muss. Das unterwandert natürlich die Arbeit echter Basisbewegungen und entzieht dieser echten Basisarbeit die Aufmerksamkeit und den Zustrom. Das ist schlecht! Aber ist das nun eine Guerilla-Taktik für eine von oben gesteuerte Basisdemokratie oder die Vorbereitung einer freiwillig organisierten Basisdiktatur mit Verhaltens-Blockwarten und sowas oder dient es selektiv der Zerstörung basisdemokratischer Entwicklungen, um zentralistisch organisierte Verhältnisse wieder durchzusetzen?

        Für den Optimisten ist der Verfall von machterhaltenden Strukturen und die daraus resultierende Not der Mächtigen doch erstmal eine gute Nachricht. Auf einsichtiges Einlenken der ohnmächtig Mächtigen zu hoffen, wäre aber sicherlich naiv. Nachdem früher die klerikale-feudale Herrschaftsordnung in eine Demokratie und Rechtsordnung der gesteuerten Instanzen gerettet werden musste, erfolgt nun möglicherweise im großen Stil der Schwenk auf medial aufgerüstete Spontanaktivierung der Massen. Spontan letztlich deshalb, weil die große Masse der Aktivierten keine langwierigen Auswahlverfahren oder Verpflichtungen eingehen, sondern nach medialer Indoktrination einfach spontan mitmachen und dann in das gewünschte Szenario eingeordnet werden müssen. Was mir als Betrachter schwer fällt zu sortieren, ist aber für die Regisseure auch kein leichtes Unterfangen. Was, wenn sich Aktionen doch selbst ermächtigen und nicht mehr auf Kommando hören? Was, wenn die Gegner der Manipulation den Trend aufnehmen, positive Tendenzen verstärken und an der Korrektur von Fehlleitungen arbeiten? Wiederholt sich unter geänderten Voraussetzungen der Machtkampf um den Demokratie-Hype zwischen Feudalen und Demokraten nun auf der Ebene der Basisbewegungen? Dann sind wir doch zumindest einen Schritt weiter, oder?

        2. Mit der Übernahme der Themen durch Manipulatoren droht natürlich die Gefahr, dass diese Themen verschlissen werden. Ein ewiges Ringen zwischen Intrige und Wahrhaftigkeit! Wie kann der Intrige beigekommen werden? Indem das Thema angegriffen wird oder (nur) deren Manipulation? Im Rückgriff auf die Erfahrungen aus der Demokratie-Inszenierung würde ich das Thema (dort Demokratie) hochhalten und deren Manipulation durch die Forderung nach konsequenter Umsetzung (mehr Demokratie) bekämpfen wollen. Analog würde ich „Greta & Co.“ eher begleiten und inhaltlich ergänzen, als sie und die Bewegung als manipuliert und fehlgeleitet zu bekämpfen. Ist das nicht aussichtsreicher?

        3. Ich entnehme den Anmerkungen auch die Frustration, dass die Agenden nicht grundsätzlich genug sind und Entscheidendes aussparen. Damit sind sie falsch oder zumindest vom Wesentlichen ablenkend, was ja auch das Ziel der Mächtigen ist.
        Eigenartigerweise bestand eine nicht unwesentliche Abwehr der Montagsmahnwachen auch bei etablierten Linken und Friedensaktivisten, die deren Ziele als nicht rein und wesentlich genug einschätzten und ihren angestammten Platz im Feld verteidigen mussten. Es waren also nicht nur die Medien, die die MMW ja vorwiegend ignorierten, sondern gerade Alt-Aktivisten, die böse Manipalationen und Absichten unterstellten und damit in den Medien einiges Gehör und Verwendung fanden. Nun ist es mit „Greta & Co“ sicherlich anders. Da die Medien über die plötzlich hereinbrechende Gruppendynamik aufgrund von Aktivitäten eines kleinen Mädchens zur globalen Rettung begeistert sind, kann man kaum von einer Bewegung von Unten ausgehen. Wie aufwändig und kraftzehrend die Aktivierung von ein paar tausend Teilnehmern und ein Minimum an medialer Aufmerksamkeit ist, konnten wir bei den MMW erahnen. Welche Mittel der wirksamen Einflussnahme stehen nun aber dem „etablierten“ echten Basisaktivisten bei „Greta & Co.“ zur Verfügung? Abwehr, Medien, Beharren auf das einzig Wahre und Grundsätzliche? Dazu klingt mir auch noch die ein oder andere Anmerkung einer kritischen Draufsicht auf die Berichte von Clara Simon über ihre Energiegenossenschaft im Ohr, die als nicht wesentlich genug, nicht autark, nicht radikal umgesetzt festgestellt wurde. Clara Simon ging darauf ein und hatte die Geduld das real Machbare, Leistbare, „Richtige im Falschen“ aufzuzeigen.

        4. Auffällig ist für mich auch, dass den Aktivitäten anderer Generationen und auch Umfelder mit Argwohn begegnet wird und erst die unmittelbare eigene Beteiligung differenzierte Einsichten ermöglicht. Die bisherige Diskussion hier fokussiert sich auf eine globale Themenverfehlung und auf strukturelle Manipulationen. Die Motive und Denkweisen der Aktivierten sind aber kein Thema, müssten es aber wohl sein. Leider kann ich dazu derzeit auch nichts beitragen. Darüber Vermutungen anzustellen oder aus Sekundärquellen zu schließen, sollte uns unsere Erfahrung mit Manipulationen aber verbieten.

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  2. Albrecht Schmiedel schreibt:

    Ich habe mir eben die Emergency-Seite auf rebellion.earth durchgelesen. Woher nehmen Sie Ihre offenbar felsenfeste Gewissheit, dass das nicht einfach zutreffende Aussagen sind, angefangen mit dem sechsten großen Massenaussterben seit 540 Millionen Jahren?

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    • kranich05 schreibt:

      Herr Schmiedel,
      Sie missverstehen mich, wenn Sie mir felsenfeste Gewissheit unterstellen, wenn auch nur über 540 Millionen Jahre. Das überlasse ich gerne Anderen.
      Und noch – um das hier nachzuholen – zu den Beweisen, die Claudia von Werlhof oder Rosalie Bertell vorlegen: Ich habe doch gesagt, dass ich Bertells Buch überhaupt nicht kenne. Die Thematik, den Grundansatz finde ich bedenkenswert. Ob das zwingend ausgearbeitet ist? – Keine Ahnung. Mich würde überhaupt nicht wundern, wenn auch bei ernster wissenschaftlicher Bemühung gerade bei diesem Gegenstand alle möglichen Hirngespinste einfließen/eingeschleust werden. Bertell wagt sich immerhin auf das Gebiet der militärischen Geheimhaltung.

      Ihr naturwissenschaftlich argumentierender Klimaalarmismus, der sich nun unter dem Eindruck von XR möglicherweise noch steigert, erreicht mich nicht, weil wir es dem Wesen nach mit sozialen bzw. eminent politischen Problemen zu tun haben. Das wird in der dreistesten, ja schon skurrilen Weise geleugnet.
      Denkfutter.

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      • Albrecht Schmiedel schreibt:

        Missverstehe ich Sie wirklich? Sie wiederholen ja Ihre Behauptung, ich sein ein „Klimalarmist“. Für mich ist ein Alarmist jemand der ruft „Es brennt!“, wenn es gar nicht brennt. Jemand der das ruft, wenn es tatsächlich brennt, ist kein Alarmist, sondern jemand, der angesichts einer realen Gefahr Alarm schlägt. Da Sie mich als Klimalarmisten bezeichnen, gehe ich weiterhin davon aus, dass es aus Ihrer Sicht die mit wachsendem CO2 verbundenen Gefahren nicht gibt, bzw. dass sie nur sehr gering ist. Ich frage Sie wieder, woher nehmen Sie diese Gewissheit?

        Und ob beispielsweise bei einer Verdopplung des CO2-Gehalts der Atmosphäre innerhalb von 200 Jahren maritime Nahrungsketten zusammenbrechen oder nicht, ist in meinen Augen allerdings kein soziales oder politisches Problem, sondern ein eminent naturwissenschaftliches.

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